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  • #1

Vom Stiefsohn: "Du hast mir gar nix zu sagen"...

Wir sind ein Patchwork Familie - leben seit 13 Jahren zusammen, jeder hat ein Kind aus vorheriger Beziehung und ein Gemeinsames. 17, 14 und 5. Vor sieben Jahren kauften wir ein Haus und sein Sohn entschied sich nun, bei uns einzuziehen, da er sich von seiner leiblichen Mutter ignoriert und vernachlässigt fühlte. Bei uns geht es immer laut und munter zu, allein schon wegen dem Nachzügler.

Nun folgende Situation: Stiefsohn (14) hat sein eigenes Zimmer (mein Zimmer - welches ich mir gerade eingerichtet hatte zum Nähen, Malen usw.)! bekommen und zieht sich gern und oft dorthin zurück, um zu zocken - PC sowie Playstation. Nun sollte ein Spaziergang mit dem Hund gemacht werden und ich sagte ihm, er solle sich Gummistiefel und Regenjacke anziehen und in zehn Minuten wollen wir los. Der größere (17) hatte Besuch von seiner Freundin und war in seinem Zimmer.
Darauf fing das Gemeckere an, was abzusehen war, warum er mitkommen soll und der Große nicht - ich sagte, dass der Große Besuch hat und er sowieso den ganzen Tag verzockt habe und frische Luft guttut...und dass er 14 sei und der andere 17 und dass es da Unterschiede gäbe usw. usf. und dann folgte halt der Spruch, ich habe ihm ja nix zu sagen...worauf ich ihm sagte, dass es das erste und letzte Mal war, dass er so etwas zu mir gesagt hat und wenn es ihm nicht passt, er seine Sachen wieder packen darf. Ja, das war hart, ich weiß.

Aber vor ungefähr drei Jahren hatten wir die umgekehrte Situation - da sagte mein Sohn das Gleiche zu meinem Mann, woraufhin ich von meinem Sohn eine Entschuldigung verlangte und klarstellte, dass er sehr wohl was zu sagen hat - danach war alles wieder gut.

Als ich das nun meinem Mann auf dem Spaziergang mitteilte und ihn bat, mit seinem Sohn mal ein Hühnchen zu rupfen, zog er das ins Lächerliche, vor seinem Sohn...worüber ich mich denn aurfregen würde....nun stehe ich da wie die böse Stiefmutter und mein Mann fällt mir in den Rücken. Ich habe damals für Ihn klar Stellung bezogen und er stellt mich jetzt vor seinem Sohn bloß. Dieses Gegeneinander-Ausspielen scheint zu funktionieren und ich bin nicht gewillt, das so hinzunehmen und mich als Putzfrau, Köchin und Nachhilfelehrerin degradieren zu lassen, die nichts zu melden und das Feld zu räumen hat.

Stehe hier so allein an der Front und bin ratlos. Kennt jemand diese Situation?
 
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  • #2
Ich kenne diese Situation, passierte jedoch an den Kinder-Wochenenden, da ich die Lebensgefährtin bin, jedoch er seine Kinder nur vierzehntätig am WE sieht und in den Ferien und wir darüber hinaus nicht zusammen wohnen. allerdings nur von Seiten des Jungen, mein LG hielt zu mir.

Jedoch bin ich der gleichen Meinung wie du, so geht das einfach nicht. 1. nicht vom 14Jährigen und 2. nicht von deinem Mann. Ihr müsst an einem Strang ziehen und er kann dir nicht vor den Ohren seines Sohnes in den Rücken fallen. Ich würde mir das nicht gefallen lassen! Da muss eine Grundsatzaussage her. Du nimmst Rücksicht auf den Jungen, gibst deinen Rückzugsort auf - und er wird frech. Wie läuft es sonst so?
Rede erst ein ernstes Wort mit deinem Mann. Ich wünsche dir, dass er seinen groben Fehler einsieht. Dann redet mit dem 14Jährigen Tacheles - gemeinsam. Und dein Mann muss sich vor ihm und vor Dir bei Dir entschuldigen. Nur so habt ihr eine Chance! w/42
 
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  • #3
Das ist eben Patchwork. Wenn man sich entschließt so eine Beziehung zu führen muss man auch die Folgen tragen. So schlimm war das nun auch wieder nicht. Vergiss es ung gut ist.
 
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  • #4
Bleib ruhig. Der Junge hat sich von Dir angegriffen gefühlt und hat zurückgeschossen.
Spaziergang mit Hund ist für einen 14-jährigen der Inbegriff der spießigen Langeweile. Und dann auch noch mit Gummistiefeln....wie ein kleines Kind...auweia.

Was Besseres als "Du hast mir gar nichts zu sagen" ist ihm nicht eingefallen. Hat ja auch getroffen, gell ?
Solche Sprüche bringen leibliche Kinder in der Pubertät auch. Die 15 jähirge Tochter meiner Freundin wollte neulich aus Ärger über ihre unerträgliche Mutter ausziehen.....Mein eigener Stiefsohn spricht im Moment wenig, macht stundenlang in seinem Zimmer am Rechner rum und tituliert seinen Vater gerne mit "Spast".

Ich würde mich an Deiner Stelle kurz am Kopf kratzen und zur Tagesordnung übergehen.
Das Leben mit Pubertierenden ist nix für schwache Gemüter ;-)
w50
 
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  • #5
Oh, da scheint mehr im Argen zu sein, als nur der Sohn, der auf die Kommandtöne seiner Stiefmutter nicht hören will.

Liebe FS, erstmal ist das Verhalten dieses Jungen ganz normal. Ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen, weil ich selber so ein Teeniekind zu Hause habe, die einen zu Weisglut bringen können.

Was mir nicht gefällt und wo du dringend handeln musst, dass du mit deinem Mann klärende Gespräche führen musst, den er kann nicht dir in den Rücken fallen und dich vor dem Jungen ins Lächerliche ziehen.

Zu fragen ist hier auch, wie du mit Konsequenzen arbeitest und inwieweit du rethorisch gut drauf bist. Manchmal ist es gut, einfach die Klappe zu halten und dem Teenie bei passender Gelegenheit einem mit den gleichen Worten antwortet. Meinem Teenie ist dabei schon mal der Mund offen stehen geblieben, weil er nichts erwidern konnte.

Wahrscheinlich warst du bisher die Köchin, Putzfrau usw. und bist schon längst auf diesem Platz gelandet? Wenn dem so ist, muss du dich selber fragen, wo dein Anteil an der Geschichte ist. Wenn du in einer größeren Stadt wohnst, dann schau doch mal nach Beratungsstellen für Eltern. Es tut sehr gut, sich bei Fachleuten mal auszureden und sich Hilfe und Stärke zu holen, wie man mit solchen Situation am besten umgehen kann.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut und zolle dir meinen Respekt. Ich hätte mich auf so eine Konstellation nie eingelassen. Ich bin heute sehr froh, autark geblieben zu sein. Ich hätte zu viel geben müssen und zu wenig dafür bekommen, denn nur von Liebe kann kein Mensch existieren.

w 50
 
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  • #6
Viele lieben Dank für eure Antworten - es ist schön, wenn man nicht alein dasteht.
Ja, ein dickes Fell braucht man da wirklich und zur Tagesordnung sind wir auch ganz schnell wieder übergegangen. Das klärende Gespräch mit meinem Mann steht noch aus und ich werde mich da auch klar positionieren - die Putz- und Hausfrau bin ich eh, aber meine Autorität lasse ich deswegen noch lange nicht von Teenies oder meinem Mann untergraben :)
Mal sehen wie es sich weiterentwickelt.
Er ist ja nun hier weil er sich ignoriert fühlte, vielleicht ist das seine Art, sich für die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit zu bedanken...
Das mit der Retourkutsche ist auch eine gute Idee - die werde ich garantiert anwenden bei passender Gelegenheit.
LG
 
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  • #7
Ihr wohnt zusammen, du übernimmst die "Funktionsmutter" und natürlich hast du was zu sagen.
Finde es schlimm von deinem Mann, dass er dir in den Rücken fällt vor deinem Stiefsohn, selbst wenn er anderer Meinung gewesen wäre, was das Mitgehen anbelangt.
er schwächt damit deine Position und der 14Jährige hat somit die Erlaubnis, dir auf der Nase rumzutanzen.
Ihr seid nun eine Familie.
Ich würde das in Ruhe nochmal mit deinem Mann besprechen. Und wenn ihr eine Lösung getroffen habt (es wird ja immer wieder zu solchen Machtspielchen kommen), dann besprecht ihr das mit Eurem Sohn/Stiefsohn.
Er weiß ja genau, dass dich das trifft, er weiß seine Waffen gut einzusetzen.
Ich fand es mit 14 auch furchtbar, mit meinen Eltern spazierengehen zu müssen. Ist eben Pubertät und man wäre am liebsten von morgens bis abends in seiner eigenen Welt.
Seiner "echten" Mutter hätte er wohlmöglich auch etwas Freches entgegnet oder hätte sich geweigert mitzugehen.
Aber das müsst ihr grundsätzlich klären.
Ansonsten muss dein Mann sich in Zukunft mehr erzieherisch engagieren und seinem Sohn eben Anweisungen geben und dich gleich raushalten.
 
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  • #8
Liebe FS,

ich bin mehr als beeindruckt von deinem 'Kampfgeist'.

Natürlich ist es nicht richtig, dass dein Mann deine Autorität untergräbt, schon gar nicht vor seinem Sohn. Ich denke allerdings, dass die Gründe dafür nicht unmittelbar bei diesem Thema zu suchen sind. Vl hat er gerade beruflich viel Stress oder dergleichen.

Ich kann dir nur raten, deine Agenden zu wahren und zu versuchen, möglichst reif und objektiv an das Ganze ran zu gehen. (Klingt immer schön einfach)

Vl in einem ruhigeren Moment noch einmal darauf zu sprechen kommen. Sollte es sich für dich zu einem negativen Dauerzustand entwickeln, würde ich erstmal Abstand suchen. Das hilft dem eigenen Standpunkt Gewichtigkeit zu verleihen.

Viel Erfolg,

w22
 
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  • #9
Hm, mir gefällt der Ton, mit dem du hier von dem Sohn deines Mannes sprichst, nicht wirklich. Für mich spricht da nicht unbedingt Respekt heraus - den erwartest du ja auch von dem Sohn deines Mannes.
Zum anderen ist das eine Geschichte, die du ausschließlich mit deinem Mann zu klären hast. Wenn ihr verschiedene Sichtweisen habt, dann solltet ihr das klären. Aber das ist - im Gegensatz zu dem, was hier der ein oder andere von sich gibt, - nicht nur ein Problem bei Patchwork sondern in allen Familien. Kinder versuchen gern ein Elternteil gegen das andere auszuspielen. Und genau das solltet ihr miteinander und nicht vor und/oder über die Kinder klären.
w/45, 2 Kids im Alter von 18 und 20 Jahren
 
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  • #10
Wie schon vorher gesagt, ist es klar, dass Du und Dein Mann eine klare Linie haben müsst. Bedenke aber, dass der Teenager vom älteren Sohn nur gerade 3, vom jüngeren aber altersmäßig 9 Jahre entfernt ist und deshalb eher wie der Ältere behandelt werden möchte. Teenies wollen nicht mit der Familie und in Gummistiefeln den Hund ausführen, sondern Freunde treffen, Sport treiben in der Gruppe oder eben am Computer rumhängen. Hätte Dein Grosser auch mitgemusst, falls er keinen Besuch gehabt hätte? InGummistiefeln?
Hier gilt es ganz klar, Kompromisse zu finden, z.B. ein Tag am Wochenende ist für Familienunternehmungen reserviert und jeder darf im Wechsel etwas vorschlagen und organisieren für alle. Man kann sich auch über Computerzeit und sportliche Aktivitäten einigen, aber den 14-Jährigen dabei nicht einfach zum mitkommen zwingen, das geht nicht gut.
LG, eine Mutter einer 13-jährigen auch nicht einfachen Tochter
 
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  • #11
meiner erfahrung nach bringt es gar nichts kindern etwas mit "gleicher münze" heimzuzahlen oder ihnen zu drohen. in dem moment stellst du dich auf eine stufe mit dem kind und du bist aber die erwachsene und solltest ruhig und souverän reagieren. prinizipiell hat er ja recht - du bist nicht die erziehungsberechtigte sondern der vater. an dieser stelle würde ich ganz ruhig mit dem mann darüber sprechen und auch gar nichts von dem spruch deines stiefkindes berichten, sondern einfach sagen " ich denke, xy sollte mit uns eine runde spazieren gehen, er möchte aber nicht, wie entscheidest du".
?
es bringt überhaupt nichts sich auf derartige machtkämpfe einzulassen. und du solltest auch immer daran denken, dass solche konstellationen für kinder extrem hart sind und sie sich diese situation nicht ausgesucht haben, sondern die neuen partner.
 
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  • #12
@8 - nun ja, Respekt einem provozierenden Rotzlöffel zu zollen, bedarf schon einiger schauspielerischer Künste! - will heißen: wenn er nie gelernt hat sich zu benehmen und ihn sein Vater auch noch in Schutz nimmt, warum sollte die FS als Patchwork-Stiefmutter ihm Respekt entgegen bringen?!? Nur weil sie erwachsen und weiser ist? Das mag ja mal funktionieren, wenn es jedoch nicht von Gegenseitigkeit geprägt ist, dürfte auch die geduldigste Lebensgefährtin irgendwann ausrasten.
 
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  • #13
Ich habe selbst 2 Söhne (inzwischen schon weit über 20) und ich kann dir sagen, dass dies für einen 14jährigen eine ganz typiche Reaktion ist. Er muss seine Grenzen finden, sich ausprobieren. Das hat nichts mit Stiefmutter zu tun, so etwas hat einer meiner Söhne auch zu mir gesagt.
Deine Reaktion war in Ordnung, es hat ihm gezeigt, dass du ihm sehr wohl noch etwas zu sagen hast.
Erst die Tatsache, dass du seinen Vater als Unterstützung heranziehen wolltest, hat dich unglaubwürdig gemacht. Dazu brauchst du deinen Mann nicht, das ist eine Sache zwischen dir und deinem Stiefsohn.
Wenn du im Fall deines Sohnes von dir aus eingegriffen hast, dann war das auch deine Sache, es kam von dir - nicht als Forderung deines Mannes.
Klar ist es nicht die feine Art, wenn dein Mann dein Verlangen vor deinem Sohn ablehnt, aber irgendwie hat er auch recht, denn es ist nicht seine Sache und er kann sich vor seinem Sohn wohl auch nicht von dir zurechtweisen lassen.
Also überleg mal, ob es von dir auch nicht unklug war, dies so öffentlich anzusprechen, es wäre vielleicht besser, dies unter 4 Augen zu tun.

Nochmal - du bist die Frau in Haus und hast das Recht, deinem Stiefsohn etwas zu sagen. Lass dir das nicht nehmen, aber das kannst du auch alleine - ohne Hilfe des Mannes.

w 59
 
  • #14
Das mit der Retourkutsche ist auch eine gute Idee - die werde ich garantiert anwenden bei passender Gelegenheit
Weder ist das eine gute Idee, noch sollte sich dafür eine passende Gelegenheit finden.

Versuche, Dein Herz sprechen zu lassen. Der Junge ist 14 und kann nichts dafür, dass Du jetzt kein Zimmer mehr hast, was Du ihm offenbar heimlich übel nimmst.

Auch ist die Tatsache, dass Du glaubst, primär die Putzfrau zu sein, nicht seine Schuld. In diese Falle geraten die meisten Frauen, die sich irgendwann, notgedrungen oder nicht, für ein Hausfrauendasein entschieden haben.
Bei einem späteren Wiedereintritt in das Berufsleben sind solche festgefahrenen schlechten Angewohnheiten sehr schwer rückgängig zu machen. Funktioniert nur, wenn der Partner mitmacht, ab nun die Hausarbeit mit seiner Frau teilt und mit dem guten Beispiel vorangeht.

Der Junge ist der Bruder deiner leiblichen Kinder und ist nun in der schwächsten Position in Eurem Haus. Ihm den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist in dieser Situation die leichteste und gewiss meist naheliegende menschliche Reaktion. Das Prinzip "Schwarzes Schaf" aber zerstört Familien und Kinderseelen.

Es ist oft sehr schwer, das Liebenswerte in einem aufmüpfigen Teenager zu sehen, wenn man sich gerade unendlich provoziert fühlt. Es ist aber dennoch genauso da wie vorher, und wenn man die Größe hat, den Teenager auch in seinen schwierigen Augenblicken so anzunehmen, dass er sich Deiner Liebe immer und auch dann, wenn er andere Wege gehen will, gewiss ist, wird es für beide Seiten eine intensive Lebenserfahrung voller Glücksmomente.
 
  • #15
Naja, einen 14- Jährigen zum gemeinsamen Spaziergang mit dem Hund zu nötigen, ist nicht mehr angemessen, aus diesem Alter ist er wirklich heraus!
Aber ich verstehe natürlich, dass du empört und gekränkt bist. Allerdings ist 14 ist ein schwieriges Alter, und die Pubertieren können auch die leiblichen Eltern bis aufs Blut provozieren.Das freche Mundwerk ist typisch. Nimm es nicht persönlich!

Möglicherweise würde der Junge etwas erwachsener reagieren, wenn du ihn angemessen ernst nehmen könntest in seinem "hohen" Alter. Auch meine beiden Kinder wollten damals, in diesem Alter, nicht mehr mit uns spazieren gehen, und wir haben diesen Wunsch respektiert.
 
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  • #16
Dein Problem ist bereits im zweiten Wort Deiner Frage deutlich: Siefsohn!
Er ist nicht Dein Stief-Sohn sondern Sohn seiner Mutter und das bist nicht Du.
Und er ist Sohn seines Vaters. Der Ausdruck Stiefsohn ist sowas von daneben dass ich sein Verhalten gut verstehen kann. Ihn als Stiefsohn zu bezeichnen ist eine Frechheit gegenüber den Eltern. Deswegen reagiert es so auf Dich.
 
  • #17
Naja, einen Vierzehnjährigen mit zu Spaziergang nehmen - ich hätte in dem Alter auch keine Lust dazu gehabt - und dann noch in "Gummistiefeln"? Ich weiß nicht, dass der Bube nicht den ganzen Tag zocken sollte, ist schon richtig, aber Spaziergang in Gummistiefeln? Und dann vll. noch draußen von Kumpels gesehen werden und sich zum Gespött machen? Vielleicht fragst Du lieber mal, ob er Dich begleiten möchte, wenn Du mit dem Hund rausgehst - ich habe von meinen Kindern immer alles "bekommen", weil ich sie immer gefragt habe - und nie etwas "befohlen" habe. Auch meine Kinder sind in der Pubertät gewesen, der Große sogar extrem - deswegen sind sie noch lange keine "Rotzlöffel" :) Vll. fragst Du ihn einfach mal, weil Du wert auf seine Gesellschaft legst beim Spaziergang und Dich freuen würdest, wenn er Dich begleitet, statt darauf zu bestehen, dass er jetzt seine Gummistiefel anzieht? Das wirkt einfach immer Wunder...
Und was das "Untergraben der Autorität" angeht - von Machtstrukturen halte ich persönlich nicht viel. Überzeuge ihn lieber, dass frische Luft wichtig ist und schenk ihm die Einsicht dazu, immerhin hast Du bereits einen angehenden jungen Mann vor Dir - und kein kleines Kind mehr...
 
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  • #18
@FS

Sie haben dem Jungen nichts zu sagen - der Junge hat Recht.
Sie sind nicht mal mit seinem Vater verheiratet und bekanntlich macht auch "der Ton die Musik".

Sie erwarten Respekt aber bezeichnen ihn als Stiefsohn ..........er ist nicht Ihr Stief"sohn".
Ihr Partner hat richtig reágiert u die Sache nicht allzu hoch gehängt.


m, 50
 
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  • #19
Hätte mich meine Mutter mit 14 dazu zwingen wollen, mit ihr gegen meinen Willen spazieren zu gehen, hätte das Krieg bedeutet. Im Ernst: Sie hätte mich vielleicht noch dazu verdonnern können, "geh mal mit den Hunden", weil die Hunde raus müssen. Aber wenn sie schon selbst geht, wozu muss ich dann noch mitgehen? Und mit 14 kann man wohl schon alleine zu Hause bleiben, oder nicht? Ich hätte mich wie ein Kleinkind gefühlt und alles in Bewegung gesetzt, um sie spüren zu lassen, dass ich eben kein Kleinkind mehr bin und sie mich so nicht behandeln darf (Wiederstand, Wiederspruch, Agression, große Klappe, usw. - was man halt in dem Alte rmacht, um sich zu behaupten).

m, 45
 
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  • #20
@16 - du erwartest, dass eine erwachsene Frau einen angehenden jungen Mann wie einen Erwachsenen behandelt. Ok. Er jedoch will zwar einerseits auch so behandelt werden - weil er ja schon ach so groß ist - benimmt sich selbst aber ihr gegenüber in keinster Weise respektvoll wie ein Erwachsener. Merkst du was? Wenn, dann muss es beidseitig funktionieren, nicht nur einseitig von Seiten des wirklich Erwachsenen. Wer sich als Teenie noch bockig wie ein Kind benimmt, muss in Kauf nehmen, dann auch wie ein Kind behandelt zu werden.Denn wie sonst soll der Teenie lernen, dass erwachsen sein auch heißt, Verantwortung zu übernehmen und Respekt zu haben. Du magst keine Machtstrukturen, na dann hoffe ich, dass dein Kind dies draußen in der Welt nicht zu hart zu spüren bekommt, dass es eben genau diese Machtstrukturen im Leben gibt und danach gehandelt wird.
 
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  • #21
Wer sich als Teenie noch bockig wie ein Kind benimmt, muss in Kauf nehmen, dann auch wie ein Kind behandelt zu werden.Denn wie sonst soll der Teenie lernen, dass erwachsen sein auch heißt, Verantwortung zu übernehmen und Respekt zu haben.

Im Prinzip ja, aber in diesem Fall ging die Respektlosigkeit ja von der Mutter aus: Sie hat unagemessen zum Spaziergang "befohlen" und dabei auch noch wie bei einem Kleinkind die Kleiderordnung festgelegt. Ein gesunder 14järiger kann gar nicht anders als dagegen zu rebellieren, und sollte dies auch.

Ein Erwachsener würde sich nicht bieten lassen, zum Spaziergang "befohlen" zu werden, und dabei sogar noch Vorschriften bezüglich der Bekleidung entgegen zu nehmen. Erwachsen wäre, die Mutter auszulachen, sie ins lächerliche zu ziehen, oder ihr klar und deutlich die Meinung "zu geigen".

Das einzige was noch nicht erwachsen ist, ist dass er sich gegen die Respektlosigkeit der Mutter nicht durchsetzt, aber das wird schon. Mir wäre das nicht passiert :)

ein schlimmes Rotzlöffel-Alter, aber dass muss ja auch so sein, sonst hören die Mammis nie auf ihre lieben Kleinen wie Kinder zu behandeln und ihnen. Das ist zwar für die Muttis oft auch eine schwere Zeit, wenn sie lernen müssen, dass Ihr Schmusebaby nicht mehr ihr Schmusebaby ist, aber auf Verständnis von dem Jungen dürfen sie dabei nicht hoffen, der hat ganz andere Probleme, bei denen ihm Mutti sicher nicht helfen kann.

m, 45
 
  • #22
@19: Ich erwarte das nicht, ich schlage es vor :) Es steht jedem frei, zu agieren wie er möchte - auch mit viel Geplänkel oder Ärger. Ich habe meine Kinder immer so behandelt, wie auch ich behandelt werden möchte und habe auch als Begleitperson viele Klassenfahrten mitgemacht und hatte nie - und das möchte ich betonen: NIE Probleme mit den Kindern, gleich welchen Alters. Ich empfinde es auch nicht als "bockig", wenn ein Teenager keine Lust zum Spazierengehen hat - ebenso könnte man den Erwachsenen als "bockig" bezeichnen, weil er bockbeinig darauf besteht, dass der Teenager jetzt an die frische Luft soll. Merkst Du was?
Sind die Wünsche eines Teenagers weniger wert als die Wünsche des Erwachsenen? Ich mag nicht nur keine "Machtstrukturen", ich lehne sie ab. Meine Familie funktioniert trotzdem als Gemeinschaft, sie ist ein Geben und Nehmen - und das klappte auch, ohne dass ich autoritäres Säbelrasseln veranstalten muß. Es macht immer mehr Sinn, seine Kinder durch Gewinnen von Einsichten zu erziehen, statt brave Staatssoldaten aus ihnen zu machen, die die Dinge nur widerwillig tun - weil sie es müssen.
Diese "Machtstrukturen" gibt es nur, wenn man ihnen Bedeutung schenkt. Dies tue ich nicht - folglich haben diejenigen, die im Hierarchiensystem verhaftet sind und schön in der vorgegeben Spur laufen, ein Problem mit mir - aber ich nicht mit ihnen, das macht den Unterschied aus. Vorauseilenden Gehorsam gibt es bei mir nicht, vielleicht komme ich gerade deswegen sehr gut mit meinen Mitmenschen aus, wer weiß?
Verantwortung übernehmen und Respekt haben - das lernt man nicht durch stumpfe Befehle, sondern gewinnt man durch Einsicht, dann, und NUR dann ist der Respekt auch ehrlich und beruht nicht auf Dressur oder Angst. Und auch Eltern sollten Respekt vor ihren Kindern haben - womit wir wieder beim Geben und Nehmen wären. Sind angehende junge Männer in Deinen Augen weniger wert?
 
  • #23
@17: Voll und ganz Ihrer Meinung - "Stief" sollte es nicht geben - entweder Sohn - oder nicht Sohn. Mir gefällt auch nicht, dass darauf hingewiesen wurde, dass das eigene Zimmer, welches man sich eingerichtet hat, extra für den "Stiefsohn" aufgegeben wurde - m.E. wird hier die unfreiwillige "Opferbereitschaft" und die daraus erhoffte resultierende "Dankbarkeit" beinahe schon rangordnungsmäßig (Hackordnung?) eingefordert - dass der junge Mann dann rebelliert, ist klar. Wenn dann auch noch mit Rauswurf gedroht wird, wird dem Jungen gleich der Halt enzogen - nach dem Motto: "Wenn Du nicht parierst, dann packst Du Deine Koffer..."
Im Prinzip bedroht man das Kind, ihm den Boden unter den Füßen wegzuziehen - und dies alles nur, weil er wie ein normaler Teenager funktionert...[mod]
 
  • #24
Liebe FS

und ich bin nicht gewillt, das so hinzunehmen und mich als Putzfrau, Köchin und Nachhilfelehrerin degradieren zu lassen

hast Du Dir das nicht freiwillig ausgesucht? Wer zwingt Dich denn, diese Dienste zu leisten? Nicht vielleicht doch Du selbst? Und nun sitzt Du in der "Dankbarkeitsfalle"...

ich sagte ihm, er solle sich Gummistiefel und Regenjacke anziehen und in zehn Minuten wollen wir los.

Wolltest DU los - nicht "er"...

Aber vor ungefähr drei Jahren hatten wir die umgekehrte Situation - da sagte mein Sohn das Gleiche zu meinem Mann, woraufhin ich von meinem Sohn eine Entschuldigung verlangte und klarstellte, dass er sehr wohl was zu sagen hat - danach war alles wieder gut.

Du rechnest auf, bist nachtragend und glaubst, Dein Partner müsse genauso funktionieren wie Du... Er ist aber Dein Freund - nicht Dein Zwilling...

Ehrlich gesagt sehe ich da auch nichts zum Aufregen - ich sehe einen Machtkampf und die Suche nach dem "unterstützenden Mitstreiter", der die Sache aber offenbar nicht so eng sieht. Ich finde es nicht weiter schlimm, wenn der junge Mann nicht mit spazieren gehen möchte - wer mag das schon in dem Alter? Und wie wäre es mit ein bisschen Humor? Erinnere Dich an Deine eigene Jugend und an dieses Alter, und nimm die Sache nicht so schwer. Werd' mal ein bisschen ZEN :)
 
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  • #25
Das ist Patchwork. Na und?
Was haben Sie denn erwartet?

Im Zweifel war Blut schon immer dicker als Wasser...
 
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  • #26
@17 Moment mal - nur damit ich es verstehe: Sie darf die Wäsche waschen, kochen, putzen, für diesen Stiefsohn, sie "darf" ihr Zimmer räumen, damit er ein eigenes Reich hat, sie darf sicherlich sich auch um die Hausaufgaben usw. kümmern - sie darf sozusagen rundum das Hausmädchen spielen und sich zum Deppen für jedermanns Bedürfnisse machen lassen - aber sie hat kein Recht, ihm etwas zu sagen? Wow, das ist ja mal eine männliche Einstellung! Dem kann Frau einfach nichts mehr hinzufügen!
 
  • #27
nur damit ich es verstehe: Sie darf die Wäsche waschen, kochen, putzen, für diesen Stiefsohn, sie "darf" ihr Zimmer räumen, damit er ein eigenes Reich hat, sie darf sicherlich sich auch um die Hausaufgaben usw. kümmern - sie darf sozusagen rundum das Hausmädchen spielen und sich zum Deppen für jedermanns Bedürfnisse machen lassen - aber sie hat kein Recht, ihm etwas zu sagen? Wow, das ist ja mal eine männliche Einstellung! Dem kann Frau einfach nichts mehr hinzufügen!

SOLLTE es so sein, dann ist das aber nicht das Problem des 14-jährigen pubertierenden Jungen, der jetzt mit Gummistiefeln zum Sonntagsspaziergang mit soll, sondern dann ist die FS selber schuld :) Dem kann ich als ebenfalls Frau dann auch nichts mehr hinzufügen

Und all diese Dinge diskutiert man klugerweise nicht vor einem Kind, sondern die Erwachsenen untereinander. Das hat nichts mit Patchwork zu tun.

(44)
 
  • #28
Wer sich als Teenie noch bockig wie ein Kind benimmt, muss in Kauf nehmen, dann auch wie ein Kind behandelt zu werden.

Zwar bin ich nicht #16. habe aber bei #14 im selben Sinne argumentiert.

Ein 14- Jähriger steht doch noch genau zwischen Kind und erwachsen sein, ist völlig verunsichert in seiner Gefühlswelt, und wir Erwachsenen können ihn deshalb nicht mit unseren Verhaltens- und Denkweisen messen. Völlig kontraproduktiv ist es demnach , uns selbst auf die Stufe eines Pubertierenden zu stellen und kindisch (sinngemäß) zu argumentieren: "Wie du mir, so ich dir!"

In der geschilderten Situation eskalierte die Situation nur deshalb, weil ihn die FS wie einen 5- Jährigen aufforderte, mit ihm einen Spaziergang (mit Gummistiefeln!) zu machen. - Also war sie es doch, die ihn unangemessen behandelte!

Ich weiß, ich habe als Außenstehende leicht reden! Wer in der entsprechenden Situation ist, könnte im Umgang mit Pubertierenden manchmal aus der Haut fahren und verliert leicht die Souveränität, die ein Erwachsener haben sollte. - Das war bei meinen beiden Kindern damals nicht anders.
Irgend wann jedoch, wenn die akute Situation wieder beendet ist, muss sich auch eine (Stief) Mutter mal selbst kritisch hinterfragen, und ich bleibe deshalb dabei: SIE hat unangemessen agiert!
 
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  • #29
Gegen diese allgemeine Aussage "Du hast mir gar nichts zu sagen" zur Stiefmutter, hätte der leibliche Vater sehr wohl sofort etwas sagen müssen. Richtig ist, dass der Junge sich diesen Fall rausgesucht hat, um seine Grenzen auszutesten. Die Grenzen hätten ihm von beiden Elternteilen (leiblicher Vater und Stiefmutter) gezeigt werden, und zwar sofort, das Spazierengehen wäre dann gesondert zu klären.

Ich bin selbst Vater in einer Patchworkfamilie. Bei uns wird nicht nach Stiefkind oder leiblichen Kind unterschieden, die sind alle gleich. Eine solche Unterscheidung wird selten mal ironisch gemacht, wenn Außenstehende mit ihrem Verstand überfordert sind.

Was mich in diesem geschilderten Fall so erschreckt ist, dass Machtpositionen gegenüber dem Partner auf dem Rücken der Kinder ausgekämpft werden. Wie man die Kinder behandelt hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit dem, was man vom Partner erwartet. Die gegenseitige Aufrechnung von Diensten tötet schon jede Liebe, aber die Kinder mit in diese Aufrechnung einzubeziehen, ist eine Katastrophe.

Möglicherweise sind beide Erwachsene inkompatibel mit ihren Vorstellungen vom Zusammenleben in einer Patchworkfamilie. Wenn jeder immer nur auf sein Kind schaut, dann ist eine "Freundschaft Plus", oder wie das auch immer auf Neudeutsch heißt, eher angebracht als eine echte Partnerschaft.
 
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  • #30
Tja der Junge hat gewonnen, und ab jetzt werden sich seine Verbalen Angriffe auf die Häufen.

Solange du ohne Rückendeckung durch den Leiblichen Elternteil bist, wird es schwieriger werden.
Die Taktik mit dem Vergessen wie viele hier vorschlagen, funktioniert nur bis zum nächsten Ärger, und der wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

Rede nochmal mit dem Vater ! Und mach ihm klar wie wichtig dir das Thema ist.
 
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