• #121
Ich würde es nicht Gehirnwäsche nennen. Im Rahmen so einer Reha wird man aber angehalten, sich und sein Leben zu reflektieren und zu schauen, wie man in die momentane Lage gekommen ist. Da gibt es keinen einzelnen Grund. Da gibt es viele Gründe, und irgendwas bringt dann das Fass zum überlaufen.
 
  • #122
Ich denke wenn in Folge einer Reha-Affäre eine Partnerschaft endet ist das nicht die Folge der Reha, sondern dass einem in der Reha klar wird, dass es andere spannende Dinge ausserhalb einer bereits morschen Beziehung gibt.

Trotzdem. Wenn ein psychisch angeschlagener Mensch im geschützten Reha-Umfeld warm zu einem anderen psychisch angeschlagenen Menschen wechselt ist dies keine gute Grundlage für die Heilung beider Menschen und eine neue lange Partnerschaft.
 
  • #123
Was empfiehlt der Arzt ausser Psychopharmaka? Könnte Psychotherapie oder, dies meine ich nicht boshaft, eine psychosomatische Reha helfen?

Psychopharmaka sind nur eine den Körper belastende Überbrückungshilfe. Du solltest daher auch wenn du dies jetzt mit deinem untreuen Mann verbindest auch Psychotherapie als Mittel annehmen.
Der Arzt hat mir eine Überweisung zu ein Psychologe gegeben. Leider habe ich bis jetzt kein Termin gekriegt.Die sind meinsten schon voll ,und die meisten sagen erst nach 3 Monate kann ich einen Termin haben .
 
  • #124
Ich habe mein Leben komplett umgestellt und den Stress herausgenommen.

Ja das hilft oft.


Was für Therapeuten haben sie sich ausgesucht ;) ?

Klar kann man an einen suboptimalen Therapeuten geraten.

Aber dreimal? Da stimmt er etwas mit der eigenen Wahrnehmung nicht. Z.B. Menschen mit schwersten Persönlichkeitsstörung neigen zu dieser Sicht und akzeptieren nur eine Bestätigung ihrer eigenen wirren Sicht.
 
  • #125
schon interessant, was es hier überall für Parallelen gibt. Meine Frau war 5 Wochen zu einer psychosomatischen Kur. Fast täglich sagte sie mir, wie sehr sie mich liebt und vermisst. Nach Gesprächen und Therapien sagte Therapeuten und Mitpatienten wohl zu ihr: "Du musst Deinen Mann aber sehr lieben!!" Sie antwortete:"ja, er ist auch mein bester Freund!" So hat sie es mir erzählt und auch Freunden und Familie. Ich muss dazu sagen, nach 15 1/2 Jahren Beziehung und 12 1/2 Jahren Ehe, kann ich das auch nur so sagen, sie war immer meine beste Freundin.
Sie kam wieder, nahm mich in den Arm, sagte mir, wie sehr sie mich vermisst hätte und wie sehr sie mich liebe würde.
Dann kam der Alltag und ein paar Tage später sagte sie mir, dass es doch alles zuviel ist und sie jetzt ihren eigenen Weg gehen müsse. Sie zog aus unserem Haus in eine kleine Wohnung, unseren Sohn (10) will sie mitnehmen. Er möchte es nicht, findet komischerweise nach ein paar Tagen die neue Wohnung in der Stadt doch ganz toll. Was ist denn da bloss auf der Kur geschehen. 4x habe ich gefragt, ob es da einen anderen gibt, jedesmal hat sie verneint. Das glaube ich ihr nun zu 100%.
Ich denke, sie hat ganz viele Ideen auf der Kur bekommen, welche sie bei bedarf umsetzen soll. Nun ist es aber so, dass sie scheinbar alles mit einem mal umsetzen "muss". Mein Problem ist es jetzt dass ich grosse Angst um sie habe. Ja, sie soll mehr an sich denken, aber ist es das Wert nur Scherben und viele gebrochene Herzen zu hinterlassen???
 
  • #126
Hallo Mick und erstmal schade für deinen Anlass den alten Fred auszugraben.

Ich war damals, anno 2017, immerhin kurz davor eine Therapie zu machen wegen Depressionen. Habe dies aber nach Absprache mit Arzt und Klinik doch nicht in Anspruch genommen, da der Schub raus ins Leben auch ohne ging, jedoch nicht ohne Medikamente.

Ich habe damals für mich verortet, das ich keine Therapie benötige um mich mit dem Leben und Alltag zu versöhnen, der mich erst in diese Lage gebracht hat. Jedoch muss man bereit sein sich und sein Leben zu verändern.

Du kannst aus deiner Position alles auf den Prüfstand holen, was war deine Rolle, welches Ihre?

Mein (nun) Ex hat damals meine Erkrankung ernst genommen, jedoch den Alltag und viele Dinge liefen dennoch im Trott immer wieder gleich ab. Schlussendlich bin ich dann gegangen, um mich zu distanzieren und eine Grenze zwischen dem zu ziehen das ich nicht ändern kann und dem Leben, wie ich es führen möchte.
 
  • #127
nun ist es ja so, dass es leider kein Rezept gibt und jeder Fall anders ist. Oder vielleicht auch gut so? Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz, was Du mir sagen willst.
weisst Du, ich habe gegoogelt nach: *Kur Gehirnwäsche* und bin somit hier auf dieses Forum gestossen. Habe jetzt daraus meine Schlüsse gezogen: Gehirnwäsche ist vielleicht Blödsinn, aber dieses: Du musst egoistischer werden, nur DU zählst, brech aus, wenn es Dir nicht passt--- das geht gar nicht. Wenn man sowas einem psychisch belastenden Menschen immer und immer wieder einredet, macht der das womöglich, wird als geheilt und arbeitsfähig entlassen und ist aber nach der Kur allein. Keiner macht sich Gedanken, wie es scheint, was mit den "Hinterbliebenen" passiert, Partner/Kinder/Familie. Und ich möchte behaupten, dass der Großteil dieser "Kurschäden" danach in ein noch tieferes Loh fallen. Anfangs werden sie noch von ihren "Kurschatten" (habe gelernt, dass es nicht sexuell sein muss) mehr oder weniger begleitet, aber dann irgendwann sicher auch nicht mehr. Warum? Weil diese ja nun auch nicht grundlos auf einer Kur waren. Denkt mal drüber nach
 
  • #128
"Brech aus, wenn es dir nicht passt"

Du bist enttäuscht darüber, der Zurückgelassene zu sein. Dein Handwerkszeug, das Leben zu gestalten, hat für dich wahrscheinlich gepasst, für sie nicht (mehr).

Weißt du was Depressionen aus einem anderen machen? Die irrationalen Ängste, die Schlafstörungen. Den Alltag nicht mehr oder nur unzureichend zu wuppen.

Dann kommst du raus aus dem Trott, bekommst Werkzeug in die Hand und stellst schnell fest, du kannst sie hier nirgends anwenden. Neue Verzweiflung, jetzt, wo es einem grad wieder gut geht fühlt man jedes neue Abgleiten ins alte Muster besonders stark.

Da du über eure Vorgeschichte nicht viel schreibst bleibt die Vermutung.
 
  • #129
...gegoogelt nach: *Kur Gehirnwäsche* und bin somit hier auf dieses Forum gestossen. Habe jetzt daraus meine Schlüsse gezogen: Gehirnwäsche ist vielleicht Blödsinn, aber dieses: Du musst egoistischer werden, nur DU zählst, brech aus, wenn es Dir nicht passt--- das geht gar nicht. Wenn man sowas einem psychisch belastenden Menschen immer und immer wieder einredet, macht der das womöglich, wird als geheilt und arbeitsfähig entlassen und ist aber nach der Kur allein.
Ganz grundsätzlich sind Menschen, die in einer psychosomatischen Reha landen, meist in irgendeiner Form überlastet und gehen dadurch persönlich unter. Das kann im Job sein, in der Beziehung oder irgendwo anders.

Ich finde richtig, sie zu ermuntern, dass sie darüber nachdenken, wo das der Fall ist und dass sie gestärkt werden, daraus Konsequenzen zu ziehen und mehr auf sich zu achten. Sonst ist eine Reha überflüssig. Natürlich ist jeder selbst dafür verantwortlich, festzustellen, wo es denn klemmt.

Dass sie dann anschließend ohne Partner dastehen, wenn der das Problem ist, ist logisch. Was sollte die Alternative sein?
Keiner macht sich Gedanken, wie es scheint, was mit den "Hinterbliebenen" passiert, Partner/Kinder/Familie. Und ich möchte behaupten, dass der Großteil dieser "Kurschäden" danach in ein noch tieferes Loh fallen.
Kann ich nicht beurteilen. Das ist aber letztendlich eine andere Baustelle. Natürlich muss man sein Leben neu sortieren, wenn man etwas Gravierendes ändert. Und natürlich hat das Auswirkungen auf die Umgebung. Was aber ist die Alternative? In einer Beziehung verharren, wenn die einen so krank macht, dass man deswegen in eine Reha muss? Der Partner macht sich ja oft vorher auch keine Gedanken, dass er einen durch sein Verhalten krank macht.
Anfangs werden sie noch von ihren "Kurschatten" (habe gelernt, dass es nicht sexuell sein muss) mehr oder weniger begleitet, aber dann irgendwann sicher auch nicht mehr. Warum? Weil diese ja nun auch nicht grundlos auf einer Kur waren. Denkt mal drüber nach
Wieder eine andere Variante. Der Kurschatten als Auslöser. Da könnte dann aber auch jede andere Person aus dem Umfeld herhalten...
 
  • #130
ich glaube, ich erwähnte ja bereits, dass wir 16.5 Jahre auch beste Freunde waren, bzw. das in dieser Zeit sich dazu so entwickelt hatte. Sie sagte immer, wie sehr sie mich liebt, ich wichtiger als ihre Mutter und sogar unser gemeinsames Kind wäre. Wow, was kann eine Frau denn bitte besseres sagen? Ich habe sie immer gestärkt, war immer für sie da, das streitet sie bis dato nicht ab. Durch eine Freundin weiss ich, dass sie sagte, dass sie einen gemeinsamen Weg mit mir nicht ausschliessen kann, aber sie jetzt erstmal Ruhe und Abstand braucht. Okay, akzeptiere ich zu 100%. Mir fällt es sehr, sehr schwer, mich nicht zu melden, ich vermisse sie sehr. Nun ratet mal, wer sich in regelmässigen Abständen meldet, telefonisch oder WhatsApp? Warum macht sie das? Einsamkeit? Mir fällt es sowieso schon echt nicht leicht, dann noch sowas. Warum schreibe ich das hier eigentlich alles? Wahrscheinlich tut es einfach nur gut, mit anderen zu "reden". Nur Gott allein weiss, wie es weiter gehen wird und darauf vertraue ich
 
  • #131
ich glaube, ich erwähnte ja bereits, dass wir 16.5 Jahre auch beste Freunde waren, bzw. das in dieser Zeit sich dazu so entwickelt hatte. Sie sagte immer, wie sehr sie mich liebt, ich wichtiger als ihre Mutter und sogar unser gemeinsames Kind wäre. Wow, was kann eine Frau denn bitte besseres sagen? Ich habe sie immer gestärkt, war immer für sie da, das streitet sie bis dato nicht ab. Durch eine Freundin weiss ich, dass sie sagte, dass sie einen gemeinsamen Weg mit mir nicht ausschliessen kann, aber sie jetzt erstmal Ruhe und Abstand braucht. Okay, akzeptiere ich zu 100%. Mir fällt es sehr, sehr schwer, mich nicht zu melden, ich vermisse sie sehr. Nun ratet mal, wer sich in regelmässigen Abständen meldet, telefonisch oder WhatsApp? Warum macht sie das? Einsamkeit? Mir fällt es sowieso schon echt nicht leicht, dann noch sowas. Warum schreibe ich das hier eigentlich alles? Wahrscheinlich tut es einfach nur gut, mit anderen zu "reden". Nur Gott allein weiss, wie es weiter gehen wird und darauf vertraue ich
Hast du mal überlegt, selber eine Therapie zu machen.? Es muss ja einen Grund geben, warum deine Frau solange eine Reha genehmigt bekommen hat. Es muss eine lange Vorgeschichte gegeben haben. Es geht hier nicht um Schuld, um deine schon gar nicht, sondern heraus zu finden, welchen unbewussten Anteil du daran haben könntest..., warum deine Frau so schwer erkrankt ist und zur Reha musste und jetzt ihren neuen Weg eingeschlagen hat.

Habt ihr eigentlich keine Familientherapie ins Auge gefasst, oder Paartherapie?

W Ü55
 
  • #132
Was aber ist die Alternative? In einer Beziehung verharren, wenn die einen so krank macht, dass man deswegen in eine Reha muss?
Nein ganz sicherlich nicht.
Aber vielleicht auch und vor allem erst mal die eigenen Anteile erkennen und verbessern und erst dann, wenn der Partner dann immer noch nicht passt, kann man die Fliege machen.
Ich kann Mick schon verstehen.
Da denken viele, jetzt beginnt mit dem neuen Denken das neue gute Leben, der alte Partner ist schuld.
Viele vergessen dabei, dass sie selbst vielleicht der Auslöser für eine Scheiss Partnerschaft sind und schleppen dann das eigene Belastungspotenzial mit in den nächsten Lebensabschnitt.
Das ist lediglich Erde verbrennen.
M50
 
  • #133
Aber vielleicht auch und vor allem erst mal die eigenen Anteile erkennen und verbessern und erst dann, wenn der Partner dann immer noch nicht passt, kann man die Fliege machen.
Dass immer der andere schuld ist, ist hier ja die Standardannahme :)
Viele vergessen dabei, dass sie selbst vielleicht der Auslöser für eine Scheiss Partnerschaft sind und schleppen dann das eigene Belastungspotenzial mit in den nächsten Lebensabschnitt.
Viele geben Außenstehenden einen Einblick in die Beziehung, wenn sie in einer Reha sind. Das ergibt dann Anstöße zum Nachdenken. Hier im Forum ist das auch nicht anders. Nehmen wir den aktuellen Thread von @Blume94, in dem ja auch von vielen zu Konsequenzen geraten wird.
Natürlich ist zu hoffen, dass ein Therapeut in einer Reha auf eigene Anteile hinweist.
 
  • #134
Hast du mal überlegt, selber eine Therapie zu machen.? Es muss ja einen Grund geben, warum deine Frau solange eine Reha genehmigt bekommen hat. Es muss eine lange Vorgeschichte gegeben haben. Es geht hier nicht um Schuld, um deine schon gar nicht, sondern heraus zu finden, welchen unbewussten Anteil du daran haben könntest..., warum deine Frau so schwer erkrankt ist und zur Reha musste und jetzt ihren neuen Weg eingeschlagen hat.

Habt ihr eigentlich keine Familientherapie ins Auge gefasst, oder Paartherapie?

W Ü55
leider hast Du recht, ich muss eine Therapie machen, sonst überstehe ich das leider nicht. Zu unfassbar. Es gibt eine lange Vorgeschichte, die kenne ich auch bis ins Detail. Ich hatte immer Verständnis für sie. Das war vielleicht leider der Fehler. Ich war immer FÜR sie. Vielleicht hätte ich sie fallen lassen sollen, als ich nicht mehr konnte. Aber wäre es das gewesen? Wahrscheinlich nicht. Ich habe doch mein Eheversprechen gegeben: ich werde immer für sie da sein!!! Für eine Paartherapie habe ich 2! Termine bekommen. Sie hat kein Interesse. Wieso, so sagt sie, wir können uns doch unterhalten, dafür brauchen wir keinen dritten
 
  • #135
Ein Mensch, der sich positiv verändert, reflektiert, sucht sich was besseres. Dafür ist weder Kurschatten noch Reha notwendig.
 
  • #136
Ich hatte immer Verständnis für sie. Das war vielleicht leider der Fehler.
So auf einen Satz runtergebrochen wird das nicht stimmen, aber vielleicht ist was Wahres dran, wenn Du immer die starke Schulter warst und sie immer die verletzte Frau, die Schutz brauchte. Die beiden Typen bedingen einander und während der eine niemals schwach sein darf, darf der (bzw. in dem Fall die) andere niemals stark und unabhängig werden. Beide haben aus dieser Dynamik eine Sicherheit, dass der andere sie braucht. Aber es ergibt sich auch eine Machtungleichheit und Stillstand. Weil man gegen Veränderungen bei sich und dem anderen ankämpft, zieht das auch eine Menge Energie. Man weiß, dass wenn man sich verändert, die Beziehung kaputt sein könnte, und versucht, sozusagen in diesem Korsett zu bleiben, statt weiter persönlich zu wachsen.
Kann auch passieren, dass Liebe und Dankbarkeit verwechselt werden dabei. Man ist so dankbar, dass der andere einen mit den ganzen Problemen genommen hat, man ist dankbar, dass er einen schön findet, dass er mit den ganzen Macken klarkommt, dass ER zu lieben scheint. Aber was empfindet man selbst und wie nennt man es?

Für eine Paartherapie habe ich 2! Termine bekommen. Sie hat kein Interesse.
Ich denke, sie will sich nur auf sich konzentrieren, nicht auf EUCH als Paar oder auf das, was Du jetzt bräuchtest, um weiter zu funktionieren. Vielleicht denkt sie auch, dass es jetzt schon wieder nicht um sie geht, sondern darum, was sie für euch als Paar tun könnte.

Wenn man die starke Schulter und eher ein helfender Freund ist als ein Partner ganz auf Augenhöhe, muss man seine eigenen Probleme meist alleine lösen. Der andere macht nicht mit und weiß ja, dass man schon immer stark war und es schaffen wird.

Ich weiß nicht, ob es bei euch so war. Klang für mich nur ein bisschen so an.
 
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