G

Gast

  • #31
Wie Bärbel sagte, "Blümchensex" haben immer nur die anderen - es ist der Sex, auf den die BDSM-Szene verächtlich herabschaut. Die Frage, wie Feministinnen "Sex fordern" können, ist bezeichnend für die Einstellung, dass Frauen nichts zu fordern haben - schon gar nicht im Bett. Dies wiederum beweist, dass der Nicht-Blümchensex eben doch mit Aggression Frauen gegenüber zu tun hat. Quod erat demonstrandum.
Was ist das denn für eine "Beweisführung"? Natürlich können Frauen im Bett etwas fordern, aber nur die, die es betrifft. Ich lasse mir doch nicht von anderen Frauen sagen, was mir gefallen soll. Und wenn ich meine Forderungen für einen Augenblick beim Sex einstellen möchte, kann ich das sehr gerne tun. Ist daran irgendetwas unverständlich? Sollte es aus ihrer Sicht etwa anderen Frauen verboten sein, sich z.B. zu unterwerfen, obwohl sie dies gerne tun?

Ich sehe es nicht so, dass Blümchensex nur "die anderen" haben. Niemand steckt gerne Kritik ein und der Begriff hat einen kritisierenden Unterton. Aber mich würde interessieren, wie Menschen, die Sex ausschließlich liebevoll und in normalen Stellungen, ohne Oralverkehr o.a. wollen, ihren Sex bezeichnen würden - und die gibt es. Sie mögen es verständlicherweise nicht, von anderen eingeordnet zu werden, was aber nichts daran ändert, dass diese Form von Sexualität gemeint ist.

Und jemand, der sehr langsamen und einseitigen Sex ausführt, wird das Wort Blümchensex selbst nicht verwenden gegenüber anderen.
 
G

Gast

  • #32
Etwas anderes als Blümchensex käme für mich nie in Frage.

Blümchensex ist für mich das Gegenteil von Geschlechtsverkehr zum Zweck der Triebabfuhr.

Blümchensex ist zärtlich, verliebt und romantisch und könnte nie mit Begriffen wie "geil" oder gar f* assoziiert werden.

Der englische Begriff "making love" beschreibt es eigentlich sehr gut. Die Definition von # 3, kuscheln mit körperlicher Vereinigung, trifft es auch.

Wer richtig verliebt ist, findet Blümchensex auch nicht langweilig. Bei den Paaren, die "härtere" Varianten bevorzugen und gerne Pornos nachspielen, mag es eventuell noch Zuneigung geben, bis über beide Ohren verliebt sind sie aber definitv nicht mehr und waren es meist auch nie.

Menschen, die man wirklich liebt und verehrt, benutzt man einfach nicht! Schon gar nicht für die eigene Triebabfuhr. Rücksichtsvolle Menschen legen zwecks Befriedigung eher tumber Triebe ohnehin einfach selbst Hand an.
 
G

Gast

  • #33
Menschen, die man wirklich liebt und verehrt, benutzt man einfach nicht! Schon gar nicht für die eigene Triebabfuhr. Rücksichtsvolle Menschen legen zwecks Befriedigung eher tumber Triebe ohnehin einfach selbst Hand an.
Warum nicht? Warum macht man das nicht? Ich mag das Gefühl, beim Sex auch mal zur Triebabfuhr benutzt zu werden. Es wäre sehr schade, wenn der Mensch, der mich liebt, mir dies nicht geben könnte. Das schließt nicht aus, dass neben diesen Gefühlen noch andere existieren. Man muss nicht zu jedem Zeitpunkt das Gleiche Gefühl für jemandem vordergründig empfinden, für mich wäre das langweilig.

Ich mag es auch gelegentlich, selbst jemanden zur Triebabfuhr zu benutzen. Da ich neben diesem Geilheitsgefühl auch noch sehr starke andere Gefühle für solch einen Menschen in mir verspüre, frage ich mich, wie jemand anderes behaupten kann, diese Gefühle gäbe es nicht.

Aber nun ist wenigstens geklärt, was man unter Blümchensex versteht. Und es zeigt auch, dass die Abwertungen der anderen Sexualität nicht nur von den "härteren" Sexliebhabern kommen. Insofern ist klar, dass es zwischen einem Blümchensexler und einem Anti-Blümchensexler nicht passen kann.
 
G

Gast

  • #34
Interessante Antwort, Gast 32!
Meine Meinung: alle Abwertung ist ein Mangel an Eigenliebe, ob man nun das Animalische oder das Zarte beim Sex stigmatisiert.
Allerdings könnte ich nicht damit klarkommen, mich von meinem Partner benutzt zu fühlen, noch will ich ihm dieses Gefühl geben.
Ich würde es so sagen: Es ist okay, ja, sogar unbedingt erwünscht, wenn er alle Möglichkeiten zur sexuellen Ekstase, die sein und mein Körper besitzen, ausreizt. Das macht Sex so abgöttisch - ja ich finde das Wort "geil" hier durchaus passend-, dass man danach süchtig werden könnte.
Ein Mann, der diese Kunst nicht beherrscht, kann mich nach dieser Erfahrung beim Sex auf Dauer nicht mehr zufriedenstellen.
Es ist aber auch Fakt, dass Menschen von Natur aus unterschiedliche Reizschwellen haben. So werde ich bei der zartesten Berührung bereits wild erregt, und ein Mann, der bisher Frauen gewöhnt war, die man ein bisschen fester rubbeln muss, dass sie überhaupt Lust bekommen, tötet mit solchen Handgriffen die Leidenschaft in mir ab. D.h. nicht, dass er nicht Willensstärke und Leidenschaft zeigen darf, sprich nur Blümchenart erwünscht ist. Zum Heissmachen muss er bei mir eben andere Knöpfe drücken. Entweder, er lernt es, oder ich muss ihn aus meinem Bett verabschieden, ohne ihm böse zu sein. Dann ist man in dieser Hinsicht einfach nicht füreinander gemacht.
 
G

Gast

  • #35
So werde ich bei der zartesten Berührung bereits wild erregt, und ein Mann, der bisher Frauen gewöhnt war, die man ein bisschen fester rubbeln muss, dass sie überhaupt Lust bekommen, tötet mit solchen Handgriffen die Leidenschaft in mir ab.
Das ist ja nun auch wieder eine Bewertung, die gar nicht stimmt. Bei "Härte" werden die wenigsten an physische Reizschwellen denken. Jemand, der es gerne härter mag, kann natürlich sehr wohl durch zarte Berührungen erregt werden. Die Psyche ist das Entscheidende. Selbst im SM-Bereich kann es zarte Berührungen oder nur Andeutungen von Berührungen geben. Ich denke bei Härte eher an das, was sich in der Psyche abspielt. Und da finde ich kuscheliges "Wir haben und ja so lieb" auf Dauer einseitig.
 
G

Gast

  • #36
Nach meiner Erfahrung gibt es auch "Mischtypen". Ich denke mal OV ist heutzutage normal. Es gibt kaum Männer oder Frauen, die das nicht praktizieren.

Weiter oben steht, dass OV nicht zum Blümchensex gehört...Allerdings Härte, Knifen und Klapse....Angeblich machen Klapse auf den Po viele Frauen an. Mußte ich mir auch schon von Männern sagen lassen. Mich turnt das sowas von ab. Kneifen ebenfalls. Solche Vorlieben merkt man aber ja meist schon rechtzeitig vorher....Etwas fester zupacken? Gerne!
 
G

Gast

  • #37
Das ist ja nun auch wieder eine Bewertung, die gar nicht stimmt. Bei "Härte" werden die wenigsten an physische Reizschwellen denken. Jemand, der es gerne härter mag, kann natürlich sehr wohl durch zarte Berührungen erregt werden.
Nun ja, ganz ohne Bewertung geht es wohl nicht. Sonst wären wir ja keine Individuen mehr, sondern alle gleich programmierte Maschinchen und hätten diese Probleme, welche Art von Sex nun gut und richtig ist, nicht.

Und ja, mein "Mann" darf mich auch mal packen und aus dem Stand heraus nehmen.
Mir persönlich kommt es mehr darauf an, dass er ein Gespür für Stimmungen hat - ist eher Kuschelstunde angesagt, wird es ein mehrstündiger heisser Porno oder alles, was an Nuancen noch so möglich ist ;-)
 
G

Gast

  • #38
Blümchensex ist zärtlich, liebevoll und Ausdruck von Nähe.
So und NUR so möchte ich mit meinem Mann schlafen.

In der BDSM-Szene gibt es einen weiteren Begriff, der eher auf das paßt, was hier einige unter Blümchensex verstehen: Stino-Sex ( = stinknormal ). Stino ist in diesen Kreisen die Bezeichnung für die anderen, die 'normalen' und ist durchaus abfällig gemeint.
Stinosex kann hart sein und in allen möglichen Varianten vollzogen werden, aber eben ohne Gewalt. Die Grenzen sind dann wohl fließend.
 
G

Gast

  • #39
Blümchensex ist zärtlich, liebevoll und Ausdruck von Nähe.
So und NUR so möchte ich mit meinem Mann schlafen.
Für DICH ist es ein Ausdruck von Nähe, nicht generell. Auch dominiert zu werden oder sich unterzuordnen signalisiert Nähe.

Stinosex kann hart sein und in allen möglichen Varianten vollzogen werden, aber eben ohne Gewalt. Die Grenzen sind dann wohl fließend.
Natürlich, die Grenzen sind immer fließend. Allerdings frage ich mich, ob BDSM immer mit Gewalt verbunden ist. Fesseln bspw. kann auch ohne Gewalt erfolgen.
Nach dieser "Einteilung" in BDSM, Stino- und Blümchensex, ist Blümchensex wohl dann noch weicher als die "Stino"-Varianten.
 
G

Gast

  • #40
Liebe(r) FS

Der Begriff ist despektierlich gemeint und kommt von denen, die ihn jedenfalls
nicht praktizieren, entweder weil zu langweilig oder weil nicht zeitgeistig genug.
Man kann damit Leute herabsetzen, die an Missionarsstellung festhalten.
Allerdings ist es ein Begriff, der alles bezeichnet was gerade als abgestanden,
unhip, bieder, konservativ, "normorientiert" usw. angesehen wird. Blümchensex
war in Bravo normal und in der Bild. Kitschige Jungmädchenphantasien von der
First Love sind auch verschiedentlich damit in Verbindung gebracht worden.
Das ganze war ein Neuaufguss viktorianischer Verklemmtheit in Fotobüchern.
Heute gilt geiler Sex wohl als neue Norm und Blümchensex als Ladenhüter.
 
G

Gast

  • #41
13 Jahre in einer festen Beziehung und noch nicht ein mal Missionarsstellung den das war das erste was sie mir sagte wie bei uns das knutschen häftiger wurde "ich mache vieles mit aber versuche es nie in der Missionarsstellung denn die finde ich einfach nur doof und langweilig"
Ich war ein wenig Iretiert aber gut meine Liblingsstellung war das auch nie und ich vermisse sie auch nicht.
Wir mögen es halt lieber etwas ausgefallener und keine Blümchen Sex!
M53
 
G

Gast

  • #42
Ich möchte hier nochmal den Gedanken von #38 aufgreifen: Viele, die Bondage passiv erleben, beschreiben es wie eine große Umarmung, am ganzen Körper liebkost zu werden. Und man kann das ganze auch in eine Art durchführen, die zärtlicher und intensiver ist als vieles, was "Blümchensex"paare miteinander anstellen, ohne dass es zu irgend welchen Schmerzen kommt.

Ich würde es also nicht an der Zärtlichkeit festmachen. Und auch nicht unbedingt an der Geschwindigkeit. Auch nicht allein an der Stellung. Aber vielleicht an der Kombination aus allem, und aus dem mangelnden Wunsch, einen dieser Parameter zu variieren.