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Gast

  • #1

Sprechen oder Schweigen?

Ich kenne meinen Freund jetzt ca. 6 Monate (beide 50+). Wir passen eigentlich sehr gut zusammen, sowohl äußerlich als auch bzgl. Bildung und Wesensart. Leider habe ich aber das Gefühl, von ihm - wahrscheinlich unbewusst - ausgenützt zu werden. Finanziell scheint er Wert darauf zu legen, nicht mehr für mich auszugeben als ich für ihn, doch ich habe das Gefühl, letztendlich draufzuzahlen, mehr zu geben als er mir bzgl. Lebenskomfort und Zärtlichkeiten. Die Freizeit versucht er zwar mit mir gemeinsam, aber nach seinem Gusto zu gestalten und ich muss hart kämpfen, um mal meine Bedürfnisse durchzusetzen. Er neigt zur Selbstdarstellung nach außen hin. Soll ich ihm das explizit sagen oder zerstöre ich damit viel?
 
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Gast

  • #2
Liebe Fragestellerin

natürlich musst du das mit ihm besprechen! Was du beschreibst, ist doch ein typisches Frau-Mann Kommunikationsproblem. Du hast Erwartungen an ihn, die er dir offensichtlich nicht erfüllt. Aber wie soll er sie dir denn erfüllen, wenn er von deinen Erwartungen gar nichts weiß? Die Fähigkeit, Wünsche von den Augen abzulesen, ist ausgesprochen selten.

m 45
 
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Gast

  • #3
Ah, auch so ein Egozentriker? Wehret den Anfängen. Bei Männern hilft das Reden wenig, handle lieber.

Zieh dich freundlich und geschickt zurück, ohne ihm das zu sagen. Wenn er dann fragt, was los ist, dann lass ihn noch kurz warten und dann frage ihn, ob er wirklich mit dir reden will. Wenn er das will, dann ist der richtige Zeitpunkt zum reden. Dann erklärst du ihm in der Ich-Form (du weisst, was damit gemeint ist?) was du denkst, was du beobachtet hast, dass du das nicht willst und was du in der Zukunft willst.

Wenn er seine Freizeit nur so verbringen will, ohne auf dich Rücksicht zu nehmen, oder mit dir zusammen was zu machen, dann musst du halt ohne ihn dein Ding machen. Ist sehr schwer, ich weiss, aber einen anderen Weg sehe ich nicht, als an deinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Entweder er zieht mit, ihr findet einen guten Kompromiss, oder es wird auf die Dauer nichts mit euch.

Bedenke bitte noch, dass man nach einem halben Jahr Beziehung noch lange nicht weiss, ob man gut zusammen passt.

Das mit dem finanziellen... ein großer Fehler von Frauen, zu früh zu viel zugeben.

Achte auch du immmer auf das Ping-Pong-Prinzip. Gibt er viel, kannst du ähnlich geben, gibt er wenig, dann gib du ihm auf seinem Niveau usw.

w 49
 
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Gast

  • #4
FS an #1: ich gehe eigentlich davon aus, dass ein liebender Mann einen Wunsch, den ich explizit äußere, ernst nimmt und dann nicht versucht, seine eigenen Vorstellungen durchzudrücken, so dass ich dann eigentlich nur ihm zuliebe nachgebe. Ich verliere leider die Achtung vor einem Mann, von dem ich glaube, dass er nichts für mich tun will, und ich werde schnippisch und sarkastisch. Gibt es eine Lösung des Problems?
 
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Gast

  • #5
Hier nochmal #1

Ein liebender Partner, der einem die eigenen Wünsche erfüllt? Eine romantische Vorstellung, leider oft nicht ganz realistisch. Partnerschaft besteht doch zu einem guten Teil aus Kompromissen. Einem Partner kann ich nicht meinen Willen aufzwingen. Das gilt für beide Seiten. Wenn er dazu überhaupt nicht bereit ist, ist er kein echter Partner. Wenn du ihn nicht mehr achten kannst, ist er kein Partner für dich. Wenn du ihm zuliebe stets nachgibst (und danach in Sarkasmus flüchtest), bist du keine Partnerin für ihn. Anscheinend ist er der dominantere Part in eurer Beziehung. Inwieweit du dich da unterordnen möchtest, musst du für dich entscheiden, ansonsten für jeden einzelnen deiner Wünsche kämpfen. (was immer auf Widerstand stoßen wird) In den Fällen, in denen du (freiwillig) nachgibst, solltest du deine eigene Entscheidung respektieren. Ihn ändern wirst (und solltest) du nicht. Dich für ihn verbiegen auch nicht.
 
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Gast

  • #6
FS an #1: ich gehe eigentlich davon aus, dass ein liebender Mann einen Wunsch, den ich explizit äußere, ernst nimmt und dann nicht versucht, seine eigenen Vorstellungen durchzudrücken, so dass ich dann eigentlich nur ihm zuliebe nachgebe. Ich verliere leider die Achtung vor einem Mann, von dem ich glaube, dass er nichts für mich tun will, und ich werde schnippisch und sarkastisch. Gibt es eine Lösung des Problems?
Liebe FS,
offenbar ist Mami's Liebling gewöhnt seinen Willen durchzusetzen und du spielst da gerne mit. Ein Machtspiel.

An seinem Verhalten wird sich derzeit wohlkaum etwas ändern. DU kannst aber etwas tun, nämlich nicht mehr nachgeben und dein eigenes Leben verstärkt wieder aufnehmen.
Wenn er merkt dass du ihm nicht mehr nachläufst, wirst du auch sehen wieviel ihm an dir liegt. Ich würde also ebenfalls nicht zuviel reden, höflich und lieb bleiben und einfach wortlos MEIN Ding durchziehen. Ist er dabei - schön, wenn nicht ists auch ok und du weißt Bescheid.
 
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Gast

  • #7
Ich würde ihm das ehrlich sagen oder vielleicht auch schreiben, um eine gute nicht verletzende Wortwahl zu benutzen.
Ich finde es keine gute Idee, sich zurückzuziehen ohne ihm die Chance gegeben zu haben, sich
a) zu äußern und
b) ggf. etwas zu verbessern.
Es klingt unsympathisch, dass er nicht mehr investieren will als Du, falls er das wirklich so gesagt hat.
Ansonsten würde ich die Dinge beim Namen nennen - ihn dabei nicht zu sehr kritisieren, sondern ihm aufzeigen, wie DU Dich dabei fühlst, wie es also bei DIR ankommt.
Entweder reagiert er darauf positiv oder eben nicht.
Natürlich kannst du etwas zerstören, aber dann war es eben auch nicht mehr das Wahre.
In jeder Art von Liason - egal ob Beziehung, Ehe oder auch nur Affäre sollten sich BEIDE wohlfühlen, denn sonst gerät die Beziehung un ein Ungleichgewicht, was von Unzufriedenheit und Missverständnissen geprägt ist.
Außerdem kann dein Partner so vielleicht eine evtl. Missstimmung deinerseits besser verstehen und ggf. darauf reagieren.
Männer, die nicht das Bedürfnis haben, ab und zu ihre Partnerin zu verwöhnen, sie auszuführen oder ihr mal etwas zu schenken, wären für mich nichts und taugen meines Erachtens auch zu nichts.
Aber man muss ihnen wenigstens die Chance geben, dass sie wissen, dass diese kleinen Gesten für ihre Freundin wichtig sind. Männern ist das nämlich oft so gar nicht wichtig.
Also sprich mit ihm!

Viel Glück!