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Gast

  • #1

Vernunft versus Verliebtheit

Mich (m38) plagt das Alte Lied von Vernunft versus Verliebtheit bzw. Leidenschaft.

Ich muss dazu sagen, das ich als "oldschool" Idealist zumindest in der Theorie ein Verfechter von Meinungen wie Erich Fromm (vgl. Die Kunst des Liebens) bin und somit ganz klar einsehe das Verliebtheit nichts mit Liebe zu tun hat und ich auch viel eher finde, das Liebe eben wächst und erarbeitet, erlernt werden muss.
Trotzdem bin ich ein leidenschaftlicher Mann, ein Baumensch, kein technisch-mathematischer Typ.
Ich leide dbzgl. unter einen kog. Dissonanz.
Mit Anfang 20 war ich das erste Mal richtig verliebt, die Beziehung hielt 1,5 Jahre, danach fast 7 Jahre Solo, weil ich immer nur an Sie denken konnte.
Als ich dann nach Jahren wieder eine Beziehung hatte, war ich nur leicht verliebt.
Nach 1,5 Jahren meldete sich besagte "große Liebe" wieder, weil sie eine Therapie machte und die Aufarbeitung unserer Zeit wohl mit dazu gehörte. Sie musste sich quasi entschuldigen für ihren Fehltritt, war damit frei von dieser Belastung. Mir ging es danach aber so wie die Jahre zuvor.
Die Folge, ich beendete die damalige Beziehung.
Nach einer kurzen Zeit habe ich aus Vernunft geheiratet.
Vernunftsehe hat 5 Jahre gehalten, ist mit einem regelrechten Rosenkrieg und Kindesentzug (meine Tochter lebt im Ausland) in die Brüche gegangen.
Nachdem ich mich wieder einigermaßen aufgerappelt hatte, hatte ich vor 3 Jahren eine Beziehung zu einer 11Jahre jüngeren Frau die die Verliebtheit der ersten großen Liebe nochmal in den Schatten gestellt hat. Sie hat mich nach 1 Jahr verlassen. Ich habe sehr gelitten, aber es geschafft in 2 Jahren eine freundschaftliche Bez. aufzubauen.
Nun bin ich seit einem Monat wieder in einer Vernunftsbeziehung.
Vom idealistischen Aspekt gesehen alles super, eine rational gut passende Verbindung in der Liebe wachsen könnte.
Nun hahe ich eine Frau die ich zwar schon länger kenne und auch immer sehr attraktiv fand, aber auch immer ausgeschlossen habe, das da mal was werden könnte im angeheiterten Zustand gebeichtet, das ich sie toll finde. Und sie hat mich daraufhin geküsst - oberflächlich.
Doch dann sie ist regelrecht vor mir geflohen.
So nach dem Motto schnell weg, sonst macht noch einer einen Fehler. Einen Freund hat sie nicht.
Und ich bin seitdem daran errinert wie es sein kann, wenn Schmetterlinge im Spiel sind.

Tendenziell bleibe ich in der Vernunftsbeziehung, da ich auch gar nicht glaube, das die besagte andere Frau wirklich Interesse hat. Sie ist ja nahezu geflüchtet. Ich denke sie hat Angst.
Ich habe das Gefühl, sie fühlt und denkt ähnlich wie ich, im Grunde würde sie wollen, aber ist blockiert.

Ich mache mir Sorgen, das ich immer wenn ich eine tolle, attraktive Frau sehe, ich an meiner Vernunftsbeziehung dermaßen anzweifele, das ich damit keinem einen Gefallen tue.

Was denkt ihr was ich tun sollte?
 
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  • #2
Mit Verlaub, aber das klingt so, als wenn du aus deinen Fehlern NICHTS gelernt hättest. Nach einer Vernunftehe jetzt eine Vernunftbeziehung, au weia. Spätestens nach deinem Fremdknutschen hätte dir doch klar sein müssen, dass du deine seit einem Monat andauernde "Beziehung" wieder beendet solltest.

Hört sich alles nach sehr unreifem Verhalten an. Glaubst du wirklich, dass mit deiner "Vernunftsfreundin" eine Liebe à la Erich Fromm entstehen könnte? Und wie wärs mal mit einem Mittelding zwischen Vernunft und Drama?

w Ü45
 
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  • #3
Hallo,

was du tun solltest...?
An deiner Stelle würde ich mir baldmöglichst einen sehr guten Therapeuten suchen/leisten und anfangen bestimmte Dinge aufzuarbeiten!
'Vernunftsehe', Vernunftsbeziehung...sorry, wenn ich das höre, bekomme ich Gänsehaut.
Wir leben doch nicht mehr im 17.Jahrhundert!
Wie es sich wohl für den Partner anfühlen muss, wenn er mitbekommt, das es nur eine Vernunftsehe gewesen ist! Das es danach eventl. ordentlich Stress geben kann, muss einen dann aber nicht mehr verwundern, oder?!
Wenn ich deine Zeilen so lese, würde ich erstmal Abstand von 'Beziehungen' nehmen...und an mir arbeiten!
Mit deinen 'Altlasten' und Einstellungen zum Thema Partnerschaft sehe ich so überhaupt keine Chance für eine glückliche Beziehung!
Alles Gute!
 
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Gast

  • #4
Ich habe auch immer wieder in Vernunftbeziehungen gelebt, bin aber auf Dauer damit nie glücklich geworden. Wenn ich nur für einen kurzen Moment glücklich mit jemandem sein konnte, der mich auch mag, hat mir das schon gereicht und es hat sich immer gelohnt. Für Liebe würde ich immer ein Risiko eingehen, auch wenn es kurz und/oder schmerzhaft sein kann.
Was soll das alles? Man hat nur ein Leben!
Raus aus der Vernunft und rein in die Gefühle. Wenn es die "Weglauf-Frau" nicht ist, dann kommt eben eine andere. Aber wenn Du es nicht versuchst, wirst Du es auch nie herausfinden.

w (34)
 
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  • #5
Natürlich wirst du immer wieder von Gefühlen heimgesucht wenn du mit jemandem zusammen bist den du nicht liebst. Sollte sich schon herumgesprochen haben, diese Tatsache. Mir tut nur deine Partnerin leid. Wie schrecklich, mit jemandem zusammen zu sein, der einen nicht liebt. Für mich wäre das der blanke Horror. Das hat sie nicht verdient. Du übrigens auch nicht. Ich bin lieber alleine als in einer sog. Vernunftsbeziehung. Was dran vernünftig sein soll werde ich nie begreifen.
 
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  • #6
Lieber m38, ich bin der Meinung zur Liebe gehört die Verliebtheitsphase einfach dazu. Eine Vernuftbeziehung habe ich nie und werde ich nie eingehen, ich halte davon Nichts! Allerdings habe ich schmerzlich gelernt trotz Verliebtheit die Finger von Männern zulassen, wo es absolut Nichts werden kann = Affairen das kann ich nicht. Mit 29 Jahren habe ich einen tollen Mann kennengelernt, den ich nie verlieren möchte. Die Verliebtheit hat alles vorherige im Schatten gestellt und meine Liebe wächst jeden Tag und ihn ergeht es wohl ähnlich. Wir haben eine schwere Zeit durchmachen müssen und unsere Verbindung ist dadurch nur stärker geworden, daher glaube ich auch zukunftige an unsere Liebe.
Ich wünsche Dir alles Liebe und nicht das Gefühl nur einen Kompromis machen zu müssen. w34
 
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Gast

  • #7
Manche Männer und Frauen ( mich eingeschlossen), sind nach einer gescheiterten Beziehung oft jahrelang im Trauer und Verarbeitungsmodus, lassen auch Vernunftkandidaten nicht ans Herz um niemanden weh zu tun.
Sie versuchen herauszufinden, warum Verliebtsein und Beziehung in Kombination nicht gelingen mag.
Suchen nach den Wurzeln des Unglücks und arbeiten ( ev. mit therapeutischen Hilfe )daran.

Mein Vater war nach einer Trennung 7 Jahre ohne Partnerin, bis er die Richtige fand und heiratete.
Ich denke du stehst dir selbst im Weg.
Wenn du auf Schmetterlinge verzichten kannst, warum nicht. Es muss nicht immer prickeln um eine tolle Beziehung zu geben. Verliebtsein ist eine Illusion. Und warum reicht da Attraktivität allein schon aus um dir den Kopf zu verdrehen?
Mache dir bewusst, was du an deiner Partnerin schätzt, was du toll findest.
Halte es dir vor Augen. Genauso, wie das eine Frau, die dich küsst und dann wegläuft, mit Verlaub, nicht alle Tassen im Schrank hat.
So eine Aktion ist unreif, albern und verunsichernd.
Macht sie das dann auch wenn sie mit ihren Freunden im Urlaub ist, beim hübschen Kellner, während ihr Freund zu Hause sitzt?
Ehrlich: für mich wäre es eher ein Beweis, das sie NICHT die eine sein kann.
Was du machen kannst, können wir dir nicht raten.
Vielleicht wirklich eine Therapie um herauszufinden, was du an bestimmten Frauen so mega anziehend findest.. und ob es mehr Sinn macht, diese Charaktereigenschaften( irrational, versohlet..zb..sollte es so sein) nicht lieber in deiner Persönlichkeit integrieren solltest um dies nicht mehr bei anderen suchen zu müssen.

Alles Gute
 
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Gast

  • #8
Lieber FS,
Du hast doch die Erfahrung, dass Du Vernunftbeziehung nicht kannst und diese bei Dir in einem emotionalen Blutbad endet. Also sei mutig und setz auf die Liebe. Noch mal Vernunft macht Dich nicht glücklich.
w, 50
 
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Gast

  • #9
Warum muss eine Liebe erarbeitet werden? Habe ich ja noch nie gehört! Ich finde, wenn du so kommst, dann wundere dich nicht, warum die Frauen dich der Reihe nach verlassen! Jeder Mensch ist was besonderes, und wenn du das zur rechten Zeit nicht erkennst und zu schätzen weisst, dann ist die Frau weg! Da gibt es einfach genug andere Männer, die sich dankbar schätzen und mehr Pepp haben und sich die Butter vom Brot nicht nehmen lassen. Merke: die besten Frauen sind immer weg. Attraktive Frauen haben es im Gefühl, und machen einen Rückzieher bei einem solala Mann.

Ich würde sagen, schmeiß deine engsitrnige Oldschoolansicht über Bord, und bring deine Ansicht im Jahre 2014 mal auf ein neues Update, anstatt nach Regeln und Normen längst verstorbener Leute zu leben und denen nachzueifern. Ich finde, es klingt fies, eine Frau hinzuhalten, bis mal die große Liebe wachsen könnte.

Wenn man ständig um die Liebe des Partners buhlen muss, und der Mann den Eindruck erweckt, man wäre nie gut genug, dann sehe ich schwarz. Ist doch kein schönes Leben so. Ich denke, du hast es dir selber verbaut. Lieben, lieben und Glück hat nichts mit Vernunft zu tun. Meist ist alles Risiko. Ein Mann, der so verkopft ist und lieber auf Vernunft baut, der soll halt lauwarm glücklich werden in seiner Vernunftbeziehung, der wird aber nie mit voller Leidenschaft leben und dem wird vieles im Leben entsagt bleiben. Also auch Familie, Kinder, Zukunft, guter Sex, große Liebe. Ich denke, dafür sind sich die meisten guten Frauen auch einfach zu schade. Eine Frau möchte einfach ein bisschen mehr als der gewohnte Standard. Das kann ich durchaus nachvollziehen.

Vernunftehe klingt für mich: du hast allem anderen gegenüber Misstrauen. Dir fehlt Urvertrauen, du siehst die Frau ständig als Feind und Prüfungsobjekt. So wird das eh nichts.
Du gehst es für mich zu schleppend an. Wenn der heutige Mann nicht erkennt, dass er Himmel und Hölle in Bewegung setzen muss, dann bleibt er eben allein und verlassen. Eine hochwertige Frau wird mit Handkuss von jedem anderen genommen, was sollte sie also bei dir?
 
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Gast

  • #10
Ich verstehe dein Problem nicht ganz. Du wolltest eine Vernunftbeziehung und begehrst jetzt eine neue Frau? Dann bleibe eben bei deiner Vernunftbeziehung, wenn dir das so wichtig ist.

Tut mir leid, ich glaube nicht an das Märchen von der wachsenen Liebe! Wenn du als Mann nicht rasch in die Puschen kommst, verliert Frau die Lust an dir. Ist ganz normal. Liebe ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Mixtur aus passender Optik und Persönlichkeit mit prickelnder Anziehung und zufriedenstellendem Sexualleben. Dinge, die nicht großartig im Verlauf der Beziehung mehr wachsen, sondern abnehmen, auch ganz schnell komplett wieder futsch sein können, wenn man es zu lange schleifen lässt.

Frauen, die dich interessieren, unter 38, die möchten was handfest machen und hassen es, wenn man ihnen die Zeit stiehlt mit Spielerei und Hinhalterei.


w33
 
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Gast

  • #11
Ich möchte doch mal eine Lanze brechen für eine Vernunftbeziehung (lebe seit 25 Jahren in einer, und aus ihr ist Liebe geworden). - Du sollstest doch mal den Kopf einschalten und Dir überleen, ob in einer Beziehung mit einer Frau eine Basis (sprich gleiche Lebensauffassungen, ähnliche Hobbys oder welche, die sich ergänzen, charakterliche Stärken usw. da sind). Wenn das stimmt, probier' es einfach, lass Dich auf die Frau ein, manchmal kommt die Liebe nur langsam, aber ist dann auch stabiler und hält.
Wenn Du aber jeden Morgen beim Aufstehen Zweifel hast, ob Du bei der richtigen Frau bist und Du diese Zweifel auch mit Sachargumenten nicht ausräumen kann, dann lass die Beziehung. Du kannst niemals was erzwingen, Ich wünsche Dir viel Erfolg !
 
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Gast

  • #12
somit ganz klar einsehe das Verliebtheit nichts mit Liebe zu tun hat und ich auch viel eher finde, das Liebe eben wächst und erarbeitet, erlernt werden muss.
Ich finde die Definitionen so verkehrt. Liebe ist ein Gefühl, das Du hast oder nicht hast. Meistens merkt man es recht schnell, dass man so empfindet. Da KANN nichts erarbeitet werden. Es kann sein, dass der Mensch, den man liebt, nicht zu einem passt.
Was erarbeitet werden kann, ist eine Beziehung. Denn Liebe allein reicht nicht.

Verliebtsein ist eine Projektion. Ist sie weg, ist der Partner uninteressant, wenn es ausschließlich Projektion war, die einen zusammengeführt hat. Manche projizieren ein Leben lang und warum auch nicht, wenn man sich ergänzen kann und keine Ambitionen hat, unabhängig zu werden im projizierten Bereich.

Ich mache mir Sorgen, das ich immer wenn ich eine tolle, attraktive Frau sehe, ich an meiner Vernunftsbeziehung dermaßen anzweifele, das ich damit keinem einen Gefallen tue.
Seh ich genauso. Du musst Dich mehr auf Dein Gefühl verlassen. Ich habe das Gefühl, Du vertraust Deinem Gefühl nicht. Liebe ist ein Geschenk. Verliebtheit ist manchmal nicht davon zu unterscheiden. Man kann einfach nur riskieren. Denn Vernunftbeziehungen bringen doch nur was, wenn ein höheres Ziel erreicht werden soll oder irgendeine Form gewahrt werden muss (was weiß ich - der Adel muss unter sich bleiben oder die Tochter aus höherem Hause darf den Gärtner nicht heiraten.)

Keine Ahnung, warum die Frau geflohen ist. Ich habe auch Fluchttendenzen, wenn ich empfinde, dass es ernst sein könnte mit meinen Gefühlen. Das passiert wohl Leuten, die immer besser mit Logik und Vernunft klarkamen und in der Gefühlswelt vorsichtig sind.
 
  • #13
Nun hahe ich eine Frau die ich zwar schon länger kenne und auch immer sehr attraktiv fand, aber auch immer ausgeschlossen habe, das da mal was werden könnte im angeheiterten Zustand gebeichtet, das ich sie toll finde. Und sie hat mich daraufhin geküsst - oberflächlich.
Doch dann sie ist regelrecht vor mir geflohen.
So nach dem Motto schnell weg, sonst macht noch einer einen Fehler.

Das ist so eine Doppelmoral. Wenn Frauen mal aktiv werden bei der Partnersuche (Kuss),
dann soll es den Mann Gott verdammt noch mal so von den Socken hauen, dass
er heiß und innig vor Frohlocken wird.

Schließlich hat "Sie" es gewagt einen Korb zu riskieren. Und "Sie" ist auch die tollste Frau des Planeten
und jeder der ihre Initiative nicht entprechend würdigt, muss zwangsläufig grenzdebil und taubblind sein.

Andere Erklärung ausgeschlossen. :D


Vernunftbeziehung hin oder her. Jeder Tag einer Vernunftbeziehung bedeutet einen Tag weniger
Liebesbeziehung.

Willst du das wirklich? Vernunftbeziehungen haben den Vorteil überhaupt mal in den Arm genommen
zu werden. Das ist zugegebenermaßen besser als nix. Aber so richtig toll ist es auch nicht.
 
G

Gast

  • #14
Lieber FS,

dich kann nur jemand verstehen, der die gleiche Diskrepanz zwischen Leidenschaftlichkeit und Vernunftorientierung hat wie Du. Ich kann Dich sehr gut verstehen, bei mir war es immer genauso. Ich bin eine leidenschaftliche Frau, aber gleichzeitig sehr rational veranlagt, eine Mischung, die nicht so leicht vereinbar ist.

Wer sehr leidenschaftliche seelische und körperliche Gefühle empfinden kann, hat natürlich immer die Sehnsucht, diese erfüllt zu sehen. Aber diese starke Intensität der Gefühle ist keine Grundlage für eine lebenslange, harmonische und friedvolle Beziehung. Das weiß die Ratio und die Erfahrung zeigt es eben auch.

Auch ich habe versucht, meine Leidenschaft zu ignorieren und mich an - meiner Empfindung nach - lauen, durchaus liebevollen aber nicht leidenschaftlichen Beziehungen versucht, weil eben die Vernunft sagte, dass Leidenschaft mich auf Dauer nicht glücklich machen wird. Aber ein Vulkan schläft eben immer nur, er ist nicht tot. Und irgendwann wacht er wieder auf. Wer diese Intensität nicht kennt, kann auch nicht darüber urteilen. Nicht jede Charaktereigenschaft ist immer gleich therapiebedürftig.

Ich weiß nicht wie alt Du bist. Aber ich denke, je älter man wird, desto weniger groß ist der Spagat, den man zwischen Leidenschaft und liebevoller Harmonie machen muss. Allerdings wird die Partnersuche dann wieder sehr schwierig :)

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: nicht einfach. Mir als Frau hat dabei geholfen, dass ich ein Kind bekommen habe. Mein Verantwortungsgefühl und meine Liebe zur Familie war dann stärker als die Sehnsucht nach intensiven, leidenschaftlichen Momenten, die aber immer wieder einmal aufflackert ;-)


Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, die Sehnsucht nach Harmonie und den Wunsch nach Leidenschaft zu vereinen.

Alles Liebe!
 
G

Gast

  • #15
Dein Beispiel steht sicherlich für zig tausend andere "Fälle" - was sicherlich kein Trost ist.

Nebenbei bemerkt ist diese Vernunftsebene für Beziehungen auch beispielsweise bei unserem EU-Gedanken anzutreffen. Deshalb bin ich, wie andere Kritiker der Meinung, dass so etwas auf Dauer nicht funktionieren kann - siehe Beispiel Ex-Jugoslawien. Es gibt keine Beziehungsebene und "Vernunft" heißt in diesem Fall in erster Linie Kohle für das eigene Land. Damit werden die ganzen armen Ostblockstaaten geködert und finanzieren erst einmal mit den Geldern fremder Steuerzahler das, was ihnen schon lange am Herzen liegt. Abendfüllendes Thema - aber nicht Deins.

Aber genau das ist menschlich, denn dieser steckt überall drin. Man macht einen Verlaufsplan am Reißbrett und dann kommt es anders. Es fehlt die Beziehung und wenn dann nüchtern betrachtet, die eigenen Nachteile die Vorteile überwiegen, gibt es keinen Grund zum Kämpfen.

Mir hing eine solche Liebesbeziehung auch über sehr lange Zeit im Kopf. Ich schaffte dennoch - auch aus Liebe - einen Neustart mit einer anderen, meiner jetzigen, Frau. Meine Ehe wäre jedoch fast drauf gegangen, wenn ich es zugelassen hätte. "Die Andere" schoß mir oftmals in den Sinn und es kam wie es kommen musste, trotz Distanz über 300 km liefen wir uns überraschend wieder über den Weg. Es kostete mich rund zwei Jahre harter, innerlicher Kämpfe und ich gewann. Mein innerer Friede ist da, ich kann an sie denken, sehe vielleicht noch kurz eine schöne Phase vor meinem geistigen Auge - fertig, das war's auch schon.
Meiner jetzigen Frau hatte ich das NACH meinem inneren Gefecht erzählt, sie wusste ja auch schon vorher von dieser Beziehung. Uns hat das noch inniger zusammen geschweißt.

Du musst für Dich auch einen Weg finden, innerlich abzuschließen, sonst nagt es ein halbes wenn nicht ein ganzes Leben lang an Dir. Deine Vernunftehe wie auch die nächste Beziehungsehe gehören da auch mit rein. Du hast ein leibliches Kind, das trotz Distanz und damit verbundener Hürden DEN Vater, nicht nur irgendeinen Ersatzvater, möchte. Sieh auch das.

In Dir stecken viele Dinge, die Du für Dich selbst aufarbeiten solltest - sonst dreht sich Deine Spirale so immer weiter. Nicht nur DU wirst dabei verletzt werden, DU verletzt auch Andere. (Nochmals der Hinweis auf euer Kind, das für die Entscheidung der Eltern überhaupt nichts kann und auch zum Gelingen einer solchen Beziehung kein Schlüssel ist. Also passiv vor die Wand gefahren worden. So könnte die Betrachtung von Deiner Tochter sein.)
 
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Gast

  • #16
Das ist so eine Doppelmoral. Wenn Frauen mal aktiv werden bei der Partnersuche (Kuss),
dann soll es den Mann Gott verdammt noch mal so von den Socken hauen, dass
er heiß und innig vor Frohlocken wird.
Ich glaube eher - weil der FS ihr vorher gesagt hatte, dass er sie toll findet und ein Korb nicht zu vefürchten war - dass sie über ihren Mut überrascht war. Vielleicht wollte sie auf einmal nicht mehr, vielleicht hat sie aber genauso Beziehungsangst, wie Männer auch.

Wenn ich merke, dass ich viel für einen Mann empfinde, dann suche ich auch erstmal das Weite und überlege, was mir eine Beziehung zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben für Probleme bringen könnte. Und ob ich gerade bereit bin, wieder diese Beziehungsarbeit zu leisten, mich auf einen anderen einzustellen, Kompromisse eingehen zu müssen usw.

Vielleicht fand die Frau den FS auch schon immer toll (als möglichen Beweis der Kuss) und wenn beide das nun wissen, dass sie sich toll finden, wäre ja der nächste Schritt, dass man sich annähert.
 
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Gast

  • #17
Der FS wieder!

Die Antworten von #6, #13 und #14 haben mich ganz gut erkannt und etwas geholfen.

Ich bin sehr leidenschaftlich, eine Frau die mich sehr gut kennt beneidet und bemittleidet mich für mein "Feuer".
Wer was mit Astrologie anfangen kann:
Ich bin Löwe und chin. Drache, Element Feuer
Muss man nix von halten, aber was Frau so dazu assoziieren würde, kann ich sagen das ich dem recht nahekomme. ein Karriertyp bin ich zwar nicht, sonder eher ein Rebell und Non-Konformist.

Ich kann mich *fingerschnippend* verlieben und zwar so, das ich der Dame keinen Stern vom Himmel hole, sondern gleich mit ihr in den Kosmos düse und da ein Märchenschloß, ach was, einen ganzen Planeten aus Schokolade erbaue, von mir aus mit Rotweinflüssen und einem Meer aus wohlriechendem Badeschaum.
Ich könnte auch ganz anders, wenn Frau nicht so romantisch, kitschig veranlagt ist und es lieber etwas "härter" mag.
Was sagt man langhaarigen Männern nach?

Nein ich rede hier gar nicht von Sex, ich rede von dem was ich im Stande bin mit Menschen zu tun.
Aufwecken, begeistern, führen, leiten und zwar ohne altklug, machohaft oder sonstwie unangenehm zu sein. Ich kann reden und habe Mut.

Das Ding ist warum ich überhaupt über Vernunft nachdenke ist, das es vielen einfach zu viel ist, das es mir selbst zuviel ist, das ich immer megamäßig auf die Fresse gefallen bin, das ich Jahre leide und verarbeiten muss, aber auch kann, ich habe es mir die letzten beiden Jahre selbst wieder unter größten seelischen Schmerzen und Anstrengungen bewiesen.

Ich liebe wenn ich liebe zu stark.
Und ich rede hier nicht von der Liebe die Fromm oder ein Buddhist meint, sondern von der romantischen, leidenschaftlichen Liebe, also eigentlich vom Verliebtsein, denn ich glaube immer noch das Liebe etwas ganz anderes ist.
Nichts völlig vernünftiges, aber eben auch nichts so leidenschaftliches.
Denn dahinter steckt auch viel Egozentrik, besitzergreifendes Verhalten etc.

Danke für die Therapietips btw. habe ich die gemacht nach der Kindesentführung.
War sehr gut, hat geholfen und mich eben genau in diese "vernünfitge" Richtung gelenkt.
Deshalb neige ich dazu vernunftsbezogen eine Beziehung aufzubauen.

Wenn ich die ersten Antworten so lesen, frage ich mich wer hier nicht erwachsen ist!?

Ich würde mir ja wünschen das eine mit dem anderen zu vereinen, aber es stimmt ich habe Angst, ein kaputtes Urvertrauen und dann fürhle ich mich selbst eher wie ein Blender, denn ein Macher.
Und ich bin kein Blender, ich mache sehr wohl sehr viel und aus Liebe, auch in der Vernunftsbeziehung bzw. damals in der Vernunftsehe.

Vor allem aber kann ich sagen, bin ich verantwortungsbewusst, reflektiert, offen und ehrlich.
 
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Gast

  • #18
FS
2. Teil:

Meine Tochter war übrigens auch ein Grund warum ich die Vernunftehe nie aufgegeben hätte und glücklich war, aber ich wurde regelrecht ausgenockt.

Ich werde die Frau die mich geküsst hat zur Rede stellen und mal sehen was dabei rum kommt.
Mich ansonsten redlich und ehrlich um meine beginnende Partnerschaft bemühen.
Sie weiß davon übrigens von Anfang an.
Sie kennt meine Vorgeschichte und alle Details, denn neben meiner Leidenschaft bin ich ein offenes Buch und grundehrlich.
Was ich sicher nicht bin ist frei von Egoismus.
 
  • #19
Schwieriges Thema. Auch wenn wir sicher alle von großer Liebe und Leidenschaft träumen - es ist eben ein sehr großes Glück, dies zu finden, auf Gegenliebe zu stoßen und auf allen anderen wichtigen Ebenen zu harmonieren. Ich glaube, in einer Beziehung wird fast immer einer mehr lieben als der andere - oder zumindest anfangs mehr verliebt sein. Und ja - auch aus einer Vernunftsbeziehung oder anfänglichen Freundschaft kann sich Liebe entwickeln, wenn Symphatie, Respekt und eine gewisse sexuelle Anziehung gegeben sind. Und vor allem der beiderseitige Wille, sich wirklich auf einen anderen Menschen einzulassen und ihn anzunehmen, wie er ist.

Man sollte allerdings nie versuchen, die Liebe zu erzwingen, sondern ihr einfach eine Chance zum Wachsen geben. Das erfordert manchmal Geduld und die Fähigkeit, auch mal mit etwas zufrieden zu sein und nicht immer nur die Rosinen rauspicken zu wollen. Ständig dem großen Gefühlsfeuerwerk nachzulaufen, halte ich für unsinnig, denn es muss eben auch so viel anderes passen.

Bin übrigens auch begeisterte Fromm-Leserin!

w38
 
G

Gast

  • #20
Verstehe ich das richtig, dass du immer wieder "Vernunftbeziehungen" eingehst, dann aber lieber eine Beziehung mit allem drum und dran haben magst? Was ist denn überhaupt heutzutage eine Vernunftbeziehung? Eine Verbindung, die gesellschaftlich anerkannt wird, die die Eltern arrangiert haben, die bei dem Partner eine finanzielle Unabhängigkeit mit sich bringt bei einem sonstigen innerlichen starken Wir-Gefühl, welches da irgendwie wächst obwohl man nie verliebt war?

Das alles hört sich für mich komisch an. Ich kann auch nicht bei Liebe oder Verliebtheit mit Erich Fromm oder anderen argumentieren..... man muss da selbst etwas spüren, ahnen und fühlen.
 
G

Gast

  • #21
O weia, deine arme Freundin, mit der du eine Vernunftsbeziehung führst und die vielleicht denkt, du liebst sie. Das ist so verlogen und unfair ihr gegenüber. Spiel mal mit offenen Karten. Erzähle deiner Vernunftsbeziehung, dass du sie nicht liebst und trotzdem mit ihr zusammen bist. Schau mal, wie sie reagiert, sie wird dich wahrscheinlich verlassen. Danach kannst du dich dann nur noch auf Frauen einlassen, wenn du Verliebtsein fühlst. Ob du dadurch irgendwann mal persönlich reifer wirst, ohne irgendetwas dafür zu tun, glaube ich allerdings nicht.