• #1

Warum liebe ich jemanden, obwohl er mich nicht liebt und es mich auch spüren lässt?

Mein Mann und ich haben uns vor einigen Tagen getrennt. Zuvor habe ich mehrfach versucht, einen Schlussstrich zu ziehen, halte es aber nie durch und komme dann wieder bei ihm an. Jetzt hat er endgültig die Nase voll und ich habe keine Möglichkeit der Rückkehr mehr, was sich grausig anfühlt.
Er ist ein ausgesprochener Machtmensch (eigene Firma und sehr wohlhabend). Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass er mich als "Zweck" sieht; trotz vieler Geschenke fühlte ich mich nie geliebt. "Ich brauch dich für nichts, ich hab alles. Du bist nur mein i-Tüpfelchen" sagte er mir schon am Anfang. Ich hatte nichts zu bestimmen. Die kleinste Bitte schlug er mir ab. Reden konnte keiner mit ihm, dann wurde er nur laut oder verweigerte das Gespräch.
Seinen 3 erwachsenen Töchtern baute er Häuser um seines herum, um sie unter Kontrolle zu haben und er schrieb allen vor, zu welchen Familienzusammenkünften sie zu erscheinen hatten und welche Rituale gepflegt werden mussten -und das war ausgesprochen häufig. Auch ihre Berufe suchte er für sie aus, obwohl sie sie später nicht mehr wollten, das liess er nicht zu.. Die Schwiegersöhne stellte er in der eigenen Firma an, so waren auch diese abhängig von ihm. Alle gehorchen ihm und er hat es immer irgendwie geschafft, dass ihn alle ach-so-nett finden und alles bedingungslos mitgemacht haben--bis auf mich. Ich habe nicht aufgehört, zu nörgeln und immer wieder gehofft, dass er doch versteht, dass er mich doch liebt, habe wie ein ausgedörrter Schwamm mich oft auch nur so verhalten, wie ich sein sollte, damit er mich einfach nur liebt. Die psychische Perversion (die Macht der Niedertracht) mussten im übrigen seine Töchter nicht aushalten, denn von Anfang an liess er keine Gelegenheit aus, mir klarzumachen, dass Blut nun mal dicker als Wasser sei..
Über die 5 Jahre haben alle mitbekommen, wie gefangen ich mich fühlte. Mein Selbstbewusstsein war längst dahin, auch fand ich keine Arbeit, die vom Status und vom Verdienst in seinen Augen achtenswert war.
Statt glücklich zu sein, dass der Kampf nun vorüber ist, trauere ich und vermisse ihn, auch körperlich, und die schönen Momente, die es auch gab und die Erinnerungen der letzten 5 Jahre--ich kann einfach nicht loslassen und verstehe nicht, warum ich 5 Jahre um seine Liebe kämpfe, mich respektlos behandeln lasse, mehrfach sogar die Flucht versuche deshalb-und ihn immer noch liebe? Gibt es hier jemanden, der etwas ähnliches erlebt hat?
w, 50
 
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  • #2
Gut, ich verkneife mir die offensichtliche Frage, warum du ihn überhaupt je geheiratet hast, wenn er so ein Ekel ist.
1. Das ist keine Liebe, sondern Abhängigkeit.
2. Weil du bei ihm nie angekommen bist, immer um seine Liebe kämpfen mußtest, hast du nie Geborgenheit bei ihm bekommen. Diese Leere, Sehnsucht nach etwas was du nicht bekommen hst, verwechselst du mit Liebe. Es ist aber - nur - unerfüllte Sehnsucht.
Vermutlich ein Muster aus deiner Kindheit, wo du auch keine sichere und geborgene Umgebung erleben durftest.
Sobald du dir selbst mehr Wert bist als jemand anderem den Fußabstreifer zu machen, wirst du nicht mehr verstehen, warum du ihn jemals geheiratet hast. Bzw. wirst du es verstehen, und nie wieder in eine solche Situation kommen.
Sei froh daß du raus bist. An solchen Dramen kann man zerbrechen.
 
  • #3
Hallo Karamelita,

Viele werden jetzt sagen, dass sie NIE verstehen können, warum Frauen bei Männern bleiben, die sie schlecht behandeln.

Ich sage dir, dass ich das sehr wohl verstehen kann. Frauen wie du haben ihr Leben lang immer einen Mangel an Liebe und Zuwendung gehabt, diesen Frauen fehlt etwas ganz essentielles, sie sind einfach nicht "satt".

Und wenn sie dann von einem Mann 10% Liebe und ansonsten nur Schmerz bekommen, dann nehmen sie lieber die 10% Liebe, als ganz ohne da stehen zu müssen. Der Schmerz beim Verlassen ist unerträglich, weil man "abhängig" (böses Wort) von dem bisschen Liebe ist, was man immerhin vom miesen Ex bekommen hat.

"Abhängigkeit" und "Bedürftigkeit" nach Liebe wird heute sehr verteufelt und schlecht gemacht, aber all die Leute die behaupten, sie bräuchten das alles nicht um glücklich zu sein belügen sich selbst - in Wahrheit sehnen wir uns alle danach, geliebt und angenommen zu werden.

Das Problem ist dass Frauen wie dir (ich nehme mich davon nicht aus!) das Selbstvertrauen und die Zuversicht fehlen, dass sich ein guter Mann ernsthaft für sie interessierten könnte. Man hat Angst, dass man ewig einsam sein wird. Diese Ängste machen es einem so schwer, aus schlechten Beziehungen abzuhauen.

Also erster und wichtigster Schritt: Arbeit am Selbstbewusstsein!

Ich wünsche dir alles Gute!

w(28)
 
  • #4
Liebe FS,

ja,ich befand mich in ähnlicher Situation wie Du, kenne das nur zu gut.
Vor 6 Jahren kam es nach mehrmaligem Fremdgehen meines damaligen Lebenspartners zur Trennung nach 15 Jahren Partnerschaft. Er ist der einzige Mann den ich je geliebt habe.
Und auch ich habe bis zur Selbstaufgabe um den Erhalt meiner Familie gekämpft.
Schon nach dem 1.(wissentlichen) Fremdgehen seinerseits geriet die Beziehung dermaßen in Schieflage dadurch, dass ich mich noch mehr verbog, mich noch mehr bemühte, Sport trieb nur um gut auszusehen, niemals mich schwach zeigte, kochte, bügelte, mich hübsch machte jeden Tag bevor er heimkam, ein Teufelskreis.
In völliger emotionaler Abhängigkeit fühlte ich mich gefangen, hatte Angst allein zu sein und machte mich selbst fast kaputt dabei.
Das Selbstwertgefühl war am Ende quasi nicht mehr existent.
Und dieses Vermissen, was sich im Nachgang zeigt, dieser Schmerz, das ist nichts weiter als ein kalter Entzug, mit allen psychischen und körperlichen Symptomen. Er hat auch viel weniger mit ihm als Person zu tun als wir glauben, er ist vielmehr Folge des jahrelangen Missbrauchs an uns selbst.
Nach dieser langen Zeit des Alleinseins jetzt kann ich Dich damit trösten, dass dies auf jeden Fall heil wird, es ist heute so, dass ich mich im Leben viel freier und selbstbestimmter fühle als damals, ich bin glücklich, obgleich es mit einer neuen Partnerschaft bisher einfach nicht klappen wollte.
In dieser ersten schweren Zeit halte Dich gut von ihm fern, so es geht, kümmere Dich um Dich, einfache Dinge reichen schon, Spaziergänge, Sauna, gutes Essen, die Zeit und das Beschäftigen mit Dir selbst wird das übrige tun,
ich wünsche Dir viel Glück beim Entdecken Deiner selbst!
 
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  • #5
Liebe FS,
ihr wart nur 5 Jahre zusammen, habt keine gemeinsamen Kinder und es war von vornherein keine erfreuliche Partnerschaft für Dich. Du beschreibst ihn als einen wirklich schlechten Menschen gegenüber allen Menschen in seinem Familienumfeld, sowie eure Ehe als gelebte Dauerkrise mit mehreren Trennungsversuchen Deinerseits. Daher kaufe ich Dir die plötzlich erwachte große Liebe nicht ab.
Ich denke mal, es ist nicht die Wahnsinnsliebe, die Dich jetzt zu ihm zurücktreibt, sondern Dich hat der Schock getroffen, dass Dein bisheriges Mann-Fernlenkprogramm nicht mehr funktioniert. Nörgeln. Meckern, Pseudotrennung - nichts hilft mehr, denn er hat sich für die endgültige Trennung entschieden. Du musst ad-hoc wieder mit 50 Jahren auf eigenen Füßen stehen und das zieht Dir den Boden unter den Füßen weg.

Dir bleibt nur eines, nicht mehr mit der Vergangenheit hadern, sondern den IST-Zstand akzeptieren und zusehen, dass Du das Trennungsjahr nützt, um Dich beruflich und was die allgemeine Lebenssituation angeht auf eigene Füße zu stellen. Es ist nicht sicher, dass Du über das Trennungsjahr hinaus Unterhalt von ihm bekommst. Daher sollte die Lösung dieser praktischen Dinge für Deine Zukunft alle Deine Energien beanspruchen (Anwalt nehmen, Wohnung und Job suchen), statt der unerfreulichen Vergangenheit nachzutrauern.

Ich sage ausdrücklich nicht: wenn Du die Trennung nicht willst, hättest Du Dich ihm ohne aufmucken unterordnen sollen. So eine Partnerschaft kann man auf Dauer nicht leben ohne davon krank zu werden. Insoweit ist die Trennung unbequem, war aber unvermeidbar. Du hättest es um Jahre abkürzen sollen.
 
  • #6
Na zu jedem Narzissten gibt es ja einen Komplementärnarzissten oder Co-Narzissten... und jetzt, da du ihn nicht mehr hast, bist du ja auch gesellschaftlich weniger wert, kannst dich nicht mehr mit ihm upgraden und auch deine co-narzisstischen Neigungen werden nicht mehr befriedigt.
Vielleicht solltest du mal psychologische Hilfe in Betracht ziehen... ?
 
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  • #7
@Blair: Ich stimme dir zu und gratuliere dir zu diesem klugen Beitrag. Ich wünschte, ich hätte mit 28 auch schon so was schreiben können.
Lies es mehrmals durch, FS!
Ich kann nur ergänzen, dass eine solche Beziehung natürlich viele extreme Gefühle hervorruft, am meisten Sehnsucht und unerfüllte Hoffnung. Sie löst eine Art Suchtmechanismus aus. Man ist unbefriedigt und hofft "wenn ich doch endlich.. ", "wenn er doch endlich..." und malt sich das aus und denkt "noch einen Versuch..". Es ist vielleicht wie beim Glücksspiel. Wenn man mit dem Spielen aufhört, merkt man ja erst, man ist pleite, also macht man weiter, um sich der Enttäuschung und dem Versagen nicht zu stellen.
Liebe FS, es ist normal den Ex zu vermissen, aber da musst du jetzt durch. Rechne mit einem halben Jahr wiederkehrender Entzugserscheinungen und stehe diese tapfer durch, indem du dir Hilfe und Unterstützung suchst und immer wieder vor Augen führst, warum du ihn verlassen hast.
 
  • #8
Ich würde den Denkansatz wählen, dass ich jemanden lieben kann, aber trotzdem gehen, wenn er mir nicht guttut. Es wird ja immer zusammengeschmissen: Liebe = Beziehung = Glück.
Da es bei mir so ist, dass ich schnell weiß, wer Liebesgefühle in mir auslöst, ist dann auch noch nicht klar, was für ein Mensch das ist. Der letzte Mann, der das auslöste, auch durch eine sehr liebenswerte Art, passt auch nicht zu mir. Seit ich mir erlaubte, ihn weiterzulieben, bis es eben sich nicht mehr so anfühlt oder wir uns nicht mehr begegnen müssen, aber sehr wohl weiß, dass das niemals eine Beziehung wird, weil er einfach auch sehr miese Verhaltensweisen zeigt, muss ich nicht mehr darüber nachdenken, ob mein Gefühl falsch ist. Das ist schon echt. Aber es ist nicht daran geknüpft, eine mich unglücklich machende Beziehung einzugehen. Ich liebe auch mich selbst und das tue ich mir dann nicht an. Und es ist auch nicht so, dass mein Herz nun "besetzt" wäre. Das war anfangs, als er sich noch nicht von seiner fiesen Seite gezeigt hatte.

verstehe nicht, warum ich 5 Jahre um seine Liebe kämpfe, mich respektlos behandeln lasse, mehrfach sogar die Flucht versuche deshalb-und ihn immer noch liebe?
Das um die Liebe kämpfen müssen hast Du gelernt in der Kindheit. Du warst nicht ausreichend, Deine Liebe war nicht willkommen oder wurde nicht verstanden, deswegen solltest Du ein anderes Programm erfüllen, DANN wärst Du liebenswert. Man durchschaut erst später, dass das nur ein Machtspiel ist und es gar nicht darum geht, dass Du jemals Liebesgefühle beim anderen erzeugst oder er sie Dir zeigt. Ich denke, solche Menschen wie Dein Ex können nicht lieben. Und sie lieben sich selbst auch nicht, deswegen denken sie, die geschenkte Liebe ist was, das man missbrauchen kann für Machtgehabe. Dass er Dich abwerten musste, ist so ein Phänomen, das ich auch kennengelernt habe. Ich tippe auf eine narzisstische Störung in der Art, Liebe nicht erkennen zu können und für benutzbar zu halten für die Eitelkeit. (und man muss sich auch wie Du fragen, warum man nicht gleich gegangen ist oder ob man nur ein Kindheitsmuster wiederholen wollte) Aber weil Du das mitgemacht hast, hat er sich auch nicht gewandelt bzw. er hätte und wird es auch nicht mehr, denke ich. Dadurch, dass er nicht lieben kann, kann er auch Partner austauschen ohne Schmerz.
Drauf gepfiffen. Es gibt auch Menschen, die mir offen zeigen können, dass sie mich lieben. Die sind die Richtigen.
 
  • #9
Guten Morgen liebe FS,

der Grund für dein Verhalten hat mehrere Gründe, die nur du allein erforschen kannst.
Viele Denkmuster mögen in der Kindheit angelegt sein und dich gefangen nehmen. Vielleicht mag auch durch sein Verhalten ein Reiz ausgehen, der dich anzuckert. Vielleicht spürst du intuitiv, wie er wirklich ist, was nicht bedeutet, dass dieser Mensch so sein kann, oder will. Du liebst vielleicht genau das, was du spürst. Er wird seine Muster leben und wahrscheinlich von Grund auf anders sein. Aber für seine Verhaltensmuster ist er zuständig und berechtigt ihn nicht, dich so zu behandeln. Spürst du für dich, dass du die Liebe, die du für deinen Mann, auch für dich empfindest? Wie siehst du dich und auf welcher Stufe? Liebst du dich so, dass du stark bist und Grenzen ziehen kannst? Kannst du für dich genau definieren, wie sich Liebe für dich anfühlen sollte? Ich wünsche dir sehr, die Spur zu finden, wo du hingehörst........
 
  • #10
Auch ihre Berufe suchte er für sie aus, obwohl sie sie später nicht mehr wollten, das liess er nicht zu. Die Schwiegersöhne stellte er in der eigenen Firma an, so waren auch diese abhängig von ihm. Alle gehorchen ihm und er hat es immer irgendwie geschafft, dass ihn alle ach-so-nett finden und alles bedingungslos mitgemacht haben--bis auf mich
Ich denke, das Problem ist grundsätzlicher:

Man sehe sich die Länder an, die nach hiesigen europäischen Maßstäben weder Menschenrechte noch Demokratie besitzen. Die sagen auch nicht "Wir haben weder Menschenrechte noch Demokratie" sondern sie sagen "Wir haben Menschenrechte und Demokratie - nur ist unser Maßstab anders."

So lange die Wirtschaft brummt und sich niemand über die Zustände aufregt und opponiert, ist alles gut. Demokratie und Menschenrechte gibts, soweit man den Herrscher unangetastet läßt und für ihn ist.

Nur was was wenn der Despot eines Tages ablebt ? Da gibts eine Reihe von Ländern die höchst instabil wurden.

Was für diese Länder gilt gilt auch für die Töchter und die Schwiersöhne, nur sind die Beteiligten alt genug, das System zu durchblicken, nur wollen sie es nicht, weil alle gutes Geld verdienen. Noch.

Über die 5 Jahre haben alle mitbekommen, wie gefangen ich mich fühlte. Mein Selbstbewusstsein war längst dahin, auch fand ich keine Arbeit, die vom Status und vom Verdienst in seinen Augen achtenswert war.
1) Was war in den 5 Jahren mit anderen Männern ?

2) Es kommt nicht drauf an daß Du *in seinen Augen* eine Arbeit hast die nach Status und Verdienst angemessen ist sondern nach Deinen Maßstäben.

statt glücklich zu sein, dass der Kampf nun vorüber ist, trauere ich und vermisse ihn, auch körperlich, und die schönen Momente, die es auch gab und die Erinnerungen der letzten 5 Jahre--ich kann einfach nicht loslassen und verstehe nicht, warum ich 5 Jahre um seine Liebe kämpfe, mich respektlos behandeln lasse, mehrfach sogar die Flucht versuche deshalb-und ihn immer noch liebe?
1) Kann es sein daß Du Dich auf die schönen Seiten körperlich wie intellektuell besinnst, weil Du Dich sonst an die Dinge erinnern müßtest, die Dir nicht gefallen haben ?

2) Ex ist Ex und getrennt ist getrennt. Das bedeutet, daß Du gerade nicht um ihn kämpfen mußt sondern für Dich und für Dein Lebensglück. Er ist Deinem Lebensglück nur untergeordnet.
 
G

Ga_ui

  • #11
Lass dir psychologisch helfen, um deinen Selbstwert wieder zu erlangen.
Bei "i-Tüpfelchen" fühle ich mich nicht respektiert, der Intellekt ist zu unterschiedlich, der Mann dumm, ich wäre nie mit so einem Mann zusammengegangen, weil ich sehr hohe Prioritäten an Reife und Respekt habe und das auch selber gebe. Nie würde mir auch selber so etwas rausrutschen.

Firma haben heißt nicht gleich eiskalter Machtmensch zu sein, aber es heißt absolute Souveränität. Man kann sich keine emotional-instabilen Ausbrüche und Entscheidungen leisten. Auch nicht privat und im Liebesleben, sonst verspielt man seine Authorität, seinen ganzen Erfolg.

Er ist dir damit einfach weitaus überlegener, wacher, mit einem schärferen Intellekt ausgestattet. Ein Hai, der kleinere Fische wie dich frisst, wenn du dir nicht gleiche Fähigkeiten aneignest.

Sogesehen, ein Mann, mit dem du nicht zusammenkommst, der aber stark abhängig machen kann. Eventuell sogar ein Narzisst. Opfer wie du, kommen ohne Hilfe davon nicht los.

Deswegen meine ich, lass dich professionell auf Vordermann bringen, deine Psyche und Persönlichkeit stärken. Such dir mehrere Personal Coaches, die dich begleiten und bestärken.

Raus aus der Opferrolle, raus aus der Unterlegenheit, weg von besonders dominanten Menschen, weg davon, sich selbst zu sabotieren und zu masoschieren für andere Leute. Solche Menschen halten dich immer klein. Beruflich, wie auch in deiner privaten Entwicklung.

Leute wie du haben ein Problem: Abhängigkeit und Passivität. Komm aus deiner Passivität raus, erstelle Negativlisten über diesen Mensch und halte dir vor Augen, dass er es nicht wert ist.
Und du musst gewaltig an dir arbeiten und aufholen.
 
  • #12
Forsche mal zurück in Deiner Kindheit nach. Ist da noch etwas offen? Wie war Dein eigener Vater zu Dir? Hast Du von ihm genügend Anerkennung und Liebe bekommen oder war er auch eher eine Person die über Dich und Dein Leben immer die "Macht" hatte und Du ihm nie was recht machen konntest? Es gibt für alles Ursachen - auch, warum man sich ausgerechnet einen Partner aussucht, der einem überhaupt nicht gut tut - der keine Gefühle zeigt und einfach sein Dingen macht. Dieser Mann hat somit Macht über all diese Menschen...............aber innerlich - innerlich muss dieser Mensch verkümmert sein, weil er so eine hohe und harte Mauer um sich und alles, was mit Gefühlen zusammen hängt um sich aufgebaut hat. Auch hier wäre es wieder interessant zu wissen, wie er aufgewachsen ist und woher dieser eindeutige Schutzwall vor allem was Liebe und Gefühl heisst - gekommen ist. Wir suchen uns oft genau das Gegenteil dessen als Partner aus, was wir selbst sind. Wir spiegeln uns in unseren Partnern. Wichtig ist es an dieser Stelle, bei sich selbst nach den Ursachen zu suchen - wo liegt bei uns ein Mangel vor.................Ich glaube daran, dass auch so traurige Erfahrungen uns was im Leben lehren möchten..........das solche schlimmen Erfahrungen, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen - zu uns selbst bringen - es erzwingen. Erkenne Deine eigenen Werte - liebe Dich selbst...........................wenn Du gehst - ihn loslässt und nichts mehr von Dir hören lässt - vielleicht - aber nur "vielleicht" erkennt er dann seinen Part, der zu all dem beigetragen hat - ja "vielleicht" vermisst er Dich dann und versteht, warum Du nur noch "genörgelt" hast...........................wünsche Dir ganz viel Kraft
 
  • #13
Das um die Liebe kämpfen müssen hast Du gelernt in der Kindheit.
Gerne wird eine solche Begründung benutzt. Kann nicht anders, frühkindliche Störungen! Ist das aber wirklich immer so?

Eine erwachsene Frau, die die Kindheit hinter sich gelassen hat und ganz klar selber spürt dass der Mensch mit dem sie zusammen ist ihr nicht gut tut, sie quasi demontiert, muss handeln. Hier und jetzt und unabhängig von den gemachten Erfahrungen im Kindesalter. Augen zu und durch!

Selbstwert und Selbstbewusstsein kann man lernen, sich antrainieren, selbst noch im fortgeschrittenen Alter. Es ist alles nur eine Frage des Willens und natürlich des überhaupt in die Wege leiten. Dafür gibt es entsprechende Anlaufstellen, Frau muss sie nur nutzen.

Ich brauch dich für nichts, ich hab alles. Du bist nur mein i-Tüpfelchen"
Das wäre für mich DIE alles entscheidende Aussage gewesen um mich direkt wieder zu verabschieden. Ein Mann, der sich so äußert, und mich damit ganz klar nach unten degradiert, ist kein Mensch dem ich zukünftig noch einen einzigen und noch so winzigen Funken Respekt entgegenbringe. Macht und Geld sind für mich nicht wichtig. Oftmals ist alles sowieso mehr Schein als Sein. Schaut man hinter die Fassade erkennt man nur Katastrophen.

M. E. ist auch die FS eine Frau, die nicht schon eher gegangen ist aus Angst vor den Konsequenzen einer Trennung, vielleicht mittellos zu sein, und womöglich auch Angst vor ihrer eigenen Courage.
 
  • #14
Das Problem ist dass Frauen wie dir (ich nehme mich davon nicht aus!) das Selbstvertrauen und die Zuversicht fehlen, dass sich ein guter Mann ernsthaft für sie interessierten könnte. Man hat Angst, dass man ewig einsam sein wird. Diese Ängste machen es einem so schwer, aus schlechten Beziehungen abzuhauen.

Danke für diesen Post.
Als mich das Schicksal mit solch einem Scheusal ereilte versuchte ich Trost im Elternhaus zu bekommen. Die Worte meines Vaters waren folgende: Wäre dies ein ordentlicher Mann gewesen hättest du ihn sowiso nicht bekommen.
........
Soviel dazu !
 
  • #15
Gerne wird eine solche Begründung benutzt. Kann nicht anders, frühkindliche Störungen! Ist das aber wirklich immer so?
Aber woher sollte es denn sonst kommen, dass man meint, man müsste immer nur noch mehr tun, damit man endlich geliebt wird. Oder eben alles ertragen, weil man nicht weg kann, obwohl man ja schon erwachsen ist.
Und es heißt auch nicht "kann nicht anders, frühkindliche Störungen", sondern das ist nur die Begründung. Wenn man wirklich emotional erwachsen geworden ist, dann kann man sehr wohl anders. Zum Glück, sonst müsste man sein Leben lang an den Folgen tragen, dass die Eltern sich so verhalten haben - haben es ja auch nur von ihren Eltern so gelernt.

Eine erwachsene Frau, die die Kindheit hinter sich gelassen hat und ganz klar selber spürt dass der Mensch mit dem sie zusammen ist ihr nicht gut tut, sie quasi demontiert, muss handeln. Hier und jetzt und unabhängig von den gemachten Erfahrungen im Kindesalter.
So meine ich das auch. Es geht nur um die Frage, WARUM man überhaupt in diese Lage kam, so lange so eine Beziehung auszuhalten. Man muss ja erstmal unabhängig werden, um auch so zu handeln. Und ich denke, wenn es nicht so in der Kindheit gewesen wäre, hätte man nie so einen Mann in sein Leben gelassen, sondern wegen des gut ausgeprägten Selbstwertgefühls viel früher gesagt "nein danke". Bzw. so einen Menschen gar nicht erst anziehend gefunden.
 
  • #16
Das Problem ist dass Frauen wie dir (ich nehme mich davon nicht aus!) das Selbstvertrauen und die Zuversicht fehlen, dass sich ein guter Mann ernsthaft für sie interessierten könnte. Man hat Angst, dass man ewig einsam sein wird. Diese Ängste machen es einem so schwer, aus schlechten Beziehungen abzuhauen.

Danke für diesen Post.
Als mich das Schicksal mit solch einem Scheusal ereilte versuchte ich Trost im Elternhaus zu bekommen. Die Worte meines Vaters waren folgende: Wäre dies ein ordentlicher Mann gewesen hättest du ihn sowiso nicht bekommen.
........
Soviel dazu !
Zu dem ersten Teil: es ist immer besser, alleine zu bleiben und frei für einen Mann zu sein, der einen verdient und mit dem man in vielerlei Hinsicht harmoniert, als seine Zeit mit solch einem Scheusal zu verschwenden. Man sollte die Single-Zeit nicht als Zeit der Einsamkeit ansehen, sondern als Möglichkeit, sich ganz auf sich zu fokussieren. Falls sich solche Beziehungsmuster auch in der Vergangenheit ergeben haben, wäre eine Psychotherapie angesagt. Ansonsten sollte man sich so viel Gutes tun, wie es einem selbst möglich ist. Das tun, was man bisher immer erleben wollte. Sich selbst besser kennenlernen. Seinen Leidenschaften nachgehen. Einfach das tun, was einem selbst zur Weiterentwicklung und Selbstzufriedenheit verhilft. Liebe FS, bitte hänge diesem Scheusal nicht nach. Ob du ihn genommen hast, weil du einsam warst oder nicht - wiederhole diesen Fehler um deiner selbst Willen nicht mehr! Sei dankbar dafür, dass er aus deinem Leben verschwinden wird. (Unten geht es weiter)
 
  • #17
Ich bin mir sicher, dass dies nicht ohne Grund passiert ist; wahrscheinlich war es ein Wink und eine kleine Hilfestellung deines eigenen Schicksals. Nimm dieses positive Ereignis dankbar an; du wärst mit Sicherheit weiter bei ihm geblieben und hättest dieses widerliche, narzisstische Verhalten weiterhin über dich ergehen lassen, hätte ER nicht den Schlussstrich gezogen. Fühle dich nicht verlassen, sondern freigegeben. Frei, ganz du selbst zu sein und die Chance zu ergreifen, glücklich, selbstzufrieden zu werden und mit dir ins Reine zu kommen. Du bist gerade mal 50 Jahre alt! Du hast noch ein langes Leben vor dir und solltest es in vollen Zügen genießen können; und vor allem frei sein für einen Partner, der voll und ganz zu dir passt und der dir gut tut, das Beste für dich möchte. Finde zu dir selbst und tanke in nächster Zeit erstmal positive Lebensenergie. Menschen, die Selbstsicherheit, Zufriedenheit und Unabhängigkeit (bezogen auf deinen Ex-Mann, der ohne seine Machtspielchen anscheinend nicht LEBEN kann und somit in Abhängigkeit zur Degradierung und Unterdrückung, Kontrolle anderer steht), wird selbige Menschen anziehen.

Zum zweiten Teil: Solch ein Satz sagt eher was über den Menschen aus, aus dessen Mund er stammt als über dich. Ich hoffe, du hast dich nie davon beeinflussen lassen; das sollte niemand!
 
  • #18
Oh, vielen Dank für die ganzen beeindruckenden und sehr hilfreichen Beiträge; sie haben mir (und bestimmt auch anderen) sehr die Augen geöffnet. Interessant sind auch die vielen verschiedenen Blickwinkel.
Im übrigen bin ich ein ausgesprochen ungeliebtes Kind gewesen, aber habe bisher immer gedacht, dass das doch viel zu lange her ist, als dass es noch eine Rolle spielen könnte für die Gegenwart.
 
  • #19
Liebe FS

Warum verschleuderst Du Deine Energie in ein Ekel?
Egal ob er vermögend ist oder nicht.

Du weißt um Deine seelischen Defizite aber statt sie aufzubauen
erträgst Du einen Vollpfosten, der eine armselige Macht an einer schwachen Frau auslässt.

So ein Mann ist im Grunde ein Würstchen, weil er einer starken Frau nicht die Stirn bieten konnte und sich somit eine Frau an seine Seite nahm, welche ihm ausgeliefert war.

Versuche Dein inneres Gleichgewicht wieder zu finden evtl. durch Therapie und trenn Dich von allem was Dich runterzieht.

Kaputt machen, was einen kaputt macht.
 
  • #20
So meine ich das auch. Es geht nur um die Frage, WARUM man überhaupt in diese Lage kam, so lange so eine Beziehung auszuhalten. Man muss ja erstmal unabhängig werden, um auch so zu handeln. Und ich denke, wenn es nicht so in der Kindheit gewesen wäre, hätte man nie so einen Mann in sein Leben gelassen, sondern wegen des gut ausgeprägten Selbstwertgefühls viel früher gesagt "nein danke". Bzw. so einen Menschen gar nicht erst anziehend gefunden.
So ist es! Dann wiederholt man immer unbewusst so lange das erlebte Kindheitstrauma bis es sich irgendwann aufgelöst hat und das kann mehrere Jahrzehnte dauern und es muss ein einschneidendes Erlebnis sein, dass man aufwacht/aufgerüttelt wird und sich damit befasst und Therapie macht, weil man meistens damit nicht alleine klarkommt. Dann geht es darum, dass verdrängte Erlebnis an die Oberfläche (ins Bewusstsein) zu holen und es zu verarbeiten.

Auch wenn @Leopardin das nicht versteht doch ich glaube, dass die meisten Psychologen und Psychiater inzwischen sich einig sind, dass das menschliche Verhalten zu 90 % vom Unbewussten gesteuert wird. Man ist dann wie ferngesteuert und rückblickend weiss man nicht, warum man so gehandelt oder reagiert hat (z.B. auf Liebesentzug, Demütigungen und Zurückweisungen mit ausgestreckten Armen nach Liebe und Nähe bettelnd).
Das alles macht die Ablösung deswegen so schwierig, weil die Eltern nicht immer schlecht und böse sind zum Kind sondern auch liebevoll und zärtlich genauso wie der Mann vom @Karamelita. Es ist ein inkonsistentes Verhalten der Eltern und ihres Mannes. "Zuckerbrot und Peitsche".

Hans-Joachim Brisch ist ein Kinderpsychiater und Bindungsforscher und ich empfehle dir liebe @Karamelita, dir Bücher von ihm in einer Bibliothek auszuleihen und ebenfalls Bücher vom Psychologenpaar Karin und Klaus Grossman, welche sich mit Bindungsforschung und der Kindheit befassen. Habe zwar keine gelesen dafür aber die Inhaltsverzeichnisse.
Das könnte der erste Anstoss sein, dich selbst besser psychologisch zu verstehen, zu verstehen, was unbewusst in dir getriggert wird und warum du dich so verhältst und vielleicht auch, eine Therapie zu machen.
 
  • #21
Danke:)
wäre ich seinerzeit nach einigen Wochen schon geflüchtet, wäre es wohl gar nicht erst dazu gekommen, dass ich mich so klein fühle.
In 5 Jahren " gewöhnt" man sich geradezu an die eigentlich unerträgliche Situation-und vorübergehend konnte mein Mann meine Belastbarkeitsgrenze sogar noch erhöhen, weil ich zunehmende Dreistigkeiten allerhöchstens noch mit Flennerei beantwortet hab und immer devoter wurde. Es waren unter anderem Selbstzweifel, die mich dort gehalten haben: dergestalt, dass eigentlich ICH schuld bin, weil ich viel zu empfindlich bin, weil ich zu anspruchsvoll bin, weil Männer nun mal so sind (hat er immer gesagt),weil ich Komplexe habe (nicht so viel Geld), weil ich nicht einfach mal die Klappe halten kann, weil es doch solche Beziehungen wie ich sie mir wünsche, gar nicht gibt, weil er mir doch was geschenkt hat und ich undankbar bin...lauter so n Zeug.
 
  • #22
Es waren unter anderem Selbstzweifel..., weil Männer nun mal so sind (hat er immer gesagt), weil es doch solche Beziehungen wie ich sie mir wünsche, gar nicht gibt
Wenn du diesen Aussagen keinen Glauben geschenkt hättest, hätten sie wohl keine Selbstzweifel ausgelöst...
''Weil Männer so sind'' > Hast du bis dato keinen anderen Typ Mann kennengelernt bzw. immer denselben Typ Mann angezogen?
''Weil es doch solche Beziehungen wie ich sie mir wünsche, gar nicht gibt'' > Bedeutet das, dass du dich immer in unglücklichen Beziehungen begeben hast?
Deine Aussagen lassen darauf schließen... Falls du dich nicht irgendwie falsch ausgedrückt hast, dann solltest du wirklich auf jeden Fall eine Therapie beginnen! Naja, nach diesen 5 Jahren sowieso. Ich wünsche dir von ganzem Herzen das Beste und dass du dir selber die Chance gibst, durch eine Therapie vieles aufzuarbeiten und glücklich zu werden!
 
  • #23
Liebe Karamelita,

Fühl Dich gedrückt.

Viele Vorposterinnen haben es schon so treffend formuliert,
Nein, niemand hat einen solchen "Partner" verdient, der Mensch ist unsäglich.

Befreie Dich innerlich, vielleicht wäre es hilfreich, diese ganzen negativen Facetten von ihm, sein Verhalten, und Deine ganzen Gefühle aufzuschreiben und ausgedruckt irgendwo hinzuhängen - um Dich zu lösen.

Ja, und der Hinweis auf Therapie macht auch für mich absolut Sinn, möglichst zeitnah.
Karl - Heinz Brisch war ein sehr, sehr guter Hinweis, hat mir viel geholfen zu verstehen, von seinem Fazit mag ich mich persönlich aber distanzieren. Man kann seine Bindungsmuster verändern - es geht wirklich!
Louise Reddemann, Martina Huber waren für mich noch sehr hilfreiche und ergänzende Buchtipps.

....Im übrigen bin ich ein ausgesprochen ungeliebtes Kind gewesen, aber habe bisher immer gedacht, dass das doch viel zu lange her ist, als dass es noch eine Rolle spielen könnte für die Gegenwart.
Liebe Karamelita, mich hat die ganze Thematik etwa 20 Jahre nach ihrem Ende eingeholt - nur anders, und das Erkennen der Dimension brauchte einen längeren Zeitraum und einen erfahrenen Therapeuten.
Manches verdrängt man aus naheliegenden Gründen sehr, sehr gut.
Es kann ein gutes positives Ende nehmen.

Und man kann dann auch auf ganz andere Männer treffen.

Alles Liebe.
 
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