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Gast

  • #1

Was erleben und empfinden Frauen, die die "Zweite" sind?

In einem anderen Beitrag hat sich die Nachfolgerin einer Ehefrau sehr enttäuscht darüber geäußert, dass der Mann nach der schlechten Erfahrung mit der ersten Ehefrau ein gebranntes Kind ist und ihr nicht mehr so viel bieten kann oder will wie der ersten Ehefrau.

Es ist auch der Begriff "Zweitfrau" gefallen, den ich sehr unpassend finde. Die zweite Frau ist doch eindeutig die Nummer 1, schon deshalb, weil sie trotz der schlechten Erfahrungen in erster Ehe geheiratet worden ist, also offensichtlich der ersten Frau viel Positiives voraus hat. Wenn man in zweiter Ehe dann anders lebt, zum Beispiel sich im Erwerbsbereich, im Haushalt und bei der Kindererziehung alle Aufgaben teilt, ist das nach meiner Ansicht kein Hinweis darauf, dass man der zweiten Frau weniger bieten kann oder will, sondern darauf, dass man ein "stimmiges" Paar ist.

Wie empfinden das die Frauen in dieser Situation?
 
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Gast

  • #2
hm als "Zweitfrau" würde ich eher die Geliebte bezeichnen.

Ab ein bestimmten Alter hat man auch bestimmte Erfahrungen gemacht. jeder hat sein eigenes Päckchen erlebt. Ich bin als Frau mit meinen Erfahrungen auch nicht ohne jegliche Skepsis, ob eine neue Beziehung das bringen wird, was ich mir wünsche. Aber ich gehe davon aus, dass wenn man sich bindet, dann sollte man sich schon klar sein, dass die zweite Frau eine andere Frau ist, ein anderer Mensch, ein anderer Charakter und deshalb nicht mit der ersten Frau zu vergleichen ist.
 
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Gast

  • #3
Ich habe diesen Beitrag auch mit Befremden gelesen und hatte den Eindruck, die gefühlte Zweitfrau würde viel lieber so leben, wie die Erstfrau, ohne oder mit reduzierter Erwerbstätigkeit. Sie arbeitet, nicht weil sie es will, sondern weil sie es muss. Sein Einkommen reicht aufgrund der Unterhaltszahlungen für die Erstfamilie nicht, um der Zweitfamilie ein angenehmes Leben zu machen.

Wenn ich mich für einen Partner mit Altlasten entscheide, der das Familienversorgermodell gelebt hat, ist doch klar, dass er dann noch sehr lange finanzielle Einschränkungen durch Unterhaltszahlungen haben wird und wenn er nach einer langjährigen Ehe geschieden wurde, das durch den Versorgungsausgleich für das gesamte Rentenalter gilt. Der Partner müsste finanziell extrem gut aufgestellt sein, wenn das im tätglichen Leben nicht spürbar wäre - Gutverdiener allein reicht da nicht. Insoweit glaube ich, dass die neue Partnerschaft an dieser Stelle schon unter einer gewissen und auch dauerhaften Belastung steht, wenn man das vorher nicht konsequent durchdacht und sich dazu eine handlungsleitende Meinung gebildet hat.

Für mich (w, 55, kinderlos, Gutverdienerin) habe ich die Parameter klar definiert: er muss selber ein Gutverdiener sein, denn mein Lebensstil entspricht meinem Einkommen und den möchte ich auch nicht ändern. Sicherlich würde ich teilweise größere Kostenanteile übernehmen (Urlaub, Freizeitgestaltung), aber nicht unbegrenzt, weil das Abhängigkeiten/Ungleichheiten schafft und das ist immer schlecht in Beziehungen, behindert die Begegnung auf Augenhöhe. Damit habe ich in der ersten Ehe bereits richtig schlechte Erfahrungen gesammelt - Männer tun sich schwer mit besserverdienenden Frauen. Das klingt jetzt zwar alles kalt und berechnend, aber wer vordenkt, muss nicht nachdenken.
Genau dafür sammelt man ja Lebenserfahrungen, dass man nicht unreflektiert in irgendwas reinstolpert und sich später wundert, grämt und die nächste Beziehung in die Brüche geht. Allerdings birgt zuviel Vorsicht das Risiko, dass man nichts mehr wagt oder die Anforderungen so hoch setzt, dass die Partnersuche erfolglos bleibt.
 
  • #4
Wenn eine Frau ihre eigene Familienplanung abgeschlossen hat oder wie ich keine Kinder will, dürfte es doch kein Problem sein, wenn der Mann seine zweite Frau nicht "versorgen" möchte, sondern möchte, dass beide arbeiten gehen, sich den Haushalt teilen etc. Für mich ist das das normale.

Ein Mann, der mit seiner ersten Frau das "Versorgermodell" mit zig Kindern gelebt hat und womöglich im halben Teenie-Alter geheiratet, wäre mir vom Typ her wahrscheinlich viel zu konservativ. Daher ist bei mir die Gefahr nicht all zu groß, mich in so jemanden zu verlieben.

Wenn er aber einen verschmerzbaren Teil seines Einkommens für sein Kind aus der ehemaligen Beziehung ausgeben muss und das dann nicht für unsere Beziehung bleibt - kein Problem. Ich verdiene ja selbst. Ich würde es als Geschenk sehen, dass er noch mal eine Liebe gefunden hat, für ihn und für mich.

Ich hätte also gar nichts dagegen, die "zweite Frau" zu sein, sofern es ein toller Mann ist.
 
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Gast

  • #5
theoretisch sehe ich es so wie Ann31.
Auch ich bin kinderlos und habe einen sehr gut bezahlten Job- ich kann mir viel erfüllen und trotzdem immer noch auf Vorsorge usw. achten.
Ich hatte auch einmal einen Daddy (so nannte er sich) mit 3 kleinen Kindern.
Er lebte am Mindestsatz und der Rest ging für die Familie drauf. Seine Wohnung war klein, wenn die Kinder da waren schlief er auf dem Sofa. An Urlaub usw. war nicht zu denken.
Ich bezahlte sehr vieles; Kino, Restaurant, Essen...denn ich wusste immer dass er nicht geizig war sondern einfach abdrücken musste.
Er zog dann zu mir, meine Wohnung war gross genug und ich bot ihm natürlich auch an, dass seine Kinder bei uns im Gästezimmer übernachten konnten.
Ich hatte irgendwie gehofft dass wir etwas "gemeinsamere" Kasse hätten da er ja nun die Miete sparte (ich wollte kein Geld, meine Wohnung ist bezahlt) aber falsch gedacht: Er investierte sein Geld weiterhin in die Kinder und ich bezahlte nun alles an Lebenshaltungskosten, Ausgehen usw.
Einmal hatten wir Urlaub gebucht und mussten absagen weil seine Ex am Tag vorher einfiel dass seine Kinder unbedingt und genau in dem Zeitraum was mit Daddy machen wollten -
und als er dann anfing seine eingesparte Miete auch noch an seine Ex zu senden war es mir zuviel - ich habe es beendet.
Ja, ich war die Zweitfrau und will es nie mehr wieder sein.
w, 41
 
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Gast

  • #6
"Zweitfrau", dieser Begriff ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir leben in einem Staat der Mehrfachehen verbietet...
Ich würde mich, wenn ich mit einem Mann in zweiter Ehe verheiratet wäre, nicht als Zweitfrau und damit angeblich benachteiligt fühlen...
Meine Einstellung ist, dass ein Paar zusammen die bestmögliche Version finden sollte, um ein für beide zufriedenstellendes Leben zu ermöglichen, das hat mit der Vergangenheit und verflossenen Partnern reichlich wenig zu tun. Natürlich gibt es manchmal Verpflichtungen aus den ersten Ehen, Unterhalt..., das sind dann auch Bedingungen, dem sich das aktuelle Paar stellen muss... Ob es gerecht ist, dass zB Exehefrauen Unterhalt beanspruchen können, steht auf einem anderen Blatt.
w
 
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  • #7
Ich bin diese "Zweitfrau", die im anderen Thread gepostet hat. Das ein Mann grundsätzlich Kindsunterhalt zu zahlen hat - ok, ist eben so, selbst wenn die Exfrau ihn betrogen und ihm die Kinder dann weggenommen hat. Man hat als Zweitfrau natürlich, wenn man den Mann kennen lernt auch Wünsche, Pläne und Ziele. Nun werden die Gegenheiten beurteilt, die Zukunft aufgrund der vorliegenden Basis geplant. Man geht gemeinsam diesen Weg - weil man die Rahmenbedingungen kennt. Denn zum Zeitpunkt X ist die Zahlung auch mal vorbei. So denkt man, so plant man, so hofft man. DOCH, in diesem Punkt hat man die eigene, neue Lebensplanung OHNE die Ex gemacht. Die immer noch faul zuhause herumsitzt und die Kinder und die ehemalige Ehe als Finanzierungsmöglichkeit ihres eigenen Lebens sieht. Schlimm ist dabei, dass das Gesetzt auf Seiten dieser faulen Frauen steht. Und nun kommt eben diese Ungerechtigkeit gegenüber der Zweifrau. Sie MUSS arbeiten, sie hat meistens immer gearbeitet -und konnte NIE faul zu hause sitzen. Das erträgt man als Frau auch - aber eben nur, wenn sich die Rahmenbedingungen irgendwann auch wirklich zum positiven wenden und man weiß, WARUM man das alles auf sich nimmt.
Kommen jedoch immer wieder Rückschläge und Forderungen der Ex, resigniert man. Und man fühlt sich ausgenutzt, einfach nur praktisch und fragt sich, ob man um der Person willen wirklich geliebt wird. Es scheint ja so zu sein, dass die Ex eben MEHR WERT war. Und dann kommen die Überlegungen: Warum der LG diese fürchterliche Ex finanziert hat, man als neue Frau aber eben alles SELBST finanzieren muss und nichts bekommt. Hinzu kommt: Die Ex zerstört ganz bewusst - mit frauenfreundlicher Gesetzgebung und Un-Rechtssprechung - aufgrund ihrer Geldgeilheit sogar noch die Zukunftspläne, mit man mit dem Mann geschmiedet hat - das bringt dann das Fass zum überlaufen!
 
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  • #8
@ 6: Ich habe die Frage gestellt. Ich finde auch, dass Exfrauen für sich gar keinen Unterhalt beanspruchen können sollten, da die Ehe eben zu Ende ist und heutzutage auch Frauen - finanziert durch die Allgemeinheit - einen Beruf gelernt haben. Ich verstehe auch, dass Du sehr wütend bist, weil die Faulheit unterstützt wird. Das Geld sollte in der Tat - nach Leistung des Kindesunterhaltes - in der Beziehung bleiben, in der es erwirtschaftet wird. Ich habe genau wie meine Frau ein recht gutes Einkommen und ich kann ihr immer noch viel bieten - mehr als sie annimmt. Aber Du solltest es nicht Deinem Lebensgefährten negativ anrechnen, dass er nunmal zahlen muss. Er hat beim ersten Mal eine Frau geheiratet, die er jetzt ganz gewiss nicht mehr heiraten würde, denn das Schmarotzertum ernüchtert immens. Er weiß aber ganz bestimmt zu schätzen, dass Du nicht so bist wie seine Exfrau. Das hat nichts mit Ausnutzen Deiner Person zu tun. Wenn er könnte, würde er Dir sicher mit Freuden viel mehr geben als er seiner Exfrau - sie ist ja nicht ohne Grund nur seine Exfrau - geben musste und muss.
 
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  • #9
Die Next weiß doch aber, worauf sie sich einlässt.
Und der Next ebenfalls.

Und es ist eine Unterstellung, dass die Ex immer faul zu Hause rumsitzt und sich ein schönes Leben vom Ex finanzieren lässt.
Wenn ich sowas lese, dann spüre ich den Hass der Next auf die Frau, die im Leben ihres derzeitigen Partners vor ihr die Hauptrolle spielte, regelrecht auf der Haut.

Es gibt ja auch die umgekehrte Situation, dass die Ex-Frau für den Ex-Mann aufkommen muss, obwohl die Kinder bei ihr leben und sie Zeit ihres Lebens gearbeitet hat.
Regt sich die Next dann auch auf, dass ihr derzeitiger Lebensabschnittsgefährte vom Geld seiner Ex lebt?

Meiner Meinung nach spielt eine gehörige Portion Eifersucht der Next auf die Ex eine Rolle.
Dabei kann sie sich doch freuen, dass der Mann sich für sie als neue Frau an seiner Seite entschieden hat.
Sich hinterher beklagen hat ein "G'schmäckle", weil man als Next viele "Unannehmlichkeiten" eben vorher wusste.

w, 44
 
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  • #10
@7 von 6 - Ja, es ist richtig, man denkt zu wissen, was als NEXT auf einen zukommt. Denn man geht - der Exmann wie die neue - davon aus, dass getroffene Vereinbarungen von BEIDEN Seiten verbindlich eingehalten werden. Dies ist dann die Grundlage, um gemeinsam ein neues Leben aufzubauen. ABER, wenn sich eben die Partei der EXfrau nicht an die Vereinbarungen hält und nachkarrt, mit RA noch dies und jenes rauschlagen will, die Kinder aufhetzt, nicht arbeitet, um ja keinen Volljährigenunterhalt zahlen zu müsen usw. - dann hat die NEXT a) keinen Einfluss darauf, aber die nächsten Jahre das Nachsehen - und konnte es b) auch nicht vorher kalkulieren, da di Grundlage eine andere war. Denn manche Exfrau ist eben nicht kalkulierbar. Das musste manch Exmann in der Zeit nach der Scheidung auch feststellen mit der traurigen Erkenntnis, dass er da eine Furie damals geheiratet hat.
In unserem Fall sind wir seit über sechs Jahren zusammen - und die EX hält sich eben nicht an Vereinbarungen, wohlwissend, vom Exmann und vom Gesetz eben nicht gezwungen werden zu können. Und sie ist neidisch, eifersüchtig und rachsüchtig, dass wir noch immer zusammen sind und über die Jahre hinweg versucht haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten, den Kontakt zu den Kindern zu behalten und aufzubauen. Das versucht sie, ebenfalls seit Jahren, manipulativ zu unterbinden. Dies alles verschlimmert die Sache ungemein. Traurig, aber wahr! Aus meinem Bekanntenkreis kann ich gleich drei Männer aufzählen, denen es genau so geht, scheint daher leider kein Einzelfall zu sein.
 
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Gast

  • #11
Ich bin auch eine Next und die Ex sitzt faul zuhause und arbeitet nur so viel das sie keinen Unterhalt für ihre beiden Kinder zahlen muss, die beim Vater leben.
Sie kann die Kinder natürlich auch nicht alle 14 Tage abholen und übers Wochenende mit ihnen leben, dafür ist ja kein Geld oder Platz da.
Umgangsrecht nimmt sie maximal alle 3 Monate war.

Ich unterstütze Kinder und Vater gerne weil ich mit viel Liebe und Respekt behandelt werde. Dafür hat sie im Gegenzug bei ihren Kindern die A.....karte gezogen. Ab einem bestimmten Alter blicken Kinder nämlich wer für sie sorgt und wer das nicht tut sondern nur Ausreden anbringt.

Mir geht es finanziell durch eigene Arbeit gut und ich wollte nie so ein Heimchen am Herd Leben führen wie sie es als Ehefrau hatte. Nur durch die Weigerung Vollzeit zu arbeiten sitzt sie jetzt in einer 2 Zimmer Sozialwohnung und kann sich nicht mal mehr ein Fahrzeug leisten. Ich denke mit Vollzeitjob hätte sie sich den Respekt ihrer Kinder erhalten und ein Leben über Sozialnivau.

Aber jeder so wie er mag. Mir geht es als Next gut, weil ich keinen Cent meines Partners für meinen eigenen Immobilienerwerb oder PKW Anschaffung etc eingeplant habe.

Ich glaube das meine entspannte Haltung und der eigene wirtschaftliche Erfolg mir von ihr sehr geneidet wird...... aber auch das ist mir vollkommen egal.
 
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  • #12
Tja, nur leider kann man mit "Ich würde dir ja gerne mehr bieten, wenn ich könnte", keine Zukunft gestalten oder als Paar davon profitieren. Dazu braucht es nunmal Geld, das jedoch Jahr für Jahr in andere Kanäle fließt, obwohl es so nicht geplant war. Und genau das ist frustrierend. Man selbst buckelt als Zweitfrau trotz Kind trotzdem weiterhin 40-50 Std. in der Woche - und andere sitzen Kaffeetrinkend in der Sonne. Ist doch aber schön, dass er mich dafür liebt, dass ich anders bin!
 
  • #13
Ich suche doch meinen Partner nicht danach aus, was er mir bieten kann. Ich kann und habe immer für mich und meine Kinder selber gesorgt. Ab einem gewissen Alter hat jeder sein Vorleben und da gehören meist auch Kinder dazu. Nur wer mangelndes Selbstvertrauen hat und mehr an Geld als an Liebe interessiert ist, kommt doch überhaupt auf solche Gedanken. Ich verschwende keine Gedanken an die Ex meines Partners. w51