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  • #1

Unfähig oder unwillig, Umfeld zu pflegen, aber eine Partnerschaft wollen - wie soll das gutgehen?

Unfähig oder unwillig, Umfeld zu pflegen, aber eine Partnerschaft wollen - wie soll das gutgehen?

Ich wundere mich, wieviele Menschen - mich eingeschlossen - ein winzig kleines oder auch kein (TRAGFÄHIGES, also über Smaltalk hinausgehendes) Umfeld haben. Ob freiwillig oder mangels "geeigneter Mitspieler" sei mal dahingestellt. Aber eine (sexuell orientierte) Beziehung ("für immer") wollen (selbst nach dem x. Scheitern) fast alle. Ich frage mich: Wie soll das gutgehen? Wenn es doch schon für viele nicht möglich ist, Freundschaften zu schließen und zu pflegen? Sollen und werden PC und Internet es - angefangen bei der Anbahnung - alles richten?
 
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  • #2
Tja... vielleicht sollten diese Menschen erstmal anfangen, ihren Freundeskreis aufzupäppeln anstatt ihre gesamte Hoffnung auf einen neuen Partner zu richten, dass der alles richtet.
Ich denke, es ist doch sonst schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt, wenn Du Dein gesamtes Glück in die Hände eines eigenes Menschen legst?
Denkst Du nicht, dass dass nicht nur zu viel Druck ist - sondern auch schnell langweilig wird?

Natürlich ist alles schöner MIT Partner - aber warum versuchst Du Dir die Zeit nicht schön zu machen, BIS Du einen Partner findest - und arbeitest eben an Dingen wie Freundeskreis, Interessen, Hobbies... dann ist auch eine Partnerschaft später "spannender" und hält vielleicht auch länger.

w/32
 
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  • #3
@1

Oh ja: Ich halte es für geradezu grob fahrlässig, sein Glück von EINEM anderen Menschen abhängig machen zu wollen. Welche Überforderung! Und wie öde, in der Isolation der deutschen Kleinstfamilie im Grunde nur EINEN wirklichen Vertrauten und Gesprächspartner zu haben.

(Die Scheidungsquoten bestätigen, dass das nicht funktioniert.)

ABER: Es ist gängige und überwiegende Praxis. Ggf. eben in der 2. und 3. Runde. (so kommt man/frau durch Partnerwechsel auch mal zu anderen Gesprächspartnern :-O und auf andere Ideen? ;-) )

(Was es schwierig macht für die, die durchaus bereit wären, andere Wege zu gehen. Geht schlecht, wenn "Einigeln" angesagt ist.)

Fazit: Ich übe mich darin, es mir schön zu machen OHNE Partnerschaft und OHNE nennenswerten Freundeskreis (gelegentliche Telefonat sind mir zu wenig).
 
  • #4
Lieber Fragesteller! Nein, ich sehe keinen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Größe des Freundeskreises und Beziehungstauglichkeit. Das ist rein konstruiert und ohne Fundament.

Selbstverständlich führen auch Personen mit sehr kleinem Freundeskreis erfolgreiche und dauerhafte Partnerschaften, in meiner persönlichen Erfahrung sogar oft die besseren, vertrauteren Partnerschaften, da weniger Willkür, weniger Abwechslungssucht herrscht und mehr auf den Partner eingegangen wird.

Die Pflege des sozialen Umfelds wird heutzutage schwieriger, weil berufliche Mobilität und Flexibilität die sozialen Gefüge immer mehr auseinander reißt. Da ist ein stabiler Partner doch geradezu der Fels in der Brandung -- in beiden Richtungen natürlich.
 
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  • #5
Der Partner soll der Freund werden; nicht der Freund der Partner -

Wozu in einem großen Bekanntenkreis mitspielen, wenn die Gefahr der Untreue damit wächst?
 
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  • #6
Menschen sind sehr unterschiedlich, wachsen auch ganz unterschiedlich auf. Jemand mit vielen Geschwistern wird eher die Gemeinschaft suchen als ein Mensch, der vor allem mit Büchern aufgewachsen ist. Mit Bindungsfähigkeit hat das erst mal nichts zu tun.
Mir fällt vor allem auf, dass es Menschen gibt, die durch viele (oberflächliche?) Freundschaften tieferen Beziehungen aus dem Weg gehen. Andere wieder sind absolut zuverlässig und offen, aber eben nur in einem sehr kleinen Kreis. Die einen brauchen ständig einen Ansprechpartner (meine Chefin z. B. :)), weil sie nur laut denken können, die anderen machen erst einmal alles mit sich selbst aus (und mit ihrem Partner) und überlegen dann, wie viel sie nach außen kommunizieren.
Mag sein, dass das Internet hilft, einen Partner zu finden mit dem man in dieser Beziehung kompatibel ist. Wer aber, wie Du schreibst, vor allem eine sexuell orientierte Beziehung sucht, egal ob nur für kurze Zeit oder für immer, ist meiner Meinung nach beziehungsunfähig. Für derartige Bedürfnisse gibt es Plastikpuppen. Ein Mensch ist doch kein Gebrauchsgegenstand.
 
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