• #1

Über die Lust auf Sex sprechen oder einfach machen?

Moin,

hier mal eine kleine „sexualpsychologische“ Fragestellung: Es geht darum, ob und wie man über die Lust auf Sex reden sollte… oder eben besser nicht.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass viele Männer ihre Flaute im Bett gerade dadurch verursachen, dass sie – wohl aus Angst vor einem Korb – erst mal lange verbal und mit vorsichtigen Annäherungen „die Lage sondieren“, anstatt einfach einen körperlichen „Spontanangriff“ zu starten. Ich glaube verinnerlicht zu haben, dass es für viele Frauen attraktiver ist, wenn ein Mann souverän den Anfang macht und sie „hernimmt“, als dass er lange fragt, ob es jetzt passt, ob sie Lust hat usw., oder - noch schlimmer - wenn er anfängt, vorsichtig an ihr rumzugrabbeln, um anhand ihrer Reaktion den Grad ihrer Lust abzulesen.

Die Kehrseite bei einem solchen Vorgehen ist natürlich, dass man(n) nicht wissen kann, wie oft eine Frau „ehrlich“ Sex möchte, und wie oft es eher ein – wenn auch vielleicht freudiges - „Mitmachen“ ist (von „Erdulden“ mal ganz zu schweigen). Diese Frage stellt sich natürlich vor allem, wenn sie eher die „stille Genießerin“ ist und ungern selbst die Initiative ergreift.

Mich würde die Sicht der Userinnen interessieren - möchtet ihr insgesamt doch lieber vor dem Sex nach eurer Lust befragt werden (und nehmt dafür Abstriche bei der attraktiven „Macho“-Spontaneität und den fehlenden „Überfall“ in Kauf), oder ist diese Fragerei so ein herbes No-Go, dass schon davon eure Lust vergeht?
Vielleicht ist es oft auch so, dass man/frau gar nicht genau angeben kann, ob man/frau gerade extreme Lust auf Sex hat… wenn man sich dann eine ehrliche Antwort überlegen soll, kommt man eventuell öfter auf so was wie „warum eigentlich nicht… bin aber eigentlich doch recht müde“, was eher auf ein „jetzt nicht, Schatz“ und einen frustrierten Partner hinausläuft. Wäre man gar nicht erst gefragt worden, wäre es vielleicht einfach schöner Sex geworden.

manchmal
 
T

Toi et moi

  • #2
Das ist eine berechtigte Frage und ich habe auch oft darüber nachgedacht. Persönlich mag ich keine Fragebogen über Sex oder ob jemand mich küssen darf und ähnliches. Mein Ex-Mann und ich haben uns sowieso sehr oft umarmt und geküsst auch ohne Sex, ich bin sehr verschmust und die Vorstellung jedes mal gefragt werden, ob mein Partner mich küssen darf oder nicht finde ich nicht schön. Was soll man auf solchen Fragen antworten, ich mag es eher nonverbale Kommunikation und spontan und mag in der Hinsicht keine Termine vereinbaren. Man kann nun darüber diskutieren, welcher Weg besser ist. Pro und Contras gibt es bestimmt. Ich bin auch gespannt auf die Antworten, das interessiert mich auch.
 
  • #3
Manchmal ist wieder da!

Wenn du mich direkt nach meiner Lust fragst, riskierst du ein Nein. Mich anzugrabbeln ist weniger direkt und es besteht die Chance, meine Lust zu wecken.

Der körperliche Spontanangriff (ich verstehe darunter völlig unvorbereitetes aus dem nichts kommendes "zur Sache gehen") ist in meinen Augen auch in einer Beziehung respektlos und übergriffig. Zumindest über den Augenkontakt sollte man vorher Einverständnis herstellen.

Ausnahme: Im Honeymoon oder wenn du ein so atemberaubendes Sahneschnittchen bist, dass ich sowieso immer will.

Da muss man aber vorsichtig sein, denn z.B. Trump hält sich ja auch für die Sahneschnitte schlechthin.
 
  • #4
Im eigentlichen Moment möchte ich nicht gefragt werden. Einfach handeln, dann wird was daraus...
Aber ganz generell finde ich es schon wichtig, über Lust in einer Beziehung zu sprechen. Also zu sondieren, ob der andere zufrieden ist mit Qualität und Quantität. Mein Partner und ich machen das ganz ohne Zwang und automatisch immer mal wieder. Und es erhöht die Zufriedenheit ungemein.
 
  • #5
Moin,

kein kompletter Spontanangriff, eher so ganz normale Bettszene nach nettem Tag... so was meinte ich.

manchmal
 
  • #6
Moin,

kein kompletter Spontanangriff, eher so ganz normale Bettszene nach nettem Tag... so was meinte ich.

manchmal
Wenn man seinen Partner kennt dann weiß man, wie man sich verhalten soll. Wenn man da überlegen muss, was nun am besten zu tun ist dann stimmt da irgendwas nicht. Man spürt die Stimmung und weiß, ob der andere auch so empfindet wie man selbst. Umarmen, küssen und dann fühlen, wie weit es gehen soll.
Also ja, Spontanangriff, mich würde es komplett abturnen wenn der Mann anfangen würde, zu diskutieren. Das wäre mir zu blöd, ehrlich gesagt. Mein Partner, den ich liebe, darf mich jederzeit umarmen, küssen, Kuschelbedarf anmelden... Ob es dann das Komplettprogramm wird, dass sieht man dann. Wenn wir uns nicht gerade gezofft haben oder ich wirklich krank bin, dann spricht nichts dagegen :D Obwohl Versöhnungssex auch mal schön ist wenn es nicht wirklich was Heftiges war.
Also, fühle deine Partnerin und fühle die Situation statt es zu zerdenken und zu zerreden.
 
  • #7
mal über Gefühle oder Beziehungsstatus nachgedacht? Über Vergänglichkeit und das man sich zu schade ist mit IRGENDWEN ins Bett zu springen? Und dann... Vermeidung von Verbreitung von Geschlechtserkrankungen. Männer können lange Jahre stille Träger von bestimmten Geschlechtserkrankungen sein. Kinder kann man mit dem reinen Triebdenken anstecken. Und man weiss ja inzwischen das nicht nur die Scheidungsquote europaweit fast an erster Stelle steht- sondern auch die Geschlechtserkrankungen... ICH WILL JEDENFALLS NIEMANDEN; DEN "JEDE" HABEN KANN :). Mich wundert es auch zu fragen, ob man über sex sprechen soll... das ist ja wohl in diesem Jahrhundert etwas ganz normales
 
  • #8
Mich würde die Sicht der Userinnen interessieren - möchtet ihr insgesamt doch lieber vor dem Sex nach eurer Lust befragt werden (und nehmt dafür Abstriche bei der attraktiven „Macho“-Spontaneität und den fehlenden „Überfall“ in Kauf), oder ist diese Fragerei so ein herbes No-Go, dass schon davon eure Lust vergeht?
Ja, ein absolutes NoGo, bei dem mir die Lust vergeht. Und ich mache bei einigem Abstriche, aber gewiss nicht bei der "selbstbewusster-Mann-Spontaneität". Klar, kann man auch mal drüber reden oder fragen: "Lust auf Sex?" Aber so eine Fragerei aus Unsicherheit, dass sie es sonst "nur über sich ergehen lassen" könnte, geht gar nicht. Ich lasse allerdings auch nichts über mich ergehen, sondern weiß schon, was ich will, und wozu ich nein sage. Und ich habe keine Lust auf einen Mann, der das in Frage stellt und herumgrübelt: "Will sie auch wirklich, oder tut sie nur so". Furchtbar, ich mir vergeht schon bei der Vorstellung von so einem passiven und unsicheren Kerl jede Lust. So jemand wirkt beengend, spaßbremsend, anstrengend.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass viele Männer ihre Flaute im Bett gerade dadurch verursachen, dass sie – wohl aus Angst vor einem Korb – erst mal lange verbal und mit vorsichtigen Annäherungen „die Lage sondieren“, anstatt einfach einen körperlichen „Spontanangriff“ zu starten. Ich glaube verinnerlicht zu haben, dass es für viele Frauen attraktiver ist, wenn ein Mann souverän den Anfang macht und sie „hernimmt“
Kann ich für mich bestätigen, wobei Sexualität vielseitig ist und es natürlich auch anders, umgekehrt usw. laufen kann. Aber er sollte zumindest das in obigem Zitat beschriebene beherrschen. Und Männer, die mit angenehm sind, stehen glaube ich auch nicht auf Frauen, die etwas über sich ergehen lassen und nicht ihre Meinung sagen können. Damit will ich sagen, auch ein Mann sollte wissen, was er will. Es gibt nämlich unterschiedliche Frauen und wenn ich das Gefühl habe, ein Mann passt sich jeder Frau sexuell nur an, ohne Zugang eigenen Bedürfnissen und Fantasien zu haben, finde ich das auch abstoßend.

Das heißt natürlich nicht, dass er "einfach macht, was er will". Die richtige Balance findet, wer empathisch ist. Empathisch ist aber nicht gleich unterwürfig oder langweilig. Also er sollte schon wissen, was er überhaupt will, selbst etwas mitbringen und sich nicht rein den Vorstellungen der Frau unterwerfen. Dann kommt nämlich seine Lust überhaupt nicht rüber, und ich glaube, dass die für viele Frauen sehr wichtig ist.

Außerdem unterstelle ich so einem Mann, dass er generell nicht durchsetzungsfähig, zu ängstlich und bequemlich ist und jedes Risiko auf Zurückweisung scheut. Einfühlungsvermögen ist hingegen sehr wichtig, und einige selbstbewusste, mutige Männer verfügen dennoch über solches.
 
  • #9
Ich habe es häufiger, dass ich schon Lust hätte, aber einfach zu müde bin. Etwa früh morgens vor dem Aufstehen wenn aber beide schon wach sind. In meinem Kopf läuft dann die Überlegung "Sex oder lieber noch ein bisschen schlafen?" Es ist das gleiche blöde Gefühl, als wenn nach einer sehr kurzen Nacht der Wecker klingelt, man aber noch hundsmüde ist. Trotzdem ist aber die Lust da.
In solche Momenten war ich dann dankbar dafür, wenn mein Partner die Initiative ergriffen hat.
Fragen sollte er dann nicht, sonst kommt kein klares Ja noch Nein. Besser austesten und gucken, wie ich reagiere.

Hätte ich wirklich keine Lust, würde ich das sagen.

W32
 
  • #10
Verstehe ich Dich richtig? Du meinst, wie Mann vorgehen sollte, wenn er in einer gefestigten Beziehung ist und grad eine Flaute im Bett herrscht im Sinne von "Frau will nicht"? Wenn ich das falsch verstanden habe, bitte präzisieren.

Wenn ich eine gut laufende Beziehung habe, dann ist ein Gespräch über eine Sexflaute doch garnicht notwendig, denn ich bin im Dialog mit meinem Partner und er weiß, was bei mir los ist.
Es gibt bei mir 2 Sexkiller: Krankheit und Stress. Beides sollte ein aufmerksamer Partner zur Kenntnis nehmen aus der normalen Beziehungsinteraktion, sodass dazu kein Gespräch notwenig ist. Gesund wird man irgendwann automatisch (bei Erkältung oder Rücken) und wenn es mal Stress gibt, reden wir darüber und er sieht ja auch, wann das vorbei ist (meistens nach 1-2 Tagen). Meistens hilft unser Gespräch darüber schon. Das ist der Vorteil einer Beziehung auf Augenhöhe.

Länger anhaltende Sexflaute kenne ich nur aus schlecht laufenden Beziehungen als Folge ungünstiger Partnerkommunikation. Auch da sollten beide eigentlich wissen, was in ihrer Beziehung los ist.

Ein Gespräch über fehlenden Sex macht da wenig Sinn, weil es eher ein Abturner im Sinne von Druck erzeugen ist. Dass Drück Lust macht, habe ich noch nie erlebt. Beide sollten nicht am Sexflautensyptom rumkurieren sondern die Ursache der Schieflage in der Beziehung zum Thema machen. Nur das bietet eine nachhaltige Lösung.

Wenn wir zusammen sind, wird bei uns viel umarmt, geküsst, auf dem Sofa gekuschelt. Da entwickelt es sich automatisch oder einer von beiden sagt, dass er jetzt Lust auf mehr hat - egal wer.
Machouebergriffe finde ich eher lustkillend als lustfoerdernd.

Aus dem Alter, dass ich es ertrage, wenn ich keine Lust habe bin ich seit geraumer Zeit raus.
 
  • #11
Eine gute Frage!
Meine Meinung:

Ich finde es sehr viel attraktiver wenn mein Partner einfach anfängt mich zu küssen und zu berühren, als mich "auszufragen". Wenn es passt sollten doch beide (an einem schönen Abend zb) Lust haben/empfinden oder nicht? Anderer Meinung bin ich aber dass wenn mein Partner mich frägt ob ich Lust habe eher zu einer negativen Antwort tendiere...Mir persönlich fehlt dann nur einfach wie du es auch sehr gut formuliert hast das Intensive "Übereinander herfallen"
 
  • #12
Ich finde es auch schöner so nonverbal einfach loslegen, wie Du das schilderst. Würde ich im umgekehrten Fall genauso machen.

Er kann mir auch seine Lust gerne kundtun z.b. in einem kleinen spielerischen Dirty Talk.

Aber ein direktes FRAGEN finde ich eher abtörnend.

Die Kehrseite bei einem solchen Vorgehen ist natürlich, dass man(n) nicht wissen kann, wie oft eine Frau „ehrlich“ Sex möchte, und wie oft es eher ein – wenn auch vielleicht freudiges - „Mitmachen“ ist (von „Erdulden“ mal ganz zu schweigen).
Ich finde jetzt nichts Schlechtes daran aufgrund der Lust des Mannes animiert zu werden. Das hat ja nichts mit erdulden zu tun, das käme für mich nicht in Frage und das würde ich auch ablehnen.

Wenn ich selbst Lust habe werde ich auch selbst aktiv, da habe ich keine Hemmungen den Mann anzukrabbeln oder /und über ihn herzufallen.

Er darf natürlich auch nein sagen, was ich allerdings noch nie erlebt habe :)
 
  • #13
Was ich persönlich gar nicht mag, ist so ein Angrapschen. Also direkt an den Busen fassen oder auf den Hintern. Das nervt mich total. Im Idealfall baut sich die sexuelle Spannung über den Tag auf, durch kleine Gesten, Neckereien, aber auch durch gegenseitigen Respekt und wenn ich merke, mein Partner nimmt mich ernst und versteht mich. Dann ergibt sich der Sex sowieso. Wichtig finde ich auch, daß man auch kuschelt und Körperkontakt hat, ohne daß man einen sexuellen Antrieb hat. Einfach nur weil man den anderen spüren will, auch mal den Rücken krault oder so. Mein jetziger Partner wollte anfangs dauernd Sex. Ständig hat er mich angegrapscht, mir ging das dann sowas von auf die Nerven, wir hatten damals jeden Tag 1-2 x Sex, das genügt mir vollauf. Ich hab ihm dann gesagt, daß er mich dermaßen mit seinen ständigen Angrapschen unter Druck setzt, weil er sich dann auch immer persönlich von mir abgelehnt gefühlt hat, wenn ich nicht wollte. Seitdem nimmt er sich da sehr zurück und wir haben mittlerweile immer noch fast jeden Tag Sex, außer wir sind zu müde oder krank. Wenn man sich schon länger kennt, dann merkt man es eh, wie es dem anderen geht, manchmal will man seine Ruhe oder braucht eine Umarmung oder man gibt sich ein Bussi und es wird mehr daraus.
w/44
 
  • #14
Ts, ts, ts, über was sich unser manchmal mittags um 13:36 so seine Gedanken macht! ; - )

Also, ... ich denke, dass vor allem nonverbale Kommunikation für ein gutes Sexleben wichtig ist. Blicke, Berührungen, sich aneinander annähern (mal sanft und kuschelnd, mal Spontan-Angriff) und ja, manchmal :)-)) auch ein bisschen Dirty Talk.

Neutrales Abfragen ("ja oder nein?") dagegen finde ich langweilig und eher abturnend.

Ich hör auch ein wenig Unsicherheit aus der Frage raus: ich denke, das Geheimnis liegt im genauen Beobachten des Anderen. Mit allen Sinnen. Dann erübrigt sich das Nachfragen.

Apropo "nur"

Was ist daran so schlecht?
 
  • #15
Also ich möchte auch nicht gefragt werden, wobei ich aber denke, dass man an der verbalen oder nonverbalen Reaktion des anderen spürt, ob es jetzt ein guter Zeitpunkt ist oder nicht.

Das galt in meinen Beziehungen auch umgekehrt, da ich nicht finde, dass der Mann immer den Anfang machen sollte.

Ob der Mann dann "ehrlich" Sex möchte oder es nur mir zuliebe tut, weiß ich dann natürlich auch nicht 100%ig. Wenn man sich noch nicht so gut kennt, muss man sich halt darauf verlassen, was er sagt oder tut bzw. im umgekehrten Fall sehe ich mich selbst in der Verantwortung, dem Anderen klar zu signalisieren, was ich möchte.
 
  • #16
Wenn ich verliebt bin, mir der Mann optisch gefällt (habe da niemals Abstriche gemacht) und - ganz wichtig - mich seine Art zu küssen wild macht, und auch dann die Art, wie er mich anfasst, dann bekomme ich immer Lust. Außer ich bin sehr müde oder kränklich oder hatte kurz vorher Ärger (im Job z.B.).
Im Prinzip ist es generell doch ein mehrstufiger Ablauf, wo sich automatisch eins aus dem anderen ergibt. Mal schneller, mal langsamer, und mal geht man aufs ganze, mal belässt man es beim Küssen und kuscheln u streicheln. Also bei mir muss es immer mit innigen Umarmungen sowie zärtlichen bis wilden Küssen anfangen, ohne so einen Start bekomme ich jedenfalls keine Lust auf mehr.
 
  • #17
Good morning,
Oh dieses ungewisse war ja in der alten Beziehung gruselig und nervig für beide, und so ein spontan Überfall und angrabbeln beim Geschirrspüler ausräumen kommt meist nicht gut.
Jetzt mit absprechen ist es viel besser und klappt seit Jahren ganz gut beide sind schön frisch gebadet und man nimmt sich schön Zeit, und man nervt nicht ab weil man ja weiß wann es wieder soweit ist. Hat manchmal sen Nachteil das man sich nen Ruck geben muss wenn beiden schon die Augen zuklappen.
 
  • #18
Ich bin kein Fan von "Spontanangriffen", oder jedenfalls nicht dann, wenn mir grad gar nicht nach Sex ist. Das finde ich nur lustig, wenn ich ohnehin schon Lust habe. Sonst muss sich die Lust erst aufbauen, und das dauert in der Regel ein bisschen länger als zwei Sekunden. Mein gewichtigstes Sexualorgan ist das Gehirn, reden über Sex macht mich an. Wenn mein Liebster mich anschaut und mir sagt, dass er Lust hat auf mich, und mir gerne auch erzählt, was ihn an mir anmacht oder auf was genau er Lust hat - das geniesse ich sehr.

Frau 50
 
  • #19
Guten Morgen @manchmal,

ich bin zwar nicht gefragt, aber habe gerade Zeit, Lust und Gelegenheit, zumal andere interessante Fragen rar.

Heute Morgen habe ich meiner Freundin einen umwerfenden Anblick des Sonnenaufgangs aus meinem Wohnzimmerfenster über den fernen Bergen mit Nebelschwaden im Tal zeigen wollen. Dabei hat sie auf das Fensterbrett gebeugt vor mir gestanden. Ich habe gemerkt und sie mich spüren lassen, dass wir beide Lust hätten, aber keine Zeit (mehr).

Was möchte ich damit sagen?

Wenn beide gerne Lust auf einander und Sex miteinander haben, ergeben sich ausreichend Gelegenheiten ohne dass man dafür einen Zeit- und Ablaufplan braucht, und wenn es die Vorfreude auf das nächste Mal ist.

Ich käme gar nicht nicht auf die Idee zu fragen oder zu terminieren.
 
  • #20
Ich habe furchtbar viel Telefonsex betrieben gerade wenn ich am wenigsten Lust hatte auf die Jungs. Einfach aus Spaß sie verrückt zu machen und weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, daß ich sie nicht ranlassen wollte. Also wenigstens die erotische Stimme haben sie bekommen.

Nein, unbeholfenen Fragen wie "wie magst Du es gerne" etc. wirken abtörnend auf mich.

Ich selektiere wirklich sehr und lange Zeit, aber wenn ich einen Mann erotisch finde und Lust auf ihn habe, dann will ich ihn am besten nackt und zwar gleich und ohne viel Gequatsche.
 
  • #21
Mein gewichtigstes Sexualorgan ist das Gehirn, reden über Sex macht mich an. Wenn mein Liebster mich anschaut und mir sagt, dass er Lust hat auf mich, und mir gerne auch erzählt, was ihn an mir anmacht oder auf was genau er Lust hat - das geniesse ich sehr.
Das geht mir eigentlich auch so. Gegen Reden an sich ist eigentlich nichts einzuwenden, es kommt auf die Motivation an. Der FS sprach auch von "mit vorsichtigen Annäherungen „die Lage sondieren“". Das klingt nach vorsichtigem Herantasten, das nach jedem Schritt eine Bestätigung der Frau sucht. Kein Risiko eingeht. Während man(n) sogar beim Reden sehr mutig sein kann, wenn man einfach mal eine Fantasie offenbart, die man mit dem anderen hat. Das kann sogar sehr forsch und draufgängerisch sein.

Also nicht das Reden an sich ist es, das stört, sondern jemand, der nicht in der Lage ist, Spannung aufzubauen und ständig nach Rückversicherungen sucht. Das klingt für mich "weichlich", langweilig, fast etwas feige, und so kommt für mich der Text des FS rüber.
 
  • #22
Wenn die Flaute schon da ist, halte ich es für grundfalsch, die Frau "männlich heranzunehmen".

Denn die muss den Mann dann ja sehr, sehr deutlich zurückweisen, damit er nicht denkt, sie ziere sich nur. Oder sie muss "es" über sich ergehen lassen. Im ersten Fall verletzt oder -je nach konkreter Situation - demütigt sie sogar zwangsläufig ihn, im zweiten Fall sich selbst. Ungut.

Ich bleib dabei: Forsch rangehen kann und sollte man nur, wenn man sich sehr sicher ist, keine Abfuhr zu bekommen. Wenn man bei der Partnerin jedoch keine Lust "lesen" kann, ist da in der Regel auch keine. Dann muss man ihr welche machen und dazu bedarf es in der Tat eines gewissen Selbstbewusstseins und vielleicht auch einer gewissen Erfahrung.
 
  • #24
Also nicht das Reden an sich ist es, das stört, sondern jemand, der nicht in der Lage ist, Spannung aufzubauen und ständig nach Rückversicherungen sucht. Das klingt für mich "weichlich", langweilig, fast etwas feige, und so kommt für mich der Text des FS rüber.
Aber die Rückversicherung wird ein Mann doch nur suchen, wenn er entweder kein Feedback bekommt und die Lust der Partnerin auch nicht spüren kann oder wenn er nach Komplimenten fischen will.
 
  • #25
Moin,

natürlich sind auch die Herren der Schöpfung gefragt, gut, was hier so zusammenkommt!

@schoko: du hast offenbar mein Eingangspost nicht richtig gelesen.

@frederick, tom: nun, es ist EINE Situation, dass alles einfach klar ist, dass entweder beide sich forsch ausdrücken, oder dass beide sowieso immer (oder immer gleichzeitig) Sex möchten.
Häufig ist aber zumindest eine/r der beiden zurückhaltend, hat schlechte Erfahrungen gemacht, einen Korb zuviel bekommen... oder hat einfach weniger Bedürfnis, möchte aber nicht enttäuschen, oder in irgendeiner Kombination.

manchmal
 
  • #26
Es gibt ja kein Rezept, wann die Macho-Methode gut ist und wann die sanfte. Beides finde ich richtig und gut, oder auch, wenn sich Sex ohne vorherige Absicht "ergibt", weil gekuschelt wurde. Ich seh als einen Teil der sex. Kompatibilität an, dass man den anderen verhaltensmäßig deuten kann, ähnlich wie Humor als Teil der Kommunikation.
Es sollte vorher klar sein, dass die Frau nicht gerade sauer auf ihn ist, dass sie nicht gerade mit ihrer besten Freundin telefonieren wollte, nicht ihre Lieblingssendung sehen wollte (wobei ich das öde finde, aber frau mache mal eine Offerte bei einem normalsportbegeisterten Mann, wenn Sportschau läuft), nicht ihre Tage hat usw.. Also der Mann sollte mit seiner Offerte nicht beweisen, dass er ein egoistischer Ignorant ist oder ein unsicherer Eifersüchtiger, der mit allem konkurrieren will.

Bei zurückhaltenden Menschen finde ich das echt schwierig, Zeichen zu erkennen. Manche sind auch zu plump und können das nicht ändern, also können mit erotischer Verführung nichts anfangen, weil sie sie nicht erkennen und entsprechend auch keine Signale senden. Bei einem Menschen mit Leidenschaft und Erotik reicht ja ein Blick und er weiß, was los ist, und es besteht, bevor es überhaupt zur Frage "Sex oder nicht?" kommt, schon eine knisternde Stimmung, die nicht da wäre, wenn die Frau was anderes im Kopf hätte. Heißt aber auch, die Frau müsste so einen Blick senden können. Bei Männern ohne Sinn für Verführung und Erotik wird der Blick nicht wahrgenommen und man bekommt den Penis gezeigt als Verführung. Oder es wird einem plötzlich zwischen die Beine gefasst, weil der Mann sowas toll fänd.

Eine vorsichtige Anfrage, als wollte man dem anderen gerade einen Gefallen abringen, ist natürlich unerotisch. Genauso wie sauer auf den anderen werden, wenn der mal nicht will.

Bei manchen geht nur die direkte Anfrage (allerdings dann beherzt und nicht vorsichtig, als hätte man Angst vor einem "nein" - das sollte man trotzdem noch als Option offen lassen, ohne sauer zu sein) und würde auch nicht stören, weil sie eben keinen Sinn für Verführung haben. Müssen sich halt den richtigen Partner suchen.

Die Voraussetzung für ein gutes Sexleben ist für mich, dass auch die Frau nichts weiter damit verbindet, also Sex nicht als Gabe an den Mann für xy sieht. Das muss der Mann vorher erkennen, statt sich einzureden, sie sei eine Edle, weil sie erst geheiratet werden will.
 
  • #27
Ich hatte mal einen langjährigen Liebhaber, der mich jedes Mal, bevor er in mich eindrang, fragte, ob er willkommen sei. Naja, bis er das fragte, waren wir bereits in medias res. Diese Frage vermittelte mir, dass es für ihn nicht selbstverständlich war, meinen Körper "betreten" zu dürfen, was ich schön fand. Und er fand es wohl schön, ausdrücklich zu hören, dass ich ihn will.

Frau 50
 
  • #28
Aber die Rückversicherung wird ein Mann doch nur suchen, wenn er entweder kein Feedback bekommt und die Lust der Partnerin auch nicht spüren kann oder wenn er nach Komplimenten fischen will.
Das bestätigt ja, dass es der falsche Weg ist. Nach Komplimenten fischen? Langweilig. In der schlimmsten Form jemand, der nach etwas widerwilligem Geben, dann auch bekommen will, keinen Spaß an Führung und Eroberung hat.

Wenn er kein Feedback bekommt oder die Lust der Partnerin nicht spürt, stimmt irgendetwas bei den beiden nicht. Zwei Menschen, die Sex miteinander haben, sollten eben in der Lage sein, einander zu lesen und zu wissen, wie der andere tickt. Wenn eine Frau nicht viel an Lust zeigt, aber schon mal andeutete, dass sie das so mag und eher die stille Genießerin ist, dann ist das ok. Wenn sie irgendwie ein Problem mit der gemeinsamen Sexualität hat, hilft auch ewiges reden nicht, es sei denn, mal ganz unabhängig vom Sex das Thema auf den Tisch bringen. Aber eben nicht das nach Bestätigung suchen.

@ manchmal, doch, ich habe das glaube ich ganz richtig gelesen. Du führst das Problem nun weiter aus:

Häufig ist aber zumindest eine/r der beiden zurückhaltend, hat schlechte Erfahrungen gemacht, einen Korb zuviel bekommen... oder hat einfach weniger Bedürfnis, möchte aber nicht enttäuschen, oder in irgendeiner Kombination.
Ja, dann können die beiden sich in den Arm nehmen und gegenseitig bemitleiden, wie schwer sie es doch haben, dass da ein Korb zu viel war. Ich weiß aber nicht, was du dann für Antworten von Leuten erwartest, die vielleicht nicht gerade beim Sex ihre Probleme aufarbeiten wollen. Die Frage ist, ob so jemand überhaupt Sex will. Das kann man dann unabhängig vom "Herantasten" besprechen.

Dennoch glaube ich nicht, dass so viele Frauen es dann toll finden, wenn der Mann langsam die "Lage sondiert" oder so. Ich für meinen Teil schätze Einfühlungsvermögen, aber keinen, der einen auf "Frauenversteher" macht, weil er es in Wahrheit vielleicht gar nicht anders kann. Es gibt ja auch stürmische Männer, die z. B. im richtigen Moment anders auf die Frau reagieren oder eingehen. Auch im Eifer des Gefechts, wenn es einfach passt. Spontan. Ohne alles schon vorher zu zerdenken.

Und wenn dein Text bei mir so ankommt wie er ankommt, ist das eine Wahrnehmung einer Frau. Es gibt nicht die eine richtige Deutung dessen, was du ausdrückst. Fällt dir aber anscheinend schwer zu akzeptieren, wenn du nicht so auf jemand anderen wirkst, wie du gerne würdest. Was vielleicht mit dem Thema zu tun hat.
 
  • #29
Häufig ist aber zumindest eine/r der beiden zurückhaltend, hat schlechte Erfahrungen gemacht, einen Korb zuviel bekommen... oder hat einfach weniger Bedürfnis, möchte aber nicht enttäuschen, oder in irgendeiner Kombination.
Eben das macht es für viele schwer. Insbesondere, wenn man auch in der nonverbalen Kommunikation zurückhaltend ist. Damit bist du nicht allein.

Was ist denn deine (bevorzugte) Art sexuell zu kommunizieren?
Wenn ich deine Posts in diesem Thread lese, lese ich im Kern die Frage 'wie kommuniziere ich mein Bedürfnis nach Sex'

Vielleicht hilft es ja schon einfach den Kopf auszuschalten und auf das eigene Gefühl zu hören.
 
  • #30
Bei einem Treffen merkt man schnell ob das Gegenüber offen ist. Wenn das Gespräch gut läuft nimmst du einfach ihre Hand. Wenn sie diese nicht zurückzieht, dann gibst du ihr einen Kuss und wenn sie den zulässt, dann fragst du nach einer Weile ob ihr noch zu ihr wollt.
Ganz einfach.
Wenn eine Frau an einem der Punkte so reagiert wie die Hälfte der Damen im Forum, dann stehst du auf, zahlst deine Rechnung, gehst nach Hause und dankst deinem Schöpfer dafür, dass er diesen Kelch an dir hat vorbeigehen lassen.