• #1

Was tun wenn "sie" sich aufdrängt, ohne "ihn" zu wollen?

Hallo Community.

Mein Fall liegt wie folgt:

Meine Kollegin (34) und ich (m, 44) arbeiten seit knapp zehn Jahren in verschiedenen Abteilungen. Wir hatten bisher sehr wenig miteinander zu tun, und fanden uns immer alles andere als positiv. Seit Mitte Januar sind wir im selben Büro und sitzen uns auf etwa 5-6 Meter Entfernung gegenüber. Wir haben festgestellt, dass wir uns in vielem extrem ähnlich sind und wohl wegen der "unbewussten Spiegelung" bisher so seltsam fanden.

Wir fingen aus einer tiefgreifenden Sympathie und gefühlt einer Million Gemeinsamkeiten heraus an, in freien Minuten Mails zu schreiben und wurden äusserst persönlich. Nicht in sexueller Hinsicht sondern hinsichtlich "dem anderen fast alles von sich preisgeben". Dazu wurde viel gelacht, (harmloser) Körperkontakt hergestellt und eine sehr intensive "2-Personen-Atmosphäre" entwickelt.

Der Haken: Sie hat seit 2014 einen Partner gefunden, der zwar nicht ihr Traummann ist, aber nun zufriedenstellend den Platz an ihrer Seite einnimmt. Und Ende 2015 wurde ein Haus gekauft, auch wenn die Kinderplanung noch nicht recht funktionieren will.

Ich habe meine Kollegin in den letzten Tagen vermehrt auf Abstand zu halten versucht, um keine weiteren Gefühle zu entwickeln. Das gelang nicht gut, da sie selbst auf ausbleibende Mails bzw. Ansprache hin immer wieder die Initiative ergreift. Private Einladungen werden dagegenmit "klar, irgendwann gehen wir mal was trinken, ich muss erstmal umziehen" abgelehnt. Also zog ich kürzlich die Reissleine und bat sie im Sinne von "ich kann dich nicht mehr nur als geschlechtsneutrale Person sehen" freundlich darum, unser Miteinander komplett professionell und sachlich werden zu lassen.

Nun ignoriert sie diese Bitte weitgehend und argumentiert, dass sie in ihrer letzten Abteilung ein Opfer von Ablehnung und Mobbing war und sich so sehr über das neue Arbeitsklima und mich als Kollegen gefreut hat. Ausserdem könne es doch eh nicht sein, dass ich an ihr interessiert sei, wo wir doch Kollegen sind. Ich solle mich "wieder einkriegen". Und sie schreibt mir weiterhin diverse Mails in freien Minuten und grinst mich freundlich an, auch wenn ich es nicht tue.

Was soll das? Wie würdet Ihr Euch in meiner Situation verhalten? Einfach freundlich aber sachlich mit ihren Privatbelangen vor die Wand laufen lassen, bis sie die Lust verliert? Oder unaufdringlich bzw. unverfänglich offensiv weiter baggern, bis sie irgendwann mal einsieht, dass wir nie "Kumpels" sein können? Oder sonst?
 
  • #2
Was soll das? Wie würdet Ihr Euch in meiner Situation verhalten? Einfach freundlich aber sachlich mit ihren Privatbelangen vor die Wand laufen lassen, bis sie die Lust verliert? Oder unaufdringlich bzw. unverfänglich offensiv weiter baggern, bis sie irgendwann mal einsieht, dass wir nie "Kumpels" sein können? Oder sonst?
Also was jetzt? Du baggerst sie bisher offensiv an?
Das ist wirklich Kindertheater. Wenn du den Kontakt auf professionell umstellen willst, dann mach das eben einfach, dazu brauchst du ja nicht ihre Zustimmung, du mußt nur nicht weiter einsteigen auf ihre Kommunikation.
Die Alternative ist, es bis auf eine Affäre ankommen zu lassen, damit sie Ruhe gibt, oder versteh ich da irgendwas falsch?
Euer Arbeitgeber möcht ich nicht sein, der bekommt für sein Geld ja nicht grade ein professionelles Verhalten und eine entsprechende Gegenleistung.
 
  • #3
Das Problem ist doch was sie will.

1) sie hat Mobbing Erfahrungen und ist nun zufrieden mit der Arbeit mit Dir.

2) sie hat Kinderwunsch mit jemand mit dem sie ein Haus gekauft hat und der nicht ihr Traummann ist

3) sie will mit Dir rumalbern und weiß nicht was sie will - ggf. fremd gehen? Dich als Partner?

Wenn nicht klar ist was sie will hängst Du in der Luft, weil Du nicht drauf reagieren kannst. Du kannst nun an der Situation mit ihr nichts ändern und die Abteilung nicht wechseln ... dann hängst dauerhaft in der Luft.

Besser ist es Klarheit zu schaffen - schau dich nach einer anderen Position um, dann muß sie entweder klar sagen was sie will oder es passiert nichts.
 
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  • #4
Dein Fehler!

Du hast nicht nur zugelassen sondern warst auch aktiv daran beteiligt, daß die Grenze des "komplett professionellen und sachlichen Miteinander" überschritten wurde.

Mit Deinem Versuch, die Zahnpasta wieder zurück in die Tube zu befördern, läufst Du Gefahr Dich vor Deiner Kollegin und ebenso bei Deinen Kollegen (denen das besondere "Arbeitsverhältnis" sicher nicht unbemerkt geblieben ist) lächerlich zu machen.

An Deiner Stelle würde ich versuchen mich versetzten zu lassen oder zur Not den Arbeitsplatz zu wechseln. Karriereförderlich - wenn Du eine solche anstrebst - wird sich dieser Zustand nicht auswirken.

Ich kann nur immer wieder davor warnen, am Arbeitsplatz amouröse Abenteuer zu starten und einzugehen - es sei denn man(n) ist unkündbarer Beamter.
 
  • #5
Friendzone-Parkerinnen sieze ich einfach immer, das klappt. Platonische Hetero-Freundschaften reichen in keiner Hinsicht an meine männlichen Freunde heran und interessieren mich daher eh nicht. Ulkig auch die Schutzbehauptung der Frau, dass es ja auf der Arbeit ist - dem statistisch viertbestem Partnermarkt.
 
  • #6
Ok, sie wurde mal gemobbt.
Jetzt freut sie sich über einen Kollegen, mit dem sie sich nett austauschen kann. Mehr will sie nicht, das hat sie sehr deutlich gemacht. Und sie flirtet nicht mit dir, sie will ja nicht mal was mit dir trinken gehen, denn damit würdet ihr eine Grenze übersteigen. Das will sie nicht und das ehrt sie.
Ihr seid Kollegen, mehr nicht, das macht sie deutlich.
( die Übersetzung ihrer Antwort auf den Kneipenbesuch kennst du zum Glück ).

Woher weißt du, dass ihre Beziehung nicht glücklich ist ?
Sie hat gemeinsam mit dem Mann ein Haus gekauft und will mit ihm Kinder haben.
Würdest du denn mit ihr Kinder haben wollen ?
In deinem Alter nicht gerade wahrscheinlich, nicht ?

Wie geht es jetzt weiter ?
Offenbar hat sie nicht verstanden, wie verletzt du bist ( oder sie ist eine Sadistin und weidet sich an deinem Leiden ).
Vielleicht sagst du es ihr nochmal deutlich ( 'hör mal, ich habe mich in dich verliebt. Ich weiß, dass du nichts von mir willst. Daher bitte ich dich, unseren freundschaftlichen Kontakt komplett einzustellen, weil es mir weh tut, wenn du nett zu mir bist und ich mir dann immer Hoffnungen machen muss' ) Wenn sie kein kompletter Ignorant ist, wird sie das verstehen und akzeptieren.
Obwohl das wiederum ihr wehtun wird, denn sie hatte ja gehofft, einen Kumpel gefunden zu haben und nun ist sie in der Firma wieder allein.

w 48
 
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  • #7
Ich kann Dir nachfühlen, ich kenne ein ähnliches Problem, ohne allerdings jemals irgendwas zur Sprache gebracht zu haben. Die Gleichheit zu meinem Erlebnis besteht darin, dass eine gebundene Person so nah auf Tuchfühlung gehen kann, wie sie will, wenn aus irgendwelchen Gründen klar ist, dass der andere die Grenze wahren will (Respekt vor der Beziehung, Chefsperson, Kunde, ...). Die gebundene Person hat ja keine Probleme mit Gefühlen, weil sie diesen Aspekt ihres Lebens nicht verändern will/kann.
Deswegen kriegst Du ein "krieg dich mal wieder ein" und "es ist doch klar, dass zwischen uns nichts läuft".

Die Frau war anscheinend noch nie verliebt und ordnet Gefühle der Zweckmäßigkeit unter, sonst wüsste sie, dass man als Person, in die sich verliebt wurde, auch was dazu tun kann, dass der andere nicht leidet, und käme nicht mit solch verkopftem Kram. (Ich gehe davon aus, Du bist Single)
Aber das ist nun tatsächlich Deine Sache, damit allein fertig zu werden, dh. unabhängig von ihrem Verhalten.
Einfach freundlich aber sachlich mit ihren Privatbelangen vor die Wand laufen lassen, bis sie die Lust verliert?
Wäre mein Rat. Sei freundlich und halte sie auf Abstand. Ich verstehe sowieso nicht, warum man mit Kollegen Privatangelegenheiten austauscht, das sind doch keine Freunde.

Das Weiterbaggern würde mich nur frustrieren, weil man ja doch gern Erfolg hätte mit Avancen und sie vielleicht hoffnungmachend wirken könnte. Ist auch unerwachsen. Die Frau hat einen Partner, der ihr reicht, Haus ist gekauft, Kinder in Planung. Außerdem ist sie recht ignorant, egoistisch und unsensibel (nur mal so erwähnt wegen Verlieben).

Reagiere auf Persönliches einfach nicht mehr, aber sei ansonsten freundlich. Das finde ich schwer genug.
 
  • #8
Eine neue Position suchen oder ähnliches, ist in unserem beruflichen Umfeld nicht nötig. Es ist alles sehr locker und wenig reglementiert, auch übliche "NoGos" oder "Must Haves" sind bei uns grösstenteils irrelevant. Zwischenmenschliche Konflikte werden zwischenmenschlich gelöst, nicht etwa Kantinengespräch oder Chefsache (krasse Probleme mal aussen vor gelassen).

Gegen Kinder hätte ich trotz meines methusalemischen Alters (...) nichts, das weiss sie auch. Aber das ist sicher auch nicht das, was sie von mir will. Mit 34 macht es dann doch langsam "tick tack" bei den meisten Damen, die Kinder haben wollen, also da kann sie sich eigentlich eh kaum noch einen Partnerwechsel leisten.

Eine Affäre will sie sicher auch nicht, sonst wäre die Einladung zum Ausgehen wohl recht kurzfristig angenommen worden.

Wir haben nun ein paar Tage vor uns, während der wir teilweise allein im Büro sein werden. Ich denke ich werde wohl einfach versuchen, möglichst wenig auf mögliche "Freundschafts-Mails" etc. einzugehen. Zum Glück spielt sie diese Schiene fast ausschliesslich schriftlich und zwängt mir die Angelegenheit nicht etwa offenkundig auf, auch nicht wenn wir mal kurz allein sind. Gleichzeitig hat diese "Tour" natürlich ihren Teil zur gefühlten 2-Personen-Atmosphäre beigetragen.
 
  • #9
Meine Güte, FS, ihr habt ein bisschen geflirtet und euch befreundet, aber mehr ist doch da nicht gelaufen. Dass sie nicht mehr von dir will, hat sie fairerweise von Anfang an klar gemacht - sie hat sich nie privat mit dir getroffen und du weißt, dass sie einen Partner mit gemeinsamem Haus und Kinderplanung hat. Sie hat dir doch nie wirklich Hoffnungen gemacht.
Deshalb, krieg' dich mal wieder ein! Genieße euer angenehmes, meinetwegen auch leicht flirtiges, Kollegenverhältnis doch einfach, genau, wie sie es tut!
Ich finde so ein Verhältnis, in dem man sich gegenseitig sehr mag, sich auch als Mann /Frau gegenseitig subtil bestätigt, natürlich NICHTS miteinander anfängt, aber phantasieren kann, dass sich mehr entwickeln würde, wäre nicht einer (oder beide) vergeben, richtig toll. Es muss doch nicht alles immer durchgezogen werden! Zwischen dem einen Pol (rein professionellem Kontakt) und dem anderen Pol (Affäre, Beziehung) gibt es doch eine ganze Bandbreite von angenehmen Möglichkeiten des Miteinanders. Ich werde nie verstehen, warum Männer meistens nur "alles oder nichts" wollen (wobei "alles" ja für die meisten Männer synonym mit "Sex" ist)! Das ist so langweilig!

w50
 
  • #10
Lieber FS,
du bist an der Situation nicht unschuldig, darüber bist du dir im Klaren, oder? Und im Grunde genommen möchtest du auch nicht, dass sie aufhört, sondern ihren Partner verlässt (oder ihn betrügt) und sich mit dir einlässt.

Weil das offensichtlich nicht passieren wird, gibst du ihr nun die Schuld an der Situation, die ihr beide gemeinsam geschaffen habt.

Warum ignorierst du nicht einfach ihre mails? Irgendwann wird sie damit aufhören. Aber das möchtest du doch gar nicht.... oder? Du scheinst immer noch zu hoffen.
 
  • #11
Ich hab auch den Eindruck, dass du da irgendwas missverstanden hast, lieber FS. Die Frau ist froh, endlich einen netten Kollegen zu haben, mehr nicht. Manche Leute plaudern halt am Arbeitsplatz auch mal was privates, sie wird sich von dir ermuntert gefühlt haben, weil du ihr -im Gegensatz zur vorigen Abteilung- ein sehr ungezwungenes und komfortables Umfeld geschaffen hast. Auch irgendwie nett von dir.
Aufgrund all der anderen Informationen, die du hier über sie gibst, denke ich, sie will nichts von dir und wollte nie was. Ich würde in dieser Situation auch nicht auf die Idee kommen, dass sich mein Kollege in mich verknallt, nur weil ich mal ein paar Privatsachen in entspannter Atmosphäre mit ihm plaudere und ein wenig schäkere.

Mach da jetzt kein Drama draus, entspann dich. Man kann auch ohne mit einer Frau was anzufangen nett mit ihr plaudern und weiterhin eine vertrauensvolle, kollegiale Umgangsweise mit ihr pflegen. Da hängt ja nun auch nicht deine Niere dran.
 
D

Dagobert

  • #12
Hallo Community.
Also zog ich kürzlich die Reissleine und bat sie im Sinne von "ich kann dich nicht mehr nur als geschlechtsneutrale Person sehen" freundlich darum, unser Miteinander komplett professionell und sachlich werden zu lassen.
Diesen Satz verstehe ich nicht. Hast Du ihr das so gesagt oder es nur gedacht? Oder halb gesagt und halb gedacht? Was heißt "... im Sinne von ...?"

Sage ihr doch einfach "Du gefällst mir sehr gut und wenn wir weiter so machen, täte ich mehr von Dir wollen. Weil Du einen Freund hast, geht das nicht. Halten wir also bitte etwas Abstand ein". Vielleicht sagt sie dann "Na hallo, ich wollte es eh nie anders". Diese Antwort solltest Du riskieren. Hörst Du "riskieren !".

Wäre sie Dir böse, wenn Du Klartext sprächest? Ich denke, dass die Damen dem hier widersprechen würden.
 
  • #13
Lieber FS,
die Alternative zu "Mobbing" am Arbeitsplatz ist eigentlich nicht superpersönliches, in jeder freien-Minute-dem-Kollegen-Mailen. Nachdem sie deine Bitte ignoriert hat, würde ich an deiner Stelle vorsichtig werden. Letztlich geht es ihr um den eigenen Spaß mit dir, wo du emotional bleibst, ist zweitrangig. Das du auf sie stehst, ist ihr schon lange klar - zumindest vermute ich das aus Frauenperspektive: Ein Mann öffnet sich mehr und mehr ... nun, da wird er wohl Feuer gefangen haben.

Sie hält dich auf sicherem Abstand und fordert trotzdem bereits weit aus mehr, als unter Kollegen üblich ist. Ganz heikle Kiste. Was ist, wenn sie wieder zum "Opfer von Ablehnung" wird, diesmal durch dich?
Mit der Offenlegung deiner Gefühle ihr gegenüber könntest du aus einer Situation aussteigen, die momentan die Möglichkeit birgt, am Ende mit einer ego-gekränkten Frau im Büro zu sitzen ("er bricht den tollen Kontakt ab, na super, schon wieder ist jemand gemein zu mir").
Ihre Mobbing-Argumentation ist in meinen Augen derart naiv und unreif, dass ich dich nur warnen kann vor deiner grenzüberschreitenden Kollegin.
 
  • #14
ich kann dich nicht mehr nur als geschlechtsneutrale Person sehen"
Damit hast du ihr klar gemacht, dass du dich für sie interessierst. Wenn sie jetzt dennoch weitermacht, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Sie sie ist interessiert an dir, und traut sich aufgrund ihrer persönlichen Situation und eures Kollegenverhältnis nicht richtig - sehr unwahrscheinlich meiner Meinung nach.
2. Sie veräppelt dich nur, bzw. möchte ihr Ego mit dir pushen - realistischer.

Ich kann nur immer wieder davor warnen, am Arbeitsplatz amouröse Abenteuer zu starten und einzugehen - es sei denn man(n) ist unkündbarer Beamter.
Im Ernst? Schon mal was vom so genannten "Beamtenrecht" bzw. "Disziplinarrecht" gehört? Ein Sonderrecht, das nur für Personen des öffentlichen Dienstes gilt, und diese zusätzlich zum Strafrecht belangen kann? So etwas gibt es in der freien Wirtschaft nicht. Gerade als Beamter kann man sich da ziemlich in die Nesseln setzen, gerade in solchen Dingen!
 
G

Ga_ui

  • #15
Verstehe dein Problem nicht. Radikaler Kontaktabbruch zum Selbstschutz! Andere Leute versuchen immer das Beste von dir zu bekommen (Zeit, Aufmerksamkeit) ... Und nehmen sich das auch, was du ihnen anbietest.
Niemand schützt dich davor, wenn du es selber nicht schaffst

Wo zwei Personen zusammentreffen, ist es fast immer so, dass einer mehr möchte, wenn der andere sich kühl distanziert verhält.

Ihr aber die Schuld zu geben, ist sinnlos. Sie gibt doch nicht zu ihren Nachteilen die Chat-Freundschaft zu dir auf, wenn alles so gut läuft und es ihr den unliebsamen Büroalltag spannend macht?!

Gerade wenn man daheim einen Partner hat, ist man froh, wenn man auch mal rauskommt und mit anderen Menschen sich austauschen kann.

Ich sehe da null Chancen. Für eine Beziehung, muss man bei Null anfangen, beide müssen bereit sein und nicht einer irgendwie so halb in einer Beziehung oder anderen Plänen stecken. Es entstehen nur Dramen daraus.
Das ganze läuft erst seit Januar. Ihr kennt euch praktisch nicht. Danke irgendeiner höheren Obrigkeit dafür, dass noch nicht viel Zeit verstrichen ist und du dein Herz stark reingehängt hast. Noch kannst du es abhaken und dich emotional lösen.
 
  • #16
Sicher bin ich "ihr" nicht böse. Aus ihren Erzählungen sowie dem "Flurfunk" der letzten Jahre weiss ich, dass sie trotz durchaus erhöhter äusserlicher Attraktivität kein einfaches Leben hatte, was vorrangig familiär bedingt ist. Erzkatholische Familie, die schon seit 15 Jahren massiv auf Enkel und Urenkel drängt etc.

Da besteht also jetzt keinerlei Aggressionspotential meinerseits oder ähnliches. Ich mag sie, meistens mag ich sie sehr, und uns verbindet eine eklatant zu nennende Summe von beruflichen und privaten Gemeinsamkeiten etc. usw. pp.

Das wir uns überhaupt so nah gekommen sind, ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass wir nach 9,5 Jahren gegenseitiger Ablehnung als weitgehend Unbekannte plötzlich festgestellt haben, dass wir viele Jahre etwas bzw. jemanden verpasst haben. Ablehnung ist auch eine Form von Beziehung, möglicherweise wollten wir erst einmal alles über unseren langjährigen "Beziehungspartner" erfahren und unser wahres Gesicht zeigen, um den negativen Zustand zu beenden und zu entwerten.

Ebenso gut ist ein Ego-Push-"Vergehen" ihrerseits möglich. Viele ihrer Äusserungen waren wirklich sehr, sehr offensiv in ihrer Emotionalität. Da fielen Phrasen wie "Du hast heute aber gute Laune. Es macht mich glücklich, dich so glücklich zu sehen" oder "Was ist denn los? Du hast mich heute noch gar nicht angeschaut, dabei schaue ich schon die ganze Zeit immer mal rüber... zu dir...".

Was sicher ist: Sie wurde in ihrer alten Abteilung abgelehnt und verweilt auch aus Phasen ihrer Lebensgeschichte heraus grundsätzlich in einer defensiven bis abwehrenden Grundeinstellung. Ist dabei aber sehr charmant und reflektiert.

Heute schrieb sie mir "Ich habe heute das Parfum weggelassen, dass ich sonst trage. Du meintest ja am Freitag, dass der Duft allzu attraktiv für dich war...".
Bleibt zu hoffen, dass sie ab morgen auch den Normalisierungsprozess unterstützt, indem sie allzu "liebe" Mails nicht mehr versendet.

Ich halte Euch unterrichtet.
Bis dahin vielen Dank für den überraschend hohen Prozentsatz an konstruktiv gemeinten Reaktionen!
 
  • #17
Ich denke auch, man müsste erstmal sicherstellen, dass die Botschaft - dass der FS drauf und dran ist, sich zu verlieben und aus Selbstschutz keinen näheren Kontakt mehr wünscht - bei der Frau unmissverständlich ankommt.

Hat sie das begriffen, wird sie ihn hoffentlich in Ruhe lassen, wenn sie nur einen Funken Empathie besitzt. Dass sie im Büro einen schweren Stand hat, ist ihr Problem! Wenn sie Verbündete braucht, sollte sie sich dafür nicht ausgerechnet einen verliebten Mann aussuchen, das wäre unfair - wenn auch aus ihrer Perspektive sicher verführerisch.

Aber vielleicht geht es ihr auch gar nicht nur um einen Verbündeten/Freund am Arbeitsplatz. Vielleicht genießt sie es, von ihm als Frau begehrt zu werden.. Mir drängt sich beim Lesen dieses Threads leider ein ganz bestimmtes Bild von dieser Frau auf. Sie ist also Mitte 30, hat einen Kinderwunsch und auch den passenden Mann dazu, der aber nicht ihr Traumparter ist .... aha. Vermutlich ist der Mann anständig und zuverlässig, aber ein bisschen langweilig. Das wäre ja wohl der Klassiker.

Welche Rolle will sie in diesem Spiel wohl dem FS zuweisen?

Ich finde so ein Verhältnis, in dem man sich gegenseitig sehr mag, sich auch als Mann /Frau gegenseitig subtil bestätigt, natürlich NICHTS miteinander anfängt, aber phantasieren kann, dass sich mehr entwickeln würde, wäre nicht einer (oder beide) vergeben, richtig toll.
Ja, für einen beziehungstechnisch gut versorgten, nur etwas gelangweilten Menschen ist es sicher toll, ein bisschen Bestätigung als nettes Bonbon nebenher mitzunehmen. Man könnte aus dieser privilegierten Lage heraus aber auch mal daran denken, dass ein Single die Sache womöglich ganz anders sieht; sprich, sich ernsthafte Hoffnungen macht. Ganz zu schweigen davon, dass solche "was wäre wenn"-Fantasien von wenig echter Liebe zum Partner zeugen.

Vergebene Menschen, die Singles für ein bisschen Ego-Push nebenher benutzen, hab ich echt gefressen. Gern wird dann noch darüber gejammert, dass die feste Beziehung ja so "eingeschlafen" ist ... aber was dran ändern? Kommt natürlich nicht in Frage. Das wäre ja unbequem. Und der Partner wird ja auch noch dringend gebraucht - als gutmütiger Trottel, der die Erfüllung der eigenen Lebensträume garantieren soll.
 
  • #18
Bleibt zu hoffen, dass sie ab morgen auch den Normalisierungsprozess unterstützt, indem sie allzu "liebe" Mails nicht mehr versendet.
Na komm jetzt! Du bist 10 Jahre älter, aber ihr völlig ausgeliefert und selbst nicht handlungsfähig?
Das ist eine ganz billige Büro-Flirt-Nummer von ihrer Seite, für sie ist das ein harmloser Spass. Ich finde es zwar niveaulos und für die anderen Unbeteiligten, die das mitansehen müssen, auch ziemlich peinlich und unangenehm, aber bitte.
Du bist erwachsen und kannst Dinge in deinem Leben gestalten, ist dir schon klar, oder? Stelle es von deiner Seite ab und hoffe dann nicht so hilflos auf ihr Gutdünken, das ist ja fürchterlich!!
 
  • #19
Sie genießt es eindeutig sehr mit dir zu flirten. Sie sagt ja, dass ihr Partner zu Hause nicht ihr Traummann sei, sondern eher Note 3. Die Anerkennung als Frau und das Begehrt werden holt sie sich von dir. Dabei reichen ihr aber eure gegenseitigen tiefen Blicke, euer sehr privater Mailaustausch, eure Flirts. Das, gepaart mit der Sicherheit, die ihr ihr Partner gibt, macht sie vermutlich zufrieden. Mehr scheint sie nicht zu brauchen.
Ich finde, du wirst genau dafür ausgenutzt. Sicherlich mag sie dich sehr, sonst würde sie dir nicht so viel von sich erzählen; sicherlich findet sie dich sehr attraktiv, sonst würde sie nicht so mit dir flirten. Aber du entwickelst Gefühle für sie, was sie sozusagen in Kauf nimmt, um ihr Ego zu pushen. Schlimmer, sie wertet sie auch noch ab, indem du dich nicht wieder einkriegen sollst.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder nimmst du das ganze auch für dich als Egopush oder, wenn du anfängst zu leiden und dir mehr zu erhoffen, du beendest es konsequent.

W 38
 
  • #20
Zu meinem letzten Post gestehe ich gerne ein, daß ich ich in der Beamtenwelt nicht auskenne. Dennoch kann ich mir kaum vorstellen, daß Liebeleien / Affären / Beziehungsbildung etc. von "Beamtenrecht" und / oder "Disziplinarrecht" bedroht sind. Ebenso pflege ich das Vorurteil, daß solche Dinge im Beamtenbereich wesentlich lockerer gehandhabt und akzeptiert wird - lasse mich aber gerne belehren.

Für Wirtschaftsunternehmen, die erfolgs- und gewinnorientiert sind, gelten für die Hierarchiestufen ab dem mittleren Management wesentlich "schärfere" ungeschriebene Gesetze. Der Arbeitgeber erwartet von seinen Angestellten professionelles und ergebnisorientiertes Verhalten, dafür werden sie bezahlt - wie @Lily321 in ihrem letzten Absatz sehr richtig angemerkt hat.

Die größte Sorge eines Arbeitgebers ist, daß im schlimmsten Fall zwei kostspielig eingearbeitete Mitarbeiter das Unternehmen verlassen (müssen), weil ihre gescheiterte Beziehung ihre Arbeitsleistung und das Betriebsklima belasten - und daher die Plätze wiederum kostspielig neu besetzt werden müssen. Von daher werden in der freien Wirtschaft solche Vorgänge sehr ungern gesehen. Gibt es hier für diese Fälle nicht schon genug Beiträge zum Thema "Stress am Arbeitsplatz mit Ex-Partner"?

@Thorin, ich wollte keine Spitze gegen das Beamtentum setzten - aber erlaube mir anzumerken, daß ein Knick im Lebenslauf durch verfehlte "hormonelle Beeinflußung" im Angestelltenverhältnis wesentlich existentiellere Folgen haben kann(!).
 
  • #21
Sicher bin ich "ihr" nicht böse. Aus ihren Erzählungen sowie dem "Flurfunk" der letzten Jahre weiss ich, dass sie trotz durchaus erhöhter äusserlicher Attraktivität kein einfaches Leben hatte, was vorrangig familiär bedingt ist. Erzkatholische Familie, die schon seit 15 Jahren massiv auf Enkel und Urenkel drängt etc.
und

Was sicher ist: Sie wurde in ihrer alten Abteilung abgelehnt und verweilt auch aus Phasen ihrer Lebensgeschichte heraus grundsätzlich in einer defensiven bis abwehrenden Grundeinstellung. Ist dabei aber sehr charmant und reflektiert.
Sie hat das Problem, daß ihr Leben ihr privat wie beruflich von außen aufgedrängt wurde. Jetzt ist es so, daß sie jedenfalls im job jedenfalls mit Dir gemocht wird - sie kommt an bei Dir und das macht sie auf der einen Seite unsicher (weil es eine ungewohnte Situation ist) auf der anderen Seite sagt sie "oh wie schön - weiter so."

Wenn Du ihr im job da raushelfen willst, mußt ein System finden damit umzugehen und darfst die Abteilung nicht wechseln.

Privat ist das Muster genau das Gleiche. In einer Erzkatholischen Familie läßt frau sich schwängern, aber nicht scheiden. Weißt Du denn sicher, daß ihr Mann nicht ihr Traummann ist ?

Sie kann nun im job aus ihren Zwängen ausbrechen - aber sie bleibt privat im Gefängnis. Sinnigerweise ist es so, daß Du ihr im job wie privat zum Ausbruch verhelfen könntest.

Wichtig ist aber - und da würd ich ansetzen - daß Du ihr klar machst, daß sie selbst intelligent und gebildet genug ist, einzufordern, daß die Welt sich nach ihr richtet und nicht immer nur sie nach der Welt. Das bedeutet, daß sie abstrakt und generell erst einmal für sich definieren muß, was ihr wichtig ist und sich dabei so weit es geht vom Alltag zu lösen hat (Mobbing, wo liegen ihre Schwächen, Stärken, ihr Mann, das Haus, die Familie).

Wenn sie dann weiß was sie will, wird sie Wege finden, einzufordern, daß sich die Welt ein Stück nach ihr richtet, zumal ein Mensch dauerhaft um so glücklicher ist, je mehr er sich von Umständen trennt, die ihn belasten - doch braucht es gerade Stärke für sie, sich von ihrem Mann zu trennen so sie das denn will.
 
  • #22
Im Endeffekt ist das schlimmste für mein eigenes Ego die Tatsache, dass ich hier einen Kontrollverlust zugelassen habe.

Mein Beziehungswunsch wurde durch zuckersüsses, äusserst feminines Auftreten und dabei gleichzeitig kumpelhaft-geduldig-verständnisvolle Kommunikation geweckt und instrumentalisiert, egal ob bewusst oder unbewusst, egal ob mit oder ohne "böse" Absicht.

Meine Aufgabe ist es nun, mir unverzüglich - ein Freund nannte es gestern "mir meine Eier zurückzuholen".

Bisher haben wir heute nun noch kein überflüssiges Wort gewechselt, und Mails sind auch ausgeblieben. Die Kollegin schaut öfters mal über den Bildschirmrand und sucht Blickkontakt, bisher hat sie den jedoch nicht bekommen. So soll es bleiben, bis die "Paarungshormone" meinen Körper verlassen haben und ich sie wieder so anschauen kann wie meine männlichen Kollegen.
 
L

luci-le

  • #23
Ja, für einen beziehungstechnisch gut versorgten, nur etwas gelangweilten Menschen ist es sicher toll, ein bisschen Bestätigung als nettes Bonbon nebenher mitzunehmen. Man könnte aus dieser privilegierten Lage heraus aber auch mal daran denken, dass ein Single die Sache womöglich ganz anders sieht; sprich, sich ernsthafte Hoffnungen macht. Ganz zu schweigen davon, dass solche "was wäre wenn"-Fantasien von wenig echter Liebe zum Partner zeugen.

Vergebene Menschen, die Singles für ein bisschen Ego-Push nebenher benutzen, hab ich echt gefressen. Gern wird dann noch darüber gejammert, dass die feste Beziehung ja so "eingeschlafen" ist ... aber was dran ändern? Kommt natürlich nicht in Frage. Das wäre ja unbequem. Und der Partner wird ja auch noch dringend gebraucht - als gutmütiger Trottel, der die Erfüllung der eigenen Lebensträume garantieren soll.
Also bitte, der FS ist erstens 10 Jahre älter und zweitens kein hilfloser Jüngling, sondern ein gestandener Mittvierziger-Mann. Sie hat ihm von Anfang an gesagt, dass sie nichts von ihm will, keine Treffen, etc, also von Spielen und Hinhalten kann keine Rede sein. Sie war diszanzlos, er hat mitgemacht, wo sich daraus ein "Anspruch" auf sexuelle Kontakte mit der Frau von Seiten des Mannes ergeben soll, muss erst noch mal schlüssig definiert werden. Mir würde es eher zu denken geben, wenn ein Mittvieriger, egal ob männlich oder weiblich bei so ein bisschen beiderseitig distanzlosen Gesprächen kein deutlich gesprochenes "Nein" verstehen kann und über ein bisschen Geschäkere gleich so den Kopf verliert. Der Mensch ist in dem Alter doch nicht gegenüber allem und jedem (Gutaussehenden) ein hilfloses Opfer seiner Gefühle (Triebe), bitte ein bisschen mehr Abgeklärtheit und Vernunft.
 
  • #24
Wie schon andere hier finde ich, dass Du ausgenutzt wirst, und wenn Du Dir ansiehst, was für eine Beziehung sie lebt, dann passt das zu ihrem Charakter, dass sie mit Gefühlen nicht umgehen kann.

Ich finde so ein Verhältnis, in dem man sich gegenseitig sehr mag, sich auch als Mann /Frau gegenseitig subtil bestätigt, natürlich NICHTS miteinander anfängt, aber phantasieren kann, dass sich mehr entwickeln würde, wäre nicht einer (oder beide) vergeben, richtig toll.
Zu dem ersten Teil könnte ich noch zustimmen - man findet sich nett und macht sich ein charmantes Kompliment hin und wieder. Aber das letzte, also dass man phantasiert, dass sich mehr entwickeln könnte, erzeugt bei mir ehrlich gesagt Übelkeit. Wäre mein Partner so, könnte er gern gehen und ausprobieren, was wäre wenn. Bin ich Single und ein vergebener Mann testet mich aus, spielt er mit meinen Gefühlen, wenn er schon so weit ist, dass er Phantasien hat und dementsprechend mit mir umgeht.
Was sind das für Beziehungen, wo der Partner einem keine Bestätigung gibt? Mein Ex hat mir 9 Jahre das Gefühl gegeben, ich sei die Traumfrau für ihn. Wenn der sich zwischendurch was mit ner anderen vorstellen hätte können, hätte er Schluss gemacht, weil er gemerkt hätte, dass unsere Beziehung nur noch eine Farce ist, und versucht, die andere Frau für sich zu gewinnen. Diese Versorgerbeziehungen, bei denen zwei Menschen noch zusammen sind, obwohl sie einander Drittwahl geworden sind oder von Anfang an waren, finde ich bedrückend. Das Phantasieren können von mir aus gern beiderseitig gebundene Menschen machen, weil sie den Zustand kennen, dass man in einer abgelebten Beziehung bleiben MUSS, aber gern von anderen träumt, aber einem verliebten Single gegenüber finde ich das einfach nur unfair. DER führt ja nicht so eine Sicherheitsbeziehung, sondern hat alle Möglichkeiten, eine Beziehung mit Traumpartner zu starten. (Wobei die gebundenen Flirter für mich keine Traumpartner wären, die lassen ja die nächste Beziehung vermutlich auch einschlafen und träumen von jemand anderem.)

Die Frau flirtet sehr offensiv mit dem FS und ihre Art scheint mir manipulierend und fordernd. Viel Glück damit, dass sie begreift, dass zu einem guten Betriebsklima gehört, dass nicht nur das zählt, was sie will und braucht.
 
  • #25
Ich glaube nicht, dass sie sich aufdrängt. Die Art von Rumflakserei, wie ihr sie macht, hat sich mit der Zeit entwickelt, ohne dass etwas dahinter steckt; jedenfalls für sie nicht.

Ich hatte mal etwas Ähnliches erlebt:
Ich hatte auch einen Kollegen, mit dem ich eine sehr gute Projektarbeit machen konnte. Ich habe ihn sehr dafür geschätzt und der Ton zwischen uns war auch locker (aber nicht in Richtung sexuell). Ich fand, es war eine harmonische Zusammenarbeit (beide waren wir übrigens in festen Partnerschaften). Doch eines Tages bekam ich von ihm einen Brief, in dem er mir seine Liebe gestand. Ich fiel aus allen Wolken!
Danach war alles nicht mehr wie vorher. Natürlich traf ich ihn zu einer Aussprache (ich mag das wirklich nicht so, musste aber auf den Brief reagieren) und war sehr froh, dass ich bald darauf wegzog. Es war mir sehr unangenehm geworden; ich habe mich noch nicht mal mehr getraut, ihm beim Reden in die Augen zu schauen.

Wenn dir etwas an dieser netten Kollegin liegt, dann verabschiede dich innerlich von ihr. Sie zeigt dir doch, dass sie nichts will (sie trifft sich mit dir nicht ausserhalb des Büros). Sieh das doch einfach locker. Du hast bei ihr keine Chance (deshalb sprich sie auch nicht darauf an).

Und, wie viele hier schon sagen, kannst du doch auch das Gespräch lenken und bist nicht das arme Opfer, das heiß gemacht wird, obwohl es lieber alles kalt haben will.
 
M

Mio$Baby

  • #26
Prinzipiell sehe ich eine anbahnende Parnterschaft im Büro unter zwei Singles als problemlos. Hier ist der Sachverhalt jedoch komplett anders:
Diese Frau hat hat viele Probleme mit sich selbst und manipuliert dich raffiniert. Dass du dich ihr ausgeliefert vorkommst, glaube ich daher sofort. Sei dir bewusst, dass sie keinerlei Gefühle für dich hat, jedoch weiss, wie sie diese bei dir provozieren kann. Ganz wichtig: Lass dich ja nicht auf sie ein und distanziere dich auch kollegial komplett von ihr, sofort. Du riskierst sonst, dass sie dich wegen Belästigung anschwärzt. Ihre "Mobbingerfahrung" sollte dir eine grosse Warnung diesbezüglich sein. Sollte sie dich nicht in Ruhe lassen, erkundige dich, an welche Beratungsstelle du dich wenden kannst. Ich will dir keine Angst machen, aber das kann für dich als Mann böse enden. Leider gibt es solche Frauen.
 
  • #27
Lieber FS,
die Kollegin drängt sich Dir nicht auf, sondern Du hast Dich rasant in sie verguckt und die Atmosphäre aufgeheizt (ihr Parfüm macht sie zu attraktiv für Dich, sodass Du kaum an Dich halten kannst) - boah, was für ein Geschmalze.

Du bist 44 Jahre alt und gerätst innerhalb von noch nichtmal 4 Wochen mit einer deutlich jüngeren Kollegin in eine Situation, die Du nicht mehr beherrschst, phantasierst Dir Spiegelungstheorien zusammen, siehst Dich als hilfloses Opfer Deiner Triebe. Werd' doch einfach mal erwachsen im Schnellverfahren und krieg' Dich wieder ein. Lass' Dir zur Not ein anderes Büro zuweisen. Niemand wird sich darüber wundern, weil die Frau ja soziale Probleme hat, die man heutzutage gern Mobbing nennt.
Ich kenne aus meinen langjährigen Berufserfahrungen keinen einzigen Fall, in welchem ein vermeintliches Mobbingopfer tatsächlich Opfer war. Meistens gab es für die abweisenden Reaktionen der anderen einen für jeden klar erkennbaren Grund, der im vermeitlichen Opfer lag.
Einige ursächliche Themen schneidest Du hier schon an, die bei Euch auf Gegenseitigkeit trefften:
- wenig arbeiten, aber viel privates und auch intimstes Geschnatter
- Mißbrauch der zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel für das private Bespassungsprogramm (ihr wisst hoffentlich, dass Eure Mails nicht geheim sind)
- Nichteinhaltung von körperlichem Abstand (Gegrabbel auf der Arbeit kann blitzartig zu Deinem Lasten in sexuelle Belästigung umdefiniert werden, wenn Du nicht so spürst, wie sie es will)

Ihr scheint beide ganz erhebliche Probleme mit normaler Distanz zu haben, denn welcher psychisch gesunde Mensch, gerade mit vermeintlicher Mobbingerfahrung, kippt seine Emotionen binnen weniger Stunden und auch seine privatesten Erlebnisse ungefiltert über einen bis dato eher unbekannten Kollegen?
Ich glaube, mit Euch haben sich die beiden Richtigen gefunden und das Mobbing bestand nur darin, dass die anderen Kollegen mehr Abstand, weniger Intimitäten am Arbeitsplatz wünschten und sie das ignoriert hat, so wie jetzt auch Deinen Distanzwunsch, weil Du bei ihr nicht landen kannst.
Vermutlich wirst Du auch aufpassen müssen, dass Du kein Mobber wirst, wenn Du jetzt wieder Distanz herstellen willst.
Vor so einer Kollegin würde ich mich in Sicherheit bringen.
 
  • #28
Tja, also bis zur Mittagszeit hat sich die Kontakt"sperre" gut gemacht. Dann hatte sie ihre dringendsten Aufgaben (wir sind in der Just In Time-Logistik tätig) erledigt, die Halbtagskollegin ist gegangen, und da war ich dann wieder das Objekt ihres Mitteilungsbedürfnisses. Abwürgen war schlecht möglich, da wir nun allein waren und es keine ignorierbaren Mails gab sondern persönliche Ansprache. Und der kann man ja nun leider nicht wirklich ausweichen.

Die Themen waren nun etwas allgemeiner, aber vielleicht habe ich sie auch nur als allgemeiner bewertet, was "eine Besserung" bei mir bedeuten würde. Wenn ich die Dame gedanklich von meinem gefühlten Sockel geholt kriege und sie wieder realistisch betrachte (als normalen Menschen mit vielen Unperfektheiten), sollten sich meine emotionalen Anwandlungen recht schnell wieder abbiegen lassen.

Zu diesem Zweck baute ich heute spielerisch diverse kleine Respektlosigkeiten in die Gespräche ein (wie gesagt, der Umgangston bei uns ist generell äusserst locker), um mir selbst wieder klarzumachen, dass sie was von mir haben will und ursprünglich nicht ich von ihr. Es liegt an mir, ihr das nicht mehr ohne Gegenleistung, welcher Art auch immer, zu geben.
 
  • #29
Im Endeffekt ist das schlimmste für mein eigenes Ego die Tatsache, dass ich hier einen Kontrollverlust zugelassen habe.

Mein Beziehungswunsch wurde durch zuckersüsses, äusserst feminines Auftreten und dabei gleichzeitig kumpelhaft-geduldig-verständnisvolle Kommunikation geweckt und instrumentalisiert, egal ob bewusst oder unbewusst, egal ob mit oder ohne "böse" Absicht.

Meine Aufgabe ist es nun, mir unverzüglich - ein Freund nannte es gestern "mir meine Eier zurückzuholen".
Mag sein, dass diese Frau etwas zu kokett ist. Klare Worte sollten da helfen. Wo ist das Problem und wieso siehst du dich als Opferlamm?

Dass du der Frau aber tatsächlich ankreidest, dass sie dich in sich verliebt gemacht hat und ihr die Schuld für deinen Gefühlsstudel gibst, dass du es als peinlichen Kontrollverlust und Verletzung des Egos empfindest, wenn du dich verliebst, finde ich jedenfalls ausgesprochen bedenklich.