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Gast

  • #1

Trennung, weil der Partner vermutlich unfruchtbar ist?

Mich belastet seit Monaten ein Thema. Mein Partner und ich wünschen uns zusammen Kinder. Wir sind 32 und 33. Seit knapp 1 Jahr haben wir Sex ohne Verhütung, bislang ist nichts passiert. Ich war im Januar beim Arzt und weiß, dass bei mir alles ok ist. Mein Freund weicht aus, wenn ich andeute, er solle sich auch mal untersuchen lassen. Er hat mir aber erzählt, dass er es mit seiner Ex auch ca. 1 Jahr erfolglos versucht hat, bis die Beziehung auseinanderging. Was kann ich tun? Meine Vermutung ist, dass es an ihm liegt? Vielleicht liegt es ja auch nur an Stress o.ä. Habe ich nicht ein Recht zu wissen, woran es liegt? Warum kann er sich der Wahrheit nicht stellen? Bin schon fast so weit, mich zu trennen, weil er nur ausweicht und sich vor'm Arztbesuch drückt.
 
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Gast

  • #2
Wenn bei dir alles ok ist, dann muss es ja an ihm liegen. Wozu verlangst du dann von ihm noch ein Arztbesuch?
 
  • #3
@Gast 1: diesen Rückschluss halte ich für gewagt. Der Arzt kann nur feststellen, ob die FS körperlich gesund ist, einen Eisprung und einen normalen Hormonstatus hat. Dass ein Ei befruchtet wird und sich einnistet, kann man daraus nicht 100 Prozent schliessen.
 
  • #4
@FS: wenn ihr dieses Thema nicht zusammen angehen und lösen könnt, kann ich mir nicht vorstellen, wie ihr die Probleme lösen wollt, die entstehen, wenn man Kinder hat. Warum machst du nur Andeutungen und sprichst nicht offen mit ihm darüber? Es geht doch auch nicht um Schuld. Würde vorsichtig damit sein, zu sagen, dass bei dir "alles in Ordnung ist". Was ist denn der Umkehrschluss? Bei ihm muss was nicht in Ordnung sein? Das macht doch total Druck! Ich würde versuchen, das Ganze positiv, aktiv und konstruktiv anzugehen.

Viel Glück!
 
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Gast

  • #5
Vielleicht kannst Du mit ihm darüber sprechen, dass Deine biologische Uhr im Gegensatz zu der seinen bereits tickt. Aus Gründen der Fairness sollte er sich untersuchen lassen, damit Du die Möglichkeit hast, noch einen Mann zu finden, mit dem Du die gewünschte Familie gründen kannst.

Dabei setze ich voraus, dass Dein Kinderwunsch absolut und stärker ist als die Liebe zu diesem Mann. Wenn das nicht so ist, kannst Du einfach alles lassen wie es ist.

w/50
 
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Gast

  • #6
Jetzt ist selbstverständlich er am Drücker, zum Arzt zu gehen und sich untersuchen zu lassen, damit ihr Klarheit habt, ob es an ihm liegt, dass ihr noch kein Kind erwartet. Danach wisst ihr, ob ihr einfach so weitermachen könnt, wie bisher, oder euch aufgrund deines Kinderwunsches trennt / über Adoption nachdenkt / dauerhaft zusammen kinderlos bleibt etc.. Zum momentanen Zeitpunkt würde ich noch nicht über Trennung nachdenken, ist ja noch gar nicht klar, ob es an ihm liegt.
 
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Gast

  • #7
Ich habe das bei meiner Schwester und ihrem Mann ein wenig mitbekommen. Sie hatte sich auch bereits untersuchen lassen und er weigerte sich wohl recht lange. Schließlich haben Sie sich für eine künstliche Befruchtung entschieden weil die Chance, dass seine Spermien es alleine schaffen sehr gering war. Noch bevor sie den ersten Termin hatten, klappte es plötzlich doch auf natürlichem Wege :)

Ich kann dich zwar verstehen, finde aber, dass du einen Druck aufbaust der Angesichts seiner Vorgeschichte nicht förderlich ist. Er hat bereits einmal "versagt", seine Beziehung ist wahrscheinlich daran gescheitert, und nun ist er wieder in der gleichen Position und du denkst auch bereits an Trennung. Wieso sollte er sich das Todesurteil dieser Beziehung auch noch schriftlich holen? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dein Partner schlicht Angst hat schon wieder vor die Tür gesetzt zu werden weil er nicht funktioniert.

Weiß dein Partner, dass du bei ihm bleiben würdest auch wenn er dir kein Kind schenken kann? Oder sind die Befürchtungen berechtigt?
 
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Gast

  • #8
Ganz klar: Wenn dein Freund erfahren würde, dass er unfruchtbar ist, würde das an seinem Ego kratzen. Momentan ist ihm die Ungewissheit lieber als ein definitiver Nachweis. Dennoch solltest du den richtigen Moment abpassen, um nochmals mit ihm darüber zu sprechen. Sollte sich dein Verdacht bestätigen, musst du dich ja nicht sofort trennen, sondern ihr könnt es mit künstlicher Befruchtung versuchen - das ist doch heute schon völlig gängig und ihr müsst es ja nicht an die große Glocke hängen.
 
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Gast

  • #9
Ich kann gut verstehen, daß es Dich ärgert, daß Dein Partner sich nicht an der "Ursachenforschung" der Kinderlosigkeit beteiligt. In einer Beziehung sollte man offen über diese Thema sprechen können, zumal Du schriebst, daß ihr beide einen Kinderwunsch habt. Ich würde automatisch vermuten, daß sein Kinderwunsch nicht da ist, oder er mehr weiß, als Du- denn sonst ist sein Verhalten ja kontraproduktiv....

Noch unverständlicher wirkt das ganze vor dem Hintergrund, daß seine letzte Beziehung aus diesem Grund gescheitert ist. Frag ihn doch ganz direkt, warum er die jetztige Beziehung in die selbe Richtung laufen läßt. Ein Spermiogramm erstellen zu lassen ist ja nun wirklich keine große Sache, also ist seine Weigerung komisch.

Offene Worte finde ich da erlaubt, wenn sie in einer freundlichen Form vorgetragen werden- also ohne Schuldzuweisungen. Wenn Du das Gefühl hast, daß er nicht mitzieht, muß er zumindest eine Erklärung für sein Verhalten haben. Sonst hat Du nicht die Möglichkeit objektiv zu entscheiden, ob Du evtl. bereit wärst, für diese Bezehung auch ohne Kinder leben zu wollen. Mache ihm das klar- ist eigentlich doch auch logisch.

Vielleicht hilft auch eine Aufklärung über die notwendige Untersuchung? Es gibt immer noch Männer die meinen, man würde ihnen gleich mal eine Biopsie empfehlen;-)

Versuche das ganze nochmal in Ruhe anzusprechen. Wenn sich Dein Partner mit dem Thema allerdings gar nicht weiter befassen mag, sehe ich langfristig keine konstruktive Lösung.

Viel Glück!
 
  • #10
Einen Recht es zu erfahren hast du natürlich nicht. Es ist nunmal sein Körper.

Das Thema ist sehr unangenehm und er schiebt es weg. Es ist verständlich, auch menschlich. Ich würde irgendwie versuchen die Ernsthaftigkeit aus dem Thema zu nehmen. Wenn es mein Freund wäre - ich kenne deinen Freund nicht und weiß deshalb nicht, ob es angebracht wäre - würde ich ihn wie ein kleines Kind darum bitten. Bitte, bitte, bitte geh mit mir zum Arzt, komm mach mit mir die Untersuchung, ich würde voooll gerne Kinder haben und selbst wenn es die Spermien sind, die haben sooviele andere Möglichkeiten und außerdem tuts ja auch nicht weh.

Andere Methode wäre mit ihm zu sprechen und je selbstverständlicher du dich gibst, desto weniger unangenehm ist es für ihn. Passiert nun mal, ist nichts schlimmes dabei etc.

Du solltest vielleicht auch in Erwägung ziehen, dass es sein könnte, dass er selbst die Ursache schon kennt. Es hatte ein Jahr lang mit der Ex nicht geklappt, vielleicht war er sogar mal beim Arzt gewesen und kennt den Grund, versucht es irgendwie hinauszuzögern, weil er dich nicht verlieren möchte.
 
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Gast

  • #11
Was hast du denn alles an dir untersuchen lassen?
Hast du auch eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung und eine Bauchspiegelung (Operation mit allen Risiken wie z.B. Narkose, Infektionen) machen lassen bevor du ihn gefragt hast ob es ihm zu viele Umstände machen würde in einen Becher zu ejakulieren?

Ich würde ganz klar darauf bestehen, dass er ein Spermiogramm machen lässt.

Was für Möglichkeiten habt ihr denn:
- er lässt sich nicht untersuchen
- du trennst dich
- du bist kinderlos mit ihm glücklich
- er lässt sich testen
- er ist zeugungsfähig
- du kannst dich nochmal genauer untersuchen und behandeln lassen
- er ist unfruchtbar oder nur eingeschränkt zeugungsfähig
- du trennst dich
- ihr bleibt kinderlos
- ihr lasst euch in einer Kinderwunschklinik behandeln
- er verzichtet auf ein leibliches Kind und ihr adoptiert oder nehmt eine Samenspende
 
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Gast

  • #12
FS, aus eigener Erfahrung kann ich deinen Mann verstehen wie unangenehm es ist beim Urologen in einen Becher zu ejakulieren. Aus Liebe zu meiner Ex habe ich es dennoch gemacht, um sie nicht einer nicht risikolosen Untersuchung ihrer Eileiter auszusetzen. Mach Ihm einfach klar, dass ein Spermiogramm eine Untersuchung mit den geringsten Nebenwirkungen ist.

Nimm Ihm aber auch im Vorfeld schon den Druck von den Schultern, wenn die Untersuchung ein negatives Ergebnis bringt. Informiere Dich schon vor einem Gespräch mit Ihm, welche anderen Möglichkeiten für Dich in Frage kommen (Künstliche Befruchtung, Samenspende, Adoption, Pflegekind) und welche für Ihn akzeptabel sind.

Ich bin Ihr noch heute dankbar dafür, dass Sie nach so einem vernichtenden Urteil für mich, nicht Schluss gemacht hat. Was heute die Suche nach einer neuen Partnerin sehr erschwert.

Dir und Deinem Partner alles Gute

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
 
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Gast

  • #13
Vielleicht will dein Freund ja auch gar nicht so dringend ein Kind mit dir, wie du mit ihm.
Ich würde es direkt ansprechen, warum er sich so hat.
 
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Gast

  • #14
Ich an deiner Stelle würde über ALLES was eure Beziehung angeht, Kinderwunsch, was wenn keine leiblichen Kinder entstehen können, usw., REDEN!
Das ist doch das Wichtigste, dass ihr zu einer gemeinsamen Vorstellung kommt, was in eurer Beziehung wichtig ist, welche Prioritäten der einzelne setzen will oder muss..., ob eure LIEBE so groß ist, dass dafür vielleicht der KInderwunsch geopfert wird...
Oder ob es ganz andere Lösungen geben kann: Adoption, Pflegekind ....
 
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Gast

  • #15
FS, aus eigener Erfahrung kann ich deinen Mann verstehen wie unangenehm es ist beim Urologen in einen Becher zu ejakulieren. Aus Liebe zu meiner Ex habe ich es dennoch gemacht, um sie nicht einer nicht risikolosen Untersuchung ihrer Eileiter auszusetzen. Mach Ihm einfach klar, dass ein Spermiogramm eine Untersuchung mit den geringsten Nebenwirkungen ist.
Man kann sogar zu Hause Hand anlegen und das Sperma innerhalb einer gewissen Zeitspanne zum Labor bringen. Zudem ist das die einzig schmerzlose Untersuchung, die Männlein und Weiblein in dieser Hinsicht machen "müssen". Mir ist daher wirklich nicht klar, warum sich Dein Partner so gegen diesen Untersuch sträubt. Muss er Angst haben, bei schlechtem Bescheid von Dir verlassen zu werden? Ist bei ihm der Gedanke, dass ein unfruchtbarer Mann kein richtiger Mann sei, vielleicht tief drin verwurzelt? Mein Tipp: REDEN und wenn ihr euch über euren Kinderwunsch 100% im Klaren seid, so schnell als möglich handeln. Ansonsten sehe ich auch diese Beziehung in die Brüche gehen.....
 
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Gast

  • #16
Hast du, wie Gast 10 beschrieben hat, all diese Prozeduren auf dich genommen? Ich schätze nein - denn dem voraus geht ein detailliertes Erfassen mit Fieberkurve, Prüfen, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet. usw. Eine "normale" Untersuchung beim Frauenarzt sagt darüber rein garnichts aus.

Für ihn bedeutet es einzig und allein beim Hautarzt (so war es bei uns) eine Probe abzugeben. Mehr nicht. Wenn dein LG dazu nicht bereit ist - musst du dir wirklich überlegen, ob er der richtige Mann ist! Ich habe o.a. OP hinter mir, und all die anderen Dinge auch inkl. Hormonbehandlung - das ist anstrengend, für Körper, Geist und Seele - einmal testen lassen als Mann ist dagegen ein Witz! w/43