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Gast

  • #1

Warum wollen Frauen abgesichert werden?

Hallo liebes Forum, immer wieder lese ich (w, 35) hier von Frauen, denen es mächtig wichtig ist, dass der Partner finanziell gut ausgestattet ist. In einem Nachbarthread heißt es dazu "auch etwas über seine finanziellen Verhältnisse erfahren, denn es geht ja auch darum, eine zukunftsgerichtete Beziehung aufzubauen". Ích habe den Eindruck, dass viele Frauen immer noch nicht willens oder in Lage sind, sich ihre eigene (finanzielle) Zukunft zu gestalten. Bzw. mir fehlt da bei mancher so ein bisschen der Ehrgeiz, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich kann verstehen, dass Frauen, die noch Kinder haben wollen und daran denken, zu Hause zu bleiben, etwas mehr auf das Geld des Mannes gucken, aber warum auch ältere Frauen oder solche, die gar keine Kinder wollen?
 
  • #2
Liebe(r) Fragesteller(in)!
Leider hast Du gar nichts verstanden. Es ging mir in dem o.g. Thread eben nicht darum ausgehalten zu werden, sondern darum, dass der Mann genauso wie ich finanziell zu einem Fernziel (z.B. Wohnung oder andere Investition) beitragen könnte. Natürlich will ich in meinem Alter keine Familie mehr gründen. Ich möchte aber - gerade mit Blick auf das Alter - ein gediegenes sicheres Leben entweder allein oder noch lieber mit Partner führen können. Ich hab mir schon einiges geschaffen und würde es in einer soliden Partnerschaft "normal" finden, auch grössere Projekte, die einen gewissen fiananziellen Aufwand erfordern, zu unternehmen. Dafür ist von beiden Seiten Kapital notwendig. Nichts von Aushalten lassen, klar?!
 
  • #3
Du verdrehst hier meines Erachtens ganz schön die Tatsachen, wenn Du bezug auf andere Threads nimmst. Im Zentrum des aktuellen Parallelthreads steht ja die These, dass man als Frau Lebensziele verfolgt, zu denen eben auch finanzielle Potenz nötig ist, zum Beispiel Familiengründung, Hausbau, komfortable Altersgestaltung. Wenn man eine echte Partnerschaft führen will, dann muss man ein Wir-Gefühl entwickeln und dazu gehört es eben auch, die finanziellen Rahmenbedingungen beider Partner zu berücksichtigen. Ich verstehe nicht, was daran seltsam sein soll.

Natürlich kann man als Frau seine eigene Zukunft absichern, verantworten und gestalten -- aber man möchte sie gar nicht alleine leben, sondern zu zweit. Da ist es nur recht und billig, auf jene Facetten zu achten, die für ein Zusammenleben wesentlich sind. Dazu gehört eben auch das Finanzielle.

Mich wundert im Gegenzug vielmehr, dass alle möglichen Facetten der Sexualität ("Schlucken oder nicht"), oberflächlichste Aspekte des Äußeren (Frisur, Netzstrumpfhosen) oder gar Musikvorlieben hier offen diskutiert und als Selektionsparameter toleriert werden, aber ausgerechnet auf derartig fundamentale Größen wie finanzielle Sicherheit herabgeschaut wird.

Lebensziele wie wirtschaftliche Sicherheit, Familiengründung, Hausbau, Altersversorgung sind elementar -- auch wenn sie manchmal in der heutigen Welt zu selbstverständlich erscheinen, um ernst genommen zu werden. Aber Wohnen, Essen, Versorgung, Sicherheit sind Grundbedürfnisse, und das Streben nach Glück, nach Komfort, nach Wohlfühlen ist dem Menschen angeboren. Dafür muss man sich nicht rechtfertigen.
 
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Gast

  • #4
Auf eigenen Beinen stehen ist eine Sache, noch jemanden durchfüttern eine andere. Also ich (m) kann das durchaus nachvollziehen, gerade wenn die Frau wegen Kindererziehung beruflich kürzer treten will oder muss.
 
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Gast

  • #5
Viele ältere Frauen (50-65), wozu auch ich gehöre, sind durch Trennung und Scheidung finanziell häufig ausgeblutet. Stelle dir vor, sie waren jahrzehntelang "Nur-Hausfrau", ihre Rentenanwartschaften demzufolge äußerst gering, ihre Unterhaltsansprüche so hoch, dass es zum Sterben zuviel und zum Leben zuwenig ist, bzw. solche gar nicht ausgeurteilt wurden.
Stelle dir ebenso vor, nach Jahrzehnten der Berufspause wieder einen Job zu finden!!
Würdest du dir zutrauen wieder in einem qualifizierten Job, mit einer adäquaten Entlohnung Fuss fassen zu können?
Du bist so alt wie meine Tochter, deshalb wirst du dich schwerlich in die Müttergeneration hineinversetzen können.
Was bleibt diesen Frauen somit anderes übrig, als wieder nach einem Partner Ausschau zu halten der ihr Einkommen aufstockt?
 
  • #6
Frederika, Du hast das so schön gesagt und mir aus dem Herzen gesprochen, danke!
 
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Gast

  • #7
Tun wir das?
Dann mache ich was falsch! Ich habe schon einige Dates gehabt und mich noch nie nach dem Beruf bzw. Kontostand der Männer erkundigt - vermutlich, weil es mich in erster Linie nicht interessiert. Und in zweiter übrigens auch nicht.
Eine Partnerschaft wächst zusammen, und es ist ganz klar, dass jeder seinen Part vor, während und nach der Familienplanung zu tragen hat. Eins und eins ergibt immer zwei.
 
  • #8
Ich (m) wollte unbedingt eine Frau, die selbt Ihr Geld verdient. Ich bin kein Aushälter, Zuhälter oder sonst ein Spendierhase. Eine finanzielle Selbständigkeit muss also gegeben sein. Umgekehrt sehe ich das durchaus nicht kritisch, wenn Frau das auch vom Mann fordert.
Gemeinsame Unternehmungen, Anschaffungen sollten nicht zu Lasten eines Partners gehen.

Auch wenn die Einkommensunterschiede extrem ungleichmäßig verteilt sind z.B. einer verdient 20000 im Monat, der Partner nur 4000, dann sollte man trotzdem alle Alltagsdinge (Miete, Auto, Einkauf etc.) zu gleichen Teilen verrechnen. Einmaleffekte wie ein Urlaub für 10000 pro Person, sollte man nach einem fairen Verteilungsschlüssel z.B. Einkommensabhängig (20000 zu 4000 Euro = 5:1) abrechnen.

Kauft der Vermögende Partner z.B. ein Haus aus seinen Barmitteln, zahlt der andere Partner eine Miete in Höhe der Nebenkosten. Wenn es nicht gerade ein Schloß handelt, sollten sich die Nebenkosten in einem bezahlbaren Rahmen halten.

Für gemeinsame Anschaffungen von Immobilien kann man eine GbR oder Bauherrengemeinschaft etc. gründen und entsprechende Verträge aufsetzen. Da empfiehlt es sich aber immer einen Steuerberater und/oder Kanzlei zu befragen.


Wenn Kinder kommen bedeutet das für einen Partner immer finanzielle Einschnitte, das muß der andere Partner selbstverständlich ausgleichen.

Die Geldfrage ist für mich immer legitim, egal ob männlich oder weiblich.
 
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Gast

  • #9
Was fuer eine Frage, es ist fuer Frauen 1.000.000 Male einfacher, schneller und bequemer mit einem Typ mit Geld zu schlafen als eine Karriere aufzubauen.Eine Karriere aufzubauen kostet buchstaeblich immer zu viel Kraft, Blut und Traenen. Frauen haben es nicht noetig. Frauen WOLLEN es nicht, "sich ihre eigene (finanzielle) Zukunft zu gestalten". Du bist irgenwie eine Ausnahme muss ich sagen, aber du waerest ( bist) unglaublich Interessant fuer manche Maenner, die einfach die Nase voll haben von Frauen , die nur auf Geld achten. Ich wuenche mir wirklich, dass mehr Leute wie du im Forum waeren.Irgendwie, haette man das Gefuehl, dass man heutzutage noch irgendjemand treffen kann, der wirklich anders ist. Uebrigens, ich habe auch die Krise bekommen als ich den Thread gelesen habe.
(Deutsch ist meine dritte Sprache)
 
  • #10
Also so ganz abwegig finde ich die These der Fragestellerin nicht, dass Frauen schon darauf achten, dass ihr zukünftiger Freund auch ja nicht zu arm ist und vor allem auch willens, sein Geld auch auszugeben.

Zwar dient der Parallel-Thread von Zwangsberlinerin nicht gerade als Beispiel hierfür, aber es gibt zahlreiche andere Threads, aus denen ganz klar ein Trend hervorgeht. Ohne das Thema diskutieren zu wollen, denke ich an eines der Dauerbrennerthemen hier im Forum, wer denn wohl beim ersten Date bezahlen soll. Es kommt nicht von ungefähr, dass Frauen 50+ das viel öfter von Männern verlangen als jüngere Frauen. Bei ihnen ist die Fixation auf das Finanzielle deutlicher ausgeprägt, was an den in #4 genannten Gründen liegen könnte.

Von Frauen zwischen 30 und 40 kann ich sagen, dass sie meistens so tief im Berufsleben stehen, dass Absicherungsaspekte für die Partnerwahl kaum mehr eine Rolle spielen. Das gilt zumindest für die Akademikerinnen, die bei EP aktiv sind. Vor lauter Arbeit ist es sogar manchmal ein Problem, bei ihnen überhaupt einen Dating-Termin zu bekommen.
 
G

Gast

  • #11
An #4 und andere:

Ich gehöre zu jenen vielen älteren Frauen (50-65), von denen du schreibst.
Schon als Jugendliche - also vor ganz vielen Jahren - habe ich am Beispiel meiner Mutter gesehen, was ich NICHT werden wollte: Hausfrau und vom Mann abhängig!
Mir war es ein Graul ansehen zu müssen, wie meine Mutter und die Mütter meiner Freundinnen zu Hause waren, emotional und intellektuell dahinvegetierten und zum Teil von ihren Ehemännern geringschätzt, betrogen und misshandelt wurden.
Ich habe studiert, einen Beruf erlernt und war nie einen Tag arbeitslos oder auch nur teilzeitbeschäftigt. Wenn ich meine ehemaligen Schulkameradinnen sehe, bin ich froh, so konsequent gehandelt zu haben. Die Generation meiner Mutter hat mir gezeigt, wie man es NICHT macht. Nebenbei bemerkt: ich habe drei Kinder (zwei Söhne und eine Tochter) groß gezogen, die es auch gelernt haben, verantwortungsvoll für sich selber sorgen zu können.
Die Aussage: " Was bleibt diesen Frauen somit anderes übrig, als wieder nach einem Partner Ausschau zu halten, der ihr Einkommen aufstockt?" zeigt auf schmerzhafte Weise, dass es immer noch Frauen gibt, die es nicht akzeptieren können, wie würdelos es ist, sich nicht selber versorgen zu können. Auch in fortgeschrittenem Alter sollte man sich selber so viel Würde geben und sich nicht von einem Mann abhängig machen.
 
U

Ulrike

  • #12
"Von Frauen zwischen 30 und 40 ..., dass Absicherungsaspekte für die Parterwahl kaum mehr eine Rolle spielen"

Doch. Für mich schon. Ich stehe im Berufsleben und bin finanziell abgesichert. Nur möchte ich keinen Mann (mehr), der nur mein halbes Gehalt hat. Das Problem liegt nicht allein im finanziellen Aspekt. Auch das Selbstbewusstsein dieses Mannes, seine Zeilstrebigkeit, kurz: ein Teil seines Charakters, lassen sich daraus ablesen. Bei mir ging das schief.

Gab es eigentlich schon mal einen Thread mit dem Thema: "Wieso stehen manche Männer nicht auf eigenen Beinen? Scheuen sie die Verantwortung?"
 
  • #13
@#5: Danke für das Kompliment.
 
G

Gast

  • #14
Es stimmt schon, dass vielen Frauen die finanzielle Situation des Wunschpartners äüßerst wichtig ist, wenn nicht gar am wichtigsten. Diese wollen sich massiv verbessern, glauben aus unerfindlichen Gründen sie hätten ertwas "besseres" verdient und wollen ein Leben in Luxus. Für mich grenzt dieses "Aushalten" schon an Prostitution.
Es ist etwas völlig anderes, wenn man einen Partner sucht, der ähnlichen finanziellen Status hat, mit dem man sich ergänzen kann - auch finanziell.
 
G

Gast

  • #15
Wenn wir finanziell auf "gleicher Augenhöhe" agieren, sichert ja nicht nur der Mann die Frau ab sondern auch die Frau den Mann. Mittlerweile haben viele Frauen ordentliche Jobs und verdienen gut.
 
G

Gast

  • #16
#10. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin 55, habe zwei Töchter und immer in verantwortungsvollen Jobs gearbeitet - und war deshalb auch nach meiner Trennung gut in der Lage, für meinen Lebensunterhalt selber aufzukommen. DAS schafft Freiheit und Unabhängigkeit, im Leben und bei der Partnerwahl. Und das kann ich allen Frauen nur raten: was immer auch kommt im Leben, behaltet euren Beruf und eure finanzielle Unabhängigkeit. Denn Frauen wollen dann nicht abgesichert werden, wenn sie ihr eigenes Geld verdienen - und kämen auch wohl eher nicht auf den Gedanken!
w
 
  • #17
Ich kann nur für mich sprechen:
1.) Ich suche keinen Mann, der mich aushält, ich verdiene selbst ganz gut und habe meine Zukunft und das Alter auch abgesichert. Natürlich suche ich einen Partner, bei dem das auch so ist.Schliesslich will ich im Idealfall ja mit ihm gemeinsam alt werden. Und bis dahin möchte ich das Leben mit ihm unbeschwert geniessen können. Allerdings hätte ich auch kein Problem, wenn er weniger Geld hätte als ich, ich bin kein Luxusweibchen. Das bringt mich aber gleich zu
2.) Leider können die meisten Männer eben nicht damit umgehen, wenn die Partnerin mehr Geld zur Verfügung hat. Für 2 meiner Expartner war das ein Riesenproblem, sie fühlten sich irgendwie minderwertig und "unmännlich", dabei hatte ich nie ein Problem damit, mich ihren Möglichkeiten anzupassen (z.B. Urlaub, Ausgehen usw.), ich habe auch nie rausgehängt, dass ich mir eigentlich mehr leisten könnte.
Insofern möchte ich mir das auch nicht mehr antun.
 
  • #18
@#16: Es ist normal und natürlich, dass Männer horizontal oder nach unten und Frauen horizontal oder nach oben daten -- bezüglich Einkommen und Qualifikation. Wir haben auch hier im Forum schon oft das ehrlich Ergebnis gehabt, dass Männer mit Abstand lieber eine Frau aushalten, wenn sie sie wirklich lieben, als ausgehalten zu werden. Umgekehrt geben auch die meisten Frauen zu, dass sie ungerne Partner aushalten. Ich halte das für natürlich und biologisch bedingt. Das sind nun einmal die artspezifischen Selektionskriterien, an denen wir auch mit noch so viel Politik und Rederei langfristig nicht vorbeikommen.
 
  • #19
@17 Frederika von #16: Ich habe eigentlich nicht von "aushalten" gesprochen, die Grundversorgung und ein zusätzliches sorgenfreies Leben sollte natürlich für beide gleich gut möglich sein.Das habe ich unter 1. eigentlich auch deutlich formuliert. Es geht mir eher um zusätzlichen Luxus, wobei das jeder sicher anders definiert. Ich brauche kein 5-Sterne-Hotel in der Karibik und auch kein 7-Gänge-Menü im teuersten Restaurant am Platz, auch wenn ich es mir theoretisch leisten könnte. Es interessiert mich schlicht und einfach nicht.
Und "normaler" Urlaub und normale Freizeitaktivitäten waren bei meinen Ex-en nie ein finanzielles Problem. Alleine nur das Wissen, dass ich mehr zur Verfügung habe, hat gereicht. Du nennst das normal und natürlich, ich finde es einfach nur schade, da es vielen Menschen ihre Chance auf eine ansonsten glückliche Partnerschaft verbauen kann.
 
G

Gast

  • #20
An #8: Davon gibt es zumindest einige Frauen mehr als du dachtest! Als ich (48, 3 Kinder) aus meiner Ehe raus bin, hab ich mich auf eigene Beine gestellt. Aus eigenem Wollen. Ich wollte von dem Mann nicht abhängig sein, von dem ich mich trennte. Bevor ich die Kinder bekam und zuhause blieb, habe ich mein Geld auch selbst verdient. Das wollte ich so auch wieder. Ich bin stolz darauf, mein Geld mit einer mehr als 40-Stunden-Woche selbst zu verdienen. Unabhängig zu sein. Und meine Kinder zudem auch noch IMMER allein erzogen zu haben. Ich bin froh, wenn ich einem Mann begegne, den ich interessant und sympathisch finde und im Grunde sagen kann: Dein Geld brauche und will ich nicht, weil ich für mich selbst - gerne - sorge. Ich möchte und wünsche mir sogar, dass mein Gegenüber in Form von Mann erkennt, dass es mir um IHN geht. Für alles andere sorge ich selbst. Und wenn überhaupt, dann findet es sich, aus Respekt und Liebe. Aber, es gibt auch mehr als genug Männer, die es so wollen, dass eine Frau von ihnen finanziell abhängig ist. Warum auch immer. Die präferiere ich nicht. w, 48
 
  • #21
@#18: Ja, ich habe Dich durchaus verstanden. Ja, es ist schade. Aber so ist die Natur des Menschen nun einmal. Wenn der Mann nicht Mann im Hause sein kann, sondern weniger hat als die Frau, dann fühlt er sich im Innersten getroffen. Solche Partnerschaften sind entweder stark asymmetrisch oder unglücklich -- fast nie halten sie lange.
 
G

Gast

  • #22
mir drängt sich gelegentlich der eindruck auf, dass bei den diskussionen um's finanzielle, auch dinge verwechselt werden. zunächst würde ich unterstellen, dass prinzipiell alle männer und frauen, die hier im forum diskutieren, qua ausbildung die möglichkeiten hatten, einen eigenen, auch berufsbezogenen lebenswentwurf einschließlich entsprechender finanzieller absicherung zu entwerfen und zu leben. wenn das nicht der fall ist, dann liegt dem eine freiwillige entscheidung (z.b. der anspruch vollzeitiger kinderfürsorge etc.) zugrunde. mit entsprechenden konsequenzen im trennungsfall.

das ist das eine. das andere sind die immer wieder angeführten einkommensunterschiede. mann und frau sollten sich darüber im klaren sein, dass höheres einkommen in aller regel auch eine bestimmte lebenseinstellung - normen und werthaltungen - voraussetzt. (um die dimension mal klar zu stellen: unter hohem einkommen verstehe ich jetzt das, was deutlich oberhalb dessen liegt, was man als lehrer oder akademischer angestellter im öffentlichen dienst verdient - obwohl auch das nicht so schlecht ist und durchaus eine lebensführung oberhalb der armutsgrenze zulässt ...)

hohes einkommen setzt m.e. bestimmte einstellungen voraus, die mann/frau auch leben muss. das fängt bei äußerlichkeiten an, erstreckt sich über konsumverhalten und hört bei den persönlichen interessen noch nicht auf. ich ernnere mich einer geburtstagsparty, bei der sich gäste eine stunde lang über vorteile und gewinnoptionen von schiffsanleihen unterhalten haben. das mag die anwesenden ja interessiert haben, ich fand's unerträglich langweilig. sog. besser-verdienende kreise haben haben vielfach auf pekuniär weniger begünstigte eine gewisse anziehungskraft, ein bisserl luxus hat ja schon mal was, aber es verliert oft schnell seinen reiz als dauerthema. wenn also die hier häufiger angeführte erfolgreiche und gut verdienende frau gedanklich vor allem um ihre karriere und ihre finanzen kreist - dann kann das interesse eines mannes mit vielleicht etwas anderer wertorientierung schon mal nachlassen ...

da ist dann die finanzielle ebene genau der trennungsgrund - die auffassung, dass mann mit dem einkommesunterschied nicht klar käme, scheint mir allerdings manchmal eher ausdruck der tatsache zu sein, dass frau mit anderen wertvorstellungen nicht klar kommt ...
 
B

Berliner30

  • #23
Eine Frau mit mehr als 2 Kindern gleichzeitig hat nun einmal kaum Zeit für einen geregelten Job, da auch nicht genügend bezahlbare Kita/Kindergartenplätze sofort verfügbar sind. Wenn die Kinder wachsen, muss irgend jemand bei Krankheit der Kinder zu Hause bleiben oder zum Arzt gehen ... -Welcher Arbeitgeber kann und vor allem will das durchmachen?
Ich kann verstehen, das eine Frau mit ausgeprägtem Kinderwunsch (auch wenn es "nur" ein Kind ist) auf die Finanzkraft des Mannes schaut.
Ohne Kinderwunsch kann ich es auch nicht verstehen bzw. akzeptieren bzw. ist man da dann schon oft im Tussie-Bereich, wo das Geld nur für Luxus und Blödsinn vergeudet werden soll. Aber auch dafür scheint es einen Markt zu geben.
 
B

Berliner30

  • #24
@22 Eine von vielen Statistiken: >105 000 € / Jahr haben weniger als 5 % der deutschen und das dürfte auf viele Forumsteilnehmer zutreffen. Ich denke daher, das hier einige mit einem hohen Einkommen sich an dieser Disskussion beteiligen.
Im übrigen ist es auch ziemlich unwesentlich ob brutto 10 000 mehr drauf stehen oder nicht, denn netto ist es ja nur ca. die Hälfte davon und ob wir von netto 60 oder 70 tsd. Jahreseinkommen reden ist dann relativ unwichtig, oder?

Die gleichen Chancen hat man nicht. Durch Beziehungen und/oder Vorvermögen öffnen sich erst bestimmte Türen, die einem noch so begabten ohne diese 2 Faktoren einfach verschlossen bleiben. Mein fehlenden Dr. Titel konnte ich mehr als gut durch Beziehungen ausgleichen. Ein wenig mehr Startkapital als normal ermöglichte es diese Chance auch zu nutzen. Mit sehr viel mehr (Start-)kapital öffnen sich auch noch höhere Türen und Einkommen von ganz alleine.
Daher würde ich jemanden mit weniger Einkommen nicht als sinngemäß "faul" oder "dumm" darstellen.

Bei deinem 3.Absatz am Ende mit der Einstellung zum Luxus und deren teilweise krankhaften auswüchsen, kann ich dir jedoch vollkommen zustimmen, das wäre auch für mich ein NoGo.
 
G

Gast

  • #25
die #22 in replik/ergänzung zu/an #23:

- in den diskussionen wird des öfteren auf "höhere einkommen" abgehoben und die scheinen mir dann doch deutlich oberhalb von a14 angesiedelt zu sein.

- von chancengleichheit sprach ich auch nicht, weil es die schlichtweg nicht gibt. auch eine akademische ausbildung stellt sie nicht her, zugänge zu spitzenpositionen folgen anderen kriterien. aber eine entsprechende ausbildung ermöglicht in aller regel ein, sagen wir mal, gutes auskommen - bei männern und frauen. davon ausgehend sind entscheidungen hinsichtlich kinderfürsorge, karriere bedingte ortswechsel usw. dann zu größeren teil freiwillig.

- frauen müssen ihren beruf nicht der kinder wegen aufgeben, kindererziehung können auch BEIDE leisten. da sind die karrieren dann halt etwas weniger steil und es dauert länger, bis das häuschen abgezahlt ist. das ist immer eine frage persönlicher prioritäten.

- und ergänzend zum thema luxusansprüche: für mich ist bildung immer noch der größte luxus. und insofern finde ich eine debatte über die schönheit von rilke-gedichte (ich bin weder germanist noch schätze ich rilke besonders) allemal interessanter als eine über die von golfplätzen ...
 
G

Gast

  • #26
Meine persönliche Auffassung dazu ist,
bevor Mann/Frau sich über finanzielle Hintergründe des möglichen Partners,
über Hausbau, Familiengründung, Sicherheit, Altersvorsorge usw. tiefgreifende Gedanken macht, diese Wünsche in den Raum stellt und darüber eine mögliche Partnerschaft deffiniert, sollte man sich zuerst über seine eigene emotionale Bindungsfähigkeit Gedanken machen und sich dieser sicher sein. Wenn diese nämlich nicht stimmt ist alles andere nur Makulatur. Darüber hinaus braucht kein Mann/keine Frau einern Partner um ein Haus zu bauen, eine Altersvorsorge herzustellen oder das Gehalt des anderen. Wer sich seine eigenen Wünsche nicht selbst erfüllen kann, sollte diese nicht ungefilterte auf den Partner übertragen. Das ist der beste Weg unglücklich zu werden! In diesem Zusammenhang möchte ich Aristotels dem Sinn nach zitieren:
"Das Freundschaft (Liebe) zu den vortrefflichsten seelischen Gütern zu zählen ist. Nicht die Nutzfreundschaft (Nutzliebe). Sondern die wahre Freundschaft und Liebe welche auf der wechselseitigen Zuwendung der Beteiligten um IHRER SEBST WILLEN beruht. Sie erscheint die wertvollste und tragfähigste Beziehung zwischen Menschen. Die Grundlage dafür ist die Freundschaft mit sich selbst"

Insofern scheint es doch so, dass viele das Pferd von der falschen Seite (oder zumindest der fragwürdigen Seite aus) auf aufzäumen.
Wer materielle Wünsche hat sollte sich die erst einmal selbst erfüllen können und mit sich selbst zufrieden sein. Wer sein Leben nicht so ausrichten kann, dass er selbst mit sich zufrieden ist, sollte diese Aufgabe dann auch nicht auf den Partner übertragen.
Gibt nur Ärger!
Wer seinen Partner um seiner selbst liebt und von diesem auch für sein ICH geliebt wird hat gute Chancen eine liebevolle, dauerhafte, Partnerschaft zu leben.
Geprägt von Toleranz und großer emotionaler Bindung.

Wer die materielle Variante wählt, kann das tun, sollte es aber von Anfang an unmissverständlich seine Beweggründe offen mitteilen. Im günstigen Fall wird er auf einen Menschen mit gleichen Wünschen und der gleichen Ausrichtung treffen. In diesem Falle sollte Mann/Frau sich aber auch klar sein für was sie geliebt selbst werden. Nämlich in großen Stücken für die Wunscherfüllung des Anderen. Diese Liebe basiert dann nicht auf der wechselseitigen Zuwendung um ihrer selbst willen. Sodern nur solange wie die gegenseitigen Wünsche kompatibel sind und gegenseitig erfüllt werden. Kann funktionieren. Ein Leben ist lang, Wünsche und Ausrichtungen ändern sich. Und es lässt sich bestimmt noch ein Mensch finden welcher (vermeintlich) die eigenen Wünsche besser befriedigt. Dann wird es mit dieser Grundlage für eine Partnerschaft sehr schwer! Kommen daher die Lebensabschnittspartner?

m45
 
  • #27
@#25: Ich glaube, Dein erster Absatz geht völlig am Thema vorbei, denn selbstverständlich setzen hier wahrscheinlich ALLE Beteiligten voraus, dass sie sich verlieben und emotional binden möchten. Liebe und Vertrauen sind wohl für alle das Fundament einer Partnerschaft. Nichtsdestotrotz reicht Liebe allein eben nicht aus, auch wenn es noch so romantisch und politisch-korrekt klingt, sondern Kompatibilität bezüglich Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Vorlieben, Geschmack und Lebensziele ist ebenso wichtig, und eine bedeutsame Facette der Kompatibilität ist eben auch das Finanzielle.

Wirtschaftliche Sicherheit, Familiengründung, Hausbau, Altersversorgung sind elementar -- auch wenn sie manchmal in der heutigen verwöhnten Welt zu selbstverständlich erscheinen, um ernst genommen zu werden. Aber Wohnen, Essen, Versorgung, Sicherheit sind Grundbedürfnisse, und das Streben nach Glück, nach Komfort, nach Wohlfühlen ist dem Menschen angeboren. Dafür muss man sich nicht rechtfertigen.

Daher noch einmal: Es muss von Herz und Kopf her passen. Liebe und Vertrauen einerseits; Kompatibilität andererseits. Da geht es nicht darum, was wichtiger ist oder was zuerst kommt. Es muss BEIDES stimmen und ohne das eine ist auch das andere nichts wert, denn wenn ein Teil fehlt, wird keine stabile, erfüllende Partnerschaft funktionieren.

@#23: Berliner30, das Statistische Bundesamt gibt für 2004 gibt folgende Werte an, die als verläßlich angenommen werden dürfen. Nach Grundtabelle versteuert (was ja für Singles relevant sein dürfte) wurden folgende Einkommen:

+ 40% versteuertes Einkommen höher als 50.000 Euro, davon immerhin noch
+ 15% versteuertes Einkommen höher als 100.000 Euro

Wenn wir annehmen, dass wir "Singles und Akademiker mit Niveau" sind und auch suchen, dann wird diese Zielgruppe auch einer Volltagsbeschäftigung nachgehen, Steuern zahlen und somit von dieser Statistik erfasst sein. Ferner gehe ich davon aus, dass "Singles und Akademiker mit Niveau" eben nicht einfach nur der Durchschnitt der Bevölkerung sind, sondern sich unser Portal gezielt an die genannten Personen wendet und somit quasi alle zu den oberen 40% gehören. Zumal es kaum Akademiker mit Berufserfahrung gibt, die weniger als 50.000 Brutto Jahresgehalt verdienen. Natürlich jagen hier auch manche, die gar nicht zur Zielgruppe dazugehören, aber ganz ehrlich: Sie gehören hier nicht her. Spezialisierung der Partnerbörsen ist sinnvoll, damit sich zusammenpassende Partner schneller finden. Qualifikation, Bildung, Einkommen sind sinnvolle Kriterien, um die Zielgruppe zu definieren, auch wenn es für das Verlieben auf andere Dinge ankommen mag, für die Kompatibilität sind sie wichtig.

(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/22/ESt_Statistik_D_Eink%C3%BCnfte_Steuers%C3%A4tze_Grundtabelle_2004.jpg)
 
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Gast

  • #28
Ich habe nie darauf geschaut, ob der Mann mich absichern kann. Mir kommt es auf ganz andere Merkmale an. Ich möchte einen Partner, mit dem ich (zumindest einen - hoffentlich - langen Teil) mein Leben verbringen kann.
Ehrlichkeit, Vertrauen, möglichst viel miteinander zusammensein, miteinander (nicht aneinander vorbei) sprechen, gemeinsam reisen, gemeinsam lachen, gemeinsam auch mal streiten...etc.
Über eine finanzielle Versorgung oder einen akademischen Abschluß habe ich mir niemals Gedanken gemacht. Und jetzt auch nicht.

Ich weiß, dass Männer über 40 oftmals bereits "Erstfamilien" zu versorgen haben. Daher lege ich schon Wert darauf, dem potentiellen Partner Ü40 die "Angst" zu nehmen, ich hätte es nur auf sein Geld abgesehen.

Wir haben alle nur ein Leben - das soll doch möglichst glücklich sein? Und Geld allein macht nicht glücklich, das ist bekannt.
 
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Gast

  • #29
@26
Verlieben (verlieben ist temporär und geht vorbei, Liebe ist etwas anderes) und emotional binden MÖCHTEN ist das EINE, es auch wirklich KÖNNEN ist das ANDERE. Und liegt der große Unterschied nämlich zwischen wollen und können. Viele wollen die wenigsten können!
Ich habe nicht unterstellt, dass am Anfang die besten Absichten geprägt von Verliebtheit usw. fehlen. Ich habe versucht zu beschreiben, wie sich "wahre Liebe" deffiniert. Eine Liebe die entkoppelt von jeglichen materiellen Ansprüchen ist. Mit dieser Form der Liebe haben sich im Verlaufe der Menschheit viele Persönlichkeiten beschäftigt von dem von mir zitierten Artistoteles bis zu Philosophen der Neuzeit (z.B. S. Hillenkamp, mit seinem Buch: Das Ende der Liebe). Dieses Buch beschreibt den Zustand der Liebe sehr nüchtern und treffend.
Das von dir beschriebene Modell (materielle Verbindung, Absicherung) war doch Jahrhundert gültig und hat in erster Linie das Überleben in der Gemeinschaft (zuerst Großfamilie, dann Kleinfamilie) gewährleistet. Es dürfte doch unstrittig sein das hier die Liebe langfristig den geringsten Raum eingenommen hat. Das erfährt man auch wenn sich mit älteren Generationen darüber unterhält. Ziel war hier ganz nüchtern das Überleben und diese Ausrichtung wurde unter dem Deckmantel Liebe verkauft und mit einer Heirat besiegelt.
Diese Beziehungen waren sehr dauerhaft basierend auf dem großen Überlebensdruck, mangels Alternativen, sowie gesellschaftlicher Moralvorstellungen (die ja auch nur oberflächlich gegriffen haben).

Diese ursprünglichen Motive sind in der Neuzeit fast ausnahmslos weggefallen.
Mit der Folge das sich die Partnerschaften von lebenslangen Versorgungsgemeinschaften in
Lebensabschnittspartnerschaften gewandelt haben.
Lebenabschnittspartnerschaften welche nicht mehr ausschließlich ihre Basis
im Überleben sondern vielmehr in der Suche nach dem "Richtigen" der "wahren Liebe" finden.

Die Chance die "wahre Liebe" den Richtigen, die Richtige zu finden und vorallem zu erkennen bedarf einer sehr guten eigenen Position (vorallem in psychischer Hinsicht) weg von jeglichen materiellen Gesichtspunkten.
Wer nach materieller Befriedigung im Rahmen einer Liebe sucht, befindet sich selbst im Defizit.
Wer im Defizit ist der braucht und macht sein Glück von Partner abhängig! Aristoteles nennt es auch Nutzliebe. Das ist nicht verwerflich! Hat es doch über Jahrhunderte das maßgebliche
Motiv für eine Lebensgemeinschaft gestellt.

Nur von Liebe oder wahrer Liebe sollte man in diesem Zusammenhang nur bedingt sprechen!
So ehrlich sollte man dann doch zu sich selbst sein!

m45
 
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Gast

  • #30
ad #26:
wer elite für sich eben nicht als bildungselite sondern als vermögens- oder einkommenselite definiert, kann dies ja gerne tun. schön, wenn es unmittelbar deutlich wird, dann weiß mann immerhin, wo er dran ist. aber solange eine partnerbörse die mitgliedschaft nicht an die einkommensteuerbescheide der letzten fünf jahre knüpft, wird's da halt unterschiede geben. und die kongruenz von bildung und einkommen in der beschriebenen größenordnung entspricht schlichtweg nicht der realität.

ich für meinen teil ziehe bildung vor - mitnehmen (wohin auch immer) lässt sich bekannterweise nichts. insofern möchte ich meine zeit hienieden doch lieber mit kultur- und bildungserlebnissen statt der anhäufung von mammon füllen. und wie auch der herr goethe bereits anzumerken pflegte: alles verzehren bis zum end', ist das beste testament ...

<MOD: Signaturen sind nicht gestattet. Bitte registrieren Sie sich, wenn Sie wiedererkennbar sein möchten.>