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  • #1

Trennung nach 18 Jahren - seht ihr noch eine Chance?

Hallo ihr lieben,

ich 36 und mein Mann 37 sind seit 18 Jahren ein paar , 11 davon verheiratet. Wir haben 3 wundervolle Kinder ( 1 , 4 und 6)und wir leben in einem Haus am Land in einem tollen Umfeld.Für meinen Mann und mich war dieses Leben immer unser Wunschtraum. Klar es gab auch Streitigkeiten oder Kritik , das bleibt meiner Meinung nach im Alltag und gerade mit 3 kleinen Kindern nicht aus. Nun begann Anfang 2021 die "Misere". Der Vater meines Mannes starb im Januar 2021 an Krebs mit 89 Jahren . Nach dem Tod begann mein Mann sich Schuldgefühle gegenüber seinem Vater zu machen , er habe ihm zu wenig Chancen etc. eingeräumt ein guter Vater zu sein. Im Laufe des Jahres veränderte sich mein Mann weiter. Er war nicht mehr kritikfähig, schnell genervt von den Kindern, konnte nicht richtig raus wegen Corona und distanzierte sich zunehmends auch von mir Im Januar fragte ich ihn ob er mich eigentlich noch Liebe. Er begann zu weinen und sagte mir , er weiß es nicht. Er weiß gar nichts mehr von seinem Leben. Er weiß nicht was er mehr vom Leben möchte , wie er wieder glücklich werden kann und sagte mir auch dass er ab und an mit Suizidgedanken zu kämpfen hat.Damit er etwas Abstand von allem bekommen konnte zog er vorerst zu seiner Mutter ins Nachbardorf. Nach 2 Wochen stand er vor unserer Haustüre und sagte mir : Er vermisst mich , er möchte das gemeinsame Leben, er weiß nur nicht wie lange es dauern wird, dass er das wieder kann. Er begann dann im März eine Therapie mit der Diagnose : leichte Depression. Schleichend kam es dann auch zustande , dass er wieder bei uns wohnte. Er schaute nur auf sich ( ging in die Berge/Sport/Feuerwehr/Klettern/Feiern) was für mich aber in Ordnung war , damit er sich "heilen" kann. Er sagte mir aber immer wieder er hat ein schlechtes Gewissen mir gegenüber , dass er sich so viel Freiraum nimmt und er ja eh an allem Schuld ist. Ich versuchte hier immer verständnisvoll zu sein und keine Schuldzuweisungen oder ähnliches zu machen. Die Beziehung zwischen uns verbesserte sich leider in den letzten Monaten nicht wirklich.
Vor 2 Wochen suchte ich das Gespräch zu ihm wie es nun weitergehen soll.Er sagte mir dann, dass es sich einfach bei ihm nur noch nach einer guten Freundin anfühlt und nicht wie er sich das in einer Ehe vorstellt.
Letztendlich ist er nun seit einer Woche hier im Ort in eine Wohnung gezogen.Am Dienstag diese Woche erzählte er mir von seiner Therapiestunde. Er ist sich nicht sicher ob das was er gerade macht richtig ist und was in 3 Monaten ist und dass seine Therapeutin sagte, ihrer Meinung nach liegt es nicht an mangelnden Gefühlen zu mir, sondern an etwas anderem . Alle meine vertrauten mit denen ich rede geben mir den Tipp, ihn einfach gehen zu lassen und mein Leben mit den Kinder zu ordnen auf alle Fälle nicht hoffen und warten - sagen alle ! Doch ich schaffe das einfach nicht . Ich möchte und kann die Hoffnung einfach noch nicht aufgeben, dass es nun wirklich aus sein soll. Was meint ihr ?
 
  • #2
War denn euer drittes Kind (das ja erst 1 Jahr alt ist) geplant, obwohl ihr euch kaum noch verstanden habt?
Sollte es ein Kitt für eure Ehe sein?

Ich finde es nicht fair von deinem Mann, dass er feiern geht und so viel Freiraum hat - während du die Arbeit mit den Kindern und dem Haus alleine hast.
Sorgt er wenigstens finanziell gut für euch?

Ich finde sein Verhalten euch gegenüber sehr egoistisch. Wie soll das weitergehen?
 
  • #3
Die Depression (die leicht sein soll... kommt mir eher schwer vor, wenn er schon Suizidgedanken hatte) ermöglicht nur eine Ehe zu Dritt: Du, er, die Krankheit.
Leider scheinen er, du und die Therapeutin (?) irgendwie die zerstörerische Kraft solcher Erkrankungen nicht wahrhaben zu wollen.
Ihr müsst einen Umgang mit dieser Krankheit finden. Du in einer Angehörigengruppe und mit eigener Beratung. Er mit Therapie. Seine aktuelle Therapie scheint ja nicht viel zu bewirken.
Solange Ehe und Beziehung für dich das bestimmende Thema ist, fokussiert du am Problem vorbei.
 
  • #4
Hallo unser 3.Kind war nicht geplant . Ich haderte damals er sagte er freue sich und geht jeden Weg mit mir. Ich entschied mich dann für die kleine Maus und bin so froh dass sie da ist .
Ich denke es ist falsch rüber gekommen wir haben uns noch gut verstanden ( ausser normale Streitigkeiten im Alltag und aufgrund teilweise genervt mit 3 Kiddis), er sagte sogar im Sommer 2021 noch was wir für ein tolles Leben wir haben und wie glücklich er ist . Trotzdem veränderte er sich .
Bezüglich der Depression weiss ich einfach nicht wie ich dazu stehen soll. Er kann brutal viele Freizeitsachen unternehmen, hat keinerlei Antriebsschwäche oder so . Ich habe manchmal den Gedanken dass er in diese depressiven Verstimmungen kam weil er merkte dass die Gefühle zu mir nicht mehr die gleichen sind und er dadurch Schuldgefühle etc.wegen Kinder, Schulden und Haus bekam. Er sah quasi keinen Ausweg auch wegen dem "Ansehen" hier auf dem Land und in der Nachbarschaft . Ich selbst möchte einfach nicht daran glauben dass die Gefühle einfach so weg sind .
Finanziell haben wir noch ein Gemeinschaftskonto und er würde immer für uns sorgen da bin ich mir sicher ....
 
  • #5
Das ist sehr schwer für dich jetzt. Kann ich gut verstehen. Ich denke, der Rat deiner Freunde ist richtig. Kümmere dich um dich und deine Kinder und ordne dein Leben. Dass du ihn vermisst und zurück willst, ist natürlich. Es kann sein, dass es lange dauert, bis du aus dem Zwiespalt raus bist. Irgendwann wirst du aber wissen, ob du so einen Mann noch an deiner Seite willst oder nicht. Klar, dagegen stehen die vielen, vielen schönen Jahre und das macht es so schwer. Ich habe nach nur 1,5 schönen Jahren sehr lange gebraucht (über 2 Jahre) ihn nicht mehr zu wollen, da er sich ebenfalls aufgrund einer Krankheit dann innerhalb von Tagen, bis 1-2 Wochen um 180 Grad veränderte.

Am Ende hoffe ich, dass du ihm verzeihen kannst und seinen Weg gehen lassen kannst.
 
  • #6
Klar es gab auch Streitigkeiten oder Kritik , das bleibt meiner Meinung nach im Alltag und gerade mit 3 kleinen Kindern nicht aus.
Sieht Dein Mann das genauso? Wie würde er die Beziehung an sich beschreiben?
Nach dem Tod begann mein Mann sich Schuldgefühle gegenüber seinem Vater zu machen , er habe ihm zu wenig Chancen etc. eingeräumt ein guter Vater zu sein.
…und jetzt macht er das mit seinen Kindern auch so…(?) Traurig, aber offenbar hat er ja erhebliche Probleme mit sich selbst. Das zeigt auch:
Er ist sich nicht sicher ob das was er gerade macht richtig ist und was in 3 Monaten ist und dass seine Therapeutin sagte, ihrer Meinung nach liegt es nicht an mangelnden Gefühlen zu mir, sondern an etwas anderem .

Alle meine vertrauten mit denen ich rede geben mir den Tipp, ihn einfach gehen zu lassen und mein Leben mit den Kinder zu ordnen auf alle Fälle nicht hoffen und warten - sagen alle ! Doch ich schaffe das einfach nicht . Ich möchte und kann die Hoffnung einfach noch nicht aufgeben, dass es nun wirklich aus sein soll. Was meint ihr ?
Ich kann verstehen, dass Du die Hoffnung in dieser Situation nicht aufgeben möchtest. Es ist sicher richtig, Dein Leben mit den Kindern zu ordnen. Ihm die Freiheit zu geben, seinen Weg zu finden, ist sicher auch richtig, aber natürlich schwer. Irgendwann schlägt Sorge vermutlich in Wut um. Was wäre aus Deiner Sicht eine gute (auch zeitlich) Entwicklung und wie viel Zeit wäre es Dir wert, dem eine Chance zu geben?

War denn euer drittes Kind (das ja erst 1 Jahr alt ist) geplant, obwohl ihr euch kaum noch verstanden habt?
Das Kind ist ein Jahr, eine Schwangerschaft dauert neun Monate, der Vater starb Anfang 2021…
Ich finde es nicht fair von deinem Mann, dass er feiern geht und so viel Freiraum hat - während du die Arbeit mit den Kindern und dem Haus alleine hast.
Und ich lese nichts von „Feiern“, warte aber auf die unsinnige, aber forumsübliche Spekulation, dass bestimmt eine andere Frau dahinter steckt. Der Mann ist offensichtlich in einer schwierigen Lebensphase, die Familie dadurch bedingt auch.
Sorgt er wenigstens finanziell gut für euch?
Das ist natürlich sehr entscheidend…
Ich finde sein Verhalten euch gegenüber sehr egoistisch.
Sind aus Deiner Perspektive dann Menschen mit Depressionen immer Egoisten? Wollen wir gleich die Narzissmusdiagnose einfügen oder kommt die noch?
 
  • #7
Liebe @Paula1234,
es tut mir sehr Leid, das du gerade so harte Zeiten zu bewältigen hast. Ich kann dir nur sagen, das das Verhalten deines Mannes relativ normal für einen Menschen in einer schweren Krise ist. Wenn man beginnt zu hinterfragen und seinen psychischen Keller aufzuräumen, kommt alles auf den Prüfstand und die meisten Menschen wirken sehr egoistisch. Sie müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist aber in der akuten Situation schwierig. Man versuchst die Verantwortung auszulagern, versucht zu Filtern was einem gut tut und was nicht, auf einmal stellt man alles in Frage.
Das auszuhalten ist für dich gerade eine große Herausforderung.
Du hast selber Bedürfnisse, Sorgen und Ängste und dein Mann ist nicht mehr, der der er war.
Wenn dein Mann wirklich Suizid Gedanken hat, ist er nicht leicht Depressiv. Dann wird er einen längeren Weg gehen müssen.
Ich kann dir nur einen Rat geben, wenn du ihn liebst, lasse ihn Frei. Lasse ihn seine Prozesse und Wege gehen. Bleibe bei dir und suche dir selber Unterstützung. Lebe dein Leben, werde ohne ihn Glücklich. Wenn du das willst, lasse ihm einfach die Türe offen. Aber eines solltest du dir Klar machen. Du kannst ihm gerade nicht helfen, da muss er alleine durch. Du solltest jetzt wirklich an dich und deine Kinder denken. Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Depressionen. Vielleicht hilft es dir, wenn du hörst, das du nicht alleine bist? Vielleicht lernst du Menschen kennen, die dir gut tun, weil sie ähnliches erlebt haben. Vielleicht kannst du Urlaub machen? Eine Kur beantragen, kann auch Sinn machen. Dann kannst du etwas runter fahren? Ich wünsche dir alle Kraft der Welt für deinen Weg.
 
  • #8
Mit 37 hat er beste Karten auf dem Partnermarkt.

Schleichend kam es dann auch zustande , dass er wieder bei uns wohnte.
Du warst plötzlich wieder selbstverständlich.
Er schaute nur auf sich ( ging in die Berge/Sport/Feuerwehr/Klettern/Feiern) was für mich aber in Ordnung war , damit er sich "heilen" kann.
Er hatte Spaß mit anderen.
Machte viele Sachen.

Es tut mir leid.
Ehrlich gesagt denke ich, er kommt auf den Geschmack wieder Single zu sein und Spaß zu haben.
Statt Schonung solltest du ihn viel mehr mit den Kindern einplanen.
Er ist nunmehr Vater 3 kleiner Kinder.
 
  • #9
Also mein Mann sagte mir dass es im letzten Jahr 3 Sachen gab die ihn ausserhalb der normalen Streitigkeiten gekränkt haben :
- ich bin an ihn herangetreten dass es mir derzeit ausserhalb des Sexlebens an Zärtlichkeiten fehlt und ich dieses gerne ändern möchte
- im Sommer fiel ein Satz von mir , dass es ihm zur Zeit bezüglich Alkohol sehr schmeckt ( er fühlte sich dadurch wie ein Alkoholiker , wollte ich damit aber nie aussagen !!!!!) und der letzte punkt

- ich sagte z.b. zu ihm : kannst du jetzt mal unsere kleine nehmen damit ich auch in ruhe meinen kaffee und kuchen essen kann wenn z.b.freunde da waren. Das implizierte in ihm er sei ein schlechter vater , wollte ich damit aber auch nie zum Ausdruck bringen !


Bezüglich dem zeitlichen ist es bei mir so dass ich mir vorstellen könnte uns noch so ein halbes Jahr Zeit zu geben und zu gucken ob er mich und das alte Leben vermisst .....
 
  • #11
Ich glaube, wenn man zu viel Zeit zum Nachdenken hat, dann kommt sowas wie bei deinem Mann heraus. Meiner Meinung nach hat er sich so in die Gedanken hineingesteigert und sieht halt nur noch das Schlechte, während er andererseits seine Vorstellungen idealisiert.

Er sagt, er hätte seinem Vater mehr Chancen geben sollen. Ich weiß zwar nicht, was er konkret meint, aber ich gehe davon aus, dass er über sein Verhalten enttäuscht war. Nun verhält er sich ebenso enttäuschend dir und den Kindern gegenüber.
Ich denke man sollte zu den Entscheidungen stehen, die man im Leben getroffen hat und mit Mitte 30 kann man dann eben nicht mehr zurück auf 0, ohne noch mehr Schaden anzurichten. Frag ihn mal, was er davon halten würde, wenn du auf so einen Egotrip gehst und die Kinder alleine bei ihm lässt. Wirkliche Probleme habt ihr ja nicht miteinander.

Ihm sollte klar sein, dass sein Leben nicht unbedingt besser wird, wenn ihr euch trennt.
Seine Chancen auf dem Partnermarkt sind bestimmt auch nicht besonders gut, mit der noch langen Unterhaltspflicht für drei Kinder und entsprechendem Umgang. Und die Schmetterlinge im Bauch sind nun mal nur am Anfang einer Beziehung da wenn sie noch unsicher ist.

Das würde ich ihm sagen, ich würde ihm wirklich sagen, er soll sich endlich zusammenreißen und hätte dafür auch kein Verständnis mehr. Sicher ist der Tod des Vaters eine Krise aber immerhin ist er fast 90 geworden... und die Isolierung in der Corona-krise mit allen was gemacht. Umso mehr sollte man doch nun positiv nach vorne schauen und das Beste aus jedem Tag machen, man kann eh nicht beeinflussen was kommt.

Insbesondere Ausdauersport sorgt für bessere Laune, da reicht eine halbe Stunde am Abend laufen gehen... körperliche Auslastung durch Arbeit, Unternehmungen mit den Kindern... ich denke das hilft ihm am Ende mehr als seine Gedankenspiralen die durch die Psychotherapie noch verstärkt werdenWenn es halt gar nicht besser wird, musst du dich eben trennen. Aber leichter wird es dann für dich auch bloß nicht alleine mit den Kindern. Den Kontakt zu ihm wirst du ja wegen des Kinderumgangs dennoch weiter haben.

Deinen letzten Post habe ich erst jetzt gelesenda kann ich nur sagen: meine Güte, was für eine Mimose.. der soll sich wirklich mal zusammenreißen !

Dann noch so eine Schuldumkehr zu betreiben für angebrachte Kritik...oh man...

Er ist total egozentrisch. Statt die Kritik zu hinterfragen, geht es ihm nur um seine Gefühle. (Sternzeichen krebs?)
 
  • #12
Bezüglich der Depression weiss ich einfach nicht wie ich dazu stehen soll. Er kann brutal viele Freizeitsachen unternehmen, hat keinerlei Antriebsschwäche oder so
Oh, das hatte ich mir wirklich ganz anders vorgestellt.

Mir ist nicht ganz klar, ob und wie sehr du leidest. Einerseits sicherlich, sonst würdest Du hier im Forum nicht schreiben, andererseits ist mir noch nicht ganz klar, worunter genau du leidest.

Vielleicht könntet ihr euch beide von dem Druck, verliebt sein zu müssen wie am ersten Tag, dadurch befreien, indem ihr auf die Haben-Seite schaut: hey, wir haben drei gesunde und tolle Kinder, wir haben das Haus, dass wir immer haben wollten, es geht uns finanziell trotz Corona und Krise gut. Vor allem sind wir aufeinander eingespielt, ein gutes Team (?), fürsorglich miteinander (?), offen und ehrlich zueinander und haben schon vieles miteinander geschafft und vieles miteinander durchgemacht.
Das ist viel mehr als was so manch anderes Paar hat.
Wir merken jetzt, die Gefühle ändern sich. Das Leben ändert sich. Der Blick auf das Leben ändert sich (es macht einen radikalen Unterschied, ob man zu der Generation gehört, die als nächstes stirbt, oder ob die eigenen Eltern noch da sind). Wir werden auch das miteinander durchstehen. Wir werden weiter füreinander einstehen. Wir werden weiterhin liebevoll und respektvoll zueinander sein.

Dabei soll es nicht darum gehen, irgendein Problem "wegzuleugnen".
Es soll darum gehen, es vernünftig in das ganze Leben einzuordnen und sich davon nicht alles kaputt machen zu lassen, was auf der Haben-Seite ist.
Es ist - auch - eine Frage des Willens und Wollens.
 
  • #13
Hallo erstmal danke für eure ganzen Nachrichten.
Ich bin mittlerweile auch so verunsichert , habe mich schon öfter dafür entschuldigt ( nicht für die "Kritik" an sich sondern, dass sie bei ihm falsch angekommen ist) und habe jetzt die ganze Zeit die Schuld bei mir gesucht, dass durch diese Kränkungen seine Gefühle zu mir kaputt gegangen sind. Wir hier in seinem Umfeld sind uns sicher, dass in ihm etwas aus der Vergangenheit "schlummert" womit er ein Riesen Problem hat und es nicht angehen kann oder will. Ich frage mich nur warum gebe ich mein ganzes Leben auf dass wir uns so hart und schön erarbeitet haben, ganz geschweige davon was unsere 3 kleinen Mäuse gerade durchmachen. Das fange alles ich ab , er sieht die 3 ja nur an 1 1/2 Tagen die Woche.
Dann kreist in mir immer die "Warum" Frage . Ich weiß das sollte ich mich nicht fragen, da nur er ( wenn überhaupt) mir Antwort geben kann. So hänge ich gefühlt irgendwie weiter in der Luft und kann die Hoffnung, dass wir das gemeinsam mit einer Paartherapie oder ähnliches aufarbeiten nicht gehen lassen
 
  • #14
Oh, das hatte ich mir wirklich ganz anders vorgestellt.

Mir ist nicht ganz klar, ob und wie sehr du leidest. Einerseits sicherlich, sonst würdest Du hier im Forum nicht schreiben, andererseits ist mir noch nicht ganz klar, worunter genau du leidest.

Vielleicht könntet ihr euch beide von dem Druck, verliebt sein zu müssen wie am ersten Tag, dadurch befreien, indem ihr auf die Haben-Seite schaut: hey, wir haben drei gesunde und tolle Kinder, wir haben das Haus, dass wir immer haben wollten, es geht uns finanziell trotz Corona und Krise gut. Vor allem sind wir aufeinander eingespielt, ein gutes Team (?), fürsorglich miteinander (?), offen und ehrlich zueinander und haben schon vieles miteinander geschafft und vieles miteinander durchgemacht.
Das ist viel mehr als was so manch anderes Paar hat.
Wir merken jetzt, die Gefühle ändern sich. Das Leben ändert sich. Der Blick auf das Leben ändert sich (es macht einen radikalen Unterschied, ob man zu der Generation gehört, die als nächstes stirbt, oder ob die eigenen Eltern noch da sind). Wir werden auch das miteinander durchstehen. Wir werden weiter füreinander einstehen. Wir werden weiterhin liebevoll und respektvoll zueinander sein.

Dabei soll es nicht darum gehen, irgendein Problem "wegzuleugnen".
Es soll darum gehen, es vernünftig in das ganze Leben einzuordnen und sich davon nicht alles kaputt machen zu lassen, was auf der Haben-Seite ist.
Es ist - auch - eine Frage des Willens und Wollens.
Das sehe ich prinzipiell alles so wie du. Mein Mann möchte nur nicht mit "jemandem" zusammen sein für den er nur Freundschaft empfindet. Er ist einfach nicht glücklich sagt er. Da kann ich so viele rationale Argumente bringen das wird ihn nicht hier halten. Und auf Dauer kann ich auch niemanden an meiner Seite haben der eigentlich nicht hier sein möchte. Er hat auch Angst davor , dass wir nur noch nebeneinander her leben ( seine Eltern haben das 30 Jahre lang getan und hatten eine fürchterliche Ehe bzw. Zweckgemeinschaft).
Aktuell sind die Fakten er ist in eine Wohnung gezogen, wir sind getrennt und ich denke es ist falsch ihm hinterherzulaufen oder? Das wird ihn mir nicht zurückbringen...wenn muss er aus eigenen freien Stücken kommen oder wie seht ihr das?
Ich habe im letzten halben Jahr wirklich gekämpft wie ein Löwe!
 
  • #15
Ach und ich leide darunter, dass er mir durch sein Sein und Handeln dass Gefühl gibt ungeliebt zu sein. So wie es ja auch ist :confused:
 
  • #16
Er begann zu weinen und sagte mir , er weiß es nicht. Er weiß gar nichts mehr von seinem Leben. Er weiß nicht was er mehr vom Leben möchte , wie er wieder glücklich werden kann und sagte mir auch dass er ab und an mit Suizidgedanken zu kämpfen hat.
Ein Mensch der nicht weiß, ob er noch liebt, sollte man gehen lassen! Mein Lieblingssatz lautet: Wenn du etwas loswerden willst, segne es mit Liebe und lass es gehen!
Damit er etwas Abstand von allem bekommen konnte zog er vorerst zu seiner Mutter ins Nachbardorf. Nach 2 Wochen stand er vor unserer Haustüre und sagte mir : Er vermisst mich , er möchte das gemeinsame Leben, er weiß nur nicht wie lange es dauern wird, dass er das wieder kann.
Das ist keine Endlösung!
Er begann dann im März eine Therapie mit der Diagnose : leichte Depression.
Gut, dass er fremde und kompetente Hilfe in Anspruch nimmt!
Alle meine vertrauten mit denen ich rede geben mir den Tipp, ihn einfach gehen zu lassen und mein Leben mit den Kinder zu ordnen auf alle Fälle nicht hoffen und warten - sagen alle ! Doch ich schaffe das einfach nicht . Ich möchte und kann die Hoffnung einfach noch nicht aufgeben, dass es nun wirklich aus sein soll. Was meint ihr ?
Begreife und sehe der Wahrheit ins Auge! Du bist nicht seine Therapeutin! Das sehe ich auch so, wie dein Umfeld, du solltest auf dich Acht geben, dich schützen und beschützen, denn wenn du so weitermachst, fällst auch du aus, für deine Kinder und dann?
 
  • #17
Aktuell sind die Fakten er ist in eine Wohnung gezogen, wir sind getrennt und ich denke es ist falsch ihm hinterherzulaufen oder? Das wird ihn mir nicht zurückbringen...wenn muss er aus eigenen freien Stücken kommen oder wie seht ihr das?
Ich habe im letzten halben Jahr wirklich gekämpft wie ein Löwe!
Ja, das sehe ich wie du. Hinterherlaufen bringt gar nichts.
"Kämpfen"... Es gibt so viele Arten, "falsch" zu kämpfen.
Falsch im Sinne von nicht zielführend würde ich finden, wenn quasi eine andere emotionale Einstellung von ihm gefordert wird, so nach dem Motto, er müsste doch einfach nur alles gut finden, objektiv sei doch so vieles gut. Das wird nicht funktionieren.
Letztlich muss man jemanden dort abholen, wo er ist. Woanders geht nicht.
Du könntest z.b ihm von dir selbst sagen: auch ich möchte nicht nur einfach, dass wir nebeneinander her leben. Auch ich möchte nicht so eine Ehe führen, wie deine Eltern es 30 Jahre lang am Ende taten. Auch ich möchte, dass es uns beiden wieder gut geht.
durch sein Sein und Handeln dass Gefühl gibt ungeliebt zu sein.
Inwiefern "durch sein Sein"?
Und welches Handeln genau meinst du? Dass er ausgezogen ist? bisher hast du jedenfalls nicht geschrieben, dass er sich die gegenüber blöd, lieblos, rücksichtslos oder arschig oder ähnlich verhalten würde.
 
  • #18
Einerseits seid ihr getrennt, aber andererseits ist irgendwie auch noch nichts richtig geklärt, scheint mir. Es ist immer noch ein gewisser Schwebezustand, oder?
Falls das so ist, noch dies: diesen Schwebezustand so zu belassen, gelingt deinem Mann sicher auch deswegen so gut, weil du für ihn quasi eine sichere Rückfall-Option darstellst; dein "kämpfen" das letzte Jahr dürfte ihm dies gezeigt haben.
Anstatt zu kämpfen solltest Du ihm folgendes sagen: mich belastet dieser Schwebezustand. Ich werde deswegen irgendwann für mich irgendetwas entscheiden müssen. Ich weiß noch nicht wann und ich weiß auch noch nicht was. Aber möglicherweise will ich dich dann auch nicht mehr.

Derartiges habe ich auch schon mal hier als Rat gegeben und das wurde dann als taktisches Spielchen verunglimpft: so ist es überhaupt nicht gemeint! Ich denke, es ist vielmehr die reine Wahrheit!
Und die ist deinem Mann durchaus zumutbar.
 
  • #19
Also das ich nun mehr auf mich acht geben muss, ist mir bewusst schon alleine wegen der Kinder. Das letzte halbe Jahr hat mich "gezeichnet" . Darüber bin ich mir bewusst und deshalb möchte ich so schnell wie möglich für mich und die Kinder auf die Füße kommen. Ich weiß nur eben nicht mit welcher Einstellung (hoffen oder abschließen) ich das schaffen kann .
Mit seinem Tun und handeln meine ich Dinge wie : Er war oft schlecht gelaunt mir gegenüber, mal gab es ein Bussi mal beachtete er mich nicht. Es gab einfach keine Umarmungen oder so wie früher. Es fühlte sich einfach so an , als ob er nicht da sein möchte. Oder ein anderes Beispiel : Wir waren mit Freunden am See....Er sonnte sich auf der Liege ich bespasste vorne seit ner guten Stunde am Wasser die Kinder. Er fragte dann in die Runde wem er etwas vom Kiosk an Getränken mitbringen soll , denjenigen den er nicht fragte war seine Frau also ich. Solche Dinge haben mich einfach verletzt. Er hat mir dadurch das Gefühl gegeben nichts wert und unwichtig zu sein.

Das mit dem Schwebezustand ist wirklich etwas komisch. Er ist ausgezogen und unser "Status" ist getrennt. So richtig alles umstellen ( wie Gemeinschaftskonto und so/ Unterhalt etc.) kommt von ihm aber auch nichts. Was er jedoch weiß und ich auch schon öfter angesprochen habe, ist die Tatsache dass das Ganze keine Einbahnstraße ist, das heißt auch ich irgendwann einfach den Schlussstrich ziehen kann und muss. Er merkt nur sicherlich, dass ich an diesem Punkt noch nicht bin.
 
  • #20
Ach und ich leide darunter, dass er mir durch sein Sein und Handeln dass Gefühl gibt ungeliebt zu sein. So wie es ja auch ist :confused:
@Paula1234
Das ist schlimm, ich kann Dich total gut verstehen! Der größte Fehler wäre jetzt, ihm nachzulaufen! Er befindet sich in einer vorzeitigen Midlife-Krise! Wenn jemand eine Depression hat, ist er antriebslos! Bei Deinem Mann ist das aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil! Lass ihn sein Ding machen... Ich bin überzeugt, er besinnt sich irgendwann wieder und kommt zu Dir und den Kindern zurück und alles wird gut! Kontaktiere ihn nur, wenn es wirklich sein muss - ganz wichtig! Wenn er merkt, dass sich Dein Verhalten gegenüber ihm geändert hat, er das Gefühl hat, dass er Dir egal geworden ist, dann dauert es nicht mehr lang und er steht wieder mit seinen Koffern vor der Tür 😉
 
  • #21
Falls das so ist, noch dies: diesen Schwebezustand so zu belassen, gelingt deinem Mann sicher auch deswegen so gut, weil du für ihn quasi eine sichere Rückfall-Option darstellst; dein "kämpfen" das letzte Jahr dürfte ihm dies gezeigt haben.
Das ist relativ eindeutig.
Anstatt zu kämpfen solltest Du ihm folgendes sagen: mich belastet dieser Schwebezustand. Ich werde deswegen irgendwann für mich irgendetwas entscheiden müssen. Ich weiß noch nicht wann und ich weiß auch noch nicht was. Aber möglicherweise will ich dich dann auch nicht mehr.
Das ist für meinen Geschmack viel zu weich ausgedrückt. „Ich weiß nicht wie und ich weiß nicht was, und ich werde irgendwann…“ ist keine konkrete Ansage, an der sich irgendjemand orientieren kann.
Ich würde das durchaus - mit Fug und Recht - sehr klar formulieren, in dem ich sage, dass ich diesen Schwebezustand nicht ertrage und ihn nun hiermit beenden werde, um wieder ein Stück Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen und selbst entscheiden zu können, was in meinem Leben und im Leben der Kinder passiert. Definitiv kann man dem gebeutelten Mann dies zumuten, er mutet seiner Familie auch einiges zu, ob krankheitsbedingt oder nicht. Entscheidend ist, was hinten rauskommt🥴, sagte schon Altkanzler Kohl, und das ist im konkreten Falle nun mal 💩 für alle Beteiligten. Und da spielt es auch kaum eine Rolle, ob der Mensch grade krank ist oder nicht, ich finde, man muss sich von einem Kranken Menschen nicht ebenso krank machen lassen, so leid mir das Schicksal auch tut, sollte es wirklich eines sein.

Ich denke, hier muss die FS einfach Grenzen setzen lernen und konsequent sein.
 
  • #22
Hallo! Ich glaube, du solltest auch dir dringend therapeutische Unterstützung organisieren, damit auch dein seelischer Schaden und dein Leid aufgefangen und verarbeitet wird.

Nach leichter Depri klingt das, was dein Mann hat auch für mich nicht.

Bei nahestehenden Personen, die Depressionen haben, konnte ich oft beobachten, dass für die Depression und das schlechte Gefühl/die Traurigkeit etc. externe Gründe ausgemacht wurden. D.h. andere Personen wurden beschuldigt für die Depression verantwortlich zu sein, die Arbeit etc. Nachdem sich die äußeren Faktoren änderten und "Komischerweise" trotzdem keine Heilung passierte, sondern im Gegenteil die Familie massiv -ich möchte fast sagen- gequält wurde, sind wir auf Distanz gegangen. Und uns hat das auch sehr weh getan.

Wass will ich sagen: Du scheinst sehr konstruktiv zu sein, aber es ist die Verantwortung deines Mannes sein Leben auf die Reihe zu bringen. Regel dein Leben und schau auf dich und deine Kinder. Eine Depression ist auch kein Freibrief für ihn. Ggf kann er sich stationär behandeln lassen, andere Therapieformen ausprobieren. D.h. nicht, dass er nicht das Recht hat, die Partnerschaft nicht mehr leben zu wollen, aber seine Rolle als Vater an 1 1/2 Tagen die Woche auszuleben, ist absurd. Zumal du schilderst, dass er nicht so depressiv ist, als dass er eine aktive Freizeitgestaltung pflegt.
Vielleicht hat er auch etwas anderes- Midlifecrises... ?

Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Schau auf dich und deine Kids. Ich verstehe, dass du ihn liebst. Aber vielleicht liebst du die Person, die er einmal war?
 
  • #23
„Ich weiß nicht wie und ich weiß nicht was, und ich werde irgendwann…“ ist keine konkrete Ansage, an der sich irgendjemand orientieren kann.
Eine unbestimmte Ansage ist viel besser als eine konkrete Ansage!! Bei einer konkreten Ansage besteht immer das Problem, dass man sich selbst damit bindet. Und das sollte die FS auf keinen Fall tun. Denn sobald sie einmal ihre eigene Ansage nicht eingehalten hat, ist jede weitere nicht mehr ernst zu nehmen.
Mit einer konkreten Ansage stellt man nur für sich selbst eine Pflicht auf. Es geht aber gerade darum, den anderen zum Handeln zu bewegen.
 
  • #24
Bezüglich dem zeitlichen ist es bei mir so dass ich mir vorstellen könnte uns noch so ein halbes Jahr Zeit zu geben und zu gucken ob er mich und das alte Leben vermisst .....
Das Problem ist so tiefgreifend, das die Zeit es nicht lösen wird. Frauen sollten sich einfach klar werden, schon weit im Vorfeld, dass die beiden Geschlechter emotional kaum zusammen passen, die Auswahl wird deshalb überwiegend rational getroffen, das wird dann später, das große emotionale Schicksal Problem der Frau, so sehe ich das hier auch, ich sehe echt keine Chance, diese Beziehung zu retten!
Ich frage mich nur warum gebe ich mein ganzes Leben auf dass wir uns so hart und schön erarbeitet haben, ganz geschweige davon was unsere 3 kleinen Mäuse gerade durchmachen. Das fange alles ich ab , er sieht die 3 ja nur an 1 1/2 Tagen die Woche.
Hier spricht dein Kopf, das Problem ist aber nicht der Kopf, das Problem sind zwei Gefühlswelten, die nicht zusammenpassen und daher nicht zusammenfinden!
Dann kreist in mir immer die "Warum" Frage . Ich weiß das sollte ich mich nicht fragen, da nur er ( wenn überhaupt) mir Antwort geben kann.
Dein Problem ist, auch wenn das Problem noch so groß ist, eine Entscheidung für dich zu treffen!
Mein Mann möchte nur nicht mit "jemandem" zusammen sein für den er nur Freundschaft empfindet. Er ist einfach nicht glücklich sagt er.
Rational kann man emotionale Probleme nicht lösen, das geht nicht! Der Apfel fällt nicht weit vom Baum, ich weiß hätte, hätte FK bringt nichts! Dennich sage ich ganz bewusst, dir hätte das schon sehr früh auffallen müssen, so wie seine Eltern lebten, so wird er auch mal leben!
Aktuell sind die Fakten er ist in eine Wohnung gezogen, wir sind getrennt
Ich würde in einer Beziehung niemals kämpfen, wer in einer Beziehung kämpfen muss, lebt in einer lieblosen Beziehung, die kann er besser gleich beenden!
Ach und ich leide darunter, dass er mir durch sein Sein und Handeln dass Gefühl gibt ungeliebt zu sein. So wie es ja auch ist
Du musst begreifen, dass diese Beziehung zu Ende ist, das Kind liegt ganz tief im Brunnen, alles andere ist nur schönreden!
möchte nicht nur einfach, dass wir nebeneinander her leben.
Solche verkopfte Gespräche bringen nichts!
Ich werde deswegen irgendwann für mich irgendetwas entscheiden müssen.
Für mich ist das keine gute Antwort, irgendwann kann evtl. erst in 10 Jahren sein!!
 
  • #25
Nein, ich neige nicht dazu, alles »auf die Pandemie« zu schieben - aber ich habe gelernt, dass sie bei nicht wenigen Menschen Spuren hinterlassen hat.
Eine Depression, wie du liebe FS sie bei deinem Mann beschreibst, ist nicht ohne - auch wenn einige Antworten hier meinen, du solltest deinem Mann weder hinterher laufen und ihm schon gar nicht seine »Eskapaden« (hier als egoistisches Verhalten gesehen) gestatten. Mit Midlifecrisis, wie oben schon mal vermutet, hat sein Verhalten sicher nichts zu tun. Das (und Fremdgehen) sind hier leider oft die ersten, einzigen und oft falschen Verdächtigungen.

Ich denke, er ist schwer krank. Suizidgedanken sind ernst zu nehmen. Möglicherweise hat er auch die falsche Therapeutin - nach »einer kleinen Depression«, einem Schnupfen sozusagen, hört sich das was du beschreibst jedenfalls nicht an; manchmal dauert es einige Therapeuten-Wechsel, bis ein/e Patient/in richtig aufgehoben ist. Nur dann ist eine Therapie hilfreich.

Liebe @Paula1234, ich an deiner Stelle würde darauf bestehen, dass auch du ein oder mehrere Gespräche mit seiner Therapeutin (seinem Therapeuten) führst. Damit du verstehst, warum sich dein Mann so oder so verhält. Der Tod seines Vaters wird vermutlich nur der Auslöser für eine tiefer sitzende Problematik sein.
Nach einem solchen Gespräch kannst du auch leichter einschätzen, wie du selbst mit der Situation klar kommen wirst und welche Chancen eure Beziehung hat und welche nicht.

Ich würde mich an deiner Stelle selbst in Behandlung begeben, das muss jetzt keine lange Therapie werden, aber wenigstens sollten erste Hilfestellungen möglich sein. Vielleicht auch in einer Selbsthilfegruppe (für Angehörige).

Dein bisheriges Verständnis ihm gegenüber finde ich großartig und auch deine Verantwortung für eure Kinder. Mir gefällt, dass du die Flinte bisher nicht ins Korn geworfen hast und noch die guten Seiten an deinem Mann sehen kannst. Wenn du die Kraft hast, halte durch und suche Hilfe für dich selbst, s.o.

Die Behandlung psychischer Krankheiten ist langwierig und entscheiden, ob du eure Ehe hinwirfst oder nicht, musst du nicht heute oder morgen. Ich denke immer, dass »wenn ein guter Kern da ist«, lohnt sich meist auch die Geduld.
Ich drücke dir, euch, die Daumen!
 
  • #26
Wenn der Drops gelutscht ist, wie in deinem Fall, gibt es nur eines: nämlich abschließen! Alles andere kostet wertvolle Zeit und kostbare Energie und tut niemand gut, vor allem auch nicht den Kindern!
Er fragte dann in die Runde wem er etwas vom Kiosk an Getränken mitbringen soll , denjenigen den er nicht fragte war seine Frau also ich. Solche Dinge haben mich einfach verletzt. Er hat mir dadurch das Gefühl gegeben nichts wert und unwichtig zu sein.
So ist es, er sieht dich nicht mehr, dich gibt es nicht mehr für ihn! Ihr seid sehr jung zusammen gekommen, das geht meistens schief!
Was er jedoch weiß und ich auch schon öfter angesprochen habe, ist die Tatsache dass das Ganze keine Einbahnstraße ist, das heißt auch ich irgendwann einfach den Schlussstrich ziehen kann und muss. Er merkt nur sicherlich, dass ich an diesem Punkt noch nicht bin.
Er nimmt dich 0,0 Ernst und er weiß ganz genau, dss ist typisch Mannverhalten, dass viele Frauen mangelnde Konsequenz haben und der Mut fehlt!
Ich bin überzeugt, er besinnt sich irgendwann wieder und kommt zu Dir und den Kindern zurück und alles wird gut!
Das lassen nur Frauen zu, die keinen Selbstwert haben!
Und da spielt es auch kaum eine Rolle, ob der Mensch grade krank ist oder nicht, ich finde, man muss sich von einem Kranken Menschen nicht ebenso krank machen lassen, so leid mir das Schicksal auch tut, sollte es wirklich eines sein.
Ich denke, hier muss die FS einfach Grenzen setzen lernen und konsequent sein.
100-prozentige Zustimmung, kein Mensch darf sich von einem kranken Menschen, krank machen lassen und ja vielen Frauen können erziehungsbedingt leider nicht die rote Linie für sich setzen! Wenn man für sich etwas Positives erreichen möchte, so muss man genau wissen, dass man ein klares und unmißverständliches "NEIN" setzen muss!
 
  • #27
Das mit dem Schwebezustand ist wirklich etwas komisch. Er ist ausgezogen und unser "Status" ist getrennt. So richtig alles umstellen ( wie Gemeinschaftskonto und so/ Unterhalt etc.) kommt von ihm aber auch nichts.
Es könnte ja von Dir kommen, dass Du es notwendig findest, die Finanzen zu regeln.
Was er jedoch weiß und ich auch schon öfter angesprochen habe, ist die Tatsache dass das Ganze keine Einbahnstraße ist, das heißt auch ich irgendwann einfach den Schlussstrich ziehen kann und muss. Er merkt nur sicherlich, dass ich an diesem Punkt noch nicht bin.
Finde ich richtig so. Dein Mann hat offensichtlich Probleme, dazu wohl die Bereitschaft, daran zu arbeiten, und eine Beziehung, erst recht nicht mit drei Kindern, hat man ja nicht, um dann gleich davonzulaufen.
Genauso klar ist, dass Du die Türe nicht ewig offenhalten kannst. Also aus meiner Sicht klare Trennung im Moment und so lange, wie das für Dich geht. Damit bereitest Du Deine Eigenständigkeit vor und signalisierst auch ihm klar, dass er nicht nach Belieben kommen und gehen kann. Hinterherlaufen würde ich an Deiner Stelle auch nicht, aber eine Paartherapie wäre vielleicht ein guter Vorschlag.
 
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  • #28
Und ich lese nichts von „Feiern“, warte aber auf die unsinnige, aber forumsübliche Spekulation, dass bestimmt eine andere Frau dahinter
Er schaute nur auf sich ( ging in die Berge/Sport/Feuerwehr/Klettern/Feiern)
Feiern steht da, von einer anderen Frau habe ich nichts geschrieben.

Natürlich ist es wichtig, dass er finanziell für seine Familie sorgt.
Die Frau hat drei sehr kleine Kinder und kümmert sich alleine um sie und den Haushalt - wer soll dann wohl finanziell für die Familie sorgen?
Sind aus Deiner Perspektive dann Menschen mit Depressionen immer Egoisten?
Ja wenn sie alles andere vernachlässigen schon.
 
  • #30
Der Vater meines Mannes starb im Januar 2021 an Krebs mit 89 Jahren . Nach dem Tod begann mein Mann sich Schuldgefühle gegenüber seinem Vater zu machen , er habe ihm zu wenig Chancen etc. eingeräumt ein guter Vater zu sein
Der Vater Deines Mannes war ein "alter Vater" - 50 Jahre alt, als Dein Mann geboren wurde. Da liegt schon nahe, dass kein echtes Vater-Sohn-Verhaltnis entstehen konnte.
Das sollte ein Mann mit Ende 30 erkennen können, statt nach dem Tod des Vaters so ein unbearbeitbares Fass aufzumachen und sich Schuldgefühle zu gefallen.
Er hat immerhin die Chance bei seinen Kindern alles besser zu machen und sollte sie nutzen.

Es lag auch lange nahe, dass der Tod in dem Alter vor der Tür steht und so jung ist Dein Mann nicht, das nicht erkennen zu können, d.h. er hatte lange genug Zeit, die Dinge anzugehen. Offensichtlich ist Dein Mann keiner, der Probleme beizeiten löst, sondern lieber wegläuft und wenn es nicht mehr zu ändern ist, sich in endloses Gejammer ergeht.

Er war nicht mehr kritikfähig, schnell genervt von den Kindern, konnte nicht richtig raus wegen Corona
Die Beispiele der von Dir geübten Kritik und seine Reaktion darauf zeigen, dass bei euch substanziell was nicht stimmt. Wahrscheinlich war nicht der Tod des Vaters der Auslöser der Krise, sondern das ungeplante 3. Kind - noch mal alles von vorn, noch länger die familiären Pflichten.
Was will er viel raus, wenn er 3 Kinder hat? s.o. - Verantwortung übernehmen ist nicht seins, belastbar ist er auch nicht.

Er schaute nur auf sich ( ging in die Berge/Sport/Feuerwehr/Klettern/Feiern) was für mich aber in Ordnung war , damit er sich "heilen" kann.
Dein Fehler. Er kann sich so nicht heilen. Er sieht nur, wie schön und leicht das Leben ohne Dich und familiäre Pflichten ist.
Die verständnissvolle frau ist selten auch die geliebte Frau, weil sie nämlich ein Mama-Bubi-Verhältnis installiert. Mama ist aber nicht sexy für ihn. Die soll ihm nur die Last von Hals nehmen.

Er sagte mir aber immer wieder er hat ein schlechtes Gewissen mir gegenüber , dass er sich so viel Freiraum nimmt
Er soll nicht selbstgefällig in Pseudo-Schuldgefühlen diverser Art rumjaulen, sondern sich seinen Pflichten stellen, wenn er so viel Power für Freizeit hat.
Wenn es nicht mehr mit Dir geht, soll er sich wenigstens ausreichend um die Kinder kümmern.

Red Klartext mit ihm, statt Verständnis für sein jämmerliches Bubiverhalten zu zeigen. Er ist 3-facher Vater. Auch wenn er keinen Bock mehr drauf hat, verschwinden die Verpflichtungen nicht.
Wenn er sich jetzt nicht kümmert, dann hat er später wie mit seinem Vater was zu jallern und depressieren, dass er seinen Kindern kein Vater war.
 
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