• #61
Lass dir erstmal nicht von irgendjemandem hier einrede, dass er dir fremdgeht oder keine Lust zu antworten hat. Das ist vielleicht wirklich nur ein übler Zufalle gewesen, dass Modem kaputt war und Handy vergessen wurde. Solche Dinge können doch durchaus passieren, außer es ist Dauerzustand bei ihm.
Verlustängste kenne ich auch. Ich hatte keine einfache Kindheit und habe kein oder ein sehr angespanntes Verhältnis zu meinem Vater und das trage ich auch mit in jede Partnerschaft.
Mein Vater hat mich einfach von heute auf morgen "verlassen" und ich denke immer, hey dein Partner könnte das auch. Bei mir ist das sogar schonmal so weit gewesen, dass ich nicht meine Meinung zu irgendetwas äußern wollte, weil ich meinen Partner nicht verärgern wollte, weil dann könnte er mich ja verlassen. Das ist eine Sache an der ich selbst auch noch arbeiten muss, deswegen weiß ich gar nicht, welchen Tipp ich dir geben soll, außer vielleicht diese Verlustangst soweit es geht abzuschalten. Du musst lernen zu vertrauen, auch wenn das bedeutet, dass du verletzt werden kannst, aber nur so kannst du eine dauerhaft glückliche Partnerschaft führen
 
  • #62
Liebes Forum. Und nun ein Update. Es ging ja um meine Verlustängste.

Meine Beziehung existiert noch. Sie wird immer schöner, er immer perfekter und ich arbeite nach wie vor an mir.

Zwischenzeitlich kann ich ein Buch darüber schreiben, was Dauerstreß bewirkt, das sind / waren meine Ängste. Gerade bin ich dabei, meine Gesundheit zu sanieren. Inzwischen glaube ich fest daran, dass Dauerstreß tödliche Auswirkungen haben kann.

Psychisch besser geht es mir, weniger Ängste habe ich, wenn ich vitalstoffmässig gut versorgt bin. Nach meinen Eiseninfusionen ging es steil bergauf. Ja Eisen braucht der Körper um Hormone, auch Glückshormone herzustellen. Ebenso Vitalstoffe. Aber das nur am Rande, denn ich möchte nicht über Gesundheit dozieren, obwohl die psychische/geistige Stabilität nicht isoliert hiervon betrachtet werden kann.

Meine Ernährung habe ich mehrfach umgestellt nicht nur im Hinblick auf diverse Unverträglichkeiten, aber auch die hat enormen Einfluss auf die psychische Stabilität.

Im Moment lasse ich mich "fallen". Ich tue mein Ding, versorge mich bestens, ziehe mich in mein eigenes kleines Leben zurück, achte auf Gelassenheit und Entschleunigung, muß nicht mehr überall dabei sein, will nur noch angenehme Menschen um mich rum und besinne mich ansonsten nur noch auf: MICH. Das tue ich alles in der Zeit, in der ich alleine bin. Ansonsten lebe ich meine Beziehung. Wir haben ja eine LAT-Beziehung.

Ich will verdammt nochmal nicht abhängig sein. Mein eigenes Glück soll nicht von äusseren Impulsen abhängig sein (ist es aber leider). Ich möchte die Kraft aus mir heraus schöpfen. Das ist mein Weg und mein Ziel. Und ich betreibe Psychohygiene. Auf Facebook habe ich beispielsweise alle Leute entfernt, durch die ich immer tragische Berichte in meinem Account lesen musste. Ich schaue mir nur noch an, was mir guttut und ich will verdammt nochmal keine Dokumentation im Fernsehen sehen, wie die damals die Hexen gefoltert haben.

Was ich vermutlich auch bald tun werde: ich möchte mich bei Happinesshouse anmelden. Das ist eine Coaching Community von Pierre Franckh.

Nachdem mein Vater letztes Jahr plötzlich aber doch nicht überraschend gestorben ist und ich ihm ins Grab nachschauen musste, da wurde mir sehr greifbar klar, dass ich die begrenzte Zeit, die ich noch hier sein werde nicht so einem Scheiß wie Ängsten opfern möchte. Das ist eine ganz bewusste Entscheidung. Und ich werde auch mit meiner Gesundheit pfleglicher umgehen wie er es getan hat.

Mein Schatz ist der wunderbarste Mann, den es für mich gibt. Aber ich müsste im schlimmsten Fall auch ohne ihn klar kommen. Denn die Beziehungen, die nicht das Leben ruiniert, die holt sich der Tod. Jede Beziehung endet irgendwann. Auch wenn ich mir vorgestern Nacht, als wir die etlichen Sternschnuppen sahen, etwas ganz anderes gewünscht habe.......
 
  • #63
Liebe Moona, du machst viel für dich und gehst in die Tiefe. Das hilft dabei, vieles zu erkennen und zu bearbeiten.
Ich glaube allerdings, dass Ängste auch Verlustängste einfach zu unserem Leben dazugehören. Ich habe auch angst Menschen, die mir viel bedeuten zu verlieren. Ich denke das geht vielen so. Wenn ich die Angst als etwas normales, zum Leben dazugehörig annehme, verliert sie ein wenig ihren Schrecken und sensibilisiert viel mehr die Fähigkeit, bewusst zu leben und andere Menschen wahrzunehmen.
Wogegen Verlustangst in der Beziehung mM nach, manchmal auf ein Ungleichgewicht hinweist.
Bist du mit deiner LAT zufrieden...?
 
  • #64
Und das Ende vom Lied: heute morgen rief er mich an und sagte, dass sein Modem kaputt gegangen sei und er sein Handy im Büro auf der Ladestation vergessen hätte. Alles wieder in Ordnung.
Liebe Moona,

die ganze Nacht nicht schlafen können, Durchfall, das vollständige Verlust- und Trennungsszenario durchleben, ständig dein Handy kontrollieren und nichts essen können,- das ist schon heftig, selbst wenn ansonsten jeden Abend eine Mail von ihm gekommen ist.
Aber dir das gleich selbst anzulasten und die Ursachen in deiner Vergangenheit zu suchen, muss nicht die Lösung sein.

Vielleicht liegst du mit deinem Bauchgefühl gar nicht so falsch und alles was er vorgebracht hat, sind nur Ausreden.
Er wäre nicht der erste Mann, der so eine Fantasie hat. Ich musste grinsen, als die die Aufzählung von @nachdenkliche gelesen habe.

„...sein Handy lag in der Gemüseabteilung bei Rewe, er wurde beim Müll runtertragen am Sonntag von einem Mofa angegfahren und lag bis 5 Uhr früh im Krankenhaus, Gehirnerschütterung, dann hat er sein Handy im Büro liegen gelassen und statt dessen die Maus (haha) mitgenommen, und das letzte mal, da rief er mich aber freundlicher Weise auf Arbeit an und sagte mir, dass es mit dem abentlichen Gute-Nacht-Anruf nichts wird, er muss dringend ins Krankenhaus, weil er sich den Kopf an der offenen Küchenschranktür aufgeschlagen hatte, nachdem er aus der Hocke wieder hoch kam..nun ja..er klang ziemlich zerknirscht am Telefon..Als ich 2 Wochen später bei ihm war, lies ich mir die Kopfnarbe mal zeigen. NICHTS! Es war wirklich nichts zu sehen ...“
So ähnlich kenne ich das auch.
Ohne sie jetzt alle aufzählen zu wollen, habe ich mir solche Sachen in meiner Ehe ständig anhören dürfen und habe sie geglaubt. Später, als die Wahrheit heraus kam, wurde mir klar, dass ich das alles nur hatte glauben wollen, aus Angst davor verletzt zu werden. Mit meinem Bauchgefühl und meinen Vermutungen hatte ich die ganze Zeit richtig gelegen.

Wenn deine Beziehung wirklich wundervoll und geradezu perfekt wäre, dann hättest du keine Verlustängste, weil in einer erfüllenden und vertrauensvollen Beziehung keiner der Partner solche Signale sendet, dass der andere Verlustängste haben muss. Bist du sicher, dass du mit dieser LAT zufrieden bist? Oder hast du dich nur darauf eingelassen, weil er es so will?

Ich kenne die Coaching Community von Pierre Franckh nicht und habe deshalb eben gegoogelt. Dich in Selbstliebe coachen zu lassen, kann jedenfalls nicht verkehrt sein. Vielleicht baust du dabei ja auch dein Selbstwertgefühl auf und beginnst verstärkt auf dich achten und nur noch das zu tun, was dir persönlich gut tut. Viel Glück dabei.
 
  • #65
Wenn deine Beziehung wirklich wundervoll und geradezu perfekt wäre, dann hättest du keine Verlustängste, weil in einer erfüllenden und vertrauensvollen Beziehung keiner der Partner solche Signale sendet, dass der andere Verlustängste haben muss.. .
Das wäre schön.

Aber, ich muss Dir aus eigener Erfahrung widersprechen.

Wenn Du eine Urerfahrung / Urangst in Dir stecken hast, dann kann der Partner machen, was er will - es wird immer Momente geben, wo sie wieder auftauchen.
Das Gefühl, es nicht wert zu sein, nicht verdient zu haben , dass sowieso niemand da ist / bleibt.

Ein Partner kann stützen, deswegen sind dann Themen wie Ehrlichkeit und Vertrauen so wichtig, den Rest muss man selbst tun.
Sich selbst wertschätzen und lieben.
Die Situationen anschauen und prüfen, ist es das Jetzt, das sich meldet mit einer realen Ursache - oder das Alte , es hochkommt, oder oft genug, eine Mischung aus beidem.

Und man muss dieses Gefühl auch annehmen, selbst wenn es unangenehm ist. Sich den Raum geben , wo es sein darf, wahrgenommen, gefühlt, ernst genommen.
Sich selbst darum kümmern, liebevoll, sachlich, was gerade notwendig ist - sich quasi selbst an die Hand nehmen und sich zeigen, es ist alles gut, alles sicher.
Trotzdem, ein Stresstag, ein blöder Trigger, und das Gefühl ploppt wieder hoch.

Ein Partner kann dies aber nicht tragen.

Schön für Dich, Moona, dass Du auf dem Weg bist.

Weiterhin alles Gute .
 
  • #66
... ich muss Dir aus eigener Erfahrung widersprechen.
Wenn Du eine Urerfahrung / Urangst in Dir stecken hast, dann kann der Partner machen, was er will - es wird immer Momente geben, wo sie wieder auftauchen. Das Gefühl, es nicht wert zu sein, nicht verdient zu haben , dass sowieso niemand da ist / bleibt.
Diese Urangst verlassen zu werden, etwas nicht verdient zu haben oder nichts wert zu sein, ist bei mir bisher selten aufgetaucht.

Vielleicht liegt es daran, dass ich in einem Elternhaus mit Liebe und Wertschätzung aufgewachsen bin, in dem mir Selbstvertrauen vermittelt wurde, die Fähigkeit wieder aufzustehen, wenn man hingefallen ist und dieselben Fehler möglichst zu vermeiden. So erfuhr ich den ersten großen Vertrauensverlust erst in meiner Ehe.

Damals wollte ich noch Everybodys Darling sein und es jedem recht machen, ohne Rücksicht auf meine Bedürfnisse. Heute ist das nicht mehr der Fall, weil ich durch diese Erfahrung gelernt habe bestimmte Verhaltensweisen und Mechanismen zu erkennen, bei mir und bei anderen. Trotzdem würde ich in die nächste Beziehung wieder mit einem großen Vertrauensvorschuss gehen, weil außer Liebe das Vertrauen für mich die Basis einer Beziehung ist.
Dabei erwarte ich nicht, dass ein anderer Mensch mich stützt oder trägt. Sich hin und wieder anzulehnen mag angenehm sein, aber für mich ist es noch wichtiger alleine stehen zu können, mich selbst zu lieben und meinen eigenen Wert zu kennen.

Und man muss dieses Gefühl auch annehmen, selbst wenn es unangenehm ist. Sich den Raum geben , wo es sein darf, wahrgenommen, gefühlt, ernst genommen. Sich selbst darum kümmern, liebevoll, sachlich, was gerade notwendig ist - sich quasi selbst an die Hand nehmen und sich zeigen, es ist alles gut, alles sicher.
Das ist sehr schön beschrieben. So sehe ich das auch.
Wenn dieses Gefühl mal auftaucht, mache ich es genauso.
 
  • #67
Ich finde es gar nicht schlimm, wenn man Dir Deine Verlustangst anmerkt. Sie ist ja nur ein Ausdruck Deiner Zuneigung. Also würde ich es ihm gelegentlich liebevoll sagen. Er wird darauf wahrscheinlich sogar positiv reagieren (vorausgesetzt Du findest den richtigen Ton).

Ansonsten solltest Du vor allem an Deinem Selbstvertrauen arbeiten und Dich ab und zu fragen, ob Dein Partner wirklich der Mittelpunkt Deiner Welt sein muss. Ist er wirklich so toll, dass Du ohne ihn nicht leben könntest? Wahrscheinlich nicht. Du konntest ja auch gut ohne ihn leben, bevor Du ihn kennengelernt hast. Vielleicht kostet Dich diese Beziehung sogar eine Menge Energie, die Du woanders brauchen könntest. Und es gibt immer andere Männer.