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  • #1

Was meint ihr ?

Ich hatte den Wunsch Medizin zu studieren. Ich habe diesen Wunsch beiseite gelassen als ich meinen Partner kennenlernte. Er war 16 Jahre älter als ich und wollte in einigen Jahren ( passiver Teil der Altersteilzeit ) in seine Heimat nach Italien. Er sprach von einer gemeinsamen Zukunft und einem Kind - ich über 30 habe mich für die Familie entschieden. Nun habe ich den Tritt bekommen. " In der Zukunft die ich mir vorstelle ist kein Platz für Dich". Jahre vorher: " Du brauchst keine Schule, Du hast jetzt mich". Über 40 und noch anfangen den Lebenstraum erfüllen, oder den Kaktus schlucken ?
 
  • #2
Was genau ist Deine Frage?

Ob Du mit 40 noch Medizin studieren sollst? Hm, das ist nicht nu ein schwieriges, langwieriges Studium, sondern vorrangig musst Du die Zeit ja auch finanzieren können. Wenn Du es nicht nötig hast zu arbeiten, weil der Mann für den Unterhalt noch gutn genug ist, dann kannst Du Dir selbstverständlich den Wunsch des Studiums erfüllen. Wenn Du dagegen arbeiten musst, um Dich zu versorgen, dann wird es wohl nichts werden. Genau daher meine Gegenfrage: Was genau ist die Frage hier?

Ich denke im übrigen, dass es DEINE Entscheidung war und nicht seine. Jeder muss sein eigenes Leben leben und seine eigenen Entscheidungen verantworten. Du kannst nicht die Schuld auf den Mann abwälzen.
 
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  • #3
Ich würde an deiner Stelle genau abwägen: Wie lange brauchst du für ein Medizinstudium? Wie alt bist du, wenn du fertig bist? Wie sehen dann die Chancen für eine Anstellung aus? Wie finanzierst du dich? Wenn du nebenher arbeiten musst oder dich um Kinder kümmerst, kannst du locker zehn Jahre für ein Medizinstudium brauchen.
Hast du mal alternativ überlegt, ob ein anderer medizinischer Beruf für dich in Frage kommt, bei dem die Ausbildung nicht so lange dauert? Z.B. Altenpfleger (werden händeringend gesucht) oder Logopäde oder ähnliches..?
 
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  • #4
Liebe FS.
Es tut weh, so etwas zu lesen. Wieder eine Frau, die wegen eines Mannes auf ihren Traum verzichtet hat. Ich sage meinen Abiturienten und Abiturientinnen immer wieder sehr eindringlich: Eure Ausbildung und eure berufliche Selbtstständigkeit sind das Wichtigste, worauf ihr euch konzentrieren sollt im Leben. Kein Mann ist es wert, dass seinetwegen auf Ausbildung, Arbeit, Selbstständigkeit verzichtet wird.
Nun bist du 40, und ich denke, ein Medizinstudium ist in dieser Situation weniger angebracht. Es dauert lange, und die Aussichten danach sind nicht so rosig. Aber gibt es nicht einen "Plan B"? Etwas, was dich auch interessieren und erfüllen könnte? Eine kürzere Ausbildung (Lehrerin o.ä.), ein Geschäft aufmachen oder ....? Klar musst du jetzt für dich entscheiden, was du vernünftigerweise ab nun machen kannst, und sooo alt bist ja nun auch wieder nicht.
Ich hoffe, dass keine Frau mehr wegen einer sog. Liebe auf Ausbildung und Beruf verzichtet.
Viel Glück! (w/56)
 
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Gast

  • #5
@1 Frederika Du liegst hier doppelt falsch. Deine Vermutung " .. .weil der Mann noch gut genug für den Unterhalt ist "- ist deplatziert. Wir waren nicht verheiratet , ich arbeite - er braucht keinen Cent an mich zu zahlen.

2. Lies bitte die o.g. Beschreibung. Hier wurde keine Schuldzuweisung vorgenommen sondern eine Beschreibung der Umstände. Und bitte - die Entscheidung wurde mit ihm getroffen und auf ihn abgestimmt.

danke an " 2 - ja, es dauert lange - das habe ich auch schon abgewogen, es ist jedoch kein Fehler sich auch mal die Meinungen anderer zu erbitten.
 
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  • #6
Prinzipiell würde ich (m/30) Dir sagen: wenn es Dein Traum ist, dann mach es. Träume sind, sofern halbwegs realistisch, dazu da, umgesetzt zu werden. Ein Studium ist etwas (halbwegs) realistisches.

Bedenke trotzdem, daß Du, selbst wenn Du richtig gut, fleißig und ehrgeizig bist, sicherlich 5 Jahre (eher mehr) brauchen wirst. In kürzerer Zeit wird man Medizin kaum studieren können. In dieser Zeit wirst Du kaum Gelegenheit haben, einer anderen Tätigkeit nachgehen können, das ist natürlich auch ein Faktor, Stichwort Lebensunterhalt. Der nächste Punkt ist, daß Du ja anschließend auch eine Anstellung brauchst: das wird mit Mitte/Ende 40 als Berufseinsteigerin (! - nicht Wieder-Einsteigerin!) vermutlich nicht einfach werden.

Wenn Du in der Lage bist, diese Punkte kritisch zu betrachten und dafür Lösungen zu finden: mach es! Ansonsten überlege Dir, ob es vielleicht einen Plan 1b gibt, der Dich vielleicht nur zu 98% statt zu 100% begeistert, bei dem Du aber vielleicht noch etwas bessere Chancen auf einen Durchstart hast.

Tatsache ist: wenn Du an Dich glaubst und Du Dich voll reinbeißt, dann ist es für nichts zu spät. Also, los gehts! Ich drück Dir die Daumen!
 
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  • #7
ich habe nach Studium und Job wegen der Kinder (3) auf eine Fortführung meines Berufes verzichtet.
Nach 12 Jahren Pause (und der inzwischen dritten mir bekannten Freundin meines heutigen EX) habe ich in der Abendschule eine zweite Berufsausbildung (mit 41 Jahren begonnen) gemacht und dort auch Arbeit gefunden. Inzwischen arbeite ich nach 20 Jahren Pause wieder als Dipl.-Ing.

Ob ich mit 40 Jahren nochmal ein Studium anfangen würde, weiß ich nicht, auf jeden Fall würde ich versuchen eine abgeschlossene Berufsausbildung anzustreben. Es macht stolz und froh, nicht von den Geldzahlungen eines anderen Menschen abhängig zu sein.

Ich würde die Variante "Plan B" vorschlagen und mich nur wenn die finanzielle Situation gesichert ist, in ein Medizinstudium stürzen, ansonsten eine alternative Berufsausbildung anstreben.

Ich drücke dir fest die Daumen, dass Du es schaffst.

w,51
 
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  • #8
Eine wichtig Frage wäre auch: wozu willst du Medizin studieren?

Um dich noch niederzulassen? Dafür ist es zu spät, denn wenn du dann mit Mitte 50 Fachärztin bist, gibt dir keine Bank mehr einen Kredit für eine eigene Praxis.

Immer im Krankenhaus angestellt bleiben? Die Kliniken müssen sparen, sparen, sparen, die Bedingungen für die Assistenten sind fürchterlich, viel zu wenig Personal, ständig Überstunden, die zum Teil weder bezahlt werden noch Freizeitausgleich dafür genommen werden kann. Und du bist dann mit 50 eine Anfängerin und steckst den Stress nicht mehr so leicht weg wie die 26jährigen.

Bei einem niedergelassenen Kollegen mitarbeiten? Du wirst dann überweigend die "kleinen", langweiligen Fälle bekommen, die interessanten, schwierigen Fälle und die Privatpatienten behandelt der Praxisinhaber überwiegend selbst.

In der freien Wirtschaft arbeiten? Dazu bist du dann zu alt, denn wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in den Kliniken drängen auch viele junge Kollegen in die freie Wirtschaft.

Wenn du dir sicher bist, dass du ohne das Studium nicht glücklich werden kannst, dann mach es. Wenn die Chance besteht, dass du auch in einem anderen Beruf zufrieden sein kannst, dann lass das Medizinstudium.

w54, Ärztin
 
  • #9
@#4: Ich wollte dich nicht angreifen, aber wenn hier schon diskutiert werden soll, dann muss man die Fakten auch nennen. Ich verstehe nicht, wieso Du auf ein Studium verzichtet hast, wenn Ihr weder Kinder habt noch verheiratet seid und du auch noch selbst arbeitest. Merkwürdige Sache.

Aber ganz ehrlich, könntest Du jetzt ein Studium finanzieren? Arbeiten parallel zu einem Medizinstudium wird schwer werden, zumal Du ohnehin schon alt bist und möglichst schnell studieren müsstest.

Gut, dass wir uns einig sind bezüglich der nicht-existenten Schuldfrage.

Ich rate Dir, die kompetenten Einwände von #7 ernstzunehmen und genau zu überdenken. w54 hat einfach recht und kennt sich aus damit.
 
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  • #10
Liebe FS, habe ich das richtig verstanden, daß Du über 30 warst, als Du Dich gegen die Aufnahme des Studiums entschieden hast?

Was hattest Du denn vorher gemacht, ein "fachdienliches" Studium?. Oder hattest Du gearbeitet.?

Hast Du schon das Abitur oder müßtest Du das jetzt erst noch machen?

Grundsätzlich denke ich, das man auch mit 40 durchaus ein Studium beginnen und erfolgreich durchziehen kann. Natürlich gibt es einfachere Fächer als Medizin, aber unmöglich ist es bestimmt nicht.

Es bleibt halt nur die Frage der Finanzierung, denn BaFöG würdest Du ja wohl nicht bekommen und natürlich die große Frage, ob Du Dich jetzt für Jahre so erheblich einschränken und konsequent auf das lernen konzentrieren könntest.
 
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  • #11
Ich wollte gern in die Onkologie- Krebsforschung. Ich weiss , ich habe Talent und Begabung für dieses Fach. Vor vielen Jahren, (da gab es die offizielle Meinung, Krebszellen können vererbbar sein noch nicht ) war ich dieser Auffassung, wurde ausgelacht. Es geht mir nicht um eine späte
Entfaltung, ich möchte auch nicht Mathe studieren ( kein Talent ) sondern in die Krebsforschung Es ist etwas das mich ständig anspornt die ins Visier zu nehmen. Meine Chancen stehen noch. Das einzige was mir hinderlich werden könnte ist, das ich nach dem Studium aufgrund meines Alters keine Assistenzstelle ergattern kann diese spärlich sind und sich die besten Jungmediziner der Welt bewerben. Ich habe Arbeit kann noch sparen um 5 Jahre spärlich durchzukommen. Aber dann !
 
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  • #12
@ 8 Was ist daran merkwürdig. Man liebt einen Menschen, plant seine Zukunft und gibt der Familie und dem gemeinsam geplanten Glück den Vorzug. Dann arbeitet man auch noch - na so was? Hast Du überlesen das er mit mir nach Italien ziehen wollte.
Ich hätte dort nicht studieren können in seinem kalabrischen Dorf oder einer Mailänder Uni und ohne ihn wäre ich nicht hier geblieben, zusammen heißt zusammen. Bitte, ich möchte auch nicht das Du alles was Du nicht verstehst verstehen musst - ich wollte um Antworten bitten die mir weiterhelfen.
 
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  • #13
Ich kann mich den Ausführungen der Kollegin #7 nur anschliessen. Ergänzend noch folgende Bemerkungen:

Das Medizinstudium umfasst 12 Semester, danach folgen mindestens 4 Jahre Facharztausbildung (bsi zu 6 Jahre). Im 11.+12.Semester (Praktisches Jahr) arbeitet man ganztags ohne Bezahlung in der Klinik. In den ersten 10 Semestern macht man 6 Monate unbezahlte Praktika (Krankenpflege+Famulaturen), die in den Semesterferien zu absolvieren sind, sowie teilsweise Fächerpraktika. Ich halte es für kaum möglich, sich durch Arbeiten neben dem Studium vollständig den Lebensunterhalt zu finanzieren ( Bafög kriegst Du vermutlich nicht mehr).

Fragen:
-hast Du denn einen Abitur bzw. eine Abiturnote, mit der Du sofort einen Studienplatz bekämst? Der N.c. für Medizin liegt bundeslandabhängig zwischen 1,0 und 1,7!

-wenn ich recht verstehe, warst Du schon über 30, als Du die Entscheidung zur Familie getroffen hast. Was hast Du denn bis dahin getan, hast Du gearbeitet, hast Du einen erlernten beruf?

-es würde mich persönlich interessieren, welchen Traum, welche Vorstellung Du genau mit dem Arztberuf verbindest. Welche Fachrichtung schwebt Dir vor? Ich erlebe im Umfeld leider häufig, dass oft sehr unrealistische Vorstellungen mit diesem Berufsbild verbunden sind.

w, 49, Ärztin
 
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  • #14
Liebe ist ein seltsames Ding. Man lässt sich zu Handlungen verleiten, die nach Ablegen der rosa Brille oft für einen selbst unverständlich sind. Die Erfahrung dann auch noch "abgelegt" zu werden ist besonders schlimm, weil man dann sich selbst hinterfragt.
Aus meiner Sicht, nicht ganz so schlimm aber ähnlich, kann ich nur raten, lebe deinen Traum.

Als nichts mehr ging , damals war ich 42 habe ich mich beruflich aufgerafft, ohne Träume, einfach getan, was ich mir immer gewünscht habe, mit Spaß und Freude. Heute bin ich Prokuristin, im Leben hätte ich damit nicht gerechnet.

Überlege dir gut , was du willst und tu es.
 
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  • #15
Ich danke Euch und Ihnen allen für Ihre Beiträge. Vielen Dank an die Ärztinnen. Sie haben mir reale Fakten genannt die meine Befürchtungen bestätigen. Ich bin zu alt für diesen Weg. Nichts ist unmöglich - sicher -aber ich bin kein Traumtänzer. Als ich über 30 war habe ich Abendschule gemacht, dann kam die Beziehung, er mit 2 Kindern - ich habe die Schule nicht weitergeführt um die Beziehung zu stützen die viel Kraft gekostet hat. Ich bin glücklich darüber Arbeit zu haben und werde mich einzurichten wissen im neuen Alltag. Ich wünsche Euch Alles Gute.
Und Frederika es gibt Menschen die Ehre besitzen und sich nicht von anderen aushalten lassen.
 
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Gast

  • #16
Den Rat der beiden Ärztinnen hier würde ich sehr ernst nehmen und auch ich würde dir von einem Medizinstudium abraten. Du hast dich vor einem Jahrzehnt für die Liebe entschieden und deinen
beruflichen Traum nicht erfüllt, weil du dachtest, die Beziehung entschädigt dich dafür. Das kann ich verstehen und sicher ist diese Entscheidung zu dem damaligen Zeitpunkt aus deiner Sicht völlig richtig gewesen.
Mittlerweile bist du aber in einem Alter, wo man eigentlich so ein langwieriges Studium nicht aufnehmen sollte. Ich kenne junge Leute, denen dieses Studium schon sehr viel abverlangt. Zwar werden Ärzte mittlerweile wieder gesucht, aber die Arbeitsbedingungen sind gerade für Anfänger doch sehr hart.
Ich habe im Leben erfahren, dass nicht alle Träume wahr werden, aber habe auch germerkt, dass es noch Dinge gibt, für die es sich auch lohnt zu kämpfen und zu leben. Vielleicht musst du dein Augenmerk einfach mal auf andere Bereiche lenken. Beiße dich nicht fest in ein Thema, schaue auch mal in andere Richtungen. Versuche loszulassen und schaue, welche Ideen und Menschen auf dich zukommen.Glaube mir, auf einmal siehst du auch andere Möglichkeiten, an die du jetzt noch gar nicht denkst.

Viel Glück für deine Zukunft.
 
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Gast

  • #17
Ich kenne eine Frau, die auch erst in deinem Alter Medizin studierte, weil sie alleinerziehend war und warten musste, bis die Kinder groß sind.
Sie hat es tatsächlich geschafft und ist jetzt als Notfall-Ärztin unterwegs und sehr glücklich.
 
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  • #18
@Frederika
Was du schreibst, wird sich die FS sicher selbst oft fragen "warum habe ich mich von ihm abhalten lassen". Aber ich denke, wenn du nicht in dieser Situation bist oder jemals warst, wirst du das auch nicht nachvollziehen können.
Man ist verliebt und der Mann macht Druck "ich möchte nicht, dass du arbeitest". Mit welchen Argumenten soll man sich als Frau da durchsetzen?
- falls wir uns mal trennen, hab ich einen Beruf! Wieso trennen, willst du damit sagen, du gibst unserer Beziehung keine Chance?
- es ist mein Traum, ich möchte mich verwirklichen ! Aber dann hast du keine Zeit mehr für mich und unsere Beziehung, bin ich dir das nicht wert?
- ich möchte mein eigenes Geld verdienen! Wieso, ich verdiene doch genug, das reicht für uns.

Ich denke, in diesem Falle sollte man zumindest auf eine vertragliche Absicherung (Heirat) pochen, denn sonst gibt man als Frau zu viel auf und steht dann mit nichts da.

@FS: Du bist noch jung, lebe deinen Traum. Ich war zwar erst 30 als ich noch einmal eine Umschulung machte und meinen Traumberuf ergriff (Lehrerin) aber ich habe die Einschränkungen und den Aufwand nie bereut. Auch wenn du nur noch 20 Jahre in deinem Traumberuf arbeiten kannst - es sind 20 Jahre, das ist eine lange Zeit.
Du wirst nur das bereuen, was du versäumt hast.

w 60
 
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Gast

  • #19
Liebe FS, der Zug in die Forschung ist abgefahren. Was mich bei deiner Frage stört ist der Hintergrund, mit dem Du uns zupflasterst. Ist Deine Frage die, ob du mit 40 plus noch Medizin studieren kannst / sollst - so wie sich das hier herausgestellt hat, hast Du wenigstens die formalen Voraussetzungen. Das kann durchaus hier diskutiert werden, dazu kann so ein Forum Informationen beitragen.
Das Du Dich durch eine Verliebtheit - mit jemand, der in dich Verliebt hast für den Traum der Liebe entschieden hast ist eine Sache. Bist Du dir sicher, dass du nicht in zwei Jahren wieder so handeltst?
Liebe ist etwas anderes wie das Strohfeuer Verliebtheit.

Noch etwas - Du hast nie angefangen Medizin zu studieren - ist Dir bekannt, dass während des Studiums ca. 30 ( 40 % der Studenten - die alle jünger wie du sind und noch viel leichter das rezeptive Lernen, das Medizinstudenten müssen schaffen - aufgeben / durchfallen?

Die Behauptung, du hättest wegen einem M kein Medizinstudium ist ein Glaubenssatz - Ärzte brauchen Realitätssinn, brauchen Ausdauer, müssen Kranken helfen wollen / können, ohne dabei auszubrennen ( Burn-out) - so wie Du Dich hier darstellst - fehlen Dir auch diese wesentlichen Voraussetzungen für den Beruf!

Wahrscheinlich könnstest Du als Altenpflegerin oder Gesundheitsschwester Dein Glück im medizinischen Sektor finden, falls Du in den Bereich willst.
 
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Gast

  • #20
Liebe FS,

sei mir nicht böse, aber etwas naiv finde ich Deine Träume vom Arztberuf ja schon. Du fühlst Dich berufen und begabt für die onkologische Forschung, weil Du vor einigen Jahren schon ahntest, dass Krebs vererblich sein kann??? Sorry, aber diese Tatsache wurde bereits in den 30ger Jahren nachgewiesen... Ich habe den Eindruck, Du hast recht verklärte Ansichten darüber, was eine wissenschaftliche Tätigkeit in der Forschung eigentlich bedeutet.

Wenn ich recht verstehe, bist Du bereits über 40 und hast noch nichtmal Abitur (Abendschule abgebrochen)? Welchen Schulabschluss hast Du denn überhaupt? Dann rechne doch mal, wieviel Jahre Du neben Deiner Berufstätigkeit brauchst, bis Du Abitur hast PLUS 6 Jahre Studium, falls Du wirklich sofort einen Studienplatz bekommst. Das Medizinstudium ist ausgesprochen lernintensiv, sehr viel Auswendiglernen. Genau das ist in Deinem Alter aber alles andere als leicht, insbesondere wenn man viele Jahre nicht mehr geistig tätig war. Als ich mit Ende 20 auf meine Facharztprüfung lernen musste, hatte ich bereits grosse Probleme, mir etwas dauerhaft zu merken, es fiel mir dreimal so schwer, wie nur wenige Jahre zuvor im Studium.

Du bist also vermutlich bereits über 50, bis Du mit dem Studium fertig bist. In diesem Alter noch eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Forschungseinrichtung oder Uniklinik zu bekommen, dürften bei NULL liegen. Es herrscht zwar Ärztemangel, aber nicht in den theoretischen Sparten ausserhalb der Patientenversorgung.

Du hast also noch bestenfalls 15 Jahre Berufstätigkeit vor Dir, wobei Forschungsstellen meist sehr schlecht bezahlt werden. Das schreibe ich auch im Hinblick auf Deine späteren Rentenansprüche, die durch eine mehrjährige Unterbrechung zwecks Studium nicht üppig wären.

Dein Forschergeist in allen Ehren, aber über die praktische Umsetzung und die Konsequenzen Deines Traumes scheinst Du noch nicht so recht "geforscht" zu haben. Schön aber, dass Du die hier geäusserten Meinungen ernst nimmst.

Welchen Weg auf immer Du wählst, ich wünsche Dir viel Erfolg!

w, 49 (auch #12)
 
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Gast

  • #21
vielleicht kannst Du ja eine Ausbildung zum BTA machen und dann in einem Labor arbeiten wo über Krebs geforscht wir. Diese Ausbildung ist schulisch und dauer 2 Jahre. Der Biolaborant 3,5 Jahre. Viele Institute bieten auch Ausbildungplätze an.
Ich selbst bin 41 und habe mich entschlossen noch das Lehramt im naturwissenschaftlichen Bereich zu studieren. Es gibt immer Möglichkeiten, wenn man will findet sich immer ein Weg. Dir ganz viel Glück und Mut.

W 41
 
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Gast

  • #22
Wie ist denn die Frage gemeint?
Du warst bereits über 30 Jahre alt und hast davon geträumt, Medizin zu studieren. Du warst zu dieser zeit berufstätig und an einer Abendschule, um das Abi nachzumachen.
Da trafst Du einen Mann im Alter von 48 - 54 Jahren mit zwei Kindern.
Der Mann sagte, dass Ihr nun ein Paar seid und dass er in 5 Jahren nach Italien ziehen wolle.

Daraufhin hast Du nur noch gearbeitet, die Abendschule sausen lassen, ihm den Haushalt und die Kinder versorgt und nun hat er sich von Dir getrennt.
Nach Italien seid Ihr nie gegangen.
Hast Du denn von ihm noch eineigenes Kind bekommen?

Meine Vermutung:
Dein Medizinstudium war eine Träumerei von Dir. Er seitzte Dir einen neuen Traum in den Kopf von Italien und der wurde nun genausowenig erfüllt.

Für den Mann war die Sache einfach. Er hatte eine Mamma für die Kids und eine Frau für sich. Nun tut er was er will, ob nun Italien oder nicht. Du warst wohl nur eine Überbrückungsfrau für ihn.
Mir scheint, dass Du nicht so wirklich für Deine Ziele gearbeitet hast.
Du triffst sicher wieder jemanden, der Dir einen neuen Traum anbietet.
Ne Kneipe in Thailand eröffnen, z. B. Du würdest sicher mitsamt Deinen Ersparnissen mitkommen, wenn der Mann sympathisch ist, oder?
 
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Gast

  • #23
Mach es!!!!! Mach es!!! Mach es!!!
Es ist DEIN Leben - und du hast nur eines :) Nutze es - du bist noch jung!
Ich habe mit über 40 noch Psychologie studiert - und abgeschlossen - es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Lass dir nicht von Bedenkenträgern, Neidern und Miesmachern dein Leben einengen.

Am Ende unseres Lebens bereuen wir eher das, was wir nicht gemacht haben, als das, was wir gemacht haben...

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg :)
w, 49
 
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Gast

  • #24
Liebe FS,
schade für Dich.
Du hast Deinen Traum sausen lassen für einen Mann und seine Versprechungen. Wäre besser gewesen, eine Ehe zu verlangen. Wenn ein Mann sagt, Du brauchst keine Schule, Du hast ja mich dann weisst Du nun, dass das keine Lebensversicherung ist.

Hört sich an, als wäre der Mann ziemlich egoistisch. Er hält sich eine Frau, solange sie ihm für die Kindererziehung nützlich ist und wenn er dann seine Freiheit will, kriegt sie einen Tritt.
Geht er nun mit einem jüngeren Modell zur Frührente nach Kalabrien?

Wenn Du Dich so sehr für die Medizin und Krebsforschung interessierst, wäre vielleicht auch Alternativmedizin eine Möglichkeit? Man muss sehr aufpassen, es sind viele Scharlatane unterwegs aber gerade bei Krebs sind viele Heilungsmethoden möglich.
Alles Gute
 
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Gast

  • #25
Hallo #21 - das Studium wäre keine Träumerei gewesen. Ich arbeitete bereits an der Umsetzung.
Das Gleichnis mit der Kneipe in Thailand konnte wohl zynischer nicht werden oder ? Den neuen Traum von Italien hat er mir nicht in den Kopf gepflanzt. Er hängt von ganzem Herzen an seiner Heimat - und ich wollte ihn glücklich wissen. Über 30 Jahre lebt er hier, der Arbeit wegen, glücklich war er nicht. Jedes Jahr fährt er 2-3 mal runter um seine Eltern und Geschwister zu sehen und wird traurig wenn man sich auf dem Rückweg befindet. Hätte er hier bleiben wollen, wäre ich auch geblieben. Meine Situation hat sich anhand seiner Vorstellung geändert.
@ 18 Ich habe meinen Partner geliebt. Warum sonst verzichte ich und gebe dem geliebten Menschen und dem gemeinsamen Glück die volle Chance? Weil es das wert ist und immer Wert bleiben wird. Das hat was mit Charakter zu tun und nicht mit Instabilität. Wärst Du dazu in der Lage gewesen? Was die praktische Umsetzung betrifft, Informationen werden einem nicht in die Wiege gelegt. Ich hole sie mir ein und stelle z.B. diese Frage die Runde. Vielen Dank an alle freundlichen Antworten und Informationen.

@ 23 Ich glaube nicht das er jetzt mit einem jüngeren Modell ins Dorf fährt. Das gäbe Gerede wenn er sie auch nicht heiraten würde. Für seine erste Frau hat er da schon mal eine Freundin sitzen lassen, dann Scheidung, dann lief er mit mir da lang. Vielleicht hält er sich eine in der Stadt oder in Strandnähe. Die Versprechungen eines Mannes brauchen keine Lebensversicherung zu sein.

Ich möchte noch etwas beifügen. Wenn es dem Wohl meiner (geplanten) Familie hilft,würde ich noch einmal genauso handeln. Allerdings würde ich auf einer Ehe bestehen, und mich nicht mehr hinhalten lassen. Wenn ich ernste Konsequenzen auf mich nehme, sollte der Partner auch dazu bereit sein Verantwortung zu teilen.
 
G

Gast

  • #26
Liebe FS,
Du lässt Dich aber schnell entmutigen.

Natürlich kannst Du das schaffen. Ich habe mit 33 und 3 Kindern im Kindergartenalter das Medizinstudium begonnen, war mit 39 fertig und kann mich vor Jobangeboten kaum retten. Wir haben hochgradigen Ärztemangel in Deutschland.

Kurzzeitig war ich auch wissenschaftliche Assistenzärztin an der Uni, habe aber immer klinisch gearbeitet. Die Forschung war aber nichts vor mich, ich ziehe den echten Kontakt zu meinen Patienten vor und bin wahnsinnig stolz, Ärztin zu sein. Ich. Ärztin!

Es war mein absoluter Lebenstraum. Ich habe es einfach gemacht. Nicht lange über Vor- und Nachteile nachgedacht.

Minimum sind 6 Jahre Studium. Während des Studiums kannst Du Dich mit Nachtdiensten, Wochenenddiensten etc locker durchschlagen. Sicher nicht einfach, so what.

Ich bin glücklich, ich habe mir meinen Traum erfüllt. Und Jammern hilft gar nicht. Wenn Du Dich damals für die Familie und Mann entschieden hast, war das Deine eigene, persönliche Entscheidung.

Mach was oder lass es, aber kein Selbstmitleid. Never.

Kopf hoch. Du findest Deinen Weg!

w45
 
G

Gast

  • #27
@23

"...gerade bei Krebs sind viele Heilungsmethoden möglich...." autsch! nicht in Bezug auf Alternativmedizin. Bitte um Vorsicht bei solchen, locker hingeschriebenen Aussagen.

w45
 
G

Gast

  • #28
Liebe FS,
ich (w 42) habe mich vor vielen Jahren von meinem Vater davon abhalten lassen, zu studieren. Er ist der Meinung gewesen, Frauen würden Männern den Studienplatz wegnehmen und sowieso irgendwann Kinder bekommen. Weil er viel verdiente, hätte ich kein Bafög erhalten und gegen ihn klagen müssen. Also habe ich meine Siebensachen gepackt und bin in die Welt gezogen.

Viele Jahre lang habe ich dem Studium nachgetrauert, es aber irgendwann ad acta gelegt, weil ich auch mehrfache Mutter geworden bin. Dennoch habe ich immer gearbeitet.

Heute bin ich selbständig in einem Beruf tätig, an den ich früher nie gedacht hätte. Es macht mir große Freude. Und das Gute an meinem Beruf ist, dass ich mit 35 kein langwieriges Studium absolvieren musste, sondern neben dem Haushalt und den Kindern und der Teilzeittätigkeit Stück für Stück einsteigen konnte.

Ein Medizinstudium mit 40 zu beginnen halte ich vom Grundsatz her immer für möglich. Warum nicht? Es geht dir jedoch nicht nur um das Studium, sondern um das Ziel "Forschung in der Onkologie". Und dieses Ziel ist in weiter Ferne, und deine Erfolgsaussichten eher dünn (siehe Kommentare der Ärztinnen). Du würdest also 10 Jahre lang auf ein Ziel hinarbeiten, dessen Eintreten mehr als unsicher ist. Daher rate ich dir, dir etwas zu suchen, das dir innerhalb der nächsten 2 oder 3 Jahre schon einen sehr guten Erfolg bringt. Wenn du dich für anderes öffnest, wirst du auch andere Möglichkeiten entdecken.
 
  • #29
Liebe FS,

Es ist Dein Traum! Wenn es realistische Möglichkeiten gibt ihn umzusetzen würde ichs machen. Vielleicht klappts auch nicht, na und? Dann hast Du es wenigstens versucht. Vielleicht klappts auch nicht mit der Forschung, na und. Zumindest Landärzte gibts viel zu wenige, die Chancen dann also in diesem Beruf zu arbeiten sind durchaus gegeben. Natürlich wirds nicht mehr die grosse Karriere werden, aber ich lese dass Dir das durchaus bewusst ist.

Es ist nie zu spät sich seine Träume zu erfüllen.

PS. Ich finde übrigens Deine Haltung Deinem Ex gegenüber bemerkenswert. Chapeau! Diese Einsicht haben nur sehr wenige (dass es nix bringt nach hinten zu schauen und sich dadurch die Zukunft zu verbauen).
 
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Gast

  • #30
Liebe # 25 Vielen Dank für Deinen Beitrag. Wie sieht es mit Den Assistenzstellen nach einem Studium aus - Berufsanfänger fast 50 . Mut muss durch Vernunft gestützt werden. Wäre ich noch 33 Hurra!

@19 Ich habe gehört ein Lehrer Einsteins hat diesen als nicht viel versprechend eingestuft, Galileo wurde zurückgepfiffen -Entmutiger gibt es immer. Edison brauchte 2000 Versuche um zum Erfolg zu kommen. Und was die geistige - intellektuelle Kapazität betrifft - ob ich mir mit 40+ weniger merken kann als Du damals mit 29 ist irrelevant.

@ 18 Der letzte Satz ist absoluter Schwachsinn. Wenn einer Sport treiben will, reicht es nicht aus als Pförtner im Stadium anzufangen.

@ 19 ( Vererbung ) diese Tatsache war mir unbekannt. Fakt ist, das ich meine Erkenntnis nirgendwo entnehmen musste, ich kam selber darauf. Ich bin mir sicher Du nicht. Medizin ist für mich kein Prestigestudium, ich weiß warum ich dies wählen würde. Es wäre schade wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte etwas zu finden um den Menschen mit dieser Erkrankung das Leben zu erhalten. Vielleicht reicht ein Leben hinterm Mikroskop nicht aus, aber wenn man gar nichts tut und wirklich die Möglichkeit gehabt hätte ...

@ 18 Dein vorletzter Absatz ist ja noch schlimmer. was hat das mit mir zu tun? Eine Ferndiagnose aus dem Telefonbuch. Ist Dir im übrigen bekannt das bei manchen Jurastudiengängen von 120 Anfängern nur 20- 40 Absolventinnen/Absolventen gab? Wer Leidenschaft mitbringt lässt sich davon nicht irritieren.

" Gib D ( ein ) en Kindern Wurzeln, gib ihnen Flügel... " Wir Erwachsenen sollten ebenso miteinander umgehen.

@ Kalle - Einige interpretieren Dummheit, vermeintliche Schwäche, flittchenhaften Leichtsinn in solch eine Geschichte und ahnen nicht wie groß die Leistung ist die menschlich erbracht wurde. Viele Sandkörner, manchmal Glas - wenig Kristall - selten ein Diamant, der einen anderen Ursprung hat. Sie gleichen sich an zu brillieren, bei Prüfung zerspringen sie.