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Gast

  • #1

Was ist bei Ansprüchen noch normal?

Nachdem ich, 30, eine dreijährige Beziehung mit einem gläubigen Moslem und eine zweieinhalbjährige mit einem chronisch psychisch kranken Menschen mit Suchtproblemen hinter mir habe, wünsche ich mir nichts mehr als einen Mann, den ich attraktiv finde und der mir durch seine Lebensführung keine Sorgen oder Persönlichkeitsverunsicherung beschert.

Ich habe in den letzten zwei Jahren erschreckend viele Menschen kennengelernt, die unter psychischen Störungen leiden, suchtabhängig sind, keiner Arbeit nachgehen (können) oder ein Burnout hinter sich haben, so dass ich nun als Frau, (die ihrem Liebsten durch eine stabile Psyche und einen festen, gut bezahlten Beruf derartige Probleme nicht beschert) verunsichert bin und frage:

1. ist das das, was frau heute erwarten muss?
2. bin ich zu anspruchsvoll, wenn ich sage, dass ich das nach meinen Erfahrungen kein weiteres Mal mitmachen will
3. würdet ihr eine Beziehung mit jemandem eingehen, bei dem ihr von vorneherein wisst, dass er nicht gut im Leben steht oder psychisch instabil ist?

Konkret gesprochen: Habe vor einer Woche ein Date mit einem Menschen gehabt, der nach einem Burnout nun ein Auszeitjahr nimmt. Er will sich nächstes Jahr selbständig machen.
So herzlos es klingt: ich habe keine Lust, mit ihm Zukunftsprojekte zu starten oder Kinder zu bekommen, weil es mir zu riskant erscheint und ich in ihm keine starke Vaterperson sehe.

Sagt es mir: Sind meine Ansprüche damit schon zu hoch? Ich weiß echt nicht mehr, was noch normal ist.
 
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Gast

  • #2
Liebe FS,
ich finde es ganz schlimm, dass Du so extreme Menschen kennengelernt hast!
Deine Ansprüche sind ganz normal und Du bist mit Sicherheit nicht in der Pflicht auch noch als Seelendoktor zu arbeiten!
Damit wäre jeder Laie schlicht weg überfordert.
Ich würde jedoch versuchen zu reflektieren, ob Du aus irgend einem Grund solche Menschen anziehst?!
Versuche das für Dich herauszufinden.
Es ist schon ein guter Schritt herausgefunden zu haben, dass man solche Partner nicht haben möchte und es ab jetzt von Beginn an ablehnt eine Beziehung zu Menschen, die ein massives Problem zu haben scheinen, zu starten.
Du hast die Wahl - laß Dir einfach Zeit mit der Suche!
Viel Glück und alles Liebe!
w.
 
G

Gast

  • #3
wünsche ich mir nichts mehr als einen Mann, den ich attraktiv finde und der mir durch seine Lebensführung keine Sorgen oder Persönlichkeitsverunsicherung beschert..: Sind meine Ansprüche damit schon zu hoch? ...
Deine Ansprüche - einen Mann den Du attraktiv findest und Dir keine Sorgen bereitet zu wünschen- sind nicht zu hoch.

Du hast wohl einen Hang Dich auf gewisse Männer einzulassen. Finde heraus wieso und überleg Dir, ob Du das ändern kannst und auch willst. Wenn Du das nicht änderst, dann lauten die Antworten leider 3 mal ja. Besser wäre es schon 3 mal nein.

M45
 
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Gast

  • #4
Hallo FS,

es gibt auch noch genug normale und unkomplizierte Männer. Vielleicht bist du unbewusst auf solche Exemplare fixiert und deshalb kommt es dir so vor, als ob es keine anderen gibt?
Überleg mal, ob das sein könnte und wenn ja, woher das kommt.

Das du einen normalen Mann willst, ist doch selbstverständlich. Das brauchst du hier nicht fragen.

Vielleicht probierst du es mal mit einem jüngeren? Die haben ja in der Regel noch nicht so viel durch.

w28
 
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Gast

  • #5
Ich denke, wenn man mehrfach problematische Beziehungen (oder Anziehungen, Beginne) erlebte, dann sollte man dringend bei sich selbst schauen ... Was suche ich / Was ziehe ich an?
Also, was fehlt dir, dass du immer auf solche triffst ... was suchst du, was willst du unbewusst ergänzen?
 
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Gast

  • #6
ich finde auch, dass deine Ansprüche vollkommen normal sind.
aber ist es nicht ein Phänomen der jetzigen Zeit, dass wirklich sehr viele Menschen (egal ob Mann oder Frau) irgendwie am Limit sind? Viele Menschen in meinem Umfeld bewegen sich an der Grenze zwischen vollkommen überfordert, keine Zeit mehr für so "normale" Dinge wie eine Partnerschaft, Gespräche, Austausch...
Ich mag sowas auch nicht mehr, das kostet zuviel Energie.
Aber, liebe FS: bleib bei deinen Ansprüchen, versuche Deine letzten Erfahrungen abzuschliessen und wende Dich Neuem zu.
Aber ehrlich gesagt, ein Jahr Auszeit spricht für mich eher für eine Strategie, die auf mich nicht psychisch instabil wirkt. Dazu gehört eine Menge Energie und Mut und Lebensfreude.
DU musst ja Deinen Job nicht aufgeben, aber ihr könntet Euch vielleicht gegenseitig bereichern?
alles liebe,
w/43
 
G

Gast

  • #7
Du ganz alleine entscheidest doch, welche Ansprüche normal sind. Meiner Meinung nach, braucht man sich weder für diese zu rechtfertigen, noch irgendeinen externen Maßstab dafür anzulegen. Eine Partnerschaft sollte immer das eigene Leben bereichern.

Ich (m, Akademiker, 45) durfte mir auch schon öfters anhören, dass meine eigenen Ansprüche überzogen wären (Akademikerin, schlank, max. 35 Jahre alt, Verdienst auf Augenhöhe). Aber genau diese Ansprüche haben mir in der Vergangenheit so manche "kaputte" Frau - was sich oft im Nachhinein gezeigt hat - vom Hals gehalten.

Der einzige Maßstab den ich zulasse, ist die Erfolgslosigkeit bei der Partnersuche. Wenn die Ansprüche dazu führen, dass man länger als drei Monate keinen entsprechenden Partner findet, dann sollten diese einmal kritisch überprüft werden.
 
G

Gast

  • #8
Ich vermute mal das es bei der Partnersuche nicht nur dir so geht.

Ich habe auch jemanden kennen gelernt (m48)..ich bin w46:

Dieser Mann ist voll mit Problemen behaftet. Die Gerichtsvollzieher geben sich die Klinke in die Hand.
4 Kinder von 4 verschiedenen Frauen. Entweder er ist ständig krank, oder arbeitslos. Jobs hält er nie lange durch.
Das er ständig arbeitslos oder krank ist, da vermute ich, das es um den Unterhalt der Kinder geht, er weiß , dass ihm letztendlich selbst nichts mehr übrig bleibt.
Ich habe mich vom Äußeren blenden lassen, denn nach außen sieht man es ihm absolut nicht an. Er tritt solvent ...charismatisch auf, nur darf man bloß keinen Blick hinter die Kulissen werfen.
 
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Gast

  • #9
Liebe FS,

ich kann Deine Frage sehr gut nachvollziehen. Mir (w41) gehen seit längerem ähnliche Gedanken durch den Kopf.
Man hinterfragt so langsam seine eigenen Ansprüche ... und auch ich bin mittlerweile ziemlich verunsichert. Besonders die Themen "Auszeit", "Burn Out" und Ehekrise (welche aus finanziellen Gründen nicht gelöst werden) spielen immer wieder eine Rolle.
Es kam hier der Hinweis, man solle überlegen, ob es Gründe geben könnte die es begünstigen, dass man vorwiegend solche Menschen anzieht. Mich würde interessieren woran man dies festmachen kann!?
Schon um selbst "gesund" zu bleiben habe ich für mich festgestellt, dass es sehr wichtig ist sich und seinen "Ansprüchen" treu zu bleiben :)

liebe Grüße!
 
  • #10
nicht schlecht.. man (Frau) braucht doch irgendwie ein geübtes Händchen und ein gutes Auge um solche Problemfälle sicher rauszupicken ..oder? ich kenne irgendwie keine solchen Leute.
 
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Gast

  • #11
Ich glaube, das es heuzutage normaler geworden ist, seine psychischen Probleme offen zu benennen. Gerade Burnout wird gern diagnostiziert und ist zur Modeerkrankung geworden. Ich denke, jemand der ernsthaft krank ist und dem es wirklich schlecht geht, der macht keine hochtrabenden Zukunftspläne.
Leider musste ich auch feststellen, dass es gerade in Singlebörsen vermehrt verhaltensauffälllige Personen gibt. Vielleicht auch, weil Frust und die Anonymität des Web dies forcieren.

Deine Ansprüche sind jedenfalls völlig normal.
Vielleicht ziehst du aber tatsächlich einen speziellen Männertypus an. Richte also deinen Focus neu aus und geh auch mal an neue Orte um dort andere Menschen zu treffen.
Alles Gute!
 
G

Gast

  • #12
Nun, man stellt ja hier auch Fragen um konträre Antworten zu bekommen. Daher, ich wäre erstmal überhaupt keine Beziehung zu einem gläubigen Moslem eingegangen. Nie! Das da die Frau weit hinter dem Glauben, dem Iman, dem Koran steht weiß doch heute jedes Kind und das habe ich jetzt noch freundlich ausgedrückt. Und es 2,5 Jahre mit einem chronisch psychisch kranken Menschen mit Suchtproblemen auszuhalten, ist wohl auch eher eine Form von: wie Leidensfähig bin ich!? Ich hätte da spätestens nach 3 Wo die Flucht ergriffen. Von daher denke ich, Du solltest eher an Deiner Persönlichkeit's Inventur anfangen.
 
G

Gast

  • #13
Die FS ist ja noch relativ jung und wird sicherlich nach diesen Erfahrungen an ihrer Persönlichkeit arbeiten. Nicht umsonst hat sie ihre Frage hier gestellt.

Ich, als fast 50zig jährige mache seit Jahren ähnliche Erfahrungen und natürlich wird mir jeder wieder antworten, dass ich selber schuld bin, dass ich solche Männer "anziehe". Aber so einfach kann man es sich nicht machen.

Man sieht ja einem Mann beim Kennenlernen erstmal in der Regel nicht an, dass er psychische, physiche und finanzielle Probleme hat. Das kommt erst beim 3. oder 4. Date langsam ans Tageslicht. Diese Männer sind ja nicht doof...

Ich denke, dass die guten und halbwegs stabilen Männer, die halbwegs noch gut aussehen und halbwegs gute Manieren usw. haben und nicht bindungsgestört usw. sind, schnell vom Markt weg sind. Frau muss viel Glück haben, um auf solche freien Männer zu treffen, wo es dann halt auch noch mit Beiden gut passt. Jeder hat ja auch so seine Vorlieben und Geschmäcker.

Daher treffen Frauen vermehrt auf die Männer, die halt übrig bleiben. Es geht ja nicht nur der FS oder mir so, sondern auch Freundinnen von mir. Alle diese Frauen sind berufstätig, sind normale Angestellte, haben einen stabilen und kontinuierlichen Lebens-Berufsweg hinter sich. Teilweise sogar ohne Kind, oder Single-Mama. Alle sind nicht freiwillig Single, aber machen alle immer wieder ähnliche Erfahrungen. Das kann kein Zufall sein.

Hier scheinen Gesetzmässigkeiten zu funktionieren, die noch keine definieren konnte.

Und jetzt bitte keine Antworten von Männern, dass ich und diese Frauen angeblich zu hohe Ansprüche stellen. Das tun wir garantiert nicht. Wir wollen nur das, was jeder gesunde Mann, der reflektieren kann und seine Ansprüche hat, sich auch wünscht.

w
 
  • #14
Ich würde dir empfehlen, dringend dein Jagdrevier zu ändern, und das Beuteschema gleich mit. Du scheinst zu Extremen zu neigen und ohne Probleme lösen zu dürfen geht es dir wohl nicht gut.
Ich habe jetzt bewußt auch mal dürfen geschrieben, denn eine Frau, die einigermaßen auf sich selbst achtet, läßt Probleme bis zu einem gewissen Grad an sich ran, versucht zu helfen, hat aber doch irgendwo diesen Zaun, der sie schützt und der auch eher nicht durchhbrochen wird. Wenn ich mal wieder so ein "Problemkind" an mich ran lasse, mach ich das ganz bewußt und freu micht, helfen zu dürfen!
Wenn solche Dinge zu einem Problem werden, und jeder hat hierbei selbst seine Grenze, ist es erforderlich, unbedingt diese, zugegebenermaßen, unangenehme Diskussion mit sich selbt zu führen und diese auch zu gewinnen!
 
G

Gast

  • #15
Du fragst, was normal ist ... Also gehäuft auf solche Fälle bei der Partnersuche zu treffen bzw. sie als Partner zu haben ist auf jeden Fall nicht normal.

Was normal ist, dass jeden Menschen auch irgendwann einmal schwere Zeiten und Schicksalsschläge treffen können, z.B. enorme Belastungen durch berufliche Herausforderungen und Pflege schwerkranker Familienangehöriger u.s.w.. Das nimmt einen zwar so lange die Belastung besteht ganz schön mit, aber danach ist man durchaus psychisch gestärkt und nicht traumatisiert. Es ist fast ein Glücksfall auf einen Partner zu treffen, der schon so manches durchgestanden hat und das Leben in all seinen Facetten kennt. Man soll sich also nicht grundsätzlich von der Vergangenheit seiner potentiellen Partner abschrecken lassen.

m/45
 
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Gast

  • #16
Ich finde es bemerkenswert, dass ein Mann von Anfang an mit offenen Karten spielt und sagt, dass er einen Burnout erlitten hat und eine Auszeit nimmt, um wieder gesund zu werden.
Daran ist nichts Verwerfliches, im Gegenteil.

Schlimmer wäre es, wenn er völlig überfordert und psychisch am sprichwörtlichen Ende der Fahnenstange ist und NICHTS davon sagt, um vor der (Damen-)Welt gut dazustehen.
Dass er sich zu seiner Verfassung bekennt, zeigt in meinen Augen menschliche Größe, zumal Depressionen etc. pp. zwar heute mehr in der Öffentlichkeit sind, aber die betroffenen Menschen nach wie vor stigmatisiert werden ("Soll sich mal zusammenreißen, nicht ganz dicht, viel arbeiten müssen wir alle..."). Jeder kennt diese Sprüche und JEDER kann in die Situation kommen, an einem wie auch immer gearteten psychischen Problem zu erkranken.

Ich bin ein absolutes Arbeitstier, bin alleinerziehend und arbeite Vollzeit.
Meine desolate private Situation und die steigende berufliche Belastung haben dazu geführt, dass bei mir eine depressive Erschöpfung diagnostiziert wurde und ich seit mehreren Wochen krank geschrieben bin.
Und trotzdem halte ich mich nicht von der Partnersuche fern. Bis jetzt ist es immer positiv aufgenommen worden, dass ich mit offenen Karten bezüglich meiner Erkrankung gespielt habe.
Und die Männer haben keineswegs ein Helfersyndrom oder so, im Gegenteil.
Eher bin ich diejenige, die alles etwas "slowly" angehen lassen will.

Also bitte nicht immer gleich den Stab über Menschen brechen, die zu ihrer gesundheitlichen Fehlbarkeit stehen und alles dafür tun, wieder gesund zu werden.

w, 44
 
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Gast

  • #17
Es ist absolut verständlich, was die User aus den letzten Beiträgen geschrieben haben. Aber diese Gedanken gehen an der Frage der FS vorbei.

Sie fragt ja, warum sie nur solche Männer kennenlernt. Es muss ja auch Männer geben, die diese massiven Probleme nicht haben.

Ich habe auch sehr schlimme Zeiten mit einem starken Erschöpfungssyndrom und Therapie hinter mir, aber in dieser Zeit war ich auch nicht auf Partnersuche, weil ich denke, dass man überhaupt keine guten Bedingungen mitbringt, um a: einen vernünftigen Mann für sich zu gewinnen und b: den Anforderungen einer gesunden Beziehung überhaupt gewachsen zu sein.

Ich denke, wenn jemand nicht halbwegs psychisch, physich und finanziel stabil ist bringt der Mensch keine guten Bedingungen mit, um eine Beziehung, die eine gute Partnerschaft werden soll, mit zu gestalten. Ich finde es auch respektlos dem Anderen gegenüber solche Probleme zuzumuten. Offenheit beim Kennenlernen hin oder her.

Ich habe mir damals eine lange Auszeit vom Thema Partnersuche gemacht, weil ich so mit mir selbst, meinem Leben, meinen Job als berufstätige Single-Mama beschäfitgt war, dass ich gar nicht genug Kraft und Hingabe für einen Mann gehabt hätte. Es wäre ihm gegenüber unfair gewesen.

Heute geht es mir sehr gut, in jeder Hinsicht, das Kind ist fast volljährig und da will ich natürlich einen Mann, der auf einem ähnlichen Lebensqualitäts-Level lebt wie ich. Warum sollte ich mir einen Mann als "Partner" wählen, der wenig positive partnerschaftliche Fähigkeiten, mangels gesundheitlich, psychischer oder finanzielle Probleme, mitbringt. Aus Liebe? Nee, so naiv bin ich nicht mehr.

Das später in einer Beziehung natürlich Probleme auftauchen können ist logisch, aber auch wieder ein ganz anderes Thema.

w 50
 
G

Gast

  • #18
Hallo nochmal, ich melde mich als Fragestellerin zurück.

Ich finde die gesamte Palette der AW sehr sehr hilfreich, da denkanstoßend und kritisch.
Muss gleich dazu sagen: Ich bessere mich aber bereits schon! Ich habe neben dem Kandidaten, von dem ich berichtete, auch einen anderen Menschen (vor zwei Monaten) nicht im Internet, sondern auf einer Messe kennengelernt, den ich anfangs sehr sympathisch und auch attraktiv fand. Es stellte sich jedoch nach mehreren Treffen heraus, dass das Geben und Nehmen sehr einseitig ist. So war er viermal bei mir, ich wurde aber nie eingeladen, Er gibt sich auch nicht anderweitig besonders Mühe: so darf ich nach einem gemeinsamen Einkauf für's gemeinsame Kochen die Tüte tragen. Wir trinken daheim meinen Wein und er bringt nie selbst mal ein Fläschchen mit.... kurzum... nicht gerade ein Traum. Früher hätte ich dran gehangen und es mit mir machen lassen, aber ich stelle mit Stolz fest, dass ich nun selbst sage: Lass es, mach nicht weiter, hoffe nichts.... der wird dir nicht gut tun. Und so konnte ich ohne Herzschmerz von ihm loslassen.
Da mir der andere Kandidat nicht geheuer ist und es leider auch nicht durch Attraktivität wettmacht (ich kann mir nun mal nicht vorstellen, mit einem für mich unanziehenden Menschen zu schalfen), werde ich auch bei ihm nicht wieder Jahre des Probierens ins Land gehen lassen.

Also... da ist doch ein Fortschritt erkennbar, oder nicht?

Interessant ist für mich vor allem die Frage, was bei mir und vielen anderen Frauen psychologisch zu Grunde liegt, wenn man wirklich vorwiegend solche Männer anzieht. Denn da müsste ja der Knoten geknackt werden. Wo ist der Schalter, welchem falschen Selbstbild oder Denkvorstellung unterliegen wir? Mangelt es an Selbstwertgefühl? Oder ist es etwas anderes?

Es ist nur ein Thema abseits aber: Ich gebe auch zu, dass mich das Gefrage und Gerede meiner Eltern unter Druck setzt. Es ist schier unmöglich, ihnen - die sich mit ungefähr zwanzig und in einer anderen Zeit gefunden haben - zu erklären, dass sich die Zeiten geändert haben und dass man mit dem Alter erfahrener und damit nicht mehr unbedarft ist. Traurig stimmt mich manchmal auch das Gefühl, dass es insbesondere meiner Mutter nur darum zu gehen scheint, dass ich so langsam eben "einen" finde und nicht, dass mich dieser Mensch glücklich macht. Ihr Vorstellung, dass dies durch intensives Suchen schneller gelinge, setzt mich oft unter Suchdruck. Es macht mir eigentlich gar keinen Spaß mehr zu daten und ich ziehe Abende mit Freunden einem Rendezvous vor.

Tja, es scheint nicht mehr viel von Unbeschwertheit und federleichtem Sich-Verlieben übrig zu sein. (Ich werde versuchen, erstmal diesen Pessimismus zu beseiten)
 
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Gast

  • #19
Nachdem du jetzt recht ausführlich geschrieben hast, möchte ich (#4) noch etwas ergänzen. Mir gefällt dein Schreibstil und aus dem Text lese ich ein bischen "den Menschen in dir". Ein wichtiger Punkt ist sicher eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft im Sinne, es dem Partner wohlig und angenehm zu machen, ihn zu unterstützen und Probleme tolerant zu sehen. Das sind Eigenschaften, die "gut" sind und es wäre sehr schade, sie über Bord zu kippen. Nur, man darf sich dabei nicht ausnutzen lassen, sollte sich bei aller Harmonie auch abgrenzen ... ab hier ist eben die Geduld zu Ende. Ich denke, der Richtige würde das nicht ausnutzen sondern genießen und zurückgeben. Die Frage ist nur, ist dieser Typ Richtig für dich auch reizvoll oder brauchst du (unbewusst) den Problemfall.

Die Erwartung deiner Eltern, hm, ja, dürfen sie haben, aber es ist dein Leben. Und je intensiver man auf der Partnersuche ist, desto schwerer wird es bzw. es kommen "komische Kompromisse" heraus. Obwohl das jetzt Unkerei ist: überleg mal, ob du einen kleine "Helferkomplex" hast und inwieweit das mit deiner Erziehung/der Zeit deiner ersten Lebensjahre zu tun hat.
 
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Gast

  • #20
Zitat von Gast;498374...:
so darf ich nach einem gemeinsamen Einkauf für's gemeinsame Kochen die Tüte tragen...Früher hätte ich dran gehangen und es mit mir machen lassen, aber ich stelle mit Stolz fest, dass ich nun selbst sage: Lass es

Also... da ist doch ein Fortschritt erkennbar, oder nicht?
Hier nochmal #2.

Richtiger Fortschritt wäre wenn Du es weder 1) "mit mir machen lassen" noch 2) "Lass es" sondern es kontruktiv und liebevoll 3) änderst: "Schatz, kannst Du mir mal helfen und die Tüten tragen". Kein Mann auf dieser Erde wird Dir diesen Wunsch verweigern.

Von 1) Love it, 2) Leave it or 3) Change it ist die 3 die schwierigste aber die lohnenswerteste.

Und ja, bevor es hier rumprasselt, mann kann das "Verhalten" des Partner schon bedingt "ändern" bzw. Beinflussen indem mann Grenzen aufzeigt, priorisiert, Kompromisse macht, alternativen aufzeigt, Gegenleistungen anbietet usw. Klingt alles nicht so sehr romantisch, aber besser als den vermeintlichen Traumprinz hinterher zu träumen.

Viel Erfolg. M45
 
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Gast

  • #21
Sie fragt ja, warum sie nur solche Männer kennenlernt. Es muss ja auch Männer geben, die diese massiven Probleme nicht haben.
Ich frage mich auch, warum die FS ausgerechnet solche unpassenden Männer kennenlernt. Ihr Verhalten steht ihr ja nicht auf der Stirn geschrieben. Was läuft da wirklich ab? Erkennen vielleicht solche Männer unbewusst solche Frauen und erwählen sich die Männer, die die FS und auch ich wollen, also die psychisch stabilen Männer, eher Frauen, die genau das Gegenteil der FS sind?

Oder gibt es einfach zu viele instabile Männer mit wenig partnerschaftlich taugenden Eigenschaften und daher treffen stabile Frauen daher mehr auf solche Männer?

w
 
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Gast

  • #22
Oder gibt es einfach zu viele instabile Männer mit wenig partnerschaftlich taugenden Eigenschaften und daher treffen stabile Frauen daher mehr auf solche Männer?
w
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wieso glauben eigentlich alle Frauen hier folgendes ?:

1. Die Männer hier, haben alle einen Schaden/Macke/beziehungsunfähig/verantwortungslose Egoisten.
2. Die Frauen hier, sind alles attraktive Powerfrauen, die Haushalt und Beruf komplett im Griff haben.

Das paßt doch nicht ?!
Ich würde da mal eher an eine Gleichverteilung denken. Der einzige Unterschied zum RL ist, meiner Meinung nach, der hohe Anteil an Geschiedenen. Und da sehe ich eher nur Scheidungsopfer, d.h. AEs und Zahlväter. Das beide Parteien im Leben etwas hinter sich haben sollte klar sein.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Gast

  • #23
Liebe FS,

ich fand sehr aufschlussreich, was Du unter # 17 geschrieben hast:
"Es ist nur ein Thema abseits, aber: ich gebe auch zu, dass mich das Gefrage und Gerede meiner Eltern unter Druck setzt."
Ich (w) bin mit 46 wieder unter das Dach meiner Eltern gezogen, um meinem alten Vater bei der Betreuung meiner demenzkranken Mutter zu helfen. Diese Situation zerrt an unser aller Nerven, und jeden Tag explodieren durch die Extremsituation kleine oder größere emotionale "Bomben".
Ich war (zum Glück!) fast 30 Jahre weit weg, aber mir wird jetzt klar, dass bestimmte familiäre Verhaltensweisen (moralischer DRUCK etc.) mich in der Vergangenheit leider mehr geprägt haben, als ich es für möglich hielt. Das betrifft auch die Auswahl meiner Partner.
Ich werde mich jetzt mit diesem Geflecht auseinandersetzen und es hoffentlich entwirren können.
 
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Gast

  • #24
Vielleicht solltest Du einfach Dein Umfeld ändern :

Wer einen Goldfisch sich angeln möchte , der kann nicht im trüben Teich nach ihm angeln !.....

Du solltest dort suchen wo sich Dein Wunschkandidat mit Wunschkriterien aufhalten würde :

er sollte Kunst mögen = dann schau in Museum - Vernisage - Kunstausstellungen oder Theater nach

er sollte nicht Trinker - BurnOut - Arbeitslos etc. sein dann such eine Location wo man z.B. Eintritt zahlen muß oder ein Drink sehr teuer ist ( das ist einem Alkoholiker zu teuer )....

SingleBörse mit Niveau = ElitePartner kostet Geld und daher sind auch Männer ( i.d.R. ) hier die bezahlen und sich dies genau überlegt haben ...statt andere Single Börsen die kostenlos und jeder Hinz und Kunz sich anmelden kann...

Das Umfeld des Partners sagt Dir viel darüber wie er ist oder sein könnte ..... schau halt genauer hin

Viel Glück

m-45
 
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Gast

  • #25
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wieso glauben eigentlich alle Frauen hier folgendes ?:

1. Die Männer hier, haben alle einen Schaden/Macke/beziehungsunfähig/verantwortungslose Egoisten.
2. Die Frauen hier, sind alles attraktive Powerfrauen, die Haushalt und Beruf komplett im Griff haben.

Das paßt doch nicht ?!
Doch das passt. Da gibt es sogar Untersuchungen, dass in div. Singelbörsen vermehrt Männer zu finden sind, die nicht beziehungsfördernde Umstände haben, im realen Leben daher keine Frau für sich gewinnen können und denken, dass das im Internet leichter ist.

Dazu passen auch die vielen Beiträge hier, dass viele Frauen von Männern angeschrieben werden, wo die Wünsche der Frauen gar nicht passen. Dazu passt auch, dass viele Männer, und ich bin eine längere Zeit in div. SB gewesen, ganz schlimme Fotos in ihren Profilen haben, die Profile nicht ausgefüllt haben usw.

Dagegen gibt es mehr Frauen, die die diese beziehungsschädlichen Faktoren halt nicht haben, ihr Profil schön ausgefüllt haben, wirklich gute Fotos ins Profil gestellt haben und auf wenig Resonanz stossen. Wie ich zum Beispiel. Anfragen von Männer mit Speckbauch, Schnauzbart, Sonnenbrille und gerippten Sporthemd am Sportwagen und schlecht ausgefüllten Profil und prolliger Anfrage finde ich absolut unmöglich.

Also das Verhältnis von Nachfrage der Frauen und gute Angebote durch Männer stimmen nicht.

Warum gibt es so viele Frauen, die berufstätig sind, ihr Leben gut meistern, oft dazu noch Kind/er haben, keine Egoisten usw. sind, von attraktiv bis normal aussehen, also genau das Gegenteil der beschriebenen Männer sind und ungewollt Single sind?

w 50
 
G

Gast

  • #26
Nochmal von mir als FS

@ Nr. 50.... ich versuche, daran zu glauben, dass deine Beobachtung nicht so ist, aber mir erscheint es ja auch oft so.
Wenn es wirklich so ist, könnte es mit dem geselslchaftlichen Wandel und den veränderten Rollenverhältnissen zusammenhängen? Nicht dass ich ihn als Bibel der Weisheit erachte, aber der Spiegel brachte doch unlängst eine Ausgabe zu "neuen Mann" und seiner schwierigen Rollenfindung.
Solle das zutreffen, so finden sich eben viele Frauen in folgender Situation (und ich übrigens auch):
Aufgewachsen mit Vätern und Großvätern, die mehr oder minder dem alten, konservativen Männerbild des arbeitenden aber kaum erzieherisch präsenten, handwerklich versierten, emotional schwer zugänglichen Familienoberhaupts entsprachen
aber
heute mit der neuen Männergeneration konfrontiert, die nur noch bedingt diesem Bild entspricht.

Oft will man ja das, was man seit Kindertagen gewohnt ist, denn das formt ja auch das eigene und das fremde Rollenverständnis.
 
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Gast

  • #27
@24:
Also das Verhältnis von Nachfrage der Frauen und gute Angebote durch Männer stimmen nicht.
w 50
Nach den Gesetzen des Marktes gleichen sich Angebot und Nachfrage aber immer aus oder es kommt kein Markt zustande.

Angenommen es gäbe hier nur schräge Männer, dann würde sich doch keine Powerfrau hier anmelden, sondern auch nur "Gestörte" und zwar auch in der ungefähr gleichen Anzahl ->Ausgleich von Angebot und Nachfrage.

Was Du da schreibst, kann nicht stimmen.

Noch krasseres Bsp: Du, als Frau, gehst auf eine Gay-Party um einen Mann als Partner kennenzulernen. Hier wird kein Markt zustande kommen, da Angebot und Nachfrage zu unterschiedlich sind. Du weisst das ja aber im voraus und deswegen gehst Du erst gar nicht hin.

Genauso ist das mit EP auch. Wenn Du als Frau denkst hier sind größtenteils Männer mit Macken, dann würdest Du Dich wohl kaum für Geld anmelden.
 
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Gast

  • #28
Liebe FS,

deine Geschichte könnte meine sein.
Ich meine z. B. die Sache mit der Tüte tragen nach dem gemeinsamen Einkauf um zu Hause gemeinsam zu kochen. Klar könnte man, wie eine Schreiberin schrieb, sagen: "(Schatz) könntest Du mir bitte die Tüte abnehmen?" und sicher würde er das auch tun, aber das würde mir so vorkommen, als hätte er keine andere Wahl und tut es, sozusagen "gezwungenermaßen". Vielmehr hätte es mich doch gefreut, würde er von alleine darauf kommen und gentleman-like die Tüte abnehmen. Ich kann dich da verstehen.
Auch ich habe fast ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Das sog. "Geben und Nehmen" war nie im Gleichgewicht, die Männer gaben sich nie wirklich viel Mühe und im Nacken stehen einem die Eltern, die mit den Fingern auf den Tisch klopfen und warten, dass was passiert. Ich sage meinen Eltern auch, dass die Zeiten sich geändert haben und es ist seltsamerweise heute schwieriger, trotz modernen Fortschritts, einen passenden Partner fürs Leben zu finden. Ich sehe meine Eltern, die sich in ihren 20ern kennengelernt hatten, geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt haben und heute Jahrzehnte glücklich verheiratet sind und sie wundern sich, wieso es z. B. bei mir nicht so reibungslos klappt wie bei ihnen. Auf der einen Seite verstehe ich sie auch aber der Druck ist schon immens, nicht nur Seitens der Eltern, sondern auch der Familie, die Fragen ohne Ende stellen.
Naja, jeder hat seine Ansprüche aber so hoch halten sollte man sie auch nicht, sonst steht man irgendwann alleine da!

w
 
G

Gast

  • #29
Doch das passt. Da gibt es sogar Untersuchungen, dass in div. Singelbörsen vermehrt Männer zu finden sind, die nicht beziehungsfördernde Umstände haben, im realen Leben daher keine Frau für sich gewinnen können und denken, dass das im Internet leichter ist.

w 50
Entschuldigung, aber Kommentare wie deine zeigen m.E. einfach nur wie selbstüberheblich und wichtigtuerisch einige Damen (von alt bis jung) sind.

Das erstreckt sich inzwischen nicht mehr nur auf das Berufliche sondern auch Private. Sich selber für eine absolute Top Nummer 1 halten, jedoch unter objektiven Gesichtspunkten nicht mehr als der Durchschnitt zu bieten haben.

Der andere Kommentator hat schon recht - die Verteilung bei Männern und Frauen zwischen Top, Durchschnitt und Unterdurchschnitt ist in etwa gleich verteilt.
 
G

Gast

  • #30
@27

Ich würde es niemals dulden, dass meine Eltern "mit dem Finger auf den Tisch klopfen und warten, dass was passiert". Diesen Druck gab es und gibt es bei mir nicht.

Ich finde es immer sehr seltsam, wenn erwachsene Frauen jenseits der 25 so auf diese Erwartungshaltung der Eltern abstellen. Käme mir niemals in den Sinn. Ich kann sowas auch ehrlich nicht nachvollziehen. Habe mich sehr früh von zu Hause abgenabelt und lebe mein eigenes Leben,
Meine Partnersuche geht doch meine Eltern nichts an.

w, 44