• #1

Was "kostet" ein Kind? Kann sich das jeder leisten?

Die ZDF Dokumentation "Was kostet ein Kind? Der große Familiencheck" zeigte anhand von praktischen Beispielen, was ein Kind kostet: Ein Babyfläschchen sieben Euro, Barbie-Puppe 40 Euro, Schulranzen 100 Euro...

Kann sich heutzutage überhaupt jeder leisten ein Kind zu bekommen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #2
Natürlich, das ist aber alles eine Frage der Ansprüche.
 
G

Gast

  • #3
Ich 30w, hätte mit nur meinem Gehalt sicherlich Probleme. Denn da kommen natürlich auch mal Kosten wie Auto/Wohnung usw auch dazu. Aber ich bin kinderlos und auch in keiner Beziehung....generell würde ich aber sagen, hängt das auch davon ab, WAS man kauft. Es muss nicht die teure Markenmode für das Baby sein, (es wächst wahrscheinlich schneller raus, als man es zum zweiten mal anziehen kann :) ), es muss auch nicht irgendein teurer Luxusschnuller oder Flasche sein. Rein finanziell gesehen, sehe ich es schon etwas schwierig. Aber man bekommt ja unmöglich viel wieder zurück :)

Man sollte zwar nicht einfach nur das billigste Zeug nehmen, aber wenn ich z.B. von meiner Freundin gehört habe, was so ein Kinderwagen kostet...puh da wurde mir schlecht! Also billig ist es sicher nicht, oder?
 
G

Gast

  • #4
Ich glaube zumindest, dass sich viele diese Frage nicht stellen und unüberlegt Kinder wollen. Einige stellen sich die Frage pro Forma, nur um dann zu antworten, dass sie dennoch Kinder wollen, obwohl es finanziell eng wird. Und dann gibt es noch die Moralkeulenschwinger, die sich selbst und anderen verbieten wollen, die Frage überhaupt zu stellen.
Dazu passend der Walkürenritt aus einem älteren Topic hier, wo für einige hier "Kinderwunsch über alles" galt und unwillige/rationelle Partner einfach mal abgesägt werden sollten...

Was kostet ein Kind durchschnittlich bis es selbst Geld verdient und keins mehr braucht? Soviel wie ein kleines Haus oder eine große ETW.
 
G

Gast

  • #5
Wenn beide Elternteile einen Beruf haben und ausüben, kann sich jeder ein Kind oder mehrere leisten - auch in teuren Gegenden. Wenn nur ein Verdienst nicht nur für die Kinder, sondern sogar noch für deren Mutter, die den Mann viel teurer kommt - selbst mit Ehegattensplitting - reichen muss, muss der Mann schon ausgesprochen gut allein verdienen und nie ernsthaft krank werden.
 
  • #6
Das hängt von einem selbst ab. Bis zu einem gewissen Alter sind Second-Hand-Klamotten oder Babyausstattung, ersteigert bei ebay, sehr sinnvoll. Zum einen kosten die neuen Sachen oft mehr als sie wert sind, zum anderen wachsen die Kleinen z.B. im ersten Lebensjahr 30 cm im Schnitt - da ist eine Neuanschaffung sinnlos. In bereits getragenen und gewaschenen Kleidungsstücken ist auch der Gehalt an möglichen (!) Schadstoffen deutlich geringer als in neuen.
Ich hatte damals ziemlich viel gebraucht gekauft (Kinderwagen, Kinderbett, Trageschale, Kleidung). Die Gläschen braucht man auch nicht zwingend für´s Tägliche - man kann sich auch kleine Schälchen mit Deckel kaufen, die sowohl mikrowellen- als auch tiefkühlgeeignet sind. Ich habe dann oft frisch gekocht, portioniert und eingefroren. Preislich kommt man mit einem Blumenkohl und einer Handvoll Kartoffeln ziemlich weit bei einem Kleinkind.
Den Schulranzen habe ich im Vorjahr gekauft - nachdem die Einschulung vorbei war gab es die Ranzen für die Hälfte. Also mit ein bisschen Findigkeit, Bescheidenheit und handwerklicher Geschicklichkeit (Sachen kürzen und flicken) kommt man weit.
 
G

Gast

  • #7
Es kann sich jeder ein Kind leisten, kommt nur drauf an, wie man mit Geld umgehen kann und welche Ansprüche man stellt.

Ich fand den Beitrag im ZDF gut, weil er doch klar zeigte, wie hoch die monatlichen Summen für ein Kind wirklich sind. Hier im Forum wurde ja vor einiger Zeit heftig diskutiert, dass z.B. monatlich 600,00 Euro /(Miete, Lebensmittel, Kleidung, Fahrkarte, Handy, usw.) für einen Jugendlichen viel zu viel Geld ist.

Ich habe früher viel gebraucht gekauft, wir haben nur einen PC, mein Teenie mit 17 will kein Samsung, obwohl ich eins kaufen würde, trägt immer noch gebrauchte Second-Hand-Kleidung, wenn sie schick ist und ist relativ anspruchslos. Wir wohnen in einer sehr schönen Wohngegend, aber haben noch eine relativ preiswerte Wohnung, die auch nicht so doll ist.

Sie hat trotzdem einen guten Freundeskreis mit ähnlich denkenden Freunden, die sich auch nicht über Schnick und Schnack definieren.

Dafür essen wir fast nur noch Bio, kaufen fast nur noch Bio-Kosmetik und legen auf gutes Essen viel Wert. Das kostet halt seinen Preis.

Wir vermissen eigentlich nichts, Auto können wir uns mieten, falls wir eins brauchen, für die kommende Ausbildung und/oder Studium ist genug Geld da.

w 49
 
G

Gast

  • #8
Ich finde die Frage so falsch gestellt!

Zunächst mal kostet ein Kind ZEIT, Kraft und Liebe.

Dann kann man sich daran machen, aufzurechnen, was so alles an Ausgaben anfällt - das wird je nach Ansprüchen stark variieren.

Es muß keine Babyflasche für 7 Euro sein, keine Barbiepuppe für 40 Euro, es müssen keine Designer oder Markenkinderklamotten sein (da Kinder bis zu einem bestimmten Alter viel zu schnell rauswachsen, als das sich diese Anschaffung lohnen könnte), es muß kein Kinderwagen für 400 oder mehr Euro sein.

Im ersten halben Jahr habe ich jeweils voll gestillt, danach selbst angefangen, für die Knirpse frisch zu kochen - es muss durchaus kein Fertigbrei sein, es müssen keine Kindermenüs in Gläschen oder a. Verpackungen sein, Frisches auf den Tisch - da weiss man was drin ist und verdirbt den Kindern nicht gleich für später den Geschmack, außerdem ist es viel günstiger.

Wenn man den Schulranzen kurz vor Ultimo kauft und es dann noch das allerneueste Modell sein wird, wird er teuer. Ich habe ein nagelneues Vorjahresmodell gekauft, einwandfrei, hübsch und praktisch und bin weit unter 100 Euro geblieben. (Mein Kind ist später in der Schule dafür bestaunt worden, weil es etwas hatte, das nicht jeder zweite mit sich herumschleppte)

Wenn man dazu einige Fertigkeiten im Nähen und Basteln hat, kann man vieles sehr individuell selbst machen - gemeinsam mit den Kindern, die dabei gleich mitlernen.

Der Faktor 'Geld' hängt also von den Ansprüchen der Eltern ab, wenn es das neueste, tollste sein muss, kommt man sicher auf die genannte Summe und an den Punkt, wo man sich als Eltern fragen muss, was einem wichtiger ist: Zeit mit den Kindern oder arbeiten bis zum Anschlag, weil man sonst diese Ansprüche nicht befriedigen kann!

Für uns war die Antwort klar - wichtiger als nur zu arbeiten, um irgendwelche Ansprüche zu befriedigen, war es, Zeit für die Kinder zu haben.

Unsere Kinder haben jedenfalls nichts vermisst und bei der Frage nach eigenem Nachwuchs haben sie sich zuerst gefragt: wieviel Zeit kostet ein Kind und nicht 'Wieviel (Geld) kostet ein Kind'.
 
G

Gast

  • #9
Viel Richtiges ist gesagt worden, eins möchte ich noch ergänzen:

Vor allem und zumindest so lange, wie ein Kind noch klein ist, bekommt man sehr viel geschenkt.
Von Großeltern, anderen Verwandten, Freunden. Früher gab es viele Kinder, und die Geschenke waren natürlich schon deswegen bescheidener, weil es so viele Kinder zu beschenken gab.
Heute ist es genau umgekehrt: auf jedes einzelne Kind kommt eine ganze Traube von Erwachsenen, die sich freuen, schenken zu können. Konkretes Beispiel: Kinderwagen. Ja, er ist teuer. Wenn es ein neuer und schicker sein soll: traditionell bezahlen ihn die Großeltern, so kenne ich es jedenfalls. Wenn dann ein zweites, drittes Kind kommt, wird sicher nicht wieder ein neuer Wagen gekauft. Auch die Säuglings-Erstausstattung hebt man normalerweise auf, wenn man sich weitere Kinder wünscht.
Wenn man mehrere Kinder hat, kann vieles vererbt, weitergetragen usw. werden.
Kein Mensch kauft immer alles teuer und neu!

Darauf, dass man Kleidung, aus der sowieso in wenigen Monaten rausgewachsen wird, second hand kaufen kann oder mit Freundinnen tauscht oder Sachen - auch Spielzeug - übernimmt, ist, wie auf vieles andere, schon hingewiesen worden,
 
G

Gast

  • #10
Viel!!! Alleinerziehende können es sich eigentlich nicht mehr leisten.

Wenn beide arbeiten und auch noch bis zum Ende zusammen bleiben, dann ist es vermutlich erschwinglich. Ansonsten würde ich inzwischen sagen, ist ein Kind teuer, zu teuer für die Meisten.

Ein Teenager verschlingt Unsummen, die man auch gar nicht verhindern kann. Dafür muss man keine Marken kaufen. Schon die normale Schulbildung kostet, es wird einfach gefordert. Und wenn das Kind nicht zum Aussenseiter mutieren soll, noch viel mehr.

Jeder der hier etwas anderes behauptet war noch nie in finanziellen Schwierigkeiten.

Ob ich deswegen von einem Kind abraten würde? NEIN - meine Tochter ist mir verdammt viel Wert, auch all die Sorgen, ebenso die finanziellen Nöte!

Aber ich würde heute vielleicht vor der Geburt anders entscheiden!
 
G

Gast

  • #11
... Kann es sich heutzutage überhaupt jeder, der möchte leisten ein Kind zu bekommen?
Naja, Geringverdiener haben es natürlich schwer. Bis hin zu dem, was hier zu Lande als untere Mittelschicht durchgeht, ist es vermutlich eher eine Qual als eine Freude. Allerdings stellt sich da die Frage nach Barbie-Puppen wohl eher nicht. Bei zwei mäßig verdienenden oder einem gut verdienenden Nicht-Akademiker wird auch noch jeder Euro umgedreht werden.

Davon ab denke ich, durchbringen kann man ein Kind in Deutschland immer. Ob man es unter denkbar ungünstigen Umständen dem Kind antun sollte muss jeder selbst wissen.


(Nicht-Akademiker mit akzeptablem Einkommen, alleinverdienend mit einer Lebensgefährtin mit zwei Kindern, der diese bei seinem Gehalt nicht in die Welt gesetzt hätte)
 
G

Gast

  • #12
Ein Kind kostet ca. 150.000 bis 200.000 EURO bis es selbstständig ist. Sieht auf den ersten Blick sehr hoch aus. Aber nach Berechnung auf monatlichen Betrag sieht es realistisch aus.
 
G

Gast

  • #13
Ja, heutzutage kann sich jeder hier in Deutschland ein Kind leisten.
Auch Alleinerziehende.

Wir leben hier nicht in irgendeiner unterentwickelten "Bananenrepublik", sondern in einem hochzivilisierten europäischen Industriestaat mit einem trotz aller Gegenrede funktionierendem Sozialsystem.

...wobei die Geburtenrate in den unterentwickelten Ländern wahrscheinlich höher ist, weil die Menschen dort Kinder nicht als Kostenfaktor, sondern als gottgegeben und zum Leben dazugehörend sehen.

w, 44, 2 Kinder
 
G

Gast

  • #14
@11 Nein - soviel muss kein Kind 'kosten'.

Es geht mit sehr viel weniger gut. Der von Dir genannte Betrag sagt etwas über Deine Ansprüche aus, nicht über das, was man tatsächlich aufwenden muss.

(w) mit 2 Kindern, die inzwischen beide studiert haben und erfolgreich im Beruf stehen!
 
G

Gast

  • #15
Es geht mit sehr viel weniger gut. Der von Dir genannte Betrag sagt etwas über Deine Ansprüche aus, nicht über das, was man tatsächlich aufwenden muss.

!
Das stimmt so nicht. Zumindestens geht der Gesetzgeber davon aus, wenn er den Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet. Da kommt man nach 25 Jahren etwa auf 125.000€. Und das ohne Zinsen. Vermutlich liegt es realistisch beim Doppelten.
 
G

Gast

  • #16
Ich möchte an dieser Stelle einfach mal die staatliche Unterstützung durch Kindergeld in den Raum werfen. Geht man von den aktuellen 184 Euro pro Monat und Kind und von 25 Jahren Zahlung aus, macht das pro Kind 55.200 Euro. Darin sind Elterngelt etc. noch nicht enthalten.
 
G

Gast

  • #17
Also Alleinerziehung könnte ich mir nicht leisten. Ich rechne so: mit Teilzeitstelle bekommt man ca. 940 Euro bis 1200 Euro. Ich zumindest mit derzeitigen Beruf.

Da viele Männer Pleite gehen oder keinen Unterhalt zahlen können bekommt man ca. 12 ? Jahre Unterhaltsvorschuss in Höhe von ca. 220 Euro.

dann noch Kindergeld 185 Euro.

macht summa summarum: 1605 -- für eine Person mit Kind --- das könnte zu knapp sein.

also mehr als ein Kind ist definitiv bei mir nicht möglich - mir ist das Risiko zu groß und ich möchte auch nicht bei irgendwelchen Leuten hinter Geld herbetteln. Außerdem könnten Leistungen wie Kindergeld ja irgendwann mal entfallen und dann gibts nur noch Sachleistungen.

Dann hätte man noch weniger Geld und müsste noch beengter leben. Gruselige Vorstellung.
 
G

Gast

  • #18
Wenn beide Elternteile einen Beruf haben und ausüben, kann sich jeder ein Kind oder mehrere leisten - auch in teuren Gegenden. Wenn nur ein Verdienst nicht nur für die Kinder, sondern sogar noch für deren Mutter, die den Mann viel teurer kommt - selbst mit Ehegattensplitting - reichen muss, muss der Mann schon ausgesprochen gut allein verdienen und nie ernsthaft krank werden.
Die Sache ist nur die, dass man bei 2 Kindern und mehr als Frau nicht mehr Vollzeit arbeiten kann....!?
Es sei denn, man hat Omas und Opas in der Nähe... aber wer hat das denn noch?
Und wenn Vollzeit, dann muss ein schlecht bezahltes schlecht deutsch sprechendes Kindermädchen die Aufgaben der Mutter übernehmen.
Manche denke ja, wenn die Kinder größer werden, machen sie sich quasi von alleine, aber dann müssen sie zum Sport und zum Musikunterricht gekarrt werden - in der Großstadt können auch 8-10jährige nicht alle Wege alleine meistern.
Vollzeit arbeiten klappt einfach nicht. das geht mit einem Kleinkind noch ganz gut, später nicht mehr.
Also fällt auch noch mal ein großer Batzen Verdienst weg - ist der auch dazugerechnet worden bei: Was kostet ein Kind... der Verdienst- und Rentenausfall ist eine absolute Katastrophe für Frauen.
 
G

Gast

  • #19
Meine Bekannte, Single, lebt von Hartz 4, musste vor ihrem gewalttätigen Mann flüchten, hat 2 Jungs, 9 und 14 und 2 Hunde. Und sie lebt auch!
Es geht ihnen gut. Es geht alles!
 
G

Gast

  • #20
Natürlich kann man mit einem Kind Vollzeit arbeiten, egal wie alt das Kind ist.

Und das geht auch ohne Großeltern oder Kindermädchen.

Man muss sich einfach vernünftig organisieren und nicht ständig rumjammern, dass es den anderen ja so viel besser geht - und auch den Willen haben, sein Leben alleine zu meistern!!!

w, 44, AE, 2 Grundschulkids, Vollzeitjob (schon immer)
 
  • #21
Ich schätze grob 300 - 500 Euro/Kind/Monat - je nach Alter. Abzüglich Kindergeld und ggf. Kindesunterhalt.
Dabei ausnutzen aller Sparmöglichkeiten = keine großen Ansprüche.
Dazu die größere Infratstruktur: Größere Wohnung, größeres Familienauto.

Mein Stiefsohn (jetzt 11 J.) bekommt stets alles, was er braucht. Und außerdem Vieles, was er sich wünschte, oder für sein Alter + Interessen passend.
Aber es mußte nicht das Neueste, Teuerste, oder x-Marken sein. Und war deswegen nirgends benachteiligt.
Spielkonsole: Immer noch aktuell Playstation zwei - und er ist damit zufrieden.
Neue E-Gitarre: Die mit fünf Dellen auf der Rückseite = halber Preis = f. 40,- Euro via Ebay - ist er trotzdem begeistert.
Aktuell gebrauchter PC mit "nur" Win-XP - reicht ihm völlig.
Teile und Geräte vom Flohmarkt - ist er gerne mit dabei, und läßt sich von mir beraten.

Der Junge lernt von uns, wie man viel erreichen kann, auch mit weniger Geld. Das imponiert ihn sehr.
Nun macht er es nach: Besorgte sich selber defekten iPod (4. Generation) und ich Ersatzteile + Ladegerät für 60,- Euro via Internet = iPod für 60,- Euro.

Wir sind nicht geizig. Er bekommt auch Neues. Und mal auch was Teureres. Und auch einen Zirkus- oder Freizeitpark-Besuch. Er muß materiell kaum verzichten, aber bekommt nicht alle Wünsche erfüllt.
Aber so teuer ist das nicht.
 
G

Gast

  • #22
Sorry, aber hier geht es immer "und das geht auch" und "man kann auch mit so und so wenig auskommen" und "wenn man niedrige Ansprüche hat" etc etc....wenn man aber nicht an der unteren Grenze leben will und nicht ständig und andauernd nur seine Ansprüche runter schrauben will und sich andauernd selbst einreden muss, daß man ja dies das und jenes nicht braucht, weil einem diese superdupermegatolle Liebe zum Kind ja zum Leben genug ist, da wirds mir ganz anders, wenn ich das alles höre...
Ich persönlich hätte da keinen Bock drauf und ich kann mir auch ein Leben, das daraus besteht, jeden Euro umzudrehen, absolut nicht vorstellen und keiner meiner Freunde ebenfalls. Kinder gibt es dann, wenn finanziell alles steht und ich bin mir sehr sicher, daß man mit 200-300 € pro Monat und Kind nie und nimmer hinkommt und ausserdem will ich eben nicht kreativ sein und basteln und nur second hand kaufen. Da denke ich immer sofort an diese professional-Öko-Moms, die nach der Geburt nur noch in Jutesäcken rumlaufen, sich nicht mehr schminken und alle anderen Frauen hassen, die sich nicht ähnlich benehmen. Wenn Kinder dann bitte finanziell entspannt für die Eltern und das Kind und das heisst nicht, daß man dem Kind alles in den Hintern pustet!
 
G

Gast

  • #23
Natürlich kann man mit einem Kind Vollzeit arbeiten, egal wie alt das Kind ist.

Und das geht auch ohne Großeltern oder Kindermädchen.

Man muss sich einfach vernünftig organisieren und nicht ständig rumjammern, dass es den anderen ja so viel besser geht - und auch den Willen haben, sein Leben alleine zu meistern!!!

w, 44, AE, 2 Grundschulkids, Vollzeitjob (schon immer)
Was heißt denn vernünftig organisieren? Wer passt denn auf die auf, wenn es keine Oma in der Nähe gibt z.B.? Und was für ein Leben ist das denn noch. Dann kann man auch kinderlos bleiben, wenn man die eh nur morgens bis 7 h und abends ab 18 h sieht. Hausarbeit und alles muss man abends dann ja auch noch machen.

ich bleib kinderlos oder entscheide mich maximal für ein Kind. Dann kann man auch noch Teilzeit arbeiten und einigermaßen auskommen.

in Ostdeutschland sind die meisten Kinder mittlerweile in Ein-Kind-Familien. Viele davon sind alleinerziehende Mütter. Das ist die Zeit zutage. Die meisten von denen haben nicht viel Geld, müssen Vollzeit arbeiten, sind dabei mit Sicherheit unter Dauerstress. Ich finde, in Dauerstress bringt das Leben keinen Spaß. Da würd ich eher kinderlos bleiben.
 
G

Gast

  • #24
#22

Ich bin die von Dir Zitierte.

Wer auf die Kinder "aufpasst"?

Die Kinder gingen seit dem ersten Geburtstag ganztags in die Kinderkrippe, mit 2 1/2 ganztags in den Kindergarten und inzwischen in die Grundschule, alles hier im Ort. Nach der Schule sind sie im Hort, machen dort Hausaufgaben und gehen gegen 16 Uhr alleine nach Hause.
Um ca. 16.30 Uhr bin ich dann auch zu Hause.

Sie lernen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sind selbständig, haben diverse Hobbies.

Und falls Du denkst, wir seien ein Einzelfall - dem ist nicht so.
Das ist hier bei uns in der Nähe einer ostdeutschen Landeshauptstadt so üblich.

Ich kenne hier keine einzige Frau, die wegen der Kinder freiwillig zu Hause bleiben würde.
Keine einzige - und hier wohnen inzwischen sehr viele Leute aus den "alten" Bundesländern, eben auch ohne die Verwandtschaft drumrum.

... die Großeltern stehen heutzutage oft auch noch mittem im Berufsleben und werden sich mit Sicherheit nicht aufs Altenteil zurückziehen, um die Enkelkinder aufzuziehen...

Ich habe auch niemals auf die Mithilfe meiner Familie spekuliert. Warum auch?
 
G

Gast

  • #25
Natürlich kann man sich Kinder leisten, dass sieht man doch überall im echten Leben. ES gibt allerdinsg viele Leute, die sich in ihrem Konsumverhalten nicht einschränken wollen und daher damit argumentieren, sich Kinder nicht leisten zu können - manchmal muss man UND durch ODER austauschen und dann geht es.
Die hier genannte Zahlen sind doch überwiegend fiktive Werte, die kaum jemand hinterfragt. Fakt ist, dass es massenhaft Familien gibt, die nicht ansatzweise genug Einkommen haben, diese Beträge überhaupt für die Kinder aufzubringen. Dise Kinder leben auch, erfreuen sich bester Gesundheit, sind glücklich/zufrieden, absolvieren die Schule, sind im Sportverein, können auch studieren. Ja, das geht, auch ohne Markenklamotten, 10 Barbiepuppen usw, habe ich auch gemacht, Vater Arbeiter, Mutter Hausfrau, 5 Kinder. Mir hat rein garnichts gefehlt, auch wenn ich vieles nicht hatte. Ok, Bücher wurden nicht gekauft, sondern aus der Bücherei ausgeliehen, genauso wie viele Spiele, DVDs. Ich bin mit dem Fahhrad zum Sport gefahren, nicht gekutscht by Mama im Zweitwagen ....
Leute lasst die Kirche einfach mal im Dorf. Ich bin ein robuster, leistungsfähiger Mensch geworden, vielleicht weil ich nicht überpampert wurde, ausgesprochen robust gegen Burnout und ähnliches Versagen.

Kinder sind nicht nur Kostenfaktor sondern auch Lebensqualität - darauf wird viel zu wenig geschaut. Wie fühlt es sich für die Kinder eigentlich an, wenn immer nur geschaut wird, was man sich ihretwegen alles nicht leisten kann?
 
G

Gast

  • #26
Leute, es gibt sogar Hartz4-Empfäner, die sich Kinder leisten können, und da hält sie auch Hartz4 nicht davon ab, noch weitere zu bekommen.
Insofern verstehe ich die Diskussion nicht wirklich.
Mag sein, dass ein Hartz4-Empfänger sehr bezuschusst wird an Ausstattung,
aber via Second-Hand wird sich das jeder mit Job leisten können.
Ich würde eher sagen, dass das ein Frage des Willens ist und nicht des Geldes.
Außerdem gibts ja auch soziale Netzwerke, die man nutzen kann wenns ums Organisatorische geht.
Und wenn selbst das traurigerweise nicht vorhanden ist, wirds wohl immer noch amtliche Möglichkeiten geben.
 
G

Gast

  • #27
Ein Bekannter von mir arbeitet ehrenamtlich bei der Tafel.

Neben Rentnern ist die Hauptkundschaft "Familie oder Alleinerziehende mit mehreren Kindern".

Natürlich kann man mit Hartz IV auch eine Familie ernähren, aber unter welchen Bedingungen!

Da ich momentan in einem sozialen Brennpunkt lebe, kann ich sagen, dass ein solches Leben mit Hartz IV nicht erstrebenswert ist, wenn man alleinerziehend ist. Die Zumutbarkeitsregeln wurden anscheinend verschärft. Das sieht so aus, dass hier bei mir im Haus (ich selbst bin Studentin) teilweise alleinerziehende Mütter mit einem Kind in Wohnungen mit 33 qm Wohnfläche gequetscht werden. Früher gab es mal die Regel, dass man mit 2 Personen mehr Platz haben muss. Aber wg. steigenden Mieten und Wohnungsknappheit wurde das anscheinend geändert.

Natürlich kann man auch mit wenig Geld ein Kind durchbekommen. Aber dann mit beengten Lebensverhältnissen oder irgendwelchen anderen Defiziten. Auch muss es furchtbar sein, wenn man dem Kind oft nichts bieten kann.
 
G

Gast

  • #28
Natürlich kann man mit Hartz IV auch eine Familie ernähren, aber unter welchen Bedingungen!
Ich arbeite seid über 20zig Jahren in diese Bereich und stelle immer wieder fest, dass gerade die Kinder aus diesen Familien meistens übergewichtig sind, von Luft allein wird man nicht dick, und diese Kinder z.B. Dinge haben, die mein Kind z.B. nicht hat. Es sind die sogenannten Klischees, wie ein relativ neues Handy usw.

Schaut euch mal die Menschen an, die bei der Tafel Lebensmittel holen. Oft sind gerade Renter, dünn, aber der Rest ist wohlgenährt, teilweise sehr übergewichtig und geht mit einigen vollen Tüten bewaffnet nach Hause.

Von dem Geld was die Bundesregierung für Schulessen, Verein usw. bereit gestellt hat, ist von den H4-Eltern auch nicht so viel abgefordert worden. Es halt also auch was mit Bildung zu tun, wie man sich gut ernährt. Das geht auch mit wenigen und preiswerten Lebensmitteln und wenigem Kochaufwand.

Meine Tochter hat auf dem Gymnasium eine Projekt-Woche zu diesem Thema mitgemacht. Eine Gruppe der Kinder mussten normale Lebensmittel wie Butter, Gemüse, Mehl, Reis, Äpfel, Suppengemüsse usw. kaufen, damit kochen, haushalten usw. und zum Schluss eine Endabrechnung der Ausgaben machen. Es gab keine Chips, Cola, Süswaren usw.

Die andere Gruppe machte genau das Gegenteil mit Fertigpizza, Cola usw. Bei dieser Gruppe war nach einem 3/4 Zeit das Geld alle. Den Kindern hat es auch nicht geschmeckt und richtig satt sind sie auch nicht geworden.

H4 ist wenig Geld, aber ich habe früher einige Zeit auch wenig Geld gehabt, weil ich wegen meinem Kleinkind nur Teilzeit gearbeitet habe, aber wir hatten alles, was wir brauchten und wer gut mit Geld umgehen kann, der kann auch als H4 normal leben.

Die anderen Bürger, die mehr haben, leben schon im Luxus, aber das sehen diese Menschen nicht.

w
 
  • #29
Als ich schwanger war, ist mir aufgefallen, daß Frauen aus der Mittelschicht sich auch mal gern einen gebrauchten Kinderwagen zulegten, die jungen Frauen, welche von H4 legen, hatten dagegen immer einen deutlich teureren neuen Kinderwagen. Das gleiche war bei Babykleidung zu beobachten. Ich habe in den ersten ein, zwei Jahren fast keine Kleidung kaufen müssen, da ich vieles von Freunden und Bekannten aus zweiter Hand bekam und glücklich damit war. Menschen, die sich ihr Geld nicht selbst erarbeiten müssen, bekommen Geld für eine nagelneue Grundausstattung vom Staat.
(ich bin völlig neidfrei, aber verwundert)
 
G

Gast

  • #30
Ich habe die ZDF-Reportage leider nicht gesehen. Bei der Berechnung werden wahrscheinlich die Kosten für Haushaltsführung, Ernährung, Freizeitaktivitäten/Urlaube etc. umgelegt und addiert.

Meine These: der Sprung der Lebenshaltungskosten von einem 2-Personen-Haushalt auf einen 2-Personen-Haushalt mit ein oder zwei Kindern ist nicht so hoch, wie in der Statistik berechnet.

Ganz banal: das Essen. Ob ich für 2, 3 oder 4 koche, macht keinen so großen Unterschied. Die paar Kartoffeln mehr kosten nicht die Welt.

Schwieriger wird es beim Wohnen. Aber auch hier meine These: der Sprung von einer der sehr gefragten 2-Zimmer-Wohnungen (gerade in Ballungsräumen) auf eine 4-Zimmer-Wohnung ist nicht so groß, wie die statistischen Zahlen suggerieren und läuft vor allem nicht liniear.

Richtig teuer finde ich die Urlaube in den Schulferien. Leider geht das marktwirtschaftlich nach Angebot und Nachfrage.

Ebenfalls unverschämt teuer finde ich Einwegwindeln, Zirkusbesuche und Spielzeug. Kinder stehen nunmal auf Lego und Playmobil und es ist reine Geldmacherei, dass so ein größeres Paket leicht über 100 Euro kostet.

Und teuer sind während der Kindergarten- und Schulzeit die ganzen Beiträge für Fördervereine, Schulchor, Schulfeste, Bücher etc. Das ist die Eigenverantwortung, die die Politik seit einigen Jahren vermehrt einfordert, während bei den öffentlichen Ausgaben gekürzt wird.

m