• #1

Unzufriedenheit des Partners mit sich selbst zerstört Beziehung

Liebe Community,

ich bitte um euren Rat/Erfahrungen/Hilfe/Denkanstöße oder ähnliches, da ich momentan nicht mehr allein weiterkomme.
Seit einem dreiviertel Jahr sind mein Freund (32) und ich bereits in einer Beziehung. Das erste halbe Jahr war perfekt, wir waren sehr glücklich. Doch mit der Verlängerung seines Arbeitsvertrages, die er laut eigener Aussage nur wegen mir und unserer Beziehung vorgenommen hat, fingen die katastrophalen Probleme an. Er stammt eigentlich aus Athen, konnte sich in "meiner" Kleinstadt nicht richtig integrieren, hat wenig Freunde, lernte kein Deutsch (was hier leider Voraussetzung ist) und sprach von dem Fehlen seines "Soziallebens", wie er es in Athen hatte. Ich habe das Gefühl, dass seit diesem Zeitpunkt ich für ihn als eine Art "Puffer" fungiere. Alles, dass ihn stört, sei es die Arbeit, die geringen Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten nach seinem Geschmack hier usw. wird wenn er schlechte Laune hat auf mich zurückgeführt. Wir hatten schon Gespräche darüber, in denen er mir sagte, er sei mit sich selbst und seiner Situation unzufrieden und dass ich seinen Frust "unabsichtlich" abbekomme. Ich habe aber das Gefühl, dass er nicht wirklich versucht seine Situation zu verändern bzw. nicht weiß wie oder seine Pläne nicht umsetzen kann. Ich bin ein Mensch der Tat, wenn ich unglücklich bin, dann versuche ich die Situation so zu verändern, dass es mir wieder besser geht. Ich kann ein Verhalten wie dieses nicht nachvollziehen. Auch redet er nicht viel über seine Probleme, hat er noch nie. Wir streiten nun oft, versöhnen uns aber auch schnell wieder. An manchen Tagen merke ich, wie gut es uns zusammen geht und er vermittelt das dann auch. An anderen jedoch fühle ich mich behandelt als wäre ich komplett unwichtig für ihn und als würde er am liebsten Schluss machen, um hier wegzukommen.

Ich bin ratlos und weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Wie soll ich mit der Unzufriedenheit meines Partners, welche sich stark auf mich und unsere Beziehung auswirkt, umgehen soll? Was kann ich tun in dieser Situation? Ich weiß, dass es eigentlich seine Probleme sind, doch als empathischer Mensch schränken sie auch mich massiv ein. Die letzte Option wäre die Trennung, doch zuvor möchte ich es nicht missen, alles in meiner Macht stehende zu versuchen.

w, 23
 
A

Ares

  • #2
Ich kann verstehen, dass jemand sich in einer fremden Kleinstadt ohne Sprachkenntnisse und mit anderer Kultur nicht wohl fühlt. Ich denke auch nicht, dass Du das dauerhaft ändern kannst, die Lösung könnte höchstens sein, dass Du mit ihm woanders hin gehst. Es sind nicht nur seine Probleme. Es sind grundlegende Probleme, die sich auf eure Beziehung auswirken. Wenn ein Partner wegen der Beziehung da lebt und sich nicht wohlfühlt, wo der andere unbedingt leben möchte, haben beide ein Problem.
 
  • #3
Liebe Swifty,
Es ist je nachdem extrem schwierig, in ein anderes Land zu ziehen und sich dort dauerhaft einzuleben. Manche Menschen können das nicht für ihren Partner leisten, egal wie sehr sie ihn lieben. Denn Liebe ist zwar sehr wichtig, aber doch nicht alles im Leben.
Dein Freund hat wahrscheinlich einfach nur extrem Heimweh. Er vermisst seine Freunde, seine Sprache, seine Stadt, das Klima, Essen, Familie und und und. Klar, in der Verliebtheit wollte er für dich in Deutschland bleiben, aber er merkt jetzt, was das bedeuten würde. Vielleicht ist er zu sehr in seinen negativen Gefühlen gefangen, als dass er jetzt mit klugen Ideen und Lösungen aufwarten könnte.

Überlege dir gut, was du möchtest im Leben und was du für diese Beziehung zu geben bereit wärst.
Wenn ihr als Paar zusammen bleiben wollt, könntest du ja theoretisch auch für ihn nach Griechenland ziehen. Es muss in so einer Konstellation immer einer alles Bekannte aufgeben und es gibt keine Regel, die sagt, ob das der Mann oder die Frau ist. Aber ich denke, mit 9 Jahren Altersunterschied stehen dir einfach noch so viel mehr Möglichkeiten offen, dein Leben zu gestalten, als ihm. Vielleicht hast du auch keine Lust, dich so stark auf ihn einzulassen und für Jahre entweder ihm bei seiner Integration hier beizustehen, oder dich selber in einer neuen Kultur einzuleben, die du dir sonst vielleicht nicht ausgesucht hättest. Kläre das auch für dich, bevor du versuchst, ihm zu helfen oder seine Art zu ändern.
Etwas Zeit könnt ihr beide euch wohl zum Nachdenken verschaffen, wenn er "nach Hause" in den Urlaub fährt und wieder Kraft tankt bei Familie und Freunden. Vielleicht sieht er dann wieder klarer.
 
  • #4
Nun ja … wie wären denn die Idealvorstellungen bezüglich seines/ eures Lebens? Wo und wie würde er lieber leben? Was wären realistische Optionen für ihn/ euch? Wäre ein gemeinsamer Umzug in eine Großstadt, mit mehr kulturellen Möglichkeiten, eine Option für euch? In einer Großstadt hätte er zwar auch keinen besseren sozialen Anschluss, weil da alles noch viel anonymer ist, aber es gibt dafür alle möglichen "communitys", wo er vielleicht auch seine finden könnte.

Davon abgesehen, sind das die typischen Probleme ausländischer Männer, wenn sie hier nicht gerade einen Superjob haben. Sie merken, dass sie hier unterprivilegiert sind, ihre gewohnten Netzwerke, Kontakte und Stand innerhalb der Gesellschaft funktioniert hier alles nicht so … und Männer identifizieren sich nun mal sehr über diese Dinge. Das schafft Frust und Unmut.
Da ist guter Rat teuer, denn das ist ein grundsätzliches Problem, was nicht so einfach zu lösen ist.


w50
 
  • #5
Liebe Swifty,

Was könntest Du tun? Grundsätzlich - ein klärendes Gespräch.

Für Dich vorher, überlegen, was möchtest Du, was hast Du grundsätzlich für Vorstellungen von Eurer Beziehung, für Eure Zukunft.
Was ist positiv, was schätzt Du an ihm, warum liebst Du ihn, ... könntest Du Dir ggf. vorstellen, mit ihm umzuziehen, ob Griechenland oder sonstwie.

Es kommen jetzt Unterschiedlichkeiten bei Euch zum Tragen - Du aktiv, er passiv-vermeidend, das ist sehr grundlegend und da wird es schwierig, einen Konsens zu finden . Leider meine Erfahrung, dass es dauerhaft nicht geht - anfänglich versucht man zu verstehen, zu unterstützen, (übernimmt evtl. auch immer mehr), dann nimmt das Unverständnis für das Im Problem verharren zu. Irgendwann wird aus dem Unverständnis Genervtsein, (evtl. auch Überforderung), der Verlust des Respektes, und das Ende der Beziehung. Und die andere Seite versteht genauso wenig, fühlt sich genervt, unverstanden. Könnt ihr bei dieser grundsätzlichen Unterschiedlichkeit einen Kompromiss finden?
Die weiteren Unterschiede, Euer Alter, die fehlende gemeinsame Sprache, Mentalitätsunterschiede? Wie geht es Dir damit, wie siehst Du da die Zukunft?

Wenn Du Dich sortiert hast, Deine Fragen für Dich geklärt hast, dann bitte ihn für die Zeit für ein Gespräch. Wo Ihr beide den Raum habt, Eure Gefühle, Wünsche, Ziele... zu artikulieren, ohne Wertung, ohne Rechtfertigungen, Schuld.
Und dann schauen, wo kann es hingehen, was ist möglich, für Euch beide, auch für ihn.
Und als Drittes dann prüfen, wie und ob ist das konkreter realisierbar.

Klingt jetzt sehr rational, und Du wärst bei so einem Gespräch nicht nur Betroffene, sondern auch Moderatorin, ist nicht so einfach.
Aber machbar - und eine Chance für Klarheit und ein Ergebnis, in welcher Art auch immer.

Oder Du stellst vorher beim Nachdenken fest, dass Eure Basis für eine Beziehung doch zu dünn ist.
Aber den Versuch eines Gesprächs würde ich auf jeden Fall machen.
 
  • #6
Er ist wegen dir nach Deutschland gezogen?
Waren seine Jobaussichten in Griechenland viel besser, hat er dort einen guten Job aufgegeben?
Einerseits sollte er schon zu seiner Entscheidung stehen, es hat ihn ja niemand gezwungen. Wenn er mit dieser Entscheidung nicht zurechtkommt - es ist sein gutes Recht, es zu bereuen - dann muß er sie eben rückgängig machen und darf niemand anderem die Schuld geben.
 
  • #7
Du hättest eine besondere Chance im Leben, relativ komfortabel etwas mitzunehmen, das dir später immer nützen würde:
eine Weile in einem anderen Land zu leben und die Sprache zu lernen.
Da er kein deutsch kann und du auch sonst keine Deutschen treffen würdest, würdet ihr in Athen griechisch sprechen. Du könntest ein Jahr Aufenthalt anpeilen, bei ihm wohnen, alle seine Leute treffen, würdest danach fließend und fehlerfrei die Sprache sprechen ( falls du das möchtest und dich entsprechend bemühst ) und danach könntest du weitersehen, ob du zurück gehst oder ganz dort bleibst.
Athen ist eine wunderbare Stadt.
Eine echte Metropole.
Die Wiege unserer Kultur.

Was ist dagegen eine deutsche Kleinstadt ?

Also, ich in deiner Situation wäre sofort dabei.
Ich fürchte nur, es gibt ein Problem: er ist hier, weil er wegen der Wirtschaftskrise dort keine Chance auf eine Arbeit hat ?

Dann weiß ich auch nicht...sorry.

w 48
 
  • #8
Vielen Dank schon mal für den gedanklichen Input!

Was ich vergessen habe zu erwähnen: Ich habe absolut kein Problem damit in eine Großstadt oder ein anderes Land zu ziehen. Doch ich bin gerade beim Abschließen meines Masterstudiums (1 Semester regulär + noch die MA-Arbeit) und nicht bereit das Studium so kurz vor Ende aufzugeben. Nach dem Studium werde ich zu 100% wegziehen, da es hier in der Kleinstadt kaum gut bezahlte Jobs in der Kultur/Kunstbranche gibt, das ist schon seit Studienbeginn geplant.
Deshalb halte ich auch so an der Beziehung fest, da ich weiß, dass es unserer Beziehung anderswo besser gehe würde und ich bereit bin umzuziehen, egal wohin solange ich in dieser Branche arbeiten kann. Doch momentan weiß ich nicht mal ob unsere Beziehung die nächsten Monate übersteht und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll oder was Änderung bringen würde.
 
  • #9
Auf den ersten Blick scheint es eine komplizierte Situation zu sein,
aber liest man Deinen Text so durch, dann erkennt man doch sehr schnell, dass Du selbst schon "DAS PROBLEM" eindeutig erkannt und angesprochen hast.

Warum hat "ER" den Arbeitsvertrag nur wegen DIR und der BEZIEHUNG verlängert? Arbeit sollte man so oder so haben und Geld benötigt man auch. Selbst wenn "ER" den Vertrag "nicht" verlängert hätte, hätte "ER" wohl etwas anderes ARBEITEN müssen.

Es ist laut Deiner Aussage doch so, dass "ER" sich nicht bemüht!
"ER" kann/will sich in der "Kleinstadt" nicht integrieren!
"ER" kann/will kein Deutsch lernen!
"ER" hat wenig Freunde!
"ER" hat hier kein Sozialleben!

Da stelle ich mir als Analyst die Frage, was "IHM" denn wichtig ist?
Wenn Du "IHM" wichtig wärst, dann wäre es doch egal, ob "ER" nun wenig, keine oder viel Freunde hier hat. Dann wäre es ebenso egal, ob er hier kein, wenig oder viel Sozialleben hat. Des Weiteren wäres es auch egal, ob er sich in "DIE KLEINSTADT" integrieren kann oder nicht.

Das Hauptproblem ist doch, dass "ER" sich nicht bemüht und auch nicht erkennt, dass das Problem mit der Sprache zusammenhängt.
Spricht "ER" in der Arbeit kein Deutsch und lernt dort z.B. Arbeitskollegen kennen?

Meines Erachtens "könnte" man "DAS PROBLEM" lösen -natürlich vorausgesetzt "ER" mag/liebt Dich zu 100% und hat selber Interesse daran-, wenn er einen Deutschkurs absolviert.

Beispiel:
Eigeninitiative > Deutschkurs > mehr Kontakte/Austausch

Im Kurs lernt "ER" neue Leute und vielleicht sogar "FREUNDE" kennen. Durch das Verinnerlichen der Sprache kann er auch sonst mit anderen Menschen "besser" in Kontakt treten. Somit auch aktiver am Sozialleben teilnehmen.

Fazit:
Wenn ich einen Partner habe, dann dreht sich alles um den Partner. Wenn alles andere "wichtig" erscheint und man einfach keinen Bock hat, wozu dann eine Beziehung eingehen?
So wichtig scheint die Beziehung wohl nicht zu sein.
Meines Erachtens ist es einfach "nur" bequem.
 
  • #10
Da kann ich dir eigentlich nur raten, konsequent aufzupassen. Aus folgenden Gründen: 1) Ist er zu alt für diese Mätzchen dir seinen Frust in die Schuhe zu schieben. Und denke bitte nicht, er wäre mit 32 nicht in der Lage zu erkennen, dass es Absicht ist und könnte nicht in die Stadt oder nach Athen ziehen. 2). Deine Berufsziel. In dem von dir genannten Feld kenne ich Mitarbeiter nur mit Dr. Die Stellen bleiben in der Hand wo sie sind, oder werden weggespart, wenn es soweit ist. Ansonsten wird viel umgezogen um befristete Projekte zu machen. Für dich also schon so geplant und kein Problem. Ich kenne beides. Teile der Branche und die Menschen die zwar selber unbedingt ins Ausland wollten aber dann einfach nicht erkennen können, das SIE SELBER ihr Zuhause sind. Dort wo sie sind sollte ihr Zuhause sein. Stattdessen werden täglich neue Dinge im Außen gesucht die bestimmt nur passieren weil man "Ausländer" ist, oder Banales wie das Wetter allgemein ist unerträglich und Dauerthema. Dafür ist man gerne breit den Anderen stets mit Unzufriedenheit und Wegzug zu bedrohen. (Um danach nix zu tun) Auch wenn 35 C° Sommer ist, ist er hier eh immer Mist. Gehalt zu wenig, usw. Sein Unwillen wird durch die schlechten Sprachkenntnisse bewiesen. (Wozu auch, man will eh weg) Da kenne ich ganz andere, da hörst du kaum das sie nicht hier geboren sind. Die wollten! An einem Umzug in die Stadt wird dein Studium nicht scheitern, aber sicher wird es teurer. ER könnte doch alles arrangieren? Mal sehen, wie weit er kommt und ob er sich überhaupt reinhängt. Der Mann kann einfach nicht alleine sein und benutzt dich in der Tat als Puffer. Was du und deine Zukunftspläne, die noch Zeit brauchen, wiederum tun, ist nicht wichtig. DIE leiden ja nicht wie Hund im bösen Ausland in das man sich aus Versehen verirrt hat. Dir geht's immer supi, bist ja da wo du geboren bist, das muss reichen. Das erste halbe Jahr ist immer perfekt, alles andere hat auch keinen Sinn. Ist von der Natur so vorgesehen, das du penetrant eine Rosarote Brille aufsitzen hast. Es ist übrigens sinnlos, dem Heimwehverblendeten das so aufzutischen. Dann müsste er sich ja bewegen. Dafür hängt er zu sehr dran mit seiner Heimwehmanipulation am längeren Hebel zu sitzen. Da hilft auch Athen nicht. Da gibt's dann plötzlich Smog und nicht den richtigen Job. Ich kann dir nur raten hier sehr hart bei einer konsequenten Linie zu bleiben und nicht da mitzuschwanken. Du bleibst auf der Strecke. Besonders als Frau. w49
 
  • #11
Liebe Swifty,
seine Unzufriedenheit mit seiner Lebenssituation ist verständlich. Dennoch ist es sein Problem. Mach bitte nicht den Fehler, für ihn zu handeln bzw. Lösungen zu finden. Das muss er selbst tun. Er fühlt sich sonst zusätzlich übergangen. Als Mann muss er sich stark und gebraucht fühlen. Wenn er das Gefühl kriegt, nun auch noch dich unglücklich oder unsicher zu machen, wird er sich immer mehr zurückziehen. Vielleicht solltet ihr euch eine Auszeit nehmen? Vielleicht sollte er einfach ein paar Wochen nach Griechenland fahren und überlegen was er denn möchte...

Du musst und kannst weiter nichts machen, als dich auf dich selbst zu besinnen und mit deinem eigenen Lebensmut und deiner Lebensfreunde die Fahne hoch halten. Und natürlich dein Studium beenden, nach entsprechenden Stellen Ausschau halten. Du hast die Bereitschaft signalisiert, nach Studienabschluss örtlich flexibel zu sein. Deutschland steht euch offen, ein Land in Frieden und sozialer Sicherheit, zumindest im Vergleich zum Rest der Welt. Und der Frühling steht vor der Tür:)
 
  • #12
Wir streiten nun oft, versöhnen uns aber auch schnell wieder. An manchen Tagen merke ich, wie gut es uns zusammen geht und er vermittelt das dann auch. An anderen jedoch fühle ich mich behandelt als wäre ich komplett unwichtig für ihn und als würde er am liebsten Schluss machen, um hier wegzukommen.
Ich bin ratlos und weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Wie soll ich mit der Unzufriedenheit meines Partners, welche sich stark auf mich und unsere Beziehung auswirkt, umgehen soll? Was kann ich tun in dieser Situation? Ich weiß, dass es eigentlich seine Probleme sind, doch als empathischer Mensch schränken sie auch mich massiv ein. Die letzte Option wäre die Trennung, doch zuvor möchte ich es nicht missen, alles in meiner Macht stehende zu versuchen.
Oft streiten und oft versöhnen ist KI***gart***ihr passt nicht zusammen!
Der einzige Weg hier raus zu kommen ist Trennung mit Kontaktabbruch und Blockierung! Oder aber du leidest weiterhin und machst weiterhin therapeutische Arbeit, was nicht dein Job ist! Hast du denn keinen Selbstwert?
 
  • #13
Deshalb halte ich auch so an der Beziehung fest, da ich weiß, dass es unserer Beziehung anderswo besser gehe würde und ich bereit bin umzuziehen, egal wohin solange ich in dieser Branche arbeiten kann. Doch momentan weiß ich nicht mal ob unsere Beziehung die nächsten Monate übersteht und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll oder was Änderung bringen würde.
Dazu muss er sich doch aber mal geäußert haben? Ich gehe mal davon aus, dass du ihm deine Pläne auch mitgeteilt hast, also weiß er doch, dass das nur ein vorübergehender Zustand ist, in dem er grade verharren soll. Will er denn wieder zurück nach Athen (was ich gut verstehen könnte)? Hat er denn außer zu meckern auch mal einen Vorschlag gebracht?
 
  • #14
Diese Probleme kannst du jetzt gerade nicht gebrauchen:
Das Masterstudium hat absoluten Vorrang; es ist deine Zukunft.

Die Haltung deines Freundes finde ich merkwürdig: wenn er hier her zieht, muss er natürlich die Landessprache lernen. Wie will er sonst hier Fuss fassen? Die Sprache öffnet das Tor zu einer Gesellschaft.
Ich kenne sehr viele andere Nationalitäten in der Stadt in der ich lebe und ob man sich halbwegs wohl fühlt oder nicht, hat etwas mit Verständigung zu tun. Sonst bleibt halt immer nur die Enklave übrig. Da gibt´s dann natürlich keine/kaum Vermischung mit dem eigentlichen Land. Das hat etwas mit "Wollen" zu tun; er muss wollen.
Auch wenn ihr in eine größere Stadt zieht, wird das Problem euch verfolgen.

Ich könnte mir das bei euch noch so vorstellen:
Du legst alles daran, ein gutes Studium zu schaffen und er versucht sich mit Deutsch. Wenn deine Ausbildung fertig ist, könnt ihr neu planen.
 
  • #15
Er stammt eigentlich aus Athen, konnte sich in "meiner" Kleinstadt nicht richtig integrieren, hat wenig Freunde, lernte kein Deutsch (was hier leider Voraussetzung ist) und sprach von dem Fehlen seines "Soziallebens", wie er es in Athen hatte.
Was ich bedenklich oder bezeichnend finde, ist sein Desinteresse, Deutsch zu lernen. Das ist ja das großartige an Auslandsaufenthalten, daß man die Landessprache wesentlich schneller und einfacher dort lernen kann. Wenn er sich aber weder fürs Land noch die Sprache interessiert, ist er ein etwas dumpfer Geselle, oder? Da sehe ich die größte Gefahr, und das zeigt sich auch in seinem Gejammer ohne Aktionen zu setzen.
Nebensatz: mir fallen dazu die herrlichen Auswanderdokusoaps ein, wo die Leute immer auswandern, ohne die Landessprache zu beherrschen. Ist das eine Aufnahmevoraussetzung in diese Sendungen? Dumpfe Gesellen, eben.
 
  • #16
@NormaJean: Ja wir haben bereits darüber gesprochen und darauf ruht meine Aussage auch. Er versteht , dass es ein vorübergehender Zustand ist und ich auf alle Fälle mein Studium beenden soll. Er will nicht zurück nach Athen, zumindest nicht momentan wegen der schlechten Jobaussichten, doch als Software Engineer kann er an vielen Orten Arbeit finden. Ähnlich wie ich in der Kultur- und Kunstbranche. Natürlich bemüht er sich auch etwas zu ändern, nur für mich ist das zu wenig und nach einer Weile herrscht wieder der alte Trott.

Wie einige von euch geschrieben habe, sehe ich es ähnlich: Er möchte sich nicht integrieren, da er weiß, dass er sowieso nicht hier bleiben wird. Für mich war das prinzipiell kein Problem, da ich meine Zukunft auch nicht hier sehe. Doch für ihn ist dieses Sozialleben immer lebensnotwendiger und vor allem notwendig zum Glücklichsein geworden. Ich alleine reiche ihm nun nach der Verliebtheitsphase nicht mehr. Und auch generell stimme ich zu, dass ich nicht der Mittelpunkt seines Lebens bin. An erster Stelle stehen seine Familie, seine Freunde und er selbst denke ich. Ich erst danach und das ist schmerzhaft.
Das mit dem Zusammenpassen sehe ich anders, aber ich bin auch in die Situation involviert, weiß wie viel wir gemeinsam haben, dass wir Spaß miteinander haben und uns gut in der Nähe des Partners fühlen. Die Gefühle sind da, nur die Situation macht uns einen Strich durch die Rechnung und das ist auch immer das Fazit unserer Gespräche über das Thema.
Auch bin ich der Meinung, dass Selbstwert hier keine übergeordnete Rolle spielt. Ich bin hoffnungsloser Optimist und engagiere mich für eine Sache, die mich emotional berührt. Doch ich weiß auch, wann es Zeit aufzugeben, was ein Grund für mein Schreiben war. Ich sehe momentan nicht klar und rational, weil ich ihn liebe, und bin auf einen Blick von Außen durch Freunde, Familie, aber auch Unbekannte angewiesen, um die Situation abzuwägen.
 
G

Ga_ui

  • #17
Mädel, was willst du mit so einem? Dich an einen älteren Mann dranzuhängen, ihm helfen zu wollen, ruiniert dich. Wenn er kein Deutsch lernen will, ist es sein Problem. Dann wird er halt bald zurück nach Athen müssen. Hat er ja ohnehin gesagt. Irgendwann kommt der Tag, wo du nicht mit ihm überall hingehen kannst, und für ihn sprechen kannst. Wenn er sicht nichtmal bemüht, 15 Worte zu lernen, für seinen kurzen Aufenthalt (weil das hat auch was mit Grips, Höflichkeit und Respekt dir gegenüber zu tun), dann frage ich mich, was du mit ihm willst.

Ich bin auch keine Leuchte im Sprachen lernen, aber ich bemühe mich wenigstens (und ja, ich habe auch einen ausländischen/schwedischen Freund). Einfach ist es nicht, ich kann auch vieles einfach nicht, aber mein Partner sieht, dass ich mich wenigstens anstrenge. Dein Partner könnte jeden Tag nur ein Wort lernen, da hätte er am Ende der Woche schon einen ganzen Satz zusammen. Schenk ihm ein Wörterbuch. Wenn er das nicht will, raus mit ihm vor die Tür! Weil dann seid ihr einfach nicht auf einem Level. Und geb bloß nicht dein Leben und dein gutes Studium hier auf, um mit ihm ins Ausland zu gehen.
Kurz und einfach, er muss einfach Deutsch lernen. Wie verständig ihr euch? Englisch? Griechisch? Wenn dein paar Anstand vor dir hätte, würde er sich dir zu Liebe anpassen.

Gerade weil du, wie du sagst, ein sehr aktiver Mensch bist, drängt das einen passiven Menschen noch mehr zurück in sein Schlupfloch. Lass ihn allein sein Leben auf die Reihe kriegen und schlage Konsequenzen (Trennung) vor, die du einfach zu deinem Wohlsein durchführen MUSST! Ein so viel älterer Mann wird sich von dir aus nämlich nicht ändern!
 
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  • #18
Was ich aus deiner kurzen Schilderung herauslesen kann:

- Er bemüht sich nicht um Integration
- Er hat hier seinen Job, weil er in Griechenland wohl keinen so gut bezahlten bekommen würde
- Den Job hat er in erster Linie für sich angenommen, es ist SEIN Gehalt, was auf SEIN Konto wandert, DIR schiebt er allerdings die Schuld in die Schuhe, dass er hier Heimweh hat und sich im Grunde unwohl fühlt
- Er ist passiv, und du bist aktiv

Je mehr du darüber nachdenkst und mit ihm darüber redest, desto mehr machst du SEINE Entscheidungen zu DEINEM Problem. Er wird dadurch immer mehr glauben, dass es tatsächlich DEINE Schuld ist, dass es ihm gerade so geht. Drossel dein Tempo und halte dich mit der Lösung seiner Probleme zurück, somit signalisierst du ihm auch dass ER die Lösungen dafür finden muss. Er hat Entscheidungen getroffen - ihm muss klar sein dass er nur sich selbst dafür verantwortlich machen kann!

Wenn er an jemanden seinen Frust ablassen möchte, dann bitte an sich selbst! Sage ihm ruhig deutlich, dass er Deutsch lernen MUSS, sonst wird das hier mit dem Anschluss und den sozialen Kontakten nie etwas!

Aber sich selbst nicht für die eigenen Taten verantwortlich machen und der bösen Freundin die Schuld geben (die sich doppelt und dreifach bemüht), das ist ja so viel bequemer!

Ich wünsche euch viel Glück.

w(28)
 
  • #19
Liebe FS,
der Mann ist Grieche. Dass Zielstrebigkeit, Einsatzfreude und "sich nach der Decke strecken" nicht zu ihren Kernkompetenzen gehört ist seit Jahren bekannt - lieber leistungsloses Einkommen und auf Kosten anderer und in der Sonne chillen. Ich darf das sage, weil ich Halbgriechin bin ☺.
Er ist nicht hierher gekommen, weil er was erreichen will, sondern weil die pure Not ihn gezwungen hat. Er will nicht hier sein und auch nicht hier bleiben. Allerdings ist auf die nächsten 20 Jahre nicht absehbar, dass sich die wirtschaftliche Lage in Griechenland wesentlich ändern wird. Selbst ein Schuldenschnitt bringt nichts, wenn die Leistungsbereitschaft und Frustrationstoleranz nicht auf das durchschnittliche Niveau eines Mitteleuropaers steigen.

Insofern finde ich es gut, dass Du Dich um die Beziehung zwar bemühst, sie aber gleichzeitig im Hinsicht auf ihre Haltbarkeit infrage stellst.
Mit mehr als 30 Jahren IT-Erfahrung in deutschen Großunternehmen kann ich Dir sagen, dass seine Bewerbungssituation in deutschen Großstädten auf einen qualifizierten, gutbezahlten Job nicht sehr gut sind, wenn er nach mindestens 2-jaehrigem Deutschlandaufenthalt (nach Deinem Master) auf Deutsch nur radebrechen kann. Daran kann man deutlich seine Unfähigkeit und Lustlosigkeit erkennen und so jemand unterliegt in Bewerbungsverfahren in attraktiven deutschen Großstädten. Da ist die Konkurrenzsituation schwer, auch für unmotivierte ITler, denn es gibt genug Überflieger, die dort für gutes Geld arbeiten und leben wollen. Dort wartet niemand auf ihn, wenn er sich nicht bemüht. Es hat wohl einen Grund,,warum er in der Provinz in einem unbefriedigendem Job gelandet ist, nicht in einer Grosstadt, warum er das nicht ändert trotz massiver Unzufriedenheit und der Grund liegt in seiner Trägheit.

Egal, ob er bei euch in der Kleinstadt bleben will oder nicht - zumindest der Spracherwerb ist keine Fehlinvestition auch wenn er sich sozial nicht in der Kleinstadt integrieren will.

Der Mann ist geistig zu träge sowie unreif-trotzig und wird nirgendwo auf der Welt zufrieden sein, weil er sich immer zu Unrecht vom Leben gestraft fühlt, weil er aus wirtschaftlicher Not seine Heimat verlassen müsste.

Du liest Dich ziemlich strebsam, zwar beziehungsengagiert, aber nicht aufopferungsbereit, was gut ist. Ich denke nicht, dass ihr noch lange zusammen seid, denn er ist ein Losertyp, Du nicht. Das passt auf Dauer nicht zusammen.
 
  • #20
Auf jeden Fall dein Studium beenden. Wenn er nicht Deutsch lernen will, sein Problem. Und auch wenn ihr woanders hinzieht, wird er, solange es nicht Athen ist, sich um Sprache und Freunde bemühen müssen. Vielleicht wird es ihm in einer anderen europäischen Großstadt leichter fallen, aber ich sehe da eher schwarz für euch.
 
  • #21
Die Frage, die ich ihm mal stellen würde, ist: Was hättest du gemacht, wenn wir nicht zusammengekommen wären?

Anscheinend hätte er ja dann den Vertrag nicht verlängert, sondern wäre woanders hingegangen. Und nun ist er "Deinetwegen" noch länger da, wo es ihm offensichtlich nicht gefällt.
Also dass Dein Studium zu Ende geführt wird, ist ja nun zum Glück euch beiden klar. Allerdings kommt dann sowieso das Problem, auf wessen Belange bei der nächsten Standortwahl geguckt wird. Er wird vermutlich wesentlich schneller einen Job finden als Du. Dh. Du müsstest für einen guten Job spezieller auswählen, falls Du in Deiner Branche überhaupt was bekommst. Ich weiß nicht, was Du alles machen kannst mit Deinem Abschluss, also ob Du auch in verwandten Gebieten arbeiten kannst oder als Lehrerin. Aber anscheinend hat er vor, ins Ausland zu gehen, also ich denke mal, ein englischsprachiges Land. Kannst Du da was reißen mit Deinem Abschluss in Deinem Arbeitsgebiet? (ich kenne eine Iranerin, die Stadtentwicklerin ist. In D kann sie nicht arbeiten, weil ihr Abschluss hier nichts wert ist, da andere Städtestrukturen)

Was sind denn seine Wunschträume bzgl. Wohnort? Willst Du da auch hin oder denkst Du, dass in eurer Beziehung auch Rücksicht genommen wird, wohin Du eigentlich willst? Einer wird nach seinem Vorteil euren Wohnort entscheiden, und wenn Du das wieder bist, wird er noch anstrengender in eurer Beziehung.

Tun kannst Du in meinen Augen nichts. Du bist tatsächlich nicht verantwortlich für seine Entscheidungen und klingst auch nicht wie eine emotionale Erpresserin.
 
  • #22
Mal ganz nüchtern betrachtet:
1. Er würde zwar am liebsten in Athen leben, aber ihm ist klar, dass es dort keinen Job für ihn gibt (für dich schon gar nicht). Nun hat er hier in D einen Job, offenbar sogar in seinem Beruf. Das ist, objektiv betrachtet, schon ein Glück, das viele nicht haben.
2. Damit aber nicht genug des Glücks, denn er hat hier sogar eine tolle Partnerin, die auch noch fast 10 Jahre jünger ist - viele Männer würden ihn beneiden! Seine Freundin liebt ihn, möchte, dass es ihm gutgeht und hilft ihm, sich nicht total allein zu fühlen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass von diesem Glück eine Menge Männer träumen, erst recht, wenn sie als Ausländer fremd und wegen der Arbeit hier sind.
3. Dein Studium ist in absehbarer Zeit (ca. in 1 Jahr) abgeschlossen. Dann, und das äußerst du ganz klar, gehst du (mit ihm) in eine größere Stadt, oder sogar ins Ausland. Das "Aushalten" in dem "unattraktiven Kaff" für ihn, ist also nur noch eine Frage der Zeit - was ist 1 Jahr! Auch das wieder ein Glück für ihn, dass du so flexibel bist und er sich nicht in eine Frau verliebt hat, die in der Kleinstadt gerade ihre Traumstelle angetreten hat und dort eigentlich nicht weg will!

Was will dieser Mann? Statt über sein, oben beschriebenes, faktisches Glück, froh zu sein, gibt er dir die Schuld, dass es in Griechenland keine Arbeit für ihn gibt (sonst wäre er ja dort)!
Weißt du was? Ich denke, das wird sogar noch schlimmer, wenn du mit deinem Studium fertig bist! Denn fest steht: Nach Griechenland werdet ihr nicht gehen, weil da keine Arbeit für euch ist. Woanders wird er aber immer das Problem haben, sich nicht wohl zu fühlen. Und dazu wird kommen, dass ihr eine Stadt finden müsst, in der ihr beide (!) einen guten Job findet.
Wie stellst du dir das konkret vor? Ich sehe das folgende mögliche Szenarien: Du bewirbst dich, bekommst z.B. in der Stadt XY eine Stelle (was ja in deinem Beruf auch nicht gerade einfach werden wird), er geht mit dir in die Stadt XY, bekommt dort aber keinen guten Job … schon ist der Frust bei ihm noch größer,
oder aber, du wirst irgendwann dauerhaft für ihn mitarbeiten, weil er nichts findet, sich aber auch nicht sehr bemüht …,
oder, er bewirbt sich, findet einen guten Job in einer Großstadt, die er mag, du gehst mit ihm, findest dort jedoch selbst keine Arbeit …

Ich fürchte, dauerhaft werdet ihr als Paar nicht glücklich werden. Leider.

w50
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
Nach deiner letzten Schilderung würde ich auch eher sagen, dass das nichts auf Dauer wird. Wenn er keine Lust hat, Deutsch zu lernen, dann kannst du das eigentlich vergessen. Wenn du ihn jetzt nicht gleich verlassen willst, dann genieße noch ein wenig die Zeit mit ihm, in der er nicht rummeckert, aber mache keine Pläne mehr mit ihm. Er soll für sich entscheiden und du für dich.
Wenn dein Studium zu Ende ist, machst du den Abflug, dann kann er ja überlegen, was er wirklich will. Aber -ein Mitforist hat das sehr treffend beschrieben: Mach es nicht zu deinem Problem. Du hast keins. Manche Partnerschaften kann man nicht erzwingen, auch wenn man scheinbar so gut zusammenpasst.