• #1

Unterschiedliches Nähe-Distanz Bedürfnis. Was soll ich tun?

Hallo zusammen ich erhoffe mir einfach mal ein paar neutrale Meinungen. Ich bin seit 14 Monaten mit meinem Partner zusammen. Wir wohnen nicht zusammen aber sind 5 Minuten Autofahrt. Ich bin ein NäheTyp her ist er der Distanztyp. Haben relativ schnell festgestellt dass wir feste Verabredungen treffen mussten weil wir uns sonst nicht gesehen hätten an dem einen Tag hatte er dann Sport und ich war dann am nächsten verabredet und so haben wir die Dinge aufeinander abgestimmt. Das bedeutet das wir uns einmal in der Woche und an den Wochenenden sehen. Wenn es nach mir ginge würden uns öfter sehen .
Wenn wir zusammen sind fühle ich mich wohl er ist ein toller Gesprächspartner.
Wenn wir nicht zusammen sind dann meldet er sich von sich aus überhaupt nicht sondern reagiert maximal auf Nachrichten von mir. Ich habe das Gefühl das er nicht grundsätzlich nie vermisst. Wenn ich da bin ist es schön und wenn ich nicht da bin ist es auch schön .
Ich plane gerne ein bisschen in die Zukunft sei es eine Feier oder einen Urlaub und er ist überhaupt nicht in der Lage dazu mal drei Monate weiter zu denken. Das gibt mir ständig das Gefühl das er vielleicht überlegt ob wir denn dann noch zusammen sind.
Ich hätte gerne deutlich mehr Sexualität. Ich habe dieses Thema auch schon angesprochen. Er sagt er wäre aus vielerlei Gründen sehr antriebslos nicht nur dort. Von den Symptomen her denke ich manchmal das er gerade in eine depression schlittert.
An anderen Tagen denke ich mir ich bin nicht attraktiv genug er hat bestimmt eine andere neben her und so weiter. Wenn er dann mal alleine weggeht kann ich kaum schlafen und warte den ganzen nächsten Tag darauf dass er sich endlich meldet weil ich immer davon ausgehe dass er eine andere Frau kennen lernt. Ich mache gerade bereits eine Therapie wegen Verlust Angst, kümmere mich also um mich. Dennoch war es mir ein Bedürfnis hier mal darüber zu sprechen. Das Dumme an der ganzen Geschichte ist nämlich dass ich ihn echt von Herzen liebe!
 
  • #2
Liebe TE,

du brauchst keine Therapie gegen Verlustangst, sondern einen anderen Mann, bei dem es passt. Es passt bei Euch nicht. Egal was er für ein toller Mann ist, aber es passt nicht und es macht dich kreuzunglücklich. Und das wird auch nicht weg gehen, auch nicht durch eine Therapie. Da muss ein Cut her, so schwer das auch im ersten Moment ist. Aber er ist nicht falsch und du bist nicht falsch. Es passt einfach nicht.
 
  • #3
Liebe FS,

dein Partner ist offensichtlich bindungsscheu. Das ist eine Zeitgeist-Krankheit bei vielen Männern heutzutage. Auf seine Art liebt er dich sicher, aber er kann und will sich nicht näher einlassen, das macht ihm Angst. Lies das Buch "Jein" von Stefanie Stahl, da beschreibt sie diese Art von Menschen. Ich habe das hier schon geschrieben, ich hatte auch so einen Bindungsphobiker als Partner, und die Beschreibung in dem Buch glich dermassen meinem Ex, dass es frappant war. Ich kenne auch dieses "Nichts für die Zukunft planen" von meinem Ex. Da schwingt immer der Gedanke mit, dass er sich denkt: Wer weiss, ob wir dann noch zusammen sind. Ein unschönes Gefühl. Daher auch deine Sorgen und Eifersucht, wenn er allein weggeht. Das kenne ich auch. Die Eifersucht ist berechtigt, denn du spürst, dass er nicht hundertprozentig zu dir steht.

Der Grund für dieses Verhalten ist sicher nicht, dass er dich nicht liebt. Das sind irgendwelche Prägungen aus der Kindheit. Das ist wirklich so. Nur musst du dir überlegen, ob es dir reicht, was er dir geben kann. Denn Bindungsphobiker ändern sich nicht. Höchstens wenn sie intensiv an sich arbeiten, aber das tun sie nicht, weil sie keinen Leidensdruck spüren. Kein Wunder, sie lassen andere leiden.

Wenn du mit dieser Problematik leben kannst, dann bleib bei ihm. Es kann trotzdem eine schöne Beziehung sein. Wenn du aber zu sehr leidest und vor allem, wenn du eine Familie möchtest: Trenn dich lieber. Denn eines muss dir bewusst sein, für Familie sind solche Typen nicht geschaffen.

W, 44
 
  • #4
Die Männer wollen zu wenig Sex. Das scheint nun das neueste Dauerbrenner-Thema zu sein.
Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb viele Männer zu Distanztypen werden. Wenn sie ständig physisch verfügbar wären, würden sie doch ständig zum Sex gedrängt werden. Aber ein Mann will auch mal ein Buch lesen, Sport machen, mit einem Freund etwas unternehmen oder aber nur einmal gemütlich ein Fußballspiel anschauen. Aber wenn ständig eine Frau an der Seite ist, wird das schwierig. Da geht's immer nur um Sex, Sex, Sex.

In deinem Fall denke ich nicht, dass ihr wirklich ein Nähe-Distanz-Problem habt. Ich fürchte, er hat dich bei weitem nicht so gern wie du ihn. Deine Zuneigung ist für ihn angenehm. Und solange du nicht zu viel Druck machst, wird eure Beziehung halten. Wenn du ihn nervst oder eine Frau auftaucht, die er besser findet, dann bist du weg.
 
  • #5
Liebe FS,
ich habe das gerade alles hinter mir. Es war mir von Anfang an zu wenig, aber ich war so verliebt, dass ich dachte, das wird schon. Dann war ich fest entschlossen, an mir zu ,,arbeiten**, mich mit Freunden zu treffen und einfach die Zeit zu genießen, die wir haben. Aber ich habe es nicht geschafft und inzwischen tut es mir Leid, dass ich meine eigenen Bedürfnisse so abgewertet habe. Denn Tatsache ist, dass ich das gar nicht ,,schaffen** will, ich will Nähe, ja vielmehr, ich brauche sie, sonst werde ich kreuzunglücklich. Das alles hat zu soviel Frust, zu on-off und vielen Tränen geführt. Es ist traurig, dass es nicht ging, aber irgendwie wollte ich es dann gegen meine Bedürfnisse erzwingen und das ist schlimm. Ich war zu feige, mir das einzugestehen und es tut auch jetzt weh. Aber er ist, wer er ist und ich bin, wer ich bin.
Ich brauche einen Mann, der Nähe will und zeigt und du brauchst das offensichtlich auch. Wenn du Verlustängste hast, dann ist er der ideale Kandidat, um das Drama am Laufen zu halten.
Pass gut auf dich auf.
 
  • #6
Ich hab es erlebt und heute, mit dem Abstand sehe ich: wenn man bei sich bleibt und schaut was einem guttut, dann liebt man das Unpassende nicht.

Aber Du bist nicht bei Dir, nur bei ihm: warum ist er so, wie sieht er mich....

Und wenn Du mit Deiner Angst tagelang wahnsinnig wirst, braucht er sich nur zu melden und Du bist im Himmel.
Nur weil er Dich erlöst und sicher nicht, weil ein Anruf ein extreme Leistung ist oder der Liebesbeweis schlechthin.

Und damit Du nicht völlig durchdreht, muss er das ändern.
Ihm wird also regelmäßig erklärt, dass er falsch tickt, depressiv und bindungsunfähig ist.
Wer könnte solche Vorwürfe ertragen und würde sich da geliebt fühlen?

Du sagst Du liebst ihn...willst ihn aber anders, damit es Dir gut geht.
Und er will dich cooler und glücklich so wie er ist.

Was nicht passt wird auch nicht passend gemacht.

Wenn Du bei Dir bleibst, dann liebst Du jemanden, der so liebt wie Du!
 
  • #7
Ich seh hier verschiedene Probleme.
- Deine Verlustangst
- die Beziehung eines Verlustängstlichen mit einem, der viel Freiheit will
- die Beziehung mit einem, der antriebslos ist
- die Möglichkeit, nur als Notlösung weiter als Partnerin gesehen zu werden, bis wer anderes kommt, weil der Mann nicht mehr verliebt ist
- Übergangsfrau sein können

Ich finde es merkwürdig, wenn man nicht mal 3 Monate voraus plant, wenn man schon über ein Jahr zusammen ist. Das muss nun nicht gleich heißen, dass sofort Schluss sein kann, weil er auf ne andere Frau wartet. Kann auch sein, dass er wirklich generell kein Interesse an Beziehungsplanungen hat. Er geht ja nun immerhin noch zum Sport, so ganz antriebslos wirkt das nicht auf mich.

Vielleicht wäre es sinnvoll, sich mal den Anfang eurer Beziehung anzugucken, also ob er gerade aus einer anderen Beziehung kam und Du nur eine Übergangsfrau ins Singlesein bist, also einen weichen Fall bereitet hast. Oder wie eure gemeinsamen Tage so ablaufen, also ob er sich nur als Pflichtübung mit Dir abgibt, gleichförmig und ohne Begeisterung, Dich zu sehen, oder wirklich Spaß mit Dir hat. Daran kann man vielleicht erkennen, ob er nicht mehr verliebt ist und keine Energie in die Beziehung stecken will.
Du denkst manchmal, es sei eine Depression. Du scheinst nicht zu denken, dass er nach anderen Partnerinnen Ausschau hält, Du denkst eher, dass er Dich betrügen könnte. Irgendwie glaube ich das nicht. Wenn er Dich betrügen würde, würde ich denken, es liegt ihm was daran, Dich nicht zu verlieren und dass er Dich in diesem Fall als richtige Partnerin ansehen müsste. So klingt aber der Rest für mich nicht. Ich glaube eher, dass er wenndann eine neue Beziehung starten würde, falls er eine andere Frau kennenlernt, die ihn interessiert. Oder Du bietest irgendwas, das ihm so bequem ist, dass er das behalten will und nebenher ein bisschen Sex mit anderen will.
Ich wüsste nicht, was ich denken soll. Also ob er depressiv wird oder ob er nicht mehr verliebt ist.
 
  • #8
Hallo W1977

So wie Du die Situation schilderst, ist es möglich, dass überhaupt kein Problem vorhanden ist und die Dinge sich einfach nicht so schnell entwickeln wie Du das gerne hättest.

Ich glaube, Du bist noch nicht allzulange Single und bist Dir noch das Leben in einer Beziehung gewohnt. Auf gar keinen Fall darfst Du erwarten, dass andere an Dich denken, wenn Du nicht anwesend bist.

Alleinstehende Leute sind sich nicht gewohnt, dass sie an andere denken oder dass jemand an sie denkt. Wozu auch? Wenn Du alleine bist, kümmert das eh niemand und man kann sich das sparen.
 
  • #9
Hi,ich sehe auch, dass es nicht passt. Du scheinst ihm nicht wichtig zu sein, wenn er dich nicht vermisst. Und er wird sich auch nicht mehr ändern, manchmal ist das leider so. Wenn ihr so nah beieinander wohnt und mach über einem Jahr keine gemeinsamen langfristigen Pläne herausspringen, wäre mir das nichts. Für LAT muss man gemacht sein.
Wenn er so antriebslos ist, wird er zumindest keine andere haben :)
 
  • #10
dein Partner ist offensichtlich bindungsscheu. Das ist eine Zeitgeist-Krankheit bei vielen Männern heutzutage.
Ich finde es nicht gut, den eigenen Maßstab als den einzig richtigen anzusehen und alles Abweichende als falsch, sogar als Krankheit anzusehen.
Wie fändest du es, wenn du hier von diesem Mann eine Post lesen würdest, in dem er das Nähebedürfnis der Frau als krankhaftes Klammern bezeichnete ?

Ja, der Mann will weniger gemeinsame Zeit als die FS, das ist aber keine Krankheit oder Störung oder sein oder vieler Männer Fehler, sondern lediglich eine Variante normaler menschlicher Bedürfnisse.

Die Kontaktfrequenz, die FS nennt, würde mir sehr gut gefallen.
Du mir würde er diesbezüglich passen, zur FS nicht.
Das ist alles.

Die Männer wollen zu wenig Sex. Das scheint nun das neueste Dauerbrenner-Thema zu sein.
Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb viele Männer zu Distanztypen werden. Wenn sie ständig physisch verfügbar wären, würden sie doch ständig zum Sex gedrängt werden. Aber ein Mann will auch mal ein Buch lesen, Sport machen, mit einem Freund etwas unternehmen oder aber nur einmal gemütlich ein Fußballspiel anschauen. Aber wenn ständig eine Frau an der Seite ist, wird das schwierig. Da geht's immer nur um Sex, Sex, Sex.
Interessant. Ja, vielleicht. Im ein oder anderen Fall.
Bei mir spielte das in der Tat eine Rolle.
Solange ich mit meinem mich permanent bedrängendem Freund ( ich erzähle gelegentlich davon ) nicht zusammen wohnte, ging es gut.
Ich machte einfach am Freitag Abend die Beine breit, stöhnte ordentlich, damit er schneller fertig wurde und danach konnten wir zum angenehmen Teil des Wochenendes übergehen.
Das ging 4,5 Jahre gut, dann zogen wir zusammen und dann klappte das Kartenhaus zusammen. Nach einem halben Jahr zog er aus.
Wenn man 25 ist und Kinder will, ist LAT aber keine Option, es musste also so kommen.
Bin ich froh, dass ich aus dem Gröbsten raus bin...

w 51
 
  • #11
Hi,

hmm..die Menschen sind unterschiedlich. Für mich waere einer wie Deiner passgenau richtig.

Das WE zusammen verbringen und ein Tag die Woche..fände ich perfekt. Ich brauche viel Zeit weil ich neben Job drei bis viermal pro Woche Tanzen gehe, Chor und meine Freundinnen, die über lebenswichtig sind da ich seit ich 20 bin keine Familie mehr habe.

Ich waer da wie Dein Partner was die Frequenz angeht. Allerdings melde ich mich täglich per Anruf oder WA wenn es kein Treffen gibt. Ich bin verbindlich. Ich bin treu.
Und vor nix graut mir mehr als ein Mann, der jeden Tag von Beginn Anspruch auf meine Zeit erhebt. Wenn das Vertrauen über die Jahre wächst und damit das Nähe Bedürfnis und die Selbstverständlichkeit, passe ich mich gerne an. Aber ich opfere nicht wichtige Säulen im Leben für jmd den ich kaum kenne.
In gewisser Weise verstehe ich Dein Freund. Es kann sehr erdrückend sein, wenn jmd an einem klebt.

Was ich jedoch nicht verstehe, mich beunruhigt und was ich thematisieren würde:
- warum meldet er sich zwischen drin nie??!
- warum hast Du Angst er liebt Dich nicht??!

Da wuerde ich mal hinspueren.
Da ist was anderes schief.

Sex ist wichtig. Noch viel wichtiger finde ich jedoch Zärtlichkeit, kuscheln, umarmen. Findet das statt?
 
  • #12
Dieses "unterschiedlichen Nähe- und Distanzbedürfnis" ist ein anderer Ausdruck für "es passt nicht". Du findest ihn toll, willst soviel wie möglich mit ihm zusammen sein, willst Sex mit ihm. Das nennt man verknallt sein und ist völlig normal.
 
  • #13
Liebe FS

Ich denke, ein echtes Nähe/Distanz Problem gibt es nur, wenn nicht beide bzw. einer von beiden genug Gefühle entwickelt. Denn wenn zwei Menschen sich lieben, gehen sie automatisch auf den Anderen ein, wenn auch Mancher mehr oder weniger.

Meine letzte Beziehung dauerte ein knappes Jahr. Gesehen haben wir uns einmal in der Woche und jedes zweite Wochenende, weil er mehrmals die Woche und jedes zweite Wochenende seine Kinder hatte. Ich fand die Zeit zusammen schön, war verliebt und fühlte mich mit ihm wohl. Er lernte meine Familie kennen, ich seinen Bruder und nach einem halben Jahr erfuhren auch seine Kinder, dass es mich gibt, aber ein Kennenlernen gab es nicht. Für mich fühlte es sich erstmal trotzdem so an, als ob sich langsam eine echte Beziehung entwickelt und ich habe es so „weiterplätschern“ lassen. Nach einigen weiteren Monaten ohne gegenseitige Integration in das Leben des Anderen wurde die aus meiner Sicht mangelnde Verbindlichkeit zum Störfaktor für mich. Ich habe es angesprochen und es hat sich herausgestellt, dass er mich zwar schätzt, aber nicht genug Gefühle entwickelt hat, um eine richtige Beziehung mit allem drum und dran mit mir zu leben. Tja, was soll ich sagen, wir haben uns getrennt.

Wenn das Nähe-/Distanzbedürfnis bei beiden weit auseinanderliegt ist aus meiner Sicht nicht das das wirkliche Problem, sondern der Mangel an Gefühlen auf einer oder sogar beiden Seiten. Du bist verliebt und wünschst Dir daher natürlich mehr Nähe. Er genießt zwar die Zeit mit Dir, aber mehr braucht und will er nicht, da er eben leider nicht verliebt ist. Die Tatsache, dass Dein Freund sich zwischendurch nie von selbst meldet oder etwas im Voraus mit Dir einplant spricht auch nicht für große Gefühle seinerseits.

Ich würde das an Deiner Stelle mal ruhig zur Sprache bringen und bereit sein, mich dann zu trennen, außer er wacht dann auf und merkt, dass Du die Eine für ihn bist und lässt Taten folgen.

Aber einfach darauf warten, dass sich da noch irgendwann etwas ändert, da glaube ich nicht dran... Mit der Erwartungshaltung machst Du Dich nur noch unglücklicher und vergeudest vielleicht noch ein paar Jahre an den falschen Partner.

Alles Gute für Dich
w48
 
  • #14
Er sagt er wäre aus vielerlei Gründen sehr antriebslos nicht nur dort. Von den Symptomen her denke ich manchmal das er gerade in eine depression schlittert.
Liebe FS,
hör' auf ihn Dir krank zu reden, nur weil das besser in Dein Weltbild passt. Der Mann sagt von sich, dass er antriebsarm ist und hat damit keine Not. Er will das so, weil es bequem für ihn ist. So sind passive, antriebsarme Menschen. Die bleiben auf Distanz, weil sie ihre Ruhe brauchen und wollen. Love it or leave ist - was anderes geht nicht.

An anderen Tagen denke ich mir ich bin nicht attraktiv genug..... Ich mache gerade bereits eine Therapie wegen Verlust Angst, kümmere mich also um mich. ....
Du kümmerst Dich zu wenig um Dich und zuviel um seine vermuteten Befindlichkeitsstörungen. Er hat keine Probleme und keinen Leidensdruck, denn er ist nicht in Therapie. Er kann und will sehr komfortabel mit seiner "Antriebsarmut" leben. Wenn nicht, wäre er in Therapie.

Wer nicht damit leben kann, das bist Du. Seine Distanziertheit befeuert Deine "Verlustängste", d.h. in dieser Hinsicht ist diese Beziehung extrem kontraproduktiv für Deine Therapie.
Darüber hinaus bringt er Dir ein neues Problem, befeuert Deine Selbstzweifel.
Daher ist es sinnvoll die Beziehung zu beenden, weil keine Therapie gegen so eine laufende "selbstschädigende Beziehung" anarbeiten kann. Jeder kleine Fortschritt, den Du in einer Therapiestunde machst wird gleich 2-3 mal zunichte gemacht durch diese Beziehung.

Rede in Deiner Therapie genau über diese Probleme. Ich hatte in meiner Scheidungsphase auch das Problem. Meine (Klinik-)Therpeutin war eine kluge Frau und hat mir ganz deutlich gesagt, dass sie keine Lust hat, mich die Woche über aufzubauen und dann kommt am Wochenende mein (Ex)mann und zerlegt das alles wieder.
Fazit: entweder laufen seine Besuche so, dass sie zielführend sind für die Therapie oder ich schicke ihn nach Hause. Gesagt, getan und das war richtig, denn ich konnte mich mit meinen destruktiven Mustern ohne seine Einflußnahme und Wirkung darauf befassen, diesse so erst erkennen und Gegenstrategien entwickeln.
 
  • #15
Liebe FS,
ob der Mann nun antriebsarm und bequem ist, depressive Tendenzen hat oder einfach nicht soviel von und mit Dir will wie Du von ihm, ist gar nicht so relevant.
Schau auf das, was Du brauchst und versuche nicht, Dich so hinzubiegen oder zu therapieren, dass Du mit dem zufrieden bist, was von ihm kommt.
Es ist Dir zu wenig - und das ist Dein Bedürfnis, welches dort nicht ausreichend befriedigt wird.
Ich rate Dir, das mitzuteilen. Ruhig und in Ich-Sätzen.
Wenn er weniger will, ist das sein gutes Recht, nur passt das dann einfach nicht zwischen Euch.
Ich selbst habe mich über mehrere Jahre mit dem zu wenig geplagt und gedacht, ich müsse nur bescheidener sein.
Das war nicht wirklich hinzukriegen, denn das wäre ein Verbiegen.
Stelle Dich klar auf, dann weiß er, woran er ist - und Du irgendwann auch.
 
  • #16
Augen zu und durch :). Das mache ich auch schon seit Jahren so und es funktioniert prima.....:)
 
  • #17
Ich denke, ein echtes Nähe/Distanz Problem gibt es nur, wenn nicht beide bzw. einer von beiden genug Gefühle entwickelt. Denn wenn zwei Menschen sich lieben, gehen sie automatisch auf den Anderen ein, wenn auch Mancher mehr oder weniger.
...
Wenn das Nähe-/Distanzbedürfnis bei beiden weit auseinanderliegt ist aus meiner Sicht nicht das das wirkliche Problem, sondern der Mangel an Gefühlen auf einer oder sogar beiden Seiten.
Genau das ist der große Irrtum.

Menschen sind sehr unterschiedlich. Der eine will viel Nähe zum Partner, der nächste ist häuslich oder viel beruflich unterwegs oder redet viel oder oder oder.

Es gibt auch hier im Forum Frauen, denen eine Fernbeziehung mit Treffen alle 2 Wochen am Wochenende und Telefonate total reicht.

Wie schon jemand geschrieben hat, es ist nicht falsch mehr Nähe, oder mehr Häuslichkeit oder mehr Aktivität oder doch weniger zu wollen.
Wichtig ist, dass ihr zusammen passt.

Du wünscht Dir mehr Zeit, Nähe usw zum Freund, der das ablehnt... sehr wahrscheinlich kennst Du das Muster aus Deinem Verhältnis als Kind zu Deiner männlichen Bezugsperson.

Du hast Dir keine Gedanken gemacht, wie Du Dir eine gute Beziehung vorstellst bzw. setzt Du Deine Wünsche nicht um.
Wie stellst Du Dir eine gute Beziehung konkret vor? Wie oft seht ihr Euch, wie geht ihr miteinander um?
Hast Du Deine Wünsche Deinem Mann konkret genannt?
 
  • #18
Menschen sind sehr unterschiedlich. Der eine will viel Nähe zum Partner, der nächste ist häuslich oder viel beruflich unterwegs oder redet viel oder oder .

Es gibt auch hier im Forum Frauen, denen eine Fernbeziehung mit Treffen alle 2 Wochen am Wochenende und Telefonate total
Ja sicher, aber beide Extreme deuten entweder auf eine Störung hin oder auf nicht genügend Interesse.
Mein Verhalten in dieser Hinsicht ändert sich, je nachdem wie groß mein Interesse, bzw. mein Verliebtsein ist. Und das habe ich auch bei anderen bemerkt, wo einer mit einem Partner distanziert ist und beim nächsten Partner dann deutlich anders.
Ist meine Meinung und habe ich an mir wie auch bei anderen bemerkt.

Und dass Beziehungsphobiker grundsätzlich große Distanz bevorzugen ist ja klar. Da liegt eine Störung vor, warum auch immer.

Aber im Gegensatz zu den viel vertretenen Meinungen hier gehe davon aus, dass nicht die Hälfte der Bevölkerung oder noch mehr gestört durch die Gegend läuft. Man kann sich Verhaltensprobleme auch einreden, wenn es der eigenen Bequemlichkeit bzw. mangelnder Reflektierung dient.

Dass es Abweichungen gibt ist klar. Aber wenn es darum geht, zu entscheiden ob man sich 2 oder 5 Mal in der Woche sieht denke ich schon, dass jeder auf den anderen einen Schritt zugehen mag. Sofern der andere für einen wichtig genug ist, dass man nicht aus Prinzip nur die eigenen Wünsche beachten will. Das nennt man Partnerschaft. Wer das nicht kann oder will, muss wohl allein bleiben.
 
  • #19
Genau das ist der große Irrtum.

Menschen sind sehr unterschiedlich. Der eine will viel Nähe zum Partner, der nächste ist häuslich oder viel beruflich unterwegs oder redet viel oder oder oder.

Es gibt auch hier im Forum Frauen, denen eine Fernbeziehung mit Treffen alle 2 Wochen am Wochenende und Telefonate total reicht.

Wie schon jemand geschrieben hat, es ist nicht falsch mehr Nähe, oder mehr Häuslichkeit oder mehr Aktivität oder doch weniger zu wollen.
Wichtig ist, dass ihr zusammen passt.

Du wünscht Dir mehr Zeit, Nähe usw zum Freund, der das ablehnt... sehr wahrscheinlich kennst Du das Muster aus Deinem Verhältnis als Kind zu Deiner männlichen Bezugsperson.

Du hast Dir keine Gedanken gemacht, wie Du Dir eine gute Beziehung vorstellst bzw. setzt Du Deine Wünsche nicht um.
Wie stellst Du Dir eine gute Beziehung konkret vor? Wie oft seht ihr Euch, wie geht ihr miteinander um?
Hast Du Deine Wünsche Deinem Mann konkret genannt?
Sehe ich genauso.
Ich habe meine Exfreunde alle..jeden natürlich auf etwas andere Art..geliebt.
Trotzdem erstickt es mich wenn jemand mich besitzen will oder mein Lebensmittel Punkt sein will...

Da geht es um mich und mein Bedürfnis nach Autonomie, Ruhe und Abwechslung. Nicht um mangelnde Gefuehle. Bei mangelnden Gefühlen gehe ich garnicht erst in Beziehung zu einem Mann...
Jemand mögen heisst nicht aufeinander kleben. Ich liebe Schokolade.. Aber wenn es NUR Schokolade gibt wird mir irgendwann schlecht.

Umgekehrt hab ich auch kein Problem wenn ein Partner zB mal alleine verreisen will, seine Ruhe braucht oo was mit Jungs machen will.

Im Gegenteil, weil ich ihn mag, will ich ja dass es ihm gutgeht und er das tut was ihm gut tut. Und mich entlastet es weil er nicht erwartet ich alleine solle ihn durchweg "glücklich machen", was eh nicht funktioniert...

So sehe ich das...lieber langsam, beständig, mit gesunder Distanz und Respekt zusammen sein, als zusammen springen, zusammen kleben, sich verhakeln und dann desillusioniert sich fallen lassen. So läuft s ja oft...
 
  • #20
. Ich fürchte, er hat dich bei weitem nicht so gern wie du ihn. Deine Zuneigung ist für ihn angenehm.
Das fürchte ich auch! Ein Mann der sich von sich aus nie meldet, nichts plant, wenig Sex will, dafür aber viel Freiheit, der ist ganz sicher nicht nicht bis über beide Ohren verliebt oder liebt von ganzem Herzen!

Liebe FS,
Es ist schon so wie du sagst! Es ist schön, wenn du da bist, aber auch schön und vielleicht noch schöner wenn du nicht da bist! Dein Gefühl ist vollkommen richtig und du versuchst dich gerade umzuprogramieren indem du eine Therapie machst! Du brauchst keine Therapie!!! Du hast zurecht Angst, dass er irgendwann Schluss macht, weil du sehr genau dieses große Ungleichgewicht spürst! Du liebst ihn von Herzen- er dich aber nicht!

Du brauchst einfach den passenden Mann! Einen Menschen der dich genau so dolle liebt wie du ihn!! Und schon ist deine Therapie gar nicht mehr notwendig.

Du wirst es nicht schaffen, dich zu trennen, weil du ihn liebst und hoffst, es wird alles besser. Er wird sich aber nicht ändern und du wirst immer irgendwie, irgendwo ein bisschen leiden, immer mehr und immer mehr.
Erst wenn du an dem Punkt bist, bist du wirklich offen und bereit für Tipps und Ratschläge aus dem Forum.
Leider, denn bis dahin wirst du noch viel mitmachen und aushalten müssen.

Ich sage dir, du bist total okay so wie du bist und die Problematik wäre nicht, mit einem Mann an deiner Seite der genauso fühlt wie du.

Alles Liebe für dich!
 
  • #21
Ich mache gerade bereits eine Therapie wegen Verlust Angst,
Liebe Fragestellerin. Es wird Dich zwar nicht trösten, aber das hier ist der Klassiker, das Schulbeispiel für Beziehung mit komplementär kompatiblen Beziehungsstörungen.

Der Verlustängstler der an einen Beziehungsvermeider gerät und dort dann am ausgestreckten Arm hungern muß. Solche Beziehungen sind gerne mal sogar relativ lange haltbar und bergen eine ganz eigene kranke Dynamik.

Denke mal an Hunde. Die satten, daheim gut gefütterten, die essen ganz normal, wenn sie was bekommen. Und sie essen auch nicht immer alles. Und dann denke mal an die verhungerten Straßenhunde. Die wissen nie, wann sie wieder was bekommen. Die sabbern den ganzen Tag und wenn sie dann schließlich was kriegen, dann stürzen sie sich drauf und sei es noch so wenig und noch so schlecht.

Du liebe Fragestellerin ähnelst wohl eher letzterem, Du bist auf Mangel programmiert, denn den hast Du irgendwo gelernt, vermutlich in Deiner frühen Kindheit, so bist Du sozialisiert. Liebe war Mangelware, da war nie genug da. Und genau diesen Zustand reinszenierst Du nun mit diesem Mann.

Wärst Du in Fülle, im emotionalen Überfluss aufgewachsen, wärst Du Dir der Liebe Deiner Mitmenschen sicher, Du würdest Dich selbst lieben, dann hättest Du Dir niemals diesen Mann gewählt. Vermutlich hättest Du ihn noch nicht einmal gesehen, denn merke Dir:

die Menschen, die wir treffen, die sagen uns sehr viel über uns selbst. So lange Du Dich nicht selbst lieben kannst, wirst Du auch keine Menschen treffen, die das tun.

Das heisst für uns: wenn man auf Partnersuche geht, sollte man selbst bestmöglichst aufgestellt sein. Dann zieht man auch die entsprechenden Menschen in sein Leben.

Zum aktuellen Thema muß ich Dir leider sagen, dass man Nähe und Beziehung niemals herbeidiskutieren kann. Ich glaube, mit steigender Selbstwertschätzung wirst Du wissen, was Du zu tun hast. Alles Liebe für Dich.