• #1

Stress durch Familie. Wie damit umgehen?

Meine Eltern sind pflegebedürftig und werden 3 x tgl. vom Pflegedienst versorgt. Meinem Vater gehört ein Haus zusammen mit seiner Schwester, die auch im Haus lebt. Eine Wohnung, die bis Mitte letzten Jahres meine Mutter bewohnte, ist stark verwahrlost und sanierungsbedürftig. Mein Vater zahlt Unkostenpauschalen für beide Wohnungen. Ich sollte mit Partner in sie Wohnung ziehen, die grundsaniert werden müsste. Ich möchte keinen Kredit aufnehmen. Meine Tante will als Miteigentümerin keine Hypo für die Sanierung aufnehmen. Außerdem wären die Auszugskosten aus meiner Mietwohnung sehr hoch.
Die Beziehung zu meinen Eltern war nie "normal", weil beide ihr eigenes Leben lebten. Natürlich wäre Eigentum irgendwann nicht schlecht. Aber mein Partner unterstützt mich nicht sonderlich, er meint, es sei mein Problem. Wenn ich eine komplett sanierte Wohnung bei Eltern vorweisen könnte, würde er vielleicht sogar mit einziehen
Ich selbst bin total unentschlossen. Will ich in das kontrollierte Familienhaus ziehen zur günstigen Pflege für meine Eltern aber Kosten unserer Partnerschaft und hohen Schulden?
Hat jemand von Euch ähnliche Konstellation?
 
  • #2
Da du jetzt bereits Bauchschmerzen bei der ganzen Sache hast, würde ich es lassen.

Traurig übrigens, wie sich dein Partner benimmt. Eine Partnerschaft ist doch dafür da, dass man sich gegenseitig unterstützt. Es muss ja nicht finanziell sein, aber ich würde es an deiner Stelle schon erwarten, dass er dir bei der Entscheidungsfindung hilft. Er will ja ggf. auch mit einziehen.

Du sagst, du würdest dann deine Eltern pflegen, wie sieht es mit Arbeit aus. Bist du jetzt berufstätig und würdest deinen Job aufgeben oder weniger arbeiten? Mach es nicht. Es ist wichtig, dass du unabhängig bleibst.
 
  • #3
Ich würde es nicht machen. Dazu gibt es für mich einige Gründe.

1. Die Beziehung zu den Eltern war nicht normal - wie sinnvoll ist es dann, in die Pflege der Eltern einzusteigen. Da stellen sich extreme Anforderungen an Nähe und Distanz. Es ist zwar ökonomisch günstiger aber persönlich sehr aufwändig. Das würde ich lieber über einen professionellen Pflegedienst erbringen lassen.
2. Das Haus gehört nicht Ihnen. Sie werden auf jeden Fall einen Anteil an Pflegekosten übernehmen müssen, sollten diese die Sachleistung übersteigen oder sogar ein Pflegeheim notwendig sein. Selbst wenn Sie die Wohnung übernehmen, wird sie auf das Vermögen des Vaters angerechnet.
3. der Partner zieht nicht mit. Spätestens wenn Sie zusammen dort einziehen und Pflege erbringen, betrifft es ihn auch. Sehr schwierige Konstellation.
Ich war in einer ähnlichen Konstellation wie Sie und habe mich dagegen ausgesprochen. Mein Vater ist inzwischen 93 Jahre alt, ich kümmere mich um ihn, aber ich pflege ihn nicht. Und wir sind alle top zufrieden mit dieser Entscheidung.

w52
 
  • #4
Ich habe eine pflegebedürftige Tochter und weiß was Pflege bedeuten kann, dabei geht es uns noch gut, da wir uns Hilfe leisten können. Und auch mit Hilfe ist es einfach sch.....Ein guter Rat: mach das nicht, auf gar keinen Fall. Versuche, die Pflege auszulagern bzw. ein Pflegeheim für den Vater aufzutun. Du wirst unglücklich werden, ein Haus ersetzt keine Zeit, in der du dich aufreiben wirst. Wenn du schreibst, dass das Verhältnis eh angespannt ist, der Rest der Familie erwartet, dass du kriechst und selber auf deine Kosten renovierst, kann ich mir lebhaft vorstellen, was bei euch ab geht. Zieh dich da raus, bitte tu dir selber den Gefallen! Niemand, gar niemand, wird dir das danken wenn du auf den Knien rutschst und nicht mehr kannst. Bitte tu das nicht!
 
  • #5
In Deinem Fall ist das ganz schwierig zu beantworten. Grundsätzlich meinst Du es gut mit Deinen Eltern, allerdings ist die Pflege sehr anstrengend und wird sich vielleicht auch in den nächsten Jahren so verschlechtern das Du dafür Sorge tragen musst. Im Extremfall heißt das, Du bist den ganzen Tag und auch die Nacht eingespannt. Dann wirst Du deinen Beruf nicht mehr ausüben können. Du brauchst zusätzlich ein sehr starkes Nervenkostüm, denn es ist nicht einfach, ehemals aktive Menschen beim - Ableben – zu erleben. Ein Pflegeheim käme auch in Betracht, allerdings bei Wohneigentum würde dieses dann zur Finanzierung des Heimes herangezogen usw. Das alles zu stemmen mit einem Partner der sich in so eine Geschichte nicht einbringen kann, eine Wohnung die komplett renoviert werden muss, dazu kein Geld, lass es. Ich spreche aus Erfahrung und möchte Dir einfach nur den guten Rat geben das sehr gut zu überdenken. Es ist auch nicht egoistisch zu sagen so etwas nicht zu machen. Schau Dir den Tag von den Menschen an die ihre Angehörigen pflegen. Da ziehe ich aber meinen Hut vor, dazu gehört Stärke.
 
  • #6
Ja, ich kenne die grundsätzliche Konstellation, ich habe lange meine pflegebedürftige Mutter im Haus mit versorgt. Letztlich auf eigene und auf Beziehungskosten.

Als Partner würde ich daher auch nicht unterstützen, in so eine Konstellation zu ziehen und dafür auch noch viel Geld für eine unklare Sanierung auszugeben. Wenn die Eltern vom Pflegedienst versorgt werden, würde ich zusätzlich unterstützen, aber nicht einziehen.
 
  • #7
Aber mein Partner unterstützt mich nicht sonderlich, er meint, es sei mein Problem. Wenn ich eine komplett sanierte Wohnung bei Eltern vorweisen könnte, würde er vielleicht sogar mit einziehe
Und überlegst noch, was du tun sollst?? Mein Gott, wie gnädig von ihm, dass er tatsächlich herablasst, bei dir einzuziehen.
Wo ist dein Stolz, Selbstwert und weiss der Kuckuck noch, damit Frau sich von solchen Idioten fernhält??
 
  • #8
Ich würde dir dringend davon abraten, unter diesen Umständen in das Haus zu ziehen.

Die Pflegesituation kann sich verschlechtern auch hinsichtlich der Tante. Bist du vor Ort, bist du in der emotionalen Pflicht.
Vor allem solltest du den durch die Verantwortung entstehenden Druck nicht übersehen. Musst du nicht arbeiten, dass du denkst, die Pflege übernehmen zu können?
Ich hätte dafür gar keine Zeit. Und wenn das Verhältnis eh schon schwierig ist, wird es dich den letzten Nerv kosten.

Ich habe zwei gegensätzliche Beispiele im Umfeld: beide Damen 90 J. alt, geistig fit aber stark gehbehindert.
1. Der Mann hat seine Mutter ins Haus geholt, er kann nie auch nur eine Stunde weggehen, ohne Angst haben zu müssen, dass die Mutter mal wieder stürzt und alleine nicht hochkommt. Kein Urlaub, kein Ausflug nichts. Die Mutter ist mehr oder weniger isoliert in der Wohnung und kann nicht alleine rausgehen, ihre einzigen Kontaktperson ist der Sohn mit Frau und Enkel. Für Pflegedienste ist er zu geizig.

Im anderen Fall wurde die Mutter im Betreuten Wohnen untergebracht, sie hat dort ihre eigene Wohnung, aber im Haus ist ständig ein Pflegedienst anwesend, sie hat ein Notrufsystem am Arm, so dass innerhalb von 2 Minuten Hilfe da ist. Zu Pflegeleistungen (Stufe 2) kommt der Pflegedienst Auch hier ist die Mutter schon öfter gestürzt und hatte einmal sogar einen leichten Schlaganfall, der folgenlos blieb, da rechtzeitig Hilfe da war. Zudem leben in der Einrichtung andere Menschen mit denen sie gemeinsam Essen kann, Karten spielt, Kinoabende verbringt, spazieren geht oder auch gemeinsam Sport gemacht wird. Die Einrichtung bietet weiterhin günstig Fahrdienste zum Einkaufen oder zum Arzt an, manchmal erfolgen gemeinsame Ausflüge. Die Mutter ist sicher, versorgt, beschäftigt, was wiederum die Kinder beruhigt.
Finde ich die bessere Lösung.

Zur Wohnung :
Selbst wenn du in die Wohnung investierst, hast du keine Sicherheit, dass deine Investition sich rentiert.

Denn du hast immer das Risiko, dass die beiden Miteigentümer das Haus mangels Geld und Kraft verrotten lassen, dagegen hast du keine Handhabe, auch nicht, wenn du mietfrei wohnst.

Wenn du das halbe Haus mal erbst, musst du dich immer noch mit deiner Tante oder ihren Erben dann auseinandersetzen. Du hast nie die alleinige Entscheidungsgewalt, es sei denn, du kaufst ihr den Miteigentumsanteil ab.

Ich denke ein Verkauf des Hauses wäre die beste Lösung.

An Stelle deines Freundes wäre ich da auch raus.
Das gibt absehbar nur Stress.

Du willst den Vater pflegen, die Wohnung renovieren. .. WANN willst du das alles tun?
 
  • #9
Du hast kein gutes Verhältnis zu Deinen Eltern.
Deine Eltern sind pflegebedürftig, d.h. Du wärst die restlichen 4 Tage die Pflegekraft, und als Tochter würdest Du immer bereit stehen müssen. Oder kannst Du Nein sagen?

Die Wohnung muss grundsaniert werden, was Du finanzieren musst und nicht kannst.

Welche Gründe sprechen für einen Einzug? Pflichtgefühl?
Da würde ich eine andere Lösung suchen, ggf. Pflegeheim.

Dass Dein Partner da nicht mitzieht, verstehe ich, aber er sollte Dich unterstützen bei der Entscheidung.
So richtig nach einer guten Partnerschaft klingt es nicht.

Aber zum Thema Einzug, das würde ich mir sehr gut überlegen - und ich wäre dazu nicht bereit.
Man darf Nein sagen.

W, 50
 
  • #10
Die Beziehung zu meinen Eltern war nie "normal", weil beide ihr eigenes Leben lebten
Ehrlich gesagt, wäre das für mich das entscheidende. Ich habe zu meinen eigenen Eltern eine sehr enge Beziehung und bin ihnen für vieles dankbar. Ich würde daher überlegen, sie zu pflegen (wobei ich weiß, dass sie das partout nicht wollen!). Aber wenn mein Verhältnis nicht gut wäre, würde ich doch niemals dort einziehen und diese schwere Zeit auf mich nehmen. Ich finde nicht, dass Eltern darauf ein Recht haben, wenn sie selbst für ihre Kinder nicht da waren.
Dazu kommt. Wenn der Pflegeaufwand noch höher wird oder sehr lange geht, ist das Wohneigentum eh weg, weil das dann mit für die Kosten herangezogen wird.
Abgesehen davon verstehe ich zwar, dass dein Partner die Idee nicht gut findet, aber falls er sich wortwörtlich so geäußert hat, wäre es für mich auch der falsche Partner. Ich erwarte nicht, dass mein Freund alles mitmacht, aber zumindest, dass er Verständnis hat und mich unterstützt und liebevoll über das Thema redet. Wenn er mir sagen würde "das ist dein Problem", so nach dem Motto, betrifft mich nicht, mir doch egal - da versteh ich unter Beziehung aber was anderes.

w, 36
 
  • #11
Liebe FS,
Du solltest Dir erstmal einen Überblick über die Eigentumssituation verschaffen.
Ich verstehe: es ist ein Mehrfamilienhaus, welches Deinem Vater und Deiner Tante gehört, Deine Mutter hat keinen Eigentumsanteil daran.

Indem Du einziehst und die Wohnung auf Deine Kosten sanierst, hast Du zwar Kosten, aber immer noch kein Eigentumsrecht an dem Haus. Im Zweifelsfall hast Du also Schulden und könntest ohne vertragliche Regelungen (Miet-/Nutzungsvertrag) im Streitfall schnell der Wohnung verwiesen werden.
Damit stünde für mich als Erstes fest: solange ich keine Eigentümerin der Wohnung bin, saniere ich da auch nichts auf meine Kosten.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit Du überhaupt die Wohnung sinnvoll sanieren kannst, wenn im Rest des Hauses nichts gemacht wird (Wasser- und Elektroleitungen, Heizung, Wärmedämmung) oder ob es nur teure Oberflächenkosmetik mit geringem Nutzwerk bleiben muss.
Dem, was an Sanierung möglich ist meistens enge Grenzen gesetzt, wenn die anderen Eigentümer den extremen Sparkurs fahren, sodass man es klugerweise besser bleiben lässt. Mna verbrennt nur Geld und ist man irgendwann für viel geld Alleineigentümer, dann kann man meinstens bei so alten Häusern mit massivem Renovierunsgstau nochmal alles neu machen. Neubau ist meistens sinnvolller, es sei denn, es ist ein Traumhaus in einer Traumlage.

Meine Tante will als Miteigentümerin keine Hypo für die Sanierung aufnehmen.
Warum sollte sie? Welchen Nutzen hat sie davon? Sie ist nicht mehr die Jüngste.

Dann kannst du eben in keine sanierte Wohnung ziehen. Also stellt sich die Frage doch garnicht.

Außerdem wären die Auszugskosten aus meiner Mietwohnung sehr hoch.
Warum? Hast Du die Wohnung verwahrlosen lassen?

Natürlich wäre Eigentum irgendwann nicht schlecht.
Um Eigentum zu haben muss etwas in der Verlagerung der Besitzverhältnisse am Haus hin zu Dir passieren. Selbst wenn Du den Anteil Deines Vaters erbst, dann können Dir durch das gemeinsame Eigentum mit der Sparfuchs-Tante sehr enge Gestaltungs- und Finanzierungsgrenzen gesetzt werden. Was ist mit Deiner Mutter und ihrem Erbrecht, sollte der Vater vorher versterben?

Will ich in das kontrollierte Familienhaus ziehen zur günstigen Pflege für meine Eltern aber Kosten unserer Partnerschaft und hohen Schulden?
Nein, würde ich nicht tun.
Pflege allein ist schon ein hartes Brot und noch viel schwerer, wenn die Beziehung zu den Eltern nicht stimmt (wieso Eltern, ich denke Deine Mutter wohnte da nicht mehr?). Das wird richtig problematisch, wenn der Partner nicht unterstützt sondern noch gegenarbeitet.

Daher ein klares Nein, ich würde es nicht machen.
 
  • #12
Natürlich wäre Eigentum irgendwann nicht schlecht.
Dann sorge mal unabhängig von Deinen Eltern dafür. Denn mit der Pflegebedürftigkeit wird es von ihrem Eigentum bestimmt nichts mehr zu vererben geben. Miteigentum ist ja noch schlimmer.

Zieh bloss nicht in eine Bruchbude ein, die Dir nicht gehört, die Du aber sanieren sollst. Dass da Dein Freund, mit dem Du noch nicht mal zusammenlebst Dir einen Vogel zeigt, ist doch wohl verständlich.

Es tut mir leid für Dich, dass Du solche Eltern hast, tja an eine ausgeglichene Buchführung hätten sie mal früher denken sollen.
 
  • #13
Ich kann pflegebedürftige Eltern ehrlich gesagt auch nicht verstehen, die von ihren Kindern verlangen, dass sie die Pflege übernehmen und beleidigt sind, wenn Kinder dies ablehnen. Wie egoistisch. Die Zeiten haben sich geändert, heutzutage muss Mann und Frau VZ arbeiten gehen, um über die Runden zu kommen und eine einigermaßen gute Rente zu erhalten. Als Eltern möchte man die Kinder doch so wenig wie möglich zusätzlich belasten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #14
Danke für Eure ehrlichen Antworten. Ihr habt mir echt bei der Entscheidung geholfen, keine Überlegungen mehr anzustrengen, die Wohnung zu sanieren und Tag und Nacht zur Verfügung zu stehen. Leider haben meine Eltern schon lange die Wohnungen verlottern lassen. In der jetzt leerstehenden hatte Vater sogar das Wasser aus Kostengründen abgestellt, weswegen jetzt die Leitungen verrottet sind. Der Klempner, den ich rief, hat händeringend das Projekt abgelehnt, der andere wollte gleich 10.000 für das Notwendigste der Wiederherstellung der Sanitäranlagen.
Mein Vater hat mich schon gefragt, ob ich meiner Tante mitteilen könnte, dass ihre 3 Kinder seinen Anteil kaufen könnten. Sie sollten ein Angebot machen. Meine Tante hatte mir Anfang des Jahres mal gesagt, "wir" sollten eine Preis nennen. Da ich schon seit meiner Kindheit den Prellbock zwischen Eltern, Eltern und Tante samt ihren Kindern, v.a. ihrer Tochter (die mit ihrem Mann im Haus wohnt) gebe, will ich mich da nicht weiter missbrauchen lassen. Ich sagte schon zu Vater, dass ER entweder einen Preis nennen soll oder seiner Schwester sagt, sie solle ihn nennen. Ich habe echt keinen Bock mehr, ewig den schwarzen Peter zu spielen. Er sagt seiner Schwester gegenüber immer nur, er weiss von nichts, wenn es um Hausangelegenheiten geht, die ich erledigen soll, ihr aber nicht gefallen.
Da ich da nicht wohne, muss natürlich meine Tante, die selbst gehbehindert ist, alles mit anhören, was bei meinen Eltern so stattfindet, will aber ihr Schlafzimmer auch nicht verlegen. Ihre Tochter macht dann meine Eltern zur Minna, wenn mal wieder ein RTW einkarrte, weil meine Eltern den Türsummer nicht betätigen können (Vater: Pflegebett, Mutter: dement).
Durch diesen ganzen Mist erwäge ich, doch einen Betreuer ins Boot zu holen, den ich gerade noch vermeiden konnte. Aber ich weiss nicht, ob der nicht gleich eine Heimeinweisung verfolgt, obwohl er doch in seiner Wohnung bleiben möchte. Ich glaube, Mutter ist es egal, Hauptsache, sie sind zusammen
Ich arbeite Vollzeit und möchte meine Arbeit nicht aufgeben. Es ist nicht einfach, das schwarze Schaf zu sein ... Wenn es nach meinem Vater geht, soll ich gleich in deren Flur einziehen so wie er es damals bei seiner Mutter tat als sie krank war.
 
  • #15
Wenn du dir Pflege mal richtig anschauen willst, es gibt auf dem Gesichtsbuch eine Gruppe für pflegende Angehörige, da kannst du sehen was Pflege mit den Menschen macht. Die meisten sind Frauen mit kaum oder schlechter Ausbildung, die sich auftreiben und nicht verstehen warum ihnen keiner hilft. Mach um Gottes willen nicht den gleichen Fehler. Deine Voraussetzungen sind sowieso fragwürdig was die Wohnung betrifft. Deinen Partner kann ich übrigens sehr gut verstehen. Ich würde es auch nicht tun, ich muss es hier zwar, aber da gibt es momentan leider keine Alternative.
 
  • #16
Das Haus ist verottet, es gehört dir nicht und du müsstest es sanieren und dabei nebenher die Pflege übernehmen? Wie soll das gehen und warum?
Und dazu noch das schwierige Verhältnis zu den Eltern?
Ich würde definitiv eine betreute Anlage suchen und schauen dass alles verkauft wird.
Wenn du etwas eigenes willst dann kauf dir was vernünftiges!
Ich habe solche Konstellationen gesehen und nichts daran ist gut.
Das dein Partner keinen Bock darauf hat, verstehe ich. Er hat vermutlich mehr Ahnung davon was Pflege bedeutet als manche hier.
Er hat dir sicher abgeraten und irgendwann halt aufgegeben nachdem du ja trotzdem immer weiter in diese Richtung gehst.
Was nützt dir Eigentum wenn du um alles streiten musst da es mehreren Leuten gehört?
 
  • #17
Tut mir sehr leid, wie dein eigener Vater gegen dich intrigiert.

Ich möchte dich bestärken, weiterhin klar Position zu beziehen, ihn darauf zu verweisen, dass es sein Haus ist und er allein entscheiden muss, ob er umzieht, es verkauft und zu welchem Preis.

Wenn er sich unschlüssig ist, was er verlangen könnte, sollen sie beide halt ein Verkehrswert-Gutachten einholen.

Das kostet zwar auch wieder Geld, aber so habt ihr einen realistischen Preis, bei dem sich dann keiner über den Tisch gezogen fühlen braucht.

Von dem Verkaufserlös könnte er auch seine Pflege bezahlen.

Wenn du deine eigene Gesundheit und deine Nerven ruinierst und deine Beziehung verlierst, ist es das sicherlich nicht wert, wenn du dafür in ein paar Jahren ein halbes stark renovierungsbedürftiges Haus erbst und dann immer noch dich mit den Miteigentümern rum ärgern musst.

Wenn das Haus nicht gepflegt wird, verliert es ja auch an Wert.
 
  • #18
Ich gehöre zu den Menschen,, die heute durchaus psychologische Unterstützung abraten.

Ungesunde Familienkonstellationen, Druck von außen, innerer Kampf..
Zumindest kurzzeitig mit jemand unbeteiligte sortieren, das Ganze ansehen, und mit gestärktem Selbstvertrauen Entscheidungen treffen.

Bleibe auf dem Kurs - Du bist nur solange Prellbock, wie Du es mitmachst.
Dieses ganze Problem ist nicht Deines, ziehe hier die Grenzen, STOPP.

Du musst nichts, Du bist nicht verpflichtet.

W, 50
 
  • #19
Nur eine Überlegung für dich!
Auch du hast nur diese eine Leben!
Dieses Geschenk willst du nun versauen indem du das alles auf dich nehmen möchtest?
Trenne dich von all den Dingen die dich so unglaublich ausnutzen wollen.
Familie Freund? Hin oder her.
Nur ein Leben!!!
M49
 
  • #20
Als aller erstes den Druck rausnehmen. Du musst gar nichts und jetzt sofort erst recht nicht. Meine Ideen zur Situation:
Emotionen auf später verschieben, du brauchst jetzt einen klaren Kopf.. Wenn man das schwarze Schaf der Familie ist, wurde man bereits bei der Geburt zum Prellbock gemacht, damit diese dysfunktionale Familiensituation so weiter bestehen kann. Der Grundstein wurde dabei schon in der letzten oder vorletzten Generation gelegt. Du kannst es drehen und wenden und Purzelbäume machen wie du willst, daran kannst du nichts ändern. Selbst wenn du dich total aufopfern würdest. Abstand ist das einzige was hilft. Pflege fällt also weg.
Das schwarze Schäfchen trifft dann im Leben leider oft Partner, die genauso wenig unterstützend wie die Herkunftsfamilie sind. Ihr seid aber (zum Glück) nicht verheiratet, du hast ihm gegenüber überhaupt keine Verpflichtungen. Insbesondere musst du ihn nicht mit frisch saniertem kostenlosen Wohnraum versorgen. Wenn ihr nicht zusammen wohnt, würde ich das so belassen. Achte auf deine Energie, von ihm wirst du nichts bekommen, wenn du leer und ausgebrannt bist. Er unterstützt dich nicht, also bleibt er auch bei deinen Entscheidungen außen vor.

Du solltest nüchtern überlegen und klug agieren.
Es ist nicht gesagt, dass du im Falle einer Nichtübernahme der Pflege leer ausgehst. Du investierst natürlich nichts in eine Immobilie, die dir nicht gehört.
Dass deine Tante gerne hätte, dass dein Vater seine Haushälfte an ihre Kinder verkauft, liegt auf der Hand. Bei der gesetzlichen Erbfolge bekommst du eine Hälfte für dich und ihre drei Kinder müssten sich die andere Hälfte teilen. Also bliebe auch für die Tochter, die im Haus wohnt, nur ein Sechstel des Kuchens. Das wird sie nicht wollen. Dein Vater will deine Legitimation, seine Haushälfte zu veräußern. Er selbst hat zu wenig Rückgrat, deshalb wohl seine Frage nach der Preisfestsetzung. Wenn du einem Spottpreis zustimmen würdest, wäre sein Gewissen dir gegenüber erleichtert. Du kannst dich entweder ganz rausziehen oder ihm sagen, dass ein Verkauf nicht notwendig sei. Seine Pflege ist auch so gesichert. Deine Mutter ist dement- da wurde evtl. schon ein Betreuer für bestimmte Aufgabenkreise eingesetzt? Das hieße, das Vormundschaftsgericht hat einen Blick auf die Sache. Auch wenn deinem Vater der Hausanteil gehört, leben die beiden wahrscheinlich in einer Zugewinngemeinschaft. Ohne Zustimmung des Gerichts läuft also in Bezug des Hauses nichts mehr. Die reagieren oft allergisch bei Veräußerung ohne Notwendigkeit.
Um Nerven und Gesundheit zu schonen, solltest du dich vorsorglich mit einem Anwalt besprechen. Dann kannst du dich zurücklehnen und abwarten. Auch dem weniger wertgeschätzten Kind steht sein Anteil zu! Marode ist das Haus natürlich trotzdem. Aber vielleicht kannst du eine Realteilung des Erbes verlangen (das Haus in einzelne Eigentumswohnungen aufteilen).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
Ist nicht einfach! Du hast zurzeit echt viel auf dem Teller.
Sei dir bewusst was du willst und welche Folgen deine Entscheidungen mit sich ziehen.
Setze Grenzen! Sowohl was deinen Partner angeht, als auch was deine Eltern anbelangt

Achte auf deine Wünsche und Bedürfnisse und entscheide dich nach deinem besten Willen:)