• #1

Vaterpflichten trotz Trennung?

Hallo miteinander!
Mein Problem: Den Vater unseres gemeinsamen Kindes und mich trennen 200 km. Er hat mich in 3 Jahren ganze 3 mal besucht, ansonsten bin ich zu ihm gefahren und trug alle Fahrtkosten allein.
Die gesamte Schwangerschaft erlebte ich ohne ihn.
Zur Geburt war er da, da gab es Dauerstress weil wir der neuen Situation nicht gewachsen waren. er reiste nach 5 Wochen ab. Seitdem, das ist jetzt 1 3/4 Jahre her, haben wir uns nicht wiedergesehen. Aber es gab täglich Sms - Kontakt. Solange wir das Thema Wiedersehen nicht anschnitten, war alles gut. Mich bedrückte die fehlende Nähe immer mehr und deswegen stritten wir nur noch. Ich bot ihm an, die Fahrtkosten zu tragen, weil er kein Geld hat. Er lehnte ab. Und er lehnte ab, weil ich ein Mensch sei, mit dem man nicht klarkommen kann. Er war ja damals da, da gabs nur Stress. Die Schuld daran gibt er ausschliesslich mir.
Als letzes schrieb er mir: Ich verzeihe dir nicht, dass ich mein Kind verpasse.
Seitdem bin ich fix und fertig. Bin ich eine so unmögliche Person und er der hilflose Vater, der sein Kind verlassen MUSSTE, meinetwegen?
Ich verzweifle langsam, fühle mich sehr ungerecht abserviert.
LG
 
  • #2
Wie bitte? Du hast ihn seit fast 2 Jahren nicht mehr gesehen und Du redest von Beziehung? Sorry, Beziehung ist was anderes. Du bist Alleinerziehend. Und er ist nicht willens sein Kind zu besuchen, zu sehen etc., also kann die Vaterliebe auch nicht allzu groß sein und sein Gejammer ist nicht ernst zu nehmen.

Er hat jetzt ganz genau 2 Möglichkeiten. Entweder aufhören zu labern und den Popo hochkriegen für sein Kind. Auch ohne partnerschaftliche Beziehung zu Dir. Oder einfach Klappe halten und Euch in Ruhe lassen.

Und! Ganz wichtig! Gib auch Du Deine Opferrolle ab. Hör auf Dich klein machen zu lassen. Hör auf zu träumen von etwas was nicht ist und auch nicht wird ... stelle dich der Realität und gestalte Dein Leben so wie Du es Dir wünschst.

Hoffe Du schaffst das!?!
 
  • #3
Völlig unglaubliche Geschichte.

Du hast ihn während der gesamten Schwangerschaft und dann seit fast zwei Jahren nicht gesehen? Er kennt das Kind nur als Säugling?

Zahlt er Unterhalt?

Natürlich müsste er sich eigentlich kümmern. Eigentlich.

Ganz ehrlich, das klingt jetzt hart, aber aus meiner Sicht heraus solltest Du ihn einfach knicken. Brich den Kontakt ab. Ein solch komplett untaugliches Exemplar von Vater zieht Dich nur noch weiter 'runter.

Vielleicht findest Du tatsächlich noch einen guten Vater für Dein Kind - dann solltest Du aber frei sein. Wirklich frei. Verlass Dich auf Dich selbst, nimm Dein Leben in die Hand, Du hast noch Möglichkeiten.
 
E

endrana

  • #4
Ja, ganz einfach, das Kind ist ihm nicht wichtig, die Fahrtkosten als Grund nur vorgeschoben. Das soll ja wohl ein Witz sein?! Er kann sich 200 km Fahrt hin und zurück in fast zwei Jahren nicht einmal leisten?
Selbst beim Mindestsatz Hartz 4 müsste er sich das mindestens alle 6 Monate ansparen können... ist ja schließlich kein Flug nach Australien!

Nee ganz klar würde ich ihn als Vater für das Kind abschreiben, halt den Kontakt lieber möglichst klein, sonst wirst du nur verletzt werden und nach einer Zeit nur noch wütend sein, weil er sich unmöglich verhält.

Schau dich lieber in deinem Umfeld um... vielleicht hast du ja irgendwann wieder neues Glück in der Liebe! Und wenn der Vater eh nicht präsent ist, mag ein neuer Mann evtl gerne ein bisschen mehr Vaterfigur für dein Kind sein... aber alles zu seiner Zeit!

Viel Glück!
 
  • #5
Die Schuld daran gibt er ausschliesslich mir.
Als letzes schrieb er mir: Ich verzeihe dir nicht, dass ich mein Kind verpasse.
Anscheinend sieht er das so, weil Du nicht zu ihm ziehen willst. Warum nicht, warum zieht er nicht zu Dir, und warum habt ihr ein Kind zusammen, wo doch auch schon am Anfang das Problem auftrat, dass einer nicht zum anderen will? Hast Du gedacht, wenn erstmal das Kind da ist, zieht er schon um oder warst Du gleich schwanger, ohne dass es geplant war?

Ich sehe keine Beziehung. Ich sehe zwei Leute, die sich nicht aufeinanderzubewegen, warum auch immer. Ihr habt euch 1 3/4 Jahre NICHT gesehen? Ihr habt vor dem Kind nicht zusammengelebt, er war mal 5 Wochen da und in diesen gab es schon Stress, Du warst die ganze Schwangerschaft über allein.
Das sind alles so Punkte, die zeigen, dass ihr schon in der Anfangsphase festgestellt habt, dass ihr als Paar nicht funktioniert.

Räum doch mal Dein Leben auf und zieh einen Schlussstrich unter dieses dreijährige Dings. Hoffst Du immer noch drauf, dass der Mann irgendwann zu Dir zieht und ihr eine Familie wärt? Ihr passt nicht zusammen und das Kind wird nur verwirrt durch diese ungeklärten Verhältnisse, weil - es hat keinen Vater, ob Du nun täglich Sms schreibst oder nicht, und Du hast keinen Partner.
 
  • #6
Der Vater verhält sich unmöglich. Wahrscheinlich hättest Du Dir vorher überlegen müssen, ob Du Dich von ihm schwängern lässt, denn jetzt ist augenscheinlich nicht mehr viel zu holen. Geld hat er wohl auch keins so wie sich das anhört...
An Deiner Stelle würde ich ihn abschreiben. Such Dir Unterstützung bei Deiner Familie und gib Dein bestes für das Kind, das nichts dafür kann.
 
  • #7
ER verzeiht DIR nicht, dass er sein Kind nicht sieht? In welcher Realität lebt der?
Verstehe ich das richtig, dass du die Nähe und seine Teilnahme am Leben, an deinem und dem des Kindes, sehr wohl wolltest und er die Strecke von 200 km nicht zurücklegen kann?
Der soll gefälligst zu seiner Verantwortung stehen, sich um sein Kind kümmern und regelmäßigen Kontakt aus eigener Motivation halten.
Du verweigerst ihm den Kontakt doch nicht, oder? Dann hat er auch kein Recht solche Meldungen zu schieben!
Dinge gibts...*kopfschüttel*
 
  • #8
Ich sehe es schon kommen....das hier wird ein hochbrisanter Thread.

Nein, er kann dir natürlich nicht die Schuld daran geben, dass er die Vaterrolle verpasst. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das ist immer nur eine Frage der Priorität. Manchen Vätern sind drei Stunden Autofahrt angeblich immer zu weit, andere setzten sich 13 Stunden ins Flugzeug, um ihr Kind zu sehen. Wenn er will, dann schafft er das auch.

Du erzählst zu wenig über eure Streits und über eure Beziehung. Was war denn da los? Ich meine, wir sehen jetzt hier nur deine Situation, aber was ist denn da wirklich los?

Bin ich eine so unmögliche Person und er der hilflose Vater, der sein Kind verlassen MUSSTE, meinetwegen?
Ich finde du nimmst dir das zu sehr zu Herzen und gibst seinen Worten zu viel Bedeutung. Manche Menschen spüren das und versuchen dich damit zu manipulieren. Weise das ganz klar von dir. Das ist doch lächerlich.

Ich habe immer den Eindruck, dass wenn die Mütter ihre Kinder auf dem Silbertablett servieren, dann haben die Väter kein Interesse. Und wenn die Mütter den Umgang verbieten, dann bestehen die Väter plötzlich auf ihr Recht.

w(28)
 
  • #9
Seitdem bin ich fix und fertig. Bin ich eine so unmögliche Person und er der hilflose Vater, der sein Kind verlassen MUSSTE, meinetwegen?
Ich verzweifle langsam, fühle mich sehr ungerecht abserviert.
Was bringt es wenn Du versuchst, mit jemandem gut auszukommen, der das gar nicht will und mit dem es wohl nicht geht ?

Such Dir was den Unterhalt angeht und Deine Rechte und Pflichten den Rat eines Fachanwalts für Familienrecht. Dann hast das Recht als Leitlinie für den Umgang mit ihm. Fordere Dein Recht und gewähre nur das, was Du dem Recht nachgewähren mußt.
 
  • #10
Es ist so einfach Partei zu ergreifen wenn man nur eine Seite der Medaille kennt und selbst da bleibt fraglich ob das eine objektive Selbsteinschätzung ist. Die Wahrheit liegt meist in der goldenen Mitte. Streiten wird der Kindsvater nicht mit sich alleine, dazu gehören immer zwei. Im Prinzip geht es aber m.E. nach weder um die Fragestellerin noch um ihren "Partner" sondern nur um das Wohlergehen des Kindes und dazu sollten zwei erwachsene Menschen die die Verantwortung tragen können ein neues Leben in die Welt zu setzen auch möglichst eine Einigung finden.

w33
 
  • #11
Wie bitte? Du hast ihn seit fast 2 Jahren nicht mehr gesehen und Du redest von Beziehung?
Wo hat die FS was von Beziehung geschrieben!

FS, wie ist das Kind entstanden?

Denn so wie sich das für mich anhört, habt ihr nicht wirklich verhütet - Du wolltest schwanger werden und er hat nicht an die Folgen gedacht.

Du bist für ihn nicht die Frau, die er sich als Mutter seines Kindes sieht. Darunter leidet er jetzt auch, er möchte das Kind erleben aber er will Dich dazu nicht haben.

Er hat wohl versucht den Kontakt zu halten aber er kann Dich nicht ertragen. Du warst nur für Sex gut. Versuch nicht eine Beziehung mit ihm aufzubauen oder Euch als Familie zu sehen, denn für diesen Mann bist Du nur die Frau, die sein Kind geboren hat. Und wenn Du das Kind für den Aufbau einer Beziehung zu ihm nutzt, dann wird es weiter eskalieren.
 
  • #12
Hier ist die FS.
Zunächst einmal herzlichen Dank für Eure Antworten. Mir geht es wirklich nicht um Parteienbildung oder dergleichen. Natürlich habe ich auch mitgestritten. Wir haben eine sehr verschiedene Streit"kultur". Ich kann sehr lange durchhalten und er reagiert fast immer mit Rückzug und strafendem Schweigen, was natürlich besonders gemein ist, wenn man auf das Telefon angewiesen ist und er Anrufe einfach wegdrückte oder das Handy ausmachte, nach dem Motto: Mit DIR red ich nicht.
Es war von Anfang an problematisch, es lag immer ein Gefühl von Seltsamkeit in der Luft. Wenn ich ihn bediente und zu ihm fuhr, war er sehr glücklich. Wenn ich wieder abgereist bin, hat er geweint. Dann machte er mir per Sms Schuldgefühle ("ich bin so allein, mir fällt die Decke auf den Kopf ohne dich hier", "wie leer die Wohnung doch ohne dich ist", "sitze hier und starre aus dem Fenster" etc.). Ich saß kaum im Zug, da kamen diese Sms schon an.
Streit gab es relativ früh. Weil mein Wunsch, er möge auch mein Leben kennenlernen, immer auf Nichtbeachtung stieß, wurde ich enttäuscht, dann verzweifelt, dann richtig sauer. Entsprechend bekam er es zu hören. Ich fühlte mich so vertröstet und hingehalten.
In den letzten zwei Jahren , mit Kind, gings immer hin und her. Wenn ich fragte, ob er sich in naher Zukunft einen Besuch vorstellen mag, sagte er:"Ich kann doch nicht in die Zukunft sehen! Versteh das doch!"
Woraufhin ich wieder sauer wurde und dann ging der Streit los.
Ganz toll auch, nach 1,5 Jahren des Nichtsehens seine verzweifelte Frage: "Kannst du nicht einfach mal die Dinge auf sich beruhen lassen und schauen was passiert?"
Dann sagte ich ok...und das Thema war gegessen mal wieder und es wurde zur Tagesordnung übergegangen (Smalltalk über Banalitäten)
 
  • #13
2) Natürlich wurde mein Ton mit der Zeit schärfer und ungeduldiger und fordernder. Monat um Monat verstrich und seinerseits KEIN WORT darüber, wie es werden soll. Er lebe im Hier und Jetzt und was morgen sei, wisse er nicht. Und dieses Mantra hörte ich mir 3 Jahre an.
Ganz abgesehen von der körperlichen Nähe, die er mir ja auch entzog. Kein Sex, kein Kuscheln (gerade in der Schwangerschaft fehlte es mir sehr, dieses Gefühl von Aufgehobensein). Kein Alltag, kein Zusammenwachsen. Einfach nichts. Nur SMS. Und hin und wieder Telefonate, die sehr lang waren, 4 Stunden Minimum. Aber wehe, ich kam mit dem Tabuthema Wiedersehen an. Au weia.

Zu meiner Situation. Ich habe noch zwei größere Kinder hier, die von meinem Exmann mitbetreut werden. Zu ihm ist das Verhältnis entspannt, er mag sogar mein kleines Kind und die Geschwister auch. Ich kann hier nicht weg.
Der Vater des Kindes dagegen ist arbeitslos, und eigentlich nicht an seinen Wohnort gebunden. Seine Kinder sind lange erwachsen, zu ihnen besteht kaum Kontakt.
Wenn er WOLLTE, hätte ich mit ihm eine Möglichkeit gefunden, wie wir das Ding auf die Reihe kriegen.
Seine Vorstellung war, dass ich meine großen Kinder bei ihrem Papa lasse und mit dem Baby zu ihm ziehe, in seine abgewohnte Wohnung. Das kann und will ich nicht. Ich verlasse meine Kinder nicht für einen Mann, der mich in 2 Jahren nicht einmal besucht.
Zu der Frage, ob ich ihm den Kontakt verweigere: Nein. Noch nie, ich habe eher gebettelt und mich erniedrigt und ihm wie gesagt angeboten, ihm die Fahrt zu bezahlen.
Unterhalt zahlt er natürlich auch nicht, aber darum geht's mir nicht vorrangig. Briefe vom Jugendamt liegen seit 2014 ungeöffnet herum. Und wenn ich ihn gefragt habe, ob er nicht kommen kann, dann meinte er, er müsse noch diese Briefsache vom Jugendamt erledigen, vorher könne er nicht kommen,.
Dieses Umherwinden und Ausderaffäreziehen hat mich zuweilen auf die Palme gebracht. Dies wiederum legte er mir als Aggressivität aus und führte es als Grund an, dass er nicht kommen könne. Denn Streit sei für das Kind nicht gut.
Ja, soviel fürs erste....
 
G

Ga_ui

  • #14
Bei sowas schlage ich mich immer gerne auf die Seite der Männer. Die meisten Frauen bekommen heute fast immer nur noch dann ein Kind, wenn sie die Beziehung kitten wollen. Der Mann ist aber weg. Genaugenommen hat er nichtmal Verpflichtungen. Dass er dir täglich simst tut er nur, weil er an seine eigenen Vorteile mit dem Kind oder Geldangelegenheiten denkt.

Ihr seid getrennte Leute, er möchte wieder eine eigene Beziehung + wahrscheinlich auch eine eigene Familie mit einer neuen Frau aufbauen. Das musst du akzeptieren. Kümmer dich wieder um dein Leben. Du wolltest das Kind. Kinder sind zum Großteil immer noch die Erziehungsangelegenheit der Frauen. Sieht man das nicht so, dann bekommt man besser keine Kinder mehr als Frau. Schadet nicht.
 
  • #15
Hier die FS
Nein, ich habe die Beziehung nicht Kitten wollen mit dem Kind. Ich habe ihn mehrfach gehenlassen wollen, war bereit das Kind allein großzuziehen. Wer mir daraufhin eine Szene machte, war er.
Eine eigene Familie will er wohl nicht, er ist Ende 60 und hat bereits Familie gehabt. Ich glaube, er will wirklich nur noch seine Ruhe....
 
  • #16
@#13
Ich erziehe das Kind seit seiner Geburt allein.
Was ich möchte ist Klarheit. Wenn er nicht will, soll er mir das sagen, und nicht so tun, als wäre er an mir interessiert. Er hat in den 2 Jahren sein Kind nicht besucht, aber unzählige, teilweise erotische Smsen geschickt, und es war nicht ich, die ihn dazu verführt hat. Ich wollte ja was ganz Anderes....
 
  • #17
Also hat er als Vater keine Verpflichtungen? O.k., das wollte ich ja wissen. Ja, ich wollte das Kind, als der Test positiv ausfiel, haben. Es ist nicht geplant gewesen aber ich habe mich gefreut. Er weniger. Auch nach der Geburt machte er einen eher unfrohen Eindruck. Ließ mich mit dem Kind allein zum Standesamt gehen um die Geburtsurkunde anfertigen zu lassen. Weil er nach einem Streit wieder nur dasaß und schmollte.
Habe denn ich als Mutter die Pflicht, ihm das Kind hinzubringen, damit er es mal sehen kann?
 
  • #18
Habe denn ich als Mutter die Pflicht, ihm das Kind hinzubringen, damit er es mal sehen kann?
Nein, diese Pflicht hast Du eindeutig und ganz sicher nicht.

Ich habe meinem Ex die Kinder immer wieder hinterher gefahren, das war auch nicht witzig. Aber ich hatte meine Gründe dafür und bereue es nicht.

Hat denn der biologische Vater Deines Kindes irgendein Recht auf es? Hast Du ihn als Vater angegeben? Hat er ein Umgangsrecht? Oder?

In Deiner Situation würde ich schlicht eine Kontaktsperre einrichten. Neue Handynummer, neue Mailadresse und so weiter. Wie alt bist Du? Wenn Du Dich frei machst von diesem unsäglichen Menschen, der ja anscheinend auch noch 20 Jahre älter ist als Du, kannst Du vielleicht wirklich noch einen neuen Partner finden.
 
G

grünewelle

  • #19
Dann sagte ich ok...und das Thema war gegessen mal wieder und es wurde zur Tagesordnung übergegangen (Smalltalk über Banalitäten)
Na, aber Du machst doch mit. Was genau willst Du von diesem Mann? Diese Frage musst Du mit Dir alleine klären, da kann Dir hier keiner bei helfen.
Natürlich musst Du ihm NICHT das Kind hinterhertragen.

Was ich möchte ist Klarheit. Wenn er nicht will, soll er mir das sagen, und nicht so tun, als wäre er an mir interessiert.
Er sagt Dir das bereits sehr lange, er hat keinen realen Kontakt zu Dir.Das ist eine Aussage.
Worauf wartest Du da noch? Das er immer mehr manipuliert?
Das lässt Du zu, mach Dir das klar.
Wenn er sein Kind sehen möchte, kann er diesen Bedarf einfordern. Macht er aber nicht, er gibt Dir "die Schuld".
Er ist Ende 60, habe ich richtig gelesen? Der ist nicht mehr zu verändern, den muss man nehmen, wie er ist oder getrennte Wege gehen. Wobei ich die getrennten Wege bevorzugen würde.
Du bist schon viel zu lange in so einer Situation. Geh Deinen Weg, er kann das Kind sehen, aber das wird dann in Zukunft per Gericht geregelt, damit bist Du dann raus mit der Verantwortung.
W
 
  • #20
Habe denn ich als Mutter die Pflicht, ihm das Kind hinzubringen, damit er es mal sehen kann?
Mich wundert dass du solche Fragen stellst. Natürlich hast du nicht die Pflicht, ihm das Kind zu bringen (Stichwort: Silbertablett).

Das ist einfach eine unerwiderte Liebe (er liebt sein Kind nicht). Mir tut das nur so leid für das Kind, denn Vaterentbehrung ist eine lebenslange Wunde. Ich frage mich immer, wie man als Mann so herzlos sein kann. Man war doch selbst mal ein Kind. Ich verstehe das nicht.

Du solltest im Interesse deines Kindes früh anfangen, "Ersatzväter" zu suchen. Das kann ein Trainer vom Sportverein sein, ein liebevoller Großvater, ein Nachbar der mal mit deinem Kind angeln geht oder oder....

Du darfst auch nie vor deinem Kind schlecht über seinen Vater reden!

w(28)
 
  • #21
Habe denn ich als Mutter die Pflicht, ihm das Kind hinzubringen, damit er es mal sehen kann?
Hallo Nora,
ich möchte dir dringend empfehlen, eine Beratung bei einer Familienberatungsstelle in Anspruch zu nehmen. Die gibt es bspw. bei der Caritas oder von pro Familia. Im Zweifel einfach mal googeln nach Familienberatung und deinem Ort oder der nächst größeren Stadt bei dir in der Nähe. Die Leute dort sind Spezialisten, nehmen sich Zeit für dich und helfen dir gerne weiter. Das braucht einem nicht peinlich sein oder so. Im Gegenteil: Das zeugt von großer Stärke, dass man bereit ist, sich Hilfe zu holen. Bitte versuche das. Das, was du hier beschreibst ist echt zu kompliziert und kann man in einem Internetforum nicht angemessen beantworten. Das geht in einem persönlichen Gespräch viel besser und da gibt es jede Menge Tipps.
Ich würde mich freuen, wenn das so klappt.
Gruß
Nick
 
  • #22
Welche Verpflichtungen du gegenüber dem Kind und dem Vater hast und ob du ihm den Kontakt durch Hinbringen ermöglichen musst, etc. musst du das Jugendamt fragen. Sicher ist, dass er unterhaltspflichtig ist und dies dem Kind in jedem Fall zusteht. Ich lese hier nicht, dass er dem nachgeht.
 
  • #23
Irgendwie sehr verwirrend, ich verstehe euer Verhältnis zueinander wirklich nicht. In deinen nachfolgenden Kommentaren hört es sich so an, als würdest du doch noch eine Beziehung wollen? Oder doch nicht?

Unabhängig davon werden mir hier mal zwei grundlegende Dinge zu sehr verwechselt: Nämlich einerseits deine Beziehung zu ihm, andererseits die Vater-Kind-Beziehung. (Ich nehme mal an, dass er auch als Vater rechtlich anerkannt ist?) Natürlich lebst du deinen Alltag mit dem Kind, das sind aber dennoch zwei ganz unterschiedliche Ebenen.

An deiner Stelle würde ich ihn komplett aus deinem Liebesleben streichen. Bei dem Kind hast du für mich jedoch schon eine (moralische) Verpflichtung, den Kontakt zu fördern. Natürlich kannst du einen erwachsenen Mann nicht dazu zwingen, gegen seinen Willen Kontakt zum Kind aufzunehmen. Ich würde ihm aber eine gehörige Standpauke über seine Vaterpflichten halten, die ja nicht mit der (räumlichen/romantischen) Trennung enden. Er scheint wie du nicht zwischen dir und dem Kind unterscheiden zu können.

Ich denke nicht, dass du ihm das Kind bringen musst. Er soll sich aber mal beim Jobcenter erkundigen, ob er Fahrtkosten, die für die Ausübung seines Umgangsrechts, nicht sogar ersetzt bekommt. Auch wenn ich es ehrlich gesagt etwas schade finde, dass der Steuerzahler dann in diesem Fall aufkommen würde, geht es doch in erster Linie um das Kindeswohl. Und da sollte man den Kontakt zu einem Elternteil trotz einer grundlegenden Charakterschwäche, so wie dein Ex sie anscheinend aufweist, nicht so leichtfertig auslaufen lassen.
 
  • #24
Der Mann ist Ende 60! Du wirst ja höchstens Anfang 40 sein, wahrscheinlich bist du sogar noch jünger. D.h. der Mann ist 30 Jahre älter als du, er könnte locker dein eigener Vater sein!
Ich werde nie verstehen, warum Frauen sich an Männer im Alter ihrer Väter oder sogar Großväter heranschmeißen! Der Mann, von dem du nun noch ein Kind bekommen hast, scheint zudem auch noch völlig überfordert von seiner Vaterschaft im hohen Alter zu sein. Außerdem hat er es offenbar nie geschafft, sein Leben soweit auf die Reihe zu bekommen, dass er ab und zu das Geld für eine 200 km-Zugstrecke hat, von einer halbwegs normalen Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit mal ganz zu schweigen.
Der Mann ist völlig überfordert mit dir und deinen Ansprüchen (die ja in deiner Situation normal sind). Bei dem wird sich jetzt mit knapp 70 jedoch nichts mehr ändern. Was dachtest du denn?
Wenn du Hilfe und Klarheit in einigen Rechtsfragen willst, z.B. was seine Vaterpflichten und deine Mutterpflichten betrifft, aber auch was die Rechte des Kindes sind, dann solltest du die Briefe vom Jugendamt nicht ungeöffnet liegen lassen, sondern dich ans Jugendamt wenden. Das ist genau die zuständige Anlaufstelle.
Du kannst dich auch an eine Familienberatungstelle (profamilia, Caritas, Diakonie usw.) wenden, wo du dich anonym beraten lassen kannst.

Tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass es vor 3 Jahren nicht ebenfalls schon deutlich war, wie dieser ältere Herr drauf ist. Öffne die Augen: Der fühlt sich überrumpelt von dir und will das alles nicht!

w50
 
  • #25
Liebe Fragestellerin,

meine Situation scheint sich ganz ähnlich zu entwickeln. Zum Vater meines Kindes besteht jetzt schon einige Wochen kein Kontakt mehr.

Ich weiß, wie sehr man dazu neigen kann, ihm das Kind quasi hinterherzutragen. Aber wenn er nicht will, dann will er nicht.

Ein Satz der mir sehr geholfen hat: Du bist für die Mutter-Kind-Beziehung verantwortlich, nicht für die Vater-Kind-Beziehung. Das ist SEINE Aufgabe.

LG
 
  • #26
Hallo saepe_inscia...
Also, er hat die Vaterschaft anerkannt, ist also als biologischer Vater eingetragen, aber nicht auf der Geburtsurkunde. Schon allein dass macht mich traurig, zu sehen, wie da steht Vater: NIEMAND.
Aber das ist eine Sentimentalität und wird vergehen.
Insofern, weil er die VS anerkannt hat, steht ihm, soweit ich weiss, das Recht auf Umgang mit dem Kind zu. Das Sorgerecht habe ich allein.
Die absolute Kontaktsperre haben mir meine Leute im Bekannten - und Verwandtenkreis auch schon ans Herz gelegt.Ich hatte auch schon mal eine längere Zeit keinen Kontakt mehr, hatte mich nicht gemeldet. Das Ergebnis: Er hat damit gut leben können. War offenbar froh, dass er mich so leicht losgeworden ist.
Und eigentlich ist es genau DAS, was mich so fertigmacht: Dass er nicht nur sein Kind verliess sondern mich nie akzeptierte als Frau, als Partnerin mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen und - ganz wichtig - eigener Meinung. Wurden diese geäussert, wurde eine Mauer hochgezogen und ich stand da.
Da ist eine ganz große Wut auf ihn da. Er benimmt sich so lange unmöglich, bis ich die Nase voll habe - denn auf Dauer hält das ja keine Frau aus, so hängengelassen zu werden - und gehe. Und es ist ihm egal! Und es ist ihm auch egal, dass er sein Kind nicht mehr sieht. Er sitzt Tag für Tag von morgens bis abends da und ihm ist alles egal. Dabei hat er , als wir uns kennenlernten, gesagt, ich sei die Frau seines Lebens. Ha ha.
Das war einfach nicht so abgemacht, er hat nicht mit offenen Karten gespielt, hat mir gesagt, dass er uns liebt. Dass wir die wichtigsten Menschen für ihn wären.
Ich habe schon eine Scheidung hinter mir, die war ein Spaziergang im Vergleich zu dieser Kiste. Mein Exmann hat immer Respekt vor mir behalten und ich vor ihm. Für seine Kinder ist er selbstverständlich trotz Trennung DA! Ich erlebe so eine lustlose, passive, mauernde, ablehnende, gemeinde, unaufrichtige Einstellung zum ersten Mal, wirklich. So massiv jedenfalls.
So, genug ausgeheult. Sorry.

LG
 
  • #27
Hallo grünewelle....
Was genau will ich von diesem Mann...?
Dass er seinen Popo hochbekommt und seinen heissen Worten Taten folgen lässt. Eine Beziehung möchte ich nicht mehr, dazu ist es zu spät, die Enttäuschung zu gross.
Ich will von diesem Mann weiterhin: Eine Entschuldigung, und zwar eine aufrichtige, dass er begreift, was er erst mir, dann seinem Kind antut.
Ich will, dass er begreift, dass seine Verpflichtung gegenüber seinen Kindern ein Leben lang besteht, auch, wenn er mich nicht mehr liebt und ich ihn nicht mehr liebe.
Ich will, dass wer begreift, dass er nicht erst von mir gehätschelt und getätschelt werden kann, bevor er sich herablässt, sich um sein Kind zu kümmern.
Ich will, dass er sich verhält wie ein gestandener MANN, nicht wie ein kleiner Junge, dem man seine Arbeit abnehmen und dessen Probleme immer andere lösen sollen und dass er einsieht, dass nicht immer alles Anderen schuld an seinen Schwierigkeiten und seinem Kummer sind! Das will ich. Ist das zu viel? Vermutlich. Aber ich dachte, in dem Alter weiss ein Mann, wo es langgeht im Leben, was Frauen wollen und was es heisst, Vater zu sein.
LG
 
  • #28
P.S.:
Er sagt Dir das bereits sehr lange, er hat keinen realen Kontakt zu Dir.Das ist eine Aussage.
W
Du hast recht! Und ich habe keine Ahnung, warum ich um diesen Mann kämpfe wie eine Besessene. Vielleicht bin ich eine schlechte Verliererin. Aber das ist es nicht nur. Es schmerzt mich, zu erleben, wie er dieses Kind, sein Kind, sein Fleisch und Blut, verstößt. Wie er zuschaut, wie Jahr um Jahr sein Kind 200 km von ihm weg aufwächst. Es schmerzt mich für das Kind, zu sehen, wie er sich an Fotos des Kindes erfreut und stolz ist wie nur was, aber er nicht bereit ist, auch nur die leiseste Anstrengung zu übernehmen für es.
Was hat das Kind davon, wenn der Vater sich an seinen Fotos erfreut?
An Fotos von mir hat er sich auch immer erfreut und mich parallel dazu am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Als Frau. Als Mensch mit Emotionen. Er ist da gnadenlos. Nimm, nimmt, nimmt, kriegt nie genug. Und gibt nichts.
Ich fühle mich so unerträglich betrogen und ausgenutzt. Und dann bekomme ich zum Abschluss noch gesagt, er verzeiht mir nicht, dass er sein Kind verlassen hat. Ich könnte schreien.
 
G

grünewelle

  • #29
Das Problem ist, dass Du Dir das wünschst, es sich aber nie erfüllen wird. Von daher ist es zu viel. Man kann da im Kreis laufen, ich kenne das auch, dennoch bekommt man nicht das, was man erwartet. Von daher kann ich Dir nur raten, Dich von Deinen Erwartungen und Wünschen zu verabschieden. Ich weiß aber auch, dass dies ein langer Prozess ist. Du kannst nur in Dir etwas verändern, einen anderen Menschen veränderst Du nicht, wenn er das nicht will. Und Deiner will nicht. Vielleicht ist er auch schon zu alt dafür.
Wenn Du ihn bis jetzt nicht "erreicht" hast , dann wirst Du das auch in Zukunft nicht. Wenn Du jetzt schon merkst, dass es ihn überhaupt nicht interessiert, ob Du da bist oder nicht, dann lebe Dein Leben ohne diesen Mann.
Man braucht niemanden in seinem Leben, dem alles egal ist.
W
 
  • #30
Und es ist ihm egal! Und es ist ihm auch egal, dass er sein Kind nicht mehr sieht. Er sitzt Tag für Tag von morgens bis abends da und ihm ist alles egal.
Liebe FS,

das klingt fast nach einer Altersdepression. Aber die Gründe für sein Verhalten müssen DIR egal sein - Du brauchst Deine Kraft für Deine Familie.

Wenn Du es nicht alleine schaffst einen Schlussstrich zu ziehen, hol Dir Hilfe, da stehen oben eine Menge guter Tipps.

Ich versichere Dir: Es wird Dir viel, viel besser gehen, wenn Du ihn abhakst und Dich auf Dein Leben konzentrierst.

Mein Ex hat mich mit einem Baby und einem Kleinstkind, eines davon chronisch krank, in einer fremden Stadt ohne jegliche Familie mit all den Problemen alleine sitzen lassen und sich nur noch um seine Karriere gekümmert.
Ich war stinkwütend und habe mich innerlich an seinem Verhalten aufgerieben.
Nach Monaten wurde ich selbst krank und er verschwand für ein ganzes Wochenende, war unerreichbar.
Ich war so wütend, dass ich einen Schlussstrich gezogen habe. Ich saß da, hatte hohes Fieber, war aber ganz klar - und schwor mir - NIE WIEDER. Ich frage ihn nie wieder um Hilfe, ich kümmere mich um die Kinder und unser Leben und das war's. Innerlich war er für mich gestorben seit diesem Tag, die äußere Trennung dauerte wegen seines Verhaltens noch sehr lange.
Es ging mir aber schlagartig viel besser, er konnte mich nicht mehr verletzen.

Ich kann verstehen, dass Du sehr enttäuscht bist. Er hat Dich GEtäuscht - nun bist Du ENTtäuscht - Du siehst klar, was von seinem Gesäusel und Geschwätz zu halten ist. NICHTS.
Verzeih ihm und hak ihn ab. So schnell wie Du kannst.
Alles Gute für Dich.