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  • #1

Wahre Liebe wartet - stimmt das?

Es gibt ja hier viele Diskussionen darüber, ob man beim 1. Date Sex haben darf, ab dem 3. Sex haben darf oder sogar schon sollte oder ob man lieber mal einen Monate warten sollte.
Es steht auch immer wieder geschrieben, dass wahre Liebe eher entsteht, wenn man wartet.

Aber ist das so?
Sind Beziehungen stabiler, wenn man spät erst Sex hatte?
Ich habe da noch keine signifikanten Ergebnisse feststellen können. Richtige Regeln scheint es im wahren Leben irgendwie nicht zu geben!?

Ich für meinen Teil hatte schon beides und ich finde, es richtig, sich erst ein bisschen kennengelernt zu haben, zumindest einmal auch einen Tag zusammen verbracht haben.
Aber dass es stabilere Beziehungen gibt, wenn man wartet, kann ich zumindest in meinem Bekanntenkreis und bei mir selber nicht feststellen.

Wie ist das bei Euch??

w,41
 
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  • #2
Ich kann mich nicht so schnell auf einen Mann einlassen, Sex beim ersten Date ist für mich einfach nicht drin. Ich würde es nicht genießen sondern mir überrumpelt vorkommen - und wenn ich selbst nix davon habe, mache ich es nicht.
Viele Männer verstehen das nicht, stampfen dabei sogar wütend herum, ich wurde auch mal von einem beschimpft - dabei ist so ein Mann in meinen Augen ein armes Würstchen...

Mit "warten" hat das für mich übrigens nichts zu tun, das bringt nix: Anziehung muss auch schon beim ersten Treffen vorhanden sein, und dann muss man sich (langsam) steigern. So kann ich mich darauf einlassen.
W33
 
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  • #3
Beim ersten date Sex haben, war und wäre für mich ausgeschlossen, selbst wenn ich den Mann noch so toll fände oder gefunden hätte. Abgesehen davon kann man m.E. keine Schlüsse zwischen dem Zeitpunkt des ersten Sex und der Stabilität der Beziehung ableiten, sofern man nicht völlig blind an die Sache geht.

Für mich war es bei meinen beiden Ex-Partnern und auch bei meinem heutigen Partner wichtig zu wissen, dass beidseitige Verliebtheit, eine solide Vertrauensbasis und der ernsthafte Wunsch nach einer festen Beziehung gegeben ist. Da das in allen Fällen bereits nach den ersten 3, 4 Treffen und einem sehr regen Austausch zwischen den Treffen klar war, gab es auch relativ früh Sex. Daraus ist eine sehr lange Partnerschaft entstanden und eine, die von Beginn an noch größeres Potential hat, ewig zu halten... zumindest ist das unser Wunsch :)

Allerdings bin ich (ebenso wie mein Partner) auch mit sehr hohen Ansprüchen an die Partnersuche gegangen und Affairen oder halb-herzige Beziehungsanbahnungen sind für mich nie in Frage gekommen. Damit schieden viele Kandidaten schon sehr schnell im Vorfeld der Kontaktanbahnung aus.

Es hängt m.E. wirklich davon ab, wie viel Zeit man braucht, um sich ein verlässliches Bild vom Anderen zu machen, wie seriös beide das angehen und wie ehrlich man miteinander umgeht.

Da ich damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe, halte ich auch nichts davon, sich künstliche Regeln für das berühmte erste Mal aufzuerlegen. Wenn beide authentisch sind und es beidseitig passt, merkt man das sehr schnell und alles Weitere entwickelt sich ganz von alleine.

w, Anfang Ü50 mit Partner im gleichen Alter
 
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  • #4
Ein besseres Kennen, dass ja durchaus auch seine Zeit braucht, ist eine bessere Voraussetzung für stabile, dauerhafte Beziehungen.
Das kann ich so aus meiner Arbeit in der Paar- und Familienberatung bestätigen.

Liebe braucht Zeit, um sich zu entwickeln und Vertrautheit. Am Anfang stehen Sympathie, Verliebtheit, das Gefühl einen Menschen getroffen zu haben, mit dem man mehr will, als ein kurzes Episode. Dafür ist man bereit, sich Zeit zu lassen.
 
  • #5
Liebe FS,

Du scheinst recht zu haben, es gibt keine allgemeingültige Regel.
Monatelang warten erscheint mir aber nicht Zielführend.
Persönlich mache ich zwar annäherungen ( wenn feststeht dass die Frau es wünscht )
überlasse es aber ihr ob es zum Sex kommt oder nicht.
Wenn der Mann quengelt ist es überhaupt nicht Sexy, also schnauze halten, es herrscht
Damenwahl. Wenn " Mann " der Frau gefällt lässt sie sich nicht lange bitten.
Bei meiner letzten Beziehung ging es nach 5 Treffen in einer Zeit von ca. 3 Wochen
in die Kiste, sie wollte es und es war vom kennenlernen her auch angemessen. M51.
 
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  • #6
...Nein, das stimmt nicht. Wahre Liebe IST einfach nur oder sie ist eben nicht.

Soll heißen, wenn es passt, dann ist der richtige Zeitpunkt, von sofort bis erst nach Monaten. In der Praxis irgendwo dazwischen.

Ich mag am liebsten ungeplante Begegnungen, wo ich eine Frau im Alltag kennenlerne und es ergibt sich, dass dann mehr daraus wird. Da kann dann auch etwas mehr Zeit vergehen, bis was passiert.
 
  • #7
Vorab

Die Sexualität ist IMMER erfüllender, wenn auch die Seele, vor allem danach erfüllt ist, und nicht nur der Trieb befriedigt.

So eine erfüllende Sexualität ist aber nur möglich, wenn man sich schon länger kennt und zwar intensiv im Charakter, im Wesen, in der Art, in Gemeinsamkeiten.
Nur dann ist Sexualität mehr als Körperflüssigkeiten austauschen - nur dann.

Nach 2 Dates ist dieses -intensive Kennenlernen- aber nicht möglich, die Seele schwingt dabei nicht mit, weil man eben noch so gut wie nichts vom andern weiß.
Natürlich kann man da auch schon sexuell loslegen, aber diese Sexualität ist körper- und triebbestimmt. Eine Sexualität die quasi mit jedem möglich ist, der nicht wie Quasimodo aussieht.

Diese Sexualität hat mich nie gereizt, sie ist mir zu oberflächlich, mainstream, gewöhnlich.

Ich will wissen mit welchem Menschen ich die Laken teile, ich will sein innerstes kennen, seine Beweggründe, seine Gefühle und sorry, nach kurzer Zeit ist das für mich nicht möglich.

Aber ohne das ist auch Sex für mich nicht möglich.

Ja, Liebe kann auf Sex warten, sie muss es nicht, aber Liebe hat keinen sexuellen Druck, sexueller Druck hat auch nicht was mit Liebe zu tun, denn Liebe muss wachsen.

Es gibt Sex ohne Liebe - in der Tierwelt - ich bin aber ein Mensch.
 
  • #8
Sind Beziehungen stabiler, wenn man spät erst Sex hatte?

Wenn ein Monat Warten schon unter "spät" fällt, wundert es mich nicht, dass da nichts signifikant unterschiedliches in der Beziehungslänge rauskommt.

Um Unterschiede besser feststellen zu können, solltest du vielleicht eher Paare vergleichen, die entweder schon spätestens nach einem Monat Sex hatten (vom 1. Date bis ein Monat würde für mich nämlich alles unter "viel zu früh und viel zu schnell" fallen) und solche, die mindestens ein halbes Jahr Kennenlernen hinter sich gebracht haben, bevor sie Sex zu haben ...
 
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  • #9
Hallo

nach meiner Erfahrung führt schneller Sex nur zu oberflächlichen Pseudo-Beziehungen.
Die halten nicht lange - je nachdem wann sie sexuelle Attraktion abflaut. Dann kommen die Grundverschiedenheiten auf den Tisch und man trennt sich.

Ich habe immer den Verdacht dass jemand hohl im Kopf ist wenn er sofort am 1. Date Sex will. Einer dem schnell langweilig wird, dem nichts einfällt was man sonst erleben könnte, einer der sich was beweisen muss (z.B. dass er noch auf Frauen wirkt). Ich weiss wovon ich rede denn meistens wollen die Männer nicht mal drei ausgiebige Wochenenden investieren. Ich kann einen solchen Zeit-Geiz nicht gutheissen und ziehe mich beleidigt zurück.
 
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  • #10
Zum Zeitpunkt der Beziehungsanbahnung von Liebe zu reden ist schon eine Märchenvorstellung. Wenn das Warten sich natürlich ergibt, weil beide keinen all zu engen Kontakt haben (z.B. Fernbeziehung) oder beide generell bei so etwas langsamer sind, ist es ok. Wenn ich als Mann das aber nicht so sehe und von der Frau anderweitig auch keine sehr deutlichen Signale von Interesse und Begehren kommen, dann verliere ich auch das Interesse.

m32
 
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  • #11
Also, ich hatte schon beim 2. Date richtig seelisch erfüllenden Sex. Beim 1. Date passten die Schwingungen zwischen uns extrem gut, er hat sich weiterhin formal korrekt und respektvoll verhalten, und so konnte ich mich vertrauensvoll fallenlassen. Naja, und er verstand auch sein "Handwerk", eine Frau zu befriedigen... Wir hatten ein Wochenende liebevoller Leidenschaft.
Es ist daraus keine Beziehung geworden, aber das war auch nie Thema. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

Bei meinen zwei längeren Beziehungen haben wir Wochen bis Monate mit dem Sex gewartet, und bei keinem der Männer wusste ich, wie lange das halten wird. Ich hatte auch schon eine Affäre nach Monaten des Wartens, und selbst da war klar, dass es keine Beziehung wird.
Wer ehrlich mit sich ist, ahnt das doch schon im voraus!

Im Zeitalter des Online-Dating ist schneller Sex natürlich mit einem Risiko behaftet. Die Anonymität des Netzes macht es leichter, danach wieder zu verschwinden. Frau sollte es also nur tun, wenn sie den Sex unter diesen Vorzeichen wirklich will.
Ansonsten gilt tatsächlich die Titelphrase: wahre Liebe wartet. Männer mit ernsten Motiven sind viel vorsichtiger und schauen wesentlich genauer hin, mit wem sie sich einlassen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Es fühlt sich komplett anders an, aufgerissen oder umworben zu werden. Beim Aufreißer bleiben immer Zweifel, Misstöne, Unstimmigkeiten. Bei einer Liebe fühlt es sich auch so an wie Liebe. Es ist ganz einfach, liebe Frauen ;D

w
 
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  • #12
Es gibt keine Regeln für die wahre Liebe. Es gibt nur den Richtigen, und der fühlt wie Du, lässt Dir die Zeit die Du brauchst und respektiert Dich.

Wenn man sich sympathisch findet, sich kennenlernt, den ersten Eindruck von der Person bestätigt bekommt, bereits von einer gemeinsamen Beziehung träumt, dann kommt auch die Sehnsucht nach körperlicher Nähe.

Höre auf Dein Bauchgefühl, die Intuition und bleib Dir selber treu!
 
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  • #13
Ja. Wenn man einem Menschen wirklich ganz und gar liebt, wendet man sich nicht dem nächsten zu, nur weil es nicht bald Sex gibt. Denn der/die Andere ist vielleicht noch nicht so weit. Auch kann es länger dauern, bis sich eine/r seelisch öffnet. Vor allem, wenn man früher sehr verletzt wurde.
(w)
 
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  • #14
Die Beziehungen die am längsten bei mir gehalten haben, waren die wo ich
gefühlte Ewigkeiten warten musste.

Ich denke mir als Mann, wenn ich eine Frau zu schnell um den Finger Wickeln kann, können das andere Männer auch.
 
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  • #15
Zährtlichkeiten und Verständniss sind sehr wichtig. Wenn aber das Vertrauen schon am anfang kaputt ist, wird es schwierig es wieder aufzubauen. Vorallem wenn ein praktisch alle gegen die Beziehung sind.
Es kann nix schlimmeres geben als vertrauensbruch in der Kennenlernphase. Vorallem wenn man angst hat wieder auf den möglichen Partner zuzugehen und ihm signale senden.
Manchmal bin ich perplex wie sehr viele nur auf sex fexiert sind. Wenn ich die wahl hätte würde ich aufden richtigen warten. Aber da kann man warten bis man schwarz wird.
Und noch einmal will ich , mir sowas nicht antun.

W (26)
 
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  • #16
Ja. Wenn man einem Menschen wirklich ganz und gar liebt, wendet man sich nicht dem nächsten zu, nur weil es nicht bald Sex gibt. Denn der/die Andere ist vielleicht noch nicht so weit. Auch kann es länger dauern, bis sich eine/r seelisch öffnet. Vor allem, wenn man früher sehr verletzt wurde.
(w)
M40
Kommt auch immer draus dann, wie das dem anderen kommuniziert wird. Sonst kann es passieren, dass der andere sich fühlt, als ob er nur warm gehalten wird. Wenn man jemanden liebt, der andere einem am langen Arm verhungern lässt, dann wird ein richtiger Mann das nicht mitmachen.
 
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  • #17
Es heißt Frauen verlieben sich durch Sex, weil sie dabei das Bindungshormon Oxitocin ausschütten. Männer verlieben sich, nicht beim Sex, sondern während sie auf den Sex warten.

Wenn das stimmt, ist es für Frauen ein guter Grund, den Mann warten zu lassen.
 
  • #18
Es steht auch immer wieder geschrieben, dass wahre Liebe eher entsteht, wenn man wartet.

Sind Beziehungen stabiler, wenn man spät erst Sex hatte?

Nein, das ist eine Umkehrung der Kausalitäten: Die wahre Liebe entsteht nicht, weil man wartet, sondern durch das Warten siebt man die wahre Liebe aus. Wer beim ersten Mal Sex hat, dessen Chancen sind einfach größer, dass es mit jemandem war, der es nicht ernst meint. Andererseits kann man auch durch zu langes Warten seinen Traumprinzen vergraulen. Und sollte er herausbekommen, dass seine liebe Freundin Sex als Machtinstrument und Taktik benutzt, dann ist eh vorbei. Also Vorsicht damit.

Am besten geht man nicht mit zu hohen Erwartungen daran, dann wird man auch nicht enttäuscht, aber eventuell positiv überrascht. Spaß haben, eine gute Zeit haben, und dann findet sich der Traumprinz schon-vielleicht halt auch erst beim zweiten, dritten oder fünften Mal.
 
  • #19
M40
Kommt auch immer draus dann, wie das dem anderen kommuniziert wird. Sonst kann es passieren, dass der andere sich fühlt, als ob er nur warm gehalten wird. Wenn man jemanden liebt, der andere einem am langen Arm verhungern lässt, dann wird ein richtiger Mann das nicht mitmachen.

Ich lese immer wieder diese Sache mit dem "warm halten".
Ab wann fühlt sich ein Mann "warm gehalten"?

Ich meine, wenn man sich mehrmals in der Woche trifft, auf einer Wellenlänge ist, miteinander reden kann ohne Ende, gemeinsame Interessen hat, versucht auszuloten, wie weit man im Alltag harmonieren würde - WO ist da das Problem, sich warmgehalten zu fühlen?
Ich würde mich in so einer Konstellation (wo der andere Part dann nicht auf möglichst baldigen Sex drängt) geliebt und wertgeschätzt fühlen und nicht warm gehalten.

Schneller Sex bedeutet für mich nur eins: Da ist jemand vorrangig am anderen Körper interessiert und sonst nichts.
 
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  • #20
Nach 2 Dates ist dieses -intensive Kennenlernen- aber nicht möglich, die Seele schwingt dabei nicht mit, weil man eben noch so gut wie nichts vom andern weiß.

So eine Aussage halte ich für zu pauschal, denn jeder empfindet das vermutlich anders. Der Eine kann eher vertrauen, der Andere geht lieber auf Nummer sicher. Ebenso unterschiedlich sind die Bedürfnisse, sich auf einander einzulassen. Das hängt sicher auch von den bisherigen Erfahrungen ab, der persönlichen Risikobereitschaft und natürlich von der Menschenkenntnis im Allgemeinen. Da lassen sich keine Pauschalurteile treffen.

Entscheidend ist doch, dass man ein gutes Gefühl für sich selbst hat, beide klar und deutlich kommunizieren und sich authentisch geben. Wenn man das zusammen erreicht, ist das schon sehr viel für den Anfang und unter diesen Bedingungen kann Sex nach dem 2. date durchaus wunderbar sein, wenn beide das für den richtigen Zeitpunkt halten.

Andererseits wird der neue Partner unter diesen Umständen aber sicher auch gern warten, wenn der Andere noch nicht dazu bereit ist, sich körperlich zu öffnen.

w, 53
 
  • #21
PS: "durch das Warten siebt man die wahre Liebe aus" sollte natürlich heißen "durch das Warten filtert man die wahre Liebe aus".
 
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  • #22
Ich glaube das entscheidet sich von Fall zu Fall. Bei einem Blind Date, kommt auch für mich als Mann Sex beim Ersten mal nicht in Frage. Allerdings hatte ich schon Sex beim Ersten Date, da ging aber eine monatelange Chat- und Telefonierphase voraus.

Ich denke, jeder sollte auf sich und seine Gefühle hören und wenns nach dem 1. Sex in die Hose geht, mei dann muss man es halt einfach so hinnehmen und auf den/die richtige warten.
 
  • #23
In der ZEIT stand vor kurzem ein Artikel, dass Hochbegabte sich durchschnittlich schneller sicher sind, DEN oder zumindest einen MÖGLICHERWEISE richtigen Partner vor sich zu haben.
Es muss also nichts mit ängstlicher Zuvorkommenheit oder Wahllosigkeit zu tun haben: Mancher, der ein, zwei Nächte mit einem Menschen geredet hat, weiß so viel über dessen Werte und Einstellungen, Fähigkeiten und Zukunftspläne wie andere Leute nach Monaten noch nicht. Die optische Passung entscheidet sich ohnehin meist bereits beim ersten nichtvirtuellen Date. Warum dann warten?

Es muss also nicht das Konzept vom (auf eine ernsthafte Beziehung bezogene) erwartungsfreien sexuellen Durchtesten sein, wenn man, komplett begeistert, auch seinen sinnlichen Sehnsüchten früh freien Lauf lässt. Es muss also gerade auch rein gar nichts mit Hugos "Spaß haben, eine gute Zeit haben, mal sehen" zu tun haben.

Meiner Meinung nach entscheiden die Einstellungen und v.a. die Aufrichtigkeit in der Kommunikation derselben und nicht die Erfüllung eines konventionsbedingten Zeitplans über die Wahrscheinlichkeit, mit einem Partner die wahre Liebe zu finden. Passung vergrößert sich nicht, wenn man wartet.

Neben der persönlichen Schnelligkeit im Erkennen ist es dann auch eine Temperamentsfrage, sich schnell hinzugeben. Falls Impulsivität aber nicht mit der Fähigkeit zu schnellem Erkennen gepaart ist, sondern mit Naivität, kann das häufiger Anlass für Fehlentscheidungen sein. In diesen Fällen vergrößert man die Treffsicherheit bei der Partnersuche tatsächlich mit längerem Kennenlernen.
Andererseits bringt es auch nicht viel, "typverfremdet" auf die Suche zu gehen, weil schnell begeisterungsfähige Menschen sehr irritiert sein können, wenn der Andere ohne erkennbare Gründe zögert.

Letztendlich ist es ein Balanceakt, und jeder muss für sich entscheiden, wieviel Vertrauen in sein Gegenüber gerechtfertigt ist, und ob man eher bereit wäre, auf eine Chance zu verzichten als einen Misserfolg in der Passungserkennung zu verkraften.
 
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  • #24
Ich gehe es mittlerweile lieber langsamer an. D.h. nicht 3 Monate zu warten, aber 7-8 Treffen dürfen schon mal ins Land gehen bevor ich mich auf einen Mann einlasse. Das ist sicherlich kein Garant dafür dass es nicht noch schiefgehen kann. Aber ich habe mein Herz etwas geschützt.

In dem Moment wo ich mich sexuell auf einen Mann einlasse werde ich in meinen Gefühlen auch etwas fragiler, sprich Enttäuschungen wiegen schwerer. Manche können das mit dem Gefühl und dem Körper besser trennen. Bei mir klappt das leider nicht so gut. Ich denke das muss jeder für sich in der jeweiligen Situation entscheiden. Wichtig ist nur, dass man bei einer Enttäuschung hinterher nicht ins Bodenlose fällt.

w45
 
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  • #25
Vorab

Die Sexualität ist IMMER erfüllender, wenn auch die Seele, vor allem danach erfüllt ist, und nicht nur der Trieb befriedigt.

Es gibt Sex ohne Liebe - in der Tierwelt - ich bin aber ein Mensch.

Ich finde diese Aussage pfui! Genau das ist die Art Dummheit und Eingeschränktheit, die ich an Menschen nicht mag.
Menschen sind auch nur Tiere! Warum stellst du dich als was besseres als Tiere hin? Und woher weißt du, ob Tiere nicht auch Liebe empfinden? Man sieht, du denkst nur bis zu deinem eigenen Tellerrand und dein Intellekt reicht nicht weiter, um die üppige Vielfalt der Sexualität zu erfassen, mit all ihren ungemütlichen Schattenseiten, die sie manchmal beherbergt.
Man könnte meinen, du hast in deinem Leben nur eine Sorte Sex kennengelernt und die hält sich immer fein die mittelmäßige Waage.

Sexualität ist nicht immer erfüllender, wenn auch die Seele dabei ist! Bei dir ist das vielleicht so, weil du nun mal nichts anderes kennst. Viele Menschen haben aber Beklemmungen und können die Sexualität, die sie eigentlich zutiefst seelisch wünschen, nicht mit ihrem Partner ausleben. Die sind dann eben viel glücklicher mit der Art unverbindlichem Sex.
 
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  • #26
Ich meine, wenn man sich mehrmals in der Woche trifft, auf einer Wellenlänge ist, miteinander reden kann ohne Ende, gemeinsame Interessen hat, versucht auszuloten, wie weit man im Alltag harmonieren würde - WO ist da das Problem, sich warmgehalten zu fühlen?
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M40
Wenn das Monate so geht, würde ich als Mann denken, da kommt nie mehr als eine platonische Freundschaft raus. Wenn Frauen einen Mann begehren, dann spielt es gar nicht mehr so die Rolle, ob man mit jemanden gut reden kann oder gleiche Interessen hat. Frauen gehen nicht zwingend mit dem ins Bett, der mit ihr am besten harmoniert. Deswegen würde ich nicht mehrere Monate warten, man muss sonst davon ausgehen, dass sie sich zwar gut unterhalten fühlt, ins Bett geht sie aber lieber mit jemand anderem.
 
  • #27
M40 [...] Wenn Frauen einen Mann begehren, dann spielt es gar nicht mehr so die Rolle, ob man mit jemanden gut reden kann oder gleiche Interessen hat
Du überträgst gerade ungerechtfertigterweise die gewisse Optik- Fixierung vieler Männer auf die Durchschnittsfrau.
Sehr viele Frauen begehren aber nur einen Mann, mit dem sie gut reden und lachen können, von dem sie sich verstanden, regelrecht erkannt fühlen. NIE hatte ich irgendwelche sinnlichen Gefühle für einen anderen Mann, da konnte er noch so gut aussehen, noch so intelligent sein... vielleicht war ich gegenüber Musikern empfänglicher, weil ich in der Empfänglichkeit für Musik schon ein Anzeichen für auch mögliches gegenseitiges Verstehen und seelischen Gleichklang mit mir sah, ja.

Der Post 19 von w,53 war noch nicht freigeschaltet, als ich gestern meinen schrieb, aber dem möchte ich voll und ganz zustimmen.
Natürlich können beide Partner bereit sein, länger zu warten, als es ihnen für sich selbst nötig erscheint, wenn spürbar ist, dass der Andere noch mehr Zeit braucht und aufrichtig und exklusiv Interesse zeigt.

Aber Leute, die sich absichtlich zieren, Spielchen spielen, mehrgleisig fahren und deshalb ein intensiveres Kennenlernen verzögern, hinterlassen einen anderen Eindruck, ebenso wie die Spaßfraktion, die zwar gerne sexuell testen würde, aber sich innerlich vage zeigt, so matt bleibt, wie es ihrem Unverbindlichkeitswunsch entspricht. Wer im Umgang mit solchen Personen nicht den Kontakt gleich abbricht oder zumindest (wenn auch meist erfolglos) wartet, bis er Anzeichen für größere Verbindlichkeit entdeckt, wird (bei solchen Leuten) nicht die wahre Liebe finden.
 
  • #28
M40
Wenn das Monate so geht, würde ich als Mann denken, da kommt nie mehr als eine platonische Freundschaft raus. Wenn Frauen einen Mann begehren, dann spielt es gar nicht mehr so die Rolle, ob man mit jemanden gut reden kann oder gleiche Interessen hat. Frauen gehen nicht zwingend mit dem ins Bett, der mit ihr am besten harmoniert. Deswegen würde ich nicht mehrere Monate warten, man muss sonst davon ausgehen, dass sie sich zwar gut unterhalten fühlt, ins Bett geht sie aber lieber mit jemand anderem.

Das ist dann für mich ein reines Kommunikationsproblem. Ich wäre nicht monatelang mit ein- und demselben Mann unterwegs und würde alles mögliche mit ihm machen und dann nebenbei mit einem anderen ins Bett gehen (mal rein vom Zeitfaktor abgesehen - wo sollte ich diesen anderen denn zeitlich unterbringen, wenn ich meine freie Zeit mit diesem einen verbringe?).
Und man merkt doch wohl, wenn jemand auf romantische Art an einem interessiert ist, auch wenn man nicht gleich nach ein paar Tagen oder Wochen miteinander ins Bett geht? Küssen und Händchenhalten wären da für mich schon recht eindeutige Zeichen, das würde ich ganz sicher nicht mit zwei oder drei Männern gleichzeitig tun ...

Ach so, und die Sache mit dem Begehren ...
Doch, für mich sind die gleichen Interessen und Unternehmungen Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt Begehren entwickelt. Ich kann mir Begehren ohne vorheriges (längeres) Kennenlernen
gar nicht vorstellen.
Allmählich frage ich mich wirklich, ob ich ein exotisches Wesen bin oder ob andere Menschen wie ich einfach nicht in solchen Foren schreiben ...
 
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  • #29
Ach so, und die Sache mit dem Begehren ...
Doch, für mich sind die gleichen Interessen und Unternehmungen Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt Begehren entwickelt...
Allmählich frage ich mich wirklich, ob ich ein exotisches Wesen bin oder ob andere Menschen wie ich einfach nicht in solchen Foren schreiben ...

Nein, bist Du nicht. Aus der Kriminalistik weiß man sehr genau, dass bei Menschen Begehren durch häufiges Sehen und Kontakte entsteht. Deshalb sucht sich auch der Sexualstraftäter meistens kein Zufallsopfer, sondern ein Opfer aus seinem Umfeld, das er schon oft gesehen hat.
 
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  • #30
Eine Garantie für das Gelingen einer Beziehung gibt es nie, und auch die Bereitwilligkeit zu warten scheint kein wirklich verlässliches Indiz zu sein, da hier in verschiedenen Threads zum gleichen Thema auch schon von ambitionierten Jägern berichtet wurde, die sich durchaus auf eine mehr-monatige Werbephase einließen, dann aber nach "Vollzug" das Interesse verloren.

Ich selbst (w, ü 40) habe es allerdings nur so erlebt, dass die Männer, mit denen ich (zum Teil recht bald) im Bett war, den ersten Sex als Startschuss in eine Beziehung mit Zukunftsplanung verstanden, während ich eher der "Schaun wir mal"-Typ bin und mich anfangs gefühlsmäßig nicht so weit aus dem Fenster lehne. Mir fällt es deutlich leichter, mich sexuell fallen zu lassen als emotional. Das heißt nicht, dass ich mich nicht für die entstehende Beziehung engagieren oder gar mehrgleisig fahren würde, ich bin verbindlich und treu; aber von ganzem Herzen kann ich mich erst nach eineinhalb bis zwei Jahren mit meinem Partner identifizieren. Und so lange möchte ich bei einem Mann, der mir gefällt, nicht mit dem Sex warten - zumal sich dieser für mich in der "Identifikationsphase" qualitativ nicht anders anfühlt als zuvor.

Für mich sind also diejenigen, die über mehrere Wochen oder Monate ihren potentiellen Partner prüfen, bevor es zum Sex kommt, erotisch langsam, aber emotional erstaunlich schnell.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen sehe ich schnellen Sex nicht als Risiko für eine mögliche Beziehung; ich gehe davon aus, dass frühzeitige erotische Erlebnisse Menschen, die verliebt sind und/oder sich eine Partnerschaft vorstellen können, nicht abschrecken - im Gegenteil.

Wer nach frühem Sex ad acta gelegt wurde, hat dies sicher nicht durch seine Willigkeit provoziert, sondern das Gegenüber hatte einfach kein weitergehendes Interesse.
Menschen, für die Erotik eine hoch-emotionale bis mystische Angelegenheit ist oder solche, die in ihrer Eitelkeit leicht zu kränken sind (Die Beschreibung ist nicht abqualifizierend gemeint!) tun aber sicher gut daran, Filterprozesse einzuleiten, auch wenn diese keineswegs eine Garantie auf einen glücklichen Ausgang bieten (s.o.).
 
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