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  • #1

Warum bleiben Frauen in schlechten Beziehungen?

Leider muss ich hier öfter lesen, dass Frauen in Partnerschaften stecken bleiben,
die sie nicht glücklich machen.

Er geht fremd, der belügt mich, er behandelt mich schlecht, er respektiert mich nicht,
er macht mich lächerlich usw.

In der heutigen Zeit muss keine Frau in einer unbefriedigenden und lieblosen Partnerschaft
weiterhin steckenbleiben.

Also meine Frage, warum trennen sie sich nicht?
Hilfe und Wege dazu gibt es immer.

Von Männern las ich ähnliches übrigens noch nie.

w
 
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  • #2
Dafür gibt es viele Gründe, beispielsweise Minderwertigkeitskomplexe bei der Frau, entsprechende Verhaltensmuster zwischen ihren Eltern, die sie als Modell vorgesetzt bekommen hat etc., etc.. Man kann dann jemanden nur dann neben sich dulden, wenn er entsprechende "Stärke" oder Härte an den Tag legt, weil man etwas anderes nicht kennt bzw. sogar ablehnt. Man muss dann gewissermaßen vom Anderen runtergemacht werden, beschwert sich darüber, fühlt sich aber innerlich dennoch zu so einem Menschen hingezogen, weil man sich selbst innerlich ablehnt.

Je nach individuellem Leidensdruck kann aus diesem Teufelskreis eine Therapie helfen oder ein paar so richtig derbe Erfahrungen, die einen eines besseren lehren.. Je nach Leidensdruck und je nach Grad der Ausprägung der Minderwertigkeit.

Übrigens, es gibt auch Männer, die sich so etwas antun.

m40
 
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  • #4
Ich denke, die Frage kann man ganz allgemein beantworten: Warum bleiben Menschen (nicht nur Frauen, sondern auch Männer) in unglücklichen Lebenssituationen (nicht nur Beziehungen, sondern z.B. auch Jobs)?
Jeder Mensch wägt durchaus ab, was für ihn "noch die beste Situation" ist. Wenn man in einer unglücklichen Situation verharrt, dann tut man das deshalb, weil man bewusst oder unbewusst weiß, dass es einen auch nicht glücklicher machen würde, die Situation für sich zu beenden. Das was danach kommt, macht einen auch nicht glücklicher.
Erst wenn man eine Alternative hat, wenn man sich relativ sicher ist, mit der anschließenden Situation werde ich glücklicher sein, dann wird man die unglückliche Situation verlassen. Diese Alternative muss nicht unbedingt ein neuer Partner sein, es kann auch die Vorstellung sein, dass einen das Single-Dasein erstmal glücklicher machen würde, als die unglückliche Beziehung.
Da die meisten Menschen jedoch ungern allein leben wollen, sondern Frauen wie Männer sich in der Regel nach einer Beziehung sehnen, trennen sich viele Menschen erst dann aus einer unglücklichen Beziehung, wenn ein neuer Partner am Horizont erscheint.

Du kannst sicher sein: Menschen tun immer das für sie Beste, auch wenn es nach außen hin nicht so scheint. Häufig ist es, aus Mangel an Alternativen, eben nur "das geringere Übel". Aber so ist das Leben.

w48
 
  • #5
Da spielen glaube ich mehrere Sachen zusammen.
- Frauen besprechen Probleme eher, bevor sie sie lösen wollen-
- Es gibt eben doch viele Frauen, die sich für bestimmte Eigenschaften eines Partners in eine Beziehung begeben, in der sie schlecht behandelt werden.
- Männer haben vielleicht andere Kriterien als die aufgezählten, um eine Partnerschaft als schlecht zu bewerten ... jedenfalls so schlecht, dass man sich trennen sollte.
 
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  • #6
Liebe FS,

ich bin auch weiblich dennoch kann ich nicht verstehen warum manche Frauen sich manche Männer antun. Ich verstehe es nicht, ich lebe anders und ich lebe gut.

Meine Mutter ist leider so ein Typ.....Sie hat vor einigen Jahren nochmals geheiratet und zwar einen Mann mit einigen Psychosen. Anfangs haben meine Geschwister und Ich das Gespräch mit Ihr gesucht aber ohne Erfolg. Er behandelt sie schlecht und er behandelt mich und meine Geschwister schlecht. Da Sie es nicht abstellen konnte oder wollte habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter! Hinzugefügt werden muß noch, dass Sie leider keine liebevolle Mutter war, die Ihre Kinder nicht gefördert und gefordert hat. Alles was ich und meine Geschwister heute beruflich und privat darstellen haben wir uns selbst zu verdanken - frei nach dem Motte "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott".

W/34
 
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  • #7
Ich sage dir einen ganz wichtigen Grund: Gelämtheit! Wer in einem falschen System feststeckt, kommt da alleine nicht mehr raus, ohne dass er an der Hand genommen wird. Sei es, ob es um Süchte geht, oder um Partnerschaften, oder Arbeitslosigkeit, Elternhaus, etc. Viele Menschen brauchen Hilfe, aber jeder sieht weg.

Wenn du eine gute Freundin kennst, die in der Lage steckt, die emotional und finanziell von ihrem gewalttätigen Mann missbraucht wird (ob körperlich oder verbal) , dann Hilf ihr bitte und sieht nicht weg!!!!

Dass es überall Hilfe gibt, ist immer nett und schön, und sehr einfach gedacht von Leuten, die selbst keine Probleme haben, aber wer ein emotionales oder finanzielles Wrack ist, fühlt sich

- hilflos
- alleine gelassen
- weiss nicht, wo er anfangen soll
- hatte vielleicht noch nie im Leben jemandem, der ihm den rechten Weg zeigte
- hat Ängste (vor dem Partner, vor seinen eigenen Entscheidungen, vor Eltern, vor Freunden, vor seinem guten Ruf) Du hast leider keine Ahnung, wie stark die Psyche auf einen einwirken kann.
- ist eine weniger selbstsichere Persönlichkeit (dafür kann man nichts, das wurde anerzogen)

Ich fände es schön, wenn DU als Mitmensch nicht nur daneben steht und arrogant abwertet oder sagt: "selber schuld", sondern aktiv mithilft. Auch DU kannst dazu beitragen, dass Menschen geholfen wird.

w 32
 
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  • #8
Klar gibt es das auch bei Männern!
Es gibt sogar Männer, die von ihren Frauen geschlagen werden. Nur gehen die damit nicht an die Öffentlichkeit, weil sie sich schämen. Männer als Opfer sind uncool und unwürdig!
Andere Männer flüchten aus ihrer Beziehung in Affären oder in ihre Hobbies.

Ich selber war jahrelang gefangen in einer schlechten Beziehung. Mein Mann hat mich betrogen und belogen und sich nicht für mich interessiert. Dabei war ich schön und klug und wir hatten 2 supersüße Kinder.
Aber ich hatte einfach lange den Ehrgeiz, dass er sich ändert, dass wir es gemeinsam wieder hinbekommen.
Es ist schmerzlich, seine eigene Familie auflösen zu müssen. Und außerdem gab es ja auch Tag, die gut waren, die funktionierten. Diese Tage gaben mir Hoffnung. Ich wollte meinen Mann nicht verlieren und ich wollte meinen Kindern den Vater erhalten. Zudem kam eine finanzielle Abhängigkeit.
Wir hatten ein wohlsituiertes Leben. Es mag sein, dass es Frauen gibt, die auch im hinterletzten Stadtteil lieber alleine leben, als mit einem betrügenden Ehemann im Nobelviertel, aber ich war nicht so eine Frau.
Ich sah es nicht ein, meinen Status zu verlieren, nur weil mein Mann mich betrog.
Ich kenne viele Frauen, die deswegen bei ihren Männern bleiben.
Bewundernswert ist das nicht, aber für manche ist das weniger demütigend, als ein sozialer Abstieg.

w, 40 getrennt
 
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  • #9
Das kann auch daran liegen, dass Trennung nur das allerletzte Mittel ist, der Notausgang sozusagen.

Ich frage mich nicht so oft, warum Menschen sich nicht trennen.
Ich frage mich viel häufiger, warum Menschen, Männer wie Frauen, immer gleich alles hinschmeißen, wenn es mal ein bisschen schwierig wird.
 
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