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Gast

  • #1

Trennung nach 13 Jahren wegen Depressionen?

Hallo,

Mein Freund und ich waren 13 Jahre zusammen. Er ist 28 und ich 26. Er leidet unter depressionen und um das in den griff zu bekommen beschlossen wir das es gut ist wenn er sich Hilfe sucht. Er ging in eine Tagesklinik. Die ersten 3 Wochen waren in Ordnung es schien im Wirklich besser zu gehen.

Dann fing er an sich zurück ziehen ich machte mir Gedanken und fragte Ihn was los sei.
Er sagte er fühlte nichts mehr. ich dachte mir nichts weiter und lies ihn erstmal in ruhe.
Die Woche verlief sehr seltsam er war sehr in sich gekehrt und Sprach nicht mit mir wenn sobald er zuhause war. Ich muss dazu sagen Morgens verabschiedete er sich ganz normal kam zu mir ins bett gab mir einen Kuss und sagte so wie jeden Tag das er mich liebt zwischendurch schrieben wir auch per sms und da sagte er auch er liebt mich.

Da ich dieses angespannte stimmung nicht mehr aushielt versuchte ich mit ihm zu sprechen. Ich frage ihn ob er mich nicht mehr liebt und warum er sich so zurück zieht. Er sagte er weis das er mich liebt aber er fühlt es nicht. Ich dachte Oh Gott was ist denn nu los. Wie passiert das aufeinmal?

Samstag fragte ich erneut was denn los sei - er sagte wieder dasselbe ich ging und kam nach einigen Stunden wieder ich fragte ihn ob er will das ich gehe und er sagte als ich ging wars ihm Egal. Ich ging kam Sonntag Morgen wieder.

Er nimmt Medikamente gegen Depressionen von einer Psychologin noch vor der Tagesklinik und bekam von der Tagesklinik die gleichen Medikamente allerdings von einem anderen Pharmakonzern die er auch nahm. Mir fiel das auf und ich dachte mir vielleicht verträgt er die zusammensetzung nicht und bat ihn seine anderen wieder zu nehmen. Das tat er auch und ich erhoffte mir schnelle besserung. War aber nicht so Montag Nacht weckte ich ihn und frage ihn was wir machen sollen das es so nicht weiter geht und ich mit dem Gefühl nicht so Leben kann
Er sagte das es besser wäre wenn wir uns Trennen.

Das ist jetzt 13 tage her ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich habe erfahren das er sich dort mit einer Patientin sehr gut versteht und auch Privat trifft sogar ein Bild von beiden als hintergrund Bild auf seine Handy hat. Wir haben auch gesprochen er sagt er Liebt mich nicht mehr. Was ich nicht verstehen kann. Wir hatten pläne wir wollten Heiraten und Kinder bekommen wenn er seine Therapie beendet hat.

Er sagt das Sie nur Freunde sind aber er sich seiner Gefühle für sie nicht sicher ist.
Ich hab so Angst ihn endgültig zu verlieren. Er macht mit ihr all das was wir nie machen konnten er geht mir ihr und "neuen Freunden" durch die Stadt und feiert mit ihr sogar Silvester.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll.

Soll ich aufgeben und ihn machen lassen? Ich liebe ihn und das alles tut mir so weh.
Er hat schon alles gekündigt den Mietvertrag etc.

Kann das wirklich sein das er einfach dort gemerkt hat das ich nicht die bin mit der er zusammen sein will oder haben wir vielleicht doch noch eine Chance?
 
  • #2
Liebe FS,

dein Freund hat DEPRESSIONEN!!!! Und "nervst" ihn mit fragen, ob er dich noch liebt und setzt ihn unnötig unter Druck, indem du ihn ständig fragst was los ist. Du hast dich offensichtlich noch nie mit diesem Krankheitsbild auseinandergesetzt. Und wie bitte kommst du denn dazu, zu entscheiden, welche Medikamente er nehmen soll. Psychopharmaka sind verschreibungspflichtig und da hat der behandelnde Arzt zu entscheiden, was er zu nehmen hat und nicht du, bloß weil es dir "grad nicht passt, wie er sich aufführt". Ganz ehrlich nach Liebe von deiner Seite aus klingt das nicht.
Mein Tipp, geh mal mit in die Tagesklinik, die Ärzte und Schwestern werden dir hilfreiche Tipps und Infomaterial geben, damit sich auch Angehörige mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen können.
Ich weiß, dass es für dich sicherlich auch nicht leicht ist, aber ganz ehrlich was du mit ihm veranstaltest, finde ich unverantwortlich und egoistisch. Na klar, kommt er mit seiner Mitpatientin besser klar, weil die ihn versteht, anders als du.
 
G

Gast

  • #3
Dein Freund ist krank und alles, was er nun während seiner Krankheit tut und sagt, hat mit seiner Diagnose zu tun und du kannst es nicht nach denselben Maßstäben beurteilen wie bei einem gesunden Menschen. Wer unter Depressionen leidet, hat kein normales Gefühlsleben mehr, sondern fühlt sich innerlich leer und wie emotional abgestorben. Dass er dir sagt, er sei sich seiner Gefühle dir gegenüber nicht sicher, ist sozusagen "normal" für einen Depressiven, auch wenn es hart für dich ist.

Hast du mal mit seinem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten gesprochen? Meiner Meinung nach bräuchtest du dringend Informationen über die Art und Schwere seiner Erkrankung sowie die Heilungschancen, denn Depression ist nicht gleich Depression. Ohne solche Hintergrundinformationen kannst du seine und deine Situation ja gar nicht einschätzen.

Es kann gut sein, dass er nach der Behandlung die Welt wieder ganz anders sieht und zu dir zurückkommt. Die Frage für dich sollte aber sein, ob du mit seiner Krankheit, die je nachdem immer wieder kommen wird, dauerhaft umgehen kannst und ob du mit dem Mann tatsächlich eine Familie gründen willst unter diesen Umständen. Stell dir mal vor, dein Freund wird ein Leben lang solche Schübe haben. Kannst du das dauerhaft aushalten? Möchtest du mit einem so kranken Mann wirklich Kinder haben, die dann ebenso unter der Situation leiden werden?

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute.
 
G

Gast

  • #4
"Soll ich aufgeben und ihn machen lassen? Ich liebe ihn und das alles tut mir so weh.
Er hat schon alles gekündigt den Mietvertrag etc.",
schreibst du. Liebe FS. Es geht nicht um seine Depressionen. Er könnte auch was anderes haben. Es passt nicht und er will nicht. Da nützt deine Liebe leider herzlich wenig. Weiterleben und loslassen. Du musst vorab dich verstehen und nicht ihn. So findest du zu neuem Glück. Wünsche dir viel Kraft und den Mut dazu, ihn loszulassen.
 
G

Gast

  • #5
Depressionen könnte er auch haben, weil er an dich gekettet ist und keine Hoffnung sieht, daraus zu flüchten. Wie er selbst sagte, er fühlt nichts mehr. Wenn jemand sowas nicht versteht, dann weiß ich auch nicht. Vermutlich hält euch Geldnot, berufliche und private Umstände zusammen, so dass er schlichtweg keine Hoffnung auf ein freies Leben sieht.
 
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Gast

  • #6
Klingt einbisschen nach "Midlife-Crisis". Er war noch nicht bereit für 'Heirat und Kinder'. Wahrscheinlich noch mit dem Gefühl, sich nicht "ausgelebt" zu haben, oder wie auch immer.

w26.

...erfahren das er sich dort mit einer Patientin sehr gut versteht und auch Privat trifft sogar ein Bild von beiden als hintergrund Bild auf seine Handy hat. Wir haben auch gesprochen er sagt er Liebt mich nicht mehr. ... Er macht mit ihr all das was wir nie machen konnten er geht mir ihr und "neuen Freunden" durch die Stadt und feiert mit ihr sogar Silvester. ... Er hat schon alles gekündigt den Mietvertrag etc.
Das zeigt eindeutig dass er ein neues Leben beginnen möchte.
ps: Er ist möglichweise depressiv, aber eine "richtige Depression" macht einen, so weit ich weiß, meist handlungsunfähig und zwingt den Betroffenen regelrecht ins Bett.
 
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Gast

  • #7
ps: Er ist möglichweise depressiv, aber eine "richtige Depression" macht einen, so weit ich weiß, meist handlungsunfähig und zwingt den Betroffenen regelrecht ins Bett.
Ja, richtig. Und dann wird die Depression behandelt, z.B. in einer Tagesklinik mit Medikamenten...

Ich bin selbst davon nicht betroffen, sondern nur Angehöriger bzw. kenne das aus meinem Umfeld und kann jedem Angehörigen/Partner nur raten, seine eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen nicht völlig hinten an zu stellen, weil es dem anderen nicht so gut geht.
Jemand der erkrankt, hat deswegen noch lange nicht Narrenfreiheit (einfach Verträge kündigen, neue Freundin zulegen etc.).

So hart es klingt: sei froh, dass du ihn loswirst.
Wahrscheinlich ist es so, dass er sich jetzt von seiner Mitpatientin sehr gut verstanden fühlt, weil es ihr ähnlich geht und sie Gefühlswelten kennt, die du nicht kennst. Aber rechtfertigt das die Art und Weise wie er mit dir umgeht?

Vielleicht geht es ihm in einem halben Jahr wieder besser und er stellt fest, dass die neue Freundin/die Mitpatientin ihn "herunterzieht" und dann doch wieder zu dir zurückmöchte. Vielleicht auch nicht.
Ich würde nicht darauf warten sondern überlegen, ob du ihn jetzt vielleicht von einer Seite kennengelernt hast, die ihn für dich doch nicht mehr so toll aussehen lässt, eine Seite, die du vorher nicht kanntest oder nicht gesehen hast: nämlich sehr egozentrisch.

Viel Glück!

m (und viele Jahre lang alle möglichen Stimmungsschwankungen und Verrückheiten bei meiner Frau erlebt und mitgemacht)
 
G

Gast

  • #8
Liebe Fs,

wenn ich richtig lese, warst du 13, als du ihn kennengelernt hast? So früh schon einen festen Freund? Du hattest also nie Zeit dich in Ruhe ohne einen Mann zu entwickeln und jetzt geht der erste Freund, die erste große Liebe von dir und du drehst am Rad. Ich empfehle dir auch psychologische Hilfe zu holen. Deine Zeilen lesen sich sehr unreif. Sollte die Frage kein Fake sein, dann bist du von ihm abhängig, wenn du ständig seine Liebesbeteuerungen brauchst.

Wenn du immer so an ihm geklammert hast, ist er vielleicht dadurch krank geworden. Das heisst nicht, dass du schuld daran hast, aber manchmal gibt es im Leben Umstände, die man zuerst nicht versteht und dann im loslösen heraus findet, dass man von alten Leben Abstand haben muss, um gesund zu werden. Das macht er jetzt. Er will ein neues Leben anfangen. Ohne dich.

Verhalte dich klug, selbstliebend und erwachsen. Wenn du ihn liebst, dann lass ihn gehen. Konzentriere dich auf dich, arbeite an dir, lies gute Bücher zu diesem Thema, arbeite an deiner beruflichen Entwicklung, treibe Sport und dann wird irgendwann ein Tag kommen, wo ein neuer Mann in dein Leben tritt.

Ich wünsche dir von Herzen dass du zu diesem Zeitpunkt reif und klug bist, nicht klammerst, sondern mit Freude und Gelassenheit diesen Mann kennenlernen kannst.

w 49
 
G

Gast

  • #9
Hallo,

Ich drehe nicht durch! Ich wohne derzeit bei meiner Mutter und suche schon nach einer eigenen Wohnung.
Ich habe nicht geklammert und glaube auch nicht das er wegen mir depressionen hat! Die vergangenen Jahre waren für mich auch nicht leicht, aber ich hab immer zu ihm gestanden genau wie er zu mir!
Warum sollt ich mich anders entwickelt haben wie andere ohne festen Freund?
Ich bin nicht unreif ich verstehe nur sein verhalten mir gegenüber nicht und verstehe nicht wie schnell man einen Menschen den man doch geliebt hat einfach so austauscht...
Ich weiß das ich ihn liebe und ich dachte bis vor einem Monat das er mich auch liebt!

Die Medikamente die er dort bekommen hat sind wie gesagt die selben die er vorher auch genommen hat und wurden ihm auch nicht dort verordnet. Ich würde mich doch nicht über Anweisungen des Arztes hinwegsetzen nur weil mir sein verhalten gerade nicht passt.
Ich weiß das er jetzt eine Verlängerung dort in der Tagesklinik bekommen hat und seine Medikamente absetzen soll, weil die Ärzte dort meinen das die die falschen sind und wenn's ohne nicht geht bekommt er andere.

Ich habe mich über die Krankheit informiert und weiß das ich den Fehler gemacht habe ihn unter Druck zusetzen mit meinem wünschen oder sorgen!
Ich kann's aber nicht mehr ändern!!
Gesprochen hab ich dort mit niemanden damals sagte er mir das wenn es nötig wäre die mich dort zu einem Gespräch einladen werden ( was jetzt ja wohl nicht der fall ist).

Ich liebe ihn eben noch immer sehr und kann nicht so wie er meine gefühle für ihn abstellen ich mache mir Gedanken wie es ihm geht was die Therapie so macht und und und..
Ich bin ihm aber völlig egal er ist kühl und nicht mehr der Mann den ich kenne und liebe!

Genau das ist es was mich so verletzt ich wurde ausgetauscht und die 13 Jahre sind vergessen.
Er liebt mich nicht und will ohne mich sein das hab ich verstanden und, deswegen kümmere ich mich um mich, aber ich wünschte er würde merken das er mich doch noch geliebt hat und er wieder zurück zu mir kommt, aber das ist doch auch verständlich oder etwa nicht?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #10
FS ein guter Rat wurde dir gegeben; such dir selber auch Hilfe.

Dein Verhalten ist verständlich, sein aber auch.

Er ist jetzt unter Menschen, die ihm sehr nahe sind, weil er vieles mit ihnen bespricht und die selben Probleme teilt. Was er jetzt wirklich fühlt oder auch nicht, kann er wahrscheinlich selber nicht beurteilen. Nimm diese Trennung als das was sie ist. Mach für dich einen Punkt. Er hat sich entschieden, ob er in einem Jahr immer noch der Meinung ist, ist eine andere Frage.

Eine Depression ist eine unheimlich tückische Krankheit , oft kommen die Probleme wieder. Es ist aber jetzt seine Krankheit und nicht deine. Er wollte eure Partnerschaft nicht mehr und du muss jetzt nur mit der Trennung umgehen lernen, der Grund für die Trennung ist nicht so wichtig. Deine Gedanke kreisen aber nur um das warum und wie du das ungeschehen machen kannst. Treib Sport, mach was für dich... gewinne Abstand zu ihm und zu der Beziehung und dann schau dir ihn an, ist es wirklich noch der Mann in den du dich damals verliebt hast oder nicht? Oder hast du gehofft, dass er nach der Krankheit der Alte ist.

Glaube es mir, du wirst später, in ein oder zwei Jahren dankbar für die Trennung sein. Denn glaube mir, diese Experimente mit den Medikamenten, das wird noch dauern. Mach das war er gemacht hat, sorge dich um dich und nicht um ihn. Beende jeden Kontakt zu ihm, auch wenn er ihn wieder zu dir sucht.

Auch wenn es sich blöd anhört; das Leben geht weiter und du bist ohne einen Menschen mit so einer Krankheit besser dran. Glaube es mir.
 
G

Gast

  • #11
Hallo FS,

ich erlebe die Situation gerade aus der anderen Perspektive. Aufgrund eines Burnout und parallelen Beziehungsproblemen stecke ich tief in einer (Erschöpfungs-)Depression.

Auch bei uns hängt der Haussegen schief und ich habe keine Gefühle mehr für meinen Mann, obwohl wir ebenfalls seit 20 Jahren zusammen sind. Letztendlich kann ich Dir nur raten, Dich über das Thema Depression zu informieren und dann zu entscheiden, ob Du den Weg mit Deinem Partner gehen willst. Bei uns hat sich ein wenig Bewegung ergeben, als wir zusammen mit einem Psychotherapeuthen gesprochen haben. Denn meist liegt auf beiden Seite das Problem, aber es wird dann eben doch nur dem Kranken zugeschoben. Bei uns war es so, dass wir letztendlich beide im Burnout waren, aber bei mir noch zusätzliche Belastungen dazugekommen sind, die dann die Depression ausgelöst haben. Ausserdem hat mein Mann die Tendenz zu behaupten, dass ich leistungsfähiger bin. Damit hat er erreicht mehr (Haus-)Arbeit auf mich abzuschieben und dass obwohl ich vor meiner Krankheit die deutlich größere Arbeitsbelastung im Beruf getragen habe.

Du musst selbst entscheiden, wie Du weiter machen willst. Es hilft sicher auch mit guten Freunden oder mit einem Psychotherapeuthen der Tagesklinik zu sprechen. Ich wünsche Dir viel Glück und wenn Du Bedarf hast melde Dich einfach noch einmal.

[mod]
 
G

Gast

  • #12
Hallo,
Ich weiß zwar nicht, ob es jemanden interessiert, aber
Mein Freund und ich sind wieder zusammen.
Ich habe nicht aufgegeben und war immer da wenn er mich brauchte hab zu ihm
Gestanden auch wenn er manchmal schon echt fies war. Ich hab aus der zeit viel gelernt und bedanke mich für alle die mir geantwortet haben.

Ich kann nur von mir sprechen, aber es lohnt sich immer um das zu kämpfen was einem wichtig ist auch wenn man die Hoffnung vielleicht schon verloren hat und es schwer ist, aber ich bin froh das ich nicht aufgegeben habe und auf mich und mein Gefühl vertraut habe das unsere Liebe echt ist.

Liebe Grüße
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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