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  • #1

Trennung wegen zurückgekehrter Suchterkrankung?

Ich bin im Moment völlig verzweifelt.Mein Partner und ich sind (waren) acht Jahre zusammen und heute finde ich keinen Zugang mehr zu dem Mann.Mein Partner ist Alkoholiker und war zu dem Zeitpunkt,als wir uns kennenlernten bereits zwei Jahre trocken.Wir haben in unserer Beziehung oft darüber gesprochen,dass es für mich ein Grund wäre, die Beziehung zu beenden,falls er wieder anfangen würde zu trinken.Ist passiert.Haben jetzt beschlossen,dass er erstmal auszieht.So weit so gut.Was mich allerdings noch mehr fertig macht ist seine Begründung für den Auszug: Er käme mit meiner Art nicht klar, ich würde ein Riesentheater um nichts machen, er bräuchte erst mal Abstand von mir sonst könnte er sich nicht um sich kümmern,ich würde ein Fass aufmachen nur weil ich mich nicht damit anfreunden könnte,dass er ein paar Sachen so macht, wie er das möchte.Er ist total empört, dass ich nicht akzeptieren kann, dass er wieder trinkt.Das ich mich damals in ihn verliebt habe,wäre nie passiert, wäre er nicht trocken gewesen.Das weiss er auch, aber alles worüber wir so oft gesprochen haben,was Grundsteine unserer Beziehung waren ist jetzt eine Zumutung für ihn.Ich komme nicht mehr an ihn ran.Ich habe das Gefühl der Mann in den ich mich verliebt habe, ist plötzlich verschwunden, das ist wie ein Alptraum ich kann damit nicht umgehen, wer kann mir helfen?
 
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  • #2
Du hast vollkommen Recht- es ist nicht der Mann, den Du kennengelernt hast. Dieser Mann ist krank und tut Dir nicht gut.

Du sollst akzeptieren, daß er wieder trinkt? Was für ein Schwachsinn. Sieh zu, daß Du Dich schützt. Dein Partner muß sich selber helfen, da kannst Du nichts tun. Laß Dich bloß nicht in eine Co-Abhängigkeit drängen. Du versuchst jetzt schon, ihn ständig zu entschuldigen...
 
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  • #3
Mensch Mädel,
Genau das macht doch diese Erkrankung aus.
Alkoholiker verändern ihr Wesen, werden unwirsch, herrisch, verletzen.
Langer Konsum verursacht Hirnschäden, gerade auch im Bereich für Empathie.
Er zieht dich doch richtig in eine Coabhängigkeit und du gehst ja schon darauf ein, weil du dich schon auf Streit und Verhandlungen einlässt.
Er sieht sein beginnendes Problem wieder nicht ( Unverständnis bei dir, dass er Sachen so macht, wie er will) und sieht darin auch kein Problem für euch.
Er schiebt dir den schwarzen Peter zu: du bist schwierig, deine Art etc.
Der Klassiker.

Du hattest ihm gesagt, wenn er wieder trinkt, beendest du die Beziehung.

Nimm deine Sachen und gehe. Wortlos.
Nicht eine einzige weitere Diskussion. Keine einzige Möglichkeit mehr, dich einzuwickeln, fertig zu machen oder dich zu überreden.

Du wirst wahrscheinlich die Erfahrung machen, dass er nicht alles dafür tun wird, dich zurückzubekommen. Dafür ist die Sucht zu stark.
Stelle dich darauf ein, dass er abstürzt. Und irgendwann am Boden vor deiner Tür steht.
Kommuniziere erst wieder mit ihm, wenn er in einer therapeutischen Einrichtung ist. Und ich meine - dort- , nicht als Ansage.

Ganz ehrlich, gib ihn auf.
Du verbaust dir dein Leben.

Es tut mir leid für dich. Suche dir Hilfe in Angehörigengruppen.
Du bist koabhängig und es gibt Gründe in der eigenen Geschichte, warum man einen Abhängigen als Partner wählt. Es wiederholt sich, wenn du dir nicht bewusst wirst, warum.
Und noch mal- ein Alkoholiker liebt nichts , absolut nichts , so sehr wie seinen Alkohol.
Und nichts wird ihn davon abhalten, wenn er es nicht will.
Er liebt dich nicht und die Sucht ist stärker.
Du wirst ihn nicht retten. Selbst wenn du alles von dir einbringst und dabei langsam kaputt gehst.
Der Schlüssel ist er - nicht du für ihn oder ihr.

Alles gute, w 35
 
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  • #4
Helfen kannst Du Dir primär selber, indem Du erkennen lernst, dass die Schuldzuweisung an Dich ein einfacher, übler Trick ist. Wenn er mit Deiner Art nicht zurecht kommt, ist das eine Sache. Dann hätte er das ansprechen können/müssen und Ihr hättet ggf. einen gemeinsamen Weg dafür gefunden.
Er versucht Dir aber ein schlechtes Gewissen zu machen und Dich schuldig zu sprechen - für SEIN Versagen/seine Abhängigkeit. Lass Dich nicht in diesen Sog ziehen. Seine Sucht ist seine Sache und hat mit Dir nichts zu tun.
Mach einen Schnitt. Wenn Du damit nicht alleine zurecht kommst, suche eine Beratungsstelle auf.

Wichtig ist, dass Du dir vergegenwärtigst, dass Du in KEINEM Fall dafür verantwortlich bist, sondern er alleine.

Halte Distanz und lasse Dich nicht niederziehen.

w59
 
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  • #5
Ich hatte dasselbe Problem: Nach 16 Jahren mit einem Menschen, dem Alkohol immer wichtiger, und ich immer unwichtiger wurde, habe ich das Weite gesucht.
Auch ich hatte das Gefühl, plötzlich einen völlig Fremden vor mir zu haben. Er hat getan, als wäre ICH diejenige mit dem Problem, und versucht, mich bezüglich seines Alkoholkonsums für dumm zu verkaufen.

Mein Ratschlag: Lauf so weit Du kannst, so schnell wie möglich, kein Blick zurück, es lohnt nicht. Lass Dir nichts einreden - er ist krank, und die Krankheit wird immer schlimmer. Dadurch wird er Dir immer fremder werden, zugusten des Alkohols lügen ohne Rücksicht auf Verluste.

Tu Dir das nicht an, lass Dich nicht von Deinem Kurs abbringen, geh und suche Dir jemanden, der gesund ist - oder bleibe notfalls allein, denn alles ist besser als ein Alkoholiker!

Viel Kraft und alles Glück der Welt - im neuen Leben ohne ihn.
 
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  • #6
Wie #3 schon schreibt: So funktioniert Sucht. Den Mitmenschen wird Schuld zugeschoben so dass man einen Grund hat zum Rauchen, Saufen, Spielen etc.
Sei einfach nur froh wenn er ausgezogen ist, er war eine Zeitbombe.
Einige fallen jetzt sicher über mich her: Eben dieser Zeitbombenaspekt war für mich immer ein Grund, keinen Suchtkranken zu treffen bzw. den Kontakt abzubrechen sobald ich davon erfuhr.
Klar können auch andere anfangen zu trinken. Aber eine Suchtstruktur ist im Gehirn angelegt und das bleibt sie auch. Frau, 48
 
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  • #7
Liebe FS,

der Mann ist nicht bei Sinnen, keiner seiner Vorwürfe an Dich hat irgendeine relevanz außerhalb seines Hirns und das hat er sich zugedröhnt.

Du kannst für ihn gar nichts machen. Was er sagt, wenn er auszieht, sagt nur etwas über seinen Zustand und gar nichts über Dich. Lass Dich davon bloß nicht beeindrucken. Er kann nichts mehr außer verletzen und sich gehen lassen.

Stell ihm ein Ultimatum, dass er sich erst wieder rühren soll, wenn er in Therapie ist und trocken, Du aber Deinen Weg gehst. Und dann sei völlig konsequent, lass Dich auf nichts ein. Das ist die beste Hilfe, die Du ihm geben kannst.

Dir viel Glück, gute Nerven und lass Dich von einem alkoholkranken, der Dich beleidigt, nicht runterziehen. Es ist irrelevant, was er sagt, es zählt nur, was er tut und wenn er trinkt, dann trenne Dich.

Dir alles Liebe

w
 
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  • #8
Ja, ja und nochmals ja. Und zwar Trennung für Ewig. Was dir vielleicht helfen könnte - ein paarmal in eine Angehörigengruppe gehen. Nicht damit du irgendwann wieder mit ihm leben kannst oder sollst - sonderm damit du siehst, wie Suchtkranke ihre Umgebung mit runterziehen (wollen) und wie der Selbstschutz funktioniert. Den Selbstschutz musst du dir noch antrainieren. Übrigens . - die Suchterkrankung ist nicht zurückgekehrt. Die war immer vorhanden. Auch ein trockener Alkoholiker ist ein alkoholiker also suchtkrank!! W
 
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  • #9
Liebe FS,

es tut mir leid das es dir so ergangen ist. Ich selbst bin Tochter eines Alkoholikers und lebte auch mit einen Mann zusammen der getrunken hat.
Leider stehen die Chancen auf Genesung bei einen Suchtkranken sehr schlecht. Die Rückfallquote liegt bei ca. 85 % und ist damit schon sehr hoch.
Es leidet am Ende dein Selbstwertgefühl denn du wirst manipuliert und nicht zuletzt erpresst.
Ein Zusammenleben mit solch Menschen ist nicht möglich.
Suche dir nach einen gewissen Abstand bitte einen anderen Partner. Ich kenne dein Alter leider nicht, bin mir jedoch sicher das alles besser ist, als ein Mensch der sein Leben lang Suchtkrank bleiben wird. In der Sucht gibt es keine Spirale nach oben - nur eine nach unten.

Viel Glück.
W/40
 
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  • #10
Liebe FS,
es gibt Beratungsstellen für Angehörige von Alkoholikern.

Sie können Dir helfen, denn sie werden Dich unterstützen und Dir deutlich aufzeigen dass Du Deinem Partner nicht helfen kannst.
Ich habe so etwas auch in Anspruch genommen. Ich habe einen Bruder der Alkoholiker ist.
Er hat außer mir keine Kontakte, ich fühlte mich immer verpflichtet, wollte ihm helfen.
Aber das ist unmöglich.
Er hat 3 Entziehungs-Kuren hinter sich, trinkt immer noch. Manchmal schafft er eine kurze Unterbrechung. Er selbst ist immer noch der Meinung, er hat es im Griff, ich mache viel Wind um nichts.
Er ist mittlerweile (zum Glück) auch ohne Führerschein, die Arbeitstelle hat er längst verloren.

Ich habe in der schlimmsten Zeit fast meine Kinder vernachlässigt, habe aber rechtzeitig die Notbremse gezogen.
Alkoholiker verändern ihr Wesen total, auch ich erkenne ich nicht mehr.

Ich bin froh, dass ich den Rückzug von ihm geschafft habe und kein schlechtes Gewissen mehr habe. Es wird immer wieder zu Rückfällen kommen und Deine Angst davor bleibt.
Denke bitte in erster Linie an Dich.
Wünsche Dir viel Glück!
 
  • #11
JA Trennung.

Im übrigen das beste das Du auch für IHN machen kannst. Wenn sein handeln keine Konsequenzen hat, er damit durchkommt ist der Druck wieder trocken zu werden nicht da. Und ohne Leidensdruck geht's leider nicht.

Was mich allerdings noch mehr fertig macht ist seine Begründung für den Auszug: Er käme mit meiner Art nicht klar, ich würde ein Riesentheater um nichts machen, er bräuchte erst mal Abstand von mir sonst könnte er sich nicht um sich kümmern
Typisches Symptom dieser Krankheit- man selbst ist nicht dafür verantwortlich, es sind immer die anderen. Ich weiss, es ist schwierig aber diesen Schuh darfst Du Dir nicht anziehen.

Mach Ernst, lass Ihn gehen, tausch die Schlösser aus und gehe Deinen eigenen Weg.
 
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