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Gast

  • #1

Stehe ich mir selbst im Weg, weil ich zu wenig Geduld und/ oder zu hohe Erwartungen habe?

Ich bin seit zwei Jahren Single und seitdem auf der Suche nach Mr. Right. Ich hatte während dieser Zeit mehrere Bekanntschaften. Rückblickend stelle ich fest, dass sich fast immer das gleiche Muster wiederholt: Sympatie > mehrere Dates > auf beiden Seiten wachsendes Interesse. Ein bisschen Verliebtheit > erster Sex... dann sind wir zusammen und es ist für ein paar Wochen richtig schön. Meist verliebt er sich "bis über beide Ohren" in mich; ich verliebe mich eher mit "angezogener Handbremse". Dann folgt immer das Gleiche: Ich entdecke zunehmend Dinge an ihm, die mich stören und die ich nicht akzeptieren will ( Gewohnheiten, Lebensstil, Werte etc ) die mich daran hindern, mich richtig und mit ganzem Herzen zu verlieben... Schließlich beende ich die ganze Sache. Meist bin ich dann schon so "entliebt", dass es mir nicht mal mehr weh tut. ( Bis dahin vergehen ca 2 - 4 Monate ) Welche Ursachen seht ihr hier? w/ 44
 
  • #2
Hauptursachen:

1. Du solltest Dich nur dann auf Intimitäten und Partnerschaft einlassen, wenn Du richtig verliebt bist. Ein "klein bisschen Verliebtheit" reicht eben nicht für eine Partnerschaft.

2. Aufgrund mangelnder Verliebtheit und Liebe scheitert die Differenzierungsphase -- genau dazu ist sie letztlich auch gedacht! Wenn die Gefühle nicht stimmen, soll diese Phase scheitern. Das ist gesund und natürlich.

Nebenursachen:

3. Viele Ansichten und Wertvorstellungen, Lebensziele und Gewohnheiten kann man schon sehr frühzeitig auf Kompatibilität prüfen, und zwar viele wichtige sogar schon vor den ersten Intimitäten!

4. Mangelnde Kompromissbereitschaft und zu hohe Ansprüche mögen dazu beitragen, dass Du besonders stark enttäuscht bist. Perfekt wird es selten! Eine Partnerschaft ist immer ein Kompromiss, ein Zusammenraufen, nur sollte er Spaß bringen -- und das tut er auch, wenn er auf Liebe basiert und die Kompatibilität gut ist.
 
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Gast

  • #3
Du bist eine reife Frau von 44 Jahren.
Es kann also eigentlich nicht daran liegen, dass Du zu wenig Menschenkenntnis hast oder Dich selbst noch finden musst.
Kann es sein, dass Du noch an den Expartner denken mussst?
Vielleicht sind die anderen Männer eben nur ein schwacher Trost aber kein wirklicher Ersatz für den Ex?
 
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Gast

  • #4
@2 Hohe Ansprüche gibt es in jedem Alter und in jedem Geschlecht. Ich glaube die Fragenstellerin muß mal vom Roß absteigen und langsam vorwärts laufen lernen. Sex mit einem relativ unbekannten und nach ein paar Wochen ist ers doch nicht, sprechen meiner Meinung nach eine deutliche Sprache dafür.
 
  • #5
Schonmal versucht Dich auf die positiven Dinger am Partner zu konzentrieren und zu schauen ob den wichtigen Sachen wie Geborgenheit, zusammen Lachen etc. im Einklang sind? Oder immer noch auf der Suche nach dem nächstbesten? Könnte ja immer einer kommen.
Schonmal dran gedacht das Deine Partner auch Kompromisse eingehen mit Dir?
 
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Gast

  • #6
verlieben mit "angezogener Handbremse" klingt nach Angst verletzt zu werden.Wahrscheinlich hast Du schon diverse schlechte Erfahrungen gemacht und bist dadurch auch nicht mehr bereit Kompromisse zu schließen. Keiner ist perfekt und Du solltest Die klar machen, ob Du überhaupt eine Partnerschaft möchtest, was Dir wirklich wichtig in einer Beziehung ist und mit welchen Kompromissen Du leben kannst. Vielleicht bist Du auf Grund eines Expartners oder eines unerreichbaren Mannes noch nicht bereit für eine neue Liebe und versuchst krampfhaft Dich mit einem neuen Mann abzulenken. Eine wirkliche Chance hat "der Neue" dabei nicht. Versuche die Vergangenheit loszulassen und gib dem was kommt eine Chance. Das Leben ist zu kurz um die Zeit mit Dingen zu verschwenden, die es nicht wert sind und einem nicht gut tun....Eat, Pray, Love...
 
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Gast

  • #7
Interessant. Ich bin 41, w, auch fast 2 Jahre Single und bei mir läuft es auch nach dem gleichen Muster: ich habe Interesse (bin nicht verliebt), wäre aber bereit Kompromise einzugehen und den Mann akzeptieren, , wenn ich ihn sympatisch finde und wenn er ein ernsthaftes Interesse hat. Hat nie funktioniert! Ich bin sehr sensibel und merke oft noch vor dem Treffen, nur Sympatie reicht oft nicht aus, und die Liebe kommt sehr selten vor (bei mir öftres einseitig). Was ich damit sagen möchte: bist (warst) Du nur verliebt ? Ich kann es kaum glauben. Wenn man wirklich liebt, ist man echt blind , auch wenn einiges nicht stimmt, merkt man das gar nicht. Oder waren ds die falsche Personen, aber das sieht man doch vorher?!
 
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Gast

  • #8
[Mod: Unzulässige Signatur entfernt. Bitte registrieren!]

Der Mr. Right kommt noch. Eins verstehe ich nicht: warum dauert es bei dir 2-4 Monate.
Mir reichen meistens 2-3 Treffen und wenn etwas mich dabei stört...der Nächste bitte!
 
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Gast

  • #9
Auch die unangenehmen Dinge gehören zu einem Menschen. Die sollten aber nicht zum Schwerpunkt deinerseits werden. Ist eben so und lässt sich nicht ändern. Die Menschen ändern sich von allein, wenn man ihnen ihre Dinge zugesteht.

Im anderen Fall bist du lebenserfahren genug, um zu wissen, wann ein Mensch sich von seiner nicht so schönen Seite zeigt. Bis zu dem Tag solltest du also zukünftig vielleicht einmal mit dem Sex warten... Wenn die Dinge sich im Nachgang so krass verändern, dass man es für gar nicht akzeptabel hält, gab es diese davor aus, nur in abgeschwächter Form oder du hast noch nicht gelernt, in dem Alter die rosarote Brille für dich zu nutzen..

Machs beim nächsten Mal besser und Geduld ist eine Tugend, die einem dabei hilft, sich nicht ständig zu wiederholen.

Grüßle
 
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Gast

  • #10
Als Ursache sehe ich DICH! Klar ist es so, dass die allermeisten Männer nicht als Partner infrage kommen. Aber man kann die Partnersuche auch als selbsterfüllende Prophezeiung organisieren, etwa nach dem Motto: Die meisten Männer sind sowieso nicht der richtige für mich. Also lass ich mich auch nicht zu weit ein, dann kann ich nicht enttäuscht werden, und sehr schnell stellen sich ja auch die Fehler heraus....und ich habe Recht gehabt. Wenigstens das hat gut geklappt.

Es gibt ein ganz interessantes Buch: Liebe dich selbst - und es ist egal, wen du heiratest. Einen Teil davon finde ich wirklich gut: den Teil, in dem es darum geht, sich selbst klarzumachen, wer man eigentlich ist, was man vom Leben will, wie man es schafft, mit sich selber glücklich zu sein - und endlich davon abzukommen, sich einen Partner zu suchen, der die eigenen Defizite ausfüllt (aber natürlich auch wieder eigene hat, mit denen man dann möglichst nichts zu tun haben will, weil er ja eine andere Funktion im eigenen Leben einnehmen soll und DAFÜR ausgesucht wurde, aber nicht als eigenständiger Mensch).

Die Sache mit den hohen Ansprüchen hört sich natürlich toll an. Sage ich auch immer. aber ich frage mich auch oft, ob ich mir damit nicht v.a. eine wunderbare Fassade und Schutzschild aufbaue. Denn gegen hohe Ansprüche mag eigentlich niemand argumentieren, aber oft ist es doch zugleich ein Vorwand, sich nicht zu sehr einlassen zu müssen?!

Ich will auch nicht mit irgendeinem Mann zusammen sein. Wir sind ja auch nicht mehr Teenager und haben unsere Erfahrungen gemacht und uns hoffentlich auch selber ein bisschen besser kennen gelernt und wollen das auch in einer Partnerschaft leben. Aber eine Beziehung ist doch ein Miteinander von zwei erwachsenen Menschen mit jeweils unterschiedlichen Erfahrungen - die können trennen, die können Distanz bringen, die können bereichern, und daraus kann auch etwas Neues entstehen. Wie tolerant sind wir dem anderen gegenüber?

Für jede/n von uns gibt es einige No-gos. Für mich wäre das z.B. eine intensive Religiosität oder das Nichternstnehmen von emanzipierten Frauen oder rassistische Haltungen oder.....Aber kann man nicht durch den anderen auch vieles lernen in dem Sinne, Dinge in einem neuen Licht zu sehen? Meine Erfahrung ist, dass man lernen muss, offen zu sein. Das geht aber natürlich nur, wenn es auch der andere ist. Oder eben beide müssen es lernen.

Vielleicht kann man einen Menschen nicht riechen oder mag von ihm nicht berührt werden - das ist sicher ein ko-Kriterium. Aber ist das auch von vornherein ein anderer Lebensstil? Oder Gewohnheiten? Lassen sich hier nicht auch Kompromisse finden oder gemeinsam was neues entwickeln?

Also, kurzum: du musst dich zunächst mal selber fragen, was du eigentlich von deinem Leben willst, wie glücklich du mit dir selber bist - und was du von einer Beziehung wirklich willst. Natürlich sollst du keine faulen Kompromisse machen. Aber sich auf jemanden wirklich einlassen wollen und können - das kann ganz spannende neue Erfahrungen bringen.
w, 55
 
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Gast

  • #11
Das ist der "Don Horst"-Effekt. Dauert meistens nicht länger als 3 Monate. Der Mann sollte das Prozedere kennen, dann kann er ihn verhindern. Mehr wird hier nicht verraten.
(m)
 
  • #12
[Mod. = Chat gelöscht]

#9: Ich fühle und denke wie Du und für mich war das angesprochene Buch auch sehr erhellend, speziell ihr Übergang von kulturellen Problemen zu Eheproblemen. Seitdem ärgere ich mich auch nicht mehr, wenn Araber im Zug laut ( und eigentlich fröhlich) palavern, weil ich jetzt an so manche Partnerschaftsprobleme und Nörgeleien zurückdenke. Es sind schlicht dieselben Mechanismen.

Nur setzt das wieder nicht einen gewissen Entwicklungswillen von einem selber und vom Partner voraus, und zwar in dieselbe Richtung?
 
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Gast

  • #13
Meine Liebe,
Was treibst Du für ein Spiel??

Da bleiben wirklich einige Fragen offen, die Du Dir stellen solltest:
1.Wie wertvoll bist Du Dir selbst?
2. Wenn Du Dich selbst nicht liebst, kann Du dann einen Mann respektieren, der sich in Dich verliebt? Muß der nicht dumm sein?
3. Versuchst Du Dein "Männer-Umerziehungs-Programm" durchzuziehen? Wenn er nicht gehorcht... machst Du alles madig ... "der Nächste bitte"??
4. Bist Du sicher, daß Du eine Partnerschaft möchtest oder nur Deinen Marktwert testen?
5. Möchtest Du verbindlich sein?
6. Hast Du Deine letzte "richtige" Beziehung vor 2 Jahren schon losgelassen? Oder werden alle Männer an Deinem "Ex" gemessen.
7. Oder bist Du umgekehrt so toll, daß keiner gut genug ist??

...klar ist, daß Du in Dir einen "Knoten" hast, denn Du für Dich erst lösen solltest, alleine oder mit fachlicher Hilfe.

Bis dahin lass mal die Männer in Ruhe, die sich verbindlich verlieben wollen.

Ich wünsche Dir viel Freude bei Deiner Selbsterkenntnis u persönlichen Weiterenwicklung..

w45
 
  • #14
Ich habe mir auch aus Neugier das Buch: Liebe dich selbst - und es ist egal, wen du heiratest gekauft. Finde es wirklich optimal für diese Lebenssituation, kann nur empfehlen!