• #31
Ich habe einen Tipp für Dich:
Schließe die Geschichte mit dem Ex ab. 15 Jahre sind vieeeel zu lang und die Sache saugt Dir gewaltig Energie ab. Schreibe dem Ex einen Brief, schreibe Dir alles von der Seele, was Du ihm jemals sagen wolltest, mit ihm machen wolltest. Anschließend verbrenne diesen Brief und streue die Asche in einen Fluss.
Und einen Tipp für euch: Es ist bei euch alles irgendwie Wischi-Waschi. Nichts wirklich Schlechtes, einiges Gutes, aber auch keine Zufriedenheit, dafür eine Leere. Ich denke, eine Eheberatung könnte euch vielleicht weiterbringen, eure Ehe auf den nächsten level zu heben. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht?
Zuallererst beende aber diese emotionale Bindung zum Ex! Der steht voll zwischen Dir und Deinem Ehemann!
ErwinM, 51
Danke für deine Meinung.
Ja, ich habe tatsächlich schon an eine Eheberatung gedacht und hab das auch noch nicht verworfen.
Ich hab mir für mich selbst mal das Jahr 2020 als "Zeitfenster" gesetzt, sollte sich also in den nächsten Monaten nichts ändern, werde ich das definitiv angehen.

Die emotionale Bindung zum Ex wird wohl immer bestehen bleiben. Das hab ich mittlerweile schon akzeptiert. Er wird immer ein Teil meines Lebens bleiben und komplett raus löschen möchte ich ihn nicht.
Ich habe bemerkt, dass es mir besser geht, wenn ich zumindest ab und zu von ihm höre. Wenn ich ihn komplett ausblende, werden die Gedanken an ihn nur noch mehr und ich neige dazu, ihn dann noch mehr zu idealisieren, was ja auch nicht förderlich für meine aktuelle Beziehung ist.
Ich hab darüber schon oft darüber nachgedacht, aber den Kontakt komplett zu kappen, bringe ich nicht fertig.
Das liegt aber nicht am Ex allein, ich muss dazu sagen, dass ich generell ein Typ Mensch bin, der alte Freundschaften pflegt und gerne mit Leuten von früher in Kontakt steht und bleibt.
 
  • #32
Du wirst für Dich allein nicht an diesen Punkt kommen.
Dein Mann weiß auch nur, dass es kriselt, "will für die Beziehung kämpfen" , weiß aber nicht mal warum.
Du klopfst Dir selbst auf die Schulter, weil Du trotz Gelegenheit nicht fremdgegangen bist? Nun, Gelegenheit hat man immer. Insbesondere wenn man sie sehen will und dafür empfänglich ist.
Wenn er Dir 100% verzeihen würde, was er dann ausschließlich wegen Deiner Person und nicht aus Überzeugung von offener Beziehung tun würde, wärest Du doch trotzdem "Arschloch" (sorry, Deine Worte).
Muss man immer alles auf dem Rücken anderer ausreizen?

Das scheint für mich die Sache mit der Katze und dem Schwanz zu sein. Du wirst Dich alleine im Kreis drehen.

Vielleicht solltest Du ihm gegenüber mal die Karten offen auf den Tisch legen.
Ich weiß, dass du recht hast.
Es stimmt, ich wäre trotzdem ein Arschloch. Ein selbst reflektiertes zwar, aber trotzdem ein Arschloch.

Über das Karten auf den Tisch legen habe ich auch schon nachgedacht und mehrere Möglichkeiten durchgespielt.
Ich gebe zu, ich habe Angst davor, dass mein Mann mir die Entscheidung abnimmt und mich verlässt, wenn er erfährt, worüber ich mir wirklich so Gedanken mache. Ich weiß nicht, wie er das verkraften würde.
Solange ich es nur mit mir allein ausmache, liegt auch die Verantwortung weitgehend bei mir alleine und ich hab die Kontrolle über die Ereignisse. Ich hab einfach Angst, dass für ihn der Aspekt mit dem Ex so verletzend ist, dass er die anderen Probleme, die ich in unserer Beziehung sehe, gar nicht mehr diskutiert werden.

Es gibt vieles, was bei uns nicht ganz rund läuft (Thema Kommunikation z.B.) und wo wir vielleicht Änderungsbedarf haben (gemeinsame Hobbies), aber die letzten Jahre sind wir ja auch gut so ausgekommen - ich weiß eben nur nicht, ob das nochmal 15 Jahre so weiter laufen kann, ob ich das nochmal 15 Jahre möchte.
Ich komm mit meinen Gedanken irgendwie nicht weiter, ja :(
 
  • #33
Ok, dann ist es nicht der Sex. Überrascht mich, weil Du so von Fremdgehen geschrieben hast.

Hast Du mal überlegt, was dieser Ex so Besonderes hatte, dass Du jetzt auf diese Weise an ihn zurückdenkst? Ist es wirklich der Mann (also war er z.B. lustiger, lockerer, philosophischer, ...) oder ist es einfach die Jugend, die Du damals hattest und die Unbeschwertheit des Lebens, die Du eigentlich mit Dir selbst verbindest, aber der Ex nur zufällig damals Dein Partner wurde?

Warum ich die Beziehung nicht mehr so schätzen kann wie früher, weiß ich eben selber nicht. es ist einfach ein Gefühl, das jetzt immer stärker wird, dass die ganze Corona Zeit mich psychisch etwas mitgenommen hat, kam dann noch obendrauf dazu und jetzt habe ich Angst, dass ich nie mehr zu diesem "Zufriedenheitsgefühl" von früher zurück komme.
Ich finde, das klingt eher nach einem Thema, das Du mit Dir selbst hast, aber nicht mit der Beziehung.
Corona schränkt ja nun alle ein und gerade in Beziehungen wird das vielleicht besonders merkbar, wenn sich das Leben sehr auf das häusliche und die Kontakte sehr auf den Partner reduzieren.

Was sind Deine Erwartungen ans Glück? Wenn Du es vor Corona empfandst, klingt das ja nicht so, als hättest Du irgendwelche Flausen über die Zukunft im Kopf.
 
  • #34
Die emotionale Bindung zum Ex wird wohl immer bestehen bleiben. Das hab ich mittlerweile schon akzeptiert. Er wird immer ein Teil meines Lebens bleiben und komplett raus löschen möchte ich ihn nicht.
Ich habe bemerkt, dass es mir besser geht, wenn ich zumindest ab und zu von ihm höre. Wenn ich ihn komplett ausblende, werden die Gedanken an ihn nur noch mehr und ich neige dazu, ihn dann noch mehr zu idealisieren, was ja auch nicht förderlich für meine aktuelle Beziehung ist.
Ich hab darüber schon oft darüber nachgedacht, aber den Kontakt komplett zu kappen, bringe ich nicht fertig.
Dieser Mann steht in der Tat im Moment zwischen Dir und Deinem Ehemann. In Kontakt zu bleiben ist nicht das gleiche wie idealisieren. Vielleicht brauchst Du auch da einen professionellen Anstoß, wie Du diese "Nebenbeziehung" transformieren könntest. Kannst Du sofort angehen.
ErwinM, 51
 
  • #35
Ich hab einfach Angst, dass für ihn der Aspekt mit dem Ex so verletzend ist, dass er die anderen Probleme, die ich in unserer Beziehung sehe, gar nicht mehr diskutiert werden.
Du könntest ja nun insoweit vorbeugen, dass die übrigen Problemchen vorrangig angegangen werden. Die werden aber vermutlich nicht befriedigend abgestellt werden können, weil die nicht Dein Hauptproblem sind.
Die Sache mit dem Ex wäre für mich selbst auch das Ende, würde mir jemand damit kommen.
Den Ex sehe ich hier allerdings für eher vorgeschoben, weil es Deine Gedanken (oder die allgemeine Unzufriedenheit) in Worte fassen lässt.

Was mich hier stört ist diese Kosten-Nutzen - Denke, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es tatsächlich auch um sein Wohl geht.
Ich denke, dass Du schon viel mehr abgeschlossen hast, als Du vielleicht meinst. Den Kontrollverlust gibt's gratis dazu - man kann halt nicht alles haben.

W, 46
 
  • #36
Ich nehme jetzt einmal an, dass alles wirklich so ist, wie du sagst – dass sowohl dein Job als auch dein Sexleben sehr erfüllend ist, deine Familie dir alles bedeutet, du deinen Mann als Menschen ehrlich liebst und er ein so toller, bemühter und liebenswerter Charakter ist, wie ihn so manche Frau ihr Leben lang sucht und nicht findet.

Dann frage ich mich, ob du das alles vielleicht deswegen nicht mehr zu schätzen weißt, weil es nach 15 Jahren so selbstverständlich geworden ist. Dass du entweder nie groß anders erlebt oder aber vergessen hast, wie es war, als du all das noch nicht hattest. Und dir somit die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, die dir klar machen würden, was für ein seltenes, unwahrscheinlich großes Glück es ist, dass es sowohl mit der Partnerschaft als auch mit dem Sex, der Familie und dem Beruf gut läuft.

Ich bin in meinem Leben durch ein paar richtig schlimme Beziehungen mit psychisch schwer gestörten Männern gegangen, war einige Jahre sehr einsam und depressiv und nahe dran, alle Hoffnung aufzugeben. Umso mehr mache ich mir jeden Tag seit fast vier Jahren bewusst, was für ein Schatz mein jetziger Partner ist, wie nicht-selbstverständlich unsere glückliche Beziehung ist und wie dankbar ich dafür sein darf. Manchmal, wenn ich hier ein paar Beziehungs- oder Singleproblemthreads gelesen habe, gehe ich erstmal zu meinem Freund, umarme ihm und sage ihm, wie froh ich bin, dass wir solche Probleme nicht haben oder ich mich nicht mehr mit jahrelangem Suchen herumschlagen muss.

Es gibt ein sehr schönes und wahres Zitat aus der Serie Desperate Housewives, an das mich deine Situation erinnert hat. Dort schiebt der Charaker Lynette auch irgendwann eine Midlife-Crisis, obwohl sie einen liebenden Mann, eine intakte Familie und einen tollen Job hat. Aber letztendlich stellt sie folgendes fest:

"Eure Hochzeit ist einer der schönsten Tage eures Lebens, denn es ist der Tag, an dem euch klar wird: 'Ich habe endlich das, was ich zu meinem Glück brauche.' Und dann vergesst ihr es. Und dann passiert folgendes: anstatt jeden Morgen aufzuwachen und zu rufen 'jemand liebt mich', fangt ihr an herum zu suchen und denken 'Was will ich jetzt? Was brauche ich als nächstes zu meinem Glück?' Also sucht und sucht ihr und denkt immer, ihr hättet es gefunden, aber nichts funktioniert. Der Grund dafür, dass nichts funktioniert ist nämlich der: Das Loch in eurem Herzen, dass ihr zu füllen versucht, ist schon längst gefüllt. Ihr habt es nur vergessen. Vergesst es niemals. Denkt immer daran wie sehr ihr geliebt werden wolltet und wie sehr ihr geliebt werden. Und ich glaube, wenn ihr das könnt, und leicht ist das nicht, dann werdet ihr aufhören zu suchen und merken, dass ihr schon alles habt zu eurem Glück. "

Also ja, vielleicht ist es bei dir tatsächlich das:

Ich hab mir aber auch überlegt, ob ich vielleicht meine Erwartung ans "Glücklichsein" ändern oder überdenken muss.
W, 27
 
  • #37
Alles im Leben hat seinen Preis. Als Single kann man sich durch die Gegend vögeln ohne jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, hat aber diese Sicherheit/ Geborgenheit nicht, andersherum den zum Teil langweiligen Alltagstrott mit Partner und Kind, aber die Sicherheit/Geborgenheit.

Es klingt für mich so, dass du ALLES haben möchtest, den tollen zuverlässigen Ehemann, euer Familienleben mit Kind, einen aufregenden Job, abwechslungsreicher Alltag, Liebhaber... DAS ist aber nicht die Realität. Ich kenne auch niemanden, der so ein Leben führt. Ich denke, du musst aufwachen und wirklich mit dem zufrieden sein was du hast, du hast ziemlich viel.
 
  • #38
Doch seit letztem Jahr ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich unsere Beziehung in Frage stelle.
Ich finde es ziemlich normal, die eigene Beziehung nach recht langer Zeit »in Frage« zu stellen, halte das sogar für sehr gesund! Es ist ja nichts anderes, als sein bisheriges Leben mal zu durchleuchten.
In deinem Eingangsschreiben klingt auch keine grundsätzliche Unzufriedenheit durch, du hast einfach das tägliche Allerlei satt; nachvollziehbar. Nur: deshalb solltest du nicht eure glückliche Familie (davon schreibst du ja auch) auf's Spiel setzen, denn früher oder später würde sie dir sehr fehlen!

Ich an deiner Stelle würde mit meinem Partner sprechen, ihm deine Gefühle so beschreiben, wie du das hier gemacht hast. Mit ihm zusammen überlegen, wie ihr (BEIDE) aus dem Trott ausbrechen könnt. Schmiedet Pläne, erst einmal kleinere, wie einen gemeinsamen Tanzkurs, meldet euch an der Uni zu Gastvorlesungen an und sucht ein Thema aus, das euch beide interessiert, macht einen gemeinsamen Kochkurs im Piemont oder sonstwo, oder besucht ein Weinseminar (vielleicht eher seines).

Wenn es etwas mehr sein darf, plant eine wirklich große Reise (China, Mongolei, Orient im Wohnmobil), die Planung dauert und irgendwann ist die Corona-Zeit hoffentlich auch vorbei. Kauft euch evtl. ein schönes gebrauchtes Wohnmobil und fangt schon mal an zu träumen ... Euren Sohn könnt ihr evtl. für ein paar Wochen bei den Großeltern o.ä. unterbringen, damit ihr wirklich Zeit füreinander habt.

All diese Dinge verbinden - und können wirklich begeistern! Denn ich glaube, dass genau DAS euch fehlt: am Anderen wieder die Freude für Gemeinsames entdecken.

Obwohl ich Affären grundsätzlich nicht verdamme, bekommen sie nicht jeder eingeschlafenen Beziehung wirklich gut. Bei dir vermute ich eher, dass dich diese Entscheidung unglücklich machen würde - deshalb solltest du nicht einmal davon träumen. Denn »Affäre muss man/frau können« (das habe ich hier schon öfters geschrieben), nur dann bleibt sie leicht und unverbindlich. Dich würde sie völlig aus der Bahn werfen, vermute ich. Deshalb: schlechter Rat. Du/ihr schafft das auch ohne!
 
  • #39
Ich bin in meinem Leben durch ein paar richtig schlimme Beziehungen mit psychisch schwer gestörten Männern gegangen, war einige Jahre sehr einsam und depressiv und nahe dran, alle Hoffnung aufzugeben.
Die Fragestellerin möche genau diese Erfahrung aber erst noch machen, bzw. sie "muss" diese Erfahrung erst selber machen um zu wissen, was du schon weist! Das ist wie ein Kind, dem man sagt, warum es in der Schule lernen soll. Die einen lernen, weil sie ein Bauchgefühl dafür haben, dass das schlauer ist ....die anderen lernen nicht und müssen erst die Erfahrung machen, dass z.B. mit 30 beruflich nicht dort stehen, wo sie eigentlich hin möchten. Für mache (aber bei weitem nicht für alle) der letzteren gibt es dann noch den zweiten Bildungsweg.

Leider ist es bei Beziehungen so wie bei Schulkindern. Der Rat von aussen (z.B. dieses Forum) kann nur bei ganz wenigen etwas beeinflussen! In dem Moment, wo die FS schon so viel in diese Richtung denkt, dass es sich für sie lohnt eine Frage in diesem Forum zu stellen, ist eigentlich schon alles gelaufen! Es ist dann nicht mehr die Frage "ob", sondern nur "wann" sie diese Erfahrung selber machen will und auch wird!

V.m50

PS: natürlich gibt es auch Fälle, wo jemand nach einer solchen Trennung einen noch viel besseren Partner findet! Schließlich gibt es ja auch die Schulkinder, bei denen sich herausstellt, dass sie z.B. so gut gegen einen Ball treten können, dass lernen vollkommen irrelevant für ihr Leben ist! Doch für wieviele gillt das?
 
  • #40
Ok, dann ist es nicht der Sex. Überrascht mich, weil Du so von Fremdgehen geschrieben hast.

Hast Du mal überlegt, was dieser Ex so Besonderes hatte, dass Du jetzt auf diese Weise an ihn zurückdenkst? Ist es wirklich der Mann (also war er z.B. lustiger, lockerer, philosophischer, ...) oder ist es einfach die Jugend, die Du damals hattest und die Unbeschwertheit des Lebens, die Du eigentlich mit Dir selbst verbindest, aber der Ex nur zufällig damals Dein Partner wurde?

Was sind Deine Erwartungen ans Glück? Wenn Du es vor Corona empfandst, klingt das ja nicht so, als hättest Du irgendwelche Flausen über die Zukunft im Kopf.
Ja, das hab ich tatsächlich schon mal überlegt.
Und ja, ich glaube es war einfach die Jugend, diese Unbeschwertheit, an die er mich erinnert, er ist eben eine wundervolle Möglichkeit und eine Art Option für mich, aber ich weiß nicht, ob es mir auf Dauer gut tut, immer diese Option im Hinterkopf zu haben.

Ja, ich war wirklich glücklich und sehr zufrieden mit meinem Leben, das kann ich zugeben und das wusste ich auch immer zu schätzen.
Und dann kam Corona und ich saß wochenlang zuhause im Home Office, Mann und Kind haben mir zugesetzt und es gab keine Pausen mehr und ich weiß, das sind Luxusprobleme, aber da hab ich erst gemerkt, wie wichtig mir mein Büro und mein Arbeitsalltag sind und das hat mich einfach sehr aus der Bahn geworfen, damit hatte ich niemals gerechnet.

Ich war immer stolz darauf, mich eben nicht dauernd verändern zu wollen, nicht dauernd neue Hobbies suchen zu müssen, sondern einfach durch den Alltag so erfüllt zu sein, dass ich jeden Abend zufrieden ins Bett gehe - aber das fehlt jetzt irgendwie.
 
  • #41
Du könntest ja nun insoweit vorbeugen, dass die übrigen Problemchen vorrangig angegangen werden. Die werden aber vermutlich nicht befriedigend abgestellt werden können, weil die nicht Dein Hauptproblem sind.
Die Sache mit dem Ex wäre für mich selbst auch das Ende, würde mir jemand damit kommen.
Den Ex sehe ich hier allerdings für eher vorgeschoben, weil es Deine Gedanken (oder die allgemeine Unzufriedenheit) in Worte fassen lässt.

Was mich hier stört ist diese Kosten-Nutzen - Denke, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es tatsächlich auch um sein Wohl geht.
Ich denke, dass Du schon viel mehr abgeschlossen hast, als Du vielleicht meinst. Den Kontrollverlust gibt's gratis dazu - man kann halt nicht alles haben.

W, 46
Worin siehst du mein Hauptproblem, wenn ich so fragen darf? Wenn es deiner Meinung nach nicht der Ex ist? Dass ich tatsächlich schon mit der Beziehung abgeschlossen habe?
 
  • #42
Ich nehme jetzt einmal an, dass alles wirklich so ist, wie du sagst – dass sowohl dein Job als auch dein Sexleben sehr erfüllend ist, deine Familie dir alles bedeutet, du deinen Mann als Menschen ehrlich liebst und er ein so toller, bemühter und liebenswerter Charakter ist, wie ihn so manche Frau ihr Leben lang sucht und nicht findet.

Dann frage ich mich, ob du das alles vielleicht deswegen nicht mehr zu schätzen weißt, weil es nach 15 Jahren so selbstverständlich geworden ist. Dass du entweder nie groß anders erlebt oder aber vergessen hast, wie es war, als du all das noch nicht hattest. Und dir somit die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, die dir klar machen würden, was für ein seltenes, unwahrscheinlich großes Glück es ist, dass es sowohl mit der Partnerschaft als auch mit dem Sex, der Familie und dem Beruf gut läuft.

Es gibt ein sehr schönes und wahres Zitat aus der Serie Desperate Housewives, an das mich deine Situation erinnert hat. Dort schiebt der Charaker Lynette auch irgendwann eine Midlife-Crisis, obwohl sie einen liebenden Mann, eine intakte Familie und einen tollen Job hat. Aber letztendlich stellt sie folgendes fest:

"Eure Hochzeit ist einer der schönsten Tage eures Lebens, denn es ist der Tag, an dem euch klar wird: 'Ich habe endlich das, was ich zu meinem Glück brauche.' Und dann vergesst ihr es. Und dann passiert folgendes: anstatt jeden Morgen aufzuwachen und zu rufen 'jemand liebt mich', fangt ihr an herum zu suchen und denken 'Was will ich jetzt? Was brauche ich als nächstes zu meinem Glück?' Also sucht und sucht ihr und denkt immer, ihr hättet es gefunden, aber nichts funktioniert. Der Grund dafür, dass nichts funktioniert ist nämlich der: Das Loch in eurem Herzen, dass ihr zu füllen versucht, ist schon längst gefüllt. Ihr habt es nur vergessen. Vergesst es niemals. Denkt immer daran wie sehr ihr geliebt werden wolltet und wie sehr ihr geliebt werden. Und ich glaube, wenn ihr das könnt, und leicht ist das nicht, dann werdet ihr aufhören zu suchen und merken, dass ihr schon alles habt zu eurem Glück. "




W, 27
Ja, vielleicht hast du recht. Vielleicht fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten. Vielleicht weiß ich es einfach nicht mehr zu schätzen, das hab ich auch schon geschrieben.
Ich weiß, dass sich viele Single Frauen in meinem Alter so nach dem sehnen, was ich habe und ich nehme mir jeden Tag vor, die Zeit mit meinem Partner bewusster zu genießen, freundlicher zu sein, kuscheliger, und dann reicht oftmals ein Blick oder ein Satz in dem wir uns wieder missverstehen und aneinander vorbei reden und alle Vorsätze sind wieder dahin.
Ich frage mich oft: War es immer schon so schwierig zwischen uns? Oder stört es mich nur jetzt nach dieser langen Zeit so massiv?
 
  • #43
Ich finde es ziemlich normal, die eigene Beziehung nach recht langer Zeit »in Frage« zu stellen, halte das sogar für sehr gesund! Es ist ja nichts anderes, als sein bisheriges Leben mal zu durchleuchten.
In deinem Eingangsschreiben klingt auch keine grundsätzliche Unzufriedenheit durch, du hast einfach das tägliche Allerlei satt; nachvollziehbar. Nur: deshalb solltest du nicht eure glückliche Familie (davon schreibst du ja auch) auf's Spiel setzen, denn früher oder später würde sie dir sehr fehlen!

Ich an deiner Stelle würde mit meinem Partner sprechen, ihm deine Gefühle so beschreiben, wie du das hier gemacht hast. Mit ihm zusammen überlegen, wie ihr (BEIDE) aus dem Trott ausbrechen könnt. Schmiedet Pläne, erst einmal kleinere, wie einen gemeinsamen Tanzkurs, meldet euch an der Uni zu Gastvorlesungen an und sucht ein Thema aus, das euch beide interessiert, macht einen gemeinsamen Kochkurs im Piemont oder sonstwo, oder besucht ein Weinseminar (vielleicht eher seines).

Wenn es etwas mehr sein darf, plant eine wirklich große Reise (China, Mongolei, Orient im Wohnmobil), die Planung dauert und irgendwann ist die Corona-Zeit hoffentlich auch vorbei. Kauft euch evtl. ein schönes gebrauchtes Wohnmobil und fangt schon mal an zu träumen ... Euren Sohn könnt ihr evtl. für ein paar Wochen bei den Großeltern o.ä. unterbringen, damit ihr wirklich Zeit füreinander habt.

All diese Dinge verbinden - und können wirklich begeistern! Denn ich glaube, dass genau DAS euch fehlt: am Anderen wieder die Freude für Gemeinsames entdecken.

Obwohl ich Affären grundsätzlich nicht verdamme, bekommen sie nicht jeder eingeschlafenen Beziehung wirklich gut. Bei dir vermute ich eher, dass dich diese Entscheidung unglücklich machen würde - deshalb solltest du nicht einmal davon träumen. Denn »Affäre muss man/frau können« (das habe ich hier schon öfters geschrieben), nur dann bleibt sie leicht und unverbindlich. Dich würde sie völlig aus der Bahn werfen, vermute ich. Deshalb: schlechter Rat. Du/ihr schafft das auch ohne!
Danke für deinen für mich wirklich wertvollen Beitrag. Ich werde deinen Rat beherzigen und diese Themen angehen.

Ich glaube du hast recht. Ich glaube auch, dass mich eine Affäre unglücklich machen würde, mich sogar total aus der Bahn werfen würde und ich danach alles bereuen würde.
 
  • #44
Der Rat von aussen (z.B. dieses Forum) kann nur bei ganz wenigen etwas beeinflussen! In dem Moment, wo die FS schon so viel in diese Richtung denkt, dass es sich für sie lohnt eine Frage in diesem Forum zu stellen, ist eigentlich schon alles gelaufen! Es ist dann nicht mehr die Frage "ob", sondern nur "wann" sie diese Erfahrung selber machen will und auch wird!
Das sehe ich nicht so.
Ich bin immer noch im Reflexionsprozess, auf der Suche nach Ursachen für meine Krise, und daher hab ich mich hier angemeldet und wollte einfach neuen Input hören.
Im Alltag rede ich nur mit 1 Person komplett offen so wie hier, mit meiner besten Freundin, und ich wollte auch mal andere Meinungen dazu hören.

Vielleicht muss ich diese Erfahrung ja auch gar nicht machen, sondern kann wieder schätzen lernen, was ich habe. Das würde ich mir ja wünschen.
 
  • #45
Der Knackpunkt deiner Unzufriedenheit liegt einzig alleine an deinem Ex, Exen sollten Exen sein, der lässt dich nicht zufrieden sein, nicht glücklich sein, da du mit ihm den Kontakt nicht abbrechen möchtest, wirst du mit dieser Situation weiterhin leben müssen, das wird dir jeder kompetente Therapeut auch sagen!
Ich würde niemals Kontakte mit Exen pflegen und das erwarte ich genauso umgekehrt, das geht gar nicht, würde meine Partnerin das machen, ich würde mich sofort trennen!
 
  • #46
Worin siehst du mein Hauptproblem, wenn ich so fragen darf? Wenn es deiner Meinung nach nicht der Ex ist? Dass ich tatsächlich schon mit der Beziehung abgeschlossen habe?
Ich denke, dass Du aus den alten Strukturen ausbrechen möchtest.
Du beschreibst den Ex als Option. Würde es ihn nicht geben wäre die Option wahrscheinlich Mr. Unbekannt.
Vielleicht habe ich es übersehen: Ich habe noch nichts gelesen, was den Ex nun so besonders macht, außer dass das Sexpaket seit 15 Jahren rückständig ist, das Du aber gar nicht brauchst, weil Du insoweit gut versorgt bist.

Ich würde sagen, dass sich jemand schon ein Stück weit vom Partner entfernt haben muss, wenn Risiken/Folgen einer Affaire überdacht werden.
Die Frage lautet ja auch "Trennung nach..." und nicht "wie kann ich unsere Beziehung retten" o. ä.

Wie schon hier geschrieben wurde, Du möchtest alles. Dich ausprobieren und auch in die Sicherheit zurück kommen können, wenns doch nicht so doll war.

Mir wäre das zu unfair. Außerdem können nur beide Seiten an einer bestehenden Beziehung arbeiten, wenn beide um alle Probleme wissen.
 
  • #47
Der Knackpunkt deiner Unzufriedenheit liegt einzig alleine an deinem Ex, Exen sollten Exen sein, der lässt dich nicht zufrieden sein, nicht glücklich sein, da du mit ihm den Kontakt nicht abbrechen möchtest, wirst du mit dieser Situation weiterhin leben müssen, das wird dir jeder kompetente Therapeut auch sagen!
Ich würde niemals Kontakte mit Exen pflegen und das erwarte ich genauso umgekehrt, das geht gar nicht, würde meine Partnerin das machen, ich würde mich sofort trennen!
Ich denke zum ersten Mal seit langem wirklich intensiv darüber nach, den Kontakt abzubrechen.

Kontakt mit Ex Partnern finde ich nicht per se schlimm, es kommt auch darauf an, wie man dies kommuniziert und wie beide Partner dazu stehem. aber in meinem konkreten Fall wäre es wahrscheinlich auf jeden Fall vernünftiger, diesen Kontakt zu unterbinden, das stimmt.
 
  • #48
Und dann kam Corona und ich saß wochenlang zuhause im Home Office, Mann und Kind haben mir zugesetzt und es gab keine Pausen mehr und ich weiß, das sind Luxusprobleme
Wer will dazu ein Urteil fällen? Ich meine, Du hast nunmal DIESE Probleme.

Bei der Corona-Krise denke ich zum einen: Naja, das wird die Leute negativ beeinflussen, dies und das geht nicht, Einschränkung, Unsicherheit usw.. Die Kollegen fehlen, das Außer-Haus-Gehen fehlt usw..
Aber wenn ein Paar sich wirklich nicht aushält, frage ich mich, was die miteinander zu tun haben. Mich hat immer schon gewundert, dass Leute, die sich an Feiertagen nicht verstehen, zusammenbleiben. Oder die im Urlaub ein Anspannungsgefühl haben, weil "zu viel Partner" passiert. Da ist ja auch die Arbeit eine Weile weg und man merkt deutlich, wie die Partnerschaft ist und mit wem man zusammen ist. Denke sie, das wird besser, wenn beide in Rente gehen, oder müssen dann auch ganz schnell außerhäusige Aktivitäten her, damit man den anderen bloß nicht so merkt?

Zu dem Ex klingt das ja eher so, als sei es nur die Zeit gewesen, die Du vermisst, nicht aber den konkreten Mann.

Könntest Du genau benennen, was Du gern anders gehabt hättest, als Du mit Kind und Mann im Home Office warst? Was genau hast Du dabei deutlich an Deinem Mann kennengelernt, was Du vorher so nicht wusstest? Musst Du hier nicht schreiben, ich würde nur mal drüber nachdenken, ob es bei ihm auch Anspannung wegen der Krise ist, oder ob Du Eigenschaften gesehen hast, die Dich abgestoßen haben.
 
  • #49
Ich denke, dass Du aus den alten Strukturen ausbrechen möchtest.
Du beschreibst den Ex als Option. Würde es ihn nicht geben wäre die Option wahrscheinlich Mr. Unbekannt.
Vielleicht habe ich es übersehen: Ich habe noch nichts gelesen, was den Ex nun so besonders macht, außer dass das Sexpaket seit 15 Jahren rückständig ist, das Du aber gar nicht brauchst, weil Du insoweit gut versorgt bist.

Ich würde sagen, dass sich jemand schon ein Stück weit vom Partner entfernt haben muss, wenn Risiken/Folgen einer Affaire überdacht werden.
Die Frage lautet ja auch "Trennung nach..." und nicht "wie kann ich unsere Beziehung retten" o. ä.

Wie schon hier geschrieben wurde, Du möchtest alles. Dich ausprobieren und auch in die Sicherheit zurück kommen können, wenns doch nicht so doll war.

Mir wäre das zu unfair. Außerdem können nur beide Seiten an einer bestehenden Beziehung arbeiten, wenn beide um alle Probleme wissen.
Das ist eben die Frage. Würde es den Ex nicht geben - wäre ich dann auch an diesem Punkt? Ist er Auslöser der Krise oder einfach nur ein Punkt, der obendrauf dazu kommt?
Eine Affäre mit einem Unbekannten reizt mich null, da gäbe es überhaupt niemandem in meinem Umfeld, bei dem ich nur eine Millisekunde daran gedacht hätte.
Das ist eben nur dieser Ex, der diese Sehnsüchte bei mir auslöst.

der Threadtitel hat bewusst ein ? nach "Trennung nach 15 Jahren" - Weil ich nicht weiß, ob ich eine Trennung will, ob dies überhaupt sinnvoll ist oder ob ich meine Krise vielleicht anders lösen kann.
Außerem hab ich mich hier der Mehrheit der anderen Threadtitel angeschlossen, ich hab vorhin ziemlich viel hier geschmökert und das hat mich wohl unbewusst inspiriert. :)
 
  • #50
Liebe Hannah,

eigentlich wirkst du wundervoll klar: du hast beide »Störfaktoren« im Blick (Corona-Auszeit und in der Folge die Träume um deine frühere Beziehung) und ich traue dir durchaus zu, deine Balance wiederzufinden!

Wir alle sind mehr oder weniger lädiert durch den Lockdown gekommen, die einen haben angefangen, über ihr bisheriges Leben nachzudenken, die anderen haben es sogar genossen, aus dem Stress des Alltags endlich abzutauchen und zu begreifen, was sie alles genießen könn(t)en.

Wenn du es schaffst, diesen Zwangsrückzug nachträglich richtig einzuordnen, ihm sogar etwas abzugewinnen, bist du schon wieder auf dem guten Weg! Dass du dir »deine Jugendzeit« schön träumst, ist in Corona-Zeiten ganz normal: wie oft hören wir augenblicklich den Seufzer, ach, ich will ja nur, dass es wieder so ist, wie früher! Dazu gehört dann auch die Vorstellung, dass früher alles besser war.

War es aber nicht! Du hast beispielsweise erwähnt, dass der Sex mit deiner früheren Liebe nicht wirklich gut war. Dass du es jetzt (neben befriedigendem Sexleben) genießt, gute Gespräche mit deinem Partner zu führen. Dass es »rund« läuft, in eurer Beziehung.

Damals, bei dem Ex, warst du eine völlig andere Person, als heute. Ihr wart jung, unbeschwert, vielleicht auch naiv.
Heute weißt du, was wichtig ist im Leben. Du bist Mutter - und genießt das. Du weißt, dass du auch schwierige Situationen mit deinem Mann zusammen bewältigst. Ihr habt euch etwas zu sagen und zu geben.

Überlege einfach mal, wieviel Menschen es in der Corona-Zeit schlechter ging (geht), als euch: den Alleinerziehenden, denen, die ihre Arbeit verloren haben und nicht wissen, wie sie die Familie ernähren sollen. Und vor allem denen, die einen nahen Menschen durch die Krankheit verloren haben. Dagegen stehst du doch prima da!

Ich will hier nicht die Dankbarkeitskeule hervorholen, dich nur ein bisschen wachrütteln. Denn du bist in der Lage und auch bereit, über dich, euch, nachzudenken. Und deshalb bin ich sicher, dass du das momentane Tief überwindest, auch wenn das eine Weile dauert. Das geht - derzeit - vielen so; nur anderen fehlt oft die Erkenntnis (die du ganz offensichtlich hast. Du musst sie nur beim Schopf packen!).
 
  • #51
weil er unsere Probleme gar nicht als so gravierend wahrgenommen hat. Er möchte definitiv um unsere Beziehung kämpfen.

Liebe FS,
dass er erkannt hat, ihr habt ein gravierendes Problem ist der wichtigste Schritt überhaupt. Hoffentlich kämpft er in die richtige Richtung und nicht nur er, sondern auch Du.
Wenn bei beiden diese Motivation vorliegt, dann ist das die beste Voraussetzung alles wieder hinzubekommen und wert auch eine Ehebratung hinzuzuziehen.

Damit es was werden kann und Du den Kopf dafür frei hast, solltest Du konsequent den Kontakt zum Ex abbrechen, statt immer wieder begehrlich in seine Richtung zu luschern und zu idealisieren, was er garnicht an Eigenschaften hat, sondern nur Deine Wünsche sind.

Es gibt nichts abzuschließen, den es wurde alles schon vor 15 Jahren beendet und abgeschlossen. Du sitzt Illusionen auf, die Deine Ehe gefährden. Das solltest Du Dir vergegenwärtigen und konsequent handeln.

Ich kenne so viele Ehen, die kaputt gegangen sind, weil eine Jugendliebe grad solo war, der Kontakt aus purer Langeweile oder Verzweifelunbg aktiviert wurde und den in der Ehe befindlichen Part zum Hinwerfen motiviert hat. Leider kenne ich niemanden, bei dem es zu einer guten Reaktivierung der Jugendliebe in eine dauerhafte Beziehung in den mittleren und späten Jahren geführt hat.

Meine Jugend verklären und versuchen sie fortzusetzen ist nicht mein Ding, sondern ich bin in meinem Alter verdammt zufrieden mit meinem Leben. Sollte ich ein Problem mit dem Mann in meiner jetzigen Lebensphase haben, dann grabe ich niemanden frustriert und illusionierend aus, mit dem ich in einer ganz anderen Lebensphase schomal aus guten Gründen gescheitert bin, sondern löse vorrangig das Problem mit meinem Mann jetzt.
Gelingt das nicht, dann suche ich mir im Zweifelsfall einen neuen Mann, der jetzt in mein Leben passt, als bei den abgelegten Klamotten zu buddeln, ob noch was Brauchbares darunter ist - denn das passt selten ins hier und jetzt.

Träume sind Schäume. Stell das ein, denn es bereitet Dir Probleme, die Du nicht haben musst.

Bei der FS sehe ich das Problem, dass sie sehr in der Vergangenheit verhaftet ist: Träumereien, wie toll es mit einem Mann sein könnte, mit dem sie vor 15 Jahren noch nichtmal Sex hatte - sorry, aber so geht Pubertät und das mit 40.

Es mangelt ihr an erwachsener Lösungskompetenz, wie sie sich benötigte Auszeiten verschaffen konnte, denn sowohl einen Mann, wie auch ein 11-jähriges Kind kann man jeden Tag 2-3 Stunden sich selber überlassen. Wir hatten ja keinen generellen Hausarrest sondern nur Kontaktbeschränkungen und reduzierte Möglichkeiten zur institutionellen /konsumorientierten Freizeitgestaltung, was kein Problem für Menschen ist, die sich selber ertragen können.
 
  • #52
Wir hatten ja keinen generellen Hausarrest sondern nur Kontaktbeschränkungen und reduzierte Möglichkeiten zur institutionellen /konsumorientierten Freizeitgestaltung, was kein Problem für Menschen ist, die sich selber ertragen können.
Es tut gut, das einmal so deutlich zu lesen! Manchmal habe ich den Eindruck, dass - was den Lockdown angeht - auf sehr hohem Niveau gejammert wird. Müssen wir alle denn rund-um-die-Uhr bespasst werden? Haben nur wenige noch die Bilder von Bergamo im Kopf?
Sind so viele nicht in der Lage, »sich selbst zu ertragen«, wie du, Vikky, schreibst? Gibt es keine Bücher, Stifte zum Schreiben, Filme im Netz, ansprechbare Familienmitglieder?
Also ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, weit weg gewünscht o.ä. in den vergangenen Monaten. Meine Freunde und Freundinnen haben alle Telefon (natürlich auch mein Liebster, der nicht hier wohnt), ich muss mich in diesen Tagen nicht in einen Flieger zwängen, um an vollen Stränden auf Malle das Gegröle der »Einsamen, zwangsweise Eingesperrten« zu ertragen. Ich muss auch nicht unrealistischen (und zermürbenden) Träumen nachhängen, »was wäre wenn?«.

@HannahBaker sollte sich das alles mal klar machen - und all das hat nix mit Midlifecrisis zu tun!
 
  • #53
Liebe Hannah,

eigentlich wirkst du wundervoll klar: du hast beide »Störfaktoren« im Blick (Corona-Auszeit und in der Folge die Träume um deine frühere Beziehung) und ich traue dir durchaus zu, deine Balance wiederzufinden!

Wir alle sind mehr oder weniger lädiert durch den Lockdown gekommen, die einen haben angefangen, über ihr bisheriges Leben nachzudenken, die anderen haben es sogar genossen, aus dem Stress des Alltags endlich abzutauchen und zu begreifen, was sie alles genießen könn(t)en.

Wenn du es schaffst, diesen Zwangsrückzug nachträglich richtig einzuordnen, ihm sogar etwas abzugewinnen, bist du schon wieder auf dem guten Weg! Dass du dir »deine Jugendzeit« schön träumst, ist in Corona-Zeiten ganz normal: wie oft hören wir augenblicklich den Seufzer, ach, ich will ja nur, dass es wieder so ist, wie früher! Dazu gehört dann auch die Vorstellung, dass früher alles besser war.

War es aber nicht! Du hast beispielsweise erwähnt, dass der Sex mit deiner früheren Liebe nicht wirklich gut war. Dass du es jetzt (neben befriedigendem Sexleben) genießt, gute Gespräche mit deinem Partner zu führen. Dass es »rund« läuft, in eurer Beziehung.

Damals, bei dem Ex, warst du eine völlig andere Person, als heute. Ihr wart jung, unbeschwert, vielleicht auch naiv.
Heute weißt du, was wichtig ist im Leben. Du bist Mutter - und genießt das. Du weißt, dass du auch schwierige Situationen mit deinem Mann zusammen bewältigst. Ihr habt euch etwas zu sagen und zu geben.

Überlege einfach mal, wieviel Menschen es in der Corona-Zeit schlechter ging (geht), als euch: den Alleinerziehenden, denen, die ihre Arbeit verloren haben und nicht wissen, wie sie die Familie ernähren sollen. Und vor allem denen, die einen nahen Menschen durch die Krankheit verloren haben. Dagegen stehst du doch prima da!

Ich will hier nicht die Dankbarkeitskeule hervorholen, dich nur ein bisschen wachrütteln. Denn du bist in der Lage und auch bereit, über dich, euch, nachzudenken. Und deshalb bin ich sicher, dass du das momentane Tief überwindest, auch wenn das eine Weile dauert. Das geht - derzeit - vielen so; nur anderen fehlt oft die Erkenntnis (die du ganz offensichtlich hast. Du musst sie nur beim Schopf packen!).
Du hast recht und ich danke dir für deine Worte.
Ich hoffe wirklich, dass ich das jetzige Tief überwinden kann.

Heute habe ich jedenfalls an einen größeren Urlaub, den mein Mann und ich schon lange machen wollten, gedacht. Abends werde ich das mit ihm besprechen und dann werden wir die Planung angehen und hoffentlich im Herbst die Reise machen. <3
 
  • #54
Damit es was werden kann und Du den Kopf dafür frei hast, solltest Du konsequent den Kontakt zum Ex abbrechen, statt immer wieder begehrlich in seine Richtung zu luschern und zu idealisieren, was er garnicht an Eigenschaften hat, sondern nur Deine Wünsche sind.

Es gibt nichts abzuschließen, den es wurde alles schon vor 15 Jahren beendet und abgeschlossen. Du sitzt Illusionen auf, die Deine Ehe gefährden. Das solltest Du Dir vergegenwärtigen und konsequent handeln.

Ich kenne so viele Ehen, die kaputt gegangen sind, weil eine Jugendliebe grad solo war, der Kontakt aus purer Langeweile oder Verzweifelunbg aktiviert wurde und den in der Ehe befindlichen Part zum Hinwerfen motiviert hat. Leider kenne ich niemanden, bei dem es zu einer guten Reaktivierung der Jugendliebe in eine dauerhafte Beziehung in den mittleren und späten Jahren geführt hat.
Das Kontakt abbrechen beschäftigt mich sehr, seit das hier im Forum so oft angesprochen wurde.
Ich hab das bisher immer nur kurz angedacht und dann sofort verworfen, aber ich denke, das könnte wirklich der Schlüssel für einen Neustart mit meinem Mann sein.

Bei der FS sehe ich das Problem, dass sie sehr in der Vergangenheit verhaftet ist: Träumereien, wie toll es mit einem Mann sein könnte, mit dem sie vor 15 Jahren noch nichtmal Sex hatte - sorry, aber so geht Pubertät und das mit 40.

Es mangelt ihr an erwachsener Lösungskompetenz, wie sie sich benötigte Auszeiten verschaffen konnte, denn sowohl einen Mann, wie auch ein 11-jähriges Kind kann man jeden Tag 2-3 Stunden sich selber überlassen. Wir hatten ja keinen generellen Hausarrest sondern nur Kontaktbeschränkungen und reduzierte Möglichkeiten zur institutionellen /konsumorientierten Freizeitgestaltung, was kein Problem für Menschen ist, die sich selber ertragen können.
Ich fühle mich zwar nicht als pubertierend, aber vielleicht liegt der Schluss nahe, da ich ja geschrieben habe, ich sehne mich nach dem Gefühl der Vergangenheit, nach dieser Unbeschwertheit, die mein Ex in mir weckt.

Erwachsene Lösungskompetenz nenne ich prinzipiell schon als eine meiner Charaktereigenschaften. In Zeiten von Corona, die ja so noch nie da und für jeden von uns auf eine andere Art eine Herausforderung waren, mussten wir uns einfach radikal umstellen und das fiel mir schwer.

Außerdem weißt du ja nicht, ob ich nicht in einem Gebiet lebe, in dem eine totale Quarantäne verhängt wurde, oder selbst in Quarantäne war und mein Haus nicht verlassen durfte.

Ich kann mich selbst sehr gut ertragen, in meiner Partnerschaft und auch Familie brauche ich aber immer wieder Freiräume, um meine Energie aufzuladen, und dazu stehe ich auch und sehe es nicht als Schwäche ein.
Manche brauchen mehr Nähe, lieben es mit dem Partner zusammen zu arbeiten und sich 24h am Tag zu sehen, für mich war das Neuland und wir hatten auch sonst wenig Pausen in dieser Zeit.
 
  • #55
Vielleicht wäre es hilfreich, mal den Ex und das Leben mit ihm im Vergleich gegenüberzustellen mit dem heutigen Leben und dem aktuellen Partner? Dann kannst Du vielleicht besser ausmachen, ob es am Mann liegt oder am Alter oder an Corona-Hausarrest.

Bei der FS sehe ich das Problem, dass sie sehr in der Vergangenheit verhaftet ist: Träumereien, wie toll es mit einem Mann sein könnte, mit dem sie vor 15 Jahren noch nichtmal Sex hatte
Möglich, dass es zu viele Träumereien sind. Vor der Coronakrise waren sie nicht so dicht aufeinander, da konnte sie sich vielleicht noch mehr zusammenträumen. Jetzt ist die knallharte Realität da, und die ist vielleicht anders als das Diffuse, was sie immer dachte, wie ihre Beziehung und der Mann sei?

Vielleicht gab es mit der früheren Liebe eine andere Art der Nähe, eine gefühlsmäßige, tiefe, seelische Nähe, die mit dem Jetzt-Mann nicht möglich ist. Vielleicht ist diese Nähe sowieso nicht möglich, wenn man versucht, ein gemeinsames Alltagsleben zu haben? Zu viel Gelaber und Streit um Gedöns? Vielleicht brauchen manche wirklich viel Abstand, um sich ein Bild vom Partner aufrecht zu erhalten, das liebenswert ist für sie? Man kann doch auch viel romantischer sein, wenn man sich nicht um Alltagskram zofft oder was zusammen regeln muss.
 
  • #56
Vielleicht wäre es hilfreich, mal den Ex und das Leben mit ihm im Vergleich gegenüberzustellen mit dem heutigen Leben und dem aktuellen Partner? Dann kannst Du vielleicht besser ausmachen, ob es am Mann liegt oder am Alter oder an Corona-Hausarrest.


Möglich, dass es zu viele Träumereien sind. Vor der Coronakrise waren sie nicht so dicht aufeinander, da konnte sie sich vielleicht noch mehr zusammenträumen. Jetzt ist die knallharte Realität da, und die ist vielleicht anders als das Diffuse, was sie immer dachte, wie ihre Beziehung und der Mann sei?

Vielleicht gab es mit der früheren Liebe eine andere Art der Nähe, eine gefühlsmäßige, tiefe, seelische Nähe, die mit dem Jetzt-Mann nicht möglich ist. Vielleicht ist diese Nähe sowieso nicht möglich, wenn man versucht, ein gemeinsames Alltagsleben zu haben? Zu viel Gelaber und Streit um Gedöns? Vielleicht brauchen manche wirklich viel Abstand, um sich ein Bild vom Partner aufrecht zu erhalten, das liebenswert ist für sie? Man kann doch auch viel romantischer sein, wenn man sich nicht um Alltagskram zofft oder was zusammen regeln muss.
Nein, also mit dem Ex gab es nie diese Nähe die ich jetzt mit meinem Mann habe.
Ein gemeinsames Leben mit dem Ex wäre außerdem sowieso schwierig zu bewerkstelligen, ich hab einen Sohn, er keine Kinder. Er lebt in Scheidung, in einer anderen Stadt.
Ich würde meinen Sohn hier nie aus seiner Umgebung raus reißen und woanders alles neu aufbauen wollen. das beantwortet mir also eigentlich eh schon selbst die Frage nach einer möglichen Zukunft mit dem Ex...

Von meinem Mann hab ich nach 15 Jahren auch ohne Corona ein gutes Verständnis und ich brauche mir kein falsches Bild aufrecht zu erhalten. Ich weiß um unser beider Stärken und Schwächen, aber die Corona Krise hat uns dennoch getroffen, weil wir sehr unterschiedlich sind und unterschiedlich mit unserer Freizeit umgehen und das dann zB nicht mehr möglich war.
Wir haben immer gern Zeit miteinander verbracht, aber dazwischen auch immer Abstand zueinander gebraucht und genossen.
 
  • #57
das beantwortet mir also eigentlich eh schon selbst die Frage nach einer möglichen Zukunft mit dem Ex...
Dann zieh das mit dem Kontaktabbruch durch. Den Kontakt zu halten, macht wirklich überhaupt keinen Sinn, denn er nährt nur vollkommen realitätsferne Traumvorstellungen, die dich nicht weiter bringen. Ich hatte dir im anderen Thread ja schon geschrieben, dass ich finde, ernsthaft an der bestehenden Beziehung arbeiten zu wollen schließt ein gleichzeitiges Fokussieren auf andere Männer aus.

Zwar hast du geschrieben, dass ein Kontaktabbruch nur dazu führen würde, dass du noch mehr über den Ex nachdenkst, aber ehrlichgesagt glaube ich das nicht. Kann sein, dass es in der Anfangszeit noch so sein mag, aber das wird nachlassen, wenn du nicht immer neues Gedanken-Futter durch Nachrichten von ihm bekommst.

Von meinem Mann hab ich nach 15 Jahren auch ohne Corona ein gutes Verständnis und ich brauche mir kein falsches Bild aufrecht zu erhalten. Ich weiß um unser beider Stärken und Schwächen, aber die Corona Krise hat uns dennoch getroffen, weil wir sehr unterschiedlich sind und unterschiedlich mit unserer Freizeit umgehen und das dann zB nicht mehr möglich war.
Wir haben immer gern Zeit miteinander verbracht, aber dazwischen auch immer Abstand zueinander gebraucht und genossen.
Das klingt doch sehr gut! Ich würde das dann nicht so interpretieren, dass irgendwas an eurer Beziehung falsch gelaufen ist, das erst durch coronabedingtes Aufeinanderhocken rausgekommen ist. Sondern so, dass ihr unter normalen Umständen ein gutes Miteinander und ein ausgeglichenes Nähe-Distanz-Bedürfnis habt und die Krise dadurch entstand, dass es durch Corona torpediert wurde. Ich würde daraus nicht unbedingt den Schluss ziehen, dass ihr an mehr gemeinsamer Freizeitgestaltung arbeiten müsst, solange das vor Corona kein Problem war. Jeder darf Freiräume und eigene Interessen haben; im Normalfall sollte niemand 24/7 aufeinanderhocken und trotzdem perfekt harmonieren müssen. Es ist eine absolute Ausnahmesituation, die vorübergehen wird – und eure Krise vielleicht gleich mit, wer weiß. Die gemeinsamen Reisepläne sind auf jeden Fall eine schöne Idee!

W, 27
 
  • #58
Dann zieh das mit dem Kontaktabbruch durch. Den Kontakt zu halten, macht wirklich überhaupt keinen Sinn, denn er nährt nur vollkommen realitätsferne Traumvorstellungen, die dich nicht weiter bringen. Ich hatte dir im anderen Thread ja schon geschrieben, dass ich finde, ernsthaft an der bestehenden Beziehung arbeiten zu wollen schließt ein gleichzeitiges Fokussieren auf andere Männer aus.

Zwar hast du geschrieben, dass ein Kontaktabbruch nur dazu führen würde, dass du noch mehr über den Ex nachdenkst, aber ehrlichgesagt glaube ich das nicht. Kann sein, dass es in der Anfangszeit noch so sein mag, aber das wird nachlassen, wenn du nicht immer neues Gedanken-Futter durch Nachrichten von ihm bekommst.
W, 27
Ja, du hast vermutlich recht. Anfangs würde ich mich sicher manchmal fragen, wie es ihm so geht und was es Neues bei ihm gibt, aber mit der Zeit würde das vermutlich nachlassen.
Aus den Augen aus dem Sinn, und aus dem Handy aus dem Sinn ;-)

Mein Mann hat heute jedenfalls schon eine positive Veränderung an mir bemerkt und mich darauf angesprochen, dass ich so positiv und gut gelaunt bin und die gemeinsamen Urlaubspläne anpacke. Ich freu mich darauf und bin jetzt wirklich entschlossen, mich auf unsere Gemeinsamkeiten und unsere Zeit JETZT hier in der Gegenwart zu konzentrieren.
 
  • #59
Ich fühle mich zwar nicht als pubertierend..... Erwachsene Lösungskompetenz nenne ich prinzipiell schon als eine meiner Charaktereigenschaften..... In Zeiten von Corona.... das fiel mir schwer.
Liebe FS,
Du solltest einen weniger verklärten Blick auf Dich haben und realistischer in der Selbsteinschätzung werden. Das hilft enorm, wenn man Probleme lösen muss - so wie Du es grad vor Dir hast.

Du erklärst Dich theoretisch auch für ehrlich, loyal und treu, aber im Endeffekt würdest Du gern eine Affäre haben, um mal was anderes auszuprobieren als die Ehe - wenn Dir nur das Risiko nicht zu groß wäre, dass Du alles verlierst.
Das ist nicht ehrlich, treu und loyal aus innen heraus, das sind nur aufgesetzte Werte aus Angst vor Veränderung, Risiken, Unwägbarkeiten.
Du wirst immer in derartige Selbstfindungs-/Unzufriedenheitskrisen geraten, wenn Du Dir in die Tasche lügst, weil Du so garnicht in der Lage bist, die wahren Probleme zu erkennen und zu echten Lösungen zu kommen.

Du bist ein Mensch, der gern am Bewährten festhält (alte Freundschaften, Kontakt zum Ex) und schon Corona ist eine Herausforderung für Dich, weil es noch nie da war.
Du bist fast 40 Jahre alt. Da sollte man mit "erwachsener Lösungskompetenz" in der Lage sein, souverän mit Dingen umzugehen, die noch nie da waren. Und wenn Du das nicht kannnst, dann solltest Du aber auch zu der Schlußfolgerung kommen, dass Du erst recht eine viel gravierendere Veränderung wie Trennung mit Kind nicht gut kannst.

Mit der Erkenntnis, dass Dir die Skillls für schnelle Anpassung an neue Situationen fehlen, solltest Du das Bohren in Befindlichkeitsstörungen, den Kontakt zum Ex und alles andere, was Deine Unzufriedenheit und Zweifel befördert aufgeben und einen anderen Blick einnehmen, nämlich "was kann ich tun, damit es mir in dem Leben das ich jetzt habe besser geht".
Wenn das zu nichts führt, dann kannst Du mit einem realistischen Blick auf Dich, Deine Eigenschaften und Fähigkeiten eine dazu passende Entscheidung treffen und besser damit leben, als wenn Du aufgrund von Fehlannahmen einen Fehler machst.

Außerdem weißt du ja nicht, ob ich.... selbst in Quarantäne war und mein Haus nicht verlassen durfte.
Selbst darin kann ich kein Problem erkennen.
Ich war als 10jährige für Monate vom Zeh bis zur Taille eingegipst in einer Klinik, konnte mein Bett nicht verlassen und musste mit 25 anderen schwerkranken Kindern in einem Schlafsaal zurechtkommen. Da erwirbt man Skills (sich einfach mal zurücknehmen, die Situatiion durchhalten ohne jammern) mit denen 14Tage Corona-Quarantäne im eigenen Haus mit der eigenen Familie garkein Problem sind.
 
  • #60
Liebe FS,
Du solltest einen weniger verklärten Blick auf Dich haben und realistischer in der Selbsteinschätzung werden. Das hilft enorm, wenn man Probleme lösen muss - so wie Du es grad vor Dir hast.

Du erklärst Dich theoretisch auch für ehrlich, loyal und treu, aber im Endeffekt würdest Du gern eine Affäre haben, um mal was anderes auszuprobieren als die Ehe - wenn Dir nur das Risiko nicht zu groß wäre, dass Du alles verlierst.
Das ist nicht wahr.
Wenn ich so gern eine Affäre hätte, hätte ich sie.
Ich habe geschrieben, dass ich nicht sicher weiß, dass ich das möchte.. Hab geschrieben, dass ich auch an meiner Ehe arbeiten will also lasse ich mir das jetzt nicht alles mies reden.
Ja, manches war sicher nicht ideal und ich hab die Vergangenheit mit meinem Ex bzw ihn wohl in der letzten Zeit etwas romantisch verklärt betrachtet, aber dass mir das jetzt bewusst geworden ist, ist doch ein gutes Zeichen.
Es ist noch nichts passiert womit ich meine Ehe aufs Spiel setzen würde und ich bin bereit, dafür zu kämpfen, dass es jetzt mit meinem Mann besser wird.