• #1

Was hält Frauen davon ab ihr Wissen mit Anderen zu teilen?

Gerade hier im Forum finde ich, dass Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei den meisten Diskussionen sehr ausgeglichen. Nun lese ich in einem Artikel, dass gerade bei Wikipedia, der Anteil der Autoren in Deutschland bei ca. 10 % liegt, was ich erschreckend wenig finde. Verantwortlich dafür soll der bereits bestehende hohe Männeranteil sein, ähnlich wie bei der "Frauenquoten-Diskussion" der letzten Wochen. Ist es wirklich so, dass Frauen sich selbst in den offenen Sphäre des Internets "unterbuttern" lassen. Oder welche Gründe seht ihr für diese geringe Beteiligung der Frauen an Wikipedia?
 
G

Gast

  • #2
Wenn ich mich im Bekanntenkreis umschaue, kann von 'unterbuttern' nicht die Rede sein, vielmehr nehme ich folgendes wahr:

Neben voller Berufstätigkeit und Kindern/Familie haben viele Frauen einfach keine Kapazitäten mehr frei, sich in der knappen verbleibenden Freizeit mit so etwas zu beschäftigen.
So ein Alltag erfordert bereits eine ganze Menge Organisationstalent und Kraft, dann ist da evtl. etwas Sport (etc) zum Ausgleich ...ein Tag hat nur 24 Stunden und frau muß Prioritäten setzen.
 
G

Gast

  • #3
Schließe mich #1 an.
Was sollen wir denn neben Kindern und Karriere noch alles tun?
Und selbst wenn ich die Zeit dafür hätte, lege ich keinen besonderen Wert darauf, einen Artikel für Wikipedia zu schreiben.
 
G

Gast

  • #4
Die Arbeit für Wikipedia -es IST Arbeit, wenn auch meist unbezahlte- macht nur Leuten Spaß, die bestimmte Eigenschaften haben.

Dazu zählen:

- Spaß an hoher Genauigkeit, durchaus einer gewissen Pedanterie
- Bei der Recherche scheint oft ein gewisses "Einzelkämpfertum" hilfreich zu sein.
- Bereitschaft, sich in unhandliche Themenbereiche sehr tief hineinzuarbeiten
- Spaß an langwieriger, oft auch sehr aufwendiger Recherche. Dabei ist es mit dem Internet übrigens ausgerechnet bei Wikipedia nicht immer getan. Der Weg in (Uni-) Bibliotheken oder Staatsbibliothek bleibt einem oft nicht erspart.
- Bereitschaft, die eigene Arbeit, die eigenen Erkenntnisse, an denen man gerade Tage gearbeitet hat, selbst in Frage zu stellen und ggf. zu verwerfen
- Bereitschaft, sich und seine Arbeit in manchmal extremer Weise in Frage stellen zu lassen.
- Bereitschaft, "dran" zu bleiben, wenn´s gar nicht mehr weitergeht (eine gewisse Verbissenheit)
- Bereitschaft, keine direkte Anerkennung und kein direktes Lob für die Arbeit zu bekommen

Es gibt natürlich auch Frauen, die Spaß an diesen Anforderungen haben. Meiner Erfahrung nach aber wesentlich weniger als Männer. Und da die Arbeit für Wikipedia freiwillig ist, sehe ich darin den Hauptgrund.


Die Argumentation von #1 erscheint mir dagegen weit weniger stichhaltig. Trotz der beschriebenen Belastungen haben Frauen ja durchaus Zeit für andere Hobbys. Und was ist mit den Frauen, die keine Kinder und keine Familie haben? Davon gibt es ja auch Millionen.
 
G

Gast

  • #5
Ich (w, 57) buttere nicht mein Wissen unter. Weder das theoretsiche noch das (lebens-)praktische.
Allerdings bin ich selbständig, war alleinerziehend, hatte den ganzen Lebensunterhalt alleine zu bestreiten plus meine eigene Firma aufzubauen. Da bleibt wenig Zeit für Wikipedia-Beiträge o.ä.
 
G

Gast

  • #6
@3
Die Frauen ohne Kinder und Familie strampeln sich ab, um Leute wie Dich zu beeindrucken ;-)

Du scheinst gar nicht zu merken, dass die Dinge, die Du als Voraussetzung beschreibst, ziemlich viel Zeit voraussetzen, ferner scheinst Du Deine Gedanken nicht zuende zu denken ... fehlt es Dir etwa an der Bereitschaft, Dich in diesen umfangreichen Bereich des Lebens, den Du so gar nicht richtig zu kennen scheinst, hineinzuarbeiten???

Tatsächlich ist es oft Luxus, so viel Zeit zu haben, um sie in solche Dinge, wie die Mitarbeit an Wikipedia stecken zu können.

Tatsächlich erhält sich Frau mit den Hobbies, die sie hat, ihre Leistungsfähigkeit für Beruf und Familie.
 
G

Gast

  • #7
Frauen geben ihr Wissen sehr wohl weiter, aber eben nicht bei Wikipedia oder so. Frauen mögen eher den persönlichen Informationsaustausch.

Ich schreibe häufig Artikel für Sachzeitschriften, auch da verdiene ich nichts, bekomme höchstens mal eine Werbeanzeige dafür. Aber Wikipedia? Nein, dazu hätte ich keine Lust.

w 56
 
G

Gast

  • #8
Weil eher Männer als Frauen meinen, die Welt mit ihrem "einzigartigen" Wissen beglücken zu müssen und Männer glauben auch eher als Frauen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefuttert...

Ansonsten #1
 
G

Gast

  • #9
@#7 Ziemlich herrablassend diese Antwort, als hätte ein Wikipediaartikel etwas mit Angeberei oder Klugscheißerrei zu tun. Kaum einer ließt wer den Artikel verfasst hat insofern gibt es dafür keine Lorbeeren. Es ist mehr ein Dienst an der Gemeinschaft, Wissen zusammenzutragen um es schnell für jeden Zugänglich zu machen. Die Missachtung dieser Arbeit die sich einige da machen find ich ehrlich gesagt zum kotzen. Ich möchte mal diejenigen die hier so herablassend daherreden sehen wie die so einen Artikel zu irgendeinem physikalisch-mathematischen Zusammenhang schreiben und so zu erklären das es andere verstehen. Zum schnellen nachschlagen ist es super, man findet in Sekunden wofür man in Büchern Stunden suchen müsste und ich bin dankbar für die Arbeit die Leute sich dort machen. Es ist ein Hobby, Leidenschaft für eine Sache, Interesse an den Dingen der Welt und nicht Ausdruck von "Ich hab zuviel Zeit". Die einen lesen Rosamunde Pilcher und vergehen anschließend vor Herzschmerz und die anderen etwas zur römischen Geschichte und erweitern den Wikiartikel.
 
G

Gast

  • #10
Seltsame Frage. Die Frauen, die ich kennen lassen sich nicht unterbuttern und teilen ihr Wissen durchaus mit ihrer Umwelt - aber warum sollten/ müssen sie es unbedingt bei Wikipedia?
w
 
G

Gast

  • #11
Wie schon geschrieben informiert sich ja kaum jemand wer den Artikel geschrieben hat, geschweige denn ob der Schreiber männlich oder weiblich ist. Selbst wenn ich auf die Idee kommen würde dort etwas zu veröffentlichen wäre ich im Leben nicht darauf gekommen es wieder sein zu lassen weil da fast nur Männer schreiben- schon allein weil ich es wie gesagt ja gar nicht gewusst hätte (was ja nun anders ist). Auch was die Themen anbelangt sehe ich keine Begrenzung die Auskunft geben könnte wieso da mehr Männer schreiben.
Also ist die große Frage wieso Männer entschieden mehr Interesse haben Wissen zusammenzutragen um es online zu stellen- und so böse #7 auch geschrieben hat so unwahr wird das nicht sein und auch #6 muss ich Recht geben. Frauen kommuniziern anders, ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind im Schnitt besser und dementsprechend wählen sie andere Wege der Wissensvermittlung.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich kein Interesse daran habe jemanden ungefragt Informationen nachzutragen. Ich denke durchaus, dass ich in der Lage wäre einen Artikel über ein Thema zu schreiben das mich interessiert, finde in mir jedoch nicht den nötigen Antrieb. Es freut mich, dass es Menschen gibt die sich das zur Aufgabe machen, ich mache mir andere Dinge zur Aufgabe. Würde jeder die selben Dinge wichtig finden würde eine Menge liegen bleiben, also sein wir doch froh wenn es sich verteilt. Wieso ist es immer gleich unterbuttern wenn eine Frau etwas nicht ebenso oft macht wie ein Mann? Ebenso könnte man Fragen ob sich Männer bei der Kindererziehung unterbuttern lassen. Aber da spricht man lieber davon, dass das ja eine Aufgabe ist mit wenig Anforderung, da muss man ja nix gelernt haben. Hier gehts weniger um unterbuttern lassen als darum wie viel Respekt man einzelnen Tätigkeiten entgegenbringt. Langsam kann ich mich nicht mehr gegen den Eindruck wehren, dass Tätigkeiten dann wichtig sind wenn sie von vielen Männern gemacht werden und wenn Frauen dann nicht ein gesteigertes Interesse daran zeigen und aufholen wollen dann heißts wir lassen uns unterbuttern.
 
  • #12
Bezogen auf Wikipedia, sehe ich da wenig Bedarf. Es ist ja zu jedem Thema schon mehr oder weniger häufig in irgendeiner Form etwas veröffentlicht worden. Nicht ohne Grund, wird man ja auch dort ständig mit Links versorgt, die zu ergänzenden Informationen führen.

Ich kenne ein paar Autorinnen (mehr oder auch weniger bekannt und auch reine Hobby-Autor(en)innen, die ihre freie Zeit gern mit schreiben über Themen verbringen, die sie (sofern sie die richtigen Kontakte haben) mit der Herausgabe von Büchern verbringen und/oder auch auf eigenen Webseiten. Die Themenvielfalt ist da sehr breit gestreut. Einige haben sich spezialisiert, Andere springen gern mal - je nach Fachwissen und Begabung.

Keine dieser Personen käme auf die Idee, für Wikipedia zu schreiben. Sie kommunizieren gern mit ihren Lesern. So weit ich weiß, geht das bei Wikipedia nicht.

Ich selbst habe und betreue auch ein paar eigene Webseiten, die ich vom Design über Inhalt selbst gestalte und erstelle. Jeder Text dort ist ausschließlich von mir. Sofern ich fremde Informationen benötige, recherchiere ich sehr gründlich. Bei einer Themenpage, dauert das u. U. auch schon mal ein paar Wochen pro Thema. Macht Spaß und geschieht auch nur, wenn wirklich Zeit ist (als Rentnerin habe ich da nun mehr zur Verfügung).

Aber ich benötige auch das Feedback meiner Leser zur Orientierung, ob ich auf dem richtigen Weg bin; kommt das Thema an; wo erkennt der Leser Defizite... etc.

Wikipedia ist größtentels wirklich gut und auch hilfreich, aber nicht der heilige Gral des Weltwissens. Da sollte man genau schauen. Aber (vielleicht !) ist ein Artikel dort auch für einige Menschen so eine Art Ego-Trip?! (Z. B.: 'Bei Wikipedia gibt es auch einen Artikel über 'XYZ' von mir.')

Ich halte das auch für Zufall, dass dort mehr Männer schreiben. Wissen zu teilen und zu vermitteln, ist nicht geschlechtsspezifisch, aber sicher unterscheidet sich manchmal die Art des Teilens und der Vermittlung bei allen Menschen, w und m.