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  • #1

Unverheiratet Kinder

Wie seht ihr da. Wo liegen die Vorteile/Nachteile. Ich denke z.b. es ist von Nachtteil bei den Ämtern. Kindergeld, Zuschüsse. Der Vater des Kindes muss vor der Geburt zum Amt und die Vaterschaft erklären. Wie sieht es auch im Krankheitsfall, Krankenhaus aufenthalt. Auch das ist unter unverheiratetetn ein Problem, man bekommt keine Auskünfte, darf nicht auf die Intensivstation.
 
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  • #2
Heutzutage ist doch kein Problem mehr, unverheiratet ein Kind zu bekommen. Was soll das bei Ämtern für Nachteile bringen? Ich bekomme doch ein Kind mit einem Partner um nicht von Ämtern abhängig zu sein... Kindergeldgibtes für das Kind und nicht für einen Ehepartner.

Natürlich bekommt ein Lebenspartner im Krankheitsfall Auskünfte. Das kannst Du sonst auch schriftlich festhalten, dann hast Du die Sicherheit, entsprechend beteiligt zu sein. Auch eine Patientenverfügung für den Ernstfall kann man vorbereiten.

Ich denke, die Nachteile halten sich in Grenzen, wenn man unverheiratet ist- immerhin leben wir im Jahr 2014.
 
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  • #3
Unverheiratet wird der Vater nicht automatisch eingetragen:
- die Mutter kann jemand anderen eintragen, wenn der neue Freund sich besser als Vater eignet
- die Mutter kann niemanden eintragen und kann alles alleine bestimmen
- die Mutter hat das alleinige Sorgerecht und der Vater nur, wenn er es beantragt
ob das jetzt Vorteile oder Nachteile sind muss der/die FS für sich entscheiden

Unverheiratete sind nicht über den Partner krankenversichert. Wenn einer länger als den Elterngeldzeitraum zu Hause bleiben möchte muss zusätzlich zum Einkommensauffall noch die Versicherung bezahlt werden.

Eine Trennung vom Partner ist billiger.

Man muss nach der Geburt sowieso zum Amt, da macht eine Unterschrift mehr oder weniger auch nichts aus.

Die Auskunft im Krankheitsfall kann man mit einer Patientenverfügung abdecken.
 
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  • #4
Ich selbst habe es als Nachteil angesehen. Mein Lebenspartner lag im Krankenhaus und man hat mir keinerlei Auskünfte gegeben wie es ihm ging. Er hatte eine Not-Op.

Auch habe ich es erlebt das es teilweise Probleme machen kann wenn ein Kind "unehelich" zur Welt kommt.
Der Partner musste teilweise seine Vaterschaftsanerkennung vom Amt vorzeigen.
 
  • #5
Nein, in Deutschland ist es gottseidank kein Nachteil mehr, nicht verheiratet zu sein. Niemand
wird gezwungen zu heiraten bloß weil er ein Kind erwartet.

In Deutschland werden mittlerweile bald 50% der Kinder unehelich geboren - das heißt aber nicht, daß die Eltern keine Partnerschaft haben oder nicht später heiraten.
 
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  • #6
Ist kein Nachteil, kannst du alles ohne Trauschein regeln, beide sind erziehungsberechtigt, das ist doch ganz einfach.
 
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  • #7
Wie seht ihr da. Wo liegen die Vorteile/Nachteile. Ich denke z.b. es ist von Nachtteil bei den Ämtern. Kindergeld, Zuschüsse. Der Vater des Kindes muss vor der Geburt zum Amt und die Vaterschaft erklären. Wie sieht es auch im Krankheitsfall, Krankenhaus aufenthalt. Auch das ist unter unverheiratetetn ein Problem, man bekommt keine Auskünfte, darf nicht auf die Intensivstation.

Das kann vom moralischen her jeder halten wie er will. Selbstverständlich.

Nur leider ist die deutsche Gesetzgebung eben so, dass Familienförderung sich auf verheiratete Paare bezieht. Nur die schöpfen die vollen Vorteile ab.

Weiter ist ohne Ehe eine zusätzliche Absicherung der Mutter notwendig.
Falls der Ernährer frühzeitig ausscheidet hat die "Freundin" nämlich 0,00 € Anspruch auf Witwenrente. Die Ehefrau schon.
Natürlich sind das Themen, die in jungen Jahren keiner angreifen will, doch das wäre verantwortungslos.

Außerdem muss das ganze Erbrecht geregelt werden etc pp.....
 
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  • #8
Man sollte wenn, dann überhaupt an die Vor- und Nachteile des Kindes denken, nicht an seine eigenen:

- welchen Namen trägt das Kind? Doppelnamen? Und wie wirkt sich das mal später auf die berufliche Karriere des Kindes aus?
- in der Schule vielleicht ständige Hänseleien oder Nachfragen, warum Mama und Papa nicht verheiratet sind. Kinder sind nunmal grausam und die Schulmobbingzeit ist prägend für das ganze Leben. Sage ich aus eigener Erfahrung.
- Eltern trennen sich schneller, wenn sie nicht verheiratet sind. Alles ist so unverbindlicher. Für das Kind also noch höhere Chancen, alleinerziehend aufzuwachsen.
- welches Vorbild will man seinem Kind vorleben? Kinder übernehmen das Beziehungs-/Ehescheme für ihre eigenen späteren Beziehungen und lernen daraus viel für ihre eigenen Angelegenheiten
- keine Ehe bedeuet meist auch, wenn das Kind erwachsen ist, hat die Vaterrolle ausgedient und der Vater ist wieder unabhängig und sucht sich eine andere Frau (viele von uns hätten heute sicher keine Elternteile mehr, wenn sie nicht verheiratet gewesen wären).

Natürlich ist es kein Problem im Jahre 2014 nicht mehr zu heiraten, es wächst ja schließlich eine ganze Generation so auf. Die Frage ist halt immer, ob das besser ist und wie sieht das später mal in 30 Jahren für unsere Kinder aus und welche Auswirkungen hat das auf ihre Psyche und ihr Leben. Über so etwas macht sich heute halt noch keiner Gedanken. Man lebt nur im Hier und Jetzt und nach uns die Sintflut.
 
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  • #9
Auch unverheiratet kann man ein gemeinsames Sorgerecht haben, das Kind ist voll erbberechtigt und stigmatisiert wird 2014 auch kein Kind mehr, wenn die Eltern nicht verheiratet sind.

Die Nachteile sind eher finanzieller Art, mehr zwischen den Erwachsenen, als zum Kind hin: keine Familienversicherung in der Krankenversicherung, kein Steuervorteil durch Ehegattensplitting, keine Hinterbliebenenrenten, oft gelten tariflichen Vorteile beim Arbeitgeber für unverheiratete Paare nicht (Trennungsgeld, Umzugshilfen, Beihilfe im Krankheitsfall ....).
Die Kosten einer Scheidung sind vergleichsweise gering, wenn man diese Aspekte betrachtet. Der Vater ist, egal ob verheiratet oder unverheiratet unterhaltspflichtig. Einziger Punkt, der wirtschaftlich gegen eine Ehe spricht, ist: wenn ein Partner viel weniger arbeitet und verdient als der andere, gibt es bei der Scheidung einen Versorgungsausgleich, der dem Besserverdienenden dauerhaft richtig weh tun kann.
 
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  • #10
Das hat genaugenommen sehr viele Nachteile für beide:

- Steuerklasse, gerade wenn man nicht in Geld schwinnt freit sich die Familienkasse über ein paar Euro einsparungen bezüglich der Lohnsteuer
- Name unverheiratete Eltern haben unterschiedliche Namen, das könnte z.B. bei Urlauben ein Problem geben, wenn das Kind einen anderen Namen hat als Vater/Mutter
- Sorgerecht, unverheiratete Väter haben kein Sorgerecht und werden es vor Gericht auch nie erstreiten können, das bedeutet im Ernstfall für das Kind zahlen es aber nicht sehen zu dürfen
- die Mutter könnte auch einen anderen Mann als Vater eintragen lassen oder "unbekannt"
- Krankenversicherung, unverheiratete können nicht bei dem Partner mit versichert werden
- Erbrecht, die Mutter ist im Todesfall nicht erbberechtigt (das Kind zwar schon aber der Gesammtanteil ist natürlich niedriger)
- kein Rentenanspruch bei verstorbenem Partner
- Krankheitsfall, man bekommt keine Auskünfte von den Ärzten, darf im Pflegefall den Partner nicht selber Pflegen und auch im Ernstfall nicht Spenden (Blut, Knochenmark usw.)
 
  • #11
@ Gast 9:

Einige Deiner Darstellung sind nicht ganz richtig:

- daß Eltern unterschiedliche Namen haben ist sowohl bei uns als auch in anderen Ländern gang und gäbe. Ich kenne ausreichend Beispiele dafür. Es ist eher eine persönliche Frage, ob mir das gefällt oder nicht - aber kein Indiz dafür, ob eine Beziehung funktioniert oder nicht.
- Gemeinsames Sorgerecht, auch bei unverheirateten Paaren, ist in Deutschland aktuell Standard.
In Trennungsfall hat ein Vater (wie auch eine Mutter) IMMER Umgangsrecht und das kann ihr oder ihm nur bei schweren Mißständen verwehrt werden (wie Kriminalität, Alkoholismus, häusliche Gewalt)
- niemand kann jemand anderen einfach so in die Geburtsurkunde eintragen lassen. Das setzt von Amts wegen eine Aufklärung über die Folgen einer Vaterschaftsanerkennung voraus. Der jeweils andere muß dem zustimmen.

Bei dem Rest hast Du sicher recht.
 
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  • #12
- niemand kann jemand anderen einfach so in die Geburtsurkunde eintragen lassen. Das setzt von Amts wegen eine Aufklärung über die Folgen einer Vaterschaftsanerkennung voraus. Der jeweils andere muß dem zustimmen.
Aber natürlich kann die Schwangere mit einem beliebigen Mann beim Jugendamt ankommen und diesen als Vater eintragen lassen. Der leibliche Vater wird da nicht gefragt. Nur die rechtlichen Eltern müssen unterschreiben.
 
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  • #13
@ Gast 9:
- daß Eltern unterschiedliche Namen haben ist sowohl bei uns als auch in anderen Ländern gang und gäbe. Ich kenne ausreichend Beispiele dafür. Es ist eher eine persönliche Frage, ob mir das gefällt oder nicht - aber kein Indiz dafür, ob eine Beziehung funktioniert oder nicht.
Hier #9, das habe ich auch garnicht geschrieben.
Das Problem wäre aber wenn das Kind den Nachnahmen der Mutter trägt und der Vater möchte mit dem Kind z.B. alleine Verreisen (Ausland, Flieger), dann könnte es passieren das eine schriftliche Einverständnisserklärung der Mutter erforderlich ist, weil im ersten Moment garnicht nachvollziehbar ist, ob es sich bei dem begleitenden Mann wirklich um den Vater handelt...
- Gemeinsames Sorgerecht, auch bei unverheirateten Paaren, ist in Deutschland aktuell Standard.
Nein, meine Schwester hat 2 Kinder, 1 und 3 Jahre, unverheiratet und hat alleiniges Sorgerecht für beide, Standart ist nach wie vor, das das Sorgerecht komplett der Mutter übertragen wird, ausser sie wünscht explizit ein geteiltes Sorgerecht, diese Möglichkeit wird jedoch sehr selten in Anspruch genommen, weil es für die Mutter im Ernstfall nachteilig wäre.
In Trennungsfall hat ein Vater (wie auch eine Mutter) IMMER Umgangsrecht und das kann ihr oder ihm nur bei schweren Mißständen verwehrt werden (wie Kriminalität, Alkoholismus, häusliche Gewalt)
Du verwechselst hier Sorgerecht mit Umgangsrecht, das Umgangsrecht ist ziemlich schwammig und letztlich ist der Vater ohne Sorgerecht (dafür automatisch mit Umgangsrecht versehen) alleine auf das wohlwollen der Mutter angewiesen.

Verwehrt werden kann das Umgangsrecht von der Mutter eben jederzeit, rechtlich ist es ebend nicht durchsetzbar, da es nicht kontrolliert werden kann (Mutter sagt Vater wäre nicht gekommen, dabei stand der vor verschlossener Tür etc.) daher kann ich es nicht nachvollziehen, das Männer Kinder bekommen, ohne vorher zu heiraten...
- niemand kann jemand anderen einfach so in die Geburtsurkunde eintragen lassen. Das setzt von Amts wegen eine Aufklärung über die Folgen einer Vaterschaftsanerkennung voraus. Der jeweils andere muß dem zustimmen.
Doch, das wäre im Prinziep ganz einfach, nehmen wir mal an ich wäre von meinem Ex schwanger, ich halte ihn als Vater jedoch für ungeeignet, nun habe ich einen neuen (besseren) Freund, den ich über die Situation aufkläre (oder auch nicht=Kuckugskind), dieser erklärt sich bereit nach der Geburt die Vaterschaft anzuerkennen und das Kind als seines groß zu ziehen.

Ich gebe also als Vater einen anderen an, als den leiblichen, wenn der Ersatzvater die Vaterschaft (ohne wissen des leiblichen Vaters) anerkennt, ist alles in trockenen Tüchern (eine einmal anerkannte Vaterschaft kann nicht angefochten werden) der leibliche Vater würde demzufolge alle Rechte und Pflichten an seinem Kind verlieren.
 
  • #14
an Gast 12:
ich meinte mit meinen Äußerungen, daß ein anderer Mann die Vaterschaftsanerkennung unterschreiben muß. Eine Frau kann das nicht alleine einfach so eintragen lassen.
Ich verwechsle durchaus nicht Umgangsrecht mit Sorgerecht, gebe aber zu bedenken, daß es manchmal vernünftiger sein kann, wenn nur einer das Sorgerecht hat (zum Beispiel bei Fernbeziehungen mit großen Entfernungen)

Das mit dem geteilten Sorgerecht ab Geburt war eine Aussage von Amts wegen, die ich erhalten hatte.
Aber vermutlich ist das - wie immer - der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
 
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