• #31
Wohin mit dem Gefühl vom Verraten-worden-sein, mit der Fassungslosigkeit? Ich hätte nie gedacht, dass es mit uns so enden würde.
Mit dem Kopf habe ich ja alles schon von Anfang an verstanden. Nur das Herz geht nicht so mit. Das hat auch nichts mit der Liebe zu tun, das ist eher Urvertrauen, das baden ging...
FS, Ich kann deine Lage und Gefühle verstehen, und nachvollziehen und Du wirst wohl noch eine Weile brauchen, um deine Trauer und die vielen warum? zu verarbeiten. Es kann dir helfen, darüber nachzudenken, was Du in der Zukunft machen wirst und, dass Du es eh nicht ändern kannst. Wenn dein Kind 11J ist, bist du auch noch nicht zu alt, für einen Neustart. Du hast dir wahrsch. etwas vorgemacht, was die Qualität deiner Beziehung anbelangt. Es ist aber von Vorteil, wenn du das Kind nicht beeinflusst, was den Vater anbelangt und ihn selbst entscheiden lässt (unabhängig, ob Freundin oder nicht). Das ist jetzt sehr schwer für dich aber später wirst du das anders sehen.
 
  • #32
<mod. Chat entfernt.>
Mein Sohn ist 12 Jahre alt, er besitzt sein eigenes Handy, er geht 2x pro Woche in das Gebäude, wo der Ex arbeitet. Warum kommen das Treffen nicht zustande? Wo ist hier meine Schuld? Den Schuh ziehe ich mir nicht an.

Mein Ex meinte, er wolle die Verantwortung für UNS nicht mehr übernehmen, er hätte sich von UNS entfernt, WIR haben ihn nicht genug unterstützt. Du schreibst, er kann mir im Moment nichts recht machen. Das soll er auch nicht. Er ist frei und kann sein Lebven so gestalten wie er will. Aber wenn ihm sein Sohn so am Herzen liegt, dann könnte er doch ihm auch persönlich zum Geburtstag gratulieren, in den Osterferien was mit ihm unternehmen, oder sehe ich das falsch?

Wie sieht denn das Vatersein aus, wenn der Mann mit einer anderen Familie lebt, mit anderen Kindern? Wenn er Sachen von seinem Sohn dahin bringt? Wenn er sein Schulessen nicht mehr bezahlen will?

Ja, ich finde es gut, dass ich und mein Kind die Sache ähnlich empfinden.

Wie soll ich das sonst empfinden? Der Mann adoptiert mein Kind und in 2 Monaten will er diese Verantwortung nicht mehr? Er wird in 500 km Entfernung leben. Wie will er denn die Beziehung zu dem Kind pflegen? Telefonisch? Ist das keine Utopie?

Mein Kind ist ehrlich zu mir, wir reden über die Situation ganz offen. Wir haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Natürlich bin ich nur ein Mensch und ich kann mich nicht verstellen. Ausserdem war er doch die ganze Zeit dabei, er war doch selbst in der Situation drin! Er hat sich 2x mit dem Ex getroffen, danach war die >Funkstille.

Du schreibst: "Er kann Dir nichts Nettes über die neue Frau erzählen". Kannst Du überhaupt nachvollziehen, was Du von mir verlangst? Der Mann war 5 Jahre ein Mitglied unserer Familie. Er hat sich entschlossen, ein neues Leben zu führen, die neue Partnerin passt besser zu ihm, wir hätten ihn nicht so verstanden. Der Junge hat Asperger Syndrom und mein Ex meinte denn: "Ja, wenn es ihm schlechter gehen wird wegen der Situation, dann kannst Du halt zum Arzt mit ihm gehen, warum soll es mich jetzt interessieren?"

Ich bin in dieser Sache wohl anderer Meinung.
 
G

Gast

  • #33
Hier #28
Ich verstehe wirklich, dass Dich die Art der Trennung zunächst fast umgehauen hat. Nun sind aber ein paar Monate mit neuen Erkenntnissen vergangen. Du solltest Dich fragen was Du übersehen hast in Eurer Beziehung damit Dir so etwas nicht mehr passiert. Auch Deinem Jungen zuliebe. Der hat anscheinend zu seinem leiblichen Vater wenig Beziehung wenn er durch den neuen Mann adoptiert wurde? Und jetzt ist der nächste Mann weg. Das ist viel für einen Jungen, zudem mit Asperger Syndrom. Du bist nach Monaten der Trennung noch viel zu emotional verstrickt und fragst immer noch "warum". Das wirst Du wohl nie herausfinden, denn wenn jemand so anders tickt, dann kann man eben nicht alles nachvollziehen. Wer im erwachsenen Alter noch von "Traumfrau" redet, der findet immer wieder welche. Es gibt einfach keinen "Traumpartner". Alle haben Fehler oder Makel und wenn man es nicht schafft diese lieben zu lernen dann bleibt man eben lebenslang auf der Suche. Deine Makel (aus seiner Sicht!) haben ihn von Dir weg und zu einer vermeintlichen neuen Traumfrau getrieben. Ganz ehrlich: Mit so einem Mann fängst Du doch sowieso nichts an und fast alles was Ihr hattet war auf Illusion aufgebaut. Daher schreibe ich hier so, dass es bei Dir als "hart" ankommt. Inzwischen wissen alle, wie schlecht es Dir ging und alle waren empathisch. Nun aber reicht es und Du kannst mehr punkten, wenn Du abschließt und etwas Neues für Dich und Deinen Sohn auf die Beine stellst. Das ist es doch auch, was Lehrer ihren Schülern vermitteln können: Aus den schlechtesten Ausgangsbedingungen, aus den herbsten Rückschlagen kann man dennoch als souveräner, liebenswerter, gereifter Mensch hervorgehen. Überlege mal was Du einem Schüler mit alkoholkrankem Vater sagen würdest, der jahrelang nur sagt: Warum habe gerade ich so einen Vater, warum kann er nicht normal sein? Da würdest Du den Ansatz auch eher beim Sohn als beim Vater sehen, stimmts? Ja - und diese Erkenntnis übertrage jetzt auf Dich. Was hilft Dir und Deinem Sohn jetzt wirklich weiter? Es ist für Euch alle sicherlich am besten, die Scheidung rasch durchzuziehen und dabei auch alle Fragen zu regeln: Wann und wie kann er den Sohn sehen? Damit erledigen sich dann viele Fragen und Ärger. Und das Postthema lässt Du auch schon ziemlich lange laufen. Ich würde nicht wollen dass mein Ex meinen Briefkasten öffnet und dabei auch meine Post sieht. Hake einen Punkt nach dem anderen rational ab. Dabei schwindet gezwungenermaßen die übergroße Emotionalität. Und dann fängst Du aus geklärten Verhältnissen einen gesunden Neuaufbau an. Ich meinte es nicht "böse" mit Dir, aber ich glaube, Dir fehlt irgendwie ein Tritt, der Dich ans Laufen bringt.
 
  • #34
Ja, das verstehe ich alles. Und das mit dem Tritt auch ;-).

Mit dem leiblichen Vater hat mein Junge gar keinen Kontakt , also er war noch ein Baby damals. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das mit den Punkten abhacken tue ich ja schon. Es dauert bei mir ein wenig, weil die Verarbeitung der Trennung gleichzeitig mit der Vorbereitung und Durchführung des 2. Staatsexamens ablief. Jetzt bin ich fertig und die Restemotionen holen mich ein. Meine Psychotherapeutin sagt, es war auch zu erwarten.

Ich weiß es selbst nicht, warum das mich so intensiv trifft. Ich würde ihn jetzt auch nicht zurücknehmen wollen. Das ist einfach nur so, dass wir so viele gemeinsame Zukunftspläne hatten, diese Prüfung war quasi die letzte harte Stufe zum Erfolg. Und er ist so plötzlich abgesprungen, ich hätte es wahrscheinlich auch sehen müssen, aber ich war so im Stress, ich wollte so sehr das Beste für unsere Familie tun, alles geben.

Jetzt stehe ich mit meinem Sohn wieder an einer Kreuzung. Privat und beruflich im Nebel. Natürlich eröffnet es mir auch so viele neue Möglichkeiten (bis zu einer Stelle als Lehrerin für ein Jahr in den USA (das wäre doch ein toller Tapetenwerchsel! ;-)).

Es ist nur so, dass ich mein ganzes Leben lang die Starke spielen muss (tun wir wahrscheinlich alle). Als ich ihn geheiratet habe, dachte ich, ich sei endlich angekommen, die Suche ist zu Ende, ich habe DEN Partner, ich bin ein Teil DES Teams, nicht mehr alleine, ich kann auch mal eine ganz normale Frau sein, mal schwach, mal verspielt usw. Er hat mich auch so kennengelernt, er war der Prinz, ich habe ihn angehimmelt. Danach wollte er, dass ich Gas gebe, dass ich mitziehe. Habe ich getan. Und am Ende? Er sagte, ich sei ihm zu klug, zu stark, ich himmele ihn nicht mehr an... Ist das nicht irre?

Du hast recht, ich finde nie die Antworten. Ich brauche sie auch nicht. Es ist nur so, dass ich im Moment tief Luft einhole, damit ich wieder durchstarten kann. Ich wollte nicht mehr durch das Leben kämpfen, alleine. Und jetzt muss ich das.
 
G

Gast

  • #35
Ja - aber wir sind immer alleine. Eine Beziehung ist doch keine Garantie, das weißt Du selbst. Man muss immer so leben, dass man es auch alleine schaffen könnte. Die Beziehung ist dann die schöne Bereicherung. Man kann einfach nur für sich selber planen. Sobald Du für jemanden mitplanst, musst Du damit rechnen, dass er die Planung abändert. Das war Dein ursprünglicher Trugschluss, das, was Dich eingelullt hat und was Du jetzt so schwer los lassen kannst. Jetzt bist Du in der Realität angekommen und das fühlt sich fremd und fies an. Zunächst. Bald wirst Du erleben wieviel Spaß Du haben wirst wenn Du das Steuer nun wieder selbst in die Hand nimmst. Und wieviel attraktiver Du wahr genommen wirst. Um diesen Trottel ist es wirklich nicht schade, lach mal drüber, was für eine Schmierenkomödie das von außen betrachtet ist. Für Deine nächste Beziehung ist es auch besser, wenn Du nicht mehr so "anhänglich" bist. Wahrscheinlich wird das Deine beste Beziehung weil Du richtig viel gelernt hast. Und ich bin deshalb so hart und klar weil ich mich aus eigenem Erleben da gut reinfühlen kann. Nur, dass ich seit ein paar Jahren durch bin mit dieser Lernkurve... Wirklich, lach mal über das Ganze und pack Deine Energie zusammen.
 
G

Gast

  • #36
Hallo,
ich glaube wir haben fast das gleiche schicksal. Mein Mann kam im Dezember von der Kur und meinte er hätte eine andere kennengelernt. WIr sind jetzt bzw. waren 15 Jahre zusammen und hatten 2010 geheiratet. Das Wechselbad der Gefühle kenne ich nur zugut. Weihnachten und Sylvister war ich alleine. Ich hätte nie gedacht, dass manche sprichwörte eine neue bedeutung bekommen, z. B. das Herz aus der Brust gerissen. und es tut immer noch weh. Ich verstehe ihn nicht. Er kann mir auch keine Gründe nennen. Auch ich frage mich, kommt er noch zur Besinnung. Man sollte doch jedem eine zweite Chance geben,aber wie lange. Ich kann dich wirklich gut verstehen.

W/47
 
G

Gast

  • #37
Das wird leider nicht gehen. Das Kind braucht seinen Vater, allein dadurch wird es zwangsläufig Kontakt geben. Aber du kannst diesen auf ein Mindestmaß reduzieren und distanziert bleiben. Ich glaube nicht, dass du momentan eine Chance bei ihm hast. Mir ging es ähnlich, nach einem halben Jahr wollte er zurück. Es hat nicht funktioniert, auch nicht seinerseits. Er ist zurück zu seiner Freundin. Als die beiden dann endgültig getrennt waren, hatte ich mich schon lange entliebt. Ganz viel Glück auf den Weg!
Wieso braucht das Kind diesen Vater? Einen Vater der keinen Charakter hat und seine Familie knall auf Fall kurz vor Weihnachten verläßt um mit seiner neuen Liebe und deren "zwei Kindern" Weihnachten zu feiern. Es gibt tausende alleinerziehende Mütter deren Kinder auch so einen Charakterlosen Partner ihre Kinder zu ordentlichen Menschen erziehen. Was soll der Junge von so einem Vater lernen.
Wenn es in einer Parnerschaft nicht mehr funktioniert dann trennt man sich ordentlich, aber nicht auf diese Weise.
Wenn er wieder ankommt weil es mit der neuen doch nicht so klappt wirf ihn raus.
m 68 - 45J verh. - 2K
 
G

Gast

  • #38
Hallo Solaris,
mir ist genau das gleiche passiert wie Dir. Im Mai 2012 feierten wir Konfirmation von unserem großen einen Tag später lud er uns zum Essen ein und erklärte wir(seine Familie) wären das Wichtigste auf der Welt für Ihn, für uns würde es sich doch lohnen wieder gesund zu werden und er würde alles dafür tun. Einen Tag später fuhr er in eine Reha für Burnout. Schickte mir dort vorm Tor noch eine SMS er ginge jetzt rein und liebt mich so. Dann ging alles sehr schnell bereits zwei Wochen später erklärte er mir, dass er nicht mehr zu uns zurück kehren würde. Es stellte sich dann raus, dass er eine neue Frau mit ebenfalls zwei Kindern dort kennengelernt hatte und er zu ihrem Heimatort nach Essen zieht. Er kam gar nicht mehr heim. Auch um seine Kinder könne er sich erst mal nicht kümmern, er müsse an sich denken. Dass er dem Kleinen (damals 12 Jahre alt) versprochen hatte, Fussball EM mit ihm zu schaun war ihm egal. Er erkundigte sich nicht mal mehr nach den Zeugnissen und ein von mir erbetenes Treffen mit dem Kleinen am Sportplatz (ohne mich) beendete er nach 10 Minuten mit den Worten er mußte wieder fahren und das Kind hätte ja nichts dagegen gehabt. Versuche über eine neutrale Insanz einer Erziehungsberatung Kontakt herzustellen verweigerte er. Sowohl die Kinder wie auch ich standen und stehen auch heute noch unter Schock. Wir waren 25 Jahre zusammen davon 15 Jahre verheiratet. Heute spricht er immer noch nicht mit mir nur über Anwälte, ist mittlerweile Hartz 4 Empfänger und hat seine Kinder (den Großen seit Rehabeginn den Kleinen seit dem einen Sportplatz-Treffen) nicht mehr gesehen. Es wurde eine histrionische Persönlichkeitsstörung und narzistisches Verhalten und einiges mehr diagnostisiert. Aber das alles nützt mir und den Kindern wenig. Ich gebe einen Großteil der Mitschuld auch der Klinik. Es ist mir unbegreiflich das sie so gehandelt haben. Er hat sich einfach aus seiner ganzen Lebensverantwortung entbunden. Dabei noch ein Sparkassenbuch abgeräumt und eine Abfindung in Höhe von 6000 Euro seiner alten Firma vereinnahmt. Von all dem haben seine Kinder und ich nichts gesehen. Unterhalt bezahlt er bisher keinen. Das muß ich einklagen. wenn ich in dieser Zeit nicht auch Menschen gehabt hätte die mich in vielfältiger Weise unterstützt haben, wäre ich kaputt gegangen. Mittlerweile habe ich auch eine Therapie begonnen. Du siehst es geht auch anderen so. Leider....aber wie gesagt, was sind das für Therapeuten?
 
G

Gast

  • #39
Es wurde eine histrionische Persönlichkeitsstörung und narzistisches Verhalten und einiges mehr diagnostisiert. Aber das alles nützt mir und den Kindern wenig. Ich gebe einen Großteil der Mitschuld auch der Klinik. Es ist mir unbegreiflich das sie so gehandelt haben. Er hat sich einfach aus seiner ganzen Lebensverantwortung entbunden. ...aber wie gesagt, was sind das für Therapeuten?
Die Therapeuten räumen da Sparbuch nicht, die Klinik verlässt die Ehefrau und die Kinder nicht, die Klinik versetzt niemanden in Hart V - das tut der Mensch, der ehemalige Partner. In diesem Fall sagt das Krankheitsbild doch schon eine ganze Menge.

Ich finde solche Ereignisse ganz schrecklich, aber ich war oft genug in solchen Kliniken, um es zu wissen. Niemals wurde dort jemandem erzählt, dass er seine Familie verlassen und sich ihr gegenüber so schlecht wie möglich benehmen soll. Wenn ein Patient sowas behauptet, lügt er bzw. versteckt sich hinter der Klinik. Er entscheidet sich aus freiem Willen zu diesem Verhalten und auch für die Art der Umsetzung. Mir haben Therapeuten immer gesagt: in einer akuten depressiven Phase soll man keine lebenswichtigen Entschiedungen treffen, weil man die Folgen nicht abschätzen kann und eine verzerrte Sicht auf die Dinge hat - verschiedene Therapeuten, verschiedene Kliniken, immer die gleiche Aussage.

Die verlassenen Partner maches es sich sehr einfach, der Klinik/den Therapueten die Schuld zu geben. Dann muss man nicht bei sich selber gucken und ist ganz einfach aus der Verantwortung raus.

Ich habe auch meinen Mann nach dem xten Klinikaufenthalt verlassen - niemand hat mir dazu geraten, eher im Gegenteil es wurde um einige Jahre durch Therapeutenberatung hinausgezögert, wegen der akuten schweren Erkrankung. Ich habe entschieden, ich habe es gemacht, ich übernehme dafür die Verantwortung. Psychosomatische Kliniken sind keine geschlossenen Psychiatrien, in denen Menschen nicht ganz zurechnungsfähig/eingeschränkt geschäftsfähig sind.

Entlasst bitte Eure Partner nicht aus der Verantwortung für ihr Verhalten, Euch selber auch nicht aus der Verantwortung für Eure Partnerwahl und Eure eingeschränkte Fähigkeit, die Beziehung zu entwickeln. Sowas fällt nicht vom Himmel und nie ist einer allein an solchen Entwicklungen schuld.