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Gast

  • #1

Unterhalt für kranke Exfrau des neuen Partners

Mein neuer Freund ist mitten in der Scheidung. Er hat eine Frau, die sich möglichst vom Arbeitslosengelt, Krankengeld oder von einem Ehemann ernähren möchte. Hier möchten wir natürlich vorsorgen, dass sie nicht allzu lang auf Kosten meines Freundes lebt.
Die Ehe lief bis zur Trennung nur gut 2 Jahre, die Scheidung zieht sich nun auch 1.5 Jahre hin.
Wie lange muss man in Deutschland für eine kranke Exfrau zahlen?
Muss ich als neue Lebenspartnerin oder zukünftige Ehepartnerin auch für die Exfrau zahlen?
Vielen Dank für eure Hilfe.
Gruss (w)

Moderation: Initialen entfernt, wenn sie wiedererkannt werden möchten, können sie sich im Forum registrieren. Dafür müssen sie kein Mitglied bei Elitepartner sein. Danke
 
  • #2
Hallo
diese Fragen kann dir konkret auf den Einzelfall bezogen nur ein Jurist beantworten.
Und selbst dann....vor Gericht und auf hoher See ist der Ausgang ungewiss.
Selbst so erfahren.
 
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Gast

  • #3
Liebe FS,
Du musst an die Exfrau Deines Partners nicht zahlen, auch nicht, wenn ihr heiratet.

Wenn er nur 2 Jahre verheiratet war, ist nicht anzunehmen, dass er längerfristig Unterhalt zahlen muss, denn ihr können in 2 Jahren Ehe keine ehebedingten Nachteile entstanden sein, wenn sie keine gemeinsamen Kinder haben, für die sie ihre Berufstätigkeit unterbrochen hat und aufgrund derer sie nicht für sich selber soregn kann. Die Krankheit fällt in ihren eigenen Verantwortungsbereich, auch wenn sie nichts dafür kann - er ja auch nicht. Daher lässt sich daraus kein dauerhafter Unterhaltsanspruch ableiten.
 
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Gast

  • #4
Die Antwort von Gast2 ist im ersten Teil korrekt - DU stehst nicht in der Verantwortung.

Dem zweiten Teil kann man so nicht in vollem Umfang zustimmen. Ist diese Frau aufgrund dauerhafter Arbeitslosigkeit bzw. der erwähnten Krankheit arbeitsunfähig und mittellos, besteht auf ihrer Seite Anspruch auf staatliche Grundversorgung (Hartz IV).

Die Behörde hat jedoch die Möglichkeit, sich je nach Einkommen ihres Ex-Mannes, also Deinem Freund, einen nach Richtlinien und Tabellen definierten Betrag einzufordern. Du kannst Dir sicher sein, dass er auch zur Darlegung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse aufgefordert und die Einforderung nach positiver Prüfung auch stattfinden wird.
Das könnte schlimmstenfalls dem gesamten Leistungsgeld entsprechen. Das dies zu Einschränkungen in einer neuen Beziehung führt bzw. führen kann, ist nicht von Belang, schließlich sagte sich auch der Gesetzgeber, dass er nicht die Verantwortung für das Scheitern einer Ehe zu tragen hat.

Gleiches gilt übrigens in Eltern-Kind-Beziehungen in beiden Richtungen (Beispiel: Kosten Altersheim oder Arbeitslosigkeit des 30-jährigen Kindes).

Aus diesem Versorgungsanspruch kommt er nur raus, wenn seine geschiedene Ehefrau erneut heiratet. Dann übernimmt praktisch der neue Partner per Gesetz diese Versorungspflicht.
 
  • #5
Das Jeder selber für den eigenen Lebensunterhalt verantwortlich ist - gilt erst ab Datum, wenn Ehe geschieden ist.

Wenn Einer von Beiden nicht geschieden werden will, dann dauert die Frist zwei Jahre "getrennt von Tisch und Bett"

Die FS muß nicht an die ex-Ehefrau zahlen.
Aber wenn ihr Partner finanziell eingeschränkt ist durch seine Unterhaltszahlungen, wird sie ihren Partner unterstützen (müssen).

Es gibt noch die Besitzstandswahrung = annähernd gleicher Lebensstandard wie während der Ehe.
-> ggf. durch Unterhaltszahlungen.
Aber in diesem Fall = nur zwei Jahre Ehe ?

Ansonsten wie #2 schreibt. Aber es kommt konkret auf deren Scheidungsurteil an.
Das später z.B. das Jobcenter heran ziehen wird, falls die ex-Ehefrau dann z.B. "Hartz-4" beantragt.

Außerdem die Gesetze. Ob und wie Jemand trotzdem Unterhalt zahlen muß.
Aber nicht direkt an den Ex-Partner/in, sondern an den Staat. Wenn Eine/r soziale Leistungen bekommt.
Er hat eine Frau, die sich möglichst vom Arbeitslosengelt, Krankengeld oder von einem Ehemann ernähren möchte.
Ist das diesem Mann nicht bereits vor der Hochzeit aufgefallen ?

Frauen mit keiner oder relativ einfacher Qualifikation, bis hin zur kfm. Qualifikation, sind im Lohn auf dem Arbeitsmarkt "nicht viel wert."
Zumal sie ggf. nur Teilzeitjobs ergattern könnten.
Da wäre es nicht verwunderlich, wenn diese Frauen nach Alternativen suchen, statt Job.

(m,53 - nie verheiratet gewesen)
 
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Gast

  • #6
Eine Ehe ist wie ein Gebrauchtwagenkauf: Gekauft wie besehen ohne Gewährleistung.

Wenn vor der Ehe eine Krankheit da war, wegen der der andere Partner nach der Ehe nicht arbeiten kann: Es muß gezahlt werden - auch nachehelich. Das gleiche gilt, wenn die Krankheit in der Ehe entsteht. Soweit ich weiß, entsteht in diesen Fällen ein nachehelicher Unterhaltsanspruch.

Der Ehemann muß zahlen - die Freundin nicht.

Wenn es Hartz IV geben sollte, besteht dann auf dieser Basis ein Rückgriffsanspruch gegen den Ex. Aber evtl. gibt es ja direkt mehr.

Aber Details gibt nur beim Fachanwalt für Familienrecht.
 
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Gast

  • #7
Es gibt Fälle, in denen der geschiedene Mann zu wenig Einkommen erwirtschaftet und von seiner neuen Partnerin unterstützt werden muss (Taschengeld).

Es kann sogar sein, dass er diese Unterstützung an die Exfrau zur Zahlung des Unterhalts weiterleiten muss.

So gesehen finanziert die neue Frau dann die Exfrau.

Gibts alles!
 
  • #8
Das hat was mit dem Selbstbehalt zu tun.

Wenn du nicht alles zahlen kannst, weil du an die Selbstbehaltgrenze stößt, kann deine neue Ehefrau
die Selbstbehaltsgrenze senken, weil ihr euch ab jetzt einen Hausrat teilt

Somit sinkt die Selbstbehaltsgrenze des Mannes und er zahlt ab jetzt den kompletten Unterhalt.
Also die neue Frau finanziert die Exfrau sozusagen quer, weil weniger im ehelichen Top ist.
 
  • #9
Es gibt den - Krankheitsunterhalt -

Wenn Jemand während der Ehe = bevor der Scheidung erkrankte, oder bis zu 21 Monaten nach der Scheidung erkrankte (und latent Indikatoren dafür, während der Ehe)
und dadurch nicht seinen eigenen Lebensunterhalt erwirtschaften kann.
Dann kann sein ex-Ehepartner zum Krankheitsunterhalt heran gezogen werden.

Auch Unterhalt möglich bei Arbeitslosigkeit des ex-Partner/in = Arbeitslosenunterhalt
Oder zuwenig eigenes Einkommen zum leben ->Aufstockungsunterhalt.
Oder zu alt = bekommt keine Arbeit -> Altersunterhalt.

Also soziale Risiken, die bei Nicht-Verheirateten nach deren Trennung der Staat leisten müßte.
Aber nicht unbedingt, wenn sie vorher miteinander verheiratet waren.
Und dem ex-Partner die Unterhaltszahlungen zumutbar sind.

Also Unterhaltspflichten, weil sie bisher miteinander verheiratet waren.
 
  • #10
Rechtsgrundlage: Bügerliches Gesetzbuch BGB

§ 1572 Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen

§ 1573 Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt

sowie evtl.

§ 1571 Unterhalt wegen Alters

Der dt. Staat wälzt diese sozialen Risiken also auch auf Geschiedene ab, wenn gesetzlich möglich und zumutbar.
 
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Gast

  • #11
Halte dich da raus, das geht dich nichts an, das muss der Mann mit der Ex regeln. Du musst für seine kranke Ex nichts zahlen. Lass ihn das doch so machen, wie er will. Wer weiß, was du wolltest, wenn du krank wärst.
 
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Gast

  • #12
Vielen Dank für eure Hilfe und Anregungen. Das ist wirklich ganz schön kompliziert.
Und an den Gast: die Dame ist NICHT krank, nur chronisch faul.
Der FS
 
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Gast

  • #14
Und an den Gast: die Dame ist NICHT krank, nur chronisch faul.
Der FS
Lieber FS,
das spiegelt Deine Meinung wieder, die vor Gericht überhaupt nicht zählt. Dort geht es um Fachgutachten und sorry, dass so zu sagen: bevor der Steuerzahler zahlt, bist Du dran. Also blöd von Dir, eine faule Frau zu heiraten - die Zeche zahlst Du, kein anderer. Wenn Du Pech hast, sieht die neue Frau an Deiner Seite die unzureichende Zukunftsperspektive und verlässt Dich.

Für mich sind solche Altlasten ein Aussortierkriterium, nicht wegen der finanziellen Aspekte, sondern weil ich Männer für dumm halte, die so eine Partnerwahl treffen. Dumme Männer fallen unter Ausschlußkriterium, nicht arme Männer.
 
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Gast

  • #15
Liebe FS

das Risiko besteht theoretisch - lies BGB und SGB.

Ich frage mich auch gerade wer blechen muss wenn jemand mit dem du in Lebensgemeinschaft wohnst in Sozialhilfe gerät weil er gesundheitlich nicht mehr arbeiten kann. Es gibt viele Männer die in H4 landen.
Es gibt auch welche die sich von der rege arbeitenden Frau oder Tochter ewig durchschleppen lassen mögen. Ich wundere mich dass der Staat das unterstützt, nur um sich zu entlasten. Wir verpulvern soviel Steuergelder am falschen Ort. Es wäre i.S. der Wiederverheiratung und Wiederverpartnerung der bis 65jährigen nicht gut wenn einmal falsche Wahl dazu führt unbeteiligte Dritte von Amts wegen zur Bezahlung des Lebensunterhalts oder der Beerdigung heranzuziehen. Ich denke hier mehr an Lebensgefährten der überlebenden Elternteile als tickende Bombe für die Kinder, die auch herangezogen werden sofern eine Bedarfsgemeinschaft besteht. Das geht echt über zig Ecken.
 
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Gast

  • #16
Die wenigsten Neufrauen gut situierter Männer wissen, dass sie bei seinem Ableben die Unterhaltsverpflichtung für die Erste miterben.
Selbst wenn der Ehemann bloss freiwillig aber offiziell gezahlt hat, damit sie ihren Lebensstandard halten kann als
Ex eines vermögenden Selbstständigen z.B.
Die Kinder sind dann später aus dem ihr zum Abschied geschenkten Haus, sie um die 50 mit Abitur, aber nie gearbeitet,Haus mit Krediten neu belastet.
Aus dem Erbe wird die Ex weiter unterhalten werden müssen, bis es verbraucht ist.
 
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Gast

  • #17
#15

Das ist ja bedenklich. Er hat nämlich Unterhalt für ein Haus in der Stadt und wo die Ex und seine Tochter (13) wohnen. Er lebt sehr bescheiden seit der Scheidung. Sie fährt nach St. Moritz zum Skifahren.
 
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Gast

  • #18
Lieber FS,
der Du in der Zwischenzeit eine Geschlechtsumwandlung hinbekommen hast und von der neuen Lebensgefährtin zum scheidungswilligen Ehemann mutiert bist: wenn Du Deine Neue wirklich liebst, verzichte darauf sie zu heiraten.
Das ist für Dich vielleicht nicht schön, schützt sie aber vor unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiken. Deine Ex ist offensichtlich gewitzter als Du (sie mit Haus und Urlaub in St. Moritz und Du lebst sehr bescheiden). Vor so einer cleveren Ex-Frau solltest Du Deine Neue schützen, wenn Du sie liebst.
 
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Gast

  • #19
Zu 16
Als 2. Frau immer genau hinschauen, wie die Verpflichtungen des Mannes und seine Altersversorgung gelagert sind. Das vermeidet unangenehme Überraschungen.
Am besten das arabische Modell: zur Hochzeit erhält die neue Frau eine Immobilie bzw.
Gold geschenkt...........
Skifahrern in St.Moritz hört sich gut an - vielleicht klappts da mit dem neuen Ernährer, aber die
Konkurrenz ist dort groß. Ein in-Spot, nicht so besonders schön,sauteuer und gern auch mal
mit wenig Schnee. Weshalb da eine kranke Arbeitslose um die 40 hinfährt, erschliesst sich mir nicht so ganz. Dort treffen sich gutsituierte Cliquen.
Deine Fragen wären wirklich bei einem Anwalt besser aufgehoben,mit dem gesamtem Sachverhalt.
Hier kann man nur Rätselraten.
 
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Gast

  • #20
Hängt doch davon ab, was sie hat und wie schwer die Krankheit ist. Ich könnte mir vorstellen, man zahlt doch ein Leben alng. Was soll das auch sonst bringen? Sie muss ja dann von was leben. Und der Ex-Mann ist immer noch eine bessere Möglichkeit, als wenn der Staat für sie aufkommen muss. Du musst nicht zahlen, aber ihr werdet euch zusammen einschränken müssen und er kann natürlich in die Schulden kommen. Und für die Schulden kannst auch du verantwortlich gemacht werdne.