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Gast

  • #1

Teilzeit zu einem fürstlichen Salair: wo (Firma/Region/Land) ist das (z.B. für BWLer) möglich?

Teilzeit zu einem fürstlichen Salair: wo (Firma/Region/Land) ist das (z.B. für BWLer) möglich?

Ein Mitschreiber brachte mich auf die Idee - und hier werden sich sicherlich einige aufgrund Ihrer Erfahrungen beruflicher und privater Art äußern können): für eine ausgeglichene Work-Life-Balance wäre es doch ideal: Teilzeit arbeiten, ausreichend verdienen und Zeit für die Lieben zuhause haben! Man wäre in allen Bereichen hochmotiviert. Wie kann man das tatsächlich anstellen und real hinbekommen? Wer hat Tips, Erfahrungen, Meinungen hierzu? C
 
  • #2
Teilzeit ist eigentlich nie wirklich produktiv, für den Arbeitgeber schon gar nicht. Verwaltungs- und Weiterbildungskosten sind gleich hoch, ganz egal ob Vollzeit- oder Halbzeit. Halbwegs interessante Jobs mit Verantwortung wird man kaum in Halbzeit bekommen, weil ein Vorgesetzter nun mal anwesend sein muss, um alles mitzukriegen und sofort zu reagieren. Auch ist Verantwortung in diesem Sinne nicht teilbar.

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist aber sehr wünschenswert und viele bekommen das doch auch schon hin, in dem sie eben nicht täglich Überstunden schieben und sich auch die Arbeitszeit entsprechend einteilen (früh anfangen, früh zuhause sein und den Nachmittag genießen können zum Beispiel). Oder ein paar mehr Urlaubstage statt Lohnerhöhung heraushandeln! Man muss es halt nur wollen! Für viele der Workaholics wäre es ja schon ein Fortschritt, wenn sie alle Urlaubstage wirklich nehmen und gar nicht im Urlaub weiter arbeiten oder an den Job denken würden. Selbst das gelingt ja schon vielen nicht. Stattdessen reden die sich dann ein, dass sie unabkömmlich sind und auch im Urlaub oder am Wochenende erreichbar sein müssen.

Letztlich muss jeder selbst seine Prioritäten selbst setzen.
 
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Gast

  • #3
....Mann muss sich trauen zu fragen und klar machen dass das eine hohe Priorität besitzt. Ich bekam eine Gehaltserhöhung angeboten und sagte kein Interesse entweder Teilzeit oder.... In der Schweiz gibt es relativ viele Teilzeitstellen fürstlich bezahlt finde ich , aber logischerweise wäre ein 100% job noch fürstlicher bezahlt. Mann muss wissen was er will. Ich arbeite seit 8 Jahren Teilzeit, nix anderes mehr. Aber Mann muss sich klar sein, viele Frauen finden das nicht gut , kein Biss. ...........
 
  • #4
Teilzeit heißt nicht unbedingt Halbierung der üblichen Wochenarbeitszeit. Ich arbeite im öffentlichen Dienst und bin dort auf eigenen Wunsch auf einer 2/3-Stelle = 26 Wochenstunden tätig. Die arbeite ich an 3 Tagen ab, Regelarbeitszeit täglich 8 Stunden 40 Minuten. im öffentlichen Dienst ist so etwas vermutlich leichter möglich. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) hat man übrigens einen ANSPRUCH auf Teilzeitarbeit, der darf nur in eng begrenzten Fällen abgelehnt werden.
Ein langes, viertägiges Wochenende ist traumhaft, ich kann nur jeder/jedem zuraten. Der EinkommensVERLUST ist durch die Progression niedriger als 1/4, der GEWINN an Lebensqualität, besser an Lebenszeit ist unbezahlbar!
 
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Gast

  • #5
Also zu #2: In der Schweiz sind aber auch die Lebenshaltungskosten ziemlich fürstlich. Ansonsten sehe ich das wie Frederika: Man muß nicht Teilzeit arbeiten um ein ausgeglichenes Leben zu führen. Es reicht aus wenn man seine normale Arbeitszeit absolviert und dann die Arbeit im Büro lässt.
 
  • #6
Ich bin im Gegensatz zu #1 der Meinung, dass Teilzeitarbeit die Produktivität doch erhöhen würde. Die meisten hier sind Schreibtischtäter, und die meiste Produktivität geht doch dadurch verloren, dass man zwischendurch surft, private Mails schreibt, mit Messenger-Kontakten quatscht, Postings im EP-Forum schreibt ;) oder zur Entspannung andere Dinge tut, die nichts mit der eigentlichen Arbeit zu tun haben. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Je höher die Anzahl der Arbeitsstunden pro Tag, desto mehr braucht man diese Entspannung. Und wenn man jetzt zum Beispiel nur 4 oder 5 Stunden pro Tag arbeiten würde, dann reduziert sich dieser Anteil überproportional.

Der Aspekt der Weiterbildungskosten spielt dagegen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Inwieweit jetzt die höheren Verwaltungskosten zuschlagen (weil man ja mehr Mitarbeiter braucht), kann ich jetzt aber nicht einschätzen.

Allerdings ist die Frage, ob man von einer halben Stelle wirklich noch ordentlich Leben kann. Glaube ich nicht und sollte eigentlich auch nicht so sein. Das wäre kaum mehr zu rechtfertigen angesichts der vielen Billiglohnjobs.
 
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Gast

  • #7
@4
ich sagte nicht Mann muss Teilzeit arbeiten, aber man kann. Jeder muss wissen wieviel ihm ein langes Wochenende wert ist. Mir ist es sehr viel Wert. Wenn ich am Montag auf einem Berg stehe schmezt mich das entgangene Geld nicht.
Man braucht Zeit um Spass am Schotter zu haben.
Lebenshaltungskosten kann man beeinflussen....
 
  • #8
@#5: ThomasHH, Dein Argument zur täglichen Produktivität sticht insofern nicht, als dass fast alle Teilzeitjobs durch volle Arbeitstage bei reduzierter Tageszahl abgeleistet werden (also z.B. 3x8 h und nicht 5x4.5). Insofern ist der Plauderanteil und Entspannungsbedarf wieder etwa gleich hoch.

Wenn man bedenkt, dass von Betriebsratsgröße bis Ersthelfer-Anteil, Verwaltungskosten bis Anzahl Spinde, Teilnehmer Weihnachtsfeier bis Fortbildung sich mit Teilzeit für den Arbeitgeber quasi alle Kosten verdoppeln, ist klar, warum die das nicht gerne wollen.

@#3: Ja, 4-Tage-Wochenende klingen traumhaft. Das klingt wirklich verlockend. Man muss halt nur mit dem reduziertem Gehalt auskommen und der Arbeitgeber muss die Möglichkeit bieten. Bei Paaren müssen möglichst beide die Arbeitszeiten synchronisiert kriegen.
 
  • #9
@#7: Richtig, Modelle wie 3 x 8 h werden oft durchgeführt, aber ich wollte #5 indirekt auch als Vorschlag verstanden wissen, wie man ein Teilzeitmodell besser umsetzen könnte. Meistens werden diese 3 vollen Tage auch am Stück gearbeitet (z. B. Montag - Mittwoch), und dann ist dieser Mitarbeiter tagelang nicht ansprechbar. Auch das spricht für eine Aufteilung von 5 x 4,5 h. Oder man setzt gleich mehr auf Remote-Arbeit, was ich ja in dem anderen Thread zum Thema Fernbeziehung angesprochen habe. Ist auch besonders gut geeignet für Arbeitspendler.

Die Kosten, die du ansprichst, erhöhen sich sicherlich. Hier könnte aber auch die Politik mithelfen und mit manchem Unfug aufräumen (Betriebsratsgröße, Ersthelferanteil und Fortbildung).

4-Tage-Wochenenden finde ich dauerhaft gar nicht so traumhaft. Abgesehen von der Frage der Finanzierbarkeit reizt mich mein Job doch so sehr, dass mir das zu viel Freizeit wäre.
 
  • #10
@#8: Ja, Deine Ideen sind wünschenswert, aber eben nicht üblich. Unsere politischen Vorstellungen bzgl. besserer Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeit decken sich ziemlich, aber werden ganz gewiß nicht umgesetzt, so wie es zur Zeit aussieht. Auch für den einzelnen Arbeitnehmer wären bei 5x4 die Fahrtzeiten unattraktiver und die Fahrtkosten höher, so dass die meisten 3x88 bevorzugen würden. Da wird es sobald keine Verbesserung geben.