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  • #31
Ausziehen kommt für uns nicht in Frage. Zum Einen haben wir uns ganz bewusst dafür entschieden, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben..... zum Anderen haben wir viel Geld in den Ausbau unserer Wohnung, bzw. ins ganze Haus gesteckt
Dann sind das Deine gesetzen Proritäten. Du musst damit leben, dass Deine Mutter macht was sie will und sich da nicht einreden lässt.

Nun musst Du Mehr-Generationenhaus in seinen Folgen realistisch sehen und lernen Dich abzugrenzen, durch Dritte Deine Familie nicht in was reinziehen zu lassen, wo Du Dich nicht drin wiederfinden willst, weil der andere egoistisch war.

Ich habe allerdings den Verdacht, dass der Grund eher der ist, dass der alte Hausarzt ihr immer mehr Druck wegen Gewicht, Sport usw. gemacht hat und der neue das wohl weniger streng sieht...
Das ist naheliegend und zeigt mehr als deutlich: sie will nichts ändern. Es geht ihr besser damit als mit einem geänderten Lebensstil.
Also solltest Du keinen Gedanken mehr daran verschwenden, bei irh was bewirken zu wollen, sondern nur auf Dich (Abgrenzung) zu gucken und was Du dulden wirst, was Du und Deine Familie davon bald ausbaden sollen.

Man kann sich überlegen, welche Konsequenzen man ziehen möchte, nur eben konsequent, auch ein reduzierter Kontakt ist denkbar, wenn es zu krass ist.
Man muss niemandem dabei zu sehen wie er sich ruiniert
Aber wie willst Du das hinbekommen, wenn man gemeinsam Mehr-Generationen gemacht hat, sich das zurecht idelaisiert hat und sich nun in einer etwas anderen Wirklichkeit wiederfindet?
Abgrenzung bei "alle unter einem Dach" aufgrund einer Ideologie, der alle Beteiligten nachhängen ist alles andere als einfach.
 
  • #32
Es sind getrennte Wohnungen, da kann man Kontakte reduzieren.
 
  • #33
Wie kann man jemandem helfen, der scheinbar in einer Sackgasse steckt und selbst da nicht mehr rauskommt?
Ich habe zur Zeit auch ein Problem mit meiner Mutter (83). Daher möchte ich mich deiner Frage anschliessen.
Meine Mutter lebt ca. 100 km von mir entfernt. Ich fahre alle drei Wochen für mehrere Tage zu ihr und erledige vieles im Garten und kleine Reparaturen am Haus. Im Sommer waren wir auch viel in der Kuhle zum Baden.
Das Problem ist, dass sie extrem negativ ist. Manchmal höre ich sie wie sie vor sich hin schimpft mit wirklich allen. Sie schimpft auf den Bäcker (die Brütchen von K. schmecken nicht mehr). Sie schimpft auf den Wind wenn er Laub verweht. Sie schimpft bei mir auf ihren Enkel weil er sie nicht mal grüßt. Sie schimpft über ihn bei mir, direkt sagt sie ihm nichts. Natürlich bekomme ich auch eine kräftige Dosis ab. Hauptsächlich schimpft sie mit mir weil ich nicht sofort aufspringe um etwas zu erledigen. Letztes drückte sie mir einen Brief von der Stadt in die Hand, sie hatte nicht verstanden worum es geht. Ich war noch am Verstehen des Textes und am Überlegen wie ich es ihr erkläre, da riss sie mir den Brief aus der Hand und beschimpfte mich mal wieder.
Sie läuft den ganzen Tag genervt durch die Gegend. Ich habe sie gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr herzhaft lachend erlebt. Und immer ist sie das Opfer und tut alles für andere Menschen.
Ich bin mittlerweile richtig kaputt wenn ich zurück fahre und brauche Tage um mich von der Negativzudröhnung zu erholen. Auch ich habe zur Zeit Problemchen, hauptsächlich mit der Nacharbeit und deren Folgen.
Sorry das ich das Thema erweitere. Vielleicht sollte ich einen eigenen thread dazu eröffnen. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen dieses Thema in dieses Forum zu stellen. Es kam halt so hoch als ich diesen thread las.
 
  • #34
Sorry das ich das Thema erweitere. Vielleicht sollte ich einen eigenen thread dazu eröffnen. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen dieses Thema in dieses Forum zu stellen. Es kam halt so hoch als ich diesen thread las.
Bitte mach das.
Was bin ich froh, meine Mutter ist im Unterschied zu Deiner ein richtig fröhliches Goldstück (auch 83). War sie schon immer so negativ?
ErwinM, 83
 
  • #35
Ich habe zur Zeit auch ein Problem mit meiner Mutter (83). Daher möchte ich mich deiner Frage anschliessen.
Meine Mutter lebt ca. 100 km von mir entfernt. Ich fahre alle drei Wochen für mehrere Tage zu ihr und erledige vieles im Garten und kleine Reparaturen am Haus. Im Sommer waren wir auch viel in der Kuhle zum Baden.
Das Problem ist, dass sie extrem negativ ist. Manchmal höre ich sie wie sie vor sich hin schimpft mit wirklich allen. Sie schimpft auf den Bäcker (die Brütchen von K. schmecken nicht mehr). Sie schimpft auf den Wind wenn er Laub verweht. Sie schimpft bei mir auf ihren Enkel weil er sie nicht mal grüßt. Sie schimpft über ihn bei mir, direkt sagt sie ihm nichts. Natürlich bekomme ich auch eine kräftige Dosis ab. Hauptsächlich schimpft sie mit mir weil ich nicht sofort aufspringe um etwas zu erledigen. Letztes drückte sie mir einen Brief von der Stadt in die Hand, sie hatte nicht verstanden worum es geht. Ich war noch am Verstehen des Textes und am Überlegen wie ich es ihr erkläre, da riss sie mir den Brief aus der Hand und beschimpfte mich mal wieder.
Sie läuft den ganzen Tag genervt durch die Gegend. Ich habe sie gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr herzhaft lachend erlebt. Und immer ist sie das Opfer und tut alles für andere Menschen.
Ich bin mittlerweile richtig kaputt wenn ich zurück fahre und brauche Tage um mich von der Negativzudröhnung zu erholen. Auch ich habe zur Zeit Problemchen, hauptsächlich mit der Nacharbeit und deren Folgen.
Sorry das ich das Thema erweitere. Vielleicht sollte ich einen eigenen thread dazu eröffnen. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen dieses Thema in dieses Forum zu stellen. Es kam halt so hoch als ich diesen thread las.
Passt doch hierher, du würdest ihr ja sicher auch gerne dabei helfen, nicht mehr so negativ zu sein. Oder mach doch einen eigenen Thread auf - wie geht man mit negativen Menschen um, wenn es auch noch die eigenen Eltern sind? Könnte ich auch was dazu beitragen - vielleicht meinen Vater mit deiner Mutter zusammentun .. sie sind auch im gleichen Alter 😉.

War sie denn schon immer so? Könnte sonst auch beginnende Demenz sein. Bei meinem Vater waren schon immer alle anderen schuld, besser ist es im Alter auch nicht geworden - aber bei ihm kommt wohl auch noch die beginnende Demenz dazu. Aber helfen kann man ihm da nicht, zu uneinsichtig und das nicht erst jetzt.
 
  • #36
Ja da kann ich auch was beitragen.
Nicht mit meinem Vater, der ist super lieb und dankbar, für alles was wir für ihn tun.

Aber mit meinem Nachbarn - ebenfalls 83 Jahre alt.
Nachdem er mir jahrelang nachgestellt hat, mir immer Komplimente gemacht und lieb und freundlich zu mir war, mir und meinen Kindern zu jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern etc. Geschenkekörbchen vor die Tür gestellt hat - mutierte er aus dem Nichts heraus zum bösartigen Mann, den ich nicht wiedererkannt habe.

Er begann mich mehrmals einzuparken (sein Parkplatz ist direkt neben meinem und von Hecken begrenzt), so dass ich zu spät zur Arbeit kam, da er seine Tür nicht aufmachte.
Dann begann er mich wüst zu beleidigen und zu verdächtigen, aus meiner Wohnung würde es nach Gas und Lack stinken (🤣) usw.
Auch mit anderen Nachbarn kam er in Konflikt, alle wurden verdächtigt einen geheimen Plan gegen ihn ausgeheckt zu haben.

Wir vermuten inzwischen beginnende Demenz oder Schizophrenie.
Ich gehe dem Mann vollkommen aus dem Weg, und wir ignorieren uns.

Ist sehr traurig, nachdem man jahrelang so ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis hatte…
 
  • #37
Ja da kann ich auch was beitragen.
Nicht mit meinem Vater, der ist super lieb und dankbar, für alles was wir für ihn tun.

Aber mit meinem Nachbarn - ebenfalls 83 Jahre alt.
Nachdem er mir jahrelang nachgestellt hat, mir immer Komplimente gemacht und lieb und freundlich zu mir war, mir und meinen Kindern zu jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern etc. Geschenkekörbchen vor die Tür gestellt hat - mutierte er aus dem Nichts heraus zum bösartigen Mann, den ich nicht wiedererkannt habe.

Er begann mich mehrmals einzuparken (sein Parkplatz ist direkt neben meinem und von Hecken begrenzt), so dass ich zu spät zur Arbeit kam, da er seine Tür nicht aufmachte.
Dann begann er mich wüst zu beleidigen und zu verdächtigen, aus meiner Wohnung würde es nach Gas und Lack stinken (🤣) usw.
Auch mit anderen Nachbarn kam er in Konflikt, alle wurden verdächtigt einen geheimen Plan gegen ihn ausgeheckt zu haben.

Wir vermuten inzwischen beginnende Demenz oder Schizophrenie.
Ich gehe dem Mann vollkommen aus dem Weg, und wir ignorieren uns.

Ist sehr traurig, nachdem man jahrelang so ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis hatte…
Ach Mensch, sowas ist echt traurig und ich hoffe, dass es niemanden von uns allen trifft, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten was anderes sagen. Helfen kann man da wohl leider auch nicht, bevor nicht Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt.
 
  • #38
Ich persönlich habe bei meinen Eltern gute Erfahrungen damit gemacht, Freude zu wecken.
Der Gedanke dahinter - die Vorfreude bewirkt gewisse Handlungen.
Ich kann so ganz gut steuern, dass (inzwischen ja nur noch bei Mutter) eine gewisse Aktivität erhalten bleibt.
 
  • #39
Ich habe zur Zeit auch ein Problem mit meiner Mutter (83). Daher möchte ich mich deiner Frage anschliessen.
Meine Mutter lebt ca. 100 km von mir entfernt. Ich fahre alle drei Wochen für mehrere Tage zu ihr und erledige vieles im Garten und kleine Reparaturen am Haus. Im Sommer waren wir auch viel in der Kuhle zum Baden.
Das Problem ist, dass sie extrem negativ ist. Manchmal höre ich sie wie sie vor sich hin schimpft mit wirklich allen. Sie schimpft auf den Bäcker (die Brütchen von K. schmecken nicht mehr). Sie schimpft auf den Wind wenn er Laub verweht. Sie schimpft bei mir auf ihren Enkel weil er sie nicht mal grüßt. Sie schimpft über ihn bei mir, direkt sagt sie ihm nichts. Natürlich bekomme ich auch eine kräftige Dosis ab. Hauptsächlich schimpft sie mit mir weil ich nicht sofort aufspringe um etwas zu erledigen. Letztes drückte sie mir einen Brief von der Stadt in die Hand, sie hatte nicht verstanden worum es geht. Ich war noch am Verstehen des Textes und am Überlegen wie ich es ihr erkläre, da riss sie mir den Brief aus der Hand und beschimpfte mich mal wieder.
Sie läuft den ganzen Tag genervt durch die Gegend. Ich habe sie gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr herzhaft lachend erlebt. Und immer ist sie das Opfer und tut alles für andere Menschen.
Ich bin mittlerweile richtig kaputt wenn ich zurück fahre und brauche Tage um mich von der Negativzudröhnung zu erholen. Auch ich habe zur Zeit Problemchen, hauptsächlich mit der Nacharbeit und deren Folgen.
Sorry das ich das Thema erweitere. Vielleicht sollte ich einen eigenen thread dazu eröffnen. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen dieses Thema in dieses Forum zu stellen. Es kam halt so hoch als ich diesen thread las.
Was ich immer wieder sehe ist, dass sich die erwachsenen Kinder bei den Eltern weiter wie Kinder benehmen. Was würdest du tun wenn das nicht deine Mutter wäre? Ihr sagen, dass das so nicht geht. Keine Angst, sie wird zwar erstmal furchtbar schimpfen, dann allerdings musst du konsequent bleiben, nach 2 bis 3 Wochen haben dann auch ältere Menschen begriffen, dass irgendwann Schluss ist. Sie bekommt ja gar kein Feedback wenn man alles erträgt. Geht nicht, denkst du? Doch, es geht, erprobt und ausgeführt xdas hat das benehmen meiner Mutter mir gegenüber sehr verbessert. Meine Schwester war dazu zu feige, die durfte bis zum Schluss stramm stehen. Allerdings könnte da auch eine Erkrankung dahinter stehen, das darf man nicht aus den Augen verlieren.
 
  • #40
Für mich macht es einen erheblichen Unterschied, ob ich jemanden aufrichtig liebe, lieb habe oder eben nicht.

Bei meinen Eltern habe ich eine zeitlang vergeblich versucht, ein wenig Bewusstsein zu schaffen, sie haben sich beide auf Raten umgebracht.
Unser Verhältnis war nicht gut, ein normales Gespräch nicht möglich, es war umsonst.
Und da meine töchterliche Zuneigung ab etwa meinem 12. Lebensjahr aus auch retrospektiv hoch stichhaltigen Gründen erloschen war, habe ich es gelassen.
Anders wäre es bei innig geliebten Angehörigen oder Freunden, die sich aber nicht mit ausufernder Selbstschädigung befassen.

Magst du deine Mutter, liegt sie dir wirklich am Herzen? Dann würde ich versuchen, ganz langsam und ohne Bezugnahme auf ihre körperliche Verfassung, damit sie nicht abblockt, zunächst mal versuchen, ihr ohne Vorwürfe näher zukommen, ihre Stimmungslage auszuloten.
Vielleicht ist sie depressiv, was du beschreibst, klingt ein wenig danach.
Dann bräuchte sie ganz andere Hilfe als eine Ernährungsberatung oder ein Magenband.

Was wichtig ist: Niemand ist verpflichtet, anderen zuliebe einen gesunden Lebenswandel zu pflegen.
Sollte sie zum Pflegefall werden, müsst ihr halt überlegen, was für euch zumutbar ist.
Mehrgenerationen-Wohnen beruht aber meist auf gegenseitigen Erwartungen: Oft erhebliche finanzielle Zuschüsse und Kinderbetreuung durch die Älteren versus spätere Unterstützung durch die Jüngeren.
Wie euer Deal aussieht, weiß niemand.

w,55
 
  • #41
Was wichtig ist: Niemand ist verpflichtet, anderen zuliebe einen gesunden Lebenswandel zu pflegen.
Sollte sie zum Pflegefall werden, müsst ihr halt überlegen, was für euch zumutbar ist.
Mehrgenerationen-Wohnen beruht aber meist auf gegenseitigen Erwartungen: Oft erhebliche finanzielle Zuschüsse und Kinderbetreuung durch die Älteren versus spätere Unterstützung durch die Jüngeren.
Wie euer Deal aussieht, weiß niemand.

w,55
Ich finde es ganz entsetzlich. Ein ehemaliger Mitbewohner von mir hat sich auch über einen Zeitraum von 10 Jahren langsam umgebracht.

Im selben Wohnraum zu leben mit einem Menschen der so einen negativen schwarzen Geisteszustand hat der ihn in den Tod treibt ist in gewisser Weise als würde man selbst einen Teil dieser Stimmung mittertragen.

Ein Kind würde ich da nicht bekommen in dem Haus, ich behaupte jetzt mal, das ist unverantwortlich. Das ein kleines Kind sowas miterlebt. Wenn wir in der Arbeit mit schwer psychisch belasteten Leuten viel zu tun haben müssen wir immerhin auch in Supervison und zusätzlich lernt man in Kursen sich am Heimweg gut abzugrenzen damit man diese Belastung nicht mitnimmt usw. Und dann ein hochsensitives Kleinkind in die Atmosphäre reinsetzen ??? Aber ja, Leute machen sowas und wilderes.

Ich kenne eine Frau die wurde mitsamt ihren Schwestern vom Vater regelmäßig sexuell missbraucht. Außerdem hat der Vater ab und zu mit einer Pistole in der Hand die Familie bedroht und zwischendurch mit Selbstmord gedroht.

Niemand von den Kindern hat ihn angezeigt und am Ende hat die Schwester weil es so billig war am selben Grundstück ein Haus dazugebaut und ist dort mit Mann und 2 kleinen Kindern dort eingezogen.
 
  • #42
Frage Deine Mutter, was sie sich vom Leben (noch) wünscht.
Lieber Erwin, ich finde die Frage, und das, was dahinter steht, sehr gut. Mehr bräuchte es wohl nicht. Lässt sich die Mama ein und fühlt hin, könnten ihr alle Felle davon schwimmen, es würden sich ev. innere Räume zu dem öffnen, was sie in sich verschlossen und hinter dem Panzer zugedeckelt hat.
 
  • #43
Meine Mutter lebt ca. 100 km von mir entfernt. Ich fahre alle drei Wochen für mehrere Tage zu ihr und erledige vieles im Garten und kleine Reparaturen am Haus.
Tja - genau der selbe Ratschlag wie bei der übergewichtigen Mutter: Kontakt reduzieren, sobald sie Mist redet, nicht mehr hinfahren, Telefonat beenden. Bei mir hätte es nach der Szene mit dem Brief genau EINES gegeben: Tschüssikowski (und mindestens 14 Tage nicht mehr anrufen).
Du bist zu ganz genau überhaupt nichts verpflichtet, lass dir diesen Schmarrn nicht einreden. Wird das Häuschen eben verkauft, und sie kommt in ein Altenwohnheim. Das ist sowieso VIEL angemessener für die Leute - da haben sie Kontakt, Programm, und jemand schaut, das nichts passiert.
Es gibt kein Recht darauf, als hilflose Person alleine in einem Haus unterstützt zu werden.
 
  • #44
Tja - genau der selbe Ratschlag wie bei der übergewichtigen Mutter: Kontakt reduzieren, sobald sie Mist redet, nicht mehr hinfahren, Telefonat beenden. Bei mir hätte es nach der Szene mit dem Brief genau EINES gegeben: Tschüssikowski (und mindestens 14 Tage nicht mehr anrufen).
Du bist zu ganz genau überhaupt nichts verpflichtet, lass dir diesen Schmarrn nicht einreden. Wird das Häuschen eben verkauft, und sie kommt in ein Altenwohnheim. Das ist sowieso VIEL angemessener für die Leute - da haben sie Kontakt, Programm, und jemand schaut, das nichts passiert.
Es gibt kein Recht darauf, als hilflose Person alleine in einem Haus unterstützt zu werden.
Es hört sich hart an, was du schreibst, aber ich denke, ich weiß was du meinst. Ich würde deinen letzten Satz aber etwas erweitern, auch wenn er rein rechtlich schon stimmt:
"Es gibt kein Recht darauf, als hilflose Person alleine in einem Haus unterstützt zu werden und sich dem Unterstützenden ggü. obendrein noch wie ein Ar.. auszuführen."

Ich denke, bei normalen Verhältnissen kümmert man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus um seine Angehörigen, damit sie solange es geht, in ihrem Zuhause bleiben können. Es hört aber dann auf, wenn es entweder die eigenen Möglichkeiten übersteigt und/oder sich diejenigen, die diese Hilfe bekommen obendrein auch noch unmöglich aufführen. Dabei geht's nicht um Dankbarkeit, sondern um normales Miteinander. Ist jemand aufgrund einer Krankheit "unmöglich", wird es sowieso schwierig, das dann als Angehöriger allein zu stemmen.
 
  • #45
. Das ist sowieso VIEL angemessener für die Leute - da haben sie Kontakt, Programm, und jemand schaut, das nichts passiert
DAS müssen immer noch die Menschen für sich entscheiden, die es betrifft, was ihnen für IHR Leben angemessen erscheint.
Nur wo man selbst betroffen ist, kann man sich einmischen, man kann sagen, ich komme gerne und helfe Dir, aber nur wenn Du Dich anständig verhältst, kein Gemaule, Geschimpfe, etc. Man kann auch noch mitteilen, dass man den anderen ja mag, weil es ist ja die Mutter /Vater/etc., trotzdem möchte man nicht so behandelt werden.
Konsequent gehen, und bei Gelegenheit, wenn eine positive Reaktion kommt, kann man miteinander reden.
Ich habe bei meiner Oma mal so eine Ansage gemacht, nach einem absolut deplatzierten Kommentar, ein paar Wochen Funkstille, dann rief sie an und entschuldigte sich, kam nie wieder vor, unser Verhältnis war hinterher viel besser.
 
  • #46
Ausziehen kommt für uns nicht in Frage. Zum Einen haben wir uns ganz bewusst dafür entschieden, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben, weil es eben - auch wenn es verständlicherweise gerade nicht so wirkt - für alle Beteiliten große Vorteile mit sich bringt. Und zum Anderen haben wir viel Geld in den Ausbau unserer Wohnung, bzw. ins ganze Haus gesteckt (neues Dach, neue Heizungsanlage, div. Umbauten am Grundstück etc.).
Damit ging aber bestimmt auch der Gedanke einher, sich gegenseitig umeinander zu kümmern, wenn sich die Situation ergeben sollte.
Wir haben getrennte Haushalte, daher kocht jeder für sich, wir essen höchstens ab und an mal sonntags zusammen, dann tatsächlich aber eher bei uns.
Mit zunehmendem Alter und sich einstellenden Beschwerden werden deine Eltern immer mehr deine/ eure Unterstützung brauchen.
So war das doch früher auch, wenn mehrere Generationen unter einem Dach gelebt haben.
Davon können alle profitieren, wenn man sich gegenseitig unterstützt und sich kümmert.
… ich mache mir um meine Mutter große Sorgen. Vor allen Dingen ist sie selbst ja nicht glücklich mit der Situation, sie fühlt sich wegen des Übergewichtes unwohl in ihrer Haut und es belastet sie, dass sie dadurch mittlerweile auch sehr eingeschränkt ist.
Du schreibst selbst, dass deine Mutter sich nicht wohl in ihrer Haut fühlt und es sie belastet, dass sie so eingeschränkt ist.
Da müsste man ansetzen und es gibt mit Sicherheit Möglichkeiten, über die ihr euch informieren könntet, denn alleine wird sie das nicht schaffen.
 
  • #47
Ich persönlich habe bei meinen Eltern gute Erfahrungen damit gemacht, Freude zu wecken.
Der Gedanke dahinter - die Vorfreude bewirkt gewisse Handlungen.
Ich kann so ganz gut steuern, dass (inzwischen ja nur noch bei Mutter) eine gewisse Aktivität erhalten bleibt.
Das haben wir bei unseren Eltern auch so erlebt.
Selbst im Nachhinein kann ich sagen, dass trotzdem beide etliche Jahre Pflegefälle waren, wir dankbar sind, unsere Eltern so lange um uns gehabt zu haben, denn sie haben unser Leben auch sehr bereichert.
 
  • #48
Schonungslose Ehrlichkeit und persönliche Abgrenzung.

Wir wollten unserer allein lebenden Mutter mal ein Hausnotrufgerät angedeiehen lassen, da sie alle paar Jahre vom Blaulicht abgeholt/irgendwo eingesammelt wird. Sie wollte partout nicht, ich sagte, ich würde sehr böse sein, wenn ich irgendwann nach tagelangen erfolglosen Versuchen sie zu erreichen zur Wohnung führe und sie tot auffinden würde. Sie hat sich zwar nicht für das Gerät erwärmen können, wollte dann aber für den Fall des Falles alles regeln.

Beim Übergewicht sage ich ihr, sie soll sich entsprechend ernähren, sie sagt, sie "kann" (also will) nicht, ich sage ihr, dass sie sich dann nicht beschweren soll.

Ihre anstrengende Negativität behandle ich nach Tagesverfassung. Mal kann ich es überhören, mal umlenken, mal sage ich was, etwa alle zwei Jahre platze ich mit so etwas wie "wenn Du nichts gutes zu sagen hast, dann sag nichts", sie schweigt, ich habe meine Ruhe, ein paar Wochen später sprechen wir wieder miteinander, sie gibt sich Mühe und verfällt nach kurzer Zeit ins alte Muster.
Sie kann tatsächlich nicht anders. Das was bei ihr alles aufgearbeitet werden müsste, könnte ihre noch verbleibende Lebenszeit übersteigen. Sie ist erwachsen und muss mit ihren Entscheidungen leben. Wenn es mir zu blöd wird, dann kommt das auf den Tisch bzw. und ansonsten haben wir eine schöne Zeit.
 
  • #49
Manchmal hilft Reden, ein ernstes Gespräch mit Aufzeigen von Möglichkeiten, statt dem erhobenen Zeigefinger, Du isst zuviel, bewegst Dich zu wenig, etc. Das mag niemand hören, aber zu sagen, ich mache mir Sorgen, es gäbe da dieses und jenes zur Veränderung, bei starker Adipositas z. B. auch eine Reha.
 
  • #50
Das bringt genau null.
In unserer Stadt gibt es eine Rehaklinik für Menschen (vor allem Frauen) mit Adipositas.
Die bekommen ihr Diät-Essen in der Klinik, und nachmittags sitzen die dann im Café und hauen sich die Torten rein.
Wenn sie Glück haben, sind sie nach vier Wochen Reha ein halbes Kilo leichter, kaum zuhause geht es gerade so weiter wie vorher.

Rausgeschmissenes Geld.

Das Schlimmste sind dann die Übergewichtigen, die auch noch rauchen.
Die sollten schon dreimal keine Reha bekommen. Weil es einfach nichts bringt.
 
  • #51
Das Schlimmste sind dann die Übergewichtigen, die auch noch rauchen.
Die sollten schon dreimal keine Reha bekommen. Weil es einfach nichts bringt.
Da habe ich leider ähnliche Erfahrungen. Mein Onkel, 65, extrem übergewichtig, Raucher. Mittlerweile Krebs. Teile des Dünndarms rausgenommen, viele teure OPs. Richtig teuer. Hat in de Klinik weiter geraucht. Sitzt jetzt zu Hause, auf Staatskosten wurde sein Bad umgebaut, weil die Dusche verbreitert werden musste. Aber er raucht weiter wie ein Schlot. Seine Frau ist extrem dick, das kann man sich nicht ausdenken. Was ist bloß los mit dieser Gesellschaft. ? Grauslich. Die Leute bräuchten eher Seelen-und Psychotherapie. Wollen die aber nicht. Allein, wenn ich dran denke, nein, danke schön. Ich gehe dann mal ein laaanges Ründchen auf den Ergometer. Wer nicht will, der will nicht. Sein Leben, seine Regeln. Heute gibt es den Karibik-Party-Mix.🙂
w48
 
  • #52
Da habe ich leider ähnliche Erfahrungen. Mein Onkel, 65, extrem übergewichtig, Raucher. Mittlerweile Krebs. Teile des Dünndarms rausgenommen, viele teure OPs. Richtig teuer. Hat in de Klinik weiter geraucht. Sitzt jetzt zu Hause, auf Staatskosten wurde sein Bad umgebaut, weil die Dusche verbreitert werden musste. Aber er raucht weiter wie ein Schlot. Seine Frau ist extrem dick, das kann man sich nicht ausdenken. Was ist bloß los mit dieser Gesellschaft. ? Grauslich.
Auf meiner Reha an der Nordsee für mein Asthma/Bronchiektasen/Pneumonie waren sehr viele Raucher.
Die bekamen alle ein Raucherentwöhnungsprogramm.
Danach sah man sie jeden Tag mehrmals in der Raucherhütte oder gegenüber am Kiosk einträchtig rauchen.
Teilweise sogar mit dem Sauerstoff in der Nase. Kamen nicht die Treppe hoch, mussten immer den Lift nehmen, aber es wurde munter weiter geraucht.

Aus einem Zimmer stank es permanent nach Rauch. Die Patientin nebenan meldete es der Leitung.
Was stellte sich heraus? Der Lungenpatient rauchte sogar auf seinem Zimmer!
Er durfte dann frühzeitig abreisen, denn das Rauchen in der Klinik war strengstens untersagt.

Echt, solche Leute machen mich wütend und sprachlos.
Da warten Patienten monatelang auf einen freien Platz in der Reha (da auch extrem viele Long-Covid Patienten seit zwei Jahren), und andere nehmen diese Chance nicht wahr 😡.
 
  • #53
Hier scheint die übergewichtige Mutter um einiges jünger zu sein, als die von @godot.
Da sehe ich Abgrenzung anders

Meine Mutter (81).wird auch immer negativer.
Einiges war in Anzeichen schon immer vorhanden...Kontrolle.
Aber früher konnte man ihr Grenzen setzten und es war nicht so masslos.
Jetzt will sie sich umbringen weil wir sie alle böse finden.
Das ist zwar (noch) nicht permanent so aber auch dieses immer mehr über alles "meckern ".
Völlig verloren hat sie Empathie und die geht zb bei Demenz als erstes.

Da ist auch kein Lerneffekt mehr, durch Handlung oder Konsequenz von uns.
Unsicher uns Recht geben und dann beim nächsten Mal genau so wieder.
Mein Vater (jünger) ist schon völlig fertig
Aber wir können sie zu jedem Arzt bewegen, nur keinen der auf nahende Demenz untersuchen könnte.

Das kann uns alle treffen und genau dann, sucht man keine Hilfe mehr.
So versuchen wir, das als Krankheit zu nehmen und nicht als Charakter, denn so war sie ja nicht.
 
  • #55
Sie läuft den ganzen Tag genervt durch die Gegend. Ich habe sie gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr herzhaft lachend erlebt. Und immer ist sie das Opfer und tut alles für andere Menschen.
War sie schon immer so oder ist das eine Wesensveränderung?
Bei Wesensveränderung in dem Alter kann es immer an Demenz oder sonstigen Erkrankungen im Gehirn liegen (Demenz ist aber die wahrscheinlichste Variante)
Oder Altersdepression.
Ansonsten verschärfen sich im Alter bereits vorhandenen Wesenszüge, wer schon immer miesepetrig war und anderen die Schuld gibt, ändert sich dann auch nicht mehr.
 
  • #56
Ein Arzt würde auch nicht helfen können, sondern nur bestätigen, was ihr sowieso schon wisst
Och doch, gerade in den Anfängen gibt es zb Medikamente die das noch mildern können.
Denn ich finde es zwar anstrengend aber wie muss sir sich dann fühlen? In erster Linie hat sie doch immer weniger Freude in sich.

Und das belastet ja auch die FS, nicht nur die Masse sondern das ihre Mutter sich auch schlecht fühlt.
 
  • #57
Konkret geht es bei mir um meine Mutter (61). Sie hatte vor Jahren eine schwere Herz-OP und ist Diabetikerin. Leider pflegt sie seit längerer Zeit einen extrem ungesunden Lebensstil, sie ist mittlerweile stark übergewichtig, bewegt sich so gut wie gar nicht und ernährt sich ungesund.
Das Wichtigste bei Diabetes ist, sich um den Blutzucker zu kümmern. Ob man das isst, was andere Leute für gesund halten (da gibt es endlos Meinungen z.B. Fleisch oder besser vergetarisch, welches Mehl oder Getreide ist gesund ....), ist im Vergleich dazu ein Luxusproblem.

Wenn sie es gern süß mag, soll sie Süßstoff nehmen. Der ist bei Diabetikern gesünder als Obst.

Wer das sehr schleifen lässt, kommt nach Jahren in Dialyse, dreimal in der Woche einen halben Tag. Und das ist viel nerviger als Blutzucker messen und Medikamente nehmen. Da muss man manchmal eine klare Ansage machen und auf den Arzt verweisen, wenn das jemand nicht glaubt.
 
  • #58
Och doch, gerade in den Anfängen gibt es zb Medikamente die das noch mildern können
Da wäre ich vorsichtig @pixi67 . Die Diagnose Demenz durch einen Neurologen ginge zunächst ganz stark auf die Psyche.

Mein Vater ist im Mai gestürzt, kam eine Woche ins Krankenhaus und war danach weder körperlich noch geistig in der Lage für sich alleine zu sorgen. In dem Stadium erhielt er sofort den Pflegegrad 3. Meine Schwester und ich wechselten uns in den nächsten acht Wochen mit Hilfe eines Pflegedienstes in der Pflege ab.

Ich hatte den Verdacht auf Demenz und brachte ihn zu einem Neurologen, natürlich nur mit seiner Einwilligung. Nach CT, Untersuchung des zerebralen Plaquebefalls und neuropsychologischen Tests war das Ergebnis des Neurologen eindeutig: kein Vorliegen von Demenz. Selbst, wenn er 70 Jahre alt wäre ( er wird 87), wäre bei seinem Ergebnis keine Behandlung von Demenz nötig. Dieses Ergebnis gab ihm nochmal einen richtigen Push nach vorne. Hätte die Diagnose anders ausgesehen, wäre der Schuss nach hinten losgegangen.

Letztendlich hat @ErwinM recht, auf dem Gebiet wird viel geforscht, aber Demenz kann nur zeitweilg ein wenig stabilisiert werden, aber nicht aufgehalten. Demgegenüber steht dann die Psyche mit dem Wissen um Demenz.

Mein Vater hat sich zu meinem Erstaunen in seinem Alter wieder sehr berappelt - körperlich und geistig. Okay, Terminmanagement ist nicht mehr seine Stärke. Der Betreuungsdienst kommt täglich 2 Stunden und er führt wieder eigenständig in seinem Haus kein ganz schlechtes Leben. Gut, die Autoschlüssel haben wir mit seinem Einverständnis versteckt. Das fuchst ihn schon, aber da muss er durch.

W,57
 
  • #59
Ich finde, man soll sich da raushalten und sich nicht einmischen, das beingt sonst nur unnötigen Stress und Ärger!
 
  • #60
Mein Vater (jünger) ist schon völlig fertig
Aber wir können sie zu jedem Arzt bewegen, nur keinen der auf nahende Demenz untersuchen könnte.

Das kann uns alle treffen und genau dann, sucht man keine Hilfe mehr.
So versuchen wir, das als Krankheit zu nehmen und nicht als Charakter, denn so war sie ja nicht.
Es gibt in jeder grösseren Stadt Beratungsstellen für solche Fälle. Notfalls kann man auch den sozialpsychatrischen Dienst anrufen, so kenne ich es, der nach Hause kommt und nachschaut, ob extern Hilfe geholt werden muss.

Ja, es ist eine Krankheit, daher muss meiner Meinung nach rechtzeitig dem Kranken, so hart es auch klingt, gegen seinen Willen geholfen werden, weil er aus Krankheitsgründen nicht mehr selber für sich gut sorgen kann.

WÜ55
 
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