• #31
Natürlich kann es die Kombination aus Modem und Handy vergessen geben, kennt ihr das wirklich nicht, dass die blödsten Dinge genau zusammen passieren? So etwas ist mir in meinem Leben durchaus schon passiert, es ist manchmal gar nicht zu fassen, wie dumm Sachen laufen können. Wenn ich da an Hausarbeiten im Studium denke, die man ausdrucken will und dann ist die Druckerpatrone leer und auf einmal die Datei weg und und und ...

Wieso denn so misstrauisch? Wenn man will, kann ALLES verdächtig sein, jedes Wort, jede hochgezogene Augenbraue usw.
Aber Beziehungen mit anderen Menschen funktionieren nur mit Vertrauen und vor allem mit Selbstvertrauen.

Das Bauchgefühl ist keineswegs immer richtig und wenn jemand Höhenangst hat, sucht man auch nicht die Schuld beim Hochhaus. Ängste werden allein von der Person generiert, die sie empfindet. Daran kann man - zum Glück - arbeiten.
 
  • #32
Liebe Moona,

Eine Ergänzung noch

Natürlich sind die Verlustängste enorm belastend, das Kopfkino mächtig - wie ich damit umgehe, habe ich geschrieben.

Es gibt ein positives Element - Die negativen Erfahrungen haben ein ganz gutes Gespür für Stimmungen, für meine Gegenüber an sich entstehen lassen.
Sehr feine, sehr sensible Antennen, ein sehr gut entwickeltes Bauchgefühl.

Die Aufgabe für mich ist nur, wenn innerlich die Antennen anspringen, einen Realitätscheck zu machen. Was konkret macht mich unruhig, ist da eine alte Erfahrung dahinter verborgen, eine Interpretation aus dieser heraus. Was ist der Anteil Bauchgefühl, was Kopfkino.
Und auch dieses Nachdenken bleibt bei mir, teile ich nicht mit. Bleibe aber durchaus auch vorsichtig, sammle ergänzende Informationen, es gibt Fragen, die man stellen kann ohne dass die hintergründig Gedanken vermittelt werden, bis ich soweit es geht weiß, Bauchgefühl oder Kopfkino.
Wenn es wirklich nur Kopfkino ist, kann ich damit umgehen, manchmal ist es zusätzlich ein Hinweis auf alles, unverarbeitetes - nehme ich für mich als Auftrag, ist eine Chance.
Ist es Bauchgefühl, ziehe ich die daraus notwendige Konsequenz.

Es gibt also zumindest bei mir, die positive Seite, dass sich zwar aufgrund bestimmter Erfahrungen Verlustängste bildeten, Unsicherheiten, usw. aber auch andere Fähigkeiten, Sensibilitäten.
Ich bin sehr dankbar für die Intuition und das wirklich sensible Bauchgefühl, und habe festgestellt, dass ich mich darauf wirklich verlassen kann. Mir selbst vertrauen.

Das hilft mir beim Umgang mit den Verlustängsten an sich. Und gibt mir ein großes Sicherheitsgefühl und Selbstvertrauen.
 
  • #33
Zu deiner Ausgangsfrage:
Nein, in dieser extremen Ausprägung ist deine Verlustangst nicht normal. Deine Lebensqualität ist stark vermindert, auf Dauer ist das krankmachend.
 
  • #34
Du bist mit deinen Verlustängsten nicht alleine!
Nach meiner Ehe war ich bei einem Therapeuten...Schon alleine weil ich dachte, ich würde mein Umfeld mit meinem Kummer belasten.
Damals war ich aber noch nicht so weit, mich dieser seelischen Anstrengung zu öffnen.
Und war später dann Jahre mit einem Nähe-Distanz Menschen zusammen.
Erneut zu einem Therapeuten und nach 5 Sitzungen meinte er.....sie wissen woher es kommt und warum sie so sind!
2 Väter die schwierig waren und einfach gegangen sind.
Ich fühlte mich komischer Weise da hingezogen, wo ich mich anstrengen muss.

Vor einigen Wochen habe ich jemanden kennengelernt, wo es bis jetzt einfach läuft.
Und kenne Deine Ängste nur zu gut!
Manchmal möchte ich wegrennen!

Darauf hin habe ich eine weitere Stunde genommen.
Die Ängste resultieren aus dem Grundgefühl, nicht liebenswürdig zu sein! Ohne mich anzustrengen, wird jeder gehen.
Mir hat man genau das geraten, was du super machst...aushalten!
Vielleicht solltest du dir auch diese Hilfe holen!
Es hat mir gut getan, dass ich weiß: Es ist eine logische Summe meines Lebens aber ich kann das Ergebnis immer noch ändern!
 
  • #35
Am Anfang unserer Beziehung hatte ich diese Ängste auch ganz extrem, wegen jeder Kleinigkeit sofort dieses Szenario im Kopf, dass er mich verlässt, vllt sogar betrügt. Es reichte schon wenn ich ihm bei whatsapp schrieb und nach 10 Minuten immer noch keine Antwort hatte, oder ich bildete mir plötzlich ohne Grund ein, er sei abweisend. Das reichte schon aus um das Schlimmste zu denken.

Ich denke mit der Dauer der Beziehung hat es erst mal wenig zu tun. Es kommt darauf an, welchen Lerneffekt du aus den Situationen ziehst. Sicher wird es besser, wenn du weiterhin merkst dass deine Zweifel jedes mal unbegründet sind. Würdest du jedes Mal Bestätigung für deine Zweifel finden, sähe das sicher anders aus. Aber du zeigst ja indem du dich damit auseinandersetzt, dass du schon dein Problem erkannt hast. So wie du klingst, weißt du ja dass eure Beziehung eigentlich gut ist und du versuchst, durch diese Ängste die Beziehung nicht zu gefährden.

Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung auch sagen, wie es laufen kann, wenn man diese Gefühle nicht kontrollieren kann, so wie du und ich es können. Mein Partner hat ähnliche Probleme, was zu vielen Gesprächen geführt hat und wir das zum Glück klären konnten. Er ließ es aber jedes Mal voll raus, unterstellte mir, dass ich ihn betrüge usw. (ich hatte auch darüber berichtet in meinen Beiträgen).
Was ich damit sagen will ist, solange es sich nur in dir abspielt und du deine Ängste nicht an deinem Partner auslässt, ihm böse bist obwohl er nichts falsch gemacht hat, würde ich das Thema auch nicht ansprechen. Du bist auf dem besten Weg, sei dankbar für die tolle Beziehung die so wenige Menschen heute haben.
 
  • #36
Jetzt vermischen sich hier im Thread allerhand Fragen, aber dieser Konsens zeichnet sich offenbar ab:
- Q: Sind Verlustängste, wie du sie beschreibst "normal" (ich würde sagen: "gesund")?
- A: nein
- Q: Kann man was dagegen machen?
- A: Ja, aber nicht allein - Therapie hilft, siehe Erfolgsgeschichten im Thread; ganz weg bekommt man es nicht aber es gibt deutliche Erleichterung (die Krankenkasse zahlt sowas übrigens)
- Q: Sollte man was dagegen machen?
- A: Ja, weil die Ängste das eigene Wohlbefinden belasten und die Beziehung gefährden

Einzig strittig ist hier die Frage, ob das mit dem Modem und dem Handy nun plausibel war oder nicht, sollte man es als eine Art Zeichen werten oder nicht. @frei hat es m. E. auf den Punkt gebracht: es kann so gewesen sein, vielleicht war es nicht so. Wenn es nicht so war, kann es eine erfundene Geschichte gewesen sein, weil er einfach mal nicht dran gedacht hat. Oder er ist tatsächlich nicht vertrauenswürdig. Aber das können wir hier nicht beurteilen.

Was mir bei der Sache auffällt, ist, dass er offenbar (schon) einen Rechtfertigungszwang verspürt, wenn er sich einmal (!) nicht meldet. Das würde mir zu denken geben. Sowas kann doch vorkommen, da braucht es nicht 1000 Worte - und jemand der bindungssicher ist, muss sich für so Kleinigkeiten nicht rechtfertigen. Ich will damit wiederum nicht sagen, dass du ihm misstrauen sollst. Sondern mal fragen, ob nicht auch er vielleicht doch auch ungesunde Beziehungsmuster erlernt hat. Wie hier öfter gesagt wurde, niemand ist perfekt - keine Beziehung ist perfekt. Das bedeutet wiederum nicht, dass man den Teufel an die Wand malen muss. Aber man kann doch mal genau hingucken was da ist: mit dem Ziel vor Augen, dass die Beziehung gut genug wird oder bleibt, nicht perfekt.
 
  • #37
Was mir bei der Sache auffällt, ist, dass er offenbar (schon) einen Rechtfertigungszwang verspürt, wenn er sich einmal (!) nicht meldet. Das würde mir zu denken geben. Sowas kann doch vorkommen, da braucht es nicht 1000 Worte - und jemand der bindungssicher ist, muss sich für so Kleinigkeiten nicht rechtfertigen. Ich will damit wiederum nicht sagen, dass du ihm misstrauen sollst. Sondern mal fragen, ob nicht auch er vielleicht doch auch ungesunde Beziehungsmuster erlernt hat. Wie hier öfter gesagt wurde, niemand ist perfekt - keine Beziehung ist perfekt. Das bedeutet wiederum nicht, dass man den Teufel an die Wand malen muss. Aber man kann doch mal genau hingucken was da ist: mit dem Ziel vor Augen, dass die Beziehung gut genug wird oder bleibt, nicht perfekt.
Das fällt mE aber schon in dem Bereich "etwas an den Haaren herbeiziehen".
Wenn man seinem Partner erzählt, dass man gestern offline war und nicht mailen konnte, ist das aus meiner Sicht keine Rechtfertigung sondern ein erzählen von seinem Leben/Tag. Finde ich völlig normal.
Hier gleich einen Zwang (!) hineinzuinterpretieren - dafür gibt es keinen Anhalt.

Die FS hat genug Selbstvertrauen, um ihre Beziehung als gut und ihren Partner als verlässlich einzustufen, ohne dass sie insoweit Zweifel äußert. Wieso ihr dann hartnäckig und ohne irgendeinen Anhalt einreden wollen, dass sie sich da irrt?!
Sie hat Verlustängste wegen ihrer Vorgeschichte und nicht wegen ihrem aktuellen Partner, denn er gibt ihr, wie sie ausgeführt hat, genügend Sicherheit.
Ihre Beiträge deuten auch nicht im mindesten darauf hin, dass sie nicht in der Lage wäre, realistische Einschätzungen abzugeben.
 
  • #38
Hier noch einmal die Fragestellerin

Danke für die vielen, wenn auch sehr unterschiedlichen Anregungen und Gedanken. Ich finde es sehr hilfreich und interessant, einmal Meinungen von Aussenstehenden zu lesen.

Ich habe mich entschieden, mir fachlich helfen zu lassen. Und auch das werde ich, wie das Thema selbst, keinesfalls in meiner Beziehung offenbaren.

Es wurden noch einige Statements abgegeben bzw. Fragen gestellt:

Wir sehen uns an jedem Wochenende und meist mittwochs unter der Woche über Nacht, denn da ist unser Tanzkurs.

Und wenn man es genau nimmt: das sind 4 Mails in der Woche. Ist das zuviel? Hat nicht jedes Paar ein Ritual? Oder sollte es haben?

Und nein, ich habe ihm keine Vorhaltungen gemacht. Natürlich nicht.
Warum er sich dann gemeldet hat: ich denke, er ist eben sehr zuverlässig. Und genau das ist es, was ich so an ihm mag. Und das gleiche bekommt er auch von mir.....

Warum seine Beziehungen, er hatte zwei, kaputt gegangen sind, weiß ich nicht genau. Bei der ersten war er noch relativ jung, Anfang 20. Die Partnerin soll schwierig und vor allem in ihrem Selbstwert angeknackst gewesen sein. Die zweite: weiß ich nicht. Ehrlich gesagt, wollte ich da nicht so bohren. Und ich bin ehrlich gesagt auch froh, dass er mich zu meinem Vorleben nicht ausfragt., obwohl er auch manches weiß.

Ich habe mich auch gewundert, dass ein Mann mit 50 noch nie verheiratet war und auch sonst nicht mit einer Frau zusammen gewohnt hat. Vielleicht hat er ja auch ein Thema, das ich nicht kenne? Dann hoffe ich, dass es uns gelingt trotzdem miteinander glücklich zu bleiben und zu wachsen.
 
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  • #39
Das fällt mE aber schon in dem Bereich "etwas an den Haaren herbeiziehen".
Wenn man seinem Partner erzählt, dass man gestern offline war und nicht mailen konnte, ist das aus meiner Sicht keine Rechtfertigung sondern ein erzählen von seinem Leben/Tag. Finde ich völlig normal.
Hier gleich einen Zwang (!) hineinzuinterpretieren - dafür gibt es keinen Anhalt.

Die FS hat genug Selbstvertrauen, um ihre Beziehung als gut und ihren Partner als verlässlich einzustufen, ohne dass sie insoweit Zweifel äußert. Wieso ihr dann hartnäckig und ohne irgendeinen Anhalt einreden wollen, dass sie sich da irrt?!
Da hast du mich missverstanden. Einreden möchte ich ihr überhaupt nichts und denke auch überhaupt nicht, dass sie sich in ihrem Vertrauen zu ihm irrt. Ich glaube, da ist ihr hier vielbeschworenes Bauchgefühl sehr gut - sagt jedenfalls mein Gefühl. Anmaßen, das zu beurteilen, würde ich mir nicht!

Aber danke, ich hab mich vielleicht auch nicht gut ausgedrückt. Ich formuliere mal anders : wenn sich einer bei Kleinigkeiten rechtfertigt, und mal eine Mail nicht schreiben ist eine Kleinigkeit, dann kann es sein, dass er meint, so etwas tun zu müssen - aus welchem Grund auch immer. So war das gemeint mit dem "Zwang". Ich werde hier niemandem eine Zwangsstörung andichten. Ich bleibe aber bei meiner Überzeugung, dass kein Mensch perfekt ist und keine Beziehung. Und dass es nicht schaden kann, wenn Moona nicht nur ihren eigenen Bindungsstil hinterfragt, sondern auch den ihres Freundes. Ich finde, er klingt toll. Aber woran sind denn nun seine früheren Beziehungen gescheitert? Das zu wissen kann Moona weiterbringen, sich und ihn besser kennen zu lernen.
 
  • #40
So wie ich Deine Entwicklung lese, warst Du nie über einen längeren Zeitraum allein (mit 19-20 Jahren geheiratet, mit 37-39 Jahren Affäre angefangen, jetzt aktuelle Beziehung 48-49 Jahren). Einen unsicheren und ambivalenten Bindungsstil sehe ich hier überhaupt nicht, eher einen sehr stabilen, so dass Du Dich sogar einer langjährigen Affäre angepasst hast.
Deine Verlustangst ist normal. Diese Beziehung macht Dich glücklich, sie ist Dir sehr wertvoll und der Mann für Dich perfekt. Ich glaube jeder Mensch hätte hier Angst, dass jemand anderes einem wieder dieses späte Lebensglück nimmt.
Ich glaube es liegt nicht an Deinen Verhalten oder dem Bindungsstil, hierin bist Du souverän und lebst diesen gesund. Ich glaube eher es ist unbewusst Eifersucht... hier meine ich die Angst, dass Du ihm nicht genügst und er sich umorientieren könnte. Aber warum sollte er? Was ist genau der Anlass für das Bauchgefühl? Und Modem kaputt und Handy im Büro...ja bei mir ist dies zumeist so, wenn was schief geht, dann komplett alles und völlig skurril...der Teufel sch... halt auf den größten Haufen.
 
  • #41
Ehrlich gesagt, wollte ich da nicht so bohren. Und ich bin ehrlich gesagt auch froh, dass er mich zu meinem Vorleben nicht ausfragt, obwohl er auch manches weiß.(...) Vielleicht hat er ja auch ein Thema, das ich nicht kenne? Dann hoffe ich, dass es uns gelingt trotzdem miteinander glücklich zu bleiben und zu wachsen.
Klingt richtig gut, finde ich. Bohren würde ich auch nicht und man muss auch nicht alles wissen und nicht alles erzählen. Wünsche euch Glück.
 
  • #42
Ich kann diesen Mann immer noch nicht recht einordnen, was nun aber nicht heisst, dass er bezüglich email dich irgendwie angelogen hat. Eine doppelte Geschichte scheint eher nicht zu ihm zu passen,
wenn er schon sein Handy bei dir rumliegen lässt, gehe ich mal davon aus, dass ihm eine Affäre allein schon logistisch viel zu stressig ist.
Das er sich am nächsten Tag meldet und sagt warum es nicht ging, finde ich auch okay, denn wenn man dieses Lebenszeichen als Ritual hat, und es bleibt aus, wird das denk ich in jedem Menschen zumindest eine leichte Beunruhigung auslösen, es könnte ja auch was passiert sein...also die Rückmeldung und das Ritual an sich finde ich völlig okay.
Was deine Verlustängste angeht, ist es sicher sinnvoll, sich diesbezüglich therapeutische Unterstützung zu holen.
Allerdings würde ich, wie von Rabentochter vorgeschlagen, auch seine Bindungsmuster anschauen, denn zu einer Beziehung gehören immer zwei. Das er noch nie zusammengelebt hat, ist ja nicht falsch, kann zb auf ein grosses Autonomiebedürfnis hindeuten.
Sprich, er kommt gut mit sich allein zu recht, "braucht" den anderen nicht, oder zu viel Nähe hält er nicht aus. Du hingegen "brauchst" ihn, um dich zu stabilisieren. Du merkst, er ist autonom, das triggert deine Verlustängste an...nur ein Beispiel für mögliche Dynamik.
Was ich damit sagen will: es gibt auch Beziehungen, wo einer die Ängste für den anderen auslebt.
Oder der Autonome tarnt seine Ängste anders, indem er sagt, ich brauch niemand, zb.,ergo kann ich nicht verletzt werden
Sprich : sieh dich nicht als so defizitär und ihn als vollkommen an.
Ein vollkommener Mann wird sich keine so defizitäre Partnerin aussuchen, zumal seine erste Freundin ja nun auch ein angeknackstes Selbstwertgefühl hatte.
Zudem kommt, du schreibst, er hat sich für dich entschieden, dh er hält die Fäden in der Hand?
 
  • #43
Ich habe mich entschieden, mir fachlich helfen zu lassen. Und auch das werde ich, wie das Thema selbst, keinesfalls in meiner Beziehung offenbaren.
Wenn ich einen Partner hätte, der mir Beginn und Fortgang einer Therapie verschweigt, wäre ich sehr vor den Kopf gestoßen. Ich würde das als mangelndes Vertrauen auslegen. Ja du hast ein Problem, aber du tust was dagegen. Erzähle ihm davon, vielleicht in ein paar Wochen, aber mach es unbedingt.
Ist das zuviel? Hat nicht jedes Paar ein Ritual? Oder sollte es haben?
Ein mail Frequenz Ritual? Nein, nicht unbedingt. Die meisten würden es als Druck empfinden und irgendwann gehen einem die guten morgen Schatzi Smiley Face nichtssagenden SMS auf den Wecker. Denke ich jedenfalls.
Ich habe mich auch gewundert, dass ein Mann mit 50 noch nie verheiratet war und auch sonst nicht mit einer Frau zusammen gewohnt hat.
Ujegerle, jetzt ist aber bei mir eine riesige Alarmglocke losgegangen.. das finde ich stark außerhalb des normalen Bereichs und sehr eigenbrötlerisch. Wenn ihr aber nie zusammen wohnen werdet und du auch diesen Wunsch nicht hast, dann kann das schon funktionieren.
 
  • #45
Ob du das mit der Therapie offenbaren willst, bzw. wann, kannst du doch noch überlegen, auch in der Therapie selbst, finde ich. Dass man solche Gedanken nicht sofort herausposaunen möchte, kann ich gut nachvollziehen. Und wieso sollte das ein Vertrauensbruch sein, es erst einmal nicht zu erzählen? Wenn er ein wunderbarer Mann ist, wie du beschreibst, hat er eh nur Verständnis. Für das verzögerte Erzählen, das gar nicht Erzählen oder das Gleicherzählen - denn hier geht es um Dinge, die erst einmal nur dich selbst etwas angehen.

Mal in die Runde gefragt : wieso ist lange Single zu sein jetzt ein Problem? Kann man sich doch bewusst für entscheiden - es heißt doch nicht, dass man schlecht im Beziehungführen ist. Das kann Moonas Freund doch, haben wir doch gelesen.
 
  • #46
Ich finde es jetzt gar nicht so ungewöhnlich, wenn jemand nach über einem Jahr immer noch Verlustängste hat. Viel erstaunlicher ist es, wenn man über 10 Jahre eine Beziehung mit jemanden führt, der offensichtlich beziehungsunfähig ist. Wie hält man das aus? Wie kann man damit leben, dass man viel weniger von der Beziehung erhält, als man in sie investiert? Und das über viele Jahre. Vielleicht sagt das mehr als über die aktuelle Beziehungsangst aus.

Die Frage, ob man eine Therapie machen sollte oder nicht, sollte keine einsame Entscheidung sein. Gerade wenn es sich um den aktuellen Partner handelt. Ich würde ihn in meine Überlegungen mit einbinden.
 
  • #47
Hier noch einmal die Fragestellerin:

nun habe ich mir die vielen Antworten mehrfach durchgelesen und freue mich über die vielen Denkanstöße und Gedanken, die Ihr mir dagelassen habt.

Ach noch was: das Modem ist wirklich kaputt. Festnetz ist derzeit nicht ereichbar:))

Inzwischen weiß ich, warum ich mir meinen damaligen Ehemann ausgesucht habe: ich mochte ihn, aber ich habe ihn weder geliebt noch begehrt. Also konnte es bei nicht so tiefen Gefühlen auch nicht so schmerzhaft werden. War es dann nicht.

Meine Daueraffäre: ein unerreichbarer Mann. Wie mein Vater. Das Muster das ich kannte und unter dem ich gelitten habe wie ein Hund.

Mein jetziger Partner: ein Mann den ich liebe und der mir Sicherheit gibt, ohne mich zu erdrücken. Ein nie dagewesenes Glück. Und das ist jetzt einfach so für mich? Das werde ich noch lernen müssen.

Komisch. Kurz bevor ich mit ihm zusammen kam, schrieb ich mir auf einem Zettel auf, was für einen Mann ich mir wünsche. Zu 95% entspricht er diesen Zeilen. Ich schrieb: "...... ein Mann, mit dem ich leben und lieben kann, aber in getrennten Wohnungen.....". Und noch vieeeeeles andere. Und genau das habe ich bekommen.

Nein, ich werde ihm von der Therapie nichts sagen. Ich bin für Privatsphäre, auch in der Beziehung. Das fängt an mit geschlossener Badezimmertüre. Ich gehe an seinen Kühlschrank, aber nicht an seine persönlichen Dinge. Ich möchte mein kleines Geheimnis für mich behalten. Wenn ich schon nicht so bin, wie ich sein möchte, dann möchte ich wenigstens so handeln, als wäre ich so, wie ich sein will und daran arbeiten.
 
  • #48
Wenn ich schon nicht so bin, wie ich sein möchte, dann möchte ich wenigstens so handeln, als wäre ich so, wie ich sein will und daran arbeiten.
Ha, den Satz find ich super - so in der Richtung halte ich es auch. Frage mich : wie würde jemand die Situation beurteilen, der sich seiner selbst sicher ist? Folge nicht dem Impuls des ersten Gefühls auf die gewohnte / alte Weise sondern hinterfrage, was ich machen oder lassen will mit der Vorstellung : bin ich dann die, die ich sein möchte (eine die mit sich im Reinen ist, nicht mehr aber auch nicht viel weniger....)
 
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  • #49
...dein jetziger Partner gibt dir Sicherheit. Die aber sofort ins Bodenlose abstürzt, wenn etwas nicht funktioniert.
Dh, die Sicherheit wandert auf dünnem Eis, du bist von deinem Partner abhängig,der dir Sicherheit gibt.
Dh der beste Partner kannst dir nicht geben, wenn du sie nicht in dir hast.
Zudem bleibe ich misstrauisch, was die Idealisierung deines Partners angeht, kennst du eigentlich seine Familie/Freunde?
 
  • #50
Zudem bleibe ich misstrauisch, was die Idealisierung deines Partners angeht, kennst du eigentlich seine Familie/Freunde?
@Also Pfauenauge, du wirkst da gerade auf mich wie ein Hund mit seinem Knochen - lässt gar nicht mehr locker! Keine Ahnung, welche therapeutische Richtung Moona einschlagen wird - aber ganz bestimmt werden Idealisierungen dann behutsam angegangen. (Ist in meiner zumindest so.) Selbstentwertungen etc. natürlich auch, alles was Selbstvertrauen schafft oder untergräbt. Alle wichtigen Beziehungen werden angesehen und aufgeräufelt, entwickelt, wie auch immer. V. a. die zu sich selbst. Wenn man sich selbst realistischer sieht (weder entwertend noch idealisierend) sieht man auch andere besser - das bleibt dann nicht aus.
 
  • #51
Wenn ich schon nicht so bin, wie ich sein möchte, dann möchte ich wenigstens so handeln, als wäre ich so, wie ich sein will und daran arbeiten.
Ja. Und wenn ich mich noch mehr verbiegen könnte, um meinem Partner etwas vorzuspielen, was ich nicht bin, dann täte ich das auch.
Nein, ist mir zu schräg. Bleib authentisch, und lass den anderen Blödsinn bitte sein. Willst du dich als Mensch weiterentwickeln oder als Marionette?
 
  • #52
hier noch einmal die Fragestellerin

@Lily321: ich möchte mich als Moona weiterentwickeln und zwar so, dass ich

@Pfauenauge: nicht mehr auf dünnem Eis wandeln muß und
ja, ich kenne seine Familie und seine Freunde. Dort hat er mich schnell vorgestellt und eingeführt. Ich war auch auf der Weihnachtsfeier seiner Firma und auch auf riesigen Familienfesten.

Den Vater habe ich leider nur kurz verpasst, der starb ein paar Tage bevor ich ihn hätte treffen können, leider. Seine Eltern führten eine lange und gute Ehe, seine Mutter eine herzliche und warme Frau, seine Geschwister alle in langen Beziehungen, der Freundeskreis konstant seit vieeeelen Jahren, meist noch aus der Schulzeit. Wenn ich dort bin, dann fühle ich mich wie das barmherzig aufgenommene Waisenkind.

Tja, und würde er mich jetzt mit sich vergleichen, dann müsste ich sagen: da wäre ich vielleicht die weniger gute Partie......) So viel kann ich nicht vorweisen. Ich werde ihn leider niemals meinen Eltern vorstellen können. Zumindest nicht, solange ich unverheiratet bin. Denn meine Eltern gehören einer Glaubensgemeinschaft an, in der nichteheliche Beziehungen nicht toleriert werden. Ja, sowas gibt es.
 
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  • #53
Genau, ich lasse nicht locker. Da ich ebenfalls der Meinung bin, dass es-unabhängig von Badezimmertüren,- nichts bringt, dem Partner in wesentlichen Punkten eine Fassade vorzuspielen, gerade wo es hier um das Thema Vertrauen geht.
Kostet auch Energie. Oder anders gesagt: bleibt mein Partner bei mir, wenn er zb meine Ängste kennt, oder ist er so toll, dass ich ihm nur meine Schokoladenseiten zeige, womit wir wieder beim Thema Narzissmus wären.
Was nicht heisst, ALLES mit dem Partner zu teilen.
Aber es ist dann davon auszugehen, dass es beim Gegenüber ebenso Geheimnisse dieser Größenordnung gibt. Wenn diese Distanz gewünscht wird, ist ja alles gut.
 
  • #54
Nein, ich werde ihm von der Therapie nichts sagen. Ich bin für Privatsphäre, auch in der Beziehung. Das fängt an mit geschlossener Badezimmertüre. Ich gehe an seinen Kühlschrank, aber nicht an seine persönlichen Dinge. Ich möchte mein kleines Geheimnis für mich behalten. Wenn ich schon nicht so bin, wie ich sein möchte, dann möchte ich wenigstens so handeln, als wäre ich so, wie ich sein will und daran arbeiten.
Das ist sehr klug. Du kannst ihm irgendwann später davon erzählen. Und es ist sehr nett, weil du dein Ding machst für dich und nicht erwartest, dass er an deinen Baustellen mit arbeitet.
 
N

nachdenkliche

  • #55
Liebe Moona, verkraftest Du eigentlich noch einen Beitrag?
Du hast hier durchweg gute Tipps bekommen, wenn auch sehr gegensätzlicher Art.
Ich verstehe Dich jetzt total, aber Du scheinst Deinen Partner zu vergöttern, aber er ist auch nur ein Mensch, der vielleicht auch mal Fehler macht oder Dich unglücklich oder Dich sogar mal verlässt, was ich Dir nie wünsche. Du hast einen lieben Mann, überfordere ihn nicht, bleib ganz ruhig.
Gehe zur Therapie, sage nichts wenn Du meinst. Aber sprich doch mal mit der Therapeutin darüber, ob Du ihm davon erzählen kannst. Du kannst eh entscheiden. Ich würde ihm das erzählen, aber nichts über den Verlauf der Sitzungen wenn mir nicht danach ist. Aber das ist Deine Entscheidung.
Ich wünsche Euch beiden ganz viel Glück!
 
  • #56
Liebe FS,

auch mir geht es da sehr ähnlich mit der Verlustangst - momentan gerade in einer Beziehungspause wie in einem anderen Thread zu lesen - kenne es auch die ganze Nacht nicht zu schlafen und mir die ärgsten Szenarien auszudenken (vieles auch schon erlebt...) und dann am Telefon, wenn der ersehnte Anruf kommt - ganz gelassen zu reagieren.

Nun würde mich schon interessieren, welch tolles Rezept genau du auf Papier gezaubert hast?? Vielleicht nützt das ja auch für eine (noch) bestehende Beziehung...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #57
Der post 54 von @nachdenkliche bringts doch auf den Punkt. Man muss nicht alles erzählen, wesentliche Dinge sollte man in einer guten Beziehung schon thematisieren können, auch die eigenen Ängste und wie man mit ihnen umgeht. Aber diese Ängste und der Umgang mit ihnen sind genau das Problem - und Moona weiß ja genau das noch nicht, wie sie das tun wird, mal abgesehen davon, dass sie sich eine Therapeutin suchen will. Sobald sie jemanden hat, wird sie es lernen. Da bespricht man den ganzen Kram dann und es entwickelt sich. Ein Partner muss jedenfalls verkraften können, dass man Entscheidungen für die eigene Gesundheit für sich selbst trifft - und irgendwann kommt der Punkt, dass man ihn einfach informiert. Dass der jetzt noch nicht da ist, kann man doch mal akzeptieren, anstatt weiter drauf rumzureiten. Das hat nichts mit "authentisch" sein oder nicht zu tun - wenn ihr das besonders authentisch findet ständig von solchen Ängsten geplagt zu werden, dann müsste man die konsequenterweise auch jedes mal zeigen - und hier herrschte ziemliche Einigkeit, dass man die Beziehung damit besser nicht belastet. Was mir hier in der Diskussion ein bisschen fehlt, ist Vertrauen in die FS - dass sie jetzt erstmal einen Weg für sich gefunden hat, das ist ihr Weg, und dann guckt sie wie es geht. Nur Schokoladenseiten zu zeigen ist natürlich Unsinn - aber so hatte ich Moona überhaupt nicht verstanden. Sondern eher so : sie hat das Ziel der Veränderung vor Augen und versucht so zu denken als sei es erreichbar. Das ganze Gewese von "authentisch" ist deswegen nervig, finde ich, weil da so ein Gedanke von Unveränderlichkeit mitschwingt. Also Moona, ich finde der Thread hier lutscht sich selber aus. Du hast dich für einen Weg entschieden - guten Mut damit und viel Glück!
 
  • #58
Ich finde den Thread nachwievor sehr interessant.
Dein Partner scheint dich ja zu akzeptieren wie du bist, und die Vergleiche stellst eher du an, bei denen du "schlechter " abschneidest. Denn was hat dein Wert mit deiner Kindheit und der Lebensweise deiner Eltern zu tun? Dafür konntest du ja nichts.
Deine Eltern haben dir vorgelebt, wie wichtig es ist sich in der Gemeinde an Regeln zu halten und eine passende Fassade vorzuzeigen, während es in der Familie alles andere als optimal lief.
Was würde passieren, wen du deinen Eltern von deinem Freund erzählst, würdest du dann " verstoßen" werden?
 
  • #59
Das mit der Verlustangst kann ich total gut verstehen! Ich habe mich jahrelang total zurückgezogen, nur um zu vermeiden, dass ich enttäuscht und verletzt werde! Nicht einmal Freundschaften waren drin, weil ich einfach immer glaube, nicht wert zu sein, geliebt zu werden. Jetzt habe ich eine sehr schöne (nur) Freundschaft und das auch nur, weil er sich so um mich bemüht hat/bemüht. Weil er hartnäckig war. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass unser Kontakt aufrecht bleibt. Aber wieder habe ich furchtbare Verlustängste: dass er irgendwann feststellen könnte, dass ich es nicht wert bin, dass andere interessanter sind. Ich bekomme solche Angstzustände, dass ich körperliche Symptome bekomme: mir wird übel, schwindlig, bekomme keine Luft, ich kann nicht klar denken ...! Wir sehen uns regelmäßig, schreiben nahezu täglich mehrmals und doch reicht oft eine Kleinigkeit aus, dass ich total verzweifle! (Natürlich belaste ich ihn auch nicht damit, ich weiß ja, dass das mein Problem ist, aber manchmal möchte ich fast jeden Kontakt abbrechen, nur um das Leiden zu beenden).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da jemals Heilung geben könnte - natürlich weiß ich auch woher das kommt - liegt auch in meiner Geschichte verborgen.
 
  • #60
...
Was würde passieren, wen du deinen Eltern von deinem Freund erzählst, würdest du dann " verstoßen" werden?
Das ist nicht die Frage, oder?

Vielleicht eine Analogie -
Meine eigenen Verlustängste, inzwischen deutlich reduziert. Aus einer Kindgeschichte heraus, man ist es nicht wert geliebt zu werden, verkehrt, man hat eigentlich nicht mal eine Daseinsberechtigung. Der Vater, der sich für die Tochter schämt...
Dann kommen Beziehungen, und die (Ur-)Angst, der andere könnte gehen, feststellen, dass man nicht liebenswert ist.
Daran zu arbeiten ist ein Thema, mit den Ãngsten umgehen, Selbstwert lernen, usw.

Aber - Lange wurde immer wieder thematisiert, ich müsse mit meinem Vater treffen, es klären.
Und ich habe lange gezögert, gezweifelt. - Gehört sich ja auch, der Mann ist alt.

Nein, ich werde es nicht tun. Es würde an seiner Haltung nichts ändern, seinen Gefühlen. Er hatte immer alles richtig gemacht.
Mich würde es triggern, denn was würde ich wollen? Ein Wort der Entschuldigung, Anerkennung, Wertschätzung?
Es käme nur das Gegenteil.
Das kann ich mir sparen. Ich brauche zu den vielen alten Verletzungen, die schon schwer sind zu heilen, keine neuen.
Seitdem ich den Schnitt gemacht habe, fühle ich mich deutlich entlastet und freier. Diesbezüglich mit mir im Reinen, ich habe ihn verabschiedet, noch nicht ganz losgelassen.

Was sollte es also bringen, wenn Moona die Beziehung ihren Eltern mitteilt?
Auch da wird es keine Anerkennung geben, nur neue Verletzungen, ist jetzt meine Meinung.

Aber, Liebe @Moona, ist es nicht schön, wenigstens bei der "Schwieger"Familie zu sehen, dass es anders geht?

Dieser Satz - super.
...Wenn ich schon nicht so bin, wie ich sein möchte, dann möchte ich wenigstens so handeln, als wäre ich so, wie ich sein will und daran arbeiten.
Und irgendwann ist man dann tatsächlich (fast) so, wie man sein will, das entwickelt sich, man verändert sich, integriert seine Ideale, lebt sie, verinnerlicht.
Neue Prägungen statt der alten, es braucht nur Geduld.

Ich für mich glaube daran. Und merke, dass es geht.