Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #1

Warum werden trockene Alkoholiker abgelehnt?

Ich bin seit fast zwei Jahrzehnten trockener Alkoholiker. Warum wird dies immer negativ auf meine Person ausgelegt?
 
  • #2
Vielleicht, ...
+ weil auch in solchen Fällen immer Rückfallgefahr besteht?
+ weil totaler Alkoholverzicht sich auch auf das Leben eines Partners auswirkt?
+ weil eine Charakterschwäche wie Sucht auch dann bleibt, wenn man diese eine Sucht im Griff hat?
+ weil sehr viele einfach Angst vor Alkoholismus haben und damit gar nichts zu tun haben wollen?
 
G

Gast

  • #3
Vielleicht machst du es einmal so, dass du es nicht mehr erzählst und einfach sagst, dass du keinen Alkohol magst. Oder du schiebst eine angeborene Leberkrankheit vor, die dir verbietet, Alkohol zu trinken. Wenn du absolut und schon seit so langer Zeit trocken bist, muss das keiner mehr wissen, finde ich.
 
  • #4
Vielleicht machst du es einmal so, dass du es nicht mehr erzählst und einfach sagst, dass du keinen Alkohol magst. Oder du schiebst eine angeborene Leberkrankheit vor, die dir verbietet, Alkohol zu trinken.
Lügen sind niemals eine Basis für eine Partnerschaft.

Ich selbst trinke z.B. keinen Alkohol. Dennoch mag ich Saucen mit einem kleinen Schuss Weinbrand oder Rumrosinen im Stollen oder Marsala-Wein im Tiramisu. Ich stoße auch mal tapfer mit Sekt an und nippe halt nur. Aber Alkohol ganz abzulehnen, weil man ihn nicht mag, ist in solchen Fällen einfach unglaubwürdig.

Die Lüge mit der Leberkrankheit ist erstens zu helle, weil es solche Leberkrankheiten nur ganz wenige gibt und die meistens auch ganze andere Folgerschäden nach sich ziehen. Angeborene Leberkrankheiten führen doch immer zu Nachfragen und Nachforschungen, weil man doch auch ausschließen möchte, erbkranke Kinder zu bekommen oder wissen möchte, wieso weshalb warum und wie die Krankheit heißt. Nein, das kommt so schnell heraus, da ist die Absage wegen der Lüge doch schon in Sekunden da.

Wie dumm sind solche beknackten Lügen!

Wenn du absolut und schon seit so langer Zeit trocken bist, muss das keiner mehr wissen, finde ich.
Ach nein? So etwas wesentliches wie Alkoholismus muss niemand wissen? Obwohl er dauerhaft Alkohol meiden muss und Rückfallgefahr besteht?

Mann, wie ich solche Lügen und Vertuscherei hasse.
 
  • #5
Eine Sucht sagt einfach viel über eine Person aus und auch wenn du viele Jahre trocken bist so kann immer ein Rückfall kommen. Eine mir verschwiegenen Suchterkrankung wäre auf alleFälle ein Trennungsgrund. Man muss einem potenziellen Partner schon die Entscheidung überlassen ob er sich drauf Einlass will oder nicht
 
  • #6
Alle Achtung!
20 Jahre trocken zu sein ist eine gute Chance, es auch zu bleiben. Sicher ist allerdings gar nichts, das weißt du ja selbst wohl am besten.
Auch ich würde einen Alkoholiker als Partner ausschließen, auch dann, wenn er trocken ist. Ein Alkoholiker bleibt sein Leben lang gefährdet.
Jeder Disput, jede Beziehungskriserise und jede alltägliche Schwierigkeit könnte ein Auslöser für eine Flucht in den Alkohol sein. Niemals wollte ich mich daran beteiligt, oder gar mitschuldig fühlen müssen, wenn mein Partner rückfällig wird.

Ein Leben mit einem Alkoholiker ist wie ein Tanz auf dem Vulkan: Schön, aufregend, aber brandgefährlich!
 
G

Gast

  • #7
Lügen und Verschweigen bringt hier gar nichts - weil der FS jeglichen Alkohol und sei es in auch noch so geringen Mengen, z.B. in Kuchen oder Nach-/Süßspeisen meiden muß, um sich keiner Rückfallgefahr auszusetzen.

Ich trinke keinen Alkohol in Form von Schnaps, Likör, etc., mag aber Kuchen oder Süßspeisen, mit einem Zusatz von Alkohol ganz gerne.
Wenn ich jemanden an der Seite habe, der Alkohol in keinem Getränk zu sich nimmt aber auch solche Dinge meidet, weiss ich sofort, was los ist. Hat mir derjenige das von vorn herein verschwiegen, ist die Vertrauensbasis zerstört.

Bei mir kommt dazu kommt, dass ich jahrelang Alkoholiker und auch trockene Alkoholiker ehren- und hauptamtlich betreut habe und ganz genau um die Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens und Rückfallgefahren weiss.

Diese Rückfallgefahr hört nie auf - ob man sich dem aussetzen mag, muß jeder selber entscheiden -es ist anstrengend.
 
G

Gast

  • #8
Es ist ganz bestimmt nicht leicht für einen trockenen Alkoholiker auf Partnersuche. Man erwartet von ihm totale Offenheit und genau die bringt die Leute dann oft dazu, sich gegen ihn zu entscheiden. Doch es ist wohl tatsächlich ein Unterschied, ob die Person erst ein, zwei Jahre trocken ist oder schon Jahrzehnte. Ich selbst war mit einem Alkoholiker verheiratet, habe bzw. musste ihn deswegen verlassen und würde mich niemals mehr auch nicht mit einem trockenen Alkoholiker einlassen. Dennoch: Mein Exmann war später auch trocken und ich finde schon, dass diese Menschen eine echte Chance verdient haben. Es ist eigentlich ein Kreuz, denn der Stempel sitzt natürlich fest.
Aber Lügen oder "vertuschen" bringt gar nichts und wäre keine Basis für einen Beziehungsaufbau.
 
L

Löwin

  • #9
Nein, ih würde auch nichts mit einem trockenen Alkoholiker anfangen wollen.
Wenn es sich ergibt und ich es erst später erfahre (kann ja im RL mal sein, erzählt man sicher nicht beim ersten Treffen), dann würde ich das überdenken, ob ich diese Beziehung wollte.

Trinke selber sehr wenig, kann auch gut kochen ohne Alkohol. Ein entfernter Verwandter hat das problem und bei Besuch von ihm muss ich mir was anderes einfallen lassen - geht aber auch.

Aber die Gefahr, dass er durch den unfreiwillgen Verzehr einer z.B Praline mit Alkohol wieder rückfällig werden könnte...nee da würde ich nicht mit klar kommen.
 
G

Gast

  • #10
Nein - ein trockener Alkoholiker kommt für mich auch nicht (mehr) in Frage.

Ich hatte eine Beziehung von 1,5 Jahren zu einem trockenen Alkoholiker, habe es von Anfang an gewusst, bin optimistisch und vorurteilsfrei an die Beziehung gegangen.
Ich habe in sehr geliebt.

Viele Gemeinsamkeiten, seine anfangs sehr charmante Art, der tolle Sex mit ihm usw. haben mich die erste Zeit sehr für ihn eingenommen. Da ich selbst wenig Alkohol trinke, hatte ich kein Problem ebenfalls in allem und wirklich in ALLEM (einschließlich Hustenbonbons u.ä.) auf Alkohol zu 100% zu verzichten.
Angst vor einem Rückfall hatte ich auch nicht. Es gab nie Anlass, das zu befürchten und trotzdem...

Seine überwundene Alkoholsucht hatte seine Persönlichkeit verändert. Die Alkoholsucht wurde durch andere "Besonderheiten" kompensiert, wie auffälliges Internetverhalten, eine Art von Kaufsucht, Phobien (z.B. vor geschlossenen Türen usw. usf.). Das hat eine wirkliche Partnerschaft auf die Dauer für mich unmöglich gemacht. Ich würde solch einen Beziehungs-Versuch nie wieder starten. Die Trennung ging von mir aus und tat lange sehr weh.
 
G

Gast

  • #11
Ich würde das keinem auf die Nase binden, wenn ich trocken wäre.
Sage nicht, ich wüsste nicht wovon ich rede. Ich bin Alkoholiker und bisher hats keiner gemerkt.
Ich halte mir Saufnasen vom Pelz, gehe nicht Kneipen, bin nie besoffen unterwegs gewesen....also warum sollte ich mich irgendwo outen?
Wenn ich Besuch habe halte ich mich mit Alkohol zurück und selbst rauchen tue ich nicht viel, obwohl ich sonst sehr viel rauche.
Keine Ahnung wie lange mein Versteck-Spiel noch gut geht....
 
G

Gast

  • #12
Ich bin seit fast zwei Jahrzehnten trockener Alkoholiker. Warum wird dies immer negativ auf meine Person ausgelegt?
Weil hinter dem Alkoholis muss, ob trocken oder nicht eine psychische Erkrankung steht. Welch kluge Frau will einen Mann der psychisch erkrankt ist? Denn auch ein trockener Alkoholiker ist weiterhin gefährdet, damit weiterhin auch krank.

w 47
 
G

Gast

  • #13
In der klinisch-psychologischen Forschung ist es durchaus umstritten, ob ein Alkoholiker wirklich lebenslang absolut trocken bleiben muss. Diese Totalabstinenz ist ein Dogma, das die Anonymen Alkoholiker in die Welt gesetzt haben und militant vertreten. Es gibt aber auch therapeutische Konzepte, die ein normales Trinkverhalten anstreben, keine absolute Abstinenz. Was den Vorteil hat, dass man nicht gleich auffällt, z.B. weil man keine Tiramisu anrührt...

Vielleicht wäre es eine Idee, es nach zwei Jahrzehnten erfolgreicher Abstinenz mal mit einem solchen Konzept zu versuchen? Wenn Du dann problemlos Süßspeisen essen und an einem Glas Sekt nippen kannst, braucht wirklich keiner mehr wissen, was vor zwei Jahrzehnten mal war. Schließlich ist Mord das einzige, was nie verjährt.

m/41
 
G

Gast

  • #14
Weil hinter dem Alkoholis muss, ob trocken oder nicht eine psychische Erkrankung steht. Welch kluge Frau will einen Mann der psychisch erkrankt ist? Denn auch ein trockener Alkoholiker ist weiterhin gefährdet, damit weiterhin auch krank.

w 47
Das geht davon aus, dass es psychisch gesunde Menschen gibt, ich glaube nicht daran, ich meine eher, dass jeder seine ureigene Pathologie mit sich rumschleppt , manche Erkrankung ist besser gelitten von der Umwelt manche ist weniger gut gelitten, ein seit 20 Jahren trockener Alkoholiker ist aus dem gröbsten raus. Mir wäre ein solcher Partner lieber als manch andere Konstellation. Und Partnerschaften ohne Risiko gibt's nicht.
 
  • #15
Warum suchst du nicht selbst nach einer trockenen Alkoholikerin? Auch diese Fauen haben ein Probkem, jemanden zu finden, der paßt und der weiß, worum es geht.
 
G

Gast

  • #16
Ich kann aus Erfahrung sagen, dass Alkoholiker, die lange getrunken haben, immer psychische Schäden davon tragen, die sich auch nach einer längeren oder kürzeren Phase der Abstinenz nicht mehr wirklich verbessern.

Das Gehirn ist durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch leider dauerhaft geschädigt.

Symptome, wie ständig das Gleiche reden, Aggression ( da sehr schnell überfordert), Geiz bis zur Selbstaufgabe, Lebensängste, Lichtempfindlichkeit, Unruhe, Schmuddeligkeit und andere Ticks, wie Fixierungen oder Selbstverletzungen bleiben vorhanden.

Das eine oder andere Symptom mag sich etwas abschwächen, aber in der Summe sind sie unerträglich und bleiben ihnen ein Leben lang erhalten. Vor allem die sog. "Schlauen Alkoholikern" der Mittelschicht, die genau wissen, dass sie Menschen abhängig machen müssen und wie ihnen das am besten gelingt, sind hier am erfindungsreichsten, denn sonst müssten sie alleine bleiben und das wollen sie ja auch nicht! Auch im Berufsleben funktionieren sie oft erstaunlich lange, da sie wissen, das Erfolg im Beruf der Schlüssel zur letzten Kontrolle ihrer Eigenständigkeit ist.

Jemand, der mit Alkoholikern noch nie etwas zu schaffen hatte, wird lange brauchen, ehe er so ein Kaliber durchschaut hat!
 
G

Gast

  • #18
Das Gehirn ist durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch leider dauerhaft geschädigt.
Sehr gut erkannt und die Spätfolgen können erst sehr spät auftreten, aber dann schnell und massiv.

FS, wie sieht es denn so mit deinem Leben aus? Strukturiert, gleichmässig, Sport, gesunde Ernährung, gute geistige Arbeit, um auch geistig fit zu bleiben?

Gute Idee, dir eine trockene Frau zu suchen. Warum bist du nicht von alleine auf die Idee gekommen?
 
G

Gast

  • #19
Der Thread hier offenbart ein beunruhigend hohes Niveau an seltsamen Vorurteilen und Stigmatisierungen gegenüber Ex-Alkoholikern. Jemand, der seit zwanzig Jahren trocken ist, hat etwas geleistet, wovon die meisten Leute hier nur träumen können. Dafür hat er Respekt verdient, nicht diesen Unsinn von wegen Hirnschäden etc (echte Hirnschäden treten sowieso nur bei einer kleinen Minderheit von Schwerstalkoholikern auf. Wenn er dazu gehören würde und z.B. ein Korsakow-Syndrom hätte, würde er hier nicht posten können).
Insgesamt bestärkt mich die spießige und subtil haßerfüllte Atmosphäre der Beiträge hier in der Ansicht, dass der FS seinen früheren Alkoholismus am besten erst mal nicht erwähnt, wenn er eine neue Frau kennen lernt.

m/41
 
G

Gast

  • #20
... Vor allem die sog. "Schlauen Alkoholikern" der Mittelschicht, die genau wissen, dass sie Menschen abhängig machen müssen und wie ihnen das am besten gelingt, sind hier am erfindungsreichsten, denn sonst müssten sie alleine bleiben und das wollen sie ja auch ..

Jemand, der mit Alkoholikern noch nie etwas zu schaffen hatte, wird lange brauchen, ehe er so ein Kaliber durchschaut hat!
Wie oft hier in diesem Forum sieht man an diesem Posting, wie sehr Menschen vorurteilsbehaftet sind wenn es um psychische Erkrankungsformen wie z.B. eine Sucht geht. Allein das Wortkombination "Schlauer Alkoholiker" dreht mir den Magen um. Man darf nicht vergessen, dass diese Menschen den Alkoholismus brauchen gerade weil sie ihr Leben nicht in Griff haben. Und der Alkoholmissbrauch stellt sicher, dass das Leben dieser Menschen nicht im Lot ist.

FS, meine Gratulation fuer Deine 20 jaehrige Abstinenz!!! Ich weiss, wie viel Kraft die Aufarbeitung und Beseitigung einer Sucht kostet. Ich an Deiner Stelle wuerde Deine ehemalige Sucht und bestehende Suchtanfaelligkeit nicht am ersten Treffen erwaehnen, da die meisten Menschen sich damit nicht auskennen und einfach unwissend sind - und das, obwohl sehr viele Menschen heutzutage wesentlich offener mit psychischen Problemen umgehen. Dies sieht man auch an den vielen Antworten in diesem Thread.

Ehemalige Alkholiker werden in dieser Richtung immer Verdaechtige sein. Zu Recht - den Deine Anfaelligkeit wird immer bleiben. Insofern musst Du dies schon Deiner Partnerin kommunizieren koennen und Ihr zu vertehen geben und ihr gegebenfalls die Auswirkungen so einer Sucht erklaeren.

Dennoch wirst Du leider feststellen, dass Du selbst mit Deiner aufgearbeiteten Sucht ein Manko hast, dass hier bei "Elite" Partner einem fehlenden Auge, Ohr, oder Nase gleicht.

Alles Gute!

m,32
 
G

Gast

  • #21
Für mich käme ein trockener Alkoholiker nicht in Frage da mein Vater auch einer war. Er ist vor kurzem am Leber- und Magenkrebs elend zugrunde gegangen und es war furchtbar.
Die Jahre bis er trocken war, waren der absolute Albtraum. Für mich kämst du nie in Frage, ich habe lange genug darunter gelitten und im Therapiezentrum waren genug Männer die nach zig Jahren wieder rückfällig wurden. Ich war jedes 2. WE dort, mir muss keiner etwas erzählen.
Verleugnen geht natürlich nicht den es geht ja nicht nur um den Wein beim Essen oder dem Champagner an Silvester.
Es geht auch um den Weinbranntessig im Salat, der durch Zitrone ersetzt werden muss, es geht um speziellen Hustensaft, spezielles Mundwasser, Rumaroma in den Plätzchen was keinen Alkohol hat aber trotzdem weggelassen werden muss-es gibt viel versteckte Alkoholika in sämtlichen Fertigprodukten usw usw usw.
Ich habe es für meinen Vater immer gemacht bzw. das Essen oder Sosse auf 2erlei Basis abgeschmeckt. Es war mein Vater und das er letztendlich trocken wurde habe ich ihm hoch angerechnet.
Aber ich würde es nie mehr tun.
Ausserdem ist für mich Wein auch ein Genussmittel, ich trinke sehr gerne guten Wein zum Essen und möchte dies auch mit meinem Partner geniessen.
Ich hatte bereits einmal ein date und nach dem 3. Date habe ich ihn direkt auf das „Trocken sein“ angesprochen und er hat es zugegeben. Ich kenne die Anzeichen, gerade im Restaurant beim Essen bestellen usw sind es immer die gleichen Sachen-ich bin sensibel was das Thema angeht und habe den Kontakt ebenfalls eingestellt.
Den Vater kann man sich nicht aussuchen, den Partner sehr wohl und daher hättest du keine Chance bei mir.
w40
 
G

Gast

  • #22
Für mich käme ein trockener Alkoholiker nicht in Frage da mein Vater auch einer war. Er ist vor kurzem am Leber- und Magenkrebs elend zugrunde gegangen und es war furchtbar.
...
w40
Hallo,

Danke fuer Deine sehr genauen Ausfuehrung mit Beispielen. Ich kann Deine Abscheu bezueglich Alkoholsucht jetzt gut nachvollziehen. Ich denke, ich muss meine Meinung bezueglich Alkholikern etwas anpassen, denn Abschreckend sind Deine Aussagen schon.
Trotzdem bleibe ich bei der Behauptung, dass Menschen, welche Ihre Sucht wirklich verarbeitet haben, prinzipiell tauglich fuer eine Partnerschaft sind. Sie muessen Ihr Manko auf dem Partnermarkt aber wettmachen koennen.

m,32
 
G

Gast

  • #23
Der Thread hier offenbart ein beunruhigend hohes Niveau an seltsamen Vorurteilen und Stigmatisierungen gegenüber Ex-Alkoholikern. Jemand, der seit zwanzig Jahren trocken ist, hat etwas geleistet, wovon die meisten Leute hier nur träumen können. Dafür hat er Respekt verdient, nicht diesen Unsinn von wegen Hirnschäden etc (echte Hirnschäden treten sowieso nur bei einer kleinen Minderheit von Schwerstalkoholikern auf. Wenn er dazu gehören würde und z.B. ein Korsakow-Syndrom hätte, würde er hier nicht posten können).
Insgesamt bestärkt mich die spießige und subtil haßerfüllte Atmosphäre der Beiträge hier in der Ansicht, dass der FS seinen früheren Alkoholismus am besten erst mal nicht erwähnt, wenn er eine neue Frau kennen lernt.

m/41
Ich habe keine Vorurteile oder stigmatisiere trockene Alkoholiker. Ich arbeite seid zig Jahren beruflich mit ihnen zusammen und kenne deren Verhalten, auch wenn sie trocken sind. Natürlich haben sie unseren Respekt verdient, aber in der Frage ging es nicht um Respekt oder nicht, sondern warum Alkoliker auf dem Single-Markt von fast allen Frauen abgelehnt werden.

Daher meine Empfehlung, es gibt genug nette und liebe ehem. Trinkerinnen, die ihr Leben gut im Griff haben und daher gut zu einem trockenen A. passen.

Leider haben wir nicht erfahren, warum der FS sich nicht schon längst so eine Frau gesucht hat.

w 48
 
G

Gast

  • #24
Daher meine Empfehlung, es gibt genug nette und liebe ehem. Trinkerinnen, die ihr Leben gut im Griff haben und daher gut zu einem trockenen A. passen.

Leider haben wir nicht erfahren, warum der FS sich nicht schon längst so eine Frau gesucht hat.

w 48
Und der Unzahl von Frauen, die mal eine Depression hatten, würdest Du dann verbieten, sich für jemanden anderen zu interessieren, als für ehemals depressive Männer, oder wie? Absurde Idee.

m/41
 
G

Gast

  • #25
Und der Unzahl von Frauen, die mal eine Depression hatten, würdest Du dann verbieten, sich für jemanden anderen zu interessieren, als für ehemals depressive Männer, oder wie? Absurde Idee.

m/41
Hier verbietet keiner einem was, aber ich würde mich nicht für ehem. depressive Männer interessieren, es sei den, er hat sich sofort prof. Hilfe gesucht, eine Therapie gemacht und kann glaubhaft versichern und beweisen, dass seine Erkrankung geheilt ist. Zwischen Depressionen, die es ja in zig Abstufungen gibt und trockenen Alkoholismus unterscheide ich aber.

Ich kenne genug Menschen, die trotz Depressionen ihr Leben ganz gut, ohne andere Menschen zu beeinträchtigen, leben können. Aber ich kenne einige trockene Alkoholiker, die ihr Leben halt nicht auf die Reihe bekommen und massive Störungen im Gehirn haben, die auch mittels Medikamente, was ja bei Depressionen hilft, nicht beeinflusst werden kann.
 
G

Gast

  • #26
Oh Mann, die Vorurteile brechen sich hier aber sehr die Bahn. Man kann doch nicht alle Alkoholiker über einen Kamm scheren und alle Depressiven noch dazu.
Es kommt auch sehr darauf wie lange jemand Alkoholiker war, wie lange er schon trocken ist, wie oft er bis zum letzten Mal rückfällig geworden ist usw. Je länger jemand Alkohol in hohem Maße getrunken, desto mehr hat er sich und seinem Organismus natürlich geschadet. Das heißt aber nicht, das nach zwanzig Jahren trocken sein noch massive Schäden im Gehirn zurück geblieben sind. Es hängt sicher auch von der persönlichen Konstitution ab, wie gut der Körper die früheren Alkoholexzesse verarbeitet hat.
Erwiesen ist aber, dass Alkohol die Entstehung von Krebs und auch anderen Krankheiten wie Herz- und Leberschäden begünstigr.
Mein Exmann ist nach Jahren der Abstinenz mit knapp 50 an Krebs gestorben. Er hat aber auch, wie sehr viele Alkoholiker, besonders auch trockene, seit seinem 15 Lebensjahr stark geraucht. Das ist ein wichtiger Faktor.
 
G

Gast

  • #27
Trockener Alkoholiker? Respekt! Damit hast du bewiesen, dass du Charakter hast und kämpfen kannst. Es spricht nicht nur nicht gegen dich, sondern du hast sogar einige Pluspunkte verdient. Die Antwort, warum viele das nicht so sehen, hat dir ja schon die erste Antwortgeberin in 4 Punkten gegeben. Aber tröste dich: Wenn sonst alles stimmt, was ja nicht gerade oft vorkommt, wird das nicht weiter störend sein. Und einer guten Partnerin kannst du es auch sagen und die anderen müssen eben noch ewig kostenpflichtige Partnervermittlungen bemühen, ; - )
Good Luck!
 
  • #28
Lieber FS ich glaube nur sehr oberflächliche Leute würden jemanden, der 20 Jahre trocken ist, ablehnen. Ich finde es spricht eher für Dich. Mag aber auch bei mir daran liegen, dass ein sehr alter lieber Freund von mir auch TA ist.
 
G

Gast

  • #29
Ich würde nen Trockenen nur dann überhaupt in Erwägung ziehen, wenn sie oder er sich einer echten Therapie und Aufarbeitung seiner Trauma verschrieben hat.
Bei Alkis ist mir aufgefallen daß die allermeisten nicht wissen, woher ihre sucht rührt.
Bei 20 Jahren Abstinenz kann die Chance ganz gut sein, sich selbst nicht mehr (auch nicht in den angesprochenen Srteßsituationen) im Wege zu stehen...
 
G

Gast

  • #30
Trotzdem bleibe ich bei der Behauptung, dass Menschen, welche Ihre Sucht wirklich verarbeitet haben, prinzipiell tauglich fuer eine Partnerschaft sind. Sie muessen Ihr Manko auf dem Partnermarkt aber wettmachen koennen.

m,32
Sehe ich auch so, daher die Empfehlung an den FS, sich eine Frau zu suchen, die eine trockene Alkoholikerin ist. Da ist viel mehr Verständnis und Respekt vorhanden. Gleich und gleich gesellt sich gern. Mich würde es aber nicht wundern, wenn der FS so eine Frau aber selber nicht haben wollte, oder lieber FS?

w
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.