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  • #1

Warum wird man als junge, gutaussehende Witwe von der Gesellschaft ausgeschlossen?

Ich ( 38 ) bin seit 4 Jahren verwitwet, mein Mann ist von einer Sekunde zur anderen tödlich verunglückt. Seitdem frage ich mich, was ist aus meinem Freundeskreis geworden? All die nett gemeinten Trauerbekundigungen, wie "Du kannst uns Tag und Nacht anrufen, wir sind immer für dich da" - davon ist leider nicht viel übrig geblieben. Ich werde so gut wie gar nicht mehr eingeladen! Nach dem Tod musste ich unsere Selbständigkeit alleine weiter führen, und das mit Erfolg. Viele hat das irritiert, ich denke manchmal, dass sie mir zur Seite gestanden hätten, wenn ich hilflos am Boden gelegen gelegen wäre. Ich habe die Gespräche gesucht und zu mir eingeladen, doch nichts kam zurück - nur eine Antwort, die ich mit Sicherheit nie vergessen werde: " Bei dir müssen wir Angst haben um unsere Männer!" Ich bin eine Frau, die alles möchte, doch nur keinen Ehemann! P.S. Bin hier kein Mtglied, weiß auch nicht, ob ich es werden möchte!
 
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  • #2
Ich habe ein ähnliches Schicksal hinter mir - mein Partner erlitt einen massiven Schlaganfall. Er lebte danach noch 22 Tage, dann starb er. Sein Blutsbruder, der einige Male in meinem Haus und an meinem Tisch zu Gast war, schrieb mir keine Trauerkarte, kondolierte auch nicht telefonisch, aber er fragte nach dem Barvermögen. In den Wochen der Trauer habe ich die besten Freunde meines Mannes von ihrer anderen Seite kennengelernt. Zum Glück bin ich auch eine Frau, die taff ihren Weg geht. Es ist nicht so, dass ich für die Trauer lebe - ich vermisse jedoch meinen Partner unendlich. Aber ich baue mir einen neuen Freundeskreis auf. Mit denen zuvor will ich nichts mehr zu tun haben. Sicher, Sie sind eine junge Witwe. Gutaussehend, selbstständig. Alles Tinneff, die einzigen, die sich wirklich für Sie interessieren, sind jene, die Sie ausnutzen und nur Ihr Bestes wollen: das Geld. Sind Sie nicht traurig, es ist verschwendete Energie
 
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  • #3
Ergänzend möchte ich noch hinzu fügen, dass es lediglich um die oben genannte Frage geht.
Ich wünsche keine Tipps zur Trauerbewältigung, diese habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen, neue Freunde habe ich auch gefunden und meine Freizeitbeschäftigung ist knapp bemessen, dennoch immer wieder gerne Sport. Es geht einzig und allein um die Frage: Warum wird man als junge, gutaussehende Witwe von der Geschallschaft ausgeschlossen?"
DIE FRAGESTELLERIN!
 
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  • #4
Du hast in bemerkenswerter Weise es geschafft, die Probleme, die sich durch den Tod Deines Mannes ergeben haben, zu lösen - soweit es um den job geht.

Du schreibst nicht, ob Du Kinder hast. Aber weißt, irgendwie ist das auch nicht wichtig. Wenn ich mir die anschaue, die ich im Netz und persönlich getroffen habe, denen es erging wie Dir, so eint sie eines: Sie hatten im Gegensatz zu all den Geschiedenen da draußen das know how für eine glückliche Beziehung. So ergab es sich schnell, daß sie jemanden gefunden haben.

Und das sehen eben die Leute in Deinem Freundeskreis. Bestimmt waren Du und Dein Mann glücklicher als andere und ihr hattet ein ich sag mal höheres Integrationsniveau, weil Ihr nicht nur ein Ehepaar wart, das sich abends sah sondern Euch auch beruflich gemeinsamen Dingen widmete. Vielleicht wurdet Ihr insgeheim beneidet ...

Egal. Ich denke, der Moment ist gekommen, daß Du Dich mal umschauen solltest weil ich es einfach schade finde, daß so ein Klasseweib einfach single und vielleicht sogar noch ohne die eigenen Werte an Kinder weiter zu geben da draußen rumläuft.

Und der Mensch sollte an allen Punkten bauen: Beruflich hast viel geschafft, viele hatten vielleicht vor Deinem Erfolg Angst, weil Du einfach weniger Anteilnahme gebraucht und vor allem nicht rumgejammert hast. Denk mal auch an Deinen Körper, Sex, Deine Gefühle, Deine Ziele im Leben ...

7E2176FE ist mein Profil
 
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  • #5
Ich glaube, es liegt daran, dass unsere Gesellschaft mit dem Thema Tod nicht umgehen kann. Der enge Freundeskreis fühlt sich hilflos, weil er nicht weiß, wie er darüber sprechen soll, ober er darüber sprechen kann, usw.

Die Fragen: soll ich sie anrufen? was soll ich sagen? Sollen wir sie einladen?, die sind mit Sicherheit da, aber dann wird zulange überlegt und alles wieder verworfen.

Vielleicht spielen hier auch unbewusst Gedanken eine Rolle, wie: zum Glück ist das mir nicht passiert. Man wird mit durch die Begegnung mit Menschen, die so plötzlich einen geliebten Menschen verloren haben, auch immer wieder damit konfrontiert, dass das ja jeden Moment einen selbst auch treffen kann. Man wird damit konfrontiert, dass das eigene Glück vergänglich ist, dass es die Sicherheit, die wir uns wünschen, nicht gibt und damit können viele in unserer Gesellschaft nicht umgehen, weil dann müssten sie sich zugestehen, dass auch sie hilflos und ohnmächtig sein könnten. Und hilflos und ohmächtig will doch in unserer "Machergesellschaft" niemand sein.

Eine Freundin von mir (ich kenne sie seit 4 Jahren) hat vor 9 Jahren ihre einzige Tochter durch einen tragischen Unfall verloren. Sie erzählt auch, dass hinterher die ganze Verwandschaft und der Freundeskreis unendliche Berührungsängste gehabt haben. Auch bei ihr und ihrem Mann hat sich nach diesem schrecklichen Geschehen der ganze Freundeskreis geändert.
Traurig, aber es scheint wirklich so zu sein.
 
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  • #6
Berlinerin, 41 J

Liebe Fragestellerin,
bin seit etwa 5 Jahren allein erziehend, hat den gleichen Effekt wie Witwe sein.
Befreundete Pärchen laden mich nicht (mehr) ein.

Es ist, als ob man eine ansteckende Krankheit hätte. Entweder haben die Frauen Angst, dass man ihnen den Mann ausspannen könnte oder sie haben Angst, Trennungen wären ansteckend....

Wenn mein Kind Freunde kennenlernt, werden wir gerne eingeladen. Bis dann die Mütter nachfragen und erfahren, dass mein Ex zwar Berufspendler ist, aber nicht bei uns wohnt.
Ab da herrscht schlagartig Funkstille.

Ich weiss Dir leider keinen Rat, ausser dass Dich keine Schuld trifft.
Such Dir neue Freunde über ein gemeinsames Hobby, z. B.

Die Alleinerziehenden bleiben eher unter sich, bis sie wieder einen Partner finden.... Liegt vielleicht auch an der gleichen Problematik, das Leben zu bewältigen.

Alles Gute weiterhin, Du bleibst sicher nicht lange ohne Partner.
 
  • #7
Liebe Fragestellerin! Ich vermute, dass Du den gleichen Fehler begehst, der in diesem Forum sehr oft diskutiert werden muss: Du projizierst Deine partnerschaftlichen Misserfolge auf die Eigenschaft, die Dir am wahrscheinlichsten scheint, weil sie von DIR am stärksten emotional empfunden wird. Beispiele: Übergewichtige sind sich sicher, dass sie keinen Partner finden, weil sie übergewichtig sind; Alleinerziehende machen ihre Alleinerziehung zum Grund; bei erfolgreichen Frauen liegt es an der Karriere, obwohl sie angeblich ganz entzückend nett sind und so weiter. Du bist Witwe und was schließt die Gesellschaft aus? Richtig, Witwen natürlich. Mit Verlaub: Du liegst hier einfach falsch.

Richtig ist vielmehr, dass sehr viele Singles darunter leiden, dass die Freundeskreise auf Paare fixiert sind und sie zunehmend nicht richtig dazugehören. Richtig ist, dass ganz viele gutaussehende, gebildete Frauen einen Partner suchen und teilweise jahrelange keinen finden. Richtig ist auch, dass sehr wohl viele Männer mit Kindern Frauen mit Kindern suchen und viele Menschen mit ein paar Pfunden zuviel durchaus auch dicke Partner suchen.

Bitte verstehe einfach, dass es nicht daran liegt, dass Du Witwe bist. Hundertausende Singles suchen einen Partner. Du bist eine von vielen. Eine von uns. Eine, die genauso Probleme hat, einen Partner zu finden wie viele andere. Höre auf mit Selbstmitleid und Scheingründen. Vergiss Deine Witweneigenschaft und kommuniziere sie nicht mehr. Ich bin auch keine Exfreundin eines Mannes, sondern Single-Frau. Nicht mehr und nicht weniger.
 
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Gast

  • #8
zu Frederika: das ist leider eine Themenverfehlung,
die Fragestellerin sucht keinen Partner sondern bedauert den Verlust ihres Freundeskreises und das mit Recht - mir geht es genauso. Seit ich allein bin, laden mich meine Nachbarn - lauter Paare nicht mehr ein. Und das liegt sehr wohl daran, dass ich jetzt allein lebe und nicht zu zweit auftauchen kann. Das ist schon traurig, denn auch ich hab mir eher Hilfe erwartet als Ignoranz bzw. nicht einmal nachfragen ect. Es ist Paaren einfach unangenehm, Singlefrauen einzuladen, das ist eine Tatsache! Und hat schon was mit der Gesellschaft zu tun und nicht mit mir als Single!

Vom Partner unschuldig "verlassen" werden und dann auch die ehemals gemeinsamen Freunde zu verlieren, bzw. mit meinen Nachbarn war ich immer mehr befreundet als mein Ex - hm, lustig ist das nicht. Nur mehr mit anderen Singles Freundschaften schließen zu können, auch nicht - scheint aber einfach so zu sein und das ist keine Einbildung!
w47
 
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  • #9
Frederika, ja ich bin Witwe und damit auch Single, doch ich suche im Moment gar keinen Mann.

Außerdem glaube ich, dass es einen entscheidenden Unterschied gibt zwischen Witwen und Geschiedenen. Die Einen haben sich im gegenseitigen Einvernehmen voneinander verabschiedet,
den Verwitweten blieb aber dazu keine Alternative - da entscheidet das Schicksal!

Mir liegt es fern, hier Selbstmitleid oder gar Scheingründe zu provozieren. Vielleicht haben ja Geschiedene und Verwitwete die gleichen Probleme mit ehemaligen Freunden?!
 
  • #10
@#8.2: Hm, sicherlich gibt es Unterschiede zwischen Witwen und Geschiedenen. Aber die Annahme, dass sich Scheidungen im Einvernehmen ereignen, ist doch nicht ernst gemeint? Sicherlich gibt es friedliche Trennungen, aber die Mehrzahl geht in Unfrieden auseinander -- von Untreue und tiefer Verletzheit bis zum finanziellen Abzocken des Ex. Witwen haben den Nachteil, dass sie emotional oft noch wesentlich mehr an den verstorbenen Mann gebunden sind und ein neuer Partner das spürt. Das mag natürlich niemand. Niemand möchte Ersatz sein, sondern vollwertiger Partner. Das soll nicht heißen, dass das alle Witwen/Witwer betrifft.

@#8.3: Ich hatte es versucht zu erklären: Es ist nicht nur Geschiedenen und Verwitweten gemeinsam, sondern quasi ALLEN Singles. Ab 30-35 findet für viele das Leben paarweise statt und als Single wird man seltener eingeladen, gehört oft mal nicht dazu. Das hat aber nichts mit "geschieden" oder "verwitwet" zu tun. Genau das meinte ich: Projektion von Problemen auf einen konkreten Zustand, statt auf die allgemeine Lage, die fast alle betrifft. Nicht die "Gesellschaft ist schuld", sondern "das Leben ist so".
 
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Gast

  • #11
Warum du ausgeschlossen wirst?

Weil du als junge Witwe die personifizierte Mahnung daran bist (ohne das zu wollen, sondern einfach als Tatsache), dass das Leben vergänglich ist und sich alles, was eben noch stabil schien, von einem Moment zum nächsten grundlegend und existentiell ändern kann.

Das ist vielen Erwachsenen (na ja - den meisten Menschen die ich kenne) unangenehm. Unsere Gesellschaft ist auf Sicherheit angelegt. Gegen alles und jedes gibt es eine Impfung, eine Versicherung und anderes, um ja nicht der Willkür, d.h. dem nicht kontrollierbaren Leben ausgeliefert zu sein. Wir sind es natürlich trotzdem, denn wir sind nun mal Teil des Lebens und MACHEN es nicht, sondern ERLEBEN es. Und genau dieses wollen die allerwenigsten wahrhaben.

Was dazu führt, dass viele Menschen vieles tun, um sich in scheinbare Sicherheiten zu wiegen und das ausblenden, was deutlich macht, dass es solche Sicherheiten in Wirklichkeit nicht gibt.

Du bist so etwas. Dein Dasein als junge Witwe ist eine solche Erinnerung an die Unbeständigkeit, Unkontrollierbarkeit und Unvorhersehbarkeit des Lebens. Dies soll aber ausgeblendet bleiben. Und deshalb wirst du ausgeblendet. Sprich: ausgeladen statt eingeladen.

Es gibt aber auch Menschen, die damit zurecht kommen, dass das Leben seinen eigenen Gang geht. Es gibt Menschen, die das nicht wegdrücken und sich auch nicht vielfach versichern müssen. Es gibt Menschen, für die bist du nicht das menschgewordene Mahnmal an das, was sie nicht wissen und auch nicht sehen wollen, womit sie nicht bewusst umgehen möchten. Es gibt Menschen, die bewusst mit den Unwägbarkeiten des Lebens umgehen, für die du dann nichts anderes bist, als eine junge, gutaussehende Witwe.

Es gibt Menschen, die deine Bekanntschaft mögen und deine Freundschaft schätzen. Anscheinend existieren sie nicht in deinem bisherigen Freundeskreis. Finde sie, die dich dafür mögen, dass du bist und fühle dich von Freunden umgeben, die dich sehen als das, was du bist und nicht als das, was sie fürchten.

Alles Gute Dir!
Marlene
 
V

VirginiaWoolf

  • #12
Ich sehe das wie #4, besonders erster Absatz, desweiteren mit schwerer Krankheit
oder Behinderungen anderer Menschen nicht umgehen und meiden das Umfeld.

Als Alleinstehende/r ist man immer "das 5. Rad am Wagen" beim Weggehen oder
Familienfeiern. Wenn Du keinen Ehemann oder Partner suchst, dann vielleicht
eine Freundin, Freund, um besser wieder Anschluss zu finden.
Du formuliest in Deinem Kommentar eine ( für mich furchtbare ) Begründung
"Bei dir müssen wir Angst haben um unsere Männer!" - Das erinnert mich fatal
an die Witwe aus "Alexis Sorbas", Männer begehren Dich vielleicht, doch die
Frauen sind grundlos eifersüchtig.

PS #10 finde ich sehr gut
 
G

Gast

  • #13
Ich (m/34) denke, einen grossen Teil der Antwort steht in Deinem 2. Absatz, wenn auch etwas anders, als Du es dort ausdrückst:
Du schreibst, Du hast Dich in den letzten 4 Jahren erfolgreich in den Beruf gekniet. Selbstständig heisst normalerweise schon "selbst" und "ständig", erfolgreich wird den Zeitbedarf noch erhöhen und dass Du zusätzlich noch getrauert hast, hat Dich sicher auch nicht geselliger gemacht.
Dazu kommt noch der Effekt den #4 und #10 so treffend beschrieben haben und die Tatsache, dass zwischen Singles und Paaren, womöglich mit Kindern, eine unsichtbare Barriere zu stehen (oder zumindest zu wachsen) scheint. Man hat einfach nicht dieselben Themen und lebt sich langsam auseinander.
Alles zusammen sorgt dafür, dass Du ziemlich schnell alleine warst, ohne dass Dich irgendwer bewusst ausschliessen wollte - es ist schlicht der einfachste Weg für alle gewesen. Auch für Dich, oder hast Du Dich besonders um Gesellschaft bemüht oder die Hilfe aktiv abgerufen die Dir angeboten wurde? Typischerweise nicht (versteh das bitte nicht als Vorwurf).
Und da Du offensichtlich nicht so sehr Hilfe nötig hattest, dass Du nicht einmal mehr darum bitten konntest (Du hast dich ja nicht völlig verkrochen sondern hast erfolgreich den Laden geschmissen), bestand aus Sicht von aussen kein Handlungsbedarf. Dir schien es ja gut zu gehen.

Wenn Du jetzt wieder auf Eure alten Bekannten zugehst (so Du das selbst wirklich willst) hast Du vermutlich ganz gute Chancen, viele Freundschaften zu reaktivieren. Der Effekt von #4 und #10 sollte inzwischen abgeklungen sein, vorausgesetzt Du strahlst auch aus, dass Du Deinen Verlust überwunden hast.
Ich merke das mit dem reaktivieren von Freundschaften häufig bei Schulkameraden: Oft trifft man sich und man versteht sich so gut und redet miteinander als hätte man sich erst gestern das letzte Mal gesehen - dabei sind Jahre vergangen.

Das Single/Paar-Problem bleibt natürlich. Dagegen hilft nur eine neuer Partner. Aber das ist (D)eine andere Entscheidung.
 
G

Gast

  • #14
Die Antwort heißt Angst, Angst vor dem selben Schicksaal, Angst vor dem Unbeannten, Angst um den Partener, Angst vor Gefühlen. Wenn ich nichts mache, dann kann ich auch nichts falsch machen. Niemand, aber wirklich niemand, hat ein Rezept für Trauerarbeit. Und die Freunde des/der Verstorbenenen sind seine/ihre Freunde. Mit sehr viel Glück kannst du auf deine zählen. Ich weiß wovon ich spreche und ich bin ein Mann.
 
G

Gast

  • #15
Stimmt absolut!
Seitdem ich diese Angst respektiere, weil sie allzumenschlich ist, geht es mir und ihnen viel besser, nehme ihren Rückzug, bzw. ihr Schweigen nicht persönlich und kann "grosszüger" auf sie zugehen.
Rückblickend auf mein Leben als Paar prüfe ich eher :war ich nicht auch so? Tut mir heute noch leid...Barbara
 
G

Gast

  • #16
Als Mann,der seine grosse Liebe auch innerhalb eines Augenblicks verloren hat kann ich sehr Vieles nachvollziehen.Der Punkt welcher mir am meisten Eindruck gemacht hat ist deine Gewissheit,das deine Freund/innen richtiggehend Angst vor einer ECHTEN FRAU zu haben scheinen...Ich jedenfalls find deine Einstellung und dein Mut Spitze!!!_aber eben;ich bin halt nur ein Mann.....
 
I

ingrid w 64

  • #17
Ich möchte zu dem vielen richtig Gesagten noch einen Aspekt hinzufügen, den ich mal wo gelesen habe. Wenn Singles von Paaren nicht mehr eingeladen werden, so hat das einerseits den allseits bekannten Grund, dass die Frauen um ihre Männer fürchten (ist dir ja selber gesagt worden). Aber auch umgekehrt wird ein Schuh daraus, und diese Sichtweise war mir neu, ist aber einleuchtend: die Männer fürchten, dass ihre Frauen sehen, wie gut man auch allein durchs Leben kommt.

Ich wünsche dir viel Glück beim Aufbauen eines Freundeskreises.
 
G

Gast

  • #18
@16: Da schein etwas Wahres dran zu sein! Schade zwar und unreif in der Denke, aber das kommt beides der Wahrheit sicherlich sehr nahe!
Ich kenne den Fall - Pärchen zieht sich zurück auch, jedoch, wohl aus einem anderen Grund - ich bin sogar wieder liiert und wir leben ein grundsätzlich anderes Leben als besagtes Pärchen (spießig, konservativ) und da scheint es die gleichen / ähnliche Probleme im Denken zu geben - ja nicht demonstriert bekommen, dass ein Leben auch Spaß machen kann und anders laufen kann...
 
T

tacitus35

  • #19
Zunächst einmal bemerkenswert, daß das so tatsächlich noch ist. Ich erkläre mir das mit einem Jahrtausende alten Verhaltenmuster: Es war bis weit in das zwanzigste Jahrhundert üblich, daß Frauen, wenn der Mann starb, ihr Leben abschlossen, das Haus nur noch für das Notwendigste verließen und keinesfalls einen neuen Mann suchten. Ich weiß durch Erzählungen meines Vaters, daß meine Urgroßmutter über vierzig Jahre Witwe war und auf diese Lebensweise als strenggläubige Katholikin stolz. Daß das üblich war, ist uns heute nicht mehr bewußt, aber wirkt vermutlich nach. Mit Witwe verbindet man Lebensende und Alter. Und tatsächlich, die meisten Menschen werden ja nun auch einmal relativ alt, Todefälle in den 30ern sind eher selten. Als ich die EP-Spalten sah, dachte ich auch: "Wie ungünstig, verwitwet zu schreiben." Da denkt man an alte Frauen mit krummem Rücken, die immer schwarz gekleidet sind. Soweit die Antwort. Ich fürchte helfen wird nur, einfach zu schreiben "alleinstehend". Der Begriff "Witwe" läßt nicht an langbeinige, schlanke, tief decolletierte hübsche junge Frauen in engen Kostümen denken, die auch noch (weil ja Witwe!) voll im Geschirr stehen und sich des Lebens erfreuen wollen. Daß es die gibt, ist klar, aber was bewirkt das schon gegen die Macht der Archaismen und Vorurteile. Noch einmal: Ich würde das Männern nicht auf die Nase binden - und das rät Dir aus dem Himmel bestimmt auch Dein Mann!
7E053837
 
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Gast

  • #20
zico,m
Nun die Trauer ist das Eine,aber das Neu die Zukunft!Vielleicht bist du so Stark geworden mit allen Verpflichtungen die deine Vergangenheit dir zum Nachlaß gemacht hat,daß viele Männer einfach Angst haben-vor Zeit und Raum.Hast du die Zeit für einen Partner oder soll es eine Unterstützung oder gar eine Überbrückung sein?Nicht jeder Mann will ja wie du auch,nicht gleich in den Ehealltag ziehen-verständlich von beiden Seiten,aber direkte offene Gespräche wären da hilfreich.Suchst du einen Lover,wird das sicher nicht schwer sein-nur der Zeitpunkt und die Chemie hängt von beiden ab.Wenn der Zeitplan für dich zu dick ist,Tageszeitung oder"gelbe Seiten" hinzuziehen!Nur Mut es gibt Männer die auch eine lockere Beziehung im respektvollem Stil wünschen-nur Mut und das Leben geht weiter.
#5#16.... ja die Erfahrung hab ich auch gemacht,Frauen sind schnell Eifersüchtig auf Singlefrauen in Gegenwart von dem eigenem Partner---aber Männer können es nicht genug anwesend sein(diePutzfrau darf nicht kommen,aber der Handwerker).Obwohl so eine Gesellschaft und Freundschaft zu Single Damen und Herren sehr belebend spaßig sein kann---und wird.Hallo ihr Beziehungs-Damen,ihr braucht euch nicht zu wundern,wenn eure Männer eigene Wege gehen----ihr nehmt ihnen ein Stück Leben,daß was ihr aber selbst genießen wollt.Ich mag Einzelne ob alleinerziehend oder Single Damen wie Herren in meinem Umfeld ---die Vorgeschichten sind sowieso immer individuell.
 
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  • #21
Hallo Fragestellerin,
der Satz, dass man "bei Dir Angst haben muss, um unsere Männer" ist genau der Punkt. Auch wenn Du nicht an einem Mann interessiert bist, die "vergebenen" Frauen haben einfach Angst, dass Du ihnen ihren Mann wegschnappst. Du bist einfach eine potentielle "Nebenbuhlerin", also eine Gefahr. Genau aus dem Grund wirst Du nicht eingeladen.
Die Einsicht ist zwar nicht besonders schön und sicherlich auch schmerzhaft, aber so sind viele leider.
Alles Gute,
w 38
 
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  • #22
@20: wenn ich diesen Satz - und er kommt ja nicht nur von dir sondern ist allgemein bekannt - jedoch interpretiere heißt es auch: Ich FRAU, die ich Angst habe, weiß, dass ich meinem Mann nicht mehr alles bieten kann, was er will und habe deshalb Angst, dass er sich anderweitig umschaut.

Denn in einer wirklich glückliche und ausgeglichene Beziehung kann eine Singlefrau nicht einbrechen bzw. der Mann bricht nicht aus!

Also ist es eigentlich nicht die Angst vor der anderen Frau, sondern die eigene Angst, zu versagen, bzw. versagt zu haben! Oder wie seht ihr das???
 
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  • #23
@ #21:
es ist meiner Meinung nach die Erfahrung fehlender Liebe.
Wenn du dich von deinem Partner geliebt WEISST, gibt es keine Angst mehr vor dem Verlust. Denn dann weißt du seine Liebe zu schätzen und du weißt, dass du ihn nicht HABEN kannst, sowenig wie seine Liebe. Sie ist in jedem Fall Geschenk. Das ist deine Liebe. Ihn zu lieben, wie er ist und jetzt, wo die Liebe da ist, nicht wissend, ob sie von dauer ist - - und das akzeptierend.

Nicht-besitzend-wollende-Liebe ist Liebe. Alles andere nicht. Dazu gibt es z.Zt. einen anderen Thread hier im Forum.
Hierzu gehört: wenn du liebst und dich geliebt weißt, brauchst du keine Angst zu haben vor dem Verlust, denn du akzeptierst dieses wunderbare Geschenk als Geschenk. Brauchst also nicht schon im Vorhinein um seinen Erhalt zu kämpfen. Das ist das Ende der Liebe und der Beginn des "ich will haben".

Frauen und Männer, die aus solchen Gründen eifersüchtig, besitzdenkend, selbstsüchtig, vorwurfsvoll, ängstlich, frustriert, rechthaberisch, nörglerisch... sind, lieben NICHT. Auch wenn sie das Wort "Liebe" benutzen für das, was sie tun oder fühlen.

Dass du das verstanden hast Barbara #14, finde ich ganz wunderbar. Denn deine Akzeptanz (der Ängste anderer aus deinem Verständnis dafür aus eigenem Erleben) ist deine Art Liebe, die du jetzt für diese Menschen hast. Das verändert dein Denken und dein Handeln, vielleicht sogar die Beziehungen. Auf jeden Fall hast du etwas verändert: deine Ansicht, dein Urteil und dein jetzt offene(r)es Herz.
Ich nenne das Reife. Und dass andere Menschen und dazu verhelfen, weil ihr Verhalten uns den Anstoß dazu gibt, finde ich ganz wunderbar.

Es lohnt, lieben zu lernen und Liebende zu sein, finde ich. Auch wenn's erst mal schwer ist, zu begreifen, um was es geht.

Marlene (auch #10. Übrigens, danke VirginiaWoolf #11 für deine Zustimmung).
 
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  • #24
Mir ging es genauso. Nach dem Heimgang meines Freundes, wir lebten getrennt und unverheiratet, bis zu seinem Tod auch platonisch, haben sich alle seine Freunde, die bis zu einem gewissen Grad auch meine geworden sind, radikal von mir abgewendet, obwohl sie alle ebenso Singles sind.
Anfangs tat es weh, gerade dann keinen zu haben, wenn man am meisten Kontakt und Trost bräuchte, doch wurde mir schnell klar, daß sie keine echten Freunde sind, bzw. auch für ihn keine waren. Er befand sich beruflich auf dem absteigenden Ast, weshalb seine Kontakte schon deswegen sehr ausgedünnt waren. Da blieb nur noch ne Meute übrig, die selbst entweder keinen Tritt faßte oder ebenfalls berufliche Einbrüche erlitten hat. Soll aber keiner glauben, daß da eine Solidarität bestanden hätte! Nein, die wähnten sich besser und klüger als er um so ihre eigene Missere nicht wirklich wahrnehmen zu müssen. Dann war da noch so ne Art "man weiß ja nie" Haltung. Vielleicht klimmt er sich ja doch nochmal hoch, wovon wir dann auch profitieren könnten. Daneben war er einfach ein sehr guter Unterhalter. Witzig, interessant und sehr gebildet. Ich bin mir sicher, daß er sie genauso durchschaut hatte, wie ich.
Doch war es ihm eben trotzdem lieber mit ihnen, als keine Kontakte mehr zu haben.
Er genoß die Zusammenkünfte bei einem guten Essen und regen Diskussionen und sah auch gnädig über deren Grundeinstellung hinweg. Ich unterstützte ihn dabei, indem ich diese Zusammenkünfte meist in meiner Wohnung ermöglichte und auch die Menüs zubereitete, bediente und hinterher wieder alles sauber machte. Weil ich wußte, daß ein einziger Mensch als Kontakt, einfach zu wenig war und ich sah, wie glücklich ich ihn damit machte.
Leider verstarb er, als wir gerade auf dem besten Weg einer echten Annäherung waren.
Ich vermisse ihn so sehr und möchte momentan keinen anderen Mann.
Trotzdem versinke ich nicht total im Gram und berapple mich langsam wieder.
Das, obwohl ich erst gestern von einer alleinstehenden Frau mit Kindern, die ich gerne ein wenig unterstützt hätte, eine vor den Latz geknallt kriegte. Sie meint, daß meine Einstellung zum Leben negativ auf sie wirkte und deswegen keinen Kontakt mehr wolle.
Ein Versuch ging also schief! Doch das entmutigt mich keineswegs.
Wüßte aber gerne, was ihr von all dem haltet, liebe Community. Gruß, Golden Girl.
 
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  • #25
Irgendwo weiter oben habe ich gelesen, dass Menschen Angst vor der Trauernden, vor dem Tod haben und nicht wissen, wie sie mit dir umgehen sollen. Ich glaube, dass das ein ganz wesentlicher Punkt ist. Eine junge Kollegin von mir ist an Krebs erkrankt, und ich beobachte wie sie von anderen Kollegen, quer durch's ganze Unternehmen, regelrecht geschnitten wird, weil sie nicht wissen, wie sie auf sie reagieren sollen. Ich werde sogar oft gefragt, was sie tun sollen - "sollen wir sie darauf ansprechen? sollen wir die Krankheit/die Glatze ignorieren? Was sollen/können wir sagen?" Es sind die Unsicherheiten der anderen, die das eigentliche Problem sind. Gestern war eine Kollegin da, die die Glatze gesehen hat, erstaunt und erschrocken war, aber dann einfach die Kranke selbst gefragt hat, was denn los ist und die richtige Mischung aus Mitgefühl und Optimismus geschafft hat. Man kann auch mit Tabuthemen souverän umgehen - das erleichtert v.a. auch den Betroffenen das Leben enorm.

Ich kann mir vorstellen, dass es bei Witwen/Witwern noch schlimmer ist, dass die anderen einfach keine Vorstellung haben wie sich sich richtig verhalten - und dann wählen sie die einfachste und zugleich feigste und irgendwie auch gemeinste Lösung: Sie brechen den Kontakt ab. Vielleicht hilft es, selbst aktiv auf die Menschen zuzugehen, bewusst den Kontakt zu suchen und ihnen so zu signalisieren, dass man sie braucht und weiterhin in seinem Leben haben will.
 
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Gast

  • #26
Nach ner dreiviertel Flasche Weißwein hab ich mich mal bischen durchs Internet gewühlt und deine Frage hier gefunden. Meine Meinung dazu ist:
Oft ist es so dass die "Freunde" hauptsächlich mit einem der Partner (in deinem Fall wohl dein damaliger Mann) WIRKLICH befreundet sind, d.h. eine nennenswerte emotioneale Bindung zu ihm haben. Die Chemie zwischen dir und diesen Leuten hat wahrscheinlich nicht so gepasst, alsdass eine dauerhafte, wahre Freundschaft (weiter)bestehen könnte. Oft wird der Partner nur akzeptiert, anstatt wirklich gemocht. Wenn du mich fragst - vergiss die! Es bringt nichts denen nachzurennen.
Tritt in nen Verein ein oder so, wo man Leute kennen lernt und schau, wer sich wirklich für dich interessiert - oder studier! Nein, das ist kein Scherz! Es ist fuckin' NIE zu spät anzufangen!!!
Mein Opa, das alte Fossil, hat mit über 50 angefangen Ingenieur zu studieren!
Und-verdammt- als so eine hübsche Frau wie du bist (nehm ich mal an, weil du meinst dass du "38 bist und gutaussehend"), die auch noch intelligent ist (du führst die Selbständigkeit weiter) dürfte es doch nicht so schwer sein nen Kerl zu finden! Tipp, falls du ganz verzweifelt bist: Leih dir nen süßen Hund aus und geh auf nem typischen Hunde-spazierweg spazieren. Da kommt man ganz locker ins Gespräch ;)
Dass ich mit meinen 21 Jahre dir Tips geben muss... naja, machs beste draus :)