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Gast

  • #1

Tabuthema Kinder beim ersten Date?

Ich war letztens ziemlich schockiert, dass mich eine Frau beim ersten Date gefragt hat, ob ich Kinder möchte, ob ich für die Elternzeit auch zuhause bleiben würde und wie ich mir bestimmte Aspekte der Kindererziehung vorstelle. Ich habe sie regelrecht abwürgen müssen und das Thema gewechselt. Ich habe dann eine Absage geschickt, weil es mir einfach zu blöde war. Wer so fixiert ist macht mir Angst, dass sie einem bei erstbester Gelegenheit ein Kind andreht. Wie findet ihr so etwas?
 
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Gast

  • #2
Villeicht ungeschickt, aber wenn es ihr wichtig ist und sie unbedingt Kinder haben will, eine für mich (M) legitime Frage und ich hätte sowas auch drauf (vielleicht etwas mehr in Richtung Andeutung anstatt einer gezielten Frage).
Kind andrehen = es gibt ja auch Schutz (Kondome etc.) ... nicht wahr ?
 
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alhanifa

  • #3
Mir gefällt die spontane, direkte Art eines Jeden! Bei beschriebenen Thema hätte ich auch Mühe bekommen, nur es ist doch ehrlich gemeint, so muss man nicht grosse Hoffnungen haben und wenn man sich dann gut kennt und mehr draus geworden ist, feststellen, dass diejenige solche Ziele verfolgt - und für "mich" sowas nicht in Frage kommt
 
  • #4
also wenn ich feuer un flamme für die frau bin, dann ist das thema nicht schlimm, hat sogar positive aspekte.. sie will kinder!

wenn ich mir aber nicht sicher bin, dann ist es mir unangenehm, da ich auf keinen fall hoffnungen in ihr keimen lassen will, die ich nicht erfüllen kann.
 
  • #5
Also die prinzipielle Frage nach dem Kinderwunsch (also ob man sich überhaupt Kinder mit der neuen Partnerin vorstellen kann) wird ja schon vom Standardprofil automatisch beantwortet und läßt sich sonst notfalls vorher per Mail klären. Wer irgendwann mal Kinder möchte, wird sich ja wohl gar nicht erst mit einem Mann treffen, der das verneint hat. Eine solche Frage dann nochmals beim ersten Date zu stellen, ist nur noch dämlich. Traurig, dass manche Frauen so ungeschickt agieren und Männer so unnötig vergrätzen.

Geteilte Elternzeit... *lach* Na, wer damit einem Mann beim ersten Date kommt, muss sich wirklich nicht wundern. Ich kann durchaus verstehen, wenn der Fragesteller da überrascht war. Wenn man zufällig politisch diskutiert und es sich wirklich ergibt, dann mag das OK sein, aber als einfach so gestellte Frage ist das beim ersten Date meines Erachtens nicht in Ordnung.

Auch Aspekte der Kindererziehung -- man, so etwas kann man doch wirklich beim dritten oder vierten Date besprechen, falls einem so sehr dran liegt. Selbst dann muss man das Thema ausgesprochen geschickt ansteuern und es muss sich mehr oder weniger einfach ergeben.

Für das erste Date sollte ganz generell mehr das Kennenlernen, die gemeinsame Wellenlänge im Vordergrund stehen und nicht Fragen "abgearbeitet" werden, die man ebensogut hätte per Mail klären können.
 
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Gast

  • #6
Es ist natürlich schwierig, sowas einzuschätzen, weil man nicht weiß, wie's rüberkam. Auf der anderen Seite wäre ich auch für gnadenlose Offenheit bei einem ersten Date, damit von vorneherein bestimmte Dinge geklärt werden und Ihr wisst, woran Ihr seid. Wenn Sie Dir signalisiert, dass das ein großes Thema bei Ihr ist, ist das auch ein Zeichen von Ehrlichkeit. Und wenn eine Frau dagegen mit sowas hinter dem Berg hält, heisst das auch noch laaange nicht, dass Sie mit dir nichts vor hätte in der Beziehung. Spreche aus Erfahrung.

Gerade so ein Date ist doch auch eine Möglichkeit, spielerisch und mit Leichtigkeit Jemanden kennenzulernen. Warum nicht mal dem Gegenüber auf den Zahn fühlen? Der Ton macht die Musik. Und wenn ich Tabuzonen einrichte, weiss ich auch nicht, was da in diesen Untiefen beim Anderen abgeht...

Tabuthema Kinder? Uff. Wahrscheinlich ist die Überschrift von dir gar nicht so gemeint, aber liest sich trotzdem seltsam....
Viel Glück.
Robert
 
  • #7
Dieser Thread ist eigentlich nur eine Spezialisierung des Threads "Erstes Date als Fragestunde" auf das Thema Kinder.

Ich gestehe jedem zu, dass man aus einem Date nicht nur ein Gefühl für Sympathie und Äußerlichkeiten mitnehmen möchte, sondern auch Informationen und Fakten. Nur muss man einfach aufpassen, dass man die Fakten nicht auf Kosten von Sympathie bekommt - dann bringen sie einem nämlich nichts mehr.

Um diesen Spagat hinzugekommen, würde ich dazu raten, etwas empathischer vorzugehen und die Informationen weniger durch plumpe Fragen und An-die-Wand-stellen herauszubekommen, sondern eher durch geschickte Gesprächsführung. In unserem Beispiel hätte die Date-Partnerin zum Beispiel den Amoklauf von Winnenden zum Anlass nehmen können, um über generelle Probleme in der Kindes- und Jugendlichenerziehung zu sprechen zu kommen. Da wird er dann schon seine Meinung zu den interessierenden Themen kundtun. Und, mal ehrlich, ist es nicht völlig egal, ob und wie man das Elternzeitgesetz nutzt? Darüber mach ich mir Gedanken, wenn ich mit ihr 2 Jahre zusammen bin.

Also ich kann den Fragesteller verstehen; ich hätte auch ne Absage geschickt. Und das wäre vielleicht nicht nötig gewesen, wenn sie ein bisschen geschickter zu Werke gegangen wäre.
 
  • #8
ThomasHH, ja, so ist es. Geschickte Gesprächsführung oder aber einfach ganz natürlich klönen. Deinen letzten Absatz aus #6 kann ich auch nachvollziehen. Als Mann hätte ich da auch die Flucht ergriffen. Und wenn es nur wäre, weil sie so plump ist und nicht wegen des eigentlichen Themas.
 
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Gast

  • #9
Ich (w) kann eine Frau nicht verstehen, die sich somit einen Partner verscherzt! Wenn man sich liebt, dann stehen doch noch so viele gemeinsame Wege offen. Und gerade bei der Kinderfrage müssen beide doch offen sein! Es MUSS GEMEINSAM entschieden und geplant werden und auch wenn ich Vorstellungen oder Pläne habe, ist da immer noch jemand beteiligt, der auch welche hat. Beide Seiten müssen somit einen Kompromiss eingehen, wenn nötig!
 
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Gast

  • #10
Ich (w) frage mich natürlich sofort, wie es zu eurem Treffen kam. Da die Kinderfrage grundsätzlich im Profil geklärt wird, nehme ich an, dass bei dir kein "Nein" stand.

Ich finde es auch sehr grass, was ich da lese. Für mich heisst das aber noch lange nicht, dass diese Frau tatsächlich so grass den Fragenbogen abgearbeitet hat. Was du schreibst kann natürlich nur das sein, WIE ES BEI DIR ANGEKOMMEN IST. Da wir im Forum nicht dabei waren, bleibt es also Spekulation.

Wenn du Kinderwunsch im Profil nicht ausgeschlossen hast, wundert es mich, dass dich das Thema "schockiert" hat. Vielleicht hat die Frau das einzig Richtige getan - nachzuhaken und zu sehen, ob du dich mit dem Thema Kinder für dein Leben schon ernsthaft auseinander gesetzt hast. Für mich ist nicht ausgeschlossen, dass du in dieser Hinsicht vielleicht noch gar nicht so entschieden bist - und das strahlst du natürlich aus bzw. bist schockiert, wenn du nach Details gefragt wirst. Dass du das Thema abgewürgt hast schliesst für mich jedenfalls nicht die Möglichkeit aus, dass du dir für dein Leben noch gar keine - ernstaften! - Gedanken zum Thema gemacht hast. Denn wenn ich eine klare innere Einstellung zu einem Thema habe, muss ich dieses auch nicht "abwürgen".

Wenn eine Frau so offen mit dem Thema umgeht ist bei ihr klar, dass sie sich Kinder wünscht. Aber ich sehe keine Gefahr, dass eine solche Frau ein Kind andreht - sie würde wohl kaum so kurzsichtig sein und ihr Vorhaben ankündigen.
Abgesehen davon hast du es selbst in der Hand, ob du ein Kind zeugen willst oder nicht. Es gibt immerhin Kondome. Zusätzlich kannst du dir die Mühe machen und auf den Zyklus deiner Partnerin achten, damit kannst du das Risiko auch minimieren.
Am besten ist aber wohl, du lässt weitgehende Intimitäten sein, solange du kein Vertrauen zu deiner Partnerin und solche Angst vor einer Vaterschaft hast.

Wie auch immer euer Gespräch nun gelaufen ist. Aus meiner Sicht gibt es kein Tabu-Thema beim ersten Date. Jeder bringt das ein, was er ist, was er sich wünscht und was ihm wichtig ist. Und jeder hat die gleiche Chance zu prüfen, ob ihm/ ihr gefällt, was geredet wird. Und hat die Freiheit zu entscheiden, ob er sich wohl fühlt und eine weiteres Treffen möchte. So einfach ist das aus meiner Sicht.
Viel Glück
 
G

Gast

  • #11
Fragesteller

#9: Ich möchte Kinder. Die Frau möchte Kinder. Alles im Profil geklärt. Das erste Date. Man will sehen, ob man sich sympathisch ist, oder? Da kann man doch nicht fragen, ob der Mann sich Elternzeit nehmen würde (zumal das eh ungewöhnlich ist) oder wie man Kinder erziehen würde. Erstmal geht es darum, ob man sich mag. Ich plane ja auch keine Hypotheken für das zukünftige Haus beim ersten Treffen.

Ich war schockiert, weil es gleich ans Eingemachte ging. Kinderthemen bespricht man mit dem, den man wirklich will. Nicht mit jedem ersten Date.

Das gleiche gitl für mich für Verhütung. Ich bin offen. Spreche gerne über alles. Aber nicht mit jemandem, den ich 10 min kenne und vielleicht nichtmal den Nachnamen weiß. Wenn man beim vierten Date denkt, die Frau wäre was, dann kann man darüber sprechen. Wenn man gegenseitig sicher ist, der andere hat auch Interesse.

Doch, es gibt viele Tabuthemen beim ersten Date: Ex-Partner, Sexualität, Krankheiten, Kinder, Sorgen und Nöte. Man will sich kennenlernen und ist noch nicht der Partner. Sobald man in den inneren Kreis gehört, spreche ich über alles. Aber nicht mit Fremden.
 
G

Gast

  • #12
>>> Kind andrehen = es gibt ja auch Schutz (Kondome etc.) ... nicht wahr ?
Wenn eine Frau ein Kind WILL wird sie immer einen Weg finden.
 
G

Gast

  • #13
Kunigunde, f.:
Ich wär als Mann ziemlich vor den Kopf gestossen in Deiner Situation. Meine erste Frage wäre doch: Mag ich diese Frau? Mag sie mich, MICH als Menschen?
Gleichwohl plädiere ich für etwas Nachsicht. Ich phantasiere: Wäre es möglich, dass die Frau schon länger nach einem Partner sucht? Vielleicht ihre biologische Uhr laut ticken hört? Sich irgendwann, nach etlichen Misserfolgen, die Strategie zurecht gelegt hat: ich kann es mir nicht mehr leisten, kostbare Zeit in "unnötige" Beziehungsversuche zu stecken? "Unnötig" deshalb, weil ich dann nach ein, zwei Monaten erst merke, dass der sehnliche Kinderwunsch mit diesem Mann niemals in Erfühllung gehen wird?

Ich jedenfalls bin in der Zeit, da ich mich auf der Plattform hier aufhalte (bezüglich andern Themen als Kinder zwar) auch gradliniger, direkter und mutiger geworden. Wenn es sich nicht nur um oberflächliche, vorgefasste Meinungen, sondern reflektierte, tief verankerte Wünsche und "Kriterien" (ich hasse dieses Wort für die Partnersuche - wer weiss ein besseres??) handelt: warum sollte man nicht radikal und früh die Dinge auf den Tisch legen?