• #61
@59
Je nach Ausbildungsart, -dauer und eventuell anfallenden zusätzlichen Kosten für ein Studium zahlst du im Schnitt 150.000 -250.000 Euro bis das Kind erwachsen und in Lohn und Brot endlich anfängt für sich selbst zu sorgen. Das zweimal hast du u.U. ein stattliches Einfamilienhaus in deine Kinder investiert.
Ich hab mal gerechnet- das wären netto wohlgemerkt 520-860 Euro im Monat, von Null bis 24. Rechnest Du das Kindergeld/Steuerminderzahlung dazu wären das 800-1200/Monat die Du aufbringst.

Lieber FS, das sind auch die "von Beruf Sohn/Tochter dabei. Es geht auch deutlich günstiger. Ich habe zweie und ich hätte mir damals weit über 1000/Monat weniger (netto) wirklich nicht leisten können.

DAs fängt an bei gebrauchter Kleidung über den Fakt dass nicht jedes Kind zwingend ein eigenes Zimmer braucht bis hin dazu dass man nicht ständig Essen gehen muss. Klar, wenn Du Deinen Single-Lebensstil unverändert mit Fernreisen, 2x Essen gehen/Woche, grosszügigste Wohnung etc. beibehalten willst wird's so teuer.

Meine Jüngste ist noch im Studium, Sie wird von mir (und der Ex zusammen) mit 500/Monat unterstützt- jetzt. Als Kind war das deutlich weniger (ich wär sonst Pleite gewesen).
 
G

Gast

  • #62
@59

über den Fakt dass nicht jedes Kind zwingend ein eigenes Zimmer braucht
Pupertät (Junge und Mädchen)? Privatsphäre? Also DAS find ich echt verantwortungslos so nen Satz.
Und komm mir jetzt bitte blos nicht mit, ja aber früher...

Wir hatten auch keine Markenklamotten oder immer Essengehen- alles ok...
Aber mit 7 und 10 haben mein Bruder und ich jeder ein eigenes Zimmer bekommen, weil es nicht mehr ging.

Es ist auch Fakt, dass ein Hund nicht stirbt, wenn er keinen auslauf bekommen- trotzdem ist es Tierquälerei.
Jedes Kind braucht, ab einem gewissen Alter, ein eigenes Zimmer- Fakt!
 
M

Mooseba

  • #63
An der Frage, was ein Kind kostet, lässt sich der moralische Verfall und Zynismus unserer Zeit gut konstatieren.
 
  • #64
Jedes Kind braucht, ab einem gewissen Alter, ein eigenes Zimmer- Fakt!
Es ist schön wenn man das hat, aber brauchen? Wie sind nur all die Generationen vor uns geistig gesund aufgewachsen?

Wenns wirtschaftlich möglich ist natürlich klasse, wenn aber nicht geht's auch anders. Und das nicht nur "früher". Es ist sehr viel wichtiger mit den Kindern Zeit zu verbringen, Sie anzuleiten und Ihnen Werte vorzuleben als dass Sie Ihr eigenes Reich haben. Wenn Du die Wahl hast zwischen einem 12h Tag damit alle Ihr eigenes Zimmer haben können und 8h und Zeit für die Kinder.... Was ist wohl besser für die kurzen?
 
G

Gast

  • #65
Es macht Sinn darüber nachzudenken, wie viel ein Kind kostet, und ob das eigene Einkommen ausreicht. Wer nur durchschnittlich verdient (1.200-1.500) wird Probleme haben den Einkommensverlust eines Partners auszugleichen.

Das hat nichts mit Moral zu tun.
 
  • #67
Abgesehen von mir? Mehrheitlich schon, und auch nicht stärker belastet als Heute.

Ich hab übrigens noch nie gehört dass jemand ein Kindheitstrauma vom gemeinsamen Zimmer mit seinem Bruder hatte.

Daher: Ein Kind "leisten kann sich hier in Deutschland wirklich jeder. Ein Kind haben und sich dennoch alles andere auch leisten zu können wie ohne Kind ist schon schwieriger. Es ist einfach nur eine Frage ob man sich dafür einschränken will. Oder wie sehr man sich unter Druck setzten lässt dass man dem Kind doch gefälligst materiell was zu bieten haben muss.
Berechtigt ist natürlich auch die Frage wenns um mehr als zweie geht, dann muss man in der Tat rechnen obs reicht.
 
  • #68
Lag das am fehlenden eigenen Zimmer? Ich finde die Argumentation von Kalle schlüssig. Wenn Kinder sich so sehr bekriegen, dass ein gemeinsames Zimmer nicht möglich ist, dann liegt der Grund in ihrer Erziehung, ihren Erfahrungen und der sich daraus geformten Persönlichkeit. Dass sie eine eigene Ecke haben sollten, einen definierten Bereich, in dem sie das Sagen haben über den Krimskrams, den Grad der Ordnung und den "Geschwisterbesuch" , ist klar. Ebenso einen eigenen Schreibtisch, ein eigenes Regal (oder mehrere, je nach Bücherbesitz). Aber Stockbetten und ein ansonsten gemeinsam bewohntes aber "rechtlich" geteiltes Zimmer gehen sehr wohl, wenn sich Kinder ansonst nicht zeitlich vernachlässigt fühlen.
 
M

Mooseba

  • #69
Oh, ich hatte ein eigenes Zimmer, Gottseidank. Für meine Schwester wäre es die Hölle gewesen. Ich war kein netter Bruder.

Und wenn man schon kein eigenes Zimmer braucht, dann auch kein aufwändiges Spielzeug. Eine kleine Schwester und ein Knüppel haben ausgereicht :D
Daher: Ein Kind "leisten kann sich hier in Deutschland wirklich jeder. Ein Kind haben und sich dennoch alles andere auch leisten zu können wie ohne Kind ist schon schwieriger. Es ist einfach nur eine Frage ob man sich dafür einschränken will. Oder wie sehr man sich unter Druck setzten lässt dass man dem Kind doch gefälligst materiell was zu bieten haben muss.
Auch wenn ich eine Generation jünger bin, geht man meiner Meinung nach schon zu weit, wenn man bereits sich diese Frage stellt. Ich finde sie zynisch, dann bin ich eben mit 31 bereits ein konservativer Dino. Die Gegenwart treibt mich sowieso mehr und mehr in diese Richtung.
 
G

Gast

  • #70
Ich denke jeder kann sich ein Kind leisten. Natürlich muss man schon bescheidener sein. Nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen.
Ein Kind kostet generell viel. Als Mutter muss man auf vieles verzichten auch im Berufsleben.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass es sich lohnt. Es gibt nicht schöneres im Leben!!!
 
G

Gast

  • #71
Meine Tochter ist 16 und bekommt von mir 220 Euro im Monat. Davon muß sie ihre Handykosten(19;90 All NetFlat), Kleidung; Frisör, Ausgehen, Kosmetik bezahlen.
 
  • #72
Ja, leisten kann sich das hierzulande gottseidank noch jeder. Ich schlackere immer mit den Ohren, wenn ich höre, was man so in New York oder London für gute Schulen bezahlen muss...

Teuer wird es allerdings sofort, wenn man seinen Kindern gute Chancen in bestimmten Bereichen (Sport, Musik, Kunst, Forschung) ermöglichen will. Dafür müssen bei uns andere materielle Bedürfnisse bescheidener sein, was auch okay ist, weil die bürgerliche Gesellschaft dieses "Invest" in die Kinder ja auch honoriert.

Bei Menschen, die sowieso schon um die Teilhabe an der Gesellschaft kämpfen müssen (Hartz4 z.B.) sieht das meist anders aus, da werden oft teure materielle Dinge gekauft (der neue Schulranzen muss sein!), eben weil man (berechtigte) Angst vor Ausgrenzung hat.

Die Frage ist also eher: kann sich jeder eine Erziehung seines Kindes leisten, mit dem sich dieses Kind auch später einen guten Platz in der Gesellschaft erarbeiten kann. Und da lautet die Antwort schlicht: nein. Es gibt keine Chancengleichheit oder Fairness in dieser Gesellschaft und die Schere zwischen Arm und Reich geht sogar immer weiter auf.

LG
Noor
 
L

Lexcanuleia

  • #73
Als meine Tochter klein war, waren die Kosten überschaubar. Ich habe fast alles aus dem Flohmarkt und selbst gekocht und eingefroren. Aber ab die 3 klasse sind die Kosten gestiegen, Reitunterricht 90 Euro im Monat, Schwimmunterricht , Nachhilfeunterricht 90 Euro, Klavierunterricht 60 Euro, handyrechnung 45 Euro etc. und dann brauchen die Kinder noch „coole“ Sachen zum anziehen.. Ich habe ihr unheimlich gern alles bezahlt und mache ich auch weiter so. Es würde mich verletzen, wenn ich die Finanziellemittel nicht mehr hätte und ihr nicht das Leben was sie jetzt hat ermöglichen kann..
Das ein Kind heute eine gute Ausbildung genießt muss man als Eltern etwas dafür bezahlen.
 
  • #74
Jeder kann sich in Deutschland ein Kind leisten, aber dann kommen noch die Ansprüche dazu.
Ja, das habe ich auch gedacht:

Aber ab die 3 klasse sind die Kosten gestiegen, Reitunterricht ......Klavierunterricht 60 Euro, handyrechnung 45 Euro etc. und dann brauchen die Kinder noch „coole“ Sachen zum anziehen..
Ich denke, wir leben in einer Gesellschaft, in der für Kinder reichlich Angebot zur Verfügung steht. Bildung ist frei (ein wesentlicher Vorteil zu anderen Ländern), Kindergeld und Steuervorteile sind üppig, Eltern werden auch in Bezug auf Rente, Krankenversicherung etc. reichlich unterstützt, viele Dinge sind ermäßigt. Letztlich muss sich auch der Einzelne vorher überlegen, dass Kinder Einschränkungen bedeuten, aber ja auch zahlreiche Vorteile bringen (Parallelthread). Es wird ja niemand gezwungen, Kinder zu bekommen.
Armut bei Kindern und mangelnde Bildung liegen in vielen Fällen auch am Elternhaus, das sich darum nicht kümmert. Ich bin selbst in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, insbesondere auf Bildung haben meine Eltern trotzdem geachtet. Das ist kein finanzielles Problem. Auch ohne "colle " Sachen, Reitunterricht, Klavierunterricht und teures Handy kann man überleben.

Klar wäre noch mehr immer schön, aber ich denke, es gibt wenige Länder auf der Welt, in denen Kinder so finanziell sorglos aufwachsen können. Und dass die Allgemeinheit wirklich alle Kosten übernimmt, kann niemand erwarten.
 
  • #75
....handyrechnung 45 Euro etc. und dann brauchen die Kinder noch „coole“ Sachen zum anziehen.
Handyrechnung 45 Euro? Heee?, mein "Kind" hat eine einfache Karte von einem Discounter noch heute als Erwachsene und kommt damit super hin.

Coole Sachen gabs von H&M und vom Trödel, weil mein Kind jeden Cent lieber fürs Pferd wollte, wo sie mit mir als ehm. AE-Mutter gemeinsam ab dem 12. Lebensjahr noch abends putzen ging, um das Geld fürs Pferd zu erarbeiten. So hat sie früh gelernt, wer Luxus will, muss sich das erarbeiten. Geschenkt wird einem im Leben nichts. Sie wollte auch erst mit 18 ihren eigenen Labtop haben, vorher hat sie meinen mitgenutzt. Ihr Abi hat sie trotzdem gut absolviert.

Solange Eltern ihre Kinder mit dem dicken Auto in die Schule fahren, solange Eltern ihre Kinder mit Cola&Chips fett und übergewichtig füttern, solange Eltern nichts anderes im Kopf haben als 3 x im Jahr irgendwohin hin zu fliegen, irgendwelche ungesunden Lebensmittel konsumieren, leider auch die Eltern, die von H4 leben müssen, ist es noch zu leicht in Deutschland, sich ein Kind zu leisten.

Wichtig ist doch die Frage, sich das Kind zum Wohl des Kindes, was ein wirklich gesundes psychisches und physischen Aufwachsen betrifft, leisten zu wollen. Viele Eltern bringen in meinen Augen und meiner Erfahrung nach wenig gutes Wissen dafür mit.

W 50
 
  • #76
..Reitunterricht 90 Euro im Monat, Schwimmunterricht , Nachhilfeunterricht 90 Euro, Klavierunterricht 60 Euro, handyrechnung 45 Euro etc. und dann brauchen die Kinder noch „coole“ Sachen zum anziehen..
Tja, mit solchen Maßstäben kann es natürlich schwierig werden, auch ein Kind zu "leisten".

Was brauchen Kinder?
Liebe, Zuneigung, Respekt, Zuverlässigkeit, ein friedliches, sicheres Zuhause.
Das als absolute Grundvoraussetzung.
Da geht es nicht um den Geldbeutel.

Dass man sich als Eltern auch um gute Bildungskonditionen bemüht, selbstverständlich.
Aber nicht alles kostet Geld, vieles ist eher ein Zeitthema, und abhängig von den Interessen der Eltern.
Meine Eltern hielten Musik für einen absolut unsinnigen Zeitvertreib, da gab es die Diskussion um Musikunterricht einfach nicht. Dies als Beispiel.

Wenn ich mehrere Kinder haben möchte und gleichzeitig in München leben muss, dann ist das sicher eine Interessenskollision - hohe Lebenskosten bedeuten Vollzeit für beide. Also, dann zwar Kinder aber keine Zeit.

Kinder brauchen ihre Eltern, nicht immer und rund um die Uhr, mit zunehmendem Alter weniger, aber nicht präsente Eltern braucht kein Kind.

Es geht immer um die Prioritäten, die man setzt.

Dass man überhaupt die Frage stellt, ob man sich Kinder leisten kann, ist m.E. erschütternd und kein gutes Zeichen für eine Wohlstandsgesellschaft wie die unsere.
 
  • #77
Vielleicht sollte man auch mal die Kinder fragen, was sie denn wollen.
Muss wirklich jede Minute verplant sein? Ballett, Nachhilfe, Reiten, Sport, Musik und Kunst .... aber keine Freunde?
Das sind dann später die Menschen, die mit den Kollegen ausgehen müssen, weil sie sonst niemanden haben.
Irgendwie ein trauriges Leben, wenn ich einen prestigeträchtigen Sport ausüben muss, ohne Talent Klavier lernen soll und bis 16 Uhr in der Schule hocken soll.
Nein danke, das ist keine Kindheit.
Ich kann mich noch an unsere Bubenbande erinnern, Nachmittage im Wald oder im Freibad, Streiche und ja, auch an erste Erfolge. Wie geil das war, mit Vater zum Fahrradhändler zu gehen und selber auch nen Hunderter auf den Tisch zu legen. Auf der Rechnung stand mein Name - und der Vermerk: Bar bezahlt.
Wer Kinder will, kann sich diese auch leisten. Vielleicht mit etwas weniger Urlaub, vielleicht auch nicht in Designerklamotten gehüllt.
 
  • #78
Kann sich heutzutage überhaupt jeder leisten ein Kind zu bekommen?
Die klare Antwort auf die Frage ist: nein. Die Frage, die meist dahinter steht, ist: sollte/muss sich jeder heutzutage leisten können, ein Kind zu bekommen? Auch da ist für mich die Antwort klar: nein.
Und müssen die Ansprüche nach Ballettunterricht, neuestem Handy und Klassenfahrten nach Süditalien für alle leistbar sein: Nein.

Warum sollte es ein Anrecht darauf geben, sich Kinder leisten zu können? Letztlich ist doch jeder selbst dafür verantwortlich, das vorher zu überlegen und entsprechend vorzusorgen. Kann sich jeder heutzutage leisten, einen Porsche zu fahren (oder gar überhaupt ein Auto) ist eine Frage mit ungefähr gleicher Relevanz.

Außerdem: Wir leben in einer überbevölkerten Welt. Wenn sich immer mehr Menschen leisten können, ein Kind zu bekommen, ist das Resultat doch klar. Und die Kinder möchten natürlich alle irgendwann mal Porsche fahren. Wahlweise: genug zu essen haben oder sauberes Wasser.

Ich fände viel besser, wenn sich die Menschen, die es sich nicht leisten können (und das nicht nur aus persönlichen Gründen, sondern auch aus sozialen und humanitären Gründen), keine Kinder mehr in die Welt setzen. Der Planet ist voll. Übervoll. Da kann sich nicht mehr jeder leisten, noch eine Heerschar Mitbewohner hinzuzufügen. Aus Umweltgründen nicht und aus Gründen eines auf Dauer menschenwürdigen Lebens für alle nicht. Wer eini Kind in die Welt setzt schadet (nicht persönlich, aber in der Summe) der Menschheit.