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  • #31
Liebe Dianthus
Dieser Mann hat wohl durch sein Zu- und Absagen etwas tief in dir "getriggert" und - bam - war da die heftige emotionale Reaktion. Da war erst mal nicht mehr viel mit dem Verstand zu machen, du hast aber doch irgendwo gespürt, dass deine initiale Absicht "Kontakt abbrechen" ein wenig too much sein könnte.
Und dir entsprechend Rat geholt.
Dazu möchte ich dir gratulieren. Egal, was jetzt zwischen dir und dem Mann werden wird, so was ist doch schon mal ein therapeutischer Erfolg?
Ich will dir nicht zu nahe treten, aber von dem, was du schreibst, klingt wie etwas, das mir durchaus bekannt ist.. hoher Wunsch nach Liebe, extreme Angst vor'm Verlassenwerden - dazwischen extreme Höhen und Tiefen durchmachen müssen. Schwierige Erfahrungen, schwer das richtige Mass zu finden, Selbstwertprobleme.. lieg ich richtig?
Die gute Nachricht, du bist in Therapie, machst deinen Bachelor, ergo bist du jung, gebildet und selbst reflektiert. Du kannst und wirst dazu lernen.
Es hat jetzt nicht direkt mit Dating zu tun, aber mir hat in meiner Persönlichkeitsentwicklung geholfen, mich mit der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg zu befassen. Und zwar habe ich nicht nur irgendwelche simplifizierten Wolf- und Giraffen Comics gelesen. Die gehen nicht wirklich in die Tiefe. Ein wunderbares Buch, das ich für die Gestaltung aller (!) Beziehungen hilfreich finde, ist das Originalwerk von ihm. Oder dann das Buch "Wut, Schuld und Scham" von Liv Larsson.
Wenn jemand mich heute mit seinem Verhalten "triggert", bin ich klug und warte erst mal, bis ich wieder einen klaren Kopf habe. Ich frage mich, was habe ich beobachtet? Was fühle ich? Was wünsche ich mir? Und bleibe bei der Sache, statt zum destruktiven Rundumschlag auszuholen (oder, was ich noch öfter gemacht habe, einfach nichts zu sagen und still zu leiden).
 
  • #32
Ich bin zwar gerade auch dabei meine Freundschaften wieder zu intensivieren, was doch auch sehr schön ist. Aber Freundschaften haben eine andere Rahmung.
Missbrauch der anderen ist schon hart.
Ich weiss, aber manchmal kann man nur so das Gegenüber erreichen. Du bist psychisch nicht stabil und hast einige Baustellen
Du weiss es, dein Gegenüber nicht. Er ist für dich ein Sparringpartner, der eurin deiner Therapie weiter helfen soll. Das finde ich unfair und auch gefährlich, weil wir hier täglich von solchen toxischen Beziehungen lesen, wenn jemand sich nicht richtig einlassen kann oder will und man entweder lange Zeit vergeudet oder/und es hinterlässt auch Spuren, so dass der Andere dann auch lange braucht, um sich davon zu erholen.
Insofern, auch wenn ich dich in gewisser Weise verstehe, lass es gut sein. Ich war mit solchem Problemfall zusammen und das hat mir nicht gut getan. Nicht gut getan ist noch Untertreibung. Was passiert, wenn du dich doch einlässt und ihr Kinder bekommt? Ich hatte selber eigene Baustellen abgesehen von meinem Ex und muss sagen, dass es dauert, bis alles verarbeitet ist und man sich selbst auf die anderen loslassen kann.
 
  • #33
Das ist eine sehr interessante Diskussion und ich denke, dass deine Reaktion ein Symptom für deine Angststörung ist. Du fühlst dich abgelehnt, in der Priorität bist Du im Moment nicht die Nummer 1 und das stört dich. Es füllt sich nach Verlustangst an. Normalerweise hast du immer Ersatz für solche Fälle aber diesmal möchtest du durchhalten und nicht bei einem anderen anklopfen. Ich bin zwar keine Therapeutin aber mir scheint, dass es eine gute Strategie ist. Geduld ausüben kann man sich antrainieren. Es geht nur um einen einzigen Tag und du kannst es aushalten. In solchen Fällen gehe ich immer spazieren oder joggen. Es müsste mindestens eine Stunde sein und zwar ein schnelles Laufen und danach nach Hause kommen, duschen etwas gutes essen und dann schlafen. Morgen ist ein neuer Tag, wo du die Zeit gut durchorganisieren kannst und so vergeht diese Zeit ganz schnell. Das ist die hart erprobte lavieestbelle Strategie, um die Verlustangst zu besiegen, die ich dir sehr gerne mitgeben möchte 😊.
 
  • #34
Monogam ist es, weil ich nicht mit anderen schlafen kann (ich habe so absolut keine Lust darauf). Ich mag ihn wirklich sehr und will eben keine anderen Kontakte.
Das kenne ich irgendwo her .... nämlich von mir. Und ich gebe zu - etwas irritiert von mir war und bin ich auch.
Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung gebe ich dir gerne Rat. Lass es einfach entspannt auf dich zukommen. Nicht alles hinterfragen. Es ist so - bei mir hält das seit 2, 5 Jahren. Und glaube mir - du versäumst genau nichts, weil du nichts versäumen willst.
Zum verschobenen Date - hinter jedem Wunsch steckt auch eine Motivation. Welche ? Meist mehrere zusammen. Hier vielleicht - ich möchte entspannt Zeit für die niedliche @Dianthus haben - weil ich mich sehr auf den Tag / Abend mit ihr freue. Darum will ich heute meine Steuererklärung fertig machen und kann morgen ganz entspannt den Tag mit ihr geniessen. Das wäre eine mögliche Interpretation. Dass du ihm geschrieben hast - kein Thema. Er weiss nun, dass er dir auch wichtig ist.
Überleg mal selbst - du fragst, ob er dich mit dem Wagen abholt. Motivation dahinter - du bist gerne mit ihm im Auto alleine, kannst diese Zeit sehr geniessen. Nebenmotivation - es ist bequem für dich, deine Frisur wird nicht vom Regen ruiniert, du kannst ein Glas Wein mehr trinken , du sparst Zeit ......
Das ist alles nicht schlimm - ein Geben und Nehmen.
Und genau diese Einstellung - entspannt, wohlwollend, lächelnd, aufmerksam, den Augenblick geniessend .... das meint dein Therapeut mit "freundlich sein".
Du hast 2 Möglichkeiten - annehmen, geniessen und glücklich sein - oder jedes Wort zu hinterfragen, angespannt und überspannt zu agieren und zu reagieren und im Endeffekt als Sauertopf mit Tränen zu enden.
Was möchtest du ?
Ich wünsche ein tolles Date ....
 
  • #35
Ich nochmal ;)

Jetzt waren wir heute verabredet und er hat mich gefragt ob wir uns nicht lieber morgen treffen können.
Dann war mein erster Gedanke "Sein Interesse nimmt ab, also kann ich jetzt die ganzen Kontakdaten löschen."
Ich habe ihm dann heute Abend mitgeteilt, dass ich verletzt und irritiert bin und nicht weiß wie ich damit umgehen soll.
Siehst Du, Dianthus, das ist der Klassiker Deiner Persönlichkeitsstörung.
Du reagierst geradezu allergisch auf jede ambivalente Situation im zwischenmenschlichen Bereich. Die Botschaft von ihm ist für Dich widersprüchlich, aber Du musst es in die schwarze oder in die weiße Schachtel packen.

Du hast die Situation nicht unter Kontrolle, hast einfach nicht die Zeit und die Ruhe die Dinge ruhig laufenzulassen und eine oder mehrere Nächte darüber zu schlafen. Die innere Spannung nimmt immer mehr zu, bis sie sich endlädt. In diesem Fall in einer Nachricht, die für uns "Normalos" emotional völlig überzogen rüberkommt und mich als Deinen Gegenüber schon unter Druck setzen würde. Da leuchten bei mir schon erste Lampen auf, wenn ich nicht weiß, dass Du ein B. bist. Du willst um jeden Preis eine Entscheidung. Und dann schmeisst Du alles hin zur Not.

Dein ewiges Kontrollverhalten wird dann zu abwehrenden Reaktionen auf der anderen Seite, die dann für Dich wieder als Bestätigung gelten, dass Du zu Recht misstrauisch warst.

Lerne also auszuhalten, wie andere hier schon richtig geschrieben haben.
Lerne Deine Spannungszustände auszuhalten ohne eine entscheidene Reaktion nach außen zu zeigen und natürlich bitte ohne svv.
 
  • #36
Ich sehe es nicht ganz so negativ. Immerhin hast du dich nach wohl längerer Zeit überhaupt mal auf jemanden eingelassen.
Mit Ambivalenzen müssen wir alle umgehen, unseren eigenen und denen der anderen.
Deine Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern, aber deine Gegenwart kannst du beeinflussen.
So hart es klingt, letztlich ist jeder für seine Gefühle selbst verantwortlich. Und jeder muss auch mal unangenehme Gefühle aushalten. Es gibt niemanden, der das nicht erlebt.
Und niemand ist perfekt. Es gibt diesen winzigen Moment zwischen Reiz und Reaktion. Das kann man üben, auch wenn es nicht immer gelingt.
Vielleicht kommt eines Tages der Moment, wo du jemanden absagen musst, weil du krank bist z.B.. Stell dir vor, der andere bricht daraufhin den Kontakt ab oder springt gleich mit der nöchsten Frau ins Bett.
Es gibt Möglichkeiten, mit den Spannungen um zu gehen. Lavieestbelle hat was vorgeschlagen. Bleib bei dir und konzentriere dich auf deine Möglichkeiten. Was du tun kannst für dich in dem Moment.
 
  • #37
@annie83
Nunja mein Selbstbild ist immens schlecht.
Mein Vater fand es immer ganz schlimm wenn ich mich hübsch gemacht habe und hat war sehr wütend wenn mir die Männer hinterhergeschaut haben. Ihm war es am liebsten wenn ich im Jogginganzug und ungeschminkt rumlaufe. Was ich dann auch jahrelang gemacht habe.
Mittlerweile trage ich was mir gefällt, aber ich kann Komplimente sehr schlecht aushalten. Denn mein inneres Bild sieht ja ein Kompliment als Folge meiner unangebrachten Schönheit. Also als Resultat meines fehlerhaften Verhaltens.

@realwoman
auch wenn mir deine Erfahrungen leid tun.
So täusche ich mein Gegenüber nicht, sicher habe ich schon einige Männer verletzt aber letztlich bin ich doch nicht verpflichtet eine Beziehung zu führen nur weil der Mann das will und kann.
Zudem können sich die Männer frei gegen mich entschieden.
Eine Täterinnenrolle mag ich mir nicht zuschreiben lassen.

@Kimi 48
Entladung der inneren Spannung trifft es gut. Ich sollte mich in solchen Momenten gar nicht melden, aber tagelanges Schweigen ist halt auch wieder schräg.
Vermutlich liegt mein kleiner Denkfehler darin, dass ich immer annehme wenn ich mir einfach nur selten melde und wenig kommuniziere keinen Druck aufbauen kann. Aber letztlich können auch kurze Botschaften hoch aufgeladen sein.

Meine Schwierigkeit liegt darin, dass ich nicht weiß was normale Reaktionen sind.
In Beziehungsdingen reagiere ich innerlich wie in Borderliner.

@Pfauenauge und @Lavieestbelle
Mir hilft das Reflektieren sehr viel.
Bzw. das bewusste Gedankenumlenken.
Ich sage mir einfach, das ich mich gut fühlen will.
Das ich jetzt nicht wieder meine Unfähigkeit nutzen soll um meinen Selbsthass zu füttern.
Als Ablenkung helfen tanzen&singen sehr gut, nur bin ich danach nicht weiter.

Mit dem Aushalten lernen habt ihr Recht. Die Akzeptanz das ich nicht vollkommen autonom bin ist für mich noch nicht so angekommen.
Jede Gefühlsregungen lässt mich meiner Verletzlich gewahr werden und ist für mich eine überdimensionale Bedrohung.
 
  • #38
Niemand ist vollkommen autonom. Wir bewegen uns alle in dem Feld zwischen abhängig und unabhängig.Wir sind Menschen, und damit verletzbar.
In Bezug auf unsere eigenen Reaktionen können wir selbst entscheiden, auch wenn das nicht immer gelingt. Was im Aussen passiert, können wir nur mehr oder weniger beeinflussen. Eine Möglichkeit, ist auch , die Gefühle wahrzunehmen, zu beobachten, ohne sie zu bewerten und ohne sich damit vollständig zu identifizieren.
Zu Meditieren. Lad dir die App 7Mind runter, z.B.
Nicht deine Gefühle sind die Bedrohung, sondern wie damit ungehst. Weder verdrängen noch sich reinsteigern, sondern akzeptieren, aber es auch nicht als das Einzige in diesem Moment ansehen.
Ja, für eine Dreijährige, die von ihrer Mutter verlassen wird, bricht die Welt zusamnen .
Du aber bist Erwachsen und kannst überleben. Schmerz, Zurückweisung kennen wir alle und müssen damit umgehen.
Dann gibt es auch die positiven Gefühle, woe sich auf etwas freuen usw.
Viktor Frankl hat die extreme Erfahrung des KZ überlebt, indem er nicht die Haltung seiner Umgebung angenommen hat. Seine Handlungsmöģlichkeiten waren beschränkt, doch seine innere Haltung und sein Verhalten ggü seiner Ungebung war seine Wahl.
Deine Eltern haben gehandelt, wie sie gehandelt haben . Das hat nichts mit dir persönlich zu tun, denn sie waren nicht fähig, ihre Rolle als Eltern auszufüllen.
 
  • #39
auch wenn mir deine Erfahrungen leid tun.
So täusche ich mein Gegenüber nicht, sicher habe ich schon einige Männer verletzt aber letztlich bin ich doch nicht verpflichtet eine Beziehung zu führen nur weil der Mann das will und kann.
Zudem können sich die Männer frei gegen mich entschieden.
Eine Täterinnenrolle mag ich mir nicht zuschreiben lassen.
Wir reden nicht von normalem Kennenlernen, wo du nach gewisser Zeit feststellt, es passt nicht. Bei dir gestaltet sich schon die Anbahnung problematisch. Wenn du sagst, Männer sind frei in ihren Entscheidungen, dann wissen sie mit Sicherheit von Anfang an, dass es dir sehr schwer fällt, sich auf jemanden einzulassen und du deswegen momentan Therapie machst?
Ich war sowohl als Täterin als auch Geschädigte, deswegen habe ich das Daten mehrere Jahre aufs Eis gelegt. Mir war aber bewusst, wo meine Punkte liegen. Bei dir habe ich aber das Gefühl, dass du versuchst herunter zu spielen und zu verharmlosen. Wenn du schon deine Dämonen rausholst und daran arbeiten willst, dann muss alles angeschaut werden, schonungslos und offen, ein bisschen Therapie geht nicht.
 
  • #40
Nochmal: wenn die Eltern das Kind schlecht behandeln, gibt das Kind sich die Schuld.
Sonst müsste es ja die Eltern, von denen es abhängig ist und die für das Kind wie Götter sind, belasten. Das geht aber nicht für das Kind, also belastet es sich selbst. Daher das schlechte Selbstbild und daher werden Zurückweisungen, Absagen wie eine Bestätigung für das schlechte Selbstbild genommen.
Was dein Vater über Sexualität denkt, ist jetzt, hier und heute für dich völlig irrelevant. Der hat seine eigenen Probleme, die er auf dich projiziert hat. Du hast dein eigenes Leben und kannst machen was du willst, musst eben selbst die Konsequenzen tragen. Gib deinen Eltern die Verantwortung für ihr Handeln zurück und leb dein Leben.
Niemand sonst kann es dür dich tun, und niemand sonst ist für deine Gefühle zuständig .
 
  • #41
Meine Schwierigkeit liegt darin, dass ich nicht weiß was normale Reaktionen sind.
In Beziehungsdingen reagiere ich innerlich wie in Borderliner.
Das kann ich nachvollziehen. Ich habe keine Borderline Persönlichkeitsstörung, weil ich nicht die Impulsivität einer Borderlinerin besitze und nicht im aussen "agiere", sozusagen.
Aber diese emotionalen Überreaktionen kenne ich natürlich auch. Daher denke ich, mach' dich da auch nicht runter, dass du so "abnormal" seist. Wir alle sind verletzlicher als üblich, wenn es um's Thema Liebe geht.
Jedenfalls viele Menschen, die ich kenne inklusive mir. Haben wohl keinen ganz so sicheren "Bindungsstil" abgekriegt und in der heutigen Dating-Szene wird man auch nicht so einfach sicherer und selbstbewusster. Man muss ja vieles auch einstecken können.
Denn mein inneres Bild sieht ja ein Kompliment als Folge meiner unangebrachten Schönheit. Also als Resultat meines fehlerhaften Verhaltens.
Du wurdest im Grunde genommen schwer beschämt durch deinen Vater. Deine Weiblichkeit, Schönheit war Anlass zum Ärger. Man darf die eigene Scham nicht unterschätzen in ihrer Destruktivität. Bei mir ist es jedenfalls so, dass Scham die zerstörerischste Emotion ist, mit der ich am schlechtesten umgehen kann. Vielleicht hilft es, die eigene Scham besser kennen zu lernen und einen Umgang damit zu finden?
 
  • #42
Wenn du sagst, Männer sind frei in ihren Entscheidungen, dann wissen sie mit Sicherheit von Anfang an, dass es dir sehr schwer fällt, sich auf jemanden einzulassen und du deswegen momentan Therapie machst?
Komm mal davon weg, alle schützen zu wollen.
Ja, die Männer sind frei - und die Frauen auch. Nein, man muss nicht alles sofort sagen. Dazu kommt, dass Warnungen a la "Ich bin übrigens nicht so schlimm wie die anderen Mädels es dir sagen werden - ich bin viel schlimmer" meist sowieso nur das Interesse anheizen.
Männer und Frauen müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich will nicht, dass V anfängt, mir alle möglichen Stolpersteine zu erklären .... ich werde schon rechtzeitig umfahren, was gefährlich werden könnte. Und umgekehrt.
Ich halte es für absolut falsch, durch zu viele Infos, die ja sowieso subjektiv eingefärbt sind , ein Bild von sich zu zeichnen. Nein, ich zeichne das Bild meiner Freundin - und sie zeichnet das von mir.
Ich kann Fehler suchen - dann finde ich diese. Ich kann aber auch nach positiven Ansätzen suchen - und finde diese dann auch. "Gerechtigkeit" ist subjektiv - und daher niemals vollkommen.
Dianthus macht es vollkommen richtig - sie passt nur nicht in dein Weltbild. Sie beweist so ganz nebenbei, dass Andreas und Tom eben doch wissen, über was sie schreiben. Es gibt Frauen, die einfach Sex haben wollen. Und es gibt die Männer dazu. Vielleicht ist nun der Mann da, der weitere Facetten von ihr zum Funkeln bringt.
Du, liebe realwoman, bist bestimmt eine super Frau für den richtigen Mann. Dennoch solltest du den Weg von Dianthus nicht verurteilen. Denn auch sie ist eine super Frau für den richtigen Mann.
Was ich als sehr positiv empfinde : Sie hat sich auf den Weg gemacht, hat sich Hilfe geholt. Ist offen dafür geworden, Glück zu empfinden. Das ist ganz schön viel. Und wesentlich mehr als viele andere erreicht haben. Zeig du deine Grösse und drücke ihr die Daumen .....
 
  • #43
Meine Schwierigkeit liegt darin, dass ich nicht weiß was normale Reaktionen sind.
Das wären dann ja aber nur Regeln, die Du befolgen würdest, um den anderen nicht zu verschrecken. Das eigentliche Problem ist doch, sich dahin zu entwickeln, entspannter z.B. darauf zu reagieren, wenn einer ein Treffen verschiebt, statt dass gleich das volle Programm abläuft mit "ich werde abgelehnt, ich muss hier weg, ich brauche Ersatz, um nicht das Gefühl zu haben, in einer Falle zu sitzen, oder, um mich zu bestätigen" oder noch anderes.
Dieses unbewusste Interpretieren und dann auf die Interpretation zu reagieren, statt darauf, was wirklich da ist, oder wenigstens für möglich zu halten, dass es anders ist, als Du gerade denkst, würde ich als das Problem sehen (das übrigens sehr viele Menschen haben, die sich für "normal" halten). Denn wenn Du hier entspannter wirst, wärst Du doch einen Schritt näher dran, "normal" zu reagieren, statt gleich verletzt zu sein.

Auch andere Menschen haben Probleme, die nichts mit Dir zu tun haben. Und das Schildern der eigenen Emotionen kann auch ein Egoding sein, weil man gleich will, dass der andere sich damit beschäftigt, einen zu verstehen, um dann so zu reagieren, dass man sich wieder beruhigen kann. Die Reaktion, die meiner Ansicht nach am meisten was bringt in so einer Situation, ist erstmal Zurücknahme des Dranges, irgendwas tun oder klären zu wollen oder gar, zurückschlagen zu wollen, und drüber nachzudenken, ob die Sicht, die man gerade hat, wirklich der Realität entsprechen MUSS. Sie kann, aber das stellt man ja nicht unbedingt fest, wenn man mit der Weltsicht rumläuft, dass jeder einen ablehnt oder jeder einem schaden will.
 
  • #44
Sorry, ich sehe in Dianthus nicht eine Frau, die einfach so Sex haben kann.
Ich sehe den Sex als Mittel zum Spannungsabbau, Leere zu füllen usw.
Sie hat während der Kennenlernphase mit diesem Mann mit einem anderen Mann geschlafen, um zu kompensieren, weil sie dachte, dieser Mann würde auch mit anderen schlafen. Weil sie lange nicht mehr Nähe zulassen konnte. Dazu gehörten wohl auch Verhältnisse mit gewalttätigen, stalkenden Männern. Von einer Wahlfreiheit habe ich da bisher nicht viel gesehen, eher ein Mittel zum Druckabbau.
Das ist typisch für Borderline. Borderline fällt auch nicht vom Himmel, sondern hängt mit missbräuchlichen, übergriffigen Verhalten der ersten Bezugspersonen zusamnen.
 
  • #45
Also ich habe keine Borderline-Störung, nur das inneren Empfinden eines Borderliners bei Beziehungsdingen. Meine PS ist eine andere.
Tatsächlich sehe ich aber mein Sexualverhalten als nicht pathologisch an.
Da es mir wirklich Spaß macht und ich im sexuellen sehr genau weiß was ich mag und was nicht und das auch kommuniziere.
Meine Grenzen werden dabei nicht verletzt.
Mit meiner einen Affäre hatte ich geschlafen, weil es vereinbart war und dieser Mann mir viel Freude bereiten kann.
Früher war es schwierig, da ich damals eben wirklich böse Männer getroffen habe. Aber mache ich schon seit mehr als 2 Jahren nicht mehr.

Ansonsten werde sehe ich es wie @Tom26 beim Kennenlernen muss ich nun wahrlich nicht all meine Päckchen auf den Tisch hauen. Erstens wäre mein gezeichnetes Bild viel schlechter als das reale und zweitens erlebt der Mann mich ja.
Zudem wird kein, nicht therapeutisch geschulter Mann, verstehen was ich ihm sagen würde.
Und den Wunsch nach Rettung tragen einige Männer mit sicher herum.
Ich habe über den Jahreswechsel 3 Monate mit einem Mitstipendiaten angebendelt. Er hat viel richtig gesehen und hatte ein ungemeines Engagement meine Lage zu verbessern.
Die Sache ist echt übel eskaliert.

@void hilfreiche Sicht!
 
  • #46
Komm mal davon weg, alle schützen zu wollen.
Ja, die Männer sind frei - und die Frauen auch. Nein, man muss nicht alles sofort sagen
Es geht nicht um Schutz, sondern darum, dass wenn Menschen relevante Infos gleich zu Beginn liefern, viele Beziehungen oder Anbahnungen gar nicht stattfinden würden. Die Zeit gibt einem niemand zurück. Bei FS geht es nicht darum, dass sie irgendwelche Charaktereigenschaften hat, die zu einem nicht passen und der andere wäre froh, wie zum Beispiel Schüchternheit oder besonders extrovertiert, sondern hier geht es um Verhalten, dass eine Beziehung an sich unmöglich oder mit viel Rücksicht seitens des Partners ermöglicht. Die FS hatte einen Unfall, ist gerade auf Reha, möchte aber bei dem Turnverein mitmachen, so als Beispiel. Da kann sie doch schlecht verheimlichen, dass sie vieles nicht kann und würde auch Unverständnis ernten, sollte es rauskommen.
Meine Schwierigkeit liegt darin, dass ich nicht weiß was normale Reaktionen sind.
In Beziehungsdingen reagiere ich innerlich wie in Borderliner.
Das ist Aussage von FS. Ich habe nicht gesagt, dass sie sich von den Menschen komplett zurückziehen soll, sondern dass sie kleine Schritte macht, dort, wo es keine so grosse Auswirkungen hat. Wenn sie einen Autounfall hätte und seitdem Panikattacken hat, ist es nicht ratsam, sie wieder an Steuern zu setzen, sondern sie soll zuerst Bahn fahren oder als Beifahrer sitzen, damit sie wieder das sichere Gefühl im Verkehrsmittel bekommt.
 
  • #47
Weil ich gestern keine Zeit hatte,
hätten wir uns erst heute getroffenen.

Was er nun wieder abgesagt hat.
Das zeigt das ich mit meinem Gefühl total richtig lag.
Er sagt zwar es hat nichts mit mir zu tun.
Ich würde ihm jetzt mitteilen das solche Absagen sehr wohl etwas mit mir zu tun haben.
Denn irgendwas würde ihn ja dann an meiner Anwesenheit stören.
Im Endeffekt schätzt er meine Zeit ja nicht wert und mich ebenso wenig.
 
  • #48
@realwoman
Mich würde interessieren wie du dir die Info-Übermittlung konkret vorstellst?

Bei einem geplanten ONS aus dem vielleicht mehr wird oder gar bei einem kennenlernen im universitâren Umfeld?

Für mich sprechen ein paar Punkte dagegen:
- zunächst sind meine Diagnosen was hoch privates, das geht einen quasifremden nichts an.
Zudem will ich nicht als wandelnde Diagnose gesehen werden, sondern als Mensch. Selbststigmatisierung trägt sicher nicht zur Stabilisierung meiner psychischen Konstitution bei.
- mit den Diagnosen kann ja niemand was anfangen, das sind Fachbegriffe die im Alltag mit mit Vorurteilen aber nicht Realitäten angefüllt sind.
- zudem wirke ich wahrlich harmlos. Den gesammelten Rückmeldungen nach wirke ich zunächst unschuldig, lieb, prüde und entspannt.
Jeder der Kerl die ich halbwegs aufgeklärt habe ist dann eben sehenden Auges in die Verletzung gerannt. Sie bringen meine Selbstbeschreibung nicht mit der Frau vor ihnen zusammen.
 
  • #49
Liebe Dianthus, wie wäre es wenn Dich das ungute Gefühl beschleicht, Informationen ein-/nachforderst, natürlich nicht mit Krawall, aber einfach mal fragen, Du ich habe mich auf das Treffen heute gefreut, was ist der Grund, warum du es verschieben willst? Mit der Antwort, fallen schon einmal ein Teil der Spekulationen weg. Und die Liebe wird nicht gleich weniger, nur weil einer ein Treffen absagt, es leider nicht pünktlich schafft und mich nicht Absicht warten lässt, er sich mal nicht wie verabredet meldet. Es liegt auch bei Dir Kontakt aufnehmen zu können und nachzufragen, warum, wieso und was los ist. Meist klärt sich vieles und man ist beruhigt. Und erst mit den Antworten entscheidest Du, ob Du den Kontakt abbrechen willst oder ihm glauben schenkst.
Und auch die Wortwahl anpassen... da du jetzt ihn toll findest, dass Du mit ihm dieses Experiment wagst, er sagt eure Verabredung nicht ab, verschiebt sie auf den nächsten Abend. Wenn Du die Information nimmst, geht es für ihn weiter, er will Dich sehen. Okay, man wäre enttäuscht und fragt nach warum er verschieben muss, oder wie @Lavieestbelle schrieb, okay, nicht heute, aber in 24 Stunden und solange gestalte ich mir meine Zeit anders sinnvoll und gehe laufen. Du sahst gleich, er liebt mich nicht mehr und das irritiert Dich und verletzt, und dann weiß man gar nicht wie man darauf reagieren soll, das waren deine Dämonen und so hast Du reagiert.
 
  • #50
Denn irgendwas würde ihn ja dann an meiner Anwesenheit stören.
Im Endeffekt schätzt er meine Zeit ja nicht wert und mich ebenso wenig.
Das wissen wir nicht. Wenn du deinen Selbstwert komplett von seiner Reaktion abhängig machst, bist du ihm ausgeliefert.


Den gesammelten Rückmeldungen nach wirke ich zunächst unschuldig, lieb, prüde und entspannt.
Ja, ich kann mir vorstellen, dass da so mancher ins Sabbern kommt. Authentisch ist das nicht, denn prüde bist du ja schon mal nicht. -Aber das kann manchen erst so richtig reizen. In dem Kombination mit dem anschliessenden Sex und dass du dem Mann klar machst, dass ausser Sex und Abhängen nichts läuft und du auch noch was mit anderen hast-kann ich mir wunderbar vorstellen, dass das so manchen in dem Wahnsinn treibt. Sie hängen schon drin in der Venusfliegenfalle.
Und nun ist da eben ein Mann, der nicht so will, wie du.
 
  • #51
Bei FS geht es nicht darum, dass sie irgendwelche Charaktereigenschaften hat, die zu einem nicht passen und der andere wäre froh, wie zum Beispiel Schüchternheit oder besonders extrovertiert, sondern hier geht es um Verhalten, dass eine Beziehung an sich unmöglich oder mit viel Rücksicht seitens des Partners ermöglicht.
Ist das wirklich so ?
Wir gehören beide auch zu den Menschen, die nicht immer einfach zu handeln sind. Egal in welchem Bereich. Daher verstehe ich nicht, warum du diesem Mädele nicht einräumen magst, dass es sich eine Chance erarbeitet.
Ich mag dich - auch gerade deswegen, weil du zu deinen Ansichten stehst und deine Meinung auch bei Gegenwind verteidigst. Ich mag Dianthus dafür, dass sie sich informiert, Hilfe holt und kämpft. Und ja, sie kommt voran. Auf ihrem Weg. Und irgendwo gibt es einen jungen Mann, der die Stärke hat, mit ihr zusammen zu sein und Glück zu empfinden . Soll sie den Kerle selbst vertreiben ? Erkenne es doch an - sie ist eine Kämpferin. Wie du auch. Das ist selten geworden. Schau dir Lionne oder Frei an - die beiden hatten auch ihr Päckchen zu tragen. Und sind selbstbewusste Frauen geworden - weil sie ihren Kampf im Endeffekt gewonnen haben. Vielleicht liegt es an mir - mir ist ein Kämpfer immer lieber als ein Jammerlappen. Mir ist das ganze politisch korrekte Gewinsel und Gejammer derart zuwider. Wie erfrischend ist da jemand mit Mut, eigene Fehler zuzugeben, um Rat zu fragen und dann auch noch umzusetzen, was er oder sie gelernt hat ? Nicht auf eine "Gesellschaft" zu warten - sondern Eigenverantwortung zu übernehmen.
Dir gefällt ihr Umgang mit Sex nicht. Ok, dein Recht. Sie möchte auch etwas ändern - und fragt. Will lernen, was das ausmacht, was sie bisher nie erlebt hat. Die Fragen sind manchmal etwas holprig. Na und ? Sie braucht neben Schilderungen zu ihren Fragen auch ein wenig Zuspruch. Runtergemacht wurde sie jahrelang.
Es gibt einen Mann, der sie persönlich kennt und sie kennen lernen mag. Auch das ist schon viel mehr als so manches "Klageweib" je erreichen wird.
 
  • #52
Bei einem geplanten ONS aus dem vielleicht mehr wird oder gar bei einem kennenlernen im universitâren Umfeld?
Nein. Wenn du dir was Ernsthafteres vorstellen kannst und der andere auch und wenn man sich schon etwas besser kennt.
Du würdest vielleicht auch wissen wollen, wenn dein Partner ADHS hat, bipolar ist oder whatever. Meine Meinung dazu.
Was sagt dein Therapeut dazu, wie du damit umgehen kannst?

Einen guten Überblick über die Mechanismen von Beziehungen kann dieses Buch geben:

Hemschemeier, Der Liebescode.
 
  • #53
@Pfauenauge

Mein Therapeut meint ich soll halt sagen, dass ich schüchtern und sehr unsicher bin.
Mehr nicht, denn wie soll ein Laie mit meinen Diagnosen umgehen?
Wie würdest du mit sowas umgehen?
Googeln und Freunde fragen?
Und wer hat schon Lust jemanden mit meinen "Diagnosen" kennenzulernen.


Ich habe ja keine handelsübliche Depression, sondern eine PS mit diversen Komorbidiäten.
Zudem habe wirklich einige Männer Helferimpulse und das wird dann sehr unangenehmen, weil sie in jedem Fall scheitern (wie schon erwähnt).
Der Stipendiat meinte es sei sehr schlimm für ihn sich mir nähern zu wolllen und zugleich meine Angst zu sehen. Er hat sehr viel richtig erkannt, aber konnte damit emotional gar nicht umgehen. Hat ständig neue Therapiemöglichkeiten gesucht und war total in seinem Retterfilm.
Am Schluss ist er durchgedreht und hat ständig irgendwelche Psychospiele versucht und mich wirklich übel angegriffen. Wenn ich darauf nur ansatzweise eingestiegen wäre hätte das eine komplette Eskalation bedeutet.
Das war meine Erfahrung mit einem offeneren Umgang.
Das hilft niemandem.

Ne, das mag ich tatsächlich nicht wissen. Ich sehe ja wie mein Gegenüber sich verhält. Dafür brauche ich keine Diagnose. Denn meistens erkenne ich psychische Auffälligkeiten sehr schnell und kann sie passend einordnen.

Authentisch ist das nicht, denn prüde bist du ja schon mal nicht
Früher habe ich eher offenherzigere Kleidung getragen, aber dadurch kommen dann doch sehr viele offensive Angebote.
Durch meinen bedeckten Kleidungsstil habe ich einen Schutzraum. Ich kann frei entscheiden wie weit ich gehen mag und locke den Mann nicht mit sexuellen Reizen.


@Tom26
Schöne Worte!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #54
Mich würde interessieren wie du dir die Info-Übermittlung konkret vorstellst?
Gar nicht. Du stellst das Dating ein, bis du aus der Therapie raus bist. Du würdest selber wohl kaum einen Mann daten, der mit Krücken ankommt oder nicht alles essen kann, weil er frische. Magen OP hatte. Oder gerade arbeitssuchend oder mitten im Umzug. Ich verstehe nicht, warum man nicht einen Schritt nach dem anderen mag und alles sofort haben will.

zudem wirke ich wahrlich harmlos. Den gesammelten Rückmeldungen nach wirke ich zunächst unschuldig, lieb, prüde und entspannt.
Jeder der Kerl die ich halbwegs aufgeklärt habe ist dann eben sehenden Auges in die Verletzung gerannt. Sie bringen meine Selbstbeschreibung nicht mit der Frau vor ihnen zusammen.
OK, ich würde sagen, gestörte Selbstwahrnehmung und kein authentisches Verhalten. Du stehst nicht zu dem, wer du bist. Weiss du , WER du bist? Wie kann das sein, dass du fast gegensätzlich rüberkommst, als du bist? Ich nehme an, du datest keine Idioten, die nicht in der Lage sind, ihr Gegenüber einzuschätzen.
Daher verstehe ich nicht, warum du diesem Mädele nicht einräumen magst, dass es sich eine Chance erarbeitet
Weil sie selber sagt, dass sie nicht weiss, was normale Reaktionen sind und sie was vom Borderline hat. Tom, noch mal, hier geht es nicht um Charaktereigenschaften, sondern um Nichtvorhanden eines Charakters, weil die FS traumatisiert ist und ihre Persönlichkeit erst erarbeiten muss. Natürlich ist es ein lebenslanger Prozess aber wenigstens soweit, dass sie halbwegs normalen Umgang haben kann, ohne sofort in ihre Muster zu verfallen. Wen deine V. frisch von der Fahrschule ist oder allgemein schlechter Fahrer ist, würdest du ihr deinen heissgeliebten Oldtimer geben? Ich komme selber aus destruktiver Beziehung und weiss aus eigener Erfahrung, was Menschen mit psychischen Problemen anrichten können. Vielleicht reagiere ich übertrieben, aber auch weil ich selber Geschädigte bin und selber nach der Trennung Therapie gebraucht habe. Ich versuche der FS, die leider etwas beratungresistent zu sein scheint, zu vermitteln, was solches Verhalten beim Gegenüber anrichtet. Sie glaubt ein Recht auf Beziehung zu haben und meint, egoistisch ihren Wunsch durchsetzen zu können, nach dem Motto, selber schuld, wer sich mit mir einlässt. Sie denkt auch nicht daran, dass solche von ihr traumatisierte Männer für nachfolgende Frauen nicht immer zu gebrauchen sind. Sie hätte eigentlich von allein draufkommen können, dass es noch zu früh ist, ist sie nicht. Entweder weil die Wahrnehmung nicht ausreichend ist oder aus Egoismus. Ich bin gern die Buhfrau. FS wollte eine Meinung, hier ist meine. Sie soll überlegen, warum die sie auf die Palme bringt. Vielleicht , weil ich doch recht habe?
 
  • #55
@realwoman
- mit den Diagnosen kann ja niemand was anfangen, das sind Fachbegriffe die im Alltag mit mit Vorurteilen aber nicht Realitäten angefüllt sind.
Jeder der Kerl die ich halbwegs aufgeklärt habe ist dann eben sehenden Auges in die Verletzung gerannt. Sie bringen meine Selbstbeschreibung nicht mit der Frau vor ihnen zusammen.
Liebe FSin ich gebe Dir recht, die Diagnose hilft keinem, nur deinem Therapeuten, eine Privatperson kann damit wenig anfangen, weil es unterschiedliche Ausprägungen, Abstufungen, Toleranzen, Dynamiken gibt, dennoch wenn Du eine Beziehung willst und Du weißt, dass Du anders bist, braucht gerade der Mann, welcher ebenso eine Beziehung mit Dir eingehen will, Feedback und somit Rüstzeug mit Dir umzugehen. Du müsstest ihm schon sagen, was seine Handlungen in Dir auslösen und was Du fühlst. Du bist enttäuscht, weil..., Du bist wütend/angespannt, weil..., Du fühlst Dich ungeliebt, weil...
Der andere kann, dann mit der Begründung was anfangen. Wenn Du mal schlechte Laune hast, weil der Tag nicht gut verlief, sollte er es wissen, warum Du auf dem Emotionslevel bist, sonst bezieht er es auf sich und zieht mitunter falsche Rückschlüsse. Wenn er der Grund ist, dann sollte er es auch wissen. Aber nicht kurz und pampig, sondern das er die Dianthus versteht und du setzt dich mit der Ursache dieses Gefühls auseinander, was da hochkocht.
Wenn jemand über die Gefühle Bescheid weiß und auch merkt, wo liegen die Grenzen bei einem, der wunde Punkt oder wo liegt das Problem, kann der andere auch darauf einlassen und reagieren, nun gut wenn er es will, oder es auch sein lassen. Wenn Du ihm wichtig bist, denkt er auch darüber nach oder gibt dir ein Feedback. Ich bin so und ich verhalte mich jetzt so, weil ich die Diagnose habe, hilft nicht ausreichend.
So vertiefend brauchst Du es ihm gar nicht sagen, mit ich bin enttäuscht weil Du das Treffen verschiebst, ich fühle mich nicht als Priorität für Dich, weil das Date schon zum 2. Mal verschoben wurde, machst Du in meinen Augen richtig. Nur wenn dann die Frage warum auftaucht, das ist womit Du Dich beschäftigst, dass geht tiefer und beruht auf schlechte Gefühle, Erfahrungen, hohe Erwartungen und eigene Ansprüche. Auch das Du Situationen kontrollieren willst und deshalb bestimmen möchtest, wie etwas zu laufen hat. Darüber kann man dann reden, wenn der Mann es will. Ich habe auch schon gemerkt, manch einer denkt, zu kompliziert, zu anstrengend und Tschüss. Das gehört zum Leben dazu. Aber manches Verhalten und Worte kann man dann besser verstehen, manches versteht man zwar, aber will es dennoch nicht. Nur wenn es einen interessiert und einem wichtig, fragt man nach, macht man bei einer Wohnungsbesichtigung, bei Kreditaufnahme, bei Autokauf, etc. ja auch.
 
  • #56
Das musst du letztlich selber wissen, was du sagst und was nicht. Ich denke, wenn sich die Persönlichkeitsstörung stark auf dein Leben/ dein Verhalten in Beziehungen auswirkt, wird es eh nicht verborgen bleiben.

Du Wahrscheinlichkeit ist gross, dass du ebenfalls jemanden mit Baustellen anziehst, z.B. Helfersyndrom. Oder jemanden, der noch weniger Nähe möchte und dem du dann hinterherennen kannst.

Wie würdest du mit sowas umgehen?
Googeln und Freunde fragen?
Ich würde mir gut überlegen, ob ich das Kennenlernen fortsetzen möchte, und wie es mir bisher im Umgang mit der Person ergangen ist, wenn es z.b. aprupte Rückzüge gegeben hat, und ob ich damit leben will.
Ich würde fragen, ob die betreffende Person Verantwortung übernimmt und (Gruppen-)Therapie macht beispielsweise.

Der Stipendiat meinte es sei sehr schlimm für ihn sich mir nähern zu wolllen und zugleich meine Angst zu sehen. Er
Er hat sich ja trotzdem auf dich eingelassen.
Wobei hierfür mich vermutlich schon Schluss wäre, mich auf jemanden einzulassen, der gleichzeitig erkennbar Angst hat unabhängig von Diagnosen.
 
  • #57
Mein Therapeut meint ich soll halt sagen, dass ich schüchtern und sehr unsicher bin.
Bei mir führt das zur Verwirrung. Mit einer schüchternen und unsicheren Person verbinde ich eben keine Person, die unbekannte Männer im Wald datet, wie du in einem anderen Thread schreibst, weil die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht sehr gering sei.

Und ja, wenn mir jemand trotz längerem Kennenlernen nicht sagen würde, dass er wegen einer Persönlichkeitsstörung und diverser Komobiditäten in therapeutischer Behandlung ist, würde ich an der Grundlage einer Beziehung zweifeln, damit meine ich nicht die ersten Wochen, sondern die ersten Monate.
 
  • #58
ich jetzt nicht wieder meine Unfähigkeit nutzen soll um meinen Selbsthass zu füttern.
Als Ablenkung helfen tanzen&singen sehr gut, nur bin ich danach nicht weiter.
Liebe FS, worauf beruht sich dein Selbsthass? Hast Du schon mal darüber nachgedacht? Bei der Diskussion ist auch das Wort Borderline gefallen. Ist es eine Selbstdiagnose oder haben die Ärzte dir es gesagt? Welche Therapie hat dir deinen Arzt empfohlen? Hast du darüber nachgedacht eine Weile die Partnersuche zu pausieren?
 
  • #59
Meine Sachen sind nicht heilbar, das ist dir bewusst oder?
Ebenso wie das ich bald meine 9 Jahre Therapie voll habe?
Meine PS kann ebenso wenig wie meine Sozialphobie ohne den Kontakt zu anderen Menschen nicht gemildert werden.
Ich gebe mir Mühe meine sozialen Fähigkeiten zu evolvieren. Mir fehlen bestimmte Kompetenzen aber ich suche diese zu erlenen.
Ich bin offen für Rückmeldungen und versuche daraus zu lernen.
Dennoch habe ich schon sehr viel gelernt.

Natürlich passt es mir nicht, wenn du meine persönliche Entfaltung unter das Kollektivwohl einordnen willst. Zu Gunsten etwaiger Partner und deren nachfolgenden Freundinnen soll ich niemanden mehr treffen.
Hat was von verteufeln (bzw. Diskriminierung seelisch behinderter Menschen). Ich opfere mein Bedürfnis nach Nähe zu Gunsten der Allgemeinheit?
Letztlich sind es ja sie Männer die den Kontakt suchen. Ich unterbinden diesen nur nicht.
Zudem finde ich es bei deiner Sicht schade, das jedweder guter Anteil den ich habe negiert wird.
Ich bin im Gespräch zugewandt, interessiere mich für mein Gegenüber und höre daher aufmerksam zu, bin relativ kultiviert und bin eigentlich sehr unkompliziert (betreffend der äußeren Umstände).

Naja, da ich Fremdwahrnehmungen geschildert habe, kann es ja keine gestörte Selbstwahrnehmung sein.
Und die Männer die ich Date sind häufig beruflich sehr erfolgreiche Männer (Hohes Management im Großkonzern, Chefärzte) aber auch Studenten. Also keine totale Idioten.
Aber ich überlege mir vorher gerne was der Mann gerne Unternehmen mag und welche Kleidung ihm gefallen wird.
 
  • #60
mit den Diagnosen kann ja niemand was anfangen, das sind Fachbegriffe die im Alltag mit mit Vorurteilen aber nicht Realitäten angefüllt sind.
Tatsächlich? Du weisst nicht welches Vorwissen jemand hat. Dann kannst du ja erklären, wie sich das bei dir auswirkt, falls es derjenige nicht schon selbst generkt hat. Etwas anmaßend, dem anderen wesentliche Informationen mit der Begründung vorzuenthalten, dass er es eh nicht verstehen würde. Damit wärst du bei mir raus .
 
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