• #1

Übergangsfrau oder große Liebe?

Hallo, liebe Mitschreiber,

da ich schon öfter gelesen habe, dass gerade getrennte Männer bzw. Männer, die sich aus ihrer Beziehung lösen wollen und nur auf einen "Puffer" dafür zu warten scheinen, ihre nächste Frau nur als Übergangsfrau sehen (können), wollte ich euch fragen:

Gibt es überhaupt Beziehungen, die so entstanden sind, dass sich ein gebundener Mann in eine Frau verliebt hat und diese NICHT die Übergangsfrau war, nicht Ersatz für die Exfrau war (anscheinend wollen viele, dass sich die neue Partnerin so verhält, wie die Ex es hätte tun sollen, wenn sie perfekt gewesen wäre UND gleichzeitig soll die neue Partnerin all das Angenehme, was die Ex bot, genauso erfüllen) und nicht irgendwann fallengelassen wurde für eine neue, "richtige" Partnerin, mit der Mann ein neues Leben anfängt, wenn er die Exbeziehung endlich aufgearbeitet hat?

Es scheint logisch, dass es so sein muss: Der Mann hat seine vergangene Beziehung aufzuarbeiten und die Übergangsfrau macht es ihm leicht, weil er dabei nicht einsam sein muss, sondern dosiert für sein Sex-Nähe-Distanz-Kuschel-Pseudopartnerin-Programm eine "Dumme Verliebte" gefunden hat - bis er seine endgültigen neuen Bedürfnisse in der Partnerschaft kennt, die Übergangsfrau ihren "Dienst" getan hat und anstrengend wird mit ihren "komischen Bedürfnissen" und überhaupt an alles erinnert, was er für ein neues Leben nicht braucht.

Es gibt auch männliche Übergangspartner. Deren Antworten und Erfahrungen sind natürlich genauso willkommen, ebenso wie die von denen, die erkannt haben, dass sie mal jemanden zum Übergangspartner gemacht haben. :)

Vielen Dank schonmal.
 
G

Gast

  • #2
Ja, mein ex hat mich nach 22 Jahren verlassen. Das ist jetzt 2,5 Jahre her und er hat mit der neuen ein Kind von einem Jahr und sie eben geheiratet. Gibt's.
 
  • #3
Da gibt es nichts zu rätseln.
Eine Übergangsfrau ist immer diejenige, mit denen ein Mann Sex hat aber nicht mehr, weder zusammenzieht, noch Zukunftspläne schmiedet und von Heirat etc. ganz weit weg ist.

Obendrein gibt es natürlich eine EX, der er ewig nachhängt.
Die Ex, die ihn meist fallen gelassen hat und er nun andere Frauen braucht um zu zeigen, ich bin doch wer....oder??

Allerdings ist ein Mann, der außer Sex nichts zustande bringt und die EX ablenkungstechnisch nur verdrängen aber nicht vergessen kann niemals ein charakterstarker und potentieller Partner für eine veranwortungsvolle und stabile Beziehung - für den Alltag versteht sich.

Diese Männer wurden zurecht verlassen und sind im Grunde außer für Affären absolut für nichts zu gebrauchen.

Frauen die gutgläubig sind und einsam und bedürftig fallen dennoch auf diese Jammertiraden männlicher Art rein - bis zum Austausch.

Im Grunde sind sich beide ähnlich, er wurde verlassen und will seiner EX zeigen wie "begehrt" er ist (lächerlich) und sie ist schon länger auf Suche, ist gerade dabei ihre Ansprüche runterzuschrauben und trifft auf ein Übergangsfrau-EX-Rache-Egopush-Exemplar.
 
  • #4
Ich kenne einen Warmwechsler, bei dem es gut ging.

Beziehung zur Ehefrau schon länger schlecht.
Die trennte sich von ihm.
Der Mann tröstete sich mit einer Freundin des Hauses.
Nach einer Woche verkündeten sie offiziell, dass sie nun zusammen wären. Eine Woche, nachdem der Mann erfahren hatte, dass er wieder single sei !

Die neue Freundin hatte drei Kinder, der Mann zwei Kinder.
Er zog direkt bei ihr und den drei Kindern ein, seine beiden Kinder blieben bei der Mutter in der Ehewohnung.
Das neue Paar heiratete, kaum dass die Scheidung durch war und sie sind heute, nach ca. 10 Jahren immer noch zusammen.

Also ja, das gibt es.
Aber was nützt dir das ? Das ist halt die Ausnahme von der Regel.

w 48
 
  • #5
Viele Frauen rutschen unbeabsichtigt in die Falle "Übergangsfrau", wenn sie auf der Suche nach einem Partner sind. Sie lernen einen Mann kennen, der ihnen Avancen macht und sie glauben lässt, dass er ebenfalls eine Beziehung möchte. Und dann, nachdem man sich näher gekommen ist und intim war, rückt er peu à peu damit raus, dass er noch verlobt, verheiratet oder liiert ist, sich aber trennen will oder gerade frisch getrennt ist und erst mal zu sich selbst finden muss und sich deshalb vorerst nicht fest binden kann.
Inzwischen ist die Frau verliebt und will ihm glauben, bleibt also bei ihm und wird zur Übergangsfrau, zur Affäre. Oder wird kurzfristig abgeschoben, weil er sich noch nicht festlegen will/ kann.

Eine Frau, die immer nur ihrem Gefühl folgt, ist also leichte Beute für einen Mann dieser Couleur und wird immer wieder auf ihn hereinfallen. Das erinnert mich an die jungen Mädchen, von denen aktuell viel die Rede ist. Schülerinnen zwischen 13 und 16, die scharenweise auf sogenannte "Loverboys" reinfallen, die sie anmachen und dann für ihre Zwecke ausnutzen.

Eine erwachsene Frau, die ernsthaft auf der Suche nach einem Mann für eine langfristige Beziehung ist, sollte diese nicht mit dem blinden Vertrauen einer Schülerin angehen und sich nur von ihrem Gefühl leiten lassen, sondern auch ihren Kopf einschalten.
 
  • #6
Wie man hier auch sehr oft lesen kann, kommt Sex immer gleich nach den ersten Treffen, zu einem Zeitpunkt also, wo man noch nicht viel über einen Mann wissen - und allenfalls glauben kann, was er einem erzählt. Verifizieren lassen sich seine Angaben aber erst, wenn man sich Zeit nimmt und einen Mann erst mal richtig kennenlernt, bevor man sich sexuell mit ihm einlässt. Sein Umfeld, seine Freunde, seine Familie, seinen Charakter, seine Vorlieben und Interessen, seine Einstellungen und inneren Überzeugungen und inwieweit diese mit den eigenen übereinstimmen. Im Prinzip suchen wir alle nach jemandem, der uns ähnlich ist, weil nur dann eine Beziehung auf Dauer funktionieren kann. Außerdem ist interessant zu sehen, wie er in seinem gewohnten Umfeld agiert und wie er mit anderen umgeht. All das lässt auf die Persönlichkeit eines Mannes schließen und darauf, ob er es ernst meint oder nicht.

Trifft man sich dagegen nur zum Waldspaziergang, im Hotel, im Restaurant oder in ihrer oder seiner Wohnung, wo man dann Sex hat und das war's, dann wird auch sonst nicht mehr viel passieren, bis er sich eines Tages verabschiedet oder - wie man das hier im Forum öfter lesen kann - einfach nichts mehr von sich hören lässt.

Es gibt diese alten Weisheiten wie, "gut Ding will Weile haben" oder "Gleich und Gleich gesellt sich gern", die auch heute noch Gültigkeit haben. Es kann nie schaden, wenn man sich - auch in unserer schnelllebigen Zeit - hin und wieder darauf besinnt ... besonders dann, wenn es um eine so wichtige Sache geht, wie den Mann für's Leben zu finden. Den Mann, der es wert ist.
 
  • #7
Dieser Wirrwarr den man hier liest kannste echt vergessen! Ich rate Jedem, wenn eine Beziehung zu Ende ist, erst mal 1-2 Jahre alleine zu leben, um sich zu besinnen, zu reflektieren, zu analysieren und sich zu fragen, was man wirklich möchte und was man nicht mehr möchte! Von Warmwechsler halte ich nichts! Ansonsten kommt man von der Traufe in den Regen!
 
G

Gast

  • #8
Ich finde das doch ganz normal, auch als Frau! Jeder Mensch hat eine Vergangenheit und jemanden, an dem er hängt (emotional, sexuell). Ich finde es naiv, zu denken, da ist nichts. Das geht wohl nur als Nonne oder Mönch.
 
  • #9
Da fallen mir nur zwei Worte ein: weibliche Projektion.

Ich hatte nie eine Übergangsfrau und werde auch keine haben.
Entweder war die Neue besser als die Ex und es scheiterte trotzdem.
Oder es war klar, die Neue und ich haben keine Beziehung.
 
  • #10
Ich glaube das Warmwechseln zur nächsten Beziehung ist genau so häufig, einfach ein Wechsel in eine andere langfristige. Und ich denke, insbesondere Männer wenn sie sich trennen haben schon vorher aufgearbeitet, da ist das Verbalisieren der Trennung der allerletzte Schritt, die brauchen dann keine Übergangsfrau.
Sind meine Theorien dazu.
 
N

nachdenkliche

  • #11
Ja, das war mit meinem geschiedenen Mann auch so. Er hat mit 2 Frauen jahrelang zwar nacheinander was gehabt und dachte, ich weiß nichts davon, aber Irrtum! Habs rausbekommen weil ich eine erfolgreiche"Schnüfflerin" bin/war und er einfach zu dumm. Mit der zweiten Frau hat er eine Tochter, hat geheiratet, Haus, tolle Reisen..usw. Jetzt ist alles den Bach hinunter und er heult mir die Ohren voll :) ich war damals schon froh, ihn los zu sein, jetzt erst recht. Tja so ist das mit der Treue und dem Schnüffeln:)
 
  • #12
FS
Vielen Dank für eure Antworten.
Mit mir selber habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass ich Zeit brauche nach der Trennung. Bei mir ist es zwei Jahre her und ich habe zwar keinerlei Bedürfnisse und Wehmut, was die alte Beziehung angeht, aber bin gerade sehr glücklich als Single, dh. vielleicht gar nicht bereit für eine neue Beziehung. Das weiß ich nicht genau, zumindest merke ich bei mir den Wunsch, es ganz vorsichtig angehen zu lassen, falls ich mich verliebe. (bzw. ich hatte mich verliebt und dachte "Stopp. Irgendwie bin ich nicht bereit. Es würde zu schnell gehen, wenn es ginge")

Ja, was nützt das... Ich habe ja nur meine Erfahrung und die ist so, dass ich nicht sofort wieder in eine Beziehung gehen kann, weil ich es aufarbeiten muss, was da so passiert ist und warum.
Ich frage mich, ob es bei jedem so ist, und wenn nicht, warum nicht.

Meine bisherige Erkenntnis ist, dass Warmwechsler nicht über ihre Beziehungen nachdenken und einfach "machen". Sie arbeiten ihren Kram mit dem nächsten auf und reflektieren eventuell dabei, statt allein im Kämmerlein.
Ich frage mich auch, ob Menschen in einer Beziehung, die schon erkaltet ist für x Jahre, während dieser Zeit irgendwas aufarbeiten können und einen Abschluss mit dieser Beziehung machen. Für mich geht das irgendwie nicht, weil man noch ein Paar ist, aber wer weiß, wie das für andere ist.

Sie lernen einen Mann kennen, der ihnen Avancen macht und sie glauben lässt, dass er ebenfalls eine Beziehung möchte.
Genau davor hätte ich Angst, dass ich das nicht mitkriege und dieses Interesse und Verliebtsein wirklich auf mich beziehe, obwohl es nicht um mich geht. Man kann es ja gegebenenfalls nur riskieren, also was soll's. Aber es wäre gut, wenn man so viele Anzeichen wie möglich erkennen könnte, um sich Kummer zu ersparen.
 
A

Ars_Vivendi

  • #13
Ich halte für mich gar nichts von "Warmwechseln". Wenn ich mich trenne, habe ich eine ganze Weile vorher schon versucht, die Beziehung wieder ins Lot zu bringen und diesen Schritt gut überlegt. Von dieser Last erhole ich mich am besten, indem ich eine Weile alleine bin, für mich selbst das Leben geniesse und glücklich bin. Nach einer Weile habe ich dann wieder Lust auf eine Partnerschaft und bin offen dafür.
Vielleicht geht es anderen Männern anders, aber ich ziehe es vor, mich dann zu trennen, wenn es für mich gut ist und nicht, wenn gerade eine attraktive Frau "vorbeiläuft". Noch undenkbarer sind für mich längere Affären, die dann in eine Beziehung münden.

Aus meiner Sicht ist es ein reiner Frauentraum, sich auf einen vergebenen Mann einzulassen und darauf zu hoffen, dass daraus eine tolle Beziehung wird. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, dass die Frau dann gut für Sex ist, aber nicht für mehr.
 
  • #14
Hi void,

eigentlich bist Du überwiegend ein feiner Kerl mit Deinen Antworten, ;) aber hier stösst Du meiner Meinung nach voreilig in das Horn der Schwarz/Weiß-Sehen und Punktsetzer und stimmst unberechtigter Weise in ihren Kanon mit ein.

Darum, wieder einmal, meine, andere, Sicht der Dinge:

Bald nähert sich der 3. Jahrestag meiner Trennung, meines Verlassenwerdens, und der 1. Jahrestag meiner neuen Beziehung. Ich habe sehr viel laienhaft und professionell aufgearbeitet, noch viel Weg vor mir und hänge bei weitem nicht mehr an meiner Ex, obwohl unsere gemeinsame Tochter bei mir lebt und wir daher naturgemäß oft und regelmäßig Kontakt haben. Auch war unsere Trennung und Einigung einer der friedlichsten, wenn ich zum Vergleich hier und draussen die (Vebal)Attacken mitbekommen.

Ich kann Dir nicht sagen was aus meiner neuen Beziehung wird, ob sie eine Übergangsfrau ist oder wird. Erst gestern haben wir uns über unsere Beziehung unterhalten und ich musste feststellen, dass ich über diese heute anders, positiver, berichte als vor einem halben Jahr. Trotzdem ist auch momentan ein Zusammenziehen oder so etwas Nebulöses wie "verheiratet-sein-können" kein Thema.

Vielleicht ist der große Unterschied zu den Beispielen, die ich hier so lese, dass wir über alles offen und ehrlich reden und uns nichts versprechen was wir nicht halten könn(t)en.

Trotzdem sehe ich keinen Sinn darin, warum ich nicht, mit einer Frau, zusammenleben und statt dessen "glücklich" ein Singledasein fristen sollte.

Viele hier, und ihre vermeintlich trennungsscharfen und glasklaren Äußerungen und Erkenntnisse, sehen nicht die Kurven und Winkel des Lebens und die Notwendigkeit einer Kompromißfähigkeit. Diese sind für mich langfristig partnerschaftsuntauglich. Naja, aber zumindest glücklich als Single.

Jeder/m das Ihre/Seine.
 
  • #15
Viele Frauen rutschen unbeabsichtigt in die Falle "Übergangsfrau", wenn sie auf der Suche nach einem Partner sind. Sie lernen einen Mann kennen, der ihnen Avancen macht und sie glauben lässt, dass er ebenfalls eine Beziehung möchte.
Das sehe ich genauso, würde es aber noch drastischer formulieren: Je bedürftiger, desto anfälliger. Männern kann das natürlich genauso passieren, aber ich habe den Eindruck, Frauen sind wesentlich "blau-äugiger", wenn es um das Eingehen einer neuen Beziehung geht. Woran das liegt, ist ein anderes Thema.

Die Frage, ob man es im Vorfeld erkennen kann bzw. ob es Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass man eine "Übergangsfrau" werden könnte, ist eine interessante Frage. Es gibt dafür m.E. durchaus Anzeichen, die in Kombination darauf hindeuten:
- mangelnde Charakterstärke
- geringes Selbstwertgefühl
- die Person hat früher bereits "warm gewechselt"
- das Beziehungstempo ist deutlich höher (z.B. Drang zum möglichst schnellen Zusammenziehen) oder auch das Gegenteil (man will sich nicht festlegen, Beziehung hat nur Affairencharakter)
- geringere Tiefe der emotionalen Bindung, auch noch nach längerer Zeit des Kennenlernens
- Tendenz, die Beziehung bereits bei kleineren Problemen wieder aufzugeben, etc.

In gesunden Beziehungen, in denen beide Partner frei und ohne emotionale Altlasten sind, sehen die notwendigen Entwicklungsschritte auf dem Weg zur Paarbildung auch deutlich anders aus. Die Tiefe der Bindung entwickelt sich langsamer und stetiger. Und es entstehen bei beiden Partnern gar nicht erst Zweifel darüber, dass es die große Liebe werden kann.

Dass das direkt im Anschluss an eine frische Trennung gelingt, ist durchaus möglich, aber vermutlich sehr viel seltener. Welche Bedingungen bzw. individuellen Umstände das begünstigen, wäre eine weitere spannende Frage...
 
  • #16
Stimme void zu, wollte noch anmerken, dass es meiner Erfahrung nach tatsächlich einige "Anzeichen" gibt, die einem viel Kummer ersparen können, so z.B. überstürzt agierende Männer, denen es mit Liebesbekundungen nicht schnell genug gehen kann, die einen jeden Tag sehen wollen und dann plötzlich launisch werden (so im Sinne von "brauche mehr Zeit für mich") wenn sich die Ex wieder gemeldet hat, oder wenn man Männer trifft, die in ihrer Wohnung noch irgendwelche Devotionalien/Erinnerungsstücke an die gemeinsame Zeit haben. Das können sie ja irgendwo im Keller in Kisten verschanzen, aber sichtbare "Memorabilia" sind immer ein Warnzeichen.
W, 24
 
  • #17
Fast alle Beziehungen von Männern, die während der Ehe mit einer anderen Frau begonnen haben, die ich kenne, haben zu neuen Ehen geführt, teilweise sofort, nachdem das Scheidungsurteil rechtskräftig war. Diese Ehen sind augenscheinlich besser als die ersten Ehen. Männer trennen sich häufig zuerst mit dem Kopf und dem Herzen und erst viel später räumlich, nämlich dann, wenn sie glauben, es finanziell und wegen der Kinder wuppen zu können. Die hier so oft beschworene "Übergangsfrau" kenne ich gar nicht, ist vermutlich eine Wunschvorstellung der geschiedenen Exen.
 
  • #18
aber hier stösst Du meiner Meinung nach voreilig in das Horn der Schwarz/Weiß-Sehen und Punktsetzer und stimmst unberechtigter Weise in ihren Kanon mit ein.
Das tue ich nicht, ich gehe von mir aus und da stimmt diese These, dass ich es erst allein aufarbeiten muss, sonst halte ich den anderen dauernd auf Abstand und kann mich nicht auf die Beziehung konzentrieren. Wenn man ein Problem wälzt, egal welcher Art, ist man mit sich beschäftigt. Deswegen finde ich es auch schwierig, Partnerschaften mit jemandem eingehen zu wollen, der gerade in einer seelischen Krise steckt. Und eine Trennung fällt für mich darunter.
Da man aber nicht von sich auf andere schließen soll, also meine Frage hier.

Vielleicht ist der große Unterschied zu den Beispielen, die ich hier so lese, dass wir über alles offen und ehrlich reden und uns nichts versprechen was wir nicht halten könn(t)en.
Darin sehe ich die einzige Chance, wenn man sich dann doch mal in so einem Übergangsmodus befindet. Dazu müssen sich dann aber auch die richtigen Leute gefunden haben. Der Mensch, der nach einer Beziehung nicht aufarbeitet und weitermacht, wie bisher, wird nur die "alte Frau" ersetzen durch eine neue.
Wenn man offen darüber redet, dass man sich gerade eingeengt fühlt, weil man noch die ewige Kompromissleberei der letzten Beziehung in den Knochen hat, kann der andere es zumindest vom Kopf her verstehen. Ob ihm das gefällt, dass er dauernd auf die Bearbeitung der Expartnerschaft Rücksicht nehmen muss und vielleicht vieles nicht bekommt, was er sich in einer Partnerschaft wünscht, ist noch eine andere Frage.

Trotzdem ist auch momentan ein Zusammenziehen oder so etwas Nebulöses wie "verheiratet-sein-können" kein Thema.
Wenn Deine Freundin sich das auch nicht wünscht, finde ich es passend. Falls sie aber drauf hofft, dass Du Deine Meinung irgendwann änderst, nimmt sie vielleicht etwas hin, das sie so nie haben wollte. Und dann fällt sie vermutlich unter "Übergangsfrau", wenn Du sonst der Zusammenzieh-Heirats-Typ bist und irgendwann mit einer anderen Frau wieder Bock drauf hast.
 
  • #19
Dass das direkt im Anschluss an eine frische Trennung gelingt, ist durchaus möglich, aber vermutlich sehr viel seltener. Welche Bedingungen bzw. individuellen Umstände das begünstigen, wäre eine weitere spannende Frage...
... die ich mir auch stelle.
Die Punkte, die Du aufgeführt hast für den echten Warmwechsler ohne Aufarbeitung sind schwierig im Vorfeld zu erkennen. Ich meine, Charakterschwächen und schon mal warmgewechselt können ja verborgen sein. Ich denke, das hier ist symptomatisch:
das Beziehungstempo ist deutlich höher (z.B. Drang zum möglichst schnellen Zusammenziehen) oder auch das Gegenteil (man will sich nicht festlegen, Beziehung hat nur Affairencharakter)
In einem Nebenthread ist es ja gerade beschrieben: 3 Monate und dann auf einmal Distanz. Leider hat die FS dort nun den Schlamassel, weil sie sich in diesen 3 Monaten verliebt hat und auf die anfängliche Begeisterung seinerseits "reingefallen" ist (wird er ja nicht mit Absicht so gemacht haben, sondern aus Unbewusstheit).

@Karlo
Ich hatte schon in anderen Beiträgen von Dir gelesen, dass Du Übergangspersonen gar nicht kennst. Das finde ich sehr interessant, weil es dem, was hier sonst so oft steht, entgegen spricht
Männer trennen sich häufig zuerst mit dem Kopf und dem Herzen und erst viel später räumlich, nämlich dann, wenn sie glauben, es finanziell und wegen der Kinder wuppen zu können.
So ähnlich habe ich mir das auch gedacht, wenn eine Beziehung "kurz danach" wirklich klappt. Aufgearbeitet wurde dann vermutlich in den letzten Jahren der Beziehung, die ziemlich distanziert gewesen sein müssen.
 
  • #20
Gibt es überhaupt Beziehungen, die so entstanden sind, dass ... diese NICHT die Übergangsfrau war
Natürlich. Bei Männern mit Haltung, die einer Frau nicht würden zumuten wollen, Trostpflaster auf Zeit zu sein. Solche Männer haben auch nichts „aufzuarbeiten”, da sie sich erst dann wieder neu binden, wenn die Vorbeziehung ultimativ Geschichte ist.

Leider wird von weiblicher Seite gebetsmühlenartig vorgetragen, ein frei gewordener Mann wolle sich erst einmal austoben oder aus der erstbesten Beziehung heraus weiter Ausschau halten. Und so wird man dann auch eingeschätzt, ob es nun zutrifft oder nicht.

Dazu kann ich nur sagen: ich wäre mit der Frau, die nicht meine Übergangsfrau sein wollte, sicher auch heute noch zusammen, da sie in meinem Leben die einzige war, die perfekt zu mir paßte.
 
  • #21
Natürlich. Bei Männern mit Haltung, die einer Frau nicht würden zumuten wollen, Trostpflaster auf Zeit zu sein. Solche Männer haben auch nichts „aufzuarbeiten”, da sie sich erst dann wieder neu binden, wenn die Vorbeziehung ultimativ Geschichte ist.
Und genau das ist z.B. ein Zeichen von Charakterstärke. Deshalb ist es so wichtig, genau hinzuschauen, wen man da vor sich hat, bevor man sich neu auf jemanden einlässt.

Wie lange diese Aufarbeitungszeit dauert und wann sie stattfindet (im Anschluss an die Trennung und / oder bereits vorher), ist individuell unterschiedlich und hängt sicher auch von der Qualität der Vorbeziehung sowie der Trennung ab (Umgangsweisen der Partner miteinander, Kommunikations- und Konfliktkultur, Ursachen für die Trennung, wollten beide die Trennung oder nur ein Partner, war es eine faire, einvernehmliche Trennung oder gab es Rosenkrieg, usw.). Einvernehmliche Trennungen erleichtern die Aufarbeitung möglicherweise ganz erheblich, während respektlose Umgangsweisen, ätzende Dauerkonflikte und ein langjähriger Rosenkrieg einer zügigen Aufarbeitung wohl eher nicht so dienlich sind...

Ich bin auf jeden Fall der Ansicht, dass man sich beim Kennenlernen ein Bild darüber verschaffen sollte, und zwar bevor man eine Beziehung in Erwägung zieht. Jemand, der ausreichend Charakterstärke besitzt, wird seiner neuen Partnerin / seinem neuen Partner auf jeden Fall glaubhaft vermitteln können und wollen, dass seine Vorbeziehung "Geschichte" ist und er eben nicht nur nach einem kurzweiligen Trostpflaster sucht... ob bewusst oder unbewusst spielt dabei keine Rolle.
 
  • #22
Wenn Deine Freundin sich das auch nicht wünscht, finde ich es passend. Falls sie aber drauf hofft, dass Du Deine Meinung irgendwann änderst, nimmt sie vielleicht etwas hin, das sie so nie haben wollte. Und dann fällt sie vermutlich unter "Übergangsfrau", wenn Du sonst der Zusammenzieh-Heirats-Typ bist und irgendwann mit einer anderen Frau wieder Bock drauf hast.
Hi Void,

ich kann mich und Dich insoweit beruhigen, dass wir abend- und nächtefüllende gute und schöne Gespräche mit und ohne Rotwein geführt haben und sicher noch oft und lange führen werden, um unsere (momentanen) Standpunkte und Sichten auszutauschen. Trotzdem werde ich nach einer, einzigen, 26-jährigen Beziehung den Teufel tuen und etwas, für lange oder gar ewig, versprechen. Soviel mannsgenug sollten Frauen, nicht nur meine Freundin, sein, um ihre eigenen Wünsche kund zu tun, Forderungen durchzusetzen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.

Was ich öfter erleb(t)e und auch hier lese, dass Frauen in der Hoffnung das eine zu erreichen das andere mit (faulen) Kompromissen eingehen, in der irrigen Meinung, doch noch ihr (eigentliches) Ziel zu erreichen. Der Gipfel dessen ist dann, ein Wehklagen zu beginnen und bei anderen die Schuld zu suchen.

Nicht um sonst ist mein Credo:
Solange jede/r in der Beziehung Gewünschtes und Erhofftes bekommt, solange hat diese ihre Berechtigung. Wer langfristiges wünscht muss sich langfristig verhalten. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht.

Ich denke viele, sicher auch ich, müssen noch lernen kein/e Übergangsmann/frau zu sein. Interessant ist auch ab welcher Quantität und Qualität man dies ist. Zumindest haben viele scheinbar erkannt, dass nichts für ewig ist und oft auch nicht erstrebenswert.

Was mich in diesem Forum immer mehr stört sind die immer öfter vorzufindenden absoluten "und-Basta"-Argumentationen und Meinungen. Sicher fühlt man sich dann wohler mit sich, aber in einer Partnerschaft ...
 
  • #23
Aus meiner Frauenperspektive geht das. Das hängt vom Übergangsmann ab. Ich habe einen Neuen genutzt, um aus einer alten schlechten Beziehung rauszukommen, die eigentlich beendet war, aber in der ich gefühlsmäßig noch drinsteckte. Den Neuen habe ich erst nach und nach entdeckt. Nun ist die Sache noch relativ frisch, so dass ich keine langfristige Prognose treffen kann. Aber ich halte alles für möglich.

Mein Exmann hat nach meinem Auszug sofort eine Neue gehabt und kurz nach unserer Scheidung geheiratet. Eine Freundin von mir hatte einen jahrelang fremdgehenden Mann, der nach dem Auffliegen seines Fremdgehens mit der anderen zusammengezogen ist und sie geheiratet hat. Die neuen Beziehungen sind oft projektionsfrei und eher praktischer Natur. Das macht sie aber möglicherweise langfristig sogar stabiler, da man in solchen Verhältnissen toleranter ist und offener reden kann.
 
G

Gast

  • #24
Was hier völlig ausser Acht gelassen wird:
Männer, die sich trennen und Männer, die getrennt werden, verhalten sich unterschiedlich.
Trennt er sich, setzt er sich mit dem Thema schon lange auseinander und ist daher eher bereit für etwas ernsthaftes, neues.
Ein Mann, der verlassen wird und dies - für ihn - plötzlich, will weiterhin das warme Nest und sucht sich daher jemanden, zur Not eine Notlösung aber Hauptsache nicht alleine.
Er ist überhaupt nicht bereit für etwas tiefergehendes, in der Regel ist er eher bequem denn ansonsten hätte er sich vor dem Eheende mit der Problematik auseinandergesetzt statt es auszusitzen.
Meine Meinung, oft genug gesehen - übrigens auch bei Frauen...
 
  • #25
Jemand, der ausreichend Charakterstärke besitzt, wird seiner neuen Partnerin / seinem neuen Partner auf jeden Fall glaubhaft vermitteln können und wollen, dass seine Vorbeziehung "Geschichte" ist
Nein. Jemand mit Charakterstärke läßt sich nicht in einer solchen Weise unter Generalverdacht stellen. Er könnte im Gegenteil mit Fug und Recht sagen, daß hier offenbar die Frau eine Vorbeziehung oder sonstwie üble Erfahrung nicht aufgearbeitet hat, sonst würde sie nicht erwarten, daß ein unbescholtener und unverdächtiger Mann quasi darum betteln muß, aus der Ecke wieder entlassen zu werden, in die sie ihn kurzerhand stellt. Ein Mann mit Format überzeugt mit dem, was er ist, nicht etwa mit dem, was er nicht ist. Betteln und Überzeugungsarbeit leisten überlasse ich gerne denjenigen, die etwas auf dem Kerbholz haben.
 
G

grünewelle

  • #26
Trotzdem werde ich nach einer, einzigen, 26-jährigen Beziehung den Teufel tuen und etwas, für lange oder gar ewig, versprechen. Soviel mannsgenug sollten Frauen, nicht nur meine Freundin, sein, um ihre eigenen Wünsche kund zu tun, Forderungen durchzusetzen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.
Ich kenne die Inhalte eurer Gespräche nicht,will also keine persönliche Kritik an Dir und Deiner Person äußern, aber ich persönlich meide solche Männer in Zukunft, weil mir das unverbindliche Gerede sehr auf die Nerven geht und ich das Gefühl habe, in diese Richtung bekehrt werden zu sollen. Hat nichts mit lang und ewig zu tun, das ist mir auch klar, dass es keine Garantien gibt. Aber für mich ist das einfach unverbindliches Gerede. Was aber tun, wenn ich sowas feststelle? Konsequenzen ziehen und gehen? Um dann festzustellen, dass mein Gegenüber sagt, okay...dann geh, wir passen dann halt nicht zusammen....aha, so einfach ist das. Mir tut es körperlich weh, wenn ich auf so ein unverbindliches Gegenüber treffe, ich mir innerlich aber Verbindlichkeit wünsche. Manche Menschen sind gute Rhetoriker, im Gespräch selber kann man den Gedankengängen folgen und sie auch befürworten, wenn man dann aber alleine ist mit sich und seinen Gedanken, dann kommt ein merkwürdiges Gefühl hoch und es fühlt sich nicht mehr richtig an.
Ist man nicht doch Übergangsfrau (oder Mann, umgekehrt gilt das ja genauso), wenn eine Trennung bewußt in Kauf genommen wird, der eine sich unverbindlich verhält und einen ziehen läßt, wenn man nicht so leben möchte? Klar wird das erst dann, wenn dann kurz danach eine andere Person auftaucht, mit der dann doch diese Verbindlichkeit gelebt wird.
W
 
  • #27
Akzeptiert, so bist und denkst Du!

Aber nach 26 Jahren "Verbindlichkeit" finde ich die alternativen Lebensmodelle, die ich, nach längerer Zeit einer Beziehung, sehe und gesehen habe, grauselig und diese sind für mich selbige nicht, und fürchte ich, werden sie auch nicht mehr sein.

Die Karten liegen ganz klar auf dem Tisch. Es gibt gewisse Zukunftspläne, kein kurzfristiges Wegrennen und jeden Tag neu erleben, aber auch kein selbstgefälliges Zurücklehnen, unsinnige Auseinandersetzungen oder Besitzansprüche. Wir gestalten unser Leben zusammen, wenn wir es wirklich (aktiv) wollen und nicht wenn sich Lebensumstände (passiv) ergeben.

Zum Beispiel haben wir durchgespielt wie ein Zusammenziehen aussehen und was es bedeuten könnte. Ein Aspekt war, dass ich mein Haus und Grundstück verkaufe, wenn meine Tochter ihrer Wege geht/gehen kann, und zu ihr ziehe. Ihr Argument: "Dann stehe ich im Mietvertrag und kann ich nicht (wieder) rausgeschmissen werden." (Was sie leider erfahren musste). Mein Argument: "Solche profanen Besitzansprüche sind mir fremd." Ich brauche dies nicht als Grundlage einer Beziehung und schon gar nicht meines Lebens.

... und so werden wir wohl weiterhin getrennt wohnen und teilweise leben.

Die alte Frau und der alte Mann, die ihr lebenlang Hand in Hand gehen, sind heute bei dem, teilweise sicher notwendigen, Egoismus, Selbstverwirklichung und persönlichen Gewinn- sowie Nutzenmaximierung öfter unrealistisches Sehnsuchtsgeplänkel als Realität.

... und was anderes ist für mich nicht akzeptabel, auch wenn dann eben nur zeitweise.
 
  • #28
Was hier völlig ausser Acht gelassen wird:
Männer, die sich trennen und Männer, die getrennt werden, verhalten sich unterschiedlich.
Trennt er sich, setzt er sich mit dem Thema schon lange auseinander und ist daher eher bereit für etwas ernsthaftes, neues.
Naja, es gibt Menschen, die sich nie richtig auf eine Partnerschaft einlassen - die wären bei einer Trennung sehr schnell wieder bereit für was Neues.
Und dann gibt's Leute, die sich schon lange vor der Trennung innerlich verabschiedet haben aus der Beziehung, und die, die sicht selber trennen.
Die ersteren müssten auch nicht so große Probleme haben mit dem innerlichen Abschließen, so wie auch die, die sich aktiv trennen. Aber: Die Trenner brauchen auch Zeit, um sich klarzuwerden, was alles schief lief. Die sind aber bewusster, von daher denke ich, sie werden gar nicht erst eine Beziehung eingehen, wenn sie merken, dass sie mit dem Alten noch nicht abgeschlossen haben.

Ist man nicht doch Übergangsfrau (oder Mann, umgekehrt gilt das ja genauso), wenn eine Trennung bewußt in Kauf genommen wird, der eine sich unverbindlich verhält und einen ziehen läßt, wenn man nicht so leben möchte?
Sehr gute Frage. Ich denke, sie ist mit "ja" zu beantworten, weil sich der unverbindliche Mensch nicht wirklich auf den anderen einlässt, wenn er jederzeit Schluss machen können will. Sonst würde das ja wehtun. Der Unverbindliche diktiert die Bedingungen der Beziehung, dh. ER geht keine Kompromisse ein, weil ihm der Partner nicht wichtig genug ist.
Ob sich das nicht noch zu Verbindlichkeit entwickeln kann, weiß ich nicht, ehrlich gesagt.
Ich bin selber im Moment so drauf, dass ich mich zwar sehr in einer neuen Beziehung engagieren würde, dass es auch schön ist, aber nicht mehr sämtliche Kompromisse und Anpassungen eingehen kann, weil ich auch noch ein eigenes Leben habe und nicht wie in meiner früheren Beziehung die Frau werden kann, die immer da ist, wenn ER sie gerade braucht.
Was die Zukunft bringt, weiß man ja nicht. Dieses "es MUSS funktionieren" kommt meist automatisch, wenn man anfängt, Heiratspläne zu schmieden. Und dieses MUSS bedeutet dann wieder, dass man sich vielleicht sehr anpassen muss. Mir ist es da lockerer auch lieber, aber nicht mit dem Gedanken, jederzeit Schluss zu machen, sondern jederzeit sagen zu können "so funktioniert das nicht für mich, lass es uns versuchen, es anders machen".
 
  • #29
Ich bin Single weil es mir zu gut geht - und ich wäre gerne in einer guten Partnerschaft aber dass, was ich kennen lerne, veranlasst mich nicht, meinen Status zu ändern.
Besser ein schlechter Partner war noch nie meine Devise.
Und ich spreche nicht von richtigen Problemen der Männer, sondern von Alkoholkonsum, Unterhaltszahlungen bis zum erbrechen, nichts geregelt mit der bösen Ex und den Kindern, Arbeitstiere, masslose Egoisten usw. also alles Sachen, die man in den Griff bekommen kann, wenn man will. Allerdings nicht durch jammern, sondern durch Taten!
Ich weiss, wovon ich rede, ich musste an mir arbeiten und daher werde ich mich hüten, mich auf so einen Mann einzulassen.
Das jeder sein Päckchen hat und auch in unserem Alter nicht mehr unbelastet ist, ist klar - aber das meiste möchte ich mir einfach nicht antun - deshalb bin ich single.
W, 43, normalgewichtig, weiblich, nicht total attraktiv aber sicher auch nicht hässlich
 
  • #30
Nein. Jemand mit Charakterstärke läßt sich nicht in einer solchen Weise unter Generalverdacht stellen.
Was für ein Blödsinn, es geht doch nicht darum, den Traum meiner schlaflosen Nächte von Anfang an unter Generalverdacht zu stellen, ihn in Bettlerposition zu bringen o.ä. Unfug. OMG ;)

Es geht mir in meinem post lediglich darum, sich ausreichend Zeit zum Kennenlernen zu nehmen, bevor man die wichtige Entscheidung trifft, sich gemeinsam eine Chance als Paar zu geben. Und ich habe leider den Eindruck, dass - bei vielen Beispielen, die hier im Forum geschildert werden - dieser Phase viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Vom rosa-roten Blick vernebelt lassen sich manche, unsicher und spekulierend, ohne genauer hinzuschauen, ohne ihre Wünsche zu äußern und konkret nachzufragen, vorschnell auf eine neue Beziehung ein und stellen dann nach ein paar Monaten fest, dass sie eine Übergangsfrau bzw. ein Übergangsmann geworden sind. Sowas ist nicht nur total ärgerlich, sondern auch sehr schmerzlich zu verdauen.

Ich war noch nie eine Übergangsfrau und habe auch bei meinen beiden bisherigen beiden Partnern von Anfang an null Zweifel darüber aufkommen lassen, was sie von mir erwarten können und was ich von ihnen erwarte bzw. ich mir wünsche. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher bin ich auch der festen Überzeugung, dass man das Risiko, eine Übergangsfrau bzw. ein Ü-Mann zu werden, durch einen entsprechenden Dialog und ausreichende Infos zur Vorgeschichte in der Kennenlernphase vermeiden kann. Es zeigt sich bei genauerem Hinschauen doch relativ schnell, ob man einen Menschen mit Charakterstärke vor sich hat oder einen Wackelkandidaten - und das gilt sicherlich für beide Geschlechter.

Unabhängig davon gibt es natürlich auch das Phänomen, dass man sich zunächst zwar blendend versteht, aber die Gefühle langfristig trotzdem nicht für eine stabile Beziehung ausreichen. Bei allem Optimismus: Das gehört dazu, denn Beziehungen können nun mal scheitern, an was auch immer. Dieses Risiko wird man eingehen müssen, wenn man nicht allein bleiben will.

Das Risiko, Übergangsfrau oder -mann zu werden, m.E. aber nicht. Oder bin ich da zu optimistisch?