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Gast

  • #1

Was kann man von Freunden erwarten (als Single)?

Ich möchte die Singles, ohne Kinder, unter euch mal fragen, wie das so ist mit Freunden. Werdet ihr von Freunden die Kinder haben und/oder einen Partner ab und zu gefragt, ob ihr mitkommen wollt zu einer Veranstaltung, ins Kino etc.? Oder Feiertage: werdet ihr Weihnachten z.B. von sonst "besten Freundinnen" mal gefragt, ob ihr zum Kaffee-Trinken kommen wollt oder bleibt das Telefon tot? Oder Sylvester? Melden sich die Freunde, sie sonst ihr Herz gerne bei euch ausschütten, auch von selbst mal bei euch?

Ich frage aus aktuellem Anlass, weil ich eine Freundschaft beendet habe weil es mir zu einseitig war. Diese Freundin hatte sogar ein Au-Pair-Mädchen und kann abends auch weggehen (was wir auch gemacht haben, wenn ich etwas vorschlug). Sie kam nur von selbst auf mich zu, wenn sie Sorgen/Kummer besprechen hatte. Ich fand es schade, dass sie mich nie gefragt hat, ob ich mit ihr und den Kindern z.B. mal mit zum See fahren möchte oder ob wir zusammen ins Theater gehen wollen, etc. Ich kam mir vor wie der Kummerkasten - Vergnügungen hat sie mit ihren Kindern alleine gemacht oder mit dem "On-/Off-Partner" (Vater der Kinder) oder neuen Männer-Bekanntschaften.

Ich frage mich, ob das mit ihr nun ein Sonderfall war oder ob es ab einem gewissen Alter (wenn andere schon Kinder haben oder eben nicht Single sind) normal ist, dass man als Single nicht gefragt wird?

Danke.
 
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Gast

  • #2
Ich habe sowohl Singles als auch Liierte, sogar mit Kindern, im Freundes- und Bekanntenkreis, und fühle mich nicht vernachlässigt. Allerdings habe ich auch nicht sonderlich hohe Ansprüche, was das "bekümmert werden" betrifft, da ich ohnehin eher einzelgängerisch veranlagt bin und alleinsein sehr gut aushalte. Weihnachten verbringe ich mit meiner Herkunftsfamilie und käme auch nie auf die Idee, mich hier bei einer befreundeten Familie einzuklingen. Ich verabrede mich aber auch häufig mit einer Mutter am Sonntag Nachmittag, dem heiligen Familientag, meistens sogar auf ihren Wunsch hin. Mit einer anderen liierten Freundin sehe ich mich an einem fixen Tag pro Woche.
Ich glaube, das war wohl eher bei dir schon vorher keine sonderlich tolle Freundschaft, unabhängig von einem Partner.
 
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Gast

  • #3
liebe fs,

ich denke das ist unterschiedlich. als mutter, gehe ich irgendwie immer davon aus, dass single-freundinnen nicht wirklich lust auf see+kinder haben, wenn sie es nicht von sich aus aktiv sagen und bin weniger auf die idee gekommen eine freundin zu fragen, ob sie mit will. meist wollten sie gerne etwas mit mir machen, aber nicht mit der ganzen familie.
hast du ihr das gesagt, dass du die kinder gerne hast und gerne etwas auch mit ihnen zusammen machst??? als mutter geht man da nicht davon aus, außer man weiß es explizit.

und dann gibt es menschen, die rühren sich von sich aus so gut wie nie, mögen einen aber trotzdem. ich habe so eine freundin seit jahr und tag..., wenn ich mich rühre freut sie sich total, von ihr kommt praktisch nichts oder wenig.

auf der anderen seite habe ich einen studienfreund - single ohne kinder - in einer anderen stadt, der von sich aus über die ganzen jahre immer mit mir kontakt gehalten hat, so alle 4-5 wochen angerufen hat. wenn er das nicht gemacht hätte, ich hätte den kontakt über familie, mehrere kinder, andere stadt, beruflich am anschlag usw. vermutlich verloren, nicht weil beabsichtigt, sondern weil das einfach passiert wäre. ich bin ihm dankbar, dass er den kontakt gehalten hat, in sehr schwierigen zeiten habe ich ihn angerufen und bin auch hin gefahren, weil ich mit einem mann sprechen wollte, das war sehr hilfreich. nun ist er sehr krank und ist froh, dass er mich anrufen kann, so alle 3 wochen und ich zeit für ihn habe, er wichtig ist, er mich ab und zu besucht usw.

was ich sagen will: die menschen sind unterschiedlich und eine freundin, die sich von sich aus kaum rührt, kann dich trotzdem mögen und erlebt dich menschlich als gewinn. davon hast du auch etwas, auch wenn das asymetrisch ist. wenn du sie entsorgst, hast du auch verloren. ich halte es für sinnvoller die asymetrischen beziehungen auch einfach zu halten, es sind ja immer menschen und ich interpretiere verhalten grundsätzlich nach dem spruch "richte nie über einen menschen, solange du nicht zwei monde lang in seinen schuhen gelaufen bist." weißt du deine "verurteilung" deiner freundin, die der beendigung der freundschaft voran ging basiert auf einem verletzt-gefühl von dir und du begibst dich in den hochstatus der überlegenheit und kannst sie "aburteilen" mit dem höchststrafespruch: dich gibt es nicht mehr in meinem leben. das ist keine gute sache, auch dein leben wird ärmer, du hast einen menschen im stich gelassen und die chance vertan, einfach etwas zu geben ohne aufzurechnen... offensichtlich fühlst du dich damit ja auch nicht wohl, sonst würdest du hier nicht schreiben.

du hättest keinen bruch vollziehen müssen.

dir alles liebe

w
 
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Gast

  • #4
Mir geht es äbnlich wie Dir. Die betreffenden Personen fragen mich zwar nicht gar nicht mehr, ob ich etwas unternehmen wolle, sondern einfach viel seltener als früher. Mit einer Partnerschaft / Kindern haben sich halt ihre Lebensumstände und Interessen geändert. Schade, aber wohl kaum zu ändern von unserer Seite.

w/35
 
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Gast

  • #5
Mir geht es ähnlich wie der Fragenstellerin. Ich bin sehr gerne mit Familien zusammen. Gemeinsam etwas unternehmen oder am Essenstisch sitzen. Herrlich!
Nur musste ich feststellen, selbst wenn ich sage, dass es mir gefällt, kaum Einladungen kommen. Ob ich Feiertage alleine verbringe, ist den Familien egal. Sie haben ja sich.
Ich habe mich einfach damit abgefunden, dass es so ist und suche mir andere Bekanntschaften, die Lust haben, mich um sich zu haben, oder ein Hobby, welches die Zeit füllt.

Eine Freundschaft offiziell gekündigt habe ich deswegen allerdings nicht, sondern ich habe mich einfach ein bisschen zurückgezogen und melde mich nur, wenn ich Lust dazu habe. Eines Tages sind die Kinder groß, und vielleicht hat man dann wieder mehr Kontakt.

Verständnis für die Bedürfnisse eines Singles haben nur diejenigen, die selber lange Single waren. Wer jung geheiratet und Familie gegründet hat, kann kein Verständnis haben, gleichzeitig hat der Single Verständnis für die Bedürfnisse der Familien zu haben.

Das wird am Beitrag #2 sehr deutlich: Der Single Freund, der sich immer meldet und Kontakt hält. Nun ist er krank und muss immer noch von sich aus den Kontakt halten. Darf sich auch noch freuen, dass er anrufen darf. Die Dame meldet sich nur bei ihm, wenn es ihr selber schlecht geht und sie einen Zuhörer braucht. Und heißt solche asymetrischen Freundschaften auch noch gut. Ja, für sie selber.

In einer idealen Welt würden sich beide melden und Kontakt halten. Die Freunde, die mich regelmäßig um sich haben mögen, da passe ich auch gerne mal auf die Kinder auf. Jeder unterstützt den anderen. Das finde ich schön.

w 40
 
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Gast

  • #6
Mir geht es auch ähnlich. Habe zwei sehr gute, langjährige Freundinnen, die sich aber in den letzten Jahren sehr zu häuslichen Familienmenschen entwickelt haben. Kann man ihnen ja nicht vorwerfen, die Prioritäten ändern sich halt im Laufe des Lebens. Dass man aber dann seinen Freundeskreis so vernachlässigt, dafür habe ich kein Verständnis. Mir ist es gerade heute wieder passiert: Wir waren für heute abend zum Tanzen gehen verabredet, die eine Freundin hat heute morgen per sms abgesagt, da die Kinder krank sind, die andere Freundin rief dann an und sagte dass sie sich nur zum Essen treffen möchte, auf Tanzen gehen hat sie keine Lust. Diese Situation erlebe ich jetzt schon zum dritten Mal und langsam habe ich keine Lust mehr immer hinterher zu laufen. Wir treffen uns sowieso nur noch so selten, alle Monate mal, da ärgere ich mich schon, dass das dann auch noch wieder wegen Unlust und Bequemlichkeit abgesagt wird. Da kann man sich nur parallel einen neuen Frendeskreis aufbauen, der ähnliche Interessen hat und ein bisschen unternhemungslustiger ist. Um nochmal zur eigentlichen Frage zurückzukommen: nein, ich werde auch nicht mehr gefragt, ob ich mit Kindern oder befreundetet Paaren etwas unternehmen will. Zum Kindergeburtstag werde ich eingeladen, klar da gibts dann auch Geschenke, ansonsten werde ich auch kaum noch eingebunden. Empfinde ich als sehr frustrierend und von guten Freundinnen hätte ich mir mehr erwartet.
 
  • #7
Ich habe da gar keine Erwartungshaltung meinen Freunden gegenüber. Man ist ja schließlich schon groß und kann selber den Mund aufmachen, wenn man einen Wunsch hat! Ich meine, jeder ist seines Glückes Schmied. Meine Freunde sind nicht meine Eltern und haben auch keine "Hegepflicht" mir gegenüber.
Finde diese Erwartungshaltung immer etwas befremdlich.

Man sollte auch nicht erwarten, dass andere die eigenen Gedanken lesen. Schon gar nicht, wenn sie eigene Familie & entsprechend um die Ohren haben. Wenn ich mitkommen möchte zum See, dann sage ich ganz konkret: "Wenn Du das nächste Mal fährst, rufe mich doch kurz an, ich käme gerne mit!"

Hängt wahrscheinlich auch mit der eigenen Selbstwahrnehmung als Single zusammen. Ich finde mich keineswegs arm und bedürftig, oder gar bedauernswert, weil ohne Partner. Mein Leben ist so toll und vielfältig, wie ich es mir gestalte.
 
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  • #8
Ich (w) bin schon lange Single und habe nur noch wenig Kontakt zu verheirateten Freundinnen und Paaren mit Kindern. Diese Kontakte sind im Lauf der Jahre einfach eingeschlafen. Wahrscheinlich, weil die Interessen sich auf beiden Seiten stark verändert haben. Vor ein paar Jahren war ich einmal bei einem befreundeten Pärchen mit Kleinkind zu Silvester eingeladen. Es waren nur junge Familien da, die ich nicht kannte und ich kam mir vor wie das dritte Rad am Wagen, obwohl ich mit allen ins Gespräch kam und mich auch nicht ins Abseits stellte. Es war eines der ödesten Silvester meines Lebens.
Da unternehme ich viel lieber etwas mit meinen Single-Freunden, mit denen ich auch in regelmäßigem Kontakt bin. Leider ist es halt so, dass durch andere Lebensumstände auch andere Interessen und andere Kontakte in den Vordergrund treten. Ich bin lieber mit Singles zusammen als mit Pärchen und Familien.
 
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  • #9
I
Finde diese Erwartungshaltung immer etwas befremdlich.

Man sollte auch nicht erwarten, dass andere die eigenen Gedanken lesen. Schon gar nicht, wenn sie eigene Familie & entsprechend um die Ohren haben.
Nachdem in den Beiträgen hier durchscheint, dass sich Paare und Familien kaum für die "Gedanken" von Singles interessieren, sehe ich auch nicht ein, wieso ich dann - mal wieder - Verständnis aufbringen sollte, dass ja Pärchen und Familien so viel um die Ohren haben und Kinder - ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft - sowieso für alles eine Rechtfertigung darstellen.

Natürlich kann niemand die Gedanken eines anderen lesen, aber das hängt nun wirklich nicht von Familie usw ab... Und wer eine Freundschaft aufrecht erhalten will, muss das dem anderen halt schon auch hin und wieder signalisieren. Das gilt natürlich für alle Beteiligten. Eine einseitige Freundschaft funktioniert selten.
 
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Gast

  • #10
Für mich persönlich ist es wichtig, dass meine Freundin auch in guten Tagen zu mir steht und nicht nur wenn es einem mies geht.
Klar haben Familien ihren Zeitplan, aber es ist kein Grund auf einmal "zeitlos" zu werden.

Es gibt da einen Spruch.
"Wer etwas will, sucht nach Möglichkeiten. Wer etwas nicht will sucht nach Gründen."

Also meine Freundin wird von mir und den Kids gut eingebunden. ;-)
Sie ist wie eine Schwester über Jahre, manchmal träge, aber die Kids sorgen schon dafür...dass sie nie unter Vereinsamung leidet.;-) Wir unternehmen gemeinsam Dinge, soweit es möglich ist.
 
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  • #11
Ich bin w40 single und kinderlos.
Natürlich haben fast alle FreundInnen um mich herum in den letzten Jahren Familie gegründet und viele Kontakte sind eingeschlafen.
In meinen Augen ist Freundschaft aber etwas gegenseitiges. Wenn mir diese Menschen etwas wert sind, dann akzeptiere ich, dass sich ihre Prioritäten verschieben und die Kinder nun mal zu ihrem Leben dazu gehören. Das heisst, ja, dass auch mal jemand spontan etwas absagen muss oder keine "Lust" hat bis spät auszugehen - weil total übermüdet. Das akzeptiere ich. Wenn ich meine Freunde sehen will, heisst das halt auch, ich gehe mit mit den Kindern schlittschuhfahren oder was auch immer.
So funktioniert das für mich gut, dadurch bleiben die Freundinnen auch mit mir in Kontakt und freuen sich auch mal, mit mir einen "Frauenabend" zu machen. Dass ich dabei nicht erwarten kann dass das wie früher laufen soll - spontaner Anruf und dann bis spät in die Nacht abtanzen - ist doch logisch. Verabreden wir uns halt 3 Wochen vorher und gehen schön essen.
Mir scheint eher dass die Familien in meinem Umfeld eine Art Minderwertigkeitskomplex haben bzw. meine Realität auch nicht mehr richtig wahrnehmen. sie scheinen zu denken ich lebe immer noch wie mit 25 und dann kommen Sprüche wie "hach wir können jetzt halt nicht mehr spontan ausgehen". Offenbar scheint sie das davon abzuhalten, sich bei mir zu melden. Ich kläre sie dann auf, dass sich mein Leben auch verändert hat und ich das auch nicht kann: Erstens ist ja niemand mehr da der mitgeht, zweitens, mit 40, hab ich nach einem langen Arbeitstag bzw. -woche auch nicht mehr immer die Energie, noch auf den Putz zu hauen, und grundsätzlich irgendwo auch diese Lebensphase hinter mir. Ich muss also meine Freunde richtiggehend ermutigen, sich bei mir zu melden, und JAAAAA es ist ok für mich zu Kaffee und Kuchen vorbeizukommen und die Kinder sind dabei.

Ich finde die Freundin der FS ist ein Einzelfall, das kann es immer geben mit oder ohne Kinder, dass eine Freundschaft einseitig wird. Aber grundsätzlich: Familiengründung ist eine grosse Veränderung im Leben und in einer echten Freundschaft, heisst das, dass beide Seiten versuchen, etwas konstruktives daraus zu machen.
 
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  • #12
Liebe FS,

ich bin selber Single-Mutter, hatte immer mindestens 1 Tag in der Woche frei, weil mein Kind dann beim Papa war und bin dazu kein Gluckenmensch oder so.

Ich denke dein Problem hat gar nichts mit Kindern zu tun, sondern ist eher ein Zeichen von Desinteresse zu sehen.

Ich habe auch zu einer anderen Single-Mutter den Kontakt abgebrochen, weil immer ich Diejenige war, die vorgeschlagen und gesagt und gemacht hat. Dabei war ihr Kind schon fast volljährig. Aber sie hat es nur geschafft, mich anzurufen, wenn es ihr schlecht ging. Aber mich mal anzurufen, zu fragen, wie es mir geht usw. kam ihr nie in den Sinn.

Später rief sie mich 2x an, um zu fragen, warum ich sie nicht mehr anrufe. Sie hat es nicht gescheckt, die Arme....

Nein, ich bin es leid, mich solchen Menschen erklären zu müssen, Hinweise zu geben usw. Entweder jemand achtet von Anfang an auf eine gute Balance, oder erklärt sich von alleine, wenn er/sie mal nicht so kann. Aber dieses ständige Nachfragen, Hinterhertelefonieren usw. mache ich nicht mehr.

Von Energievampiren halte ich mich fern, denn das sind solche Menschen.

w 49