• #1

Vergangenheit! Holt sie Euch auch immer wieder ein und was kann man tun?

Hallo Ihr Lieben,
aus aktuellem Anlass habe ich sehr viel Zeit nachzudenken. Mich würden Eure Ergfahrungen zum Thema Vergangenheitsbewältigung interessieren. Obwohl ich soweit Alles gut verdaut habe, merke ich immer wieder, dass es doch Momente gibt, wo die Dinge doch wieder hochkommen und sicher auch einen Einfluss auf mein gegenwärtiges Leben haben. Geht es Euch auch mamal so? Und wie geht Ihr damit um? Habt Ihr das kpmplett abgeschlossen oder ist es norml, dass die Vergangenheit in bestimmten Momenten doch wieder sehr präsent sein kann? Mit meinen Beziehungen und meiner Partnersuche bin ich nach ganz üblen Jahren wirklich durch. Mit dem Singleleben habe ich mich angefunden. Manchmal sind es mal berufliche Schwierigkeiten, an die man mal zurück denkt oder Enttäuschungen mit Freunden. Meine Begleitung vor knapp 2 Jahren meine Mutter zur Sterbehilfe in die Schweiz haut auch nach dieser langen Zeit ziemlich übel rein. Das finde ich umso verwunderlicher, da wir ein sehr schwieriges Verhältnis hatten. Nach 2 Jahren müßte das doch bewältigt sein. Eine ganz üble Begleiterscheinung ist, dass ich seitdem nicht mehr heulen kann und zwar überhaupt nicht mehr. Dadurch habe ich einen Druck in mir, den ich nicht mehr abbauen kann. Was kann man tun, wenn einen die Vergangenheit immer wieder so einholt?

Herzlichen Dank für Eure Antworten!
 
  • #2
Hallo liebe FS,
ich kann Dich und Deine Zweifel sehr gut verstehen. Gerade momentan ist es wohl besonders schwierig, da wir doch alle in unseren sozialen Kontakten eingeschränkt sind und mehr Zeit zu Hause und eventuell auch alleine verbringen.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen, dass schwierige Eltern-Kind-Beziehungen unser Leben lang präsent sind, wenn man sie nicht „bearbeitet“. Das geschieht am besten durch therapeutische Hilfe. Oft ist es ja so, dass man durch ein Wechselbad der Gefühle schreitet und einfach den Weg nicht mehr sieht.
Ich selbst habe eine sehr schwierige Kindheit gehabt, ich war für meine Eltern einfach nicht „da“. Ich wurde nicht misshandelt, hatte mehr als genug Geld zu Verfügung, aber ich wurde einfach ignoriert, bzw. weggeschoben, wenn ich störend war ... alles andere war immer wichtiger. Es hat mich viele Jahre meines Lebens gekostet, um herauszufinden, warum ich in bestimmten Situationen bestimmte Handlungsweisen an den Tag legte und nicht so „normal“ war, wie eben andere.
Ich konnte das nur mit einer Therapie bearbeiten, heute habe ich ein relativ entspanntes Verhältnis zu meinen Eltern. Ab und zu kommt wieder ein negativer Gedanke hoch und dann weiß ich, ok, es ist wieder Zeit für eine Sitzung😉
Aus Deinen Beiträgen hier schließe ich, dass Du mit Dir nicht wirklich im Reinen bist. Tu DIR den Gefallen und hole Dir professionelle Hilfe, Du wirst sehen, es tut einfach so gut❤
Ich wünsche Dir von Herzen alle Gute!
 
  • #3
Die Emotionen und Prägungen bauchen sich nicht urplötzlich auf und auch nicht wieder standepede ab. Sie werden auf- oder abgetragen. Will sagen, wenn man nicht dagegen anlebt, bleibt es eben beim Status Quo.

Wenn Du Dinge überwinden willst, musst Du neue Erfahrungen, Prägungen erfahren, welche allmählich die alten in den Hintergrund drängen und ablösen. Wenn Du Dich aufgibst, bleibst Du stehen.

Mit meinen Beziehungen und meiner Partnersuche bin ich nach ganz üblen Jahren wirklich durch.
Das würde ich nicht machen. Die Überschwemmung durch Neues, kann ganz andere Seiten in Dir in den Vordergrund bringen und neue Entwicklungen einleiten.

Leben heißt, in Bewegung sein.
 
  • #4
Du hast zwar ein schwieriges Verhältnis zu deiner Mutter, aber ihr Tod hat dich trotzdem berührt. Da du dir das nicht eingestehen willst, sind diese Gefühle buchstäblich stecken geblieben, was du als Druck empfindest. Du bist quasi in Schockstarre. Was mir geholfen hat, war leider immer gezwungenermaßen - ich hatte Menschen kennengelernt oder Situationen erlebt, die mich massivst getriggert hatten und ich dadurch meine Gefühle loswerden "musste".
Wenn du relativ offen bist, dann könnte es für dich Heilpraktikerin übernehmen oder du du buchst dir ein Kurs für bestimmte Atemtechniken, zum Beispiel Holothropes Atmen. Bei solchen Techniken ist der Vorteil ist, dass du dich mit dem Thema nicht auseinandersetzen muss oder es nochmal erleben, es passiert sozusagen auf unterbewusster Ebene. Die einzige Bedingung - du musst bereit sein, es loslassen zu wollen. Ich habe solchen Kurs gemacht und bin am ersten Tag(es ging übers Wochenende) nicht ganz reingerutscht in das Prozess, mit dem Resultat, dass ich mich danach schlechter gefühlt habe, als vorher, weil ich mental abgelenkt war durch Streit, den ich am Abend vor dem Kurs erlebt habe. Ich war quasi dann mitten im Prozess stehen geblieben und Gott sei Dank konnte ich es am zweiten Tag zu Ende führen.
Aber du muss eben bedenken, dass negative Situationen sehr starke Energie haben und egal was du tust, um es loszuwerden, es geht eben nicht so mit dem Fingerschnips weg, da muss du schon mitarbeiten.
 
  • #5
Verdauen ist gut ... verdauen und das überflüssige, das was dir nicht gut tut ausscheiden ist besser. Bildlich gesprochen . ab ins Klo damit und runterspülen.
Sicher ist: der Mensch ist das Resultat aus seinen Anlagen, dem, was er daraus gemacht hat und der eigenen Erfahrungen.
Ja, du hast einige bescheidene Erfahrungen gemacht ... aber du hast auch gute Erfahrungen. Ja, du bist nicht da, wo du heute bist, weil du nichts kannst und alles falsch machst. Im Gegenteil, du hast ziemlich viel richtig gemacht.
Beruflich gesehen - und auch privat. Du hast eine Tochter (?) mit der du lachen kannst, die immer wieder gerne mit dir zusammen ist. Deine Mutter hat dich immerhin ausgewählt, sie zu begleiten ..... ja, es ist eine schlimme Erfahrung, aber stell dir vor, du wärst nicht dabei gewesen .....
Vielleicht schaust du nicht mehr ganz so aus wie das Model, das du mit 20 warst. Aber es gibt die hellen Sauerkirschen - und die sehr dunklen Schwarzkirschen. Und die Schwarzkirschen sind manchen Menschen viel lieber ......
Vielleicht - falls du dir das beruflich leisten kannst - solltest du mal 3 Monate Auszeit in einem Kloster machen - nicht wegen der Religion, sondern wegen der Reduzierung auf dich selbst. Kein Internet, Handy und Fernseher .... keine Schminke und keine tollen Klamotten, keine Ablenkungen aller Art ..... nein, aber dafür Zeit, um mit dir selbst zusammen zu sein. Einer befreundeten Anwältin hat genau das sehr gut getan.
Und ich weiss, dass ich mich unbeliebt mache - von Lionne und Pixie oder Amytan kannst du einiges lernen ... diese Frauen haben alle auch ihren Rucksack zu tragen. Und haben dennoch wieder zur Lebensfreude gefunden.
Ich hoffe, du findest deinen Weg - und drücke dir alle Tatzen
 
  • #6
Habt Ihr das kpmplett abgeschlossen oder ist es norml, dass die Vergangenheit in bestimmten Momenten doch wieder sehr präsent sein kann?
Nicht habt ihr, sondern hast du, habe ich damit abgeschlossen, muss es heißen?!!
Du schaust zurück, ich schaue nicht zurück sondern nach vorne und schließe täglich vor dem schlafen gehen mit allem Ballast ab, indem ich ganz bewusst reflektiere, und alles raus lasse, damit sich kein Druck aufbaut!
Eine ganz üble Begleiterscheinung ist, dass ich seitdem nicht mehr heulen kann und zwar überhaupt nicht mehr. Dadurch habe ich einen Druck in mir, den ich nicht mehr abbauen kann. Was kann man tun, wenn einen die Vergangenheit immer wieder so einholt?
Ganz einfach! Dein Thema heißt: loslassen lernen. Du musst dir deiner offenen Baustellen bewusst werden und sie dann ganz gezielt und konsequent abschließen.
Wahrscheinlich spürst du noch Schmerz wegen etwas oder jemanden, obwohl die Sache schon längst vergangen ist.!
Wahrscheinlich denkst du immer wieder: „Ich sollte eigentlich mal…“, tust es aber dann doch nie? Dann fange heute damit an und schließe heute damit ab!
Mach dir nicht selber das Leben unnötig schwer. Befreie dich von diesem Ballast. Mach dir diese offenen Baustellen bewusst und dann bring sie zu Ende.
 
  • #7
Das finde ich umso verwunderlicher, da wir ein sehr schwieriges Verhältnis hatten. Nach 2 Jahren müßte das doch bewältigt sein. Eine ganz üble Begleiterscheinung ist, dass ich seitdem nicht mehr heulen kann und zwar überhaupt nicht mehr. Dadurch habe ich einen Druck in mir, den ich nicht mehr abbauen kann. Was kann man tun, wenn einen die Vergangenheit immer wieder so einholt?
Liebe @Hasendompteur, ich habe da einen Satz fett markiert, der mich sofort angesprungen hat.
Nein, müsste es nicht. Verarbeitung ist nichts, was sich in einen festen, zeitlichen Ablauf pressen lässt. Mal macht man zwei Schritte vor, dann wieder drei zurück. Dann mal drei vor und einen zurück.
Womöglich hast du die Verarbeitung ganz blockiert und die Trauer (wenn nicht um deine Mutter direkt, dann vielleicht um alles, was mit ihr und dem schwierigen Verhältnis zu ihr zusammenhing, auch Trauer um das Kind, das damals schlecht behandelt wurde) einfach "weggedrückt"?
@realwoman hat es gut beschrieben. Ich hatte auch den Eindruck, dass du die Gefühle gar nicht erst zugelassen hast und sie dich im Gegenzug jetzt "erdrücken".

Ich hatte in meinem Leben eine lange Zeit, in der ich nicht weinen wollte - weil ich Angst hatte, dass ich nicht mehr aufhören kann, wenn ich einmal anfange. Ich glaube, das war ein - wenn nicht DER - Grund für meine Depression. Ich habe mich in einen Panzer verkrochen und Gefühle nur dosiert zugelassen (meinen Kindern gegenüber war ich offen). Und obwohl ich nach außen fröhlich sein konnte, war ich es innerlich nicht wirklich.

Da hilft nur zugeben, dass man es eben nicht verarbeitet hat. Dass es wehtut, wenn man hinschaut. Nicht mehr wegdrücken. Ob mit einem klassischen Therapieansatz oder einem neueren (ich bin da nicht mehr so auf dem laufenden), in dem man nicht mehr die ganze Geschichte noch einmal durchlaufen und -fühlen muss.

Viel Kraft dafür - du hast schon viel geschafft, du kriegst das auch noch hin.
 
  • #8
Das finde ich umso verwunderlicher, da wir ein sehr schwieriges Verhältnis hatten.
Es bedeutet ja nicht, dass du sie deshalb los werden wolltest.
Jedes Kind liebt seine Eltern. Ganz egal was sie als Eltern falsch gemacht haben. Kinder wollen es passend machen. Sie geben sich meist selbst die Schuld, wenn etwas nicht funktioniert wie es soll.
Dass du sie begleitet hast, zeigt ja auch, dass du sie geliebt hast.
Vermutlich stellst du dir immer noch Fragen, oder machst dir unterbewusst Vorwürfe.
Wenn man sich nahe am Tod bewegt, ist das oft traumatisch.

Wenn solche Erlebnisse immer wieder nach oben drängen, immer wieder belasten, können sie nicht verarbeitet werden. Man kann sich aber Hilfe dabei suchen. Das funktioniert sehr gut. Man hat dann relativ schnell "Ruhe" von der Thematik. Die Krankenkasse bezahlt das.
 
  • #9
Ich würde dir gern wie @Nikita09 zu ein paar Gesprächsterminen bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten raten. Gerade durch die Corona-Zeit kommen bei vielen alte Themen wieder an die Oberfläche, die nicht so gut von allein wieder verschwinden. Und die kann man nicht einfach in die Mülltonne kippen oder verdrängen, dann kommen sie immer wieder. Zahlt sogar die Krankenkasse, wenn du gesetzlich versichert bist, und bei vielen privaten Tarifen ist Psychotherapie auch inklusive. Du kannst sogar mehrere ausprobieren - die Chemie muss stimmen, das ist wichtig.
Gönn es dir, dann kannst du fröhlicher durch die nächste Zeit gehen und dich neuen Themen widmen.

Alles Gute dir!
w56
 
  • #10
Mir geht's fast täglich so....

Zum Horror jedes Partners habe ich ein Gedächtnis wie eine Elefant.
Ein alter bekannter meinte mal ich sollte Profiler werden;-)

Ein Wort, ein Ort, ein Moment und mein Inneres Album klappt auf....
Zb ein Duft....mh kommt mir bekannt vor...dann findet mein Album...riecht wie Dein Erzeuger, sofort Foto dazu, wie der mich ins Auto eingesperrt hat....und das Gefühl von damals schwappt direkt mit.
Manchmal sogar die Tränen direkt mit.

Heute entscheide ich nur schnell, ob es etwas ist, was noch "verarbeitet " werden muss oder nicht.
Wenn nicht klapp ich die Seite zu und such eine schöne Erinnerung oder lenke mich sofort mit etwas anderem ab.
 
  • #11
Vielleicht hilft es dir, wenn du weißt, dass fast jeder Mensch schlimme Erfahrungen gemacht hat. Wie versöhnt man sich mit der Vergangenheit? Dafür habe ich keine Lösung. Aber einmal hat Vikky eine schöne Metapher benutzt. Sie sagte:" sie hat ihre alte Ehe wie ein Zopf gepackt und abgeschnitten". Ich denke manchmal muss man auch so mit der Vergangenheit umgehen. Wie ein Zopf packen und abschneiden :).
 
  • #12
Meine Begleitung vor knapp 2 Jahren meine Mutter zur Sterbehilfe in die Schweiz haut auch nach dieser langen Zeit ziemlich übel rein. Das finde ich umso verwunderlicher, da wir ein sehr schwieriges Verhältnis hatten.
Vielleicht ist es das Endgültige, also das schwierige Verhältnis kann nicht mehr "auf Erden" ins Reine gebracht werden, weil sie ja nicht mehr da ist. Vielleicht konntest Du Dich ein bisschen aussöhnen, aber es sind noch Reste geblieben. irgendwelche Warum-Fragen.
Wenn euer Verhältnis am Ende auch schöne Momente hatte, bezeichnen die ja den letzten Zustand der Beziehung. Vielleicht können sie was aufheben, das in der Vergangenheit schiefgelaufen war, weil Du das Vertrauen hast, dass es Deiner Mutter leid getan hätte, wenn ihr offen drüber geredet hättet.

Bei meiner Vergangenheit holt mich auch manchmal was ein. Bzw. die Reaktion meiner Eltern zeigt mir, dass wir irgendwas noch als Thema haben, obwohl schon ausgiebig drüber geredet wurde. Wenn z.B. meine Leistungen für die Familie negiert oder kleingemacht werden. Ich frage mich dann immer, ob derjenige seine gefühlten Fakten nicht erstmal nachprüfen sollte, bevor er sie so verteidigt, denn es gibt ja nunmal schnell findbare Beweise. Oder wenn von jemandem, der Psychologie für Kaffeesatzleserei hält, kommt "dann hättest du doch dies und das machen können". Mit so jemandem KANN man nicht diskutieren, aber manchmal verpasse ich den Moment, die Diskussion zu beenden. Ich weiß auch, dass die selbst Traumata mit sich rumschleppen werden, aber davon muss man sich mE abgrenzen und eher sehen, wie sie das falsch ausgelebt haben und man selbst drunter leiden musste.

Bei Triggerdingern denke ich "kenn ich schon, muss ich nicht noch mal durchkauen". Das funktioniert, weil ich damit ja schon mal zu einem Abschluss gekommen bin. (Sind es dann noch Trigger?)
Wenn mich wirklich was triggert und ich merke, dass ich auf einmal in eine andere Stimmung gerate, suche ich nach dem Auslöser. Dann beleuchte ich die Situation und vergleiche sie mit der vergangenen. Und meist kommt raus, dass es doch anders ist. Es sind ja nicht dieselben Personen und vielleicht meinten sie es auch anders. Ich bin auch nicht abhängig von irgendwem, ich muss niemandem was beweisen. Also warum drüber grübeln.
Ich kann es loslassen und als nicht-wichtig betrachten. Heißt nicht, dass mich Bemerkungen von Bekannten nicht auch ... wie soll man das sagen? Ich bin nicht verletzt durch die Bemerkung, sondern dadurch, dass mich der Mensch verletzen wollte. Bei der einen Bekannten ist das so, obwohl ich weiß, dass sie einfach nur neidisch ist. Wir waren mal befreundet, und ich verfalle schon mal in den Modus, als mir noch nicht bewusst war, dass sie sich immer nur vergleicht und, wenn sie sich im Nachteil sieht, Gift verspritzt.
 
  • #13
Mir fällt aufgrund Deines Themas gerade ein Film ein, der für mich eine Art Offenbarung war (ich habe ihn erst viel später nach Erscheinungsdatum gesehen und auch das Buch gelesen. Aber der Film ist besser.), und das keineswegs wegen Brad Pitt, sondern so in Richtung "Finde dein wahres Ich, statt Erwartungen zu erfüllen oder in Lebensangst zu verharren und keine Veränderungen zu wagen".
Fight Club. Manche Stellen sind brutal, vielleicht kennst Du ihn auch schon und er gab Dir nichts. Ansonsten würde ich ihn Dir einfach empfehlen. Der Film ist auf mehreren Ebenen deutbar und gedankenanregend, wenn man nicht nur denkt, es sei ein Film, in dem Männer in Kellern kämpfen, oder sich am Körper von Pitt aufhält.
 
  • #14
Sprich bitte mit Deinem Hausarzt darüber, der kennt Dich und er wird Dir sagen können welche Möglichkeiten für Deine Situation am besten ist. Er wird Dir evtl. zu einer Gesprächtherapie raten. Es sind ja nicht die zwei Jahre die vergangen sind für Dich wichtig, sondern die Zeit davor wird stark ins Gewicht fallen. Sehr viele Frauen haben im Anschluss nach so einer Zeit Schwierigkeiten und blockieren. Das stecken die wenigsten Frauen so einfach weg. Vielleicht kann das Thema Partnersuche mit dazu genommen werden, damit Du auch da etwas gelassener wirst und nicht so traurig über dise Zeit bist.
 
  • #15
Guten Morgen Ihr Lieben,

vielen, vielen herzlichen Dank für Eure so lieben Antworten. Ich mußte erst einmal alles sacken lassen, und irgendwie ist mir jetzt klar geworden, dass das Thema mit meiner Mutter nun doch kein kurzes Hochkommen der Vergangenheit ist. Ich habe alles noch einmal reflektiert und habe wohl vieles verdrängt. Ich habe sogar festgestellt, dass die Trauer schlimmer geworden ist. Das war mir so nicht bewußt. In der Schweiz war alle megakrass und ich stand total neben mir. Nachdem es vorbei war hatten wir (meine Schwestern waren auch da) sie noch einen ganzen Tag bei uns. Tragisch, dass ich meine Mutter zu Lebzeiten niemls so geküßt und gestreichel habe wie an diesem einen Tag. Da habe ich auch noch total geheult. Danach nie wieder. Ich glaube es ist nicht nur der Abschied, sondern wie hier auch schon gesagt wurde, diese verkorkste Beziehung zueinander. Hintergrund ist, dass ich von meinem 7 Lebensjahr (mein Vater verstab 82) ihr Partnerersatz sein musste. Ich war völlig gefangen und unfrei und ihren Launen ausgeliefert. Dazu kamen mehrere gescheiterte Beziehungen ihrerseits und sie wollte sich jedes Mal suizidieren. Dazu der ständige Vorwurf, die Kinder hätten ihr Leben zerstört, also sollten sie es gefälligst auch richten. Mit 35 bin ich weggezogen und auch meine Schwestern sagen, dass war ihr Todesurteil, weil sie dann schwer krank wurde. Ich stellte wiederum fest, dass sich nach meinem Umzug nichts änderte. Die sehnlichst herbeigesehnte Partnerschaft wollte einfach nicht klappen. Damit waren für mich (damals!) alle Hoffnungen zerplatzt. Wenn meine Mutter und ich aufeinander trafen oder telefonierten, trafen zwei totunglückliche Menschen aufeinander. Jeder erwartete Hilfe vom anderen. Niemand konnte es aber geben, weil die Kraft auf beiden Seiten fehlte. Ich hatte natürlich auch ein mieses Gewissen, weil mich meine Mutter ein einziges Mal aus vollen Kräften unterstützt hatte. Als mein Ex während meiner Schwangerschaft in den Knast gewandert ist, hat sie mich und mein Baby aufgenommen und in allem unterstützt. Umso schlimmer, dass ich dann mit der Kleinen weggezogen bin. Ich weiß, das gehört alles nicht hierher. Ich erzähle es nur, weil ich manchmal nicht weiß, ob ich nicht mehr über diese total schief gelaufenen Jahre trauere. Wäre alles anders gekommen, wenn ich mich schon viel früher damit abgefunden hätte, dass sich der Beziehungswunsch nie erfüllen würde, aber ich brauchte Jahre um damit klar zu kommen, dass ich auf das verzichten musste, was für andere das normalste von der Welt war. Dann hätte ich vielleicht auch viel besser auf ihre Probleme eingehen können. Als es nur noch 2 Tage bis zum Sterbetermin war, hat sie komischerweise gesagt, dass wir uns doch immer gut verstanden hätten. Ich habe nichts mehr dazu gesagt, so fassunglos und erstaunt war ich darüber.
Ich werde nun doch einen Therapeuten bemühen und/ oder die vielen anderen wertvollen Tips von Euch bemühen. Vielen, vielen Dank dafür.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Nur noch einen Nachtrag, weil ich keine Zeichen mehr frei hatte.
Ich trage meiner Mutter absolut nichts mehr nach. Es ist mit dem letzten Tag einfach von mir abgefallen. Da ist nur noch Liebe und ich sehe nur noch die schönen Momente, die es ja auch definitv gab. Wir sind trotz allem immer eine spaßige Familie gewesen, die sehr viel lacht. An diese Momente erinnere ich mich super gerne. Es gab auch viel Verrücktes, viel Unkonventionelles im positiven Sinn, das ich auch nicht missen möchte.
Resümee ist, dass es eher mein schlechtes gewissen ist, dass mich quält, aber ich weiß nicht, was ich hätte tun können. Ich habe als Daueralleinerziehende ohne jegliche Unterstützung und Vollzeitjob alle Kraft für mich und mein Kind gebraucht. Aber am meistem Kraft, das gebe ich zu, haben mich die Depressionen, die selbstzerstörerischen Gedanken wegen meiner Partnerlosigkeit gekostet. Karriere hatte ich nie, nie angestrebt, und nun ist genau das der Mittelpunkt meines Lebens. Und wenn ich mal Urlaub habe wie momentan, komme ich gleich ins Grübeln....... Seufz! Ich merke immer, wie ungewohnt Freizeit für mich ist und ich komme nicht so gut damit zurecht. Ich muss noch lernen, freie Zeit zu genießen. Da komme ich mir auch immer gleich faul vor.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Dass deine Mutter gesagt hat, ihr hättet euch doch immer gut verstanden. Verrückt, aber es ist oft so, aus ihrer Perspektive WAR es vielleicht so? Weil du trotz allem immer versucht hast, es nicht eskalieren zu lassen, Fehler zu verzeihen?
Mir ist es schon mehrfach im Leben passiert, dass das Gegenüber eine völlig andere Wahrnehmung hat!
Meine Geschwister z.B. empfanden die Kindheit anders als ich.
Vielleicht ist es auch eine Frage von Verdrängung. Oft hat man ein bestimmtes Erlebnis im Bezug auf eine Person im Vordergrund, sowohl positiv als auch negativ!
Aber ich würde wirklich mal ein paar Stunden beim Therapeuten nehmen, kann doch nur besser werden, oder?
 
  • #18
dass es doch Momente gibt, wo die Dinge doch wieder hochkommen und sicher auch einen Einfluss auf mein gegenwärtiges Leben haben. Geht es Euch auch mamal so? Und wie geht Ihr damit um? Habt Ihr das kpmplett abgeschlossen oder ist es norml, dass die Vergangenheit in bestimmten Momenten doch wieder sehr präsent sein kann?
Abhängig von dem, was einem wann passiert ist ist es normal, dass die Dunge wieder hochkommen. Du beschreibst einen massiven emotionalen und dauerhaften Missbrauch durch Deine Mutter. Derartige Dinge prägen für das Leben und gehen nicht weg.
Es hilft ungemein, das als erstes zu akzeptieren um dann zu lernen im weiteren Leben kostruktiv damit umzugehen und nicht jedesmal in destruktive Verhaltensmuster zu verfallen, wenn im hier und jetzt etwas passiert, was Deine inneren Gespenster aus ihrer Ecke kriechen lässt.

Wichtig ist, nicht ständig in der vergangenheit rumzuwühlen, sondern heute neue, bessere Beziehungserfahrungen mit anderen Menschen zu machen. Das muss keine Beziehung zu einem Mann sein, in der Du Dich wieder so ungut und intensiv verstrickst wie mit Deiner Mutter. Gute Freundschaften sind da besser als ein psychisch beschädigter Mann (ziehst Du an mit Deiner Vorprägung).

In Deinem Fall ist es so, dass in der Sterbephase in Dir Illusionen geweckt wurden, wie großartig das Leben mit Deiner Mutter hätte sein können und dass die kindliche Sehnsucht danach geweckt wurde. Das treibt Dich endlos um.
Es hilft ungemein zu erkennen, dass es so nicht hätte sein können, sondern dass es Dein Irrtum ist. Wärt ihr beide dazu in der Lage gewesen eure Beziehung anders zu gestalten, dann hättet ihr es früh getan.
Ihr wart es nicht und darum ist es nicht passiert. Es hilft überhaupt nicht weiter, sich daran abzuarbeiten sondern radikale Akzeptanz sowohl der psychischen Schäden bei Dir, die es verhindert haben und auch die Deiner Mutter.

Ich werde nun doch einen Therapeuten bemühen
Gute Idee und hoffentlich findest Du einen fähigen Traumatherapeuten, nicht einen von den vielen Stümpern, die mehr Schaden verursachen als dass sie nützen. Die meisten Therapeuten können sich fachlich mit leichten Befindlichkeitsstörungen befassen, nicht mit schwerwiegenden Störungen.
 
  • #19
Ich gratuliere zum Traurigsein und das in keinster Form hämisch Liebe FS.
Du gehst die richtigen Schritte und lässt Dich dabei begleiten.
Ich denke gerade an das Märchen vom Froschkönig, wo es zum Ende ein lautes Geräusch gibt und der Diener sagt: das war das Band an meinem Herzen...
Es brach auf

Fühl Dich gedrückt
 
  • #20
@pixi67, meine Tochter meinte mal, ich solle doch zu Kriminalpolizei gehen, zur Spurensicherung mit meinen „Instinkten“😂Ich glaube, ich weiß ganz genau, was Du meinst und empfinde es eher als Fluch denn als Segen😩
Liebe FS, ich möchte Dir erstmal ein ganz großes Dankeschön für Deine Offenheit und Dein Vertrauen aussprechen. Bedenke bitte was einige hier schon ausgesprochen haben, Du wärst nicht so weit gekommen, wenn Du nicht DU wärst! Ich denke, es ist wirklich eine merkwürdige Zeit gerade, ich erlebe und erfahre gerade ganz viele persönliche Geschichten von Menschen, die mit ihrer Vergangenheit straucheln. Auch bei mir läuft alles gerade momentan nicht rund. Aber Deine Ehrlichkeit und die Reflexion machen Dich sehr sympathisch und ich bin mir sicher, dass Du mit professioneller Hilfe weiterkommst. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen.
 
  • #21
Deine Mutter hatte es umgedreht - Du als Kind solltest für sie sorgen. Und sie hat sich auch so benommen, ich meine, wie soll ein Kind/Heranwachsender damit umgehen, wenn es ein Elternteil vom Selbstmord abhalten muss. WO wurde sich auf Deine emotionalen Bedürfnisse konzentriert, wie es gesund und richtig gewesen wäre?
Ich glaube, das ist in dieser Generation aber oft so. Von den Kindern wird erwartet, dass sie sich kümmern, weil die echte Mutter (also die Oma des Kindes = Protagonisten) sich auch nicht gekümmert hat um ihr Kind (also die Mutter des Protagonisten).
Kinder wurden und werden ja noch immer benutzt, um das eigene Leben zu kitten, um Männer zu halten, um sich an sie zu klammern, weil der Partner nicht das Richtige gibt oder gegangen ist. Aber sie haben eben nicht die Macht zu gehen und sich dem Einfluss zu entziehen, wie es ein echter Erwachsener und Partner hätte. Einmal sollen sie erwachsen und reif sein und sich um die Mutter, die das Kind spielt, kümmern, auf der anderen Seite aber spuren und die Mutter spielt ihre Macht voll aus.

Man darf auch die Zeiten nicht vergessen, die Situation in Weltkriegen und Nachkriegszeit.

Mit 35 bin ich weggezogen und auch meine Schwestern sagen, dass war ihr Todesurteil, weil sie dann schwer krank wurde.
Ja, aber Du hattest ein Recht auf Dein eigenes Leben. Du kannst nicht heilmachen, was die Mutter ihr Leben lang nicht selbst als Erwachsene heilen konnte. Gut, damals gab es noch wenig Therapien und Psychologie war noch was Seltsames, heute ist es anders. Aber ein Kind ist kein Therapeut, auch wenn es sich dafür benutzen lassen muss, weil es sich nicht befreien kann. Ein Kind ist auch kein Ehekitt, Partnerersatz, Sandsack, ...

Es ist so einfach, seine Macht zu missbrauchen. Und dabei geschehen eben doch auch liebevolle Dinge, es wird sich gekümmert und ich denke, das Kind lernt dann, dass wenn es mal ein bisschen beachtet wird, das die große Liebe sein muss. Einfach weil die Eltern so wenig gaben an Liebe. Dass es selbstverständlich sein sollte, dass Eltern das tun, und noch viel mehr hätte kommen können, ist gar nicht bewusst. Insbesondere das Gefühl der Geborgenheit und des Schutzes ist ja was immaterielles und hängt nicht davon ab, wieviel man zu Essen hatte. (Z.B. nach dem Krieg) Aber auch die Elterngeneration der Eltern wird nicht Liebe und Geborgenheit gegeben haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Ja, und sie müsste sich vorwerfen, mit ihrem Alter und der Reife, die man erwarten würde bei einer Mutter, ihrer Tochter nicht geholfen haben zu können. Sie kreiste um ihre eigenen Probleme, was tragisch ist für sie. Aber eben auch für Dich.
Ein Kind kann kein Elternteil retten, ein Elternteil müsste in der Lage sein und sich verpflichtet dazu fühlen, sein Kind zu retten, wenn es in Not ist.
Heißt nicht, dass Du sie nicht als Erwachsene unterstützen kannst, aber ihr Leben kannst Du immer noch nicht heil machen, indem Du Deins opferst.
Ich kenne Frauen, die klammerige Mütter haben, die erwarten, dass diese Frauen um die Mütter kreisen, weil die Mütter damals ihr Leben auch zurückstellten, um um deren Mütter (die Omas) zu kreisen. Und ums Kind, aber das kann ja nicht in einen Topf geschmissen werden. Wird aber.
Nur kann man heute als Elternpflegekraft kaum für sich selbst sorgen, während damals ja wohl noch ein Gutverdiener an den Seiten dieser Hausfrauen war, und sie dafür auch seine Eltern pflegte. Wenn er keine Schwester hatte.

Ich hatte natürlich auch ein mieses Gewissen, weil mich meine Mutter ein einziges Mal aus vollen Kräften unterstützt hatte. Als mein Ex während meiner Schwangerschaft in den Knast gewandert ist, hat sie mich und mein Baby aufgenommen und in allem unterstützt. Umso schlimmer, dass ich dann mit der Kleinen weggezogen bin
Bist Du der Meinung, Du hättest diese Unterstützung SELBSTLOS von Deiner Mutter bekommen? Ich glaube, nicht.
Deine Mutter konnte doch nicht loslassen, weil sie Dich brauchte. BRAUCHTE. Als Teil, das ihr Leben besser macht.

Ich denke, wann immer Kinder noch in "hohem" Alter bei ihren Eltern leben, wurden sie von einem Elternteil nicht losgelassen und unterstützt. Die Eltern klammern, machen Angst vor der Welt, indem sie dem Kind vermitteln, dass es gar nichts kann und nicht zurechtkommen wird, indem sie nie eigene Wege des Kindes unterstützen und indem sie unterschwellig vermitteln, dass sie das Kind nicht mehr lieben werden, wenn es geht, weil sie dann totunglücklich sein werden. Würde das Kind gehen, müssten die Eltern sich dem stellen, was sie jahrelang verschleppen: Ihre Beziehung bzw. wenn es nur ein Elternteil ist, sein Leben, funktioniert nicht ohne Kind. Das Kind ermöglichst herauszuzögern, sich den eigenen Problemen zu stellen.
 
  • #23
Wäre alles anders gekommen, wenn ich mich schon viel früher damit abgefunden hätte, dass sich der Beziehungswunsch nie erfüllen würde, [...] Dann hätte ich vielleicht auch viel besser auf ihre Probleme eingehen können.
Ich würde sagen, Deine Beziehung hat nicht geklappt, weil Deine Kindheit so verkorkst war und wenn Du Dich wieder umgekehrt bewegt hättest, um Deine Mutter zu unterstützen, wärst Du vom eigenen Weg abgewichen, um zu kapitulieren. Dann würdest Du heute sagen: Wenn ich mich nicht durch diese gezeigte Schwäche so hätte hinmanipulieren lassen, dass ich nie eine eigene Bez. wenigstens mal versucht hätte, und wenn sie auch gescheitert wäre, dann wäre ich wenigstens IRGENDWANN meinen eigenen Weg gegangen, statt das Nicht-Machbare zu versuchen, meiner Mutter das Leben schöner zu machen. Denn ich denke, das wäre sowieso ein Fass ohne Boden gewesen, wenn Du emotional ihr Elternteil sein solltest. Man kann es nicht nachholen, wenn die eigenen Eltern nicht das gaben, was ein Kind braucht. Und es wird auch die Eltern Deiner Mutter betreffen.

Das Normalste von der Welt sind gute Beziehungen keineswegs.Viele hadern, haben Angst vor Veränderung, versuchen, sich nicht zu merken, um die Bez. nicht aufgeben zu müssen. Versuchen, immer noch den Partner dazu zu bringen, "Mami"/"Papi" zu spielen.
Lange Beziehungen bestehen manchmal nur aus Gewohnheit und Angst vor Veränderung. Paare wälzen die gleichen Probleme die ganze Beziehung lang. Oder reden nicht miteinander bzw. einer tut das, was der andere sagt, als Blabla ab und ändert nichts. Oder einer verlangt immer mehr Änderung, bis der Partner ein "Maßanzug" sein soll und dann wird immer noch was gefunden, und wenn es ist, dass rausgefunden wird, dass man vor Leuten, die sich so verbiegen, keinen Respekt haben kann.

hat sie komischerweise gesagt, dass wir uns doch immer gut verstanden hätten
Ich denke, das könnte auch ein Friedenschließen gewesen sein. Du weißt auch nicht, was sie alles so gedacht, aber nie gesagt hat, weil sie Angst hatte, es auszusprechen. Z.B. dass sie immer viel von Dir verlangt hatte, was sie selbst hätte für ihr Leben lösen müssen. Und wenn es ist, dass sie an ihre eigene Mutter dachte und was sie der alles vorwerfen würde, um dann zu sehen, was Du ihr alles vorwerfen hättest können.

Aber am meistem Kraft, das gebe ich zu, haben mich die Depressionen, die selbstzerstörerischen Gedanken wegen meiner Partnerlosigkeit gekostet.
Wie Deine Mutter ja auch, oder?
Überleg mal, ob Du endlich geliebt und gesichert sein wolltest wie ein Kind. Du kannst das nicht nachholen. Kein Partner der Welt kann Dir das geben, Du kannst Dich aber "spalten" und Dich fragen, was Du als Kind gebraucht hättest, um es Dir dann selbst "als Eltern" zu geben. Lob z.B. oder Dich verwöhnen mit irgendwas.
 
  • #24
Ich selbst halte diese ewigen Schuldzuweisungen für nicht zielführend.
Wir alle haben im Beruf gelernt, dass Menschen limitiert sind. Manche geben sich Mühe, können aber einfach nicht mithalten. Andere sind faul, wieder andere sind nicht strukturiert und organisiert. Der Chef muss diese Schwächen und Defizite durch kluge Massnahmen und geschickte Wahl seiner Instrumente möglichst ausbügeln. Damit das Ganze funktioniert. Und der Führungsmitarbeiter hat die Aufgabe, den Chef zu unterstützen.

Ok, deine Mutter hat nicht alles falsch gemacht und auch nicht alles richtig. Sie hatte auch mit sich selbst zu kämpfen und hat versucht, ihr Bestes zu geben. Lass das nun einfach so stehen ......
Ganz übel kann sie auch nicht gewesen sein - immerhin hat das, was sie dir mitgegeben hat zu einer ordentlichen Karriere gereicht. Und dich dazu befähigt, irgendwann dein eigener Chef zu sein. - für dein Kind Halt und Fundament zu sein. Du hast erfolgreich studiert, bist beruflich erfolgreich, hast ein Kind erfolgreich ans Leben herangeführt. Setzt dir dafür mal selbst die Krone auf und sei stolz auf dich. Und mit diesem Stolz und diesem Wissen um deine Möglichkeiten und Leistungen gehst du nun her und kümmerst dich um deine Baustellen. Du wirst lernen, zufrieden zu sein, dir selbst Fehler zu vergeben, wie du das auch bei deinem Kind kannst. Zufriedenheit erlangen, dadurch eine andere Sicht auf einige Dinge bekommen und eine Ausstrahlung, die nicht mehr ausdrückt: "ich bin schuld" - sondern "ich habs geschafft". Du wirst sehen, dass deine Mutter dich geachtet hat und es nicht richtig zeigen konnte - sie kann es nicht mehr ändern, behalte die positiven Dinge in Erinnerung. Lächle - sie hat dir geholfen. zu werden, was du bist und noch werden wirst.
Du brauchst weder OPs noch neue Klamotten oder einen neuen Haarschnitt - du brauchst dieses sympathische, zufriedene Lächeln .... und dann sehen die Männer dich - eine Frau, die sie nicht gegen ein Model eintauschen wollen.
Mach mal - du kannst das. Und da Gratisrat nix wert ist - hier die Honorarrechnung ... 1 Käsekuchen mit Rosinen ... grins
 
  • #25
Ja, ich kenne das. Habe ich gerade trotz 3 Jahre Trennung.
Es gibt keine patente Zeitraum, wann die Vergangenheit abgeschlossen sein sollte. Es ist abgeschlossen, wenn du das Gefühl hast, dass es abgeschlossen ist. Egal wie lange. Manche haben es nach nur ein Paar Monaten durch, manche brauchen eben länger.
Und je nachdem wie intensiv die Beziehung war, ganz weg wird es nicht. Natürlich rufen bestimmte Ereignisse oder Ortr die Erinnerungen hoch.
Bei mir hilft es, dass ich die Vergangenheit akzeptiere, egal wie schmerzhaft das war. Es gibt manchmal Momente, wo ich mir erlaube, an die Vergangenheit zurück zu erinnern. Das heißt aber nicht, dass ich wieder zurück in die damalige Beziehung wollte. Man sollte die Vergangenheit nicht verdrängen oder vergessen sondern als Teil deines Lebens akzeptieren.
Wenn es schwierig ost ,das alleine zu bewältigen, wäre profesionelle Hilfe nicht verkehrt.
 
  • #26
Die Emotionen und Prägungen bauchen sich nicht urplötzlich auf und auch nicht wieder standepede ab. Sie werden auf- oder abgetragen. Will sagen, wenn man nicht dagegen anlebt, bleibt es eben beim Status Quo.

Wenn Du Dinge überwinden willst, musst Du neue Erfahrungen, Prägungen erfahren, welche allmählich die alten in den Hintergrund drängen und ablösen. Wenn Du Dich aufgibst, bleibst Du stehen.



Das würde ich nicht machen. Die Überschwemmung durch Neues, kann ganz andere Seiten in Dir in den Vordergrund bringen und neue Entwicklungen einleiten.

Leben heißt, in Bewegung sein.

Ein toller Beitrag den ich ebenfalls voll und ganz unterschreiben kann.

Meine Ideen wären noch:

Ein unkomplizierter Weg, anderer Leute Meinung zu lesen und wirken zu lassen könnte für dich (solange du noch Probleme hast dich auf dich selber zu beziehen in Gesprächen - weil nichts anderes wird dir helfen) zunächst mal sein deine Fragen direkt in G**gle reinzutippen und du wirst erstaunt sein, wie viele Menschen bestimmt das gleiche schonmal gefragt haben in diversen Foren und was andere Leute DENEN dann geraten haben.

Dann stellst du fest du bist nicht 'alleine', andere Leute haben auch ihre Sorgen. Und dann stellst du deine eigenen Probleme und Gefühle Stück für Stück auf eine immer kleinere Stufe neben dich und besinnst dich immer mehr darauf zu sehen was dir Freude macht, die vielen Kleinigkeiten die den Tag füllen. Und wenn es nur schöne Wolken sind die man gerne betrachtet.

Und dann habe den Mut aus deinem Leben auszusortieren, was dir nicht gut tut oder wage den großen Schritt einen Tapetenwechsel (andere Stadt, anderer Job, andere Freunde) in Betracht zu ziehen. Du musst dich von deinem alten Alltag so weit distanzieren, bis du zur Ruhe kommst und dich leichter damit tust zu sortieren wen oder was du in DEINEM Leben haben und nicht haben willst.

Ich schreibe immer gerne von der Axt, die man durch den Alltag schlagen muss bis man keine andere Wahl mehr hat neu anzufangen. Und glaub mir, es geht immer irgendwo eine neue Türe auf, wenn die richtige hinter dir mit größtmöglichem Knall zugefallen ist.