• #1

Teufelskreis

Hallo ihr Lieben!

Ich komme alleine nur sehr schwer Voran und hoffe auf Meinungen, Anregungen, Tipps etc. von euch.

Ich habe jemanden kennengelernt. Durch ihn finde ich derzeit Einiges über mich selbst heraus.
Ich habe zwar vorher schon gewusst, dass ich gewisse Ängste mit mir herum schleppe...aber dass es diese Angst ist, die mir Sorgen bereitet, wurde mir nun jetzt erst vor ein paar Tagen klar. - Bindungsangst.

Ich habe Angst davor, dass es ernst wird, dass ich meine Freiheit verliere, dass ich mich einschränken, einengen lassen "muss", dass ich mich nicht mehr entfalten kann, dass ich mich selbst und mein Leben aufgeben "muss", dass ich mich zu einem Teil selbst verliere.. Weiteres habe ich dann noch zusätzlich die Angst Gefühle zu entwickeln, Angst vor Ablehnung,...etc.

Bis jetzt war es sehr schön mit ihm und ich konnte das alles so sehr genießen. Es war alles so frei. Es fühlte sich leicht an und frei. Frei von Angst.
Bis zu dem Moment, als er mit mir darüber reden wollte...über uns.
Seitdem ist es anders.

Ich überlege den Kontakt abzubrechen, wünsche mir allerdings, dass es wieder so sein könnte, wie es vor dem Gespräch war.
Kann es aber nicht. Jetzt zumindest nicht.

Ich würde mich sehr über Antworten freuen.

Glg, Lila
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Verworren. Dein Alter hätte schon mal sehr weitergeholfen.
Nein, das Leben ist nicht planbar, und nicht zurückschraubbar. Macht aber nix. Ist so. Je früher man das akzeptiert, desto besser gehts einem.
Deine Angst vor Kontrollverlust wirst du bearbeiten müssen. Am besten ohne Beziehungsdrama nebenbei.
 
  • #3
Jeder verliert Freiheiten, wenn er in eine Beziehung geht, denke ich. Man muss bloß genau schauen, wo man Kompromisse machen kann.
Es ist ein Unterschied, ob man sich total aufgibt und aus emotionaler Bedürftigkeit alles versucht zu tun bis zur Selbstverleugnung, damit der Partner bleibt, oder gemeinsame Lösungen findet, dass jeder zufrieden ist. Wenn man Verlassenheitsängste hat, passt man sich meist viel zu viel an. Aber der Kampf geht dann innerlich los, weil man merkt, man kann und will so eigentlich nicht.

Der andere hat natürlich emotionale Bedürfnisse, die zu beachten sind. Es muss halt passen mit dem Grad der Indiviualität.
Wenn Du eine große Individualistin bist, wird das schwierig mit einer Beziehung, weil Dein Partner sehr anpassungsfähig und auch selbst sehr unabhängig, mit seinem Zeug beschäftigt und selbständig sein muss. Wenn er das nicht ist, dann gibt das große Probleme.

Weiterhin gibt es Probleme, wenn Du einen traditionell denkenden Mann hast. Der denkt, Dein Lebensziel ist "Mann und Kind". Dh. wenn Du noch andere Selbstverwirklichungsgebiete hast, kann er das schwer bis gar nicht akzeptieren. Also ja, es kann sein, dass es zu viel Anpassung wird, die Dir die Beziehung abverlangt. Aber dann ist es nicht der richtige Mann.

Angst bringt Dich nicht weiter. Solange Du Dich nicht traust, Dich auf eine Beziehung einzulassen aus Angst vor Schmerz oder aus Unfähigkeit, Deine Grenzen und Interessen zu verteidigen, wird das problematisch.

Du musst keine Bedürfnisse anderer Leute erfüllen. Wenn Dir Deine Individualziele ohne Beziehung wichtiger sind, dann folge diesen. Es kann sein, dass Dein Freund eine andere Frau braucht zum Glücklichsein. Aber es bringt nichts, wenn Du versuchst, so zu werden, nur um die Beziehung zu erhalten. Dafür zahlt man einen bösen Preis, kann ich Dir aus Erfahrung sagen.

Bei manchen Menschen ist es weniger dramatisch spürbar. Die betäuben einfach ihr Individualinteresse mit dem täglichen Gläschen Wein/Bier und ertragen damit ihr fremdbestimmtes Leben. Irgendwann sind sie so weit weg von dem, was sie mal waren, dass sie es nicht mehr merken.
 
  • #4
Die Angst davor Gefühle zu entwickeln läßt mich hellhörig werden. Ich kenne sie sehr gut, auch wenn es inzwischen ein paar Jahrzente her ist. Wenn du keine Gefühle entwickelst, kannst du auch nicht verletzt werden. Klingt erstmal logisch.
Auf der anderen Seite wirst du aber so auch nie erfahren, wie es ist, wenn du um deinetwillen bedingungslos geliebt wirst - meine Erfahrung war wohl in dieser Hinsicht sehr positiv und ich bin heute heilfroh, daß ich damals überzeugt wurde diese Angst zu überwinden.
Wenn es sich wirklich so gut anfühlt mit ihm zusammen zu sein, dann gehe ich davon aus, daß du auch Vertrauen zu ihm hast. Also versuche deine Ängste zu beschreiben, ihm zu erklären, was dich hindert jetzt eine festere Bindung einzugehen. Wenn er dich wirklich liebt, wird er auch versuchen zu verstehen und ihr könnt gemeinsam eine Lösung finden. Es kann sich lohnen
 
  • #5
Bitte lies die Bücher von Stefanie Stahl zu dem Thema !

Genau aus diesem Grund hat meine große Liebe das " beginnende uns" beendet ... als ich über "uns" reden wollte ... eine Beziehung.
 
  • #6
Hi Lila,

du hörst dich wie eine Frau an, an der Männer buchstäblich zerbrechen können. Wenn ich mal ansatzweise in so eine Beziehung geschlittert war, konnte ich jeweils nur darauf hoffen, dass mir gute Freunde wieder raushelfen würden... und dass ich danach mit zittrigen Fingern noch meine drei Kreuze machen konnte.

Das ist keine Schuldzuweisung, sicher leidest du auch darunter, dass es mit deinem Partner nicht klappt, dass du dich in der eigentlich guten Beziehung unwohl fühlst, dass es ihm nicht gut geht. Sicher sollst - und kannst - du dich nicht dazu zwingen, auf seine Bedürfnisse einzugehen. So was funktioniert zumindest nicht auf Dauer.

Ein schwacher Trost mag sein, dass deine Bindungsangst schlagartig vorbei sein wird, wenn du mal an einen Mann gerätst, der dir in diesem Punkt ähnelt, oder, noch besser, dich darin übertrifft. Dann wirst du zumindest mal erfahren, wie sich das von der anderen Seite aus anfühlt.

Inwiefern hier eine Paartherapie, Psychtherapie o.ä. helfen kann... dazu fehlt mir die Erfahrung, ich würde es zumindest mal versuchen.

manchmal
 
  • #7
@Lila3131hast du dir selbst die Diagnose Bindungsangst gegeben oder hattest du schon eine Therapie gemacht, wo das diagnostiziert wurde?

Was du beschreibst ist auch sehr gut im Buch "Jein!" erklärt. Diese Ängste sind meistens unbewusst und ihre Wurzeln haben sie in der frühesten Kindheit in den ersten zwei Jahren. Kleinkinder, welche die Erfahrung gemacht haben, dass ihnen nicht genügend Geborgenheit, Wärme, Zuneigung und Zärtlichkeit gegeben wurde und diese Bedürfnisse frustriert wurden und sie nicht erfahren haben, was eine liebevolle zwischenmenschliche Beziehung dem Kind gibt, haben diese Menschen auch kein richtiges Vertrauen in anderen.

Die Sehnsucht eines jeden Menschen nach Bindung ist uns angeboren und auch dieses Bedürfnis ist uns angeboren - dieses Bedürfnis haben auch alle Säugetiere, wenn man beobachtet, wie sich die kleinen Affen an ihre Mutter klammern.

Wenn ausserdem ein Kind, wenn es Angst hatte und schreien musste, sehr lange Zeit alleine gelassen wurde so fühlte dieses Kind sich verloren und auch in der Welt bedroht und erleidet u.U. auch Todesängste, denn es kam niemand es in Arm zu nehmen und zu trösten und für es dazu sein und ihn dadurch zu zeigen, dass die Welt kein gefährlicher oder in lebensbedrohlicher Ort ist.

Je nachdem was du in deiner frühesten Kindheit erlebt hattest und wie deine Bezugspersonen waren insbesondere deine Mutter sitzen im Grunde genommen nicht so sehr die Bindungs sondern die Verlassenheitsängste zu tief.

Bindungsängste sind im Grunde genommen die Kehrseite der Verlassenheitsängste. Wenn du dich einlässt kannst du auch verlassen werden. Dieses Risiko besteht immer auch für jeden und du möchtest dieses Risiko und mit damit verbundenen Schmerz, wenn möglich ausweichen. Wie geht das am besten? In dem man keine feste Beziehung beginnt.

Aber gleichzeitig verzichtest du selbst auf die Chance, eine lange schöne und liebevolle Beziehung zu erleben und schöne Momente.

Der Preis der Freiheit und Unabhängigkeit, den du zahlen müsstest, wäre auf schöne Augenblicke im Leben zu verzichten und Einsamkeit (ein hoher Preis, wie ich finde). Weil ich genau gleich, wie du bin und mich deswegen nicht zu tief auf eine Beziehung einlasse, weil ich immer befürchte, verlassen zu werden und Angst haben das nicht "überleben" zu können. Genau das sagte ich einmal einen Psychiater in der Therapie - nicht direkt Angst vor einer Beziehung, sondern Angst, dass er mich verlässt.
 
  • #8
Hallo Lila,

Es gibt einen Nachbarthread, der in eine ähnliche Richtung geht - Distanz, Ablehnung.

Es wird nicht mehr, wie es war.
Aber es kann für Dich die Chance sein, Dich dieser Angst aktiv zu stellen, statt zu verdrängen und weg zu laufen.

Bindungsangst resultiert immer aus negativen Erfahrungen aus der Kindheit.
Das allerdings aufzulösen, geht nicht alleine mit Willen und Nachdenken, dafür benötigt es für professionelle Unterstützung durch einen geeigneten Therapeuten mit der adäquaten Spezialisierung.

Über Bindungsmuster findest Du einiges im Netz, es gibt einen guten, leicht verständlichen Artikel, wenn Du den Namen Karl Heinz Brisch googelst - da geht es um die kindlichen Bindungstypen, die sich analog bei Erwachsenen dann wieder finden.
Diese sind kein unveränderlicher Fakt - man kann sein Bindungsverhalten ändern mit entsprechender Hilfe und viel eigenem Einsatz und Engagement.

Wenn man es möchte.
Es ist sehr schade, wenn einem alte Ängste einem eine gute Beziehung im Heute zerstören. Das sollte man für sich selbst nicht zulassen.
 
  • #9
Erstmals: Vielen vielen Lieben Dank für all eure Nachrichten. Ich werde mir diese ganz bestimmt noch des Öfteren durchlesen und verinnerlichen.

Über unser Gespräch, über das, was er mir gesagt hat, habe ich noch gar nichts geschrieben.. Jetzt kommt nämlich das "Lustige" daran.. Er sagte mir nämlich so ziemlich dasselbe, wie ich mich fühle bzw. gefühlt habe - VOR dem Gespräch. Er sagte, dass er die Zeit genießt, dass er mich kennenlernen will, dass er meistens lange braucht, bis er sich auf jemanden einlassen kann und dass er alles auf sich zukommen lassen möchte..usw. Also genau so, wie ich es sehe.. Genauso, wie ich es gefühlt habe.
Nur wie gesagt, seitdem ist es anders.
Ich bin verwirrt, fühle mich so, als hänge ich irgendwie in der Luft und weiß absolut nichts. Gar nichts. Ich weiß nicht, was ich will, was ich tun soll, ich habe keine Ahnung.
Im Grunde könnte alles einfach so weiterlaufen. Es könnte da weitergehen, wo es vor dem Gespräch "aufgehört" hat.
Er macht mir absolut gar keinen Druck. Ganz im Gegenteil. Durch ihn habe ich das erste mal seit längerer Zeit das Gefühl gehabt keine Angst haben zu müssen. Ich hatte ein tolles Gefühl. Ein freies Gefühl. Meine Gedanken waren frei. Es fühlte sich alles so leicht an. Und vor allem hatte ich mal keine Angst... Bis zu dem Zeitpunkt, als wir darüber gesprochen haben.
Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich verstehe mich selbst nicht mehr.
Ich habe irgendwie das Gefühl mich selbst zu verlieren. Möchte dies oder jenes - tue aber genau das Gegenteil. Ich verstehe mich selbst nicht mehr.

Liebe Grüße an euch alle :)
 
  • #10
Das allerdings aufzulösen, geht nicht alleine mit Willen und Nachdenken, dafür benötigt es für professionelle Unterstützung durch einen geeigneten Therapeuten mit der adäquaten Spezialisierung.
Da ich es im anderen Thread schon geschrieben habe, schreibe ich es auch hier nochmal. Nein, man braucht nicht unbedingt eine Therapie dazu. Es kann sein, aber es ist nicht in jedem Fall nötig. Man kann es auch selber rausfinden, indem man sich geeignete Literatur sucht, viel darüber liest und reflektiert und sich mit dem Thema allein beschäftigt, wenn einem das liegt. Es kann sehr helfen, wenn man sich mit jemandem austauschen kann, der das Problem kennt und sich auch ändern will.

Es scheint allgemein in Mode gekommen zu sein, sobald jemand irgendwas in Richtung Seelenproblem sagt, ihn zum Therapeuten zu schicken und NUR der kann helfen (ich beziehe das jetzt nicht auf Deinen Beitrag und diesen Thread).

SELBER sich erstmal der Sache annehmen, ist zunächst immer noch das Beste, denn es ist ja die eigene Seele.
Wenn es nicht geht, ja, dann sehe ich es auch als hilfreich an, eine Therapie in Angriff zu nehmen und auch genau hinzusehen, ob der Therapeut ein guter ist. Das heißt, man kann mitunter lange suchen, was viel Energie kostet.

Aber dass man solche Probleme NUR mit einer Therapie lösen kann, ist einfach nicht wahr.
 
  • #11
Ich denke gerade wieder sehr viel nach. Habe mir eure Antworten nochmals durchgelesen und komme zu dem Entschluss, dass ich mit meiner Überschrift genau ins Schwarze getroffen habe. Teufelskreis. Ja, es ist ein Teufelskreis. Besser könnte ich es nicht beschreiben.

Ich habe Angst mich auf jemanden einzulassen, weil ich große Verlustängste habe (kommt aus meiner Kindheit - habe deshalb bereits eine Therapie gemacht). Durch diese Verlustängste kann ich in einer Beziehung nicht mehr ich selbst sein - habe ich am eigenen Leib bereits mehrere Jahre lang erfahren. Durch die Angst verlassen zu werden, gebe ich mich so, wie mein Partner mich haben will, wie mein Partner mich braucht, ich schränke mich selbst total ein, kann mich nicht mehr entfalten, kann nicht mehr ich selbst sein und lebe nicht mehr mein Leben, sondern das meines Partners.
Jetzt fühlt es sich so an, als ergibt auf einmal alles einen Sinn. Die einzelnen Puzzleteile fügen sich zu einem Ganzen.
Ich weiß, was ich zu tun habe... Ich muss mich meinen Ängsten stellen. Ich darf nicht mehr davon laufen. Ich muss ihnen in die "Augen" sehen und mich ihnen stellen. Ich will mich ihnen stellen. Ich will mich darauf einlassen. Ich will alles auf mich zukommen lassen und schauen, was passiert. Ich will herausfinden, ob eine Beziehung zwischen uns funktionieren könnte. Ich will LEBEN. Ich will glücklich sein, ich will traurig sein, ich will das Leben genießen, ich will es spüren, ich möchte Fehler machen, ich will Gutes tun..aber vor allem möchte ich LEBEN. Mit allem was dazu gehört.
 
  • #12
Ich habe zwar vorher schon gewusst, dass ich gewisse Ängste mit mir herum schleppe...aber dass es diese Angst ist, die mir Sorgen bereitet, wurde mir nun jetzt erst vor ein paar Tagen klar. - Bindungsangst.
Du kannst Dir die Hände nicht waschen ohne sie naß zu machen.

Wenn Du "Bindungsangst" hast dann kannst entweder der Angst nachgeben mit der Folge, daß die Angst stärker wird und daß Du beim nächsten mal wieder - und mehr - Bindungsangst hast oder kriegst das Problem (= die Bindungsangst) klein.

Bitte glaube nicht, daß in einer Beziehung alles nur nach dem Willen einer Person (also nach Dir) gehen kann - dafür lebt man gemeinsam, liebt gemeinsam, unternimmt etwas gemeinsam etc. Aber wenn zu viele Kompromisse gemacht werden müssen, dann paßt das Gegenüber eben nicht und das ist ein Grund für die Trennung.
 
  • #13
Eigentlich wäre es ja ganz einfach:

Ich will LEBEN. Ich will glücklich sein, ich will traurig sein, ich will das Leben genießen, ich will es spüren, ich möchte Fehler machen, ich will Gutes tun..aber vor allem möchte ich LEBEN. Mit allem was dazu gehört.
Mach das. Rechne mit den Konsequenzen, dass es andere anders sehen und Du auch mal Gegenwind bekommst, aber nur wer sich nicht bewegt, macht keine Fehler und was wissen andere schon, was gut ist für Dich.

Diese Anpass-Eigenschaft bin ich losgeworden, nachdem ich Single war. Die Beziehung ist übrigens zu Ende gegangen, weil ich endlich meinen eigenen Weg gegangen bin, denn ich habe es nicht mehr ausgehalten, mich der Liebe wegen so anzupassen. Ich hatte mich ein Jahr nach dem Ende meiner langen Beziehung total verliebt und dachte, oh nein, ich würde genau wieder so reagieren, wie in der alten Beziehung: Ich MUSS die Bedürfnisse des Partners vor meine eigenen stellen.
Mit dieser Einstellung sorgt man auch erstens dafür, dass man solche Leute anzieht, die das richtig finden, dass man sich anpasst, und zweitens treibt man den anderen dazu, immer mehr zu fordern. Man täuscht ihn auch, denn er sieht ja nicht, was man wirklich will, sondern nur "oh, wie schön es mit uns passt". Und auf einmal wird es kälter und distanzierter oder aber es kommt der Knall und der Anpasser kann nicht mehr und zieht radikal einen Schlussstrich, während der andere nicht weiß, was los ist.

Jedenfalls war der Mann, in den ich verliebt war, verheiratet. Und weil es deswegen keine Beziehung geben konnte, hatte ich viel Zeit, darüber nachzudenken, auf was ich bei Männern anspringe und wie ich an Beziehungen rangehe.
Mein Schluss ist:
Man muss seine Bedürfnisse kennen, schätzen und ausleben, bevor man Kompromisse machen kann. Man muss das unbedingt auch nach außen zeigen, weil man sonst die falschen Signale sendet und sich weiter zusammenreißen muss in einer Beziehung (ich meine hier nicht schlechte Verhaltensweisen, sondern Charaktereigenschaften und Ansichten über das Leben, die man nicht ändern kann).
 
  • #14
Liebe Lila,

ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie du mit dem gleichen Ergebnis - ich habe mir auch all diese Ängste selbst attestiert.

Ich hab auch einige der hier empfohlenen Bücher gelesen - absolut lesenswert.

Und ich habe frustriert gedatet, lauter "gute" Männer, bin aber früher oder später wieder vor ihnen weggelaufen, weil ich mich eingeschränkt und eingeengt fühlte, Angst hatte, meine schwer erkämpfte Freiheit nach einer langjährigen Beziehung wieder zu verlieren.

Ich hielt mich dann für völlig beziehungsunfähig.

Und passierte etwas: Ich traf einen Mann im realen Leben, lernte ihn langsam kennen, kein krampfhaftes Dating und hab mich einfach in ihn verliebt.

Und plötzlich waren alle Ängste vor Einschränkung weg.


Vielleicht liegt auch bei dir dort das Problem, dass du einfach nur nicht richtig verliebt bist ?
 
  • #15
Vielleicht liegt auch bei dir dort das Problem, dass du einfach nur nicht richtig verliebt bist ?
Das ist die "Liebe heilt alles" Theorie.
Die ist leider falsch, Verliebtsein geht vorbei, wie wir alle wissen, und Liebe heilt nicht alles.
Um lieben zu können, muß man geistig gesund sein und in sich angekommen, zumindest einigermaßen. Sonst bleibt es Abhängigkeit. Das bearbeiten der schädlichen Muster und Ängste kann sich niemand ersparen!
 
  • #16
Also bei mir funktionierte diese "Theorie" aber rein praktisch, weil ich erkannt habe, dass ich einfach nicht verliebt war in die Männer zuvor.

Auch wenn sie mein Verstand als gut befunden hat, mein Herz hat sie abgelehnt und daher habe ich mich innerlich gegen sie gesträubt und konnte die Nähe nicht ertragen.

Ich habe mir also eine Bindungsangst für nicht vorhandene Liebe eingeredet.

Selbstdiagnose ist meiner Erfahrung nach daher nicht unbedingt richtig und hilfreich.

Ansonsten stimme ich dir zu, dass man schon halbwegs psychisch gesund sein sollte, um eine gute Beziehung führen zu können.
 
  • #17
Das geht doch vielen Singles so. Gib die gezielte Partnersuche auf und lebe Dein Leben als Single. Solange Du zwanghaft suchst und von der Erfolglosigkeit frustriert bist, wirkst Du nicht anziehend. Wenn es Dir gelingt Partnerschaft als eine Lebensform unter anderen zu sehen, die Dir auch gefallen, bist Du nicht so gefrustet.
Ich habe mich 5 Jahre nach meiner Scheidung ebenfalls ergebnislos bemüht und hatte so frustrierende Erlebnisse. Dann habe ich mich für zu alt und unattraktiv erklärt und es aufgegeben.
 
  • #18
Vielleicht passt's ja ... Sicherlich haben sich mal wieder genau die Richtigen gefunden. Vielleicht hat er aus 3,5 Milliarden Frauen im Teich derjenigen geangelt, die Bindungs-Angst haben. Vielleicht weil er insgeheim auch Bindungs-Angst hat - und nur eine solche ihm interessant genug erschienen war ... ?
Immerhin kann es ja kein Zufall sein, wenn er sich ausgerechnet in DICH verliebt hat.
Entweder hat er insgeheim ein 'Retter-Thema' oder selber ein Thema mit offener oder verdeckter Bindungs-Angst.
Weil echte Angst kann man gar nicht übertünchen. Die dünstet der Betreffende immer irgendwie aus - das hängt im Wesen drin, das schwingt in der Aura mit und die andere Seele kann es lesen.
Also geile dich doch bitte mal weiter an deinem derzeitigen Gegrübel auf ... du suhlst dich nämlich offensichtlich genüßlich drin. Insgeheim liebst du dieses Drama. Weil es ist dir vertraut. Bisher.
Deswegen mein Tipp:
Denke doch statt dessen AB JETZT mal lieber über LÖSUNGEN nach.
LAT wäre eine Lösung.
Kennst du das Wort?
Living Apart Together.
Wir sind ein Paar. Wir bleiben ein Paar. Und vorerst behalten wir einfach unsere Wohnungen und machen es uns jeden Abend woanders gemütlich. Kein Stress. Kein Stress des Zusammenziehens heute. Kein Stress der Trennung heute. Aber ich bin gern bei dir. Und du bist gern bei mir. Und deswegen gehen wir heute einkaufen und machen denjenigen Kühlschrank voll, wo wir beide heute Abend sein werden.
Danke Schatz.