• #1

Was ist schlimmer Kinder oder Arbeit?

Haben Sie Kinder? Wenn ja: Wie haben Sie die Umstellung vom Arbeitsleben auf die Elternzeit wahrgenommen? Hat Ihnen etwas gefehlt? Welche Tipps können Sie werdenden Eltern mit auf den Weg geben? Hat die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen ein Problem dargestellt?
 
  • #2
Die Formulierung "schlimmer" ist vielleicht ein bisschen unglücklich gewählt. Schließlich mag man ja in der Regel sowohl seine Kinder als auch bestenfalls seine Arbeit.

In den ersten Jahren meines Kindes habe ich arbeiten-gehen stets als "Urlaub" verbucht. Dort konnte ich meine Nerven regenerieren und endlich mal etwas durchgängig schaffen und fertigstellen.Mein Sohn hatte eine teilweise sehr heftige und langanhaltende Trotzphase. Zuhause war ich geistig unter- und nervlich überfordert. Und jeder, der Kinder hat, weiß, daß man selten zuhause etwas hintereinander schaffen kann, immer alles unterbrechen muß und wie nervig das ist. Von der Effizienz ganz zu schweigen.
Inzwischen ist bei uns aber alles im Lot.
 
G

Gast

  • #3
Also erstmal: Die Fragestellung ist etwas daneben - Kinder oder Arbeit? Das sind doch schon wieder Vorurteile. Kinder machen Arbeit!
Vielleicht wäre die Fragestellung Kinder oder Berufsleben geeigneter.

Ich habe 2 Kinder, die sind aber schon groß.
Nach dem Studium habe ich 6 Jahre gearbeitet und hatte sehr viel Kontakt zu Menschen. Als das erste Kind da war, wollte ich 1,5 Jahre pausieren, weil ich der Meinung bin, dass es gut ist fürs Kind und ich auch erleben wollte, wenn mein Kind den ersten Schritt macht und das erste Wort spricht.
Es war schön, aber auch sehr anstrengend, viel mehr Arbeit als in meinem Job. Was mir aber gefehlt hat, war der Kontakt zu Erwachsenen. Krabbelgruppen waren nicht so mein Ding, denn die Gespräche drehten sich dort nur um die Kinder. Ich wollte aber nicht nur Mama sein sondern auch eine ganz normale Frau mit Interessen außerhalb der 3 K.
Ich bin dann wieder TZ zurück in den Beruf und nach nochmal 1,5 Jahren kam das 2. Kind, ein 5-jähriger Auslandsaufenthalt durch den Job meines Mannes. In dieser Zeit war ich natürlich ganz zu Hause, eine Arbeit wäre im Ausland nicht möglich gewesen. Das war noch schwieriger, denn nun fehlten mir fast alle Kontakte.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass es richtig und gut war. Heute bin ich wieder voll in meinem Beruf, denke aber auch gerne an die Zeit als Vollzeitmutter zurück.
Wer aber glaubt, dass das eine Erholung ist - Fehlanzeige!
 
G

Gast

  • #4
Kinder sind eine Bereicherung, brauchen Aufmerksamkeit, Pflege und eine gesunde finanzielle Grundlage. Ich habe beides vereinbart, meinen Betrieb geleitet und meinen Sohn erzogen und betreut, in den ersten Lebensjahren, bis zum Eintritt in den Kindergarten, mit Unterstützung meiner Mutter. Er ist jetzt erwachsen und gut geraten. Als schlimm habe ich die Zeit mit meinem Sohn nie empfunden, meine Arbeit hin und wieder schon. Aber gerade, wenn man Kinder hat, ist es wichtig, die finanzielle Grundlage zu sichern. Frauen überlassen das ja gern dem Vater des Kindes, ich konnte mich diesbezüglich leider nicht auf die Mutter des Kindes stützen, sondern habe auch sie noch finanziell durchziehen müssen. Kinder gehören zum Leben und in fast allen Kulturen und Zeiten haben Mütter und Väter gearbeitet u n d Kinder erzogen. Wenn das nicht geht, läuft etwas falsch. Hätte ich (weil Multimillionär oder so) es wählen können, hätte ich mich für Kindererziehung entschieden. Das ist tatsächlich weit weniger anstrengend ...
 
G

Gast

  • #5
Wenn die Frage so gemeint ist, wie sie gestellt ist, dann ist für den/die FS sicher Kinder haben schlimmer.

Fürchterliche Frage, und mir tun jetzt schon die Kids leid.

Karriere machen und Kinder bleiben lassen
 
G

Gast

  • #6
@4: Diese Frage wurde meines Wissens im Namen von Elitepartner zur Diskussion gestellt, also ist diese Bemerkung wohl fehl am Platze.

Das Thema finde ich interessant, denn ich selbst habe ein 8 Wochen altes Kind. Es ist tatsächlich eine Umstellung. Jedoch muss ich sagen, dass viele Mütter übertreiben. Was fehlt ist die Wertschätzung und Anerkennung, die bekommt man im Job mehr. Darum müssen viele Mütter übertreiben wie schwer sie es haben. Ich hatte einen Knochenjob und genieße es, mal ne Auszeit zu haben. Jedoch irgendwann wieder arbeiten gehen oder ein Hobby haben ist meiner Meinung nach wichtig! Die Anfangszeit mit Kindern ist ein Fulltimejob, aber wenn sie dann mal in den Kindergarten gehen hat man doch Freiräume als Vollzeit-Hausfrau und Mutter.
Bald ziehen beruflich bedingt durch meinen Mann um und dort kenne ich niemanden. Das wird denke ich nicht einfach, davor habe ich doch ganz schön Respekt.
 
  • #7
Wer Kinder liebt, wird die Arbeit mit ihnen nicht als so stressig empfinden.
Obwohl sie, rein sachlich, m.E. anstrengender ist. Mehr Stunden, längere Arbeitszeiten, kein Tag frei.

Wenn der Partner/in abends von der Arbeit kommt, hat er frei von seinem Job.
Während man mit den Kindern noch ca. drei Stunden lang zu tun hat.

Es ist die Einstellung im eigenen Kopf. Was Einem persönlich besser zusagt: Kinder oder Job.
Knifflig für Leute, die sich nicht entscheiden können, und Beides möchten. Man sollte es ihnen ermöglichen.
 
G

Gast

  • #8
ich finde die Frage sehr gut gestellt - eben ein weinig provokant, aber dadurch auf den Punkt zugespitzt. Es ist doch so: Frauen / Männer, die die Kinderbetreuung übernehmen beklagen sich nicht selten, wie stressig das sei und wie unausgefüllt sie aber geistig wären. Ebenso beklagen sich die Geldverdiener, wie stressig der Job sei und wie sehr dieser ihn/sie oft ankotzen würde. In diesem Sinne verstehe ich die Frage.
w,41
 
G

Gast

  • #9
Das Thema finde ich interessant, denn ich selbst habe ein 8 Wochen altes Kind. Es ist tatsächlich eine Umstellung. Jedoch muss ich sagen, dass viele Mütter übertreiben. Was fehlt ist die Wertschätzung und Anerkennung, die bekommt man im Job mehr. Darum müssen viele Mütter übertreiben wie schwer sie es haben. Ich hatte einen Knochenjob und genieße es, mal ne Auszeit zu haben. Jedoch irgendwann wieder arbeiten gehen oder ein Hobby haben ist meiner Meinung nach wichtig! Die Anfangszeit mit Kindern ist ein Fulltimejob, aber wenn sie dann mal in den Kindergarten gehen hat man doch Freiräume als Vollzeit-Hausfrau und Mutter.
Bald ziehen beruflich bedingt durch meinen Mann um und dort kenne ich niemanden. Das wird denke ich nicht einfach, davor habe ich doch ganz schön Respekt.
Dein Kind ist 8 Wochen !!! Wie kannst du da ermessen, welche Arbeit ein Kind macht. Du redest jetzt nach 8 Wochen schon von einem Fulltime-Job. Mit 8 Wochen liegen die meisten Kinder fast den ganzen Tag im Bettchen, sie trinken und machen die Windeln voll - mehr nicht. Du gehst mal mit ihnen an die Luft und ansonsten schaust du ins Bettchen und freust dich. Nach 8 Wochen stehst du in der Familie und im Freundeskreis noch im Mittelpunkt.
Warte mal ein paar Monate ab, wenn das Kind zahnt, nicht durchschläft, dich entweder mit Brei oder mit Matsch bekleckert. Wenn das Kind seine Trotzphase hat und einfach nur weint, ohne dass du weißt warum.
Nein, die Auszeit habe ich mir durch meinen Job genommen. Ich habe an 2 Tagen pro Woche gearbeitet und da hatte ich eine Kinderfrau. Ich habe diese 2 Tage genossen, denn da wusste ich, dass mich an diesem Tag niemand mit Spinat vollspuckt, dass ich keine Teletubbies anschauen muss und meine Konversation sich mal in einem Niveau über "wo ist denn der wauwau? da ist der wauwau" bewegt.
Ich war gerne Mutter, aber noch lieber Teilzeit-Mama.
 
G

Gast

  • #10
Ich finde Erwerbsarbeit schlimmer. Kinder kann man in eine Ganztagsbetreuung oder in ein Internat geben, aber um Erwerbsarbeit kommt man nicht herum, wenn man nicht vermögend ist oder von Hartz IV leben möchte.

Ausserdem finde ich den Umgang unter gleichberechtigten Erwachsenen schwieriger als unter Kindern, weil das Machtgefälle zwischen Erwachsenem und Kind einfach enorm ist. Ein solch enormes Machtgefälle gibt es in Deutschland zwischen Erwachsenen kaum noch.

w/50
 
G

Gast

  • #11
Ich finde Erwerbsarbeit schlimmer. Kinder kann man in eine Ganztagsbetreuung oder in ein Internat geben, aber um Erwerbsarbeit kommt man nicht herum, wenn man nicht vermögend ist oder von Hartz IV leben möchte.

w/50
Das hört sich nach Arbeitsfrust an - da würde ich einen Jobwechsel empfehlen, denn das klingt nach Frust und Mobbing im Job.
Wer seine Kinder liebt, der gibt sie nicht ins Internat! Und zur Ganztagsbetreuung?
Eine Mutter sitzt dann nicht zuhause und trinkt Kaffee!?
Dann wird Wäsche gewaschen, vorgekocht, eingekauft, Haushalt gemacht, Schreibtischarbeit erledigt - vom Versicherungskram über Hausverwaltung und sonstige Korrspondenz. Mittags muss man die Kinder oft früher abholen, weil sie zum Sport oder Musikunterricht müssen, die Wege sind oft weit und wenn die Kinder nicht 10+ sind, können sie auch noch nicht alleine los.
Dann noch Erledigungen für den Vollzeit arbeitenden Mann - von Reinigung bis Bankgeschäfte ist man doch für alles zuständig.
Nachmittags wollen die Kinder sich mit Freunden verabreden - da kann man die Kinder dann auch nicht alleine lassen und abends ausgehen geht auch nicht.
Zum Machtgefälle:
Klar kann man sich gegen Kinder einfacher durchsetzen, aber oft hab ich einfach nicht den Nerv dazu, weil ich keine Lust auf Geschrei und Geplärre habe, weil ich abends körperlich und nervlich auch nur noch auf Sparflamme funktioniere.
Was mich bei der NUR-Kinderbetreuungszeit genervt hat, war, dass ich nie ein Erfolgserlebnis hatte und abends dachte: "Heute warst du richtig gut!"
Und Geld bekommt man ja auch nicht!
 
G

Gast

  • #12
Alles ist "schlimm", was man im Übermaß genießt...!

Wer nur für Kinder lebt, riskiert schwierige Verhältnisse, gibt sein Leben auf, opfert, übermuttert, zieht sich vielleicht Muttersöhnchen und Berufsjugendliche auf....

Wer nur für Arbeit lebt, wird kalt, eigenbrödlerisch, beziehungsfremd, bekommt burn-out, kann keine sozialen Kontakte mehr schließen, bleibt allein, resigniert, wird unfroh, depressiv oder bekommt psychische Krankheiten....

Ich habe die letzen Jahre massiv erfahren, dass man mental nur gesund bleiben kann, wenn man alles in ausgewogenem Verhältnis genießt. Dazu gehört eine wohldosierte Normalität, eine zumindest mittelmäßige Partnerschaft mit Sex, das Anstreben eines höheren Zieles, wie gemeinsame Zukunft und Kinder. (Hier fängt es ja schon meist an, dass viele Dauersingles und Beziehungsanfänger mit einer gesunden Sexualität nicht mehr umgehen können. Beziehungsanfänger und Unerfahrene bis weit über 30 oder 40. Ergo, auch keine Kinder werden mehr in die Welt gesetzt, als wüßten sie nicht mehr wie es geht. Man hat Panik vor Beziehung, Ehe und Schwangerschaft. Irgendwo ist das nicht mehr normal und führt zu vielerlei neuen gesellschaftlichen Problemen für einen selber.)

Für mich gehören Arbeit, Kinder, Sex, Familie, Partnerschaft, Liebe alles wohldosiert in ein Leben. Fehlt nur eins, gibt es früher oder später einen Haken!

Es ist ok, wenn der eine oder andere keine Kinder in die Welt setzen will - sowas gab es schon immer. Aber so massiv wie heute war es noch nie. Und ich denke, die Leute denken auch nicht nach, welche traurige Konsequenzen eine solch eine Sache mit sich bringt. Eines Tages sind wir ausgestorben und das wäre ja schade. Ich bin also absolut gegen solche "Kinder oder Arbeit" Fragen, denn das ist kein Ultimatium, das ist Quatsch.
 
  • #13
Mit 8 Wochen liegen die meisten Kinder fast den ganzen Tag im Bettchen, sie trinken und machen die Windeln voll - mehr nicht.
Ha ha ha, welch ein Wunschdenken... Es gibt auch mit 8 Wochen Kinder, da schaffst Du es nicht einmal mehr, in Ruhe zu duschen oder auf die Toilette zu gehen. Hab mal ein Schreibaby, da ist nichts mit Rosenranken an der Haustür. oder dem wonnig wohl schlafenden Baby im Bettchen - die strahlende Mutti in Weiß - alles ist sauber und glänzt, von wegen! Da wäscht Du Dir täglich Babykotze aus dem Haar, schleppst die ganze Nacht Deinen Zwerg, kommst zu nichts anderem mehr, und sollst nebenher noch Milch produzieren und musst alle zwei Stunden Dein Kind anlegen...
 
G

Gast

  • #14
Es ist ok, wenn der eine oder andere keine Kinder in die Welt setzen will - sowas gab es schon immer. Aber so massiv wie heute war es noch nie. Und ich denke, die Leute denken auch nicht nach, welche traurige Konsequenzen eine solch eine Sache mit sich bringt. Eines Tages sind wir ausgestorben und das wäre ja schade.
Aber DU bist doch dann nicht mehr auf der Welt, also kann es dir doch egal sein, oder? Ich halte dieses immer wiederkehrende Argument gegen Kinderlose für absolut sinnfrei und verstehe nicht, warum es sogar gebildete Menschen immer wieder hervorkramen.
 
  • #15
Da ich immer sofort wieder voll gearbeitet habe, gibt es für mich kein ent oder weder. Jeder kann sein Leben so organisieren, dass er beides schaffen kann. Wer nur zu Hause bleibt, ict in meinen Augen einfach nur faul. w51