• #31
Zuwendung, Anerkennung, Respekt meiner Person bekomme ich aus diversen Quellen, sodass Partnerschaft dafür nicht mehr erforderlich ist.
Ob eine Partnerschaft oder die allgemeine Anerkennung in der Gesellschaft; In beiden Fällen bezieht man seinen Selbstwert aus dem, was man im Außen vorzuweisen hat (es scheint sich hier also nur um eine Verschiebung des Problems zu handeln). Ich habe den Eindruck dass diese Haltung generell stark mit Bindungsunwilligkeit korreliert - nicht nur in deinem Fall.
 
  • #32
Alle Lasten sind am Ende für beide Geschlechter ausgeglichen.

Müssen wir schon wieder in den Biologie-Unterricht ?

Wir leben nunmal nicht in grauer Vorzeit und sind durchaus imstande , auch unser Gehirn einzuschalten.

Da kann man den einen oder anderen Kandidaten auch ruhig mal etwas objektiver beurteilen und muss nicht immer auf die Gefühle von Mutter Natur vertrauen.
Die Lasten, Rollen und Risiken bei der Fortpflanzung sind höchst unterschiedlich verteilt, daran ändern auch fromme Wünsche nichts. Ein Weibchen riskiert bei einer Schwangerschaft sein Leben, was ein Männchen kaum je hinbekommen dürfte; insbesondere wenn es nach dem wonnigen Zeugungsakt einfach verschwindet. Das wird durch nichts ausgeglichen. Wenn alle Männchen einer Art bis auf eines auf einmal ausstürben, ließe sich die Art über die Weibchen und das eine Männchen ohne weiteres am Leben erhalten, umgekehrt funktioniert das nicht.

Mit unserer Ratio können wir unsere Gefühle und biologisch prädisponierten Präferenzen zwar übergehen, aber wir können sie nicht ändern: Wir können nicht qua Großhirn festlegen, wen wir sexuell attraktiv finden. Wir sind nun einmal genetisch zu über 90% Trockennasenaffen, und der Hegelsche Weltgeist ist mit seinen Entäußerungsbestrebungen in uns noch nicht sonderlich weit gekommen.

In diesen Präferenzen spiegelt sich aber, dass Weibchen für Männchen überwiegend biologisch interessant sind, Männchen für Weibchen dagegen viel stärker auch unter sozialen Aspekten im weitesten Sinne. Dafür, dass sich die materielle Unabhängigkeit der Weibchen auch in unseren Trieben niederschlägt, reichen anderthalb Generationen nicht.
 
  • #33
Liebe Mariga
Wie du sicher bemerkt hast, gibt es in diesem Forum alle möglichen Gemüter, von sehr einfach gestrickt bis anspruchsvoll. Die einen sind mit Sex zufrieden, den sie irgendwie abgekommen, die anderen wollen verständlicherweise mehr. Letztlich geht es ja darum, dass mann/frau die richtige Person auf dieser Partnerbörse, bei anderen Börsen oder im Real Life finden. Mit den einen gestaltet sich das kompliziert, mit den anderen kann es sehr einfach sein... es scheint keine allgemein gültige Regel zu geben. Tendenziell ist es aber wahrscheinlich so, dass man bei gewissen berechtigten Ansprüchen, die man haben mag, etwas mehr Geduld aufbringen muss.

Je mehr Erfahrung man hat, desto eher kann man sehr schnell die Spreu vom Weizen trennen... also gib nicht auf :)
 
  • #35
War ja klar, dass irgendjemand hier wieder die "Marktwert-Keule" rausziehen muss!
Also ich bin auch 41 und kann nicht feststellen, dass der Marktwert sinkt. Ich lerne nicht mehr oder weniger Männer kennen als früher.
Im Gegensatz zu früher ist die Auswahl sogar größer, weil Männer zwischen 28 bis 45 zur Auswahl stehen...und auch Interesse zeigen.
Viele finden es durchaus willkommen, dass ich nicht gleich Kinder will, ein eigenes Leben habe und optisch kann ich doch noch sehr gut mithalten - alles eine Frage des Stylings und der Körperpflege inkl. Sport.
Allerdings weiß ich eben besser als früher, was ich will und vor allem, was nicht. Mein Frühwarnsystem meldet sich schneller und ich weiß bei vielen Männern sofort, wieso die Ex sie verlassen hat.
Zudem kommt noch dazu, dass ich nicht unbedingt einen Mann brauche - ich werde weder von meiner Familie genervt wie früher noch muss ich schnell heiraten und Kinder bekommen.
Der Mann muss auch nicht reich sein und eine Familie ernähren können.
Mein Problem ist aber, dass ich wenig Zeit habe zum Ausgehen und im Internet nun nicht gerade die gesellschaftliche Creme de la Creme nach einem Partner sucht.
Und nach all meinen Erfahrungen muss ein Mann Grundvoraussetzungen erfüllen, die ich auch erfülle:
Er muss sportlich sein - bin ich auch :)
beruflich erfolgreich
eine gute Wohnung+Auto haben
kochen können
mit Kindern was anfangen können
groß sein
nette Eltern haben und nicht von Mami und Papi abhängig und auch nicht von der Exfrau
einen ähnlichen Lebensstil haben
sich einen guten Urlaub leisten können
Stil haben und einen guten Geschmack bezüglich Kleidung/Umgangsformen/Wohnungseinrichtung
falls Kinder vorhanden diese nicht zum tagtäglichen Thema machen

Die meisten Männer, die aber mit Ü40 Single sind, sind aber eher lebensunfähig oder egoistisch, beziehungsunfähig oder frustriert, manche auch in einer Midlifecrisis oder hängen noch an irgendeiner Ex... hört sich jetzt verbittert an, bin ich aber nicht, ist aber meine Erfahrung -aber sagt mir mal, wie viele Männer diese eigentlich leichten und selbstverständlichen Grundvoraussetzungen (s.o.) erfüllen?
Und ehe ich mir so eine Kompromisslösung ans Bein binde und sie mir schönreden muss, lass ich mich auf keine Beziehung mehr ein.
Früher hab ich eben einfach mal angefangen und geschaut, was draus wird.... jetzt bin ich selber vorsichtiger, weil viele Männer einfach Schwätzer und Blender sind oder Waschlappen....wenn auch manchmal ganz süße.
 
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Lisachen

  • #36
Ich stimme dir vollkommen zu. Es ist aber generell schwieriger geworden auch für jüngere Leute. Ich bin auch Ü40 und Partnerlos. Letztes Jahr habe ich mich gewagt und müsste an mir selbst feststellen, dass ich nicht offen bin. Ich konnte mich nicht wirklich öffnen sobald eine Entwicklung in Aussicht stand, zog mich sofort und reflexartig zurück. Die Gründe waren unterschiedlich aber letztendlich stellte ich bei mir fest, dass ich unheimliche Angst davor hatte nochmals verletzt zu werden. Die Angst trieb mich immer und immer wieder in mein selbstgebauten Kokon zurück.
Das ist eine Reflexartige Schutzfunktion und bei den Männern ist wahrscheinlich anders. Sie fangen parallel mit mehreren etwas lockeres an aber ziehen sich auch sofort zurück sobald die Frau sich verliebt, weil sie auch nicht verletzt werden wollen.
Jeder findet einen Weg. Mein Weg ist im Moment Verzicht auf Partnerschaft im Gegenzug bekomme ich viel Zeit für mich , habe keine Angst aber ich bin nicht glücklich damit.
 
  • #37
Also das alle Männer ab 40 dauerfrustriert sind, der EX nachhängen oder in der Midlifecrisis sind halte ich für realitätsfern.
Ebenso könnte man gleiches den Frauen ab 40 andichten, auch sie scheinen frustriert, hängen einer unglücklichen Liebe nach oder haben Stress mit pubertierenden Kids.

Es gibt auf beiden Seiten Singles, die erstmal Single sein wollen, weil sie genießen und nicht schon wieder in die Pflicht genommen werden wollen. Dann kenne ich Männer, denen bedürftige Frauen nachrennen, dass es ihnen schon gerade reicht überhaupt wieder auf Suche zu gehen, zumindest Männer, die begehrt sind.

Diese toben sich noch beruflich und sportlich aus, leben alleine in einem tollen Haus und haben es genauso wie einige Powerfrauen nicht mehr notwenig auf Teufel komm raus zu daten, sexuell offensiv zu sein, den Hanswurst oder den ewigen Liebhaber zu spielen, diese Leute sind bei sich angekommen und sehen im Leben mehr als Kopulation und Partnerfindung, sie lassen alles auf sich zukommen, ohne Druck.

Der "richtige" Partner, ist nicht der, welcher rund um die Uhr verzweifelt auf Suche ist, sondern der, der es eigentlich nicht nötig hat. Eine Liebe muss ich ergeben oder nicht. Sie zu erzwingen ist eh für die Katz.
 
R

RumTaTa

  • #38
Ich bin zwar keine Ü40, aber Beziehungsanbahnungen sind, imo, auch in den Zwanzigern und Dreißigern schon kompliziert genug.

Wobei die Singlemänner in den Zwanzigern noch in Ordnung sind, die meisten in den Dreißigern jedoch schon gebrochen. Da muss nur eine Verrückte Ex-Freundin in der Vergangenheit gewesen sein und dann ist aus. Dann sind die kaputt fürs Leben. Fertig. Kann man nichts mehr machen.

Wir Frauen sind da einfach zäher. Wir machen auch schlechte Erfahrungen mit Männern und Ex-Freunden, aber nach ein paar Wochen sind die vergessen und wir blicken optimistisch nach vorne. Männer können das nicht. Die sind dann halt kaputt.
 
  • #39
Ich hatte früher gedacht, mit Ü40 müsste es leichter werden. Man hat so viel Lebenserfahrung und kann viel schneller und sicherer die geeigneten von den ungeeigneten Kandidaten trennen. Man wisse auch besser, was man will. Aber in der Realität sieht das oft anders aus. Und ich glaube, das Problem liegt darin begründet, dass viele Ü40 sich auf dieselbe romantische Art verlieben wollen, wie sie es mit 20 oder 30 taten. Menschen, die noch keine längere Beziehung hatten, schwören trotzdem auf ihre eingefahrenen Muster. Eine Frau Ü45 sagte mal zu mir, sie habe sich noch nie langsam in einen Mann verliebt. Die eigene Vorstellung ist, wenn man bis heute sich immer so und so verliebt hat, dann werde sich das auch nichts ändern wenn man älter wird. Dabei sollte man daran denken, wenn du mit allem so weitermachst wie bisher, wirst du die gleichen Ergebnisse erzielen.

Alter sollte nicht vor Veränderung schützen. Gerade wenn man nicht mehr den Druck hat, Kinder zu bekommen, könnte man neue Dinge probieren.

m,41
 
  • #40
@Neugieriger

Nein, sehe ich nicht so. Mit 40 und ich bin ü/50 verliebt man sich gerade nicht mehr wie mit 20, dazu muss zuviel stimmen, vor allem sind nicht mehr die "Hormone" ausschlaggebend, denn diese fahren langsam herunter, sondern der Verstand, der klar und deutlich mit dem Bauchgefühl kommuniziert.

Man spürt eher, als in jungen Jahren, ob es Sinn hat oder nicht.

Dieses wow-Gefühl beim ersten Blick schreibe ich noch ganz jungen Leuten ohne Lebenserfahrung zu. Es mag auch "Alt-Romantiker" geben, welche noch in reifen Jahren kein Risiko scheuen und jeder Versuchung erlegen sind, ich möchte so einen Mann allerdings nicht als Partner, jemand der mich auf den ersten Blick super findet, hin und weg ist, aber von meinem Wesen nicht die geringste Ahnung hat.