• #1

Unsicherheiten bei Partnerin mit Kind

Seit einem halben Jahr bin ich (m, 40, kinderlos) mit einer alleinerziehenden Mutter (39) zusammen.
Obwohl wir in vielen Dingen ganz unterschiedlich sind und andere Ziele haben (so wünsche ich mir zum Beispiel noch ein gemeinsames Kind), fühlen wir uns beide voneinander angezogen und versuchen durch viel Kommunikation diese Differenzen zu überwinden. Ich glaube, daß wir beide da zu Kompromissen bereit sind.
Leider durchlebt meine Partnerin mit ihrem 10-jährigen Sohn eine ziemlich komplizierte Phase (Schule etc), und darunter leidet auch unsere Beziehung. Da es nur selten Möglichkeiten gibt, daß das Kind bei Großeltern unterkommt, machen wir fast alles zu dritt und für Zweisamkeit bleibt so gut wie keine Gelegenheit.
Da das Kind zudem eifersüchtig auf mich ist und meine Vorschläge langweilig findet, versucht es unsere Freizeitpläne ständig zu boykottieren und die Nerven liegen des häufigeren blank.
Ich mische mich nicht in die Angelegenheiten zwischen meiner Partnerin und ihrem Sohn ein, da habe ich in einer früheren Beziehung ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich merke, daß die Ablehnung seitens des Sohnes mir gegenüber zu groß wird, ziehe ich mich zurück. Darüber ist meine Partnerin sehr enttäuscht, sie möchte, daß ich aktiv an der Erziehung ihres Kindes mitwirke und bindet mich in allerlei Dinge ein (Nachhilfe, Wochenenendbetreuung...).

Ich merke zunehmend, daß mich diese Konstellation nicht zufriedenstellt und neben den wenigen schönen Momenten der Zweisamkeit nur wenig Gelegenheit ist, unsere Wünsche auszuleben. Meine Wünsche an eine gemeinsame Zukunft sehe ich immer weiter in den Hintergrund rücken und ich bin mir unsicher, ob ich von dieser Partnerschaft irgendwelche Vorteile habe. Noch sehe ich eine liebevolle Partnerin, die um uns kämpft. Und ich will auch nicht vorschnell aufgeben. Doch Alternativen zur derzeitigen Situation sehe ich nicht, da ist meine Partnerin auch gewissermassen beratungsresistent.
Wenn ich offen mit ihr darüber rede, ob es überhaupt eine gemeinsame Zukunft geben kann, erfahre ich großes Unverständnis, da wir ja jetzt doch zusammen sind und eigentlich vieles gut läuft.

Was tun? Eigene Interessen zurückstecken und hoffen, daß sich durch viel Reden und Zeit die Sache zum Besseren wendet?
 
  • #2
Hi,
ich lese in deinem Beitrag im Grunde nur die Differenzen, gegensätzliche Pläne und Probleme (was logisch ist, denn um die geht's dir ja). Was genau verbindet euch denn; was verbirgt sich hinter dieser gegenseitigen Anziehung? Vermutlich sexuelle Attraktivität, Sympathie. Und sonst? Warum gerade diese Frau?
Gegensätze ziehen sich zwar bekanntlich an, aber ein mit Gegensätzen zugepflastertes Paar hat m.E. generell (unabhängig von eurer Dreierkonstellation) keine allzu guten Chancen, wenn da nicht auch viel oder sehr starkes Verbindendes besteht. m/43
 
  • #3
Lieber FS,

Finde Dein Engagement toll, Kompliment an Dich.

Ich denke nur, dass Du kaum etwas lösen kannst, da Du gerade für den Sohn der Außentstehende bist. Ggf. der Buhmann.

Sie möchte Dich als Partner und Vater, der Sohn Dich gar nicht, Du möchtest sie als Partnerin und akzeptierst die Vaterrolle.

Ich glaube, das ist so nicht lösbar. Helfen könnte eine Erziehungsberatung, zum Sortieren, zum Klären der Bedürfnisse von Euch allen Dreien, zur Moderation, und zur Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten.

Nur Warten und Reden, befürchte ich, wird nicht zum Erfolg führen.
Und auf längere Sicht eigene Interessen zurück stecken, ist keine Basis für eine Beziehung.
 
  • #4
Lieber FS!
Ich sehe hier auch keine Gemeinsamkeiten. Ein halbes Jahr ist so ca. die Zeit die man braucht, um Zweifel zu entwickeln, und die Gemeinsamkeiten, die man in der großen Verliebtheit gesehen hat, selber zu hinterfragen.
Ich kann dir nur sagen: verbieg dich nicht. Ich habe nach einem halben Jahr angefangen, mich zu verbiegen, alles dem anderen Recht zu machen, mich selber viel zu sehr zurückzunehmen. Es hat dann noch 3 Monate gedauert, bis ich so unglücklich und unzufrieden war, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe, und schließlich hier gelandet bin.
Die Sache wird durch Zeit und Reden und Dich-Zurücknehmen nicht besser. Ganz im Gegenteil; dass du dich zurücknimmst wird für den anderen irgendwann zur Selbstverständlichkeit, und wenn du dann auch nur ein einziges Mal auf deinem Willen beharrst, bist du der Böse...weil "jetzt hast du ja auch immer, und es war ok"

Alles Gute noch!
 
  • #5
Lieber FS,
Bei Patchwork-Konstellationen bin ich mit meinen Ratschlägen immer zwiegespalten, generell finde ich schon, dass die Kinder an erster Stelle stehen sollten. Auch finde ich, dass "gekauft wie besehen" gelten sollte, mit kleinen Abänderungen. Vor Kurzem gab es einen ähnlichen Thread mit erwachsener Tochter, Tod der leiblichen Mutter, und den Schwierigkeiten der Partnerin, Verständnis für nonstop Papa-erwachsene-Tochter-Wochenenden zu haben. Lies den mal. Bei dir empfinde ich das Gesamtpaket etwas anders. Dir scheint die Frau wichtig zu sein und du bemühst dich redlich. Ich finde aber, sie ist tendenziell ein wenig zu beratungsresistent. Sie sollte als Enddreißigerin wissen, dass sie ihren Sohn auch mal Grenzen setzen muss, damit sie selbst eine funktionierende Paarbeziehung hinbekommt. Der Sohn ist mit 10 noch in einem Alter, in dem Hopfen und Malz erziehungstechnisch noch nicht völlig verloren sind und sie sollte ihm gesunde Grenzen aufzeigen, in denen sie selbst auch Zeit für euch haben darf - und haben will, denn daran scheitert es ja auch ein bisschen, denn wo ein Wille ist, wäre auch ein Weg. Die Ausrede, dass sie ihn so selten zu Großeltern geben kann, ist lahm, dafür gibt es Babysitter, wenn es ihr wichtig wäre, mehr Zeit in euch zu investieren.

Ehrlich gesagt finde ich darüber hinaus eure Grundvoraussetzungen eher fraglich.
Du willst noch ein Kind mit ihr, sie ist aber schon 39 und durchläuft gerade eine stressige Phase mit bestehendem Kind? Wann, glaubst du, hat sie Lust auf ein Kind mit dir? In zwei bis fünf Jahren, wenn der Sohn aus dem gröbsten Trotz raus ist? Ach halt, dann schlägt ja die Pubertät demnächst voll zu und es wird noch hormonumnebelter, meinst du dann wird es einfacher? Vor Allem ist es mit 39 schon sehr schwer, auf natürlichem Weg und ohne Komplikationen schwanger zu werden, wie wird das dann in ein paar Jahren? Bedenke auch, dass du auch nicht jünger wirst, auch wenn das bei Männern nicht so zeitlich streng getaktet ist wie bei uns Frauen. Ist dir der Kinderwunsch wichtig, oder glaubst du, ihn ihr zuliebe auch begraben zu können?

Ihr habt ganz dringenden Klärungsbedarf, sprecht miteinander über eure übergeordneten Ziele, Wünsche und Erwartungen, und zwar eigentlich am besten gestern schon! Vor Allem aber sollte sie auch mehr investieren, nicht nur einseitig!
 
  • #6
Ab dem Punkt: ich will noch ein Kind, sie nicht, braucht man eigentlich nicht weiterlesen. Bei solchen unterschiedlichen Wünschen gehts nicht mehr weiter, es gibt keine halben Kinder.
Eure Ziele sind zu weit voneinander entfernt. Ich glaube, du weißt es selbst bereits, daß das nicht langfristig funktionieren wird.
 
  • #7
Ich fühle mich beim Lesen Deines Beitrags nicht wohl.
Selbst als Aussenstehende, bekomme ich Beklemmungen.
Vielleicht bin ich auch nicht objektiv, weil ich als AZ damit anders umgehe.
Wenn ihr keine Freiräume habt, hat der Sohn diese auch nicht!
Deshalb gab es bei mir...weniger sehen und Babysitter!
Die Zusammführung war viel langsamer und ohne Druck.
Auch da steht ihr beide sehr weit auseinander!
 
  • #8
Ach Mann, wieder so ein toller Mann, der sich eine Problemfrau ins Haus holt, sich Gedanken macht usw. Warum bekommen solche Frauen immer so tolle Kerle ab? Ich war jahrelang Single-Ma mit unkomplizierten, gesunden, liebenswürdigen Kind (genauso wie ich .-), relativ viel Freiraum für mich und einen Mann und....? für mich haben sich nur Männer interessiert, die div. Probleme an der Backe hatten, die ich nie hatte und bis heute nicht habe, nachdem mein Kind nun Ü18 ist und sehr gut "geraden" ist.

Ansonsten empfehle ich auch eine Paar-Erziehungsberatung, einen langen Atem, denn ein halbes Jahr ist viel zu früh, da braucht es Zeit, bis sich alles eingespielt hat. Oder.... rechtzeitig die Kurve zu kratzen.

Von einem weiteren Kind rate ich dringend ab, zwei Einzelkinder mit so einem großen Altersunterschied, da gibt nur weitere Probleme. Erst recht, wenn der Junge gerade am Anfang der Pubertät steht und es in der Schule Probleme gibt. Da muss Mutter und Vater/Mann der Mutter präsent sein und nicht das Hauptaugenmerk auf das Baby richten, nachdem der Große jahrelang der Prinz war und nun vom Thron verstossen wird. In dem Alter, kurz vor der Pupertät, ein sehr sehr ungünstiger Zeitpunkt.

w
 
  • #9
Hmm.

So, wie Du es schilderst, würde ich sagen, dass das "Problem" bei der alleinerziehenden Mutter liegt.

Sie fühlt sich von dem Spagat zwischen Kind und Mann völlig überfordert.

Einerseits liebt sie ihr Kind und möchte, dass es ihm gut geht. Andererseits findet sie es sicher zum AusDerHautFahren, dass ihr Kind eure Beziehung so boykottiert.

DU bist n toller Mann für sie, allerdings komplett versagend auf der Vaterrollenlinie - denn wenn Du NICHT versagen würdest, würde ihr Sohn Dich ja mögen (so könnte der verquere Gedanke in ihrem Kopf sein).

Den 10jährigen quälen neben seinen eigenen vorpubertären Baustellen möglicherweise einerseits die Angst, dass da n Typ ist, der jetzt unbedingt einen auf Vater machen will - und das geht gar nicht, denn auf "Vater" hat er keinen Bock; sein eigener ist ja nicht da (warum auch immer), also warum sollte er einem neuen Typen vertrauen? Zumal dieser Typ andererseits auch noch Zeit, Energie, Liebe abzieht, die eigentlich ihm zustehen müsste...

Du könntest versuchen, ihrem Sohn die Vater-Angst zu nehmen. Du könntest in einem passenden Moment ganz unaufgeregt ein Helfer in irgendeiner Not sein (Fahrrad muss dringend repariert werden oder er braucht n "Taxi" oder wat auch immer) und dann nebenbei fallenlassen, dass Du kein Interesse daran hast, mehr als diese Rolle zu sein und ganz sicher seinen Vater nicht ersetzen wirst. Und Du könntest ihm sagen, dass Du es gut finden würdest, wenn der Sohn Deiner Partnerin es zulässt, dass sie eben auch wieder Frau sein könne und DU würdest dieses Frausein gern hervorzaubern.

Es sind schon so einige Beziehungen an "garstigen" BeinaheTeens kaputtgegangen und sie haben einfach nicht das Recht dazu. Und das darf man/ frau ihnen ruhig sagen.

Warum willst Du eigentlich ein (eigenes) Kind? Beantworte diese Frage nicht mir, sondern im Hinblick auf Dein Alter und Deine Partnerin eher Dir. Ist das so ne Art Midlifecrisis, jetzt noch n Kind zu wollen? Warum hast Du in den letzten 20 Jahren kein Kind bekommen wollen bzw. warum suchst Du Dir jetzt, mit Kinderwunsch, ne Frau mit nem 10jährigen Kind, die kein weiteres Kind mehr möchte?

Seesturm

(w, 39, ae mit 2 Kids, die 13 und 7 sind)
 
  • #10
Du sagst, du willst noch ein gemeinsames Kind. Wie stellst du dir das Familienleben vor? Denkst du, ihr werdet mit zwei Kindern (in völlig unterschiedlichem Alter und dementsprechend unterschiedlichen Interessen) mehr exklusive Paarzeit haben?

Deine Frau versucht dir eine gleichberechtigte Rolle als (Stief-)Vater ihres Kindes zu geben. Betrachte es als Probezeit, ob du ein geeigneter Vater bist und es empfehlenswert ist, mit dir ein weiteres Kind zu bekommen.
 
  • #11
Ja, einer Frau, 39, mit pubertierendem Kind, einen KInderwunsch anzutragen, da ist es schon ein Wunder, daß du keine Prügel bezogen hast, bildlich gesprochen.
Ein Kind sabotiert niemals eine Beziehung. Ein Kind hat Angst. Ein Kind, das nicht geborgen und sicher aufwachsen durfte, ist jetzt bedroht, wenn noch eine Person dazukommt, die ihm die Mutter streitig machen könnte. Wäre er sicher und gefestigt, seinem Alter entsprechend, wärst du keine Bedrohung.
Sie hat also vermutlich schon immer große Probleme mit der Kindererziehung gehabt.
Mich wundert wirklich, daß dir angesichts dieser ganzen Probleme der Kinderwunsch nicht schon von selbst vergeht, du mußt doch nur die Augen aufmachen.
 
  • #12
Kenne ich. Der wichtigste Punkt ist die Eifersucht des 10 j. Kindes gegenüber dem Mann = TE.

Mit 10 J. kann man mit einem solchen Kind schon darüber sprechen.
Warum ist es so ? Fühlt es sich vernachlässigt ? Oder hat das Kind generell einen schlechten Eindruck ? Vielleicht Vorurteile ?

Wenn man die Eifersucht des Kindes lösen kann, dann erst ist der Weg frei, für eine Partnerschaft mit dessen Mutter.

Und ob und wann dann ein gemeinsames Kind mit der Mutter - ist ein anderes Thema. Wobei man dann bedenken muß, ob das Kind dann eifersüchtig wird, auf das neue Kind ?
Und über 10 Jahre Altersunterschied ist für Geschwister nicht einfach.
 
  • #13
Der Punkt wo du ansetzen musst ist ganz klar das Verhältnis zu dem 10 Jährigen. Er hat Angst, dass du ihm die Mutter wegnimmst. ( Aber seine Mutter ist natürlich das Wichtigste für ihn )

Und du mischt dich nicht in die Erziehung ein damit nicht solche Sprüche kommen wie, du bist nicht mein Vater!
Wenn ich du wäre, würde ich gezielt versuchen das Vertrauen zu dem 10 Jährigen zu stärken. Sprich möglichst mal ein paar Unternehmungen ohne die Mutter unternehmen. Mal in den Zoo, Eis essen, in den Freizeitpark usw. .

Und dann natürlich mit dem Kind reden, dass er seine Mutter auf jeden Fall behält egal was passiert. Und ggf. auch mal fragen was er davon halten würde wenn du seine Mutter heiraten würdest oder ihr halt zusammenzieht usw. ?
 
  • #14
Lieber FS, Du hast Dich auf eine schwierige Konstellation eingelassen. Überlege Dir den Wunsch nach einem eigenen Kind mit dieser Frau.

Versuche doch den Kindesvater mehr einzubinden, wenn Du auch Zeit mit der Frau verbringen willst.

Halte Du Dich im als Freund nur im Hintergrund. Teile das auch so der Kindesmutter mit.
Sie kann die AE-Rolle nicht einfach an Dich delegieren, denn es sit nicht Dein Kind. SIE bleibt verantwortlich.
Belasse es dabei.
 
  • #15
Halte Du Dich im als Freund nur im Hintergrund. Teile das auch so der Kindesmutter mit.
Sie kann die AE-Rolle nicht einfach an Dich delegieren, denn es sit nicht Dein Kind. SIE bleibt verantwortlich.
Belasse es dabei.
Sie will aber keine Affäre, sie will einen Mann, mit dem sie eine Patchworkfamilie leben kann.

Dadurch, dass die Mutter dem Kind gegenüber klar macht, dass der neue Partner die Vaterrolle übernehmen soll, möchte sie verhindern, dass solche Sprüche kommen:
damit nicht solche Sprüche kommen wie, du bist nicht mein Vater!
 
  • #16
Was tun? Eigene Interessen zurückstecken und hoffen, daß sich durch viel Reden und Zeit die Sache zum Besseren wendet?
Es wendet sich nichts durch Reden zum besseren. Wenn Du noch ein Kind willst, solltest Du schauen, dass Du eine Partnerin hast, die auch eines will. Wenn Deine Wünsche an die Zukunft in dieser Partnerschaft untergehen, ist es die falsche Partnerschaft.
 
  • #17
Lieber FS,
wenn Du Dir noch ein Kind wünschst, sie aber nicht, weil sie froh ist, dass ihres 10 Jahre alt ist und sie bald wieder mehr Freiraum für sich hat, dann passt etwas Grundlegendes zwischen Euch nicht.
Wobei ich ihren Standpunkt sehr gut nachvollziehen kann, denn sie hat ein Kind über weite Strecken schonmal allein aufgezogen, weiß, was das von ihr fordert und auch, dass es für Partnerschaften keine Garantie gibt. Sie will eben nicht mit 40+ mit einem Kleinkind und einem Pubertier allein dastehen.

sie möchte, daß ich aktiv an der Erziehung ihres Kindes mitwirke und bindet mich in allerlei Dinge ein (Nachhilfe, Wochenenendbetreuung...).
Dann muss sie bei ihrem gegen Dich feindseligen Sohn dei Grundlage für Dein Wirken schaffen. Tut sie es nicht, würde ich mich an deiner Stelle mit dem Kind nicht rumärgern. dann liegen die Pflichten vollständig bei ihr.
Im Grundsatz finde ich ihren Ansatz richtig. Wenn eine AE eine neue Partnerschaft eingeht, dann findet bei jungen Kindern mehr Familienleben als Paarzeit statt. Das ist so und wer was anderes erwartet ist realitätsfern.
Das heißt aber auch, dass der Elternteil dafür zu sorgen hat, dass der neue Partner eine Familienrolle einnehmen kann und nicht von den Kindern bekämpft wird. Verlustängste, was immer dahinter stecken mag, es ist ihr Kind und somit ihre Sache, das Problem zu lösen und Dir einen Platz zu schaffen, damit Du sie entlasten kannst.
Bekommt sie das nicht hin, muss sie mit ihrem Sohn allein klarkommen und Eure Paarzeit ist minimalistisch. Ob Du das willst, musst Du entscheiden.

Mein Eindruck ist: sie will, dass Du vollwertiges Familienmitglied wirst, ist aber unfähig, das mit ihrem Sohn hinzubekommen und will das an Dich delegieren. Das funktioniert nicht, wie Du an dem Stress mit ihm merkst. Du wirst diese Baustelle an sie zurückdelegieren müssen - Rückzug, bis sie für Dich Platz geschaffen hat.

Ich hatte das Ganze mal mit einem AE-Mann - klinischer Psychotherapeut wohlgemerkt. Der hat es auch nicht hinbekommen und ich habe mich dann verabschiedet, wollte nicht mehr von ihm mit Forderungen belegt und den Kindern bekämpft werden. So toll kann kein Mann sein, dass ich das lange mitmache.
 
  • #18
...denn sie hat ein Kind über weite Strecken schonmal allein aufgezogen, weiß, was das von ihr fordert und auch, dass es für Partnerschaften keine Garantie gibt. Sie will eben nicht mit 40+ mit einem Kleinkind und einem Pubertier allein dastehen.

...

Wenn eine AE eine neue Partnerschaft eingeht, dann findet bei jungen Kindern mehr Familienleben als Paarzeit statt. Das ist so und wer was anderes erwartet ist realitätsfern.
Diese beiden Punkte sind genau die, die die Partnerin des FS will und die auch über 90% aller Alleinerziehenden will: Den Mann, der das Familienleben mit Kind(ern) will und sich auch einbringt ...aber selber keine (weiteren/gemeinsamen) Kinder will.

Diesen Mann gibt es im realen Partnermakrt in homöopathischen Dosen im Promillbereich, aber alle suchen ihn.

Ich hatte in den Jahren meiner Suche inzwischen mehr als zwei Dutzend solchen Kontakte und es unterschiedet mich vom FS nur, dass ich bereits in der Angbahnungsphase, also spätestens beim 5. oder 6. Date, keinen Zweifel daran gelassne habe, dass der Weg "Familie mit Kind(ern)" nur über weiteren gemeinsame Kinder geht. (Frauen lassen ja oft das Feld "Kinderwunsch" frei und ich habe dort "vorstellbar" stehen, weil ich Frauen, die keine (gar) Kinder bekommen haben/können nicht ausschließen will)

FS, trenn Dich lieber und such Dir eine Frau, die entweder keine Kinder hat, oder wirklich noch eine Familie mit Dir gründen will. Darin wäre dann auch ein mitgebrachtes Kind gut aufgehoben!

V.m46
 
  • #19
Hallo du mit dem schönen Nickname, der doch schon alles sagt. Ich möchte der rigorosen Ökonomie der Einschätzungen der bisherigen Posts widersprechen. Dein Nick sagt es nämlich....es kommt doch darauf an, für welche Sichtweise du dich entscheidest. Die des Verstandes "rechnet", so wie es in den POsts hier "errechnet" wird, dass das natürlich nichts werden kann und da du ja nicht alle Wunschpunkte bei dieser Frau abhaken kannst, musst du sie wegschicken. Und flugs wird dann aus der Frau, für die du doch etwas empfindest, eine "Problemfrau" mit einem "feindseligen" Kind. Dabei berichtest Du, wie zerissen deine Freundin selbst mit dieser Situation ist und dass die Reaktionen des Kindes eine "Phase" sind, die ja schließlich auch Geduld braucht und die einfach mal durchgestanden sein will und ausgehalten.
Nun musst du entscheiden, wie sehr du die Frau magst, wie groß dein Wille ist, Lösungen zu finden. Einige praktische Anregungen stehen hier ja auch (Babysitter) und ich habe ja auch durchaus schon mal gehört, dass man Lebensplanungen aus Zuneigung und mithilfe von vielen Gesprächen auch zufriedenstellend aufeinander einstellen kann....

Herz oder Verstand, es ginge auch beides, wenn in dieser hier lesbaren Ökonomie das Herz dann nicht automatisch immer der Verlierer sein müsste...(schade....).
 
  • #20
Mein Eindruck ist, dass sie in dem Kind lange Zeit einen emotionalen Halt gesehen hat und ihm deswegen keine Grenzen setzte. Sie klingt überfordert mit der Situation und ich finde es völlig unpassend, dass Du nun das machen sollst, was sie nicht hinkriegt.
Ich finde es 100% richtig, dass Du Dich zurückziehst, wenn das Kind Dich ablehnt. Die Frau ist unreif hoch drei, wenn sie erwartet, dass ein Mann, den sie ein halbes Jahr kennt, sich einmischen sollte, wenn es um Erziehung geht.
An Deiner Stelle würde ich erwarten, dass SIE das regelt, dass der Junge versteht, dass er nicht eifersüchtig sein muss, weil sie noch genauso für ihn da ist, und auch dass er Dich auch nicht mögen muss.
Nachhilfe kannst Du machen, fänd ich nett. Du kannst auch mit dem Jungen mal reden, dass er keine Angst haben muss, dass ihm nun die Mutter weggenommen wird. Aber ihn zu erziehen, dass er Dich akzeptiert, klappt doch sowieso nicht.
 
G

Gast456

  • #21
Was sind denn deine Interessen? Versteh ich nicht! Das Kind kann ja wohl kaum stören, wenn du dir noch ein Kind wünscht! So ist das Leben mit Kindern eben.

Arrangier dich besser! Du wirst nicht mehr viele 39 jährige Singlefrauen ohne Kinder finden bzw. unkomplizierte Frauen in dem Alter. Kinder sind immer kompliziert. Mit 10, 20 und 30. Mit 10 gehts erst los, mit den ganzen Problemen und Streichen. Muss wirklich noch zweites Kind her, wenn du schon ein Kind nicht packst? Ein zweites Kind bedeutet das selbe Problem noch heftiger angezogen. Zudem wäre das Geschwisterchen 10 Jahre jünger. Es wächst praktisch dann auch wieder als "kompliziertes" Einzelkind auf und geht euch auf den Wecker, wenn das erste Kind aus dem Haus ist ...


Zum Besseren wenden? Nein, es bessert sich in diesem Leben nichts zum Besseren mit Warten und Hoffen. Die Problematik kennen wir alle ausreichend.

Du musst abwegen, ob dir der Stress zu viel ist oder du einfach die Zähne zusammen beißt. Du bist kinderlos in deinem Alter. Gab es früher eher selten. Mir scheint, die Leute sind heute im Alter alle ein bisschen verwöhnt durch langes Singlesein, keine Kinder, sich wenig arrangieren müssen, und haben gemückte Kuschelvorstellungen Unproblematisch gibt es nur als Single. Ich finde, Zähne zusammenbeißen, den Wunsch deiner Partnerin nachkommen und an der Erziehung mithelfen.

Macht einen Plan, wie ihr als Paar mehr Zeit für euch reinbekommt, z.B. einmal die Woche alleine ohne das Kind abends ausgehen.
 
  • #22
Du musst abwegen, ob dir der Stress zu viel ist oder du einfach die Zähne zusammen beißt.
Der FS kann ja vierl tun, aber die Zähne zusammenbeisssen braucht er nicht. Das kann und darf seine Partnerin nicht fordern und sie soll auch nicht ihre Probleme bei ihm abladen. Wenn sie einen neuen Vater suchte, hätte sie den FS fragen müssen, ob er das auch will.
Dann sollte er sich doch bisser raushalten.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
.... nachdem ich mir noch einmal einen Ruck gegeben habe und weiterhin versuche, unsere Partnerschaft auf tragfähige Beine zu stellen (das Thema gemeinsames Kind habe ich dabei gar nicht mehr in Betracht gezogen), hat meine Partnerin mit einem Paukenschlag aufgewartet und mir offenbart, daß sie nun schwanger ist. Nun ist es also passiert, ich mache ihr keine Vorwürfe und trotz aller oben geschilderten Widrigkeiten habe ich ihr sofort meine ganze Unterstützung angeboten.

Selbst ihr Sohn hat sich offen gezeigt und freut sich auf ein Geschwisterchen.

Das Verhältnis zum Sohn meiner Partnerin hat sich mittlerweile gut entwickelt, ich gebe ihm Nachhilfe und schmeisse den Haushalt der beiden nach Feierabend, wenn meine Partnerin etwas unternehmen möchte.
Leider hat meine Partnerin neben den schwangerschaftstypischen Beschwerden und Stimmungen nun starke Abstossungstendenzen bzw. Bindungsängste gegen mich entwickelt. Nachdem ich konkrete Fragen zum Zusammensein gestellt und Vorschläge gemacht habe, wie wir uns mit gemeinsamen Kind organisieren wolle, bekomme ich von ihr keinerlei klare Rückmeldung. Auch mein Vorschlag, eine Paartherapie anzugehen und so auf eine sachliche Ebene zu kommen , stösst nur auf Ablehnung. Alle meine Aktionen (Nachhilfe, Unterstützung imHaushalt, Urlaubsplanung) werden von ihr gefordert, ich mache sie gerne, dann wiederum stellt sie mein Engagement in Frage, kritisiert mich und fordert mich auf, auf Abstand zu gehen. Da sie auch regelmässig formuliert, daß sie mich zwar mag, aber ein Zusammenleben unter Berücksichtigung meiner Bedürfnisse nichtvorstellen könne, bin ich nun mit meinem Latein am Ende.

Es gelingt mir nicht, ihr klarzumachen, dass wir gemeinsam die Herausforderung bewältigen können und ihr ein optimistisches Grundgefühl zu vermitteln.

Im Moment sehe ich keine Basis für eine Partnerschaft und befasse mich intensiv mit dem Thema Alleinerziehung und Unterhaltspflichten. Um mich nicht auch noch in den Negativsog hineinziehen zu lassen und unnötige Streiterei zu vermeiden, respektiere ich ihr Distanzbedürfnis und leben mein Leben soweit möglich weiter.

Habe schon drüber nachgedacht, daß ich daskommende Kind zu mir nehme (wo es ihm sehr gut gehen würde) und vielleicht einen Neustartwage. Vielleicht ja sogar mit einer Frau, die in ähnlicher Situation wie ich ist und tatsächlich gemeinsamen Zielen? Was mein Ihr?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
Moin @Herz_Verstand,

gut, dass du dich noch mal in deinem Thread meldest. Die Entwicklung finde ich recht strange - eigentlich fördert doch eine Schwangerschaft eher die Bindung zum Partner... das hört sich nicht gut an.
Aber ansonsten bist du dir schon einigermaßen sicher, dass (1) sie von dir schwanger ist? und (2) sie ggf. dir das Sorgerecht für das Kind übertragen würde?

manchmal
 
  • #25
Ach Du grüne Neune!
Was ist das bloß für eine Frau.
Andereseits : Wieso schmeißt Du den Hausshalt für sie, wenn sie Dich auch noch angreift und sowieso Abstand fordert .
Da würde ich gar nichts mehr machen und wäre schon längst ausgezogen.

Ich verstehe nicht, warum Du unsere damaligen Tipps nicht berücksichtigt hast und sie nicht in die Wüste geschickt hast. Ist sie im Bett wirklich so gut ?

Keiner hat diesen "Ruck" von Dir verlangt; das war ein Fehler!
Und für den wirst Du nach der Geburt zahlen müssen .
Google schonmal "Düsseldorfer Tabelle" .....

Sie will Abstand, na klar Du ziehst aus.

Aber nun glaube doch nicht, dass sie Dir Euer Kind überlässt. Da brauchst Du Dich gar nicht mit beschäftigen; kannste vergessen; Sowas läuft nicht in Deutschland und gegen den Willen der Mutter schon gleich gar nicht.
 
  • #26
Nun ist es also passiert, ich mache ihr keine Vorwürfe
Ich hatte Dich so verstanden in Deinem Eingangsbeitrag, dass DU mit ihr eine Kind wolltest und SIE es vorher abgelehnt hat. Wieso kommst Du auf die Idee, dass Du ihr nun wegen der Schwangerschaft einen Vorwurf machen könntest, wenn Du Dich die ganze Zeit darum bemüht hast, diese Beziehung aufrecht zu erhalten?

Es gelingt mir nicht, ihr klarzumachen, dass wir gemeinsam die Herausforderung bewältigen können und ihr ein optimistisches Grundgefühl zu vermitteln.
Ich lese raus, dass sie ganz klar nicht mit Dir zusammensein will, wenn sie weder auf Deine Organisierungsvorschläge für die Zeit, wenn das Baby da ist, eingeht, noch irgendwas ändern will an dem Zustand, dass sie das, was Du anbietest gern mitnimmt, aber Dir nichts geben will.
Habe schon drüber nachgedacht, daß ich daskommende Kind zu mir nehme (wo es ihm sehr gut gehen würde) und vielleicht einen Neustartwage.
Will sie das Kind nur austragen und dann weggeben oder machst Du hier Pläne, ohne Dir klar zu sein, was sie will?
 
  • #27
Auch wenn deine Art zu schreiben auf mich nicht unsympathisch wirkt, finde ich es merkwürdig, dass du schon über eine neue Frau nachdenkst - geht das nicht alles etwas schnell? Du bist noch nicht mal getrennt und denkst schon so - bist du nicht traurig? Und du müsstest es natürlich mit der Mutter klären, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat. Für Säuglinge ist die Bindung zur Mutter nicht ganz unwichtig, wie du ja sicher weißt.
 
  • #28
Habe schon drüber nachgedacht, daß ich daskommende Kind zu mir nehme (wo es ihm sehr gut gehen würde) und vielleicht einen Neustartwage.
Sollte die Mutter stillen, dann bekommst du das Kin in den ersten Monaten höchstens für 2-3 Stunden am Stück. Und wenn das Kind schon immer bei der Mutter gelebt hat und die Mutter sich nichts massives zu Schulden kommen lässt, gibt es keinen Grund das Kind bei dir wohnen zu lassen.
Du hast nur die Wahl bei deiner Frau zu bleiben oder Besuchspapa zu werden.
Da sie auch regelmässig formuliert, daß sie mich zwar mag, aber ein Zusammenleben unter Berücksichtigung meiner Bedürfnisse nichtvorstellen könne, bin ich nun mit meinem Latein am Ende.
Du schreibst doch selbst, dass du die Situation mit Kind nicht gut findest und lieber kinderlos leben möchtest. Was ist daran schlimm, wen sie deiner Gedanken ausspricht? Sie teilt dir nur mit, dass sie wahrnimmt, dass du dich unwohl fühlst.
 
  • #29
Ein Zehnjähriger ist meist noch nicht einmal in der Vorpubertät, relativ pflegeleicht, begeisterungsfähig, leicht um den "Finger zu wickeln". Entweder ist er total verwöhnt, durch die Trennung der Eltern oder anderes in seiner Entwicklung nicht gefestigt und tatsächlich ein Problemkind. Oder ihr habt euch gegenseitig hochgeschaukelt, nicht angenommen und er ist ein von der Schule demotivierter, gern Computer/ Konsolespielender Junge wie sehr viele. Immerhin scheinst du ja recht unvorbereitet in die Situation geraten zu sein und auch erst seit einem halben Jahr.

Wie auch immer. Wenn du dich im positiven Sinne für das Kind engagierst, nennenswerte Pflichten hast, dann hast du auch Rechte. Das Recht deine Meinung zu äußern, respektiert zu werden als Teil dieser Familie und dann zählen deine Interessen gleichwertig. Oder du hältst dich raus, dann hast du auch keine Pflichten und gehörst nicht zur Familie.

Wenn der Junge kein wirkliches Problemkind ist und die Mutter Sozialkompetenz besitzt, würde ich dir raten, die Herausforderung anzunehmen, vor allem das Herz des Kindes zu erobern, das der Mutter hast du ja schon.Und wenn das Kind dein leibliches wäre, hättet ihr als Paar auch viel weniger Zeit. Da kannst du gleich erfahren, wie es ist, Vater zu werden.

Oder dem Kind bzw. der Mutter fehlt etwas Wesentliches, dann wird eine tragfähige, schöne Beziehung nicht möglich sein.

Sowohl die Einschätzung, Lösung und Entscheidung liegen bei dir. Ich würde mir weiteren Rat durch gute Freunde holen, insbesondere von denen, die in gut funktionierenden Partnerschaften/ Familien leben.
 
  • #30
Hier kann ich nur zu Plan B raten.
Anders als in einer bisher harmonischen Beziehung, kann man hier nicht unbedingt nur auf eine Frau mit zuviel Schwangerschaftshormonen setzen.

Ich kenne mich juristisch nicht wirklich aus, denke aber, da nicht verheiratet, dass Du das Kind ersteinmal anerkennen musst.
Das würde ich wohl nicht schon am Tag der Geburt tun, wenn Du irgendwelche Zweifel hast, dass es von Dir ist.

Du solltest Dich über den Ablauf einer Anerkennung informieren.
Du solltest Dich ggf über die Möglichkeit eines Tests informieren
Du solltest Dich über Deine Rechte und Pflichten informieren.

Du solltest ihr nur im angemessenen Rahmen helfen.
Weder ihr ungewollt auf die Pelle rücken, noch Dich ausnutzen lassen.
Und noch kein Kinderzimmer bei dir einrichten und kündigen.