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  • #1

Vater und Mutter gemeinsame Sorgerecht bei unehelichen Kindern?

Hallo zusammen, ich selbst hab die Frage für mich schon geklärt, aber mich würden noch andere Meinungen interessieren.

Der Vater des unehelichen Kindes (im Säuglingsalter, Trennung erfolgte noch vor Geburt, er wohnt gut 400km entfernt, in Zukunft wohl noch weiter entfernt) hätte gerne das gemeinsame Sorgerecht - was denkt ihr darüber?
 
  • #2
Um Gottes Willen!

Warum sollte sich die Mutter Rechte nehmen lassen, die sie niemals wieder erlangen wird? Wenn man 400 km entfernt wohnt, dann möchte man als alleinerziehende Mutter unbedingt alleine über die Wahl der Schule, Umzug oder gar medizinische Eingriffe entscheiden. Der uneheliche, nicht-erziehende Vater sollte dabei kein Mitspracherecht haben, denn er wird das Kind de facto ja auch kaum kennen. Du willst doch wohl mit dem Kind umziehen, ins Ausland fahren oder sonstwas unternehmen können, wie es Dir beliebt, oder? Die Nachteile sind extrem und auf gar keinen Fall für eine alleinerziehende Mutter akzeptabel.

Gemeinsames Sorgerecht in diesem Falle wäre eine Katastrophe. Mach das auf gar keinen Fall, Du wirst es sonst mit Sicherheit irgendwann bereuen.

Für das Kind ist diese Frage absolut unerheblich, denn Umgangsrecht hat er sowieso und wenn er sich engagieren will, dann kann er das auch ohne das gemeinsame Sorgerecht. Das Kindeswohl ist hiervon im Normalfall nämlich absolut nicht berührt.
 
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  • #3
<MOD: Warnung: Unterlassen Sie hier und in anderen Threads Ihre Sticheleien, Diffamierungen und Angriffe!>

Leider sind die Angaben der FS viel zu dünn um eine eindeutige Ansicht äußern zu können. Nur die Tatsache, dass der Vater des Kindes 400 km weit entfernt wohnt, bedeutet noch nicht, dass es keine Vater-Kind-Bindung gibt.

Ich als w bin sehr erfreut darüber, dass Frauen wie #1, zukünftig nicht mehr in ihrer Alleinherrschaft über das Kind bestimmen dürfen, ob sie von Gottes Gnaden dem Vater Rechte zusprechen oder nicht!

Die Aussagen, man kann dann nicht mehr machen was man will, sind herrlich da sie zeigen, dass viele entäuschte Väter sich zu Recht als entsorgte Väter fühlen.
 
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  • #4
Ausnahmsweise bin ich mal absolut der selben Meinung wie Frederika.

Genau die Gründe die sie genannt hat wären dabei auch für mich ausschlaggebend.

Es gibt sehr viele Gesetze und Regelungen, wo IMMER BEIDE Sorgeberechtigten unterschreiben müssen, du alleine kannst ohne seine Zustimmung also oft nicht agieren.

Aus meinem Arbeitsalltag fällt mir gerade spontan noch ein ganz banales Beispiel ein, welches Frederika noch nicht genannt hat: Bei gemeinsamen Sorgerecht kannst du z.B. nicht mal eben in eine Bankfiliale spazieren und für dein Kind ein Sparkonto in dessen Namen eröffnen. Du bräuchtest dafür seine Unterschrift, und die nicht einfach nur so auf einer Vollmacht, er müßte sich ebenso wie du bei der Bank ausweisen und sich vor Ort als Sorgeberechtigter legitimieren lassen.

Ich denke, es wird da noch jede Menge andere Situationen geben, wo ein gemeinsames Sorgerecht dir den ganz normalen Alltag erschweren würde.

w (42)
 
  • #5
Das gemeinsame Sorgerecht ist eine tolle und gerechte Sache - solange es keine Konflikte gibt und die (Ex-)Partner sich verstehen. Solange die (Ex-)Partner sich verstehen, ist es aber ohnehin egal, ob man das gemeinsame Sorgerecht hat, weil man ohnehin gemeinsam entscheidet und agiert.

Die rechtliche Konstruktion des Sorgerechts wird immer dann relevant, wenn es zu Konflikten zwischen den Eltern kommt. Dann ist das gemeinsame Sorgerecht aus Sicht der Mutter ein absolutes Hindernis bei allem was sie tut. Bei einer derartigen räumlichen Entfernung kommen noch die praktischen Probleme dazu. Ständig braucht sie seine Unterschrift für Schulanmeldung, Krankenkasse, medizinische Eingriffe etc.

Beim gemeinsamen Sorgerecht zeigt sich mal wieder ein Grundproblem. Man einigt sich in guten Zeiten über etwas, was erst in schlechten Zeiten zur vollen Relevanz aufläuft. Weil man aber in guten Zeiten die Entscheidung trifft, werden die damit potentiell verbundenen Probleme und Konflikte ausgeblendet. Kommt es dann irgendwann genau darauf an, bereut man schnell die unter ganz anderen Bedingungen getroffene Entscheidung.
 
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  • #6
Ich würde immer und in jedem Fall das Sorgerecht haben wollen, unabhängig davon wo ich gerade wohne, und ich würde es ggf. auch erstreiten. Den Gedankengängen von #1 u. #3 kann ich folgen, aber ich kann nicht nachvollziehen wieso der Vater des Kindes von den Eintscheidungen ausgeschlossen sein soll. Es gibt durchaus Fälle, da der Vater durchaus der Vernünftigere ist und eher auf das Wohl des Kindes bedacht, wie es z.B. in dem Nachbarthread zum Thema Kindermodel deutlich wird, da die meisten Frauen in blindem Übereifer ihre Tochter sehr wohl arbeiten lassen würden.

m
 
  • #7
Liebe FS

warum freust Du Dich nicht für Dich und Dein Kind, dass der Vater am Leben des Kindes teilhaben will?
Du kannst doch seine Persönlichkeit gut einschätzen und dabei abwägen , ob er dies aus "Kontrolle" heraus möchte oder weil er für sein Kind da sein möchte.

Ich finde es absolut verantwortungslos Dir davon abzuraten. Für ein Kind ist es elementar wichtig a) immer zu wissen wer der Vater ist und b) eine "zweite" Sicherheit im Leben zu haben.

Natürlich ist es so, dass rein rechtlich der Vater dann für jede größere Entscheidung seine Einwilligung geben muss (Schulwahl, Kontoeröffnung, Klassenreise) - ABER: das kann man privat schriftlich regeln und dies in diesem Falle auch zum Jugendamt hin kommunizieren, damit es keine Entscheidung nach Laune bleibt.

Euer Kind wird Dir eine weise Entscheidung in diesem Falle irgendwann danken.

(43)
 
  • #8
hol dir erst mal rat bei einem fachanwalt für familienrecht. wenn er rumzickt wirst den eh brauchen.
 
  • #9
Das würde ich vorerst NUR davon abhängig machen, wie sehr sich der Vater um das Kind kümmert und sich an der Erziehung und allen anfallenden Aufgaben beteiligt.

Rechte kann man nur fordern, wenn man auch die damit verbundenen Pflichten erfüllt.

Allerdings kann ich mir nicht vorstellenn, wie der Vater das bei einer Entfernung von 400 Kilometern bewerkstelligen könnte.

w, 57
 
  • #10
Mein persönlicher Fall liegt parallel. Vater des Kindes wohnt über 400 km entfernt, Kind wurde in der Kennlernphase gezeugt. Ich habe das alleinige Sorgerecht.

Wenn ihr nicht oder nur kurz zusammengewohnt habt und eine große räumliche Entfernung zwischen den Elternteilen vorliegt, ist ein gemeinsames Sorgerecht einfach hochgradig unpraktisch und unpraktikabel. Bei jeder organisatorischen Kleinigkeit (z.B. Neufassung eines Betreuungsvertrages für die Kita) brauchst Du die zweite Unterschrift. Wie soll das gehen?

Bei uns ist es so, daß wir uns über alle Belange des Kindes austauschen, eine Meinung bilden und ich es dann umsetze. Bei Banalitäten frage ich auch gar nicht. Bis jetzt gab es da noch keine Meinungsverschiedenheiten. Der Vater kann sein Kind so oft sehen wie er will und auch mit ihm allein in den Urlaub fahren (momentan ist er eine Woche mit ihm zum Skiurlaub).

Nein, behalte das Sorgerecht, biete ihm aber an, ihn in alle Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
 
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  • #11
Ich verstehe die Frage nicht, da mittlerweile per Gesetz geregelt ist, dass auch eine Sorgerechtsteilung bei unehelichen Kindern fakt ist.

@ Frederika

Man benötigt kein alleiniges Sorgerecht um mit dem Kind in Urlaub zu fahren. Und ein Umzug muss ohnehin abgesprochen werden, wenn mit dem anderen Partner zumindest ein Aufenthaltsbestimmungsrecht vereinbart wurde.

Wer kein Sorgerecht hat, sollte auch keinen Unterhalt bezahlen.
 
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  • #12
Man muss hier deutlich sagen, dass es nicht der Vater des Kindes ist, sondern nur
der Erzeuger (auch wenn das jetzt schlimm klingen mag).
Er besitzt vom Gesetzgeber her weniger Rechte als ein Mann, der mit der Mutter
verheiratet war. Er wird sich nicht viel 'erstreiten' können. Da sind die deutschen Gerichte
leider sehr eindeutig. Es gibt zwar in den letzten Jahren einen positiven Trend zu mehr
Rechte für Erzeuger, aber es ist noch immer deutlich weniger als der 'Vater'.

Aus dem eigenen Bauchgefühl oder aus der Vernunft heraus, würde ich es sehr begrüßen,
wenn der Erzeuger für sein Kind kämpft. Bei Frauen, müsste soetwas doch besser
ankommen als sich sang- und klanglos zu verabschieden - wie es ja doch viele schwarze
Schafe machen.
Aus der Perspektive der Mutter würde ich hingegen sagen, dass bei dieser Entfernung ein
geteiltes Sorgerecht kein guter Weg ist. Bei einer einvernehmlichen, freundschaftlichen
Trennung sollte stattdessen offen kommuniziert und sich dann zum Wohle des
Kindes geeinigt werden.
Hier spreche ich von einer außergerichtlichen Einigung, die das Besuchsrecht regelt, aber
nicht davon, ob das Kind auf Schule A oder B geht, ob es Christ, Muslim, Jude oder Atheist
wird. In vielen Fällen werden die Werte von der Betreuungsperson (hier wahrscheinlich die
Mutter) und von der Gesellschaft (KiGa, Schule, Medien, etc.) an das Kind weiter gegeben.
Der Vater wird auch auf Grund der Distanz da nicht viel beitragen können.
 
  • #13
@ 4 Volljurist

Es mag sein, dass rein rechtlich/ formal die Mutter die Unterschrift des Vater für Dinge wie Schulanmeldung, Krankenkasse, medizinische Eingriffe braucht oder bräuchte

Im Alltag kommen diese Sitationnen jedoch extrem selten vor, und fast immer reicht die Unterschrift EINES Erziehungsberechtigten, nur extrem selten wird die Unterschrift des Vaters gefordert.

Insofern würe ich das (aus gelebter Erfahrung) nicht als Argument gegen gemeinsames Sorgerecht sehen.

w57
 
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  • #14
Es ist nun einmal so, dass es auch sein Kind ist. Allerdings kommt es wohl auf seine konkrete Person, seine Reife und sein Interesse am Kind an. Wenn er sich trotz Trennung normal und vernünftig verhält und Interesse am Kind hat, hat er natürlich einen Anspruch auf das Sorgerecht.

w26
 
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  • #15
Ich würde es heute nicht noch einmal tun - da jeder noch so kleine Schritt "genehmigt" werden muß. Beispiel Umzug: In eine neue Wohnung umgezogen, brauchte ich tatsächlich die Genehmigung vom Vater bei Ummeldung, da ich mich alleine nicht hätte in der neuen Wohnung anmelden können!!! Zum Glück bekam ich diese - aber das muss man sich mal überlegen: Hätte er die Zustimmung verweigert, hätte ich mich (mein Sohn wohnt bei mir) tatsächlich NICHT in meiner neuen Wohnung, in der wir bereits eine Woche wohnten, so ohne weiteres anmelden können. Und dann?
Alles bedarf der Absegnung - ich selbst bin eher eine Freundin von Montessori, mein Exfreund würde (überspitzt gesagt) "seinen Sohn" lieber gleich auf einer "Militärakademie" anmelden, damit der Junge "nicht verweichlicht"... Das Kind hat aber das musische, philosophische und mathematische Talent meines Vaters geerbt, musiziert sehr gerne und rechnet noch viel lieber. Sport ist nicht sein Ding. Was gab das für einen Nerventerror, als ich eine entsprechende freie Schule gewählt habe, auf der mein Sohn glücklich ist. Die Familie meines Exfreundes (recht einfach gestrickt) macht sich darüber auch im Beisein meines Kindes lustig, wenn er bei ihnen zu Besuch ist.
Ich würde nie und nimmer mehr ein gemeinsames Sorgerecht haben wollen. Für jeden Urlaub muß ich "Bitte bitte!" machen, und mein Ex und seine Familie genießen es, uns - speziell mich - zu terrorisieren. Da kommen dann schon manchmal Sprüche wie: "Was genetisch versaut ist, kann man nur noch mit Kloppe korrigieren..."
Durch dieses gemeinsame Sorgerecht ist man ständig an solche Personen gebunden. Ich kann nur davon abraten. Leider verliebt man sich manchmal in den Falschen, oder das wahre Gesicht wird erst gezeigt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Vielleicht ist mein Beispiel aber auch extrem - trotzdem: Nicht selten entpuppt sich im Nachhinein die vermeintliche große Liebe als großer Reinfall. Sonst gäbe es nicht so viele Suchende!
 
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  • #16
@11 - wenn du den Vater zum Erzeuger degradierst, dann stimme ich #10 zu, dann sollte er auch keinen Unterhalt zahlen müssen. Da unsere dt. (Un-)Rechtssprechung jedoch anderes vorsieht, hat er als VATER auch ein Recht darauf, mit zu bestimmen. Schließlich bezahlt er mind. 18, manchmal sogar 25 (!) Jahre das Leben des Kindes! Kommt bei 18 Jahren und bei einem geringen Satz pauschal von 350 EUR bereits das nette Sümmchen von 75.600 EUR, bei 450 EUR und 25 Jahren schon 135.000 EUR zusammen. Ich könnte mir als NUR-ERZEUGER etwas besseres für mein Geld vorstellen, als ein mir fremdes, von der Mutter entzogenes Kind zu finanzieren. w/42
 
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  • #17
Der Unterhalt hat doch nichts mit dem Sorgerecht zutun! Deshalb würdet ihr zahlen freiwillig oder nicht. Das Gesetz steht da ganz hinter der Mutter.

Wenn ein uneheliches Kind zur Welt kommt, hat die Mutter sofort das Alleinigesorgerecht.
Mein Ex und ich wohnen auch weiters von einander. Unsern Sohn sieht er regelmäßig.
Das Sorgerecht habe ich allein. Die Gründe wurden hier schon aufgezählt. Und es ist so viel einfacher. Wichtige Entscheidungen sprechen wir ab. Kleinigkeiten regel ich. Zum Beispiel Kita. Ist doch klar, dass das in meiner Entscheidungsgewalt liegen muss. Immerhin leben wir getrennt und ich muss den Alltag für mich und meinen Sohn regeln können. Wenn ich jedesmal einen Termin auch noch mit ihm absprechen müsste, wäre vieles sicher noch nicht erledigt. Nebenbei müsste er für diese Kleinigkeiten jedesmal Urlaub nehmen. Bisher lief das alles gut. Ich werde seine Meinung weiterhin einholen, wenn es um wichtige Dinge geht und er wird dann auch weiterhin akzeptieren, dass das Sorgerecht bei mir liegt. Ich denke, sobald man Erwachsen genug ist und man sich Erwachsen verhält, funktioniert das gut.
Ein Kind sollte kein Machtkampf sein.
 
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  • #18
Ich könnte mir als NUR-ERZEUGER etwas besseres für mein Geld vorstellen, als ein mir fremdes, von der Mutter entzogenes Kind zu finanzieren. w/42

Und da diese schieflage in Deutschland einfach zu derbe ist habe ich mich bereits frühzeitig gegen Heiraten und Kinder entschieden. Das ist halt leider keine Sache die man einfach mal auf sich zukommen lassen sollte. Du hast den Ausgang dieser Dinge später einfach nicht mehr in der Hand. Das Risiko ist mir zu groß, denn es käme einem finanziellen und seelischen Totalschaden gleich.
Ich bin selbst ein Scheidungskind und möchte deshalb nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern ein solches Fiasko ersparen!

Ich bin 38 und trage mein Geld seit einigen Jahren ins Porsche Zentrum. Ich könnte diese Lebensentscheidung nicht besser verkraften. ;)
 
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  • #19
Der Vater des unehelichen Kindes (im Säuglingsalter, Trennung erfolgte noch vor Geburt, er wohnt gut 400km entfernt, in Zukunft wohl noch weiter entfernt) hätte gerne das gemeinsame Sorgerecht - was denkt ihr darüber?

Lass es sein, es bringt nur Stress für euch alle. Erst recht, wenn er 400 km weit weg wohnt.

Ich habe von Anfang an, seit mehr als 16 Jahren das alleinige Sorgerecht und es hat mir und dem Kindesvater nicht geschadet, weil ich alles mit ihm abgesprochen habe und er, dass mus sich ihm hoch anrechnen, sich immer an unsere Absprachen gehalten hat. Unser Kind ist daher gut gelungen.

Auch hinsichtlich Behörden- und Bankkram ist es einfacher, wenn einer das alleine Sorgerecht hat.

w
 
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  • #20
Ich denke, es wird da noch jede Menge andere Situationen geben, wo ein gemeinsames Sorgerecht dir den ganz normalen Alltag erschweren würde.
w (42)

Dem kann ich nur zustimmen. Mein Kindesvater hat auch kein Problem, bzw. es interessiert ihn gar nicht, ob ich für sein Kind Geld sparen kann oder nicht. Ich vermute mal, dass er für sein Kind nichts spart, obwohl er es sich leisten könnte.

w
 
  • #21
@#10 Sei mir nicht böse, aber da muß ich Dir in jedem Punkt widersprechen. Teilweise ist es schlicht falsch, was Du schreibst, teilweise meines Erachtens nicht zu Ende gedacht.

Ich verstehe die Frage nicht, da mittlerweile per Gesetz geregelt ist, dass auch eine Sorgerechtsteilung bei unehelichen Kindern fakt ist.

Das ist falsch. Ein gemeinsames Sorgerecht gibt es bei nicht miteinander verheirateten Eltern nur, wenn beide Eltern, das heißt auch die Mutter, eine entsprechende Sorgerechtserklärung abgeben. Gegen den Willen der Mutter gibt es kein gemeinsames Sorgerecht (§ 1626a BGB).

Man benötigt kein alleiniges Sorgerecht um mit dem Kind in Urlaub zu fahren. Und ein Umzug muss ohnehin abgesprochen werden, wenn mit dem anderen Partner zumindest ein Aufenthaltsbestimmungsrecht vereinbart wurde.

Wenn beide sich das Sorgerecht teilen, steht beiden das Recht zur Aufenthaltsbestimmung auch nur gemeinsam zu (es sei denn anderes ist geregelt). Keiner von beiden kann daher alleine bestimmen, daß sich das Kind die nächsten drei Wochen auf "Malle" aufhalten wird. Ein Verreisen oder gar ein Umzug mit dem Kind geht dann nur im beiderseitigen Einverständnis. Versucht man gegen den Willen des Mitsorgeberechtigten zu verreisen, kann der veranlassen, daß die Bundespolizei am Flughafen die Ausreise verhindert und die Kinder in Gewahrsam nimmt.

Wer kein Sorgerecht hat, sollte auch keinen Unterhalt bezahlen.

Keine tolle Idee. Das gewalttätige Elternteil, das drogenabhängige Elternteil, das einfach nur desinteressierte oder ungeeignete Elternteil, das aus Gründen des Kindeswohls kein Sorgerecht erhält, belohnen wir dann, indem es keinen Unterhalt zahlen muß. Der Unterhalt steht dem Kind zu, daher kann eine Unterhaltsverweigerung kein Disziplinierungsmittel für Partner sein, die sich uneinig sind.


Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich gönne jedem Vater sein Sorgerecht und meine auch, daß es ihm zustehen sollte (soweit nicht Gründe des Kindeswohls entgegenstehen). Ich bin für die Gleichberechtigung beider Eltern. Aber ich verstehe jede Mutter, die sich dagegen entscheidet, da das gemeinsame Sorgerecht unendlich viele Probleme mit sich bringen kann, wenn sich die Partner uneinig sind. Würde mich eine Freundin um Rat bitten, würde ich ihr - aus ihrer subjektiven Sicht - vom gemeinsamen Sorgerecht abraten, zumindest wenn beide nicht mehr zusammen sind.
 
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  • #22
Im Alltag kommen diese Sitationnen jedoch extrem selten vor, und fast immer reicht die Unterschrift EINES Erziehungsberechtigten, nur extrem selten wird die Unterschrift des Vaters gefordert.

w57

Stimmt nicht, so viele Schreiben für Schule, Banken usw. die ich in letzter Zeit als Mutter unterschreiben musste, hätte auch der Vater unterschreiben müssen, wenn ich nicht das alleinige Sorgerecht hätte.

w
 
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  • #24
Ich sehe das so...
Kein Sorgerecht = keine Sorgepflicht!
Solange in D der Erzeuger bei der Geburt nicht automatisch das Sorgerecht zugesprochen bekommt, werde ich kein Kind zeugen!
Unsere europäischen Nachbarstaaten sind da übrigens gedanklich erheblich progressiver eingestellt.
Nicht umsonst hat der EuGH Deutschland zum Thema ja einige Hausaufgaben gegeben.
(...welche allerdings auch weiterhin schön negiert werden)
In vielen Fällen wird doch das alleinige Sorgrecht seitens der Frau gut als perfides Erpressungsinstrument genutzt!
Dem möchte ich mich persönlich nicht aussetzen, auch nicht nur ansatzweise...
Letztendlich ist es aber einer der Grundkonflikte, welchen Mann und Frau immer austragen werden.
Der Gesetzgeber ist hier eindeutig in der Pflicht!
 
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  • #25
die #5 nochmal

Nachdem sich hier eine überwiegende Mehrheit gegen die gemeinsame elterliche Sorge ausspricht, möchte ich die Frage in den Raum stellen, ob es denn für die Mütter, auch nach dem 21. Juli 2010, tatsächlich denn noch so einfach möglich ist das Sorgerecht den Vätern vorzuenthalten. Der Gesetzgeber hat doch die Stellung der Väter deutlich gestärkt, oder habe ich das falsch verstanden. Ich hätte gedacht, dass der Vater auf seinen Antrag hin das Sorgerecht für sein Kind i.d.R. sehr wohl erhalten wird. Warum sollte ein mögliches Sorgerecht das Vaters im vorliegenden Fall gegen das Wohl des Kindes sprechen?

Dazu ein Auszug aus Wikipedia: "Mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juli 2010 wurde die rechtliche Stellung von Vätern, die mit der Mutter des Kindes nicht (amtlich) verheiratet sind, wesentlich gestärkt. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass die gesetzliche Regelungen in § 1626a Absatz 1 Nummer 1 und § 1672 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung des Gesetzes zur Reform des Kindschaftsrechts vom 16. Dezember 1997 (Bundesgesetzblatt I Seite 2942), welche Väter generell von der Sorgetragung für sein Kind generell ausschliessen, mit Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes unvereinbar sind. Das Bundesverfassungsgericht ordnete in seiner Entscheidung zugleich vorläufig (bis zu einer gesetzlichen Neuregelung) an, dass die Familiengerichte den Eltern auf Antrag eines Elternteils die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge gemeinsam übertragen sollen, soweit zu erwarten ist, dass dies dem Kindeswohl entspricht (s. Abs. 75)."
 
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  • #26
In vielen Fällen wird doch das alleinige Sorgrecht seitens der Frau gut als perfides Erpressungsinstrument genutzt!

Woher willst du das verallgemeinernd wissen? Mir ist in meinem Umfeld kein einziges Beispiel bekannt.

Ich selber erpresse meinen Kindesvater auch nicht, wozu sollte das auch sinnvoll sein? Mir fällt kein Nutzen einer "perfiden" Erpressung ein.

w
 
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  • #27
Warum sollte ein mögliches Sorgerecht das Vaters im vorliegenden Fall gegen das Wohl des Kindes sprechen?

Weil das Gesetz das Eine ist und die Praxis das Andere.

Es ist richtig und wichtig, dass die Rechte der Väter gestärkt werden, aber im gleichen Atemzum müssen auch die Pflichten der Väter mehr einfordert werden, was die Zahlung es Kindesunterhaltes und das sich wirklich um sein Kind kümmern, Interesse zeigen usw. betrifft.

Jährlich muss der Staat zig Millionen für Unterhaltszahlungen ausgeben, obwohl ein Teil der Väter sehr wohl selber unterhalt zahlen könnten, aber aus div. Gründen nicht wollen.

In meinem Fall hat der Kindesvater kein Interesse am gemeinsamen Sorgerecht, er interessiert sich so lala für sein Kind, aber großes Engangemt, oder mal Fragen, wie es seinem Kind geht, ob es Probleme gibt, ob er was tun kann oder so, habe ich in den letzten 16 Jahren noch nie von ihm gehört. Mein Kind auch nicht. Gut, er zahlt wenigstens regelmäßig den Unterhalt, aber nur, weil ich die ganze Geschichte von Anfang an über das Jugendamt laufen lies. Seitdem gibt es keine Probleme mehr.

w
 
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  • #28
Warum sollte ein mögliches Sorgerecht das Vaters im vorliegenden Fall gegen das Wohl des Kindes sprechen?

Weil das Gesetz das Eine ist und die Praxis das Andere.

Was ist denn das bitte für eine Begründung? Wo ist denn in der Praxis ein Nachteil DES KINDES aufgrund des Sorgerechts vom Vater zu erwarten?

Es ist richtig und wichtig, dass die Rechte der Väter gestärkt werden, aber im gleichen Atemzum müssen auch die Pflichten der Väter mehr einfordert werden, was die Zahlung es Kindesunterhaltes und das sich wirklich um sein Kind kümmern, Interesse zeigen usw. betrifft. w

Einverstanden. Was immer der Gesetzgeber fordert, soll als Mindestanforderung vom Vater erfüllt werden.
 
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  • #29
@25
Ich verallgemeinere auch nicht.
Dann hätte ich gesagt, im ALLGEMEINEN bzw. in ALLEN!
Aber in vielen Fällen ist es so...
In meinem Bekanntenkreis in 11 von 13 Fällen.
Alles Zufall??
Und nein, mein Bekanntenkreis ist nicht unnormal!
 
  • #30
@#24
die #5 nochmal

"Mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juli 2010 ...

Die gesetzliche Regelung ist, wie ich sie in #20 beschrieben habe. Das heißt, kein gemeinsames Sorgerecht gegen den Willen der Mutter (§§ 1626a, 1672 BGB).

Das hat das Bundesverfassungsgericht kritisiert, da der Vater in diesem Fall völlig rechtlos bleibt. Es gibt nach der gesetzlichen Regelung keine Möglichkeit, die Verweigerung der Mutter gerichtlich überprüfen und die Einwilligung in das gemeinsame Sorgerecht gerichtlich ersetzen zu lassen. Das ist nach dieser Entscheidung verfassungswidrig.

Das BVerfG hat aber kein grundsätztliches Problem damit, daß die Mutter bei fehlender Einigung im Regelfall das alleinige Sorgerecht erhält. Es muß nur ein Verfahren zur Verfügung gestellt werden, in dem geprüft werden kann, ob ausnahmsweise ein gemeinsames Sorgerecht aus Gründen des Kindeswohls geboten ist. Das BVerfG geht aber in seinen Entscheidungsgründen selbst davon aus, daß ein gemeinsames Sorgerecht bei uneinigen Elternim allgemeinen nicht dem Kindeswohl entspricht, da es zu Konflikten zwischen den Eltern führt, die zu Lasten der Kinder gehen. Nach der Entscheidung des BVerfG muß es also eine Möglichkeit geben, entgegen der Entscheidung der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht anzuordnen, aber das BVerfG geht davon aus, daß solche Fälle die absolute Ausnahme bleiben.

Einige Sätze aus der Entscheidung (Az.: 1 BvR 420/09) gebe ich im Folgenden wieder. Das ist natürlich nur ein handverlesener und damit zwangsläufig willkürlicher Auszug...
 
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