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  • #61
Sex mit einer anderen ist für mich ein absoluter Trennungsgrund. Egal wieso und wie oft.

Ich habe schon diese Situationen erlebt und mich immer danach unwiederuflich getrennt.

Mit meinem letzten Partner war es sogar so, dass wir uns immer einig waren, dass wir unser Leben miteinander verbringen wollten. Wir haben uns sehr geliebt und dabei leider auch beide an unsere Grenzen gebracht. Extrem viel Leidenschaft und sehr viel Stolz. Eine sehr energiegeladene Partnerschaft.
Im 7. Jahr kam es dann zur Krise, ich wurde beruflich sehr erfolgreich und war sehr eingespannt, hatte wenig Zeit, er bekam Zweifel und auch Sorge, ob unsere Lebensplanung wirklich so zusammenpassen kann, auch weil er darunter litt, dass ich erfolgreicher war , als er. Nach einem heftigen Streit, in dem sich ein Wort das andere gab, schrien wir uns gegenseitig stolz an: "wenn ... dann ist es eben aus" ... er hat dann die Tage, die wir uns gegeben haben, uns klar zu werden, was wir wollen, effektiv genutzt, um sich umgehend mit einer jungen, neuen Praktikantin auszutoben. Ich habe es an seinem Verhalten gemerkt, und er hat es auch sofort reumütig zugegeben und es sofort wieder beendet.
Für mich war es dennoch total vorbei! Das Besondere, das wir hatten, war unwiederbringlich für mich zerstört worden. Er hat mich anschließend 6 Monate um Verzeihung gebeten, ich sollte nicht das wegschmeißen, was wir haben, unsere Zukunft , unsere Pläne ... . Dabei hatte er das schon getan! Ich habe sehr gelitten, ich kann wirklich sagen, ich habe mir das Herz rausgerissen, es war furchtbar.
Nun, ich kann zwar vieles verstehen, habe ihm auch verziehen, um ihn nicht zu hassen, aber ich kann nicht alles einfach vergessen. Ich wollte keinesfalls eine Beziehung weiter führen, in der ich in jedem Streit diesen Punkt wieder vor Augen hätte. Diese Wut und das auf ewg andauernde Verletztsein wollte ich nicht immer wieder aufs neue erleben müssen. Eine Beziehung muss ein gewisse Unbefangenheit gewährleisten können. Das Vertrauen wäre nie wieder zurück gekommen.

Ich habe unsere Beziehung viele Jahre nachts in einzelnen Träumen weiter geführt mit Bildern aus der Vergangenheit, aber am Tag wollte ich ihn nie wieder zurück haben. Ich bereue meine Entscheidung bis heute nicht.

In dem Moment, in dem der Partner eine andere küsst, müsste er spätestens dann zur "Besinnung" kommen und nachdenken, was wird, wenn ich das jetzt durchziehe. Wenn er mich auch dann vergißt oder ich ihm nicht wichtig genug bin, dann gibt es keinen Grund für mich, mit so einem Menschen weiterhin eine intime Beziehung zu führen.
 
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  • #62
Liebe Frederika,

Deine Frage hat mich ein wenig berührt. Ich war auch immer der Meinung, dass man Fremdgehen nicht tolerieren sollte. Damals als ich erfahren habe, dass mein Ex-Mann fremd ging, habe ich auch sofort überlegt ihn rauszuwerfen, aber... da sind ja noch die Kinder gewesen. Daher habe ich eben lange überlegt und mich zum Schluß doch für die Trennung entschieden, weil er mich immer weiter anlog. Also eigentlich habe ich mich eher wegen der ganzen Unehrlichkeit und dem Schrecken, dass er mir wirklich ins Gesicht schauen und mich anlügen konnte getrennt, als wegen des Seitensprungs. Ich hätte die Lüge, die direkt in mein Gesicht kam, nichtmal erkannt, wenn ich es nicht besser gewusst hätte. Das ist das schlimme an der ganzen Sache. Einen Seitensprung ansich, wenn es ein einmaliger Ausrutscher war, den könnte ich schon verzeihen und zwar, weil ich mittlerweile weiß, dass es wirklich nur gaaaaanz wenig Männer gibt, die wirklich über Jahre treu sind. Das würde bedeuten, man trennt sich von dem einen, wegen einer einmaligen Geschichte und beim nächsten ist es auch nicht besser oder man gerät vielleicht an einen notorischen Fremdgänger.
w 40 - 2 Kinder
 
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  • #63
Ich kann aus Erfahrung sagen: Nie!
Selbst wenn man es versucht, wird immer wieder die Frage hoch kommen: Tut er/sie es wieder?
Es ist schwer, nach dem man betrogen worden ist, noch wirkliches Vertrauen zu haben.
Genau so schwer ist es aber auch die Beziehung zu beenden. Schließlich hat man Gefühle für die Person, die man nicht von Heute auf Morgen eben abstellen kann.

Man muss sich aber klar machen, dass danach die Beziehung nie mehr den gleichen Status erreichen wird, wie davor. Eben durch die Zweifel. In den meisten Fällen zerbricht die Beziehung, selbst wenn kein Betrug mehr statt findet, an genau eben diesen.
 
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  • #64
Hallo Frederica,
Fremdgehen verzeihen - das kommt auf die Umstände an. ABER unter keinen Umständen würde ich Fremdgehen bei einer Frau in die ich verknallt bin verzeihen- die bekommt einen Fußtritt und einen Kampf um jeden Cent, auch wenn ich mit der schon lange zusammen bin. Anders bei einer Frau, die ich liebe. Da kommt es darauf an, wie selbstreflektiv sie ist. Und ansonsten gehört das Thema nicht in die Öffentlichkeit - nicht mal die des Internets.
 
  • #65
@56
Gruss vom gestörten ;-) Erklär mir mal bitte wieso ich den anderen in seiner Persönlichkeit einschränke wenn ich ihm nicht zugestehe sich durch fremde Betten zu vögeln? Ich verstehs einfach nicht wieso es soo furchtbar ist das intimste was zwei Menschen miteinander haben nur dem Lebenspartner zukommen zu lassen.

Ich hatte nie in einer Beziehung das Gefühl eingeschränkt oder gefesselt zu sein nur weil, selbstverständlicherweise, die Frau von mir erwartet hat treu zu sein. Wenn ich tatsächlich mal das Begehren nach einer anderen Frau hatte habe ich das als Warnsignal genommen dass iregendwas in meiner Bezeihung nicht mehr stimmt und daran gearbeitet. Oder eben gemerkt dass ich wohl nicht mehr richtig liebe und es auch nicht mehr reparabel ist.
 
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  • #66
Es kann durchaus sein, dass man sich in einer langjährigen Beziehung mal in jemand anderen verliebt. Dagegen ist kein Kraut gewachsen und der Partner wird oft trotzdem geliebt. Wenn mein Partner an dieser Stelle sofort ehrlich wäre (bevor er körperliche Dinge zuläßt) und die Konsequenzen daraus zieht - nämlich mit mir zu reden und/oder vorerst die Beziehung zu mir beendet und die gemeinsame Wohnung verläßt - dann könnte ich mir unter Umständen vorstellen, später doch noch einmal mit ihm zusammen zu kommen, nachdem er die Erfahrung gemacht hat, die er machen musste und die wichtig für ihn war.

Werde ich belogen und betrogen - gibt's kein Pardon.

w 41
 
  • #67
Nun,Frederika,

für mich ist es ganz einfach:

wenn du eine Beziehung beendest, weil fremdgegangen wird und Punkt, dann beziehst du deinen Selbstwert aus dem, wie dein Partner dich behandelt.

Das kommt für mich nicht in Frage, ich beziehe meinen Selbstwert aus mir selbst, unabhängig davon, wie mein Partner mich behandelt, wie er drauf ist, ob er arbeitslos ist, schlechte Laune hat, geistig unzulänglich ist ist oder mich betrügt. Ich bin ich. Fertig.

Genauer: Ich entscheide, wie ich mich behandeln lasse. Und wenn ich einer "Norm" folge, die da lautet: im 21. Jahrhundert haben Partner in Deutschland und Westeuropa sich gefäliigst treu zu sein, well HIV- und-sonsteine- Ansteckungsgefahr, Vertrauensmissbrauch blabla., dann folge ich einer Norm und bin mir dessen stets bewusst.

Ich bin ein Mensch, der verzeihen kann, der großzügig ist, der in der Selbstliebe und Selbstverantwortung für sein Leben ist. Mein Partner ist eine Bereicherung meines Lebens, aber er übernimmt weder Kontrolle noch Verantwortung für mein Glücklichsein.

Deshalb: ich würde immer im Einzelfall entscheiden, wie ich mich verhalte, wenn mein Partner frremdgeht und ich würde immer im Einzelfall entscheiden, ob ich selbst Treue verspreche oder nicht.

Alles, was normenorientiert ist, wie man es denn zu machen hat, ist mir suspekt, hinterfrage ich, ist im Zweifel der größtmögliche Schwachsinn.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich hin treu und war niemals untreu.
Ich wurde trotz oder wegen mit meiner Haltung niemals betrogen. Und wenn doch unwissentlich. Wenn ich es wüsste, ich würde meine Schlussfolgerung am Wert der Beziehung festmachen und nicht an der Norm, wie man nun zu handeln hat.

Das bedeutet es nämlich, individuell und in der Selbstverantwortung zu sein.

@all: ihr könnt das handhaben, wie ihr wollt, aber ob ihr deswegen weniger betrogen werdet, sicherer oder glücklicher seid und rechter habt, das wage ich zu bezweifeln ... man blicke in eine beliebige Statistik ... Leben ist, was ich daraus mache - Liebe ist, wie ich sie lebe.

Und wer nun meint, er sei geschädigt und würde aus Erfahrung klug geworden daher in Zukunft sofort Schluss machen - das hilft wohl kaum gegen das betrogen werden, nicht wahr? Das manifestiert höchstens die Täuschung eines vermeintlichen Selbstwertes, also den, den Triumph des Abservierens in der Hand zu halten, den anderen zu bestrafen, für etwas, was er mir (vermeintlich) angetan hat.

w/49
 
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  • #68
@66
Den Zusammenhang zwischen Selbstwert und Beziehungsende verstehe ich nicht. Wenn ich mich von meinem Partner trenne, kann ich genauso gut Selbstwert besitzen. Vielleicht sogar mehr, weil ich weiß, dass ich DIE Granate im Bett bin und jemand anderes niemals so gut sein kann wie ich. Das hat mir Norm nichts zu tun. Ich möchte keinen treuen Partner, weil mir das jemand vorgibt, sondern weil ICH es so möchte.

Klar nimmt ist ein Partner dafür verantwortlich für Dein Glücklichsein. Behandelt er Dich schlecht, bist Du nicht glücklich.

Ob man betrogen wird hat nur bedingt etwas von der eigenen Haltung zu tun. Es wurden schon sehr eifersüchtige Leute betrogen und auch Leute, die das Fremdgehen nicht als Trennungsgrund sehen.

Auch derjenige, der sich nach dem Fremdgehen trennt, macht das vom Wert der Beziehung abhängig. Für viele ist die Beziehung dann nichts mehr wert, weil das Vertrauen komplett zerstört ist. Nich für alle, aber einige Menschen haben dann kein Vertrauen mehr in der Beziehung. "Er war bereit mir solche Schmerzen zuzufügen, dann kann ich ihm auch nicht so wichtig sein."

Wer sagt denn, dass Schluss machen gegen betrogen werden hilft?
Nix mit "vermeintlich", er hat definitiv einem etwas angetan, wenn man mit solch einem Verhalten nicht klar kommt.

m30
 
  • #69
Nein, liebe #66 So einfach ist es eben nicht. Du wurdest nach eigener Aussage nie betrogen, ich schon. Weiss also wovon ich rede. Theorie und Praxis...

Nein, ich beziehe meinen Selbstwert aus dem was ich bin und tue. Unter anderem eben auch daraus dass ich mich nicht folgenlos betrügen lasse sondern es mir selbst Wert bin mich nicht anlügen oder herabsetzten zu lassen. Meiner Beobachtung nach "verzeihen" eher Personen mit schwachem Selbstwertgefühl.

Genau, ich entscheide wie ich mich behandeln lasse. Und ich entscheide dass ich mich eben nicht betrügen, anlügen lasse. Die Norm oder PC ist mir dabei völlig egal.

Und ich kann Die versichern, dass ich die Beziehung beendet habe hatte nichts damit zu tun dass ich Sie bestrafen hätte wollen, ich weiss auch nicht ob Sie das überhaupt hätte wollen- das war und ist mir schlicht egal. Ebenso weiss ich nicht ob ich nicht vielleicht doch damit hätte weitermachen können, ich wollte es schlicht nicht. Ich wollte einfach nur alleine mich wieder sortieren und MEIN Leben leben.

Und es gibt sich hier auch keiner der Illusion hin daß das vor Fremdgehen schützen würde. Sicher, man kann das Risiko dafür senken indem man sich einen Partner sucht der keine externe Selbstbestätigung braucht. Aber man es nicht ausschliessen.

Der Punkt ist ganz einfach, wer Fremdgeht wird das in den allermeisten Fällen wieder tun. Egal ob Ihm verziehen wird oder nicht. Er/Sie hat gelernt dass es eine vermeintlich einfache Lösung von Problemen gibt. Dummerweise nimmt man sich selbst dabei mit.
 
  • #70
@66 +67,

ihr habt beide mein Posting deutlich missverstanden.

Wie ich handeln würde, würde ich betrogen sei dahin gestellt, es ist unwichtig, denn ich möchte nicht, dass sich jemand an mir orientiert.

Mein Posting erhebt lediglich einen Gegenpol zu FSin, die einleitet mit

"ich persönlich bin ja kategorisch der Meinung ..."

Dagegen oder dafür sein, weil man sich dafür einmal eine feste Regel gebaut hat ist ein Weg, der aus meiner Sicht immer in einer Sackgasse endet.

Ganz egal, ob man gut daran tut, Schluss zu machen oder nicht, so eine innere Regel bringt mit sich, die Schuld schon mal grundsätzlich ins Außen zu verlegen, nicht verzeihen zu können und damit steht man sich nur selbst Weg. Du Kalle übrigens auch. Wie lange gärt das nun schon mit deiner Ex? Wie oft projizierst du die Vergangenheit in die Zukunft? Warum vertraust du deiner Wahl nicht? Wer immer nach hinten schaut, um vorne Wiederholung zu verhindern ist eben nicht wirklich frei, offen, voller Vertrauen! Wie viele andere sind nach einem Betrug "nie mehr in der Lage zu vertrauen", verlieren sich in wenn-danns, in Handykontrollen und in Fragen, liebt er/sie mich wirklich, denn gestern habe ich seinem Auto ein Kaugummipapier gefunden, obwohl er nie Kaugummi kaut. .

Wenn ich dem (Ex-)Partner hinschiebe, er habe ein Problem mit dem Selbstwert (da dieser Bestätigung durch Fremdgehen braucht), dann habe ich automatisch auch eines damit.

Falls es euch beruhigt: es ist naheliegend, dass ich es nicht hinnehmen würde, naheliegend, dass ich mich auch trennen würde. Aber ich würde mir alles anhören, auf die Beziehung, die Umstände und mein Herz hören und dann entscheiden. Und nicht ohne dass die Situation überhaupt eingetreten ist orakeln, wie ich wann auf jeden Fall handeln würde, oder ableiten, weil es schon mal so war, muss es nächstes Mal wieder so sein.

Verurteilen ist schon gar nicht meines, Schuld zuweisen auch nicht und jemand für ein A*** erklären, mit dem ich jahrelang zusammen war, das sagte ja in erster Linie etwas über mich aus.

Vielleicht lest ihr mit diesem Wissen nun noch mal #66 und bekommt ein Bild von dem, was bei mir rüber kommt, wenn ich die Antworten hier so lese. Ich denke mir nur: kein Wunder, dass die meisten nicht daran glauben können, jemals richtig glücklich zu sein. Niemand kommt auf die Idee, an sich selber zu arbeiten, wenn er mit so einem Vertrauensbruch lange Zeit nicht klarkommt, denn logisch, Schuld ist der Betrüger, der wird entsorgt und mit mir selbst ist natürlich alles in bester Ordnung - eben das besagt nämlich die Norm.

In allem "Schrecklichen" was uns passiert steckt eine Lernaufgabe. Die Lernaufgaben könnten lauten "lerne zu verzeihen, lerne bedingungslos zu vertrauen, indem du dir erst mal selbst vertraust, lerne, dass der Schlüssel zur Liebe die Selbstliebe ist, lerne, dass niemand außer dir selbst für dein Glück verantwortlich ist, außer du gibst ihm die Macht dazu". Solange ich das nicht begreife mag es schon sein, dass mir immer wieder ein Partner zugeteilt wird, der mich diesbezüglich heraus fordert. Es mag auch sein, dass ich diese Lernaufgaben längst anderweitig gelöst habe und deshalb keine fremdgehenden Partner mehr brauche.

w/49
 
  • #71
@69

Da mach Dir mal keine Sorgen, ich vertraue meiner Wahl voll und ganz, wir planen eine gemeinsame Zukunft mit allen Konsequenzen.. Ich stehe mir und meiner Zukunft auch nicht im Weg, weil ich eben aus dieser gescheiterten Beziehung gelernt habe. Ja, ich war mir nach dieser Nummer nicht sicher ob ich jemals wieder so vorbehaltlos vertrauen werde können. Ich habe aber festgestellt dass ich es doch wieder kann. Eben weil ich gelernt habe meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das hatte mich nämlich bei der Ex gewarnt.

Und Nein, ich schiebe hier gar nicht an de Ex, es ist einfach nur das Ergebnis des Nachdenkens über das Ende der Beziehung. Und Du wirst niemals von mir ein schlechtes Wort über Sie lesen oder hören.

Wenn Du das dann mit mangelndem Selbstbewusstsein Übersetzt dann mach nur. Ich kann Dir aber versichern dass ich daran nun wirklich nicht leide.
 
  • #72
@ spirit von # 4:

Es gibt eigentlich niemanden, der mich kennt und mich für unrealistisch hält. Ich versuche immer zuerst positiv zu denken und hinterfrage täglich in irgendeiner Sitation mein eigenes Verhalten.

Ich wurde schon betrogen und habe sehr wohl nach meinem eigenen Anteil geforscht. Die wenigsten trennen sich leicht und machen sich keine Gedanken. Wer sagt dir, dass diese Menschen keine Selbstreflektion haben? Natürlich gibt es auch Ignoranten, wie im täglichen Leben in allen Bereichen auch.

Bei allem Wohlwollen, ist es aber fast unerträglich, was du da in Romanform von dir gibst - noch dazu, wenn du die Erfahrung noch gar nicht gemacht hast (was mich für dich freut).

Weißt du, es ist sehr einfach, so pastorale Theorien zu verbreiten - aber ungleich schwieriger, auch danach zu handeln!

Ich hoffe und wünsche dir, dass du niemals deine Einstellung in der Realität unter Beweis stellen musst!
 
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  • #73
Bei der Lektüre der Forumsbeiträge bekam ich den Eindruck, dass sich seit der dörflichen Gesellschaft des Mittelalters nicht viel in der Denke geändert hat.
Der Seitensprung ist geächtet und muss bestraft werden, wenn auch heutzutage nicht mehr durch die Gesellschaft (obwohl: in manchen Ländern gibt es ja noch die Steinigung), die gleichwohl diesen mit wohligem Schaudern z.B. bei Promis verfolgt, sondern durch den Partner, dessen Selbstwertgefühl damit nicht fertig wird!
Ich bin der Meinung, dass Sexualität in einer Partnerschaft zwar ein wichtiger Aspekt ist, aber keiner, der einen so hohen Stellenwert haben sollte, dass bei einem Verstoss gegen die Monogamie zwangsläufig die Partnerschaft kippt.
Ich habe eine mehr als 35jährige Ehe hinter mir, nicht ohne Affären, beiderseits. Dies hat mich nicht davon abgehalten, meiner Partnerin bei ihrem (letztlich erfolgreichen) Kampf gegen eine langjährige Alkoholkrankheit beizustehen und sie später die letzten Jahre ihres Lebens zu pflegen, bevor sie an Krebs verstarb.
Gemeinsames Leben und Erleben schafft Verbindung, ebenso aber auch eigenständige Erfahrungen, an denen der Partner nicht beteiligt ist, von denen er letztlich aber auch profitiert. Der Mensch ist kein statisches Wesen. Ich hätte keinen Partner haben mögen, der mit 45 noch der gleiche ist wie mit 25!
Die Vorstellung allein, meiner Partnerin ein Verhalten vorzuschreiben/von ihr zu erwarten, welches für immer im gesamten Leben in unserer Beziehung gelten muss ohne Möglichkeit der Veränderung, entsetzt mich.

So, jetzt dürft Ihr alle auf mich einschlagen, zumindest verbal...

M/61
 
  • #74
@72
Na ja, wer lesen kann ist im Vorteil... Ich sags gerne nochmals: Für mich hatte das so gar nichts mit bestrafung oder gar Pranger zu tun (Dass Sie Fremdgegangen ist wissen nur meine engsten Freunde).

Und Du wirst es nicht glauben, man kann sich auch Verändern wenn man nicht Fremdgeht, Eigenständige Erfahrungen machen ohne mit anderen ins Bett zu steigen,

Du hast ja offenbar eine offene Beziehung gehabt, Ihr ward ja beide nicht monogam und habt da ja auch keinen Hehl daraus gemacht. Das ist eine völlig andere Vorraussetzung. Ich schreibe meiner Partnerin nicht vor Treu zu sein, ich halte es einfach für selbstverständlich.
 
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  • #75
@#72: Auch aus meiner Sicht haben Deine Frau und Du eine offene Beziehung geführt, was eine vollkommen andere Ausgangssituation ist, als wenn jemand fremdgeht und für sich ein Privileg in Anspruch nimmt, das er dem anderen nicht zubilligt. Hinzu kommt, dass zu "Deiner Zeit" die Gefahr den Partner/die Partnerin mit HIV u.a. anzustecken noch nicht so groß war.

w/48
 
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  • #76
@73 von @72
Stimmt, wer lesen kann ist im Vorteil. Kalle, ich weiß nicht, wie alt Du bist - habe auch keine Lust, alle Beiträge nochmals zu durchblättern, ob es irgendwo steht - aber der Mensch verändert sich.
Und dann kann es geschehen, daß man/frau das Thema fremdgehen irgendwann mal gelassener sieht als in jungen Jahre.
Ich gebe ja gern zu, daß die ideale Beziehung jene mit ewiger Liebe und Treue (auch im Geiste) ist, aber die gibt es im richtigen Leben überwiegend in den Romanen von Courths-Mahler. Das wirkliche Leben ist leider nicht immer so wie man es sich wünscht. Der Mensch ist eben menschlich, d.h. er hat Fehler. Nur Götter sind sind perfekt, obwohl die griechische Mythologie das eher nicht so sieht..;-)
Zum Thema Bestrafung meinte ich eigentlich nicht die Strafe durch unsere Gesellschaft, sondern den "Rausschmiss" durch den Partner.
@74
wir hatten keinesfalls eine offene Beziehung in sexueller Hinsicht, sondern waren nur ganz normale Menschen mit Schwächen, Verletztsein aber auch vielen Stärken.
Zum Thema HIV kann man nur in einem eigenen thread diskutieren, ich habe mich im Rahmen von Gesundheitsarbeit damit intensiv auseinandergesetzt. Es stimmt, in den 70-80er Jahren spielte HIV keine Rolle im Umgang der Geschlechter, wird heute aber in Mitteleuropa deutlich überbewertet, genauso, wie es in Afrika immer noch unterbewertet wird.
Ich habe heute allerdings ein Sexualleben, welches intensiver und befriedigender ist als im Alter von 20-30. Und keinesfalls seltener. Ich gebe zu, dass hätte ich mir mit 30 so nicht vorgestellt.
 
  • #77
@75
Man kann es in älteren Jahren gelassener sehen, muss es aber nicht. Von daher solltest Du nicht davon ausgehen, dass es etwas mit Bestrafen des Fremdgehers zu tun hat. Dass das Leben nicht immer so ist wie man es sich wünscht, weiß wahrscheinlich hier jeder. Jeder Mensch hat Fehler richtig und manche können über einen bestimmten Fehler nicht so hinüber wegsehen wie Du. Vielleicht aber über andere Fehler, die Du als Nogo ansehen würdest oder ansprechen würdest wo ein anderer das einfach toleriert.

Ich denke HIV kann nicht überbewertet werden, wenn man davon sterben kann. Ist es erst schlimm, wenn viele Leute davon betroffen sind?
 
  • #78
@75
Um das vorwegzunehmen: Ich bin Mitte 40, also kein unerfahrener junger Hüpfer mehr. In Jungen Jahren hätte ich eher versucht das forzuführen als Heutzutage. Heute weiss ich eben dass es zum einen KEINE einmaligen Ausrutscher gibt, zum anderen dass es wenn es dazu kommt nicht das ist was ich für mich möchte.

Ja, ich habe Sie rausgeschmissen- nach Reiflicher Überlegung. Aber nicht als Bestrafung sondern weil ich für mich beschlossen haben dass ich so nicht weitermachen möchte und dass ich eine solche Beziehung nicht als Wertvoll erachte. Und dass ich jemanden der mich belügt und betrügt nicht weiter laufend um mich herum haben möchte find ich jetzt nur konsequent. Ich weiss auch nicht ob Sie es als Bestrafung gesehen hatte, wieso auch.

Und ich habe es nicht bereut, es war das beste was ich tun konnte. Nur so konnte ich den Dingen auf den Grund gehen, hatte die Ruhe mich und mein Leben zu reflektieren und meine Schlüsse daraus zu ziehen. Und nicht zuletzt mein Leben von Grund auf umzukrempeln. Das war für mich in allen Facetten positiv. Ich bin Heute ein sehr viel zufriedener und Glücklicherer Mensch als jemals zuvor- und das war auch schon so bevor ich meine Liebste kennengelernt habe. Aber auch diese Beziehung könnte ich nicht so bewusst Leben wenn ich mich damals anders verhalten hätte.

Die allermeisten die nach einem Betrug weitermachen sind nach meiner Beobachtung einfach nicht bereit dazu sich diesem Prozess auszusetzen. Schiesslich stimmen ja dann doch fast immer auch ein paar andere Dinge nicht.
 
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  • #79
@77
Ja, genauso sehe ich das auch (2. Absatz).
Nachdem ich den Betrug entdeckt habe, habe ich ihn nicht rausgeworfen um ihn zu bestrafen, sondern um Abstand zu gewinnen. Ich brauchte Zeit für mich, um mit der Situation fertig zu werden.

Dass die Beziehung mit einem derartigen Vertrauensbruch für mich zu Ende ist wußte er. Wir haben oft darüber gesprochen. Vertrauen und Ehrlichkeit sind ist für mich die Basis einer glücklichen Beziehung. Ich dachte, ich führe eine glückliche Beziehung und hätte nie gedacht, dass es einmal so enden würde. Nun ist es so, und ich habe meine Konsequenz daraus gezogen.
 
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  • #80
W, 39
Ich möchte hier noch einen anderen Aspekt ansprechen: Ich habe meinem Ex-Partner sein Fremdgehen verziehen, konnte und wollte die Beziehung jedoch trotzdem nicht aufrechterhalten. Zuerst war ich einfach nur wütend (vor allem, weil ich zufälligerweise Indizien für die Affäre entdeckt hatte), dann habe ich gemerkt, dass ich stärker verletzt war, als ich mir anfänglich eingestehen wollte, dass es weh tat, obwohl ich ihn nicht mehr heiss geliebt hatte. Ich habe einen recht stabilen Selbstwert und akzeptiert, dass ich mich schlecht fühlte und auch so fühlen durfte. Konfliktfähigkeit gehörte nie zu seinen Stärken und mir war klar, dass er einfach feige ist und auch gegen aussen hin die Fassade aufrechterhalten wollte. Das sind grosse Schwächen, aber keine Bösartigkeit. Schliesslich haben wir ja alle unsere Fehler, einfach in unterschiedlichen Bereichen.

Nach einiger Zeit hat sich mein Ärger allmählich in Luft aufgelöst und ich konnte ihm aufrichtig verzeihen. Wir sind heute noch sehr gute Freunde. Dennoch war mein Vertrauen in ihn (und nur in ihn!) auf der Ebene der Paarbeziehung unwiderruflich zerstört. Aber das Verzeihen war für mich persönlich sehr wichtig, erst dadurch konnte ich zu meinem inneren Frieden zurückfinden und wieder glücklich sein - ganz ohne Ressentiments oder Rachegelüste. Ich empfehle allen, die betrogen wurden, ihren Schmerz mit Vergebungsarbeit zu aufzulösen. Für mich jedenfalls ist dies der einzige langfristig erfolgreiche Weg.
 
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  • #81
Mir ist es passiert und ich habe verziehen.

Warum?
Ich habe Ihn gefragt, wie es dazu kam und welche Gefühle er dabei hatte.
Ich sag in seine Augen und wusste er lügt mich nicht an,
dass war mir wichtig.
Und ihn zu verstehen.

Es hat unser Verhältnis nie schlechter gemacht
w/34
 
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  • #82
@72
Ich stimme dir zu.
Hier stehen vor allem die Meinungen von Leuten, die es nie bis zur Silberhochzeit geschafft haben und daher über das Potential reifer Beziehungen nicht Bescheid wissen.
Wenn mein Partner in eine Situation kommt, in der es einfach zu schön ist, nein zu sagen, gönne ich ihm diese Begegnung. Ich will davon aber nichts wissen.
Ich würde ihn dann rausschmeißen, wenn er zwischen mir und einer anderen Frau steht und mich nur noch ausnutzt.
 
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  • #83
Ich befinde mich gerade in einer Situation, in der ich entscheiden muss, ob ich verzeihen will oder nicht. Das Ergebnis ist noch offen. Es gibt die Tendenz zum verzeihen und zum sprechen über die Beziehung und dann wieder die Tendenz, die Sache zu beenden (so die überwiegende Empfehlung in meinem Freundekreis). Ich kann nicht auf eine jahrelange Ehe zurückblicken, habe mich aber bisher in der Beziehung geborgen gefühlt und sehe mich einem Menschen gegenüber, der mir in vielen Dingen gleicht und wo ich schon im ersten Jahr im Gegensatz zu meinen früheren, durchaus längeren Beziehungen eine gemeinsame Zukunft sehen konnte, mit Kind. Ich bin selbt in früheren Beziehungen fremdgegangen, aus unterschiedlichen Gründen. Er hat es nicht mal versucht zu verheimlichen. Es ist so gelaufen, dass es zu fast 99% rauskommen musste. Er argumentiert, es wäre nur um Sex gegangen, um nicht mehr. Es war nur dieses eine Mal, einfach aufgrund der Gelegenheit (die Anzahl seiner bisherigen Sexpartnerinnen inklusive der aus Beziehungen ist auch verhältnismäßig gering aufgrund einer längeren Ehe, die aus anderen Gründen in die Brüche ging). Er hat mir bei der Bestätigung, dass er bei einer anderen Frau sagt, mehrfach gesagt, dass er mich nicht verlieren will, dass er sich zu mir gebunden fühlt, in der Beziehung vertraut (nicht sexuell gesehen), dass er aufgrund meiner Vergangenheit nicht sicher war, ob ich mir Seitensprünge nicht auch passieren (sind mir in dieser Beziehung nicht passiert, auch wenn ich Möglichkeiten gehabt hätte). Er hat mich gebeten, meinen spontanen Trennungsentschluss noch einmal einige Tage zu überdenken. Und nun sitze ich da, mit der Erfahrung aus früheren Beziehungen und grübel, drehe und wende ... Ich glaube, ich werde noch einmal mit ihm sprechen, weil ich zu dem Zeitpunkt, als er es mit mir die positive Bestätigung gab, aus Herzrasen, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit kombiniert mit einem Menschen, der mich traurig anschaut und meine Nähe sucht durch viele kleine Gesten, gar nicht in der Lage war, die für mich wichtigen Fragen zu stellen ...
 
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  • #84
Wenn es sich um eine Affäre von einer oder wenigen Nächten handeln würde, würde ich nach einer Weile sicher verzeihen können, obwohl ich das nie vergessen könnte und das ungute Gefühl sicher bliebe. Eine längere Beziehung zu einem anderen könnte ich nie verzeihen und würde einen Schlussstrich ziehen. Bei einer längeren Beziehung sind zwangsläufig Gefühle im Spiel. Weil ich nicht glaube, dass Liebe eine Gruppenveranstaltung sein kann, stünde für mich fest, dass ich für den anderen nicht mehr die geliebte Person wäre, zumindest nicht mehr die wichtigste, erst recht nicht die einzige. Das wäre mir, vielleicht ist es Eitelkeit, zu wenig exklusiv. Ich würde mich dann auch einem anderen zuwenden, für den ich wieder die Nummer 1 bin.
 
  • #85
@82

Hmm, merkst Du was? Ist halt schon besch**** auf einmal auf der anderen Seite zu stehen, betrogen worden zu sein.
Wieso eigentlich gelten Deine Ausreden auf einmal nicht mehr wenn Er Sie bringt? Ich finde Ihr verdient einander. Verzeihe Ihm, vielleicht könnt Ihr beide ja dann geläutert zusammen weiter gehen- falls nicht trifft es wenigstens keinen der die Sache mit der Treue so unmöglich Ernst nimmt.
 
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  • #86
es gibt mit Sicherheit Situationen, in denen man das verzeihen kann. z.B. wenn in der eigenen Beziehung manches total eingeschlafen ist, man aber trotzdem zusammen bleiben will. Oder wenn einer der beiden Partner körperlich behindert ist. Oder wenn man gerade zu dem Zeitpunkt einen sehr heftigen Streit hatte oder sogar eine Beziehungspause. Vieles ist denkbar. Die Art des Fremdgehens, und mit wem, wäre auch ein wichtiger Punkt.
 
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  • #87
Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Ich können meiner Partnerin Fremdgehen verzeihen, wenn sie ebenfalls bereit wäre zu verzeihen. Ich würde meine Wut und meinen Frust darüber mit anderen Frauen abbauen. Dannach könnte ich mich mit meiner Frau wieder vertragen, die Beziehung wäre dannach trotzdem eine andere wie zuvor.
 
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  • #89
Ein solcher Vertrauensbruch ist unverzeihlich - da gibt's nur eins, Trennung und zwar sofort.
Da wird nicht gelabert, erklärt und beteuert - da ist die Sache beendet.

Wer betrügt, lügt auch - und bei Lügen wird genau so konsequent gehandelt - Höchststrafe.
Ich verzeihe gar nichts.

m, 50
 
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  • #90
..., oder wenn man mit dem Fremdgeher im Bett liegt und seine hand eben nicht mehr den Zauber hat, sondern man nur noch daran denkt, dass er das auch mit der anderen gemacht hat.

Diesem Gedankengang folgend müsstest Du gleichermaßen alle Männer ausschließen, die nicht "jungfräulich" in die Partnerschaft mit Dir gehen, oder? Deren Hand hat doch auch schon etliche (wie viele? weißt Du das wirklich? sagt er es Dir ehrlich?) Frauen vor Dir zärtlich berührt (usw.)
 
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