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Gast

  • #1

Vollzeit-Berufstätigkeit UND Mutter von drei Kindern - geht das?

Ich (w, 42) habe drei Kinder im Alter von 8, 11, 15 Jahren. Ich bin alleinerziehend; Großeltern gibt es nicht, der Vater lebt 70 km weiter weg mit neuer Partnerin. Da ich immer berufstätig war, habe ich bislang nie Schwierigkeiten gehabt, unseren Unterhalt gut zu finanzieren. (Ich erhalte Kindesunterhalt, aber keinen Ehegattenunterhalt.) Bislang habe ich Teilzeit gearbeitet. Nun steht eine Kündigung ins Haus. Da es sehr schwer ist, eine gut bezahlte Teilzeittätigkeit zu erhalten, werde ich - um unseren normalen Lebensstandard aufrecht zu erhalten (Mietwohnung, jedes Kind 1 Zimmer, Urlaub ist nicht immer drin) - wahrscheinlich ganztags arbeiten müssen. Mein mittleres Kind hat Legasthenie und benötigt daher immer wieder Hilfe. Es gibt bei uns keine Ganztagsschule. Für Aupair ist kein Platz. - Was sind die Erfahrungen der Mütter, die ganztags arbeiten? Wie wirkt sich die Abwesenheit auf die Kinder aus?
 
G

Gast

  • #2
Liebe FS,

deine Kinder sind ja keine Kleinkinder mehr. Natürlich kannst du da Vollzeit arbeiten. Mit 15 kann man auch schon Selbständigkeit erwarten und einfordern. Das ist eine gute Vorbereitung fürs Leben. Mein Großer (14) freut sich auch mal, dass Mama nicht da ist)
Und wenn du nicht umziehen möchtest, bleibt dir ohnehin keine Wahl.

Aber eine Frage habe ich: Braucht wirklich jedes Kind ein Zimmer? Meine Kinder teilen sich eines und leben sehr gut damit. Dann wäre ja Platz für ein Au pair...
 
G

Gast

  • #3
Man kann immer sehr viel mehr, als man es sich zutraut.
Ich (w/56) habe drei Kinder (heute 17, 24 und 25 Jahre) größtenteils alleine erzogen, und das immer neben Vollzeitjob und anderen Aktivitäten. Ich denke, es ist auch wichtig, dass Kinder ein gutes Vorbild bekommen. Den Kindern zu zeigen, dass eine Frau gerne Mutter, Kollegin, Freundin, MENSCH ist und sich nicht von anderen (z.B. einem Mann oder einem Sozialsystem) versorgen lässt, ist wichtig. Exempla docunt! Neben all den Aufgaben soll man auch auf sich selber aufpassen. Wellness, gute Erlebnisse, sich Gutes tun, damit man auch selber Harmonie, Zufriedenheit und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Deine Kinder sind nicht mehr so klein, also müsste du es schaffen. Sie werden dich später dafür bewundern, was du alles geleistet hast.
Viel Glück !
 
S

Sphynx

  • #4
Behalte in jedem Fall eine positive Grundeinstellung.
#1 hat es schon geschrieben - sie werden sicher mal stolz auf Dich sein.
Lass sie mit an diesem Strang des Leistungswillen ziehen.Gib ihnen Verantwortlichkeiten udnAufagben.
Wenn Du bei ihenen bist, dann widme dich ihnen ganz. Sieh über gelgentliches Chaos in der Wohnung hinweg.

Wenn das mit Aupair vielleicht gar nicht klappt - #1 hatte einen guten Vorschlag - kannst Du Dir vielleicht tageweise Hilfe organisieren (auch bezahlte)
 
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Gast

  • #5
Das wird sicher schwer werden, aber ist dennoch machbar. Vielleicht sicherst du dir rechtzeitig bezahlbare Hilfe (der Exmann kann sich gerne dabei beiteiligen) durch eine Ersatzoma oder Teilzeittagesmutter zu. Frag auch mal bei anderen Frauen in der Nachbarschaft oder bei Müttern von Schulkameraden, biete auch Bezahlung für Essen etc. an... Damit nicht der eindruck entsteht, du willst Hilfe für "Umsonst".

Denn ehrlich gesagt, deine beiden jüngeren Kinder kommen mit der Situation, dass sie nachmittags einige Stunden alleine sein werden, nicht so gut klar, wie sich das hier manche vorstellen. Außerdem kommen beide noch in die Pubertät und werden zahlreiche Krisen durchmachen. Wenn du da nicht anwesend bist, entstehen vielleicht Probleme, die vermeidbar wären. Kinder erscheinen heutzutage oftmals sehr weit entwickelt, sind aber in ihrem innersten Wesen doch noch oftmals hilflos und klein.

Wenn du unter diesen Umständen keinen Vollzeitjob annehmen willst, dann hilft nur ein Gespräch mit dem Kindsvater, evtl. ist dieser einsichtig und kann dir evtl. einen Zuschuss zum Lebensunterhalt zahlen. Es muss ja nur für die nächsten 3-5 Jahre sein.
 
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Gast

  • #6
Liebe FS, mit Erfahrungen bei so "großen" Kindern (und dann 3 davon) kann ich nicht dienen. Ich habe meine damals Einjahrige zur Tagesmutter gegeben, so dass ich 40 Std arbeiten konnte. Jetzt ist sie ganztags im KiGa, später wird sie wohl auf eine Ganztagsschule gehen (hier nur privat) - sofern ich das Geld dafür verdienen kann.

Bei größeren Kindern bietet sich ein Nachmittagshort an (sofern es bei Euch so etwas gibt). Oder eine Art "Haushaltshilfe", die sich am Nachmittag bei Dir zu Hause um die Kinder kümmert und vielleicht auch schon das Abendbrot zubereiten könnte.

Kannst Du vielleicht einen oder zwei Tage / Nachmittage Homeoffice machen? Die Betreuung an anderen Tagen mit anderen Betreuungsangeboten lösen (s.o.)?

Falls Kontakt zum Vater besteht: Lasse den Vater die Kinder bereits am Freitag nachmittag abholen (wenn Du arbeitest, kannst Du sie im ja schlecht hinbringen). Du könntest die Kinder ja nach dem Wochende abholen, dann wärt Ihr beide mal gefahren. Falls er das Argument bringt, er müsse arbeiten, dann sage ihm: "Ich auch!" - Du betreust sie ja immerhin an dem folgenden Freitag ...

Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche nach Lösungen, die für alle halbwegs zufriedenstellend sind.
 
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Gast

  • #7
Liebe FS,
ich habe immer voll gearbeitet und meine Kinder allein erzogen. Bis zum Ende der 4. Klasse sind beide in einen Hort nach der Schule gegangen und kamen nach Hause, wenn ich dann da war. Ab der 5.Klasse waren sie nachmittags allein und haben dabei keinen Schaden genommen. Ich denke für dein 8-jähriges Kind müsstest du versuchen eine Nachmittagsbetreuung zu finden. Wenn es keinen Schulhort in der Nähe gibt, könntest du versuchen eine Art "Leihoma" zu finden. Bei uns gibt es direkt einen Verein, wo sich Frauen älterer Semester melden können, die gerne gelegentlich oder öfters ein Kind betreuen möchten. Oder hat dein Kind vielleicht einen Freund7Freundin deren Mutter Hausfrau ist und dein Kind nachmittags mitbetreuen möchte? ich denke so manche nur Hausfrau ist nicht ganz ausgelastet und würde sich über einen solchen Zuverdienst feuen.
Meine Kinder sind jetzt groß und beide gut geraten, ich bin stolz auf sie. Nur Mut, du schaffst das auch.aoebd
 
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Gast

  • #8
Natürlich geht das - ebenso natürlich bleibt dabei eine ganze Menge auf der Strecke. Bei den Kindern und bei Dir! Es drängt sich alles auf das Wochenende zusammen - an dem Du dann versuchen wirst, die ganze Woche nachzuholen, denn wenn man nach einem anspruchsvollen Job abends nach Hause kommt, ist der Tag gelaufen.
Es ist ein Märchen, dass mit Vollzeitjob allem gerecht werden kann - man kriegt es hin, der Preis ist hoch.

Meine Mutter war auch voll berufstätig - natürlich bin ich gut geraten - aber eine Mutter hatte ich in dem Sinne nicht. Das vermisse ich noch heute. Ich hätte auf ALLES verzichtet, sogar auf ein eigenes Kinderzimmer, nur um mehr von meiner Mutter zu haben. Leider kann man das nie mehr nachholen im Leben!

Ich habe es mit meinen Kindern anders gemacht - und bin halbtags arbeiten gegangen. Sie danken es mir noch heute, dass sie nicht nur unter fremden Leuten aufwachsen mußten.

Manchmal ist ein bischen weniger Lebensstandard und mehr Zeit so viel besser! Du setzt Deine Prioritäten, wäge gut ab.
 
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Gast

  • #9
Ich glaube, dass du es nicht ganz leicht haben wirst. Du wirst sehr gut organisieren müssen, mit den Kindern einen Haushaltplan ausarbeiten, damit sie je nach Leistungsfähigkeit mithelfen können.
Anders als einige Schreiber, bin ich der Meinung, dass die Kinder noch nicht so groß sind, dass sie pflegeleicht werden. Mit 8 Jahren ist ein Kind einfach noch ein Kind und auch mit 11 braucht ein Kind noch viel Aufmerksamkeit und Hilfe.
Du musst sehr gut organisieren und dir evtl. eine Hilfskraft engagieren. Wenn keine Möglichkeit einer Kinderbetreuung gegeben ist, wirst du sicher eine Frau brauchen, die wenistens 1-2 Stunden im Haushalt und bei der Kinderbetreuung hilft. Deine Freizeit wird gewaltig eingeschränkt werden.
Aber machbar ist es sicher. Ich würde da allerdings schon auch den Ex mal befragen. Es sind auch seine Kinder und vielleicht ist er ja von alleine bereit, einen Teil der Kinderbetreuung zu finanzieren oder, wie schon vorgeschlagen, die Kinder auch mal schon ab Freitag nehmen.
Ob die Kinder unter der neuen Situation leiden oder daran wachsen, kann man schlecht beurteilen, das kommt ganz auch die Kinder und auch auf dich an.
 
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Gast

  • #10
Hallo - ich bin die FS:

Nein, der Vater wird sich finanziell nicht beteiligen. Seine Meinung ist, dass der Kindesunterhalt reicht. Und auf einen frühen Kinderabholtermin am Freitag kann ich mich leider auch nicht verlassen - es wird auch immer mal wieder Samstag.
Tagesmütter gibt es bei uns zwar, aber die kommen nicht ins Haus, und bei Zweien habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht (Verwahranstalt für viele Kinder). Andere Mütter hier: Die habe z.T. angesprochen, aber die möchten sich nicht regelmäßig um ein weiteres Kind kümmern - haben mit ihren eigenen schon genug zu tun.
Es ist also recht verzwickt, aber vielleicht finde ich für das Jüngste ja doch noch eine gute Betreuung.
Besten Dank für Euren Zuspruch!
 
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Gast

  • #11
Ich weis aus Berlin, dass man sich auch an das Jugendamt wenden kann, wenn man keine Betreuung für ein Kind findet, da man Vollzeit-arbeiten gehen muss. Vielleicht gibt es doch die Möglichkeit, gerade für dein Legasthenie-Kind, dass dir das Jugendamt hilft und vielleicht gibt doch Möglichkeiten, wo dein Legasthenie-Kind unterkommen könnte. Ist die Legasthenie wirklich so schlimm, dass dieses Kind dich ständig braucht, oder können die älteren Kinder nicht auch eine Betreuung übernehmen.

In manchen Städten gibt es auch Initiativen, wo rüstige Renter, auch Rentnerinnen, sich gerne um fehlenden "Enkel-Kinder" kümmern möchten, weil die eingen Enkel so weit weg wohnen.

Horch dich doch mal rum und google. Viel Erfolg für euch.


w 47
 
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Gast

  • #12
liebe fs,
es gibt "großelterndienste", die "ältere" menschen, die keine kinder bzw. enkelkinder haben oder deren kinder samt enkelkindern nicht um umfeld leben, als "leih-großeltern" vermitteln.
solche menschen werden ganz häufig auch "familienmitglieder".
schau doch einmal im netz bzw. kannst du auch selbst initiativ werden - entweder im netz oder in lokalzeitung eine annonce schalten -. bei der eigeninitiierten suche kannst du natürlich alles, was dir selbst wichtig ist ganz konkret abchecken.
 
  • #13
manchmal finde ich vollberufstätige Frauen (für Männer scheint Vollberufstätigkeit + Kinder kein Thema zu sein) lustig.
Einerseits sind sie der Ansicht, daß es für jede Frau wichtig ist, sich selbst zu finanzieren, andererseits brauchen sie dazu Nachbar(innen!), Tagesmütter etc., die sich für ein Ei und ein Butterbrot (bekämen Tagesmütter mehr, würde es sich für die Mütter nicht mehr lohnen zu arbeiten) ihre Kinder kümmern sollen und sich aus diesem Grund natürlich NICHT selbst finanzieren können.
Die ganze Situation ist pervers.
 
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Gast

  • #14
Ich habe zwei Geschwister, einen 2 Jahre älteren Bruder und eine 2 Jahre jüngere Schwester und sowohl meine Mutter als auch mein Vater waren auch in unserer Kindheit Vollzeit berufstätig.
Ich kann auch nicht behaupten das mir in meiner Kindheit großartig was dadurch gefehlt hätte das ich meine Eltern idR. nur Morgens und Abends gesehen habe und ich glaube auch nicht das ich dadurch irgendwelche Defizite hätte und meinen Geschwistern geht es da genauso.
Also grundsätzlich kann eine Mutter selbstverständlich auch mit 3 Kindern Vollzeit berufstätig sein.

Auf deinen speziellen Fall bezogen würde ich dem ältesten Kind mal etwas Verantwortung für seine jüngeren Geschwister übertragen, mit 15 ist er oder sie auf jeden Fall alt genug.
 
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  • #15
Ich bin Ärztin, meine 3 Kinder sind zwischen 16 und 18 Jahre alt. Seit sie 4 sind, bin ich immer Vollzeit berufstätig. Zum Teil hatte ich eine 70 Stunden Woche mit all den Nacht- und Wochenenddiensten (3 Jahre lang, da waren sie zwischen 10 und 16 etwa). Manchmal war ich so müde zu Hause, dass ich eigentlich nach all der Hausarbeit nur schlief. Keine Zeit für Hausaufgaben, das mussten sie selber schaffen, keine Zeit für lange Gespräche, und meine Geduld war auch begrenzt.

Wir hatten wechselnde Studentinnen, Haushaltshilfen, die dann doch zu teuer waren, Hort, Ganztagskindergarten, Ganztagsschule, die dann doch keine verläßliche war.

Ich habe uns irgendwie durch diese Zeit gebracht. Wir haben es geschafft, sie sind super selbstständig, können kochen, waschen, einkaufen, gehen alle aufs Gymnasium. Es gab auch mal Probleme, klar. Mein Großer hat eine Zeit nur Computer gespielt zB, keine Freunde mehr, war immer nervös. Wir haben das nach einer offiziellen Essenseinladung meinerseits geklärt. Er ist dann doch sitzengeblieben, aber seitdem läuft es rund.

Meine Tipps:
Keine Schuldgefühle. Es ist wie es ist, ob die Mutter jetzt zu Hause ist oder vollzeit arbeitet, sie haben eben diese Mutter. Und Du tust Dein Bestes, bist aber auch nur ein Mensch (und nicht 3, obwohl Du das Leben lebst, das 3 Menschen beschäftigen könnte ;)...)

Sag ihnen öfter, wie sehr Du sie liebst und wie stolz Du auf sie bist. Punkt. Ohne Wenn und Aber. Die Liebe ist der Boden, auf dem sie stehen. (Auch wenn Du beim Sprechen vor Erschöpfung fast umfällst..)

Mach alle 1 - 2 Monate mal was Besonderes mit Ihnen. Frag sie, was sie gerne machen möchten. Jeder darf abwechselnd entscheiden.

Lass sie kochen, waschen etc und wenn es nicht so gut ist, egal! Lob sie in höchsten Tönen.

Und sag Ihnen immer wieder,dass Ihr eine super Familie seit, Ihr Vier. Ihr gehört zusammen und Ihr könnt auf einander bauen. Lass sie stolz darauf sein!

Du packst das ganz locker. Du hast ja noch nicht einmal Nachtdienste....;)

w45
 
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Gast

  • #16
@12
Aha, Vater schafft das ganz alleine - klar.
Also ich kenne auch alleinerziehende, berufstätige Väter. Die haben ALLE eine Haushaltshilfe oder schicken die Kinder in die Ganztagsschule. Wie soll es auch anders gehen? Einen 8-jährigen mittags heimkommen lassen und ihm lernen, eine Pizza in den Ofen zu schieben?

Schreib doch ganz konkret, wie DU als VAter das machen würdest, ganz ohne fremde Hilfe.
 
  • #17
Ja natürlich schaffst Du das. So klein sind Deine Kinder ja nun auch wieder nicht. Gibt es denn für Dein achtjähriges Kind keinen Schulhort? In unserer Grundschule geht der wenigstens bis 16.00 Uhr.
Organisiere Dir eine Putzfee, welche Dir einmal pro Woche alles durchfeudelt. Das schafft Platz für Unternehmungen mit Deinen Kindern am Wochenende. Dein großes Kind kann auch ein- bis zweimal pro Woche das kleinste Kind von der Schule abholen. Einen Fünfzehnjährigen kann man auch locker mit der einen oder anderen Hausarbeit beauftragen. Die kleineren Kinder können helfen, den Tisch zu decken oder mal auf Zuruf den Müll runtertragen. Setz Dich mit Deinen Kindern zusammen und mach Familienkonferenz. Jeder darf Vorschläge zur Bewältigung der Situation bringen, aber jeder muß sich irgendwie einbringen. Für Kinder ist es auch schön, nützlich zu sein.
Tausende von Frauen schaffen das, auch Du.
 
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Gast

  • #18
Eine Bekannte von mir hat es alleinerziehend sogar mit 5 Jungs und Vollzeitarbeit geschafft.
Du musst gut organisieren können und ansonsten hat #14 das Wichtigste geschrieben.
Ich war selbständig und vollzeitarbeitend, alleinerziehend mit nur 1 Kind, habe aber öfter andere eingeladen, wenn ich arbeiten war, dann hatte meine Tochter ihre Spielkameradinnen zu Hause und war nicht alleine. Bei dir könnten das die Geschwister sein.
Gönn dir ab und zu etwas zur Belohnung!
Alles Gute.
w,57
 
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Gast

  • #19
Nun ja, stimmt schon, deine Kinder haben dich als Mutter und so ist es, egal ob du 100% arbeitest oder Teilzeit. Stolz sind sie auch, sowieso. Genau so wie du stolz auf deine Kinder bist.
Dennoch, ich verstehe deine Sorgen, den wie du geschrieben hast, braucht vorallem dein mittleres Kind Hilfe. Ich finde es okay, wenn eine Frau, Mutter, voll arbeiten will. Aber ich bin eher der Typ Frau der für die Kinder da sein will. Ich habe mich nun mal dafür entschieden und ich habe keine Lust, mein Kind alle 14 Tage am Weekend zu sehen (da Papa's Weekend jede 2. WOche ist) und abends vor dem ins Bett gehen!! Für mich ist und bleibt das Kind das Wichtigste und das Wichtigste hat in meinem Leben oberste Priorität! So einfach! Ich muss auch arbeiten gehen, da ich auch allein erziehend bin. Ich arbeite aber nur Teilzeit, auch wenn ich dafür finanzielle Einbussen in Kauf nehme. Natürlich gibt es Vieles, dass wir uns nicht leisten können. Aber ich bin dafür ab und zu da wenn mein Kind von der Schule kommt. Ich habe auch ein Kind, welches noch stark Hilfe braucht, obschon es 11 ist! Auch in der Pupertät bin ich überzeugt, brauchen die Kinder ihre Eltern! Vielleicht gerade dann. Selbstständig werden sie übrigens alle früher oder später.
Je älter mein Kind wird, desto mehr Stellenprozente kann ich dann wieder arbeiten. Irgendwann werde ich auch wieder voll arbeiten, aber im Moment, für ein paar Jahre noch, werde ich auch zu Hause noch gebraucht. Diese Zeit ist begrenzt. Und keiner wird sie mir einmal zurückgeben können! Darum...
 
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Gast

  • #20
Selbstverständlich kannst du Vollzeit arbeiten, die Kids sind nicht mehr so klein, daß sie das nicht verstehen würden.
Klar braucht ein LRS-Kind mehr Hilfe bei diversen Erledigungen für die Schule, aber im allgemeinen kann man das auch abends machen, wenn man von der Arbeit kommt oder am Wochenende.
Wichtig ist, daß die Kids ihre Aufgaben im gemeinsamen Haushalt bekommen und diese auch wahrnehmen.
Laß dir von niemandem hier erzählen, daß die Kids jetzt leiden oder so. Meine waren auch auf sich gestellt, tagsüber, als sie aus der Schule wieder da waren und die leben noch! Im Gegenteil, die kommen prima damit klar, daß man auch Aufgaben zu erledigen hat und erledigen diese.
Übrigens kann jemand, der in der DDR groß geworden ist und als Schlüsselkind punkten mußte Ängste und Probleme mit einem selbstständigen Handeln seitens der Kids nicht wirklich verstehen.
 
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Gast

  • #21
Meine Vollzeit-Tätigkeit (2 Kinder: 4 & 7) wurde mit einem gesundheitlichen Kollaps beendet. Mache zur Zeit eine Job-Pause, und wenn es finanzielle Verhältnisse zulassen, würde gerne einen Teilzeitjob ausüben. Ich war auch übrigens ein Schüsselkind, so eine "Kindheit" würde ich aber keinem Kind wünschen! Ich sehe es wie #7. Jede Menge bleibt auf der Strecke, auch wenn man das schafft. Die gemeinsame Zeit mit Kindern, sonange sie noch Kinder sind, kann man nicht mehr nachholen.
 
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Gast

  • #22
@12
Nee klar, für Männer scheint Berufstätigkeit und Kinder kein Thema zu sein. Die betreuen ihre Kinder per Fernbedienung, oder wie meinst Du das? Alleinerziehende Männer werden dermaßen bewundert und hofiert, dass ihnen sofort eine freiwillige Armada an Frauen zur Verfügung steht, die es nicht abwarten kann, diesen tapferen Mann zu unterstützen, wo es nur geht. Das kann man im Fall alleinerziehender Mütter nicht sagen. Stattdessen werden sie angegriffen, wenn sie mal den Kinderwagen im Treppenhaus stehen lassen.
 
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Gast

  • #23
Hallo FS,
ich bin W, Alleinerziehend seit der Geburt und Berufstätig. Das wichtigste - ich sage meinem Kind, dass es toll ist, dass es da ist, und damit sage ich, dass es keine Belastung ist. Ich finde, du solltest mit deinen Kindern auch besprechen, warum du arbeitetst - ganztag- und dass der Vater es nicht für nötig hält, sie punktlch abzuholen, für sie Nachhilfe - ich nehme jetzt mal diesens falsche Wort für Legasthenie-Hilfe - zu bezahlen, dass der nicht eine Putzfrau für die Kleidung der Kinder finanziert, damit ihr mehr Zeit habt - Und dann setzt euch 4 zusammen, macht den Haushalt gemeinsam - ja und ganz wichtig macht einmal im Monat oder einmal in zwei Monaten einen besonderen gemeinsamen Tag mit Ausflug oder Kino oder so was.
Ob das Jugendamt eine sinnvolle Anlaufstelle ist weiss ich nicht. Erfahrung: Meine Freundin, mit zwei Kindern von 10 und 11 gezwungen, ganztags zu arbeiten, weil der Ex keinen Cent Kinderuntrhalt zahlt, schwarz areitet, hat die Betreuung der Kinder organisiert, spielt mit den Kindern, macht mit ihnen Hausaufgaben - da kam das Jugendamt an und sagt: Frau x- entweder geben sie den Beruf auf, oder wir nehmen ihnen die Kinder weg. Auf verschiedene Hinweise der Freundin, wo der Ex schwarz arbeitet hat das Jugendamt nie nachgehakt und versucht sein Geld für die Kinder zu pfänden. Jugendamt kann auch total schiefgehen !
 
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Gast

  • #24
zu#22

Ein Jugendamt wird nie ohne Grund zu einer Frau gehen, wenn diese mit 2 Kindern Vollzeit berufstätig ist. Dafür haben die so viel zu tun, also da muss schon was vorgelegen haben. Bei allem Respekt!

Ich kenne einige berufstätige Single-Mütter mit zwei Kindern, wo noch nie das Jugendamt da war. Ich habe nur 1 Kind, aber dafür 2 Jobs, bei mir war auch noch kein Jugendamt....:).

Deine Freundin hätte auch einen Rechtsanwalt einschalten können, bzw. eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen können, wenn die hoffentlich schriftlichen Hinweise mit Beweisen (Fotos etc.) an das Jugendamt nicht fruchten. Einen Pfändungsbescheid hätte deine Freundin auch ohne das Jugendamt erwirken können. Dazu gibt es noch Anzeigen beim Finanz- und Arbeitsamt (Arge), wegen Schwarzarbeit, also es gibt doch einige Möglichkeiten, sich mit dem Vater "gütlig" zu einigen, dass er brav den Kindesunterhalt zahlt.

Bei mir hat damals nur der Hinweis an meinen Kindesvater auf die Einschaltung des Finanzamtes wegen Schwarzeinnahmen "geholfen" und seit dem habe ich mit dem zustehenden Kindesunterhalt kein Problem mehr :)!

Eine Kollegin, gerade in schlimmer Scheidung, derzeit krank geschrieben, mit 2 Kindern, wurde vom Jugendamt befragt, wann sie wieder Vollzeit arbeiten geht....

Sicherlich gibt es solche und solche Jugendämter, aber man muss genau hinschauen, wie die Sachlage wirklich ist und welche vorhandenen Möglichkeiten die Freundin nicht genutzt hat.

w 47
 
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Gast

  • #25
Also mein Kleiner ist noch sehr klein (1,5 Jahre) und ich arbeite seit dem Sommer wieder Vollzeit. Leider kommen bei mir noch täglich 3 Stunden Fahrzeit dazu. Das war schon eine krasse Umstellung für die ganze Familie. Glücklicherweise habe ich einen Partner, auf den ich mich verlassen kann.

Mit 3 Kindern...alle Achtung! Aber in dem Alter, ist das total ok. Ich bin sicher, das bekommst Du hin, wenn es auch sicherlich für jedes Famielienmitglied eine Zeit der Umgewöhnung wird - dafür werden die Kids eher selbständig. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen (meine Eltern waren auch immer Vollzeit tätig und ich war in der KitA und später im Hort), ich war ab einem gewissen Alter froh, wenn ich mal 1-2 Stunden allein zu Hause war.
Früher war das ja anders, aber da wo ich groß geworden bin, waren alle Eltern Vollzeit tätig, egal ob 1, 2 oder 3 Kinder.

Such Dir für den Kleinen einen Hort und frag bei der Gemeinde / Jugendamt bzgl. Unterstützung an. Manchmal bieten auch freie Träger (Caritas etc.) was an.

Ich denke, auch wenn das mit meinem Mann in die Brüche gehen würde, würde ich weiter Vollzeit arbeiten (wollen).

Viel Glück und Erfolg!
 
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Gast

  • #26
Das, was man von Frauen erwartet und selbstverständlich erscheint, bekommt kaum ein Mann hin. Ich habe dem Vater meines Sohnes vorgeschlagen, dass unser Sohn zu ihm ziehen kann und ich dann gerne 100 % arbeiten gehe. Da er von dort aus sogar zu Fuß zur Schule gehen könnte und sowieso ein Zimmer bei seinem Vater hat, wäre das kein Problem, denke ich. Aber da fallen seinem Vater 1000 Gründe ein, warum ich halt "Pech habe", dass ich bei unserm ADHS-Sohn nicht 100%ig arbeiten gehen kann. Die "neue" Frau möchte lieber ohne den Sohn leben. Mal sehen, was das Jugendamt dazu sagt!
 
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Gast

  • #27
Meiner Meinung nach schließt sich gute Erziehung und Vollzeitarbeit aus.
Ich verstehe schon gar nicht, wozu man sich gleich DREI Kinder anschafft, wenn man sich nicht um sie kümmert.
 
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Gast

  • #28
Also ich habe über die betreut-Seite damals 5 oder 6 Nannys angeschaut und dann mit den Kindern zusammen eine ausgewählt, sie als Minijobberin angestellt, damit ich es dann auch von der Steuer absetzen kann. Ich arbeite noch nicht Vollzeit, muss aber um 7 schon anfangen zu arbeiten und wollte nicht, dass meine Kinder jeden Tag um 6 aufstehen müssen mit 3 und 7 und ich morgens schon Stress habe und sie antreibe.
Ich würde mir jemanden suchen, der nachmittags täglich 2-3h da ist, vielleicht as Abendessen vorbereitet, ein bisschen klar Schiff macht und die Hausaufgaben oder sonstwas kontrolliert und eben etwas schaut, dass die Kids zum Sport gehen oder zum Musikunterricht oder nicht den ganzen Tag vorm Computer daddeln oder fernsehen.
Ich finde Vollzeit sehr viel und stressig, du musst einen Teil abgeben. Putzfrau, Nanny und dann einfach ausprobieren.
Ich finde es viel verlangt, aber wenn man gute Hilfen findet, ist es sogar ganz schon, wenn man sich um manches nicht mehr kümmern muss und es schon gemacht ist.
Wichtig ist auch, dass Du auch nach Dir schaust, dass Du noch Zeit für Dich und Hobbies und Freunde findest. Deine Kinder schaffen das schon.

Alles Gute und viel Kraft.
Wo ist eigentlich der Vater der Kinder?

w,40
 
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Gast

  • #29
Meiner Meinung nach schließt sich gute Erziehung und Vollzeitarbeit aus.
Ich verstehe schon gar nicht, wozu man sich gleich DREI Kinder anschafft, wenn man sich nicht um sie kümmert.
Manche Mütter haben aber nun mal keinen Versorger, sondern müssen selbst ihren Lebensunterhalt verdienen, um nicht bei Hartz IV zu landen. Bei der Geburt eines Kindes ist ja nicht vorherzusehen, ob die Beziehung hält, bis die Kinder erwachsen sind.
Und manche Frauen haben auch eine hochwertige Ausbildung absolviert und den Wunsch, beruflich selbst etwas zu erreichen, statt nur jemandem "den Rücken frei zu halten". Das geht mit ein bisschen Hinzuverdienen halt nicht. Und der Wille, beruflich erfolgreich zu sein, schließt sich mit dme Kinderkriegen auch nicht aus, tut er bei Männern ja auch nicht.
 
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Gast

  • #30
Ich war immer mehr als vollzeitig berufstätig und habe meinen Sohn betreut und erzogen, dazu noch meine Exfrau alimentiert. Es geht, sogar sehr gut, und die Kinder gedeihen fast immer besser als bei "Vollzeitmamis", weil sie zu mehr Selbständigkeit und eigenem Fleiß und Pflichtbewusstsein erzogen werden. Für Reinigungsarbeiten kann man gut Jemanden beschäftigen, wenn man einen guten Beruf gelernt hat und die Leute tun die Arbeit gegen ordentlichen Lohn auch gut und gern. Drei Kinder sind natürlich eine größere Herausforderung als eins, trotzdem: Du wirst das schaffen, wenn Du Deine Zeit nicht sinnlos vertust (Kinder überall hinfahren, obwohl Bus und Bahn und Fahrrad zur Verfügung stehen, beim Turnen schwatzend mit anderen Müttern zwei Stunden am Rand sitzen etc. ).