• #1

Sollte man fremdgehen aussitzen?

Hallo,

ich suche Menschen, die das Fremdgehen ihres Partners "souverän" ausgesessen haben. Gibt es die eigentlich?

Seit Geburt unserer Kinder habe ich konsequent das Gefühl, belogen zu werden. Es gab und gibt leider so viele Hinweise, daß sogar eine Paartherapeutin meinte, die Indizien wögen schwer. Ich fühle mich eigentlich wohl mit meinem Mann. Wir sind insgesamt ein gutes Team. Aber es ist schwer, mit ihm zu reden. Er schweigt zumeist, bagatellisiert meine Eindrücke, oder fängt an, im Gespräch mit seinem Handy zu spielen.

Was ich wahrnehme, sind sex. Verhaltensänderungen (gedanklich auch wie besessen, suchthaft), Frauenparfüm, Kondompäckchen im Auto, damals fremde Haare, gewisse Flecken, eigenartige SMS, die gelöscht werden, usw.. Er kann nichts erklären. Und das Kondom sei keines gewesen, selbst wenn, er habe es nicht benutzt.

Ich selber leide eh an Verlustangst, die wird nun gefüttert. Wenn er weg ist und es länger dauert, bekomme ich Angst und werde unruhig. Das frißt meine Energie. Früher hatte ich auch diese Ängste, aber damals waren die klein, und ich habe ihm 4 bis 5 Jahre vertraut. Dann geriet ich nach Geburt in eine längere Krise, die er nicht verstand, und rutschte rein in Verlustängste und Eifersucht. Leider angetriggert durch Damenparfüm und Aussagen wie: "Der hat doch heute gar keinen Dienst."

Er ist der erste Mann in meinem Leben nach vielen Lebensjahren, den ich ernsthaft wollte. Wir haben viele Verbindlichkeiten. Viel Schönes drumherum. Ich könnte eigentlich wunderbar glücklich sein mit ihm. Aber ich quäle mich. Und eigentlich wünsche ich mir diese Familie mit diesem Mann in diesen Umständen.

Vor allem wünsche ich mir Ehrlichkeit. Ich fühle mich aber betrogen. Er sagt, er liebt mich. Er tut viel für mich. Er ist der klassisch gute Ehemann. Nur im Gespräch ist es äußerst unbefriedigend. Klassische Antworten: "Da ist nichts. Du mußt mir vertrauen. Ich liebe Dich." Insgesamt wäre ich ihm gegenüber anders, wenn diese Probleme nicht wären.

Ich erzähle ihm so viel von meinen Gefühlen, versuche, so ehrlich wie möglich zu sein, aber er ist zu wie eine Auster. Höchstens beim Sex läßt er mich mal an seinen Phantasien teilhaben

Mich mal eben trennen kann ich mich aus vielen Gründen nicht. Allein die Vorstellung, zum RA zu gehen, tut mir weh. Ich möchte auch noch etwas warten, bis ich wieder beruflich im Sattel bin.

Ich freue mich über Beiträge!!
 
  • #2
Sorry aber ich kann selbst als Mann nur mit dem Kopf schütteln. Du bist dir selbst nicht das geringste wert. Hier werden dir nun einige gehörig den Kopf waschen, die meine Gedanken besser in Worte fassen können. Ließ bitte sorgfältig!!!
Und nein das kann niemand aussitzen!
M45
 
  • #3
Wenn er weg ist und es länger dauert, bekomme ich Angst und werde unruhig. Das frißt meine Energie. ... Klassische Antworten: "Da ist nichts. Du mußt mir vertrauen. Ich liebe Dich."
Wenn hier jemand etwas „aussitzt”, dann der Mann. Wären die Unterstellungen haltlos, er wäre längst gegangen, denn falsche Verdächtigungen tut sich kein treuer Mann über einen längeren Zeitraum hinweg an.

Natürlich kannst Du den Rest Deines Lebens mit dem Kopfkino zubringen, daß er irgendwo bei einer anderen im Bett liegt. Das ist der Preis, den Du bezahlen mußt, wenn Du Dich für die Fortsetzung entscheidest.

Du kannst auch mit einem anderen Mann neu durchstarten. Vielleicht hast Du Glück, vielleicht gerätst Du vom Regen in die Traufe. Du hast es dann aber wenigstens versucht.
 
  • #4
Liebe Fragestellering. Für Dich kommt also eine Trennung nicht in Frage. Aussitzen ist hier das richtige Wort. Ich glaube, Du bist da in guter Gesellschaft. Das passiert oft.

Denken wir da an Königin Silvia oder Frau Seehofer. In diesen Kreisen wird sich nicht getrennt. Für Dich vielleicht nicht bekannt, aber ich weiß es aus internen Kreisen: Sogar Helmut Schmidt hat seine Loki betrogen, hatte eine Affäre und Loki war sogar einige Zeit aus der Kanzlervilla ausgezogen.

Eine gute Nachricht in diesen schlechten Zeiten für Dich: die Wahrscheinlichkeit, dass er bei Dir bleibt ist hoch. Er stabilisiert mit diesen Affären sogar seine Ehe. Er hat wieder gute Laune, kann sich austoben, so grotesk es sich anhören mag.

Also: mit diskutieren kommst Du ihm nicht bei. Auch nicht mit Ehetherapien. Mach lieber eine Therapie für Dich. Ein Fremdgänger wurde noch nicht durch eine Therapie geläutert.

Schau auf Dich, dass Du (mental) stark wirst. Spioniere ihm nicht mehr hinterher, stelle ihn nicht mehr zur Rede, baue Dir einen unerschütterlichen Frame auf. Sei freundlich, zugewandt, sachlich und stark. Tu viel für Dich. Und mach mit ihm aus, dass Du gelegentlich für Dich einen freien Abend haben kannst. Mach Dich hübsch, achte sehr auf Dich und beginne ein eigenes Leben.

Als jammerndes und leidendes verletztes Weibchen wirst Du diesen hier nicht beeindrucken. Viel eher als Frau, die auf ihn nicht mehr angewiesen ist und die auch ohne ihn kann.

Das Machtgefälle ist sehr zu Deinen Ungunsten gekippt. Schau zu, dass Du es wieder ein wenig ausgleichst. Und hör sofort auf, ihm von Deinen Gefühlen zu erzählen. Du siehst doch, dass er darauf scheisst. Mach Dich nicht auch noch schwach vor ihm, vor Deinem Peiniger. Damit gibst Du ihm noch mehr Macht. Er weiß, dass Du ihm 100%ig ergeben bist. Ich finde, das hat er nicht verdient. Diese absolute Sicherheit solltest Du ihm entziehen.

Es macht ihn unendlich stark zu wissen, dass er sich bei Dir einfach alles erlauben kann. Das weiß er. Und hier ist Dein Ansatzpunkt. Viel Glück.
 
  • #5
Liebe FS, das klingt nach einer extrem destruktiven Beziehung, und ich verstehe nicht, warum sich manche Leute so etwas bieten lassen.
Aber: Das mit den Kondomen, Parfüm und Spuren im Auto hört sich eher nach Provokation als nach echten Indizien an. Kann es sein, dass dein Mann selbst Verlustangst hat und dich testen will, bzw. dich damit bewusst verunsichert, um sich selbst aufzuwerten? Ist verdammt albern und kindisch aber so etwas gibt es öfter als man denkt. Wäre vielleicht auch zu verzeihen, wenn er bei Konfrontation Klartext reden würde. Wenn auch letzteres nicht funktioniert, gibt es doch wirklich keinen Grund, länger Zeit in einer solchen Ehe zu verlieren. Ich verstehe nicht, warum du das aussitzen möchtest. Du solltest klar Position beziehen. Nicht reagieren sondern handeln, aktiv werden damit du nicht länger leidest. Alles Gute dir und viel Kraft
 
  • #6
Mich mal eben trennen kann ich mich aus vielen Gründen nicht. Allein die Vorstellung, zum RA zu gehen, tut mir weh. Ich möchte auch noch etwas warten, bis ich wieder beruflich im Sattel bin.
Die Situation scheint klar: Du möchtest aus verschiedenen Gründen warten, bis Du Dich trennst. Nur Du selbst kannst beurteilen, ob Du Deine derzeitige Situation noch länger ertragen kannst und wenn ja, wie lange. Aus meiner Sicht: solange der Druck nicht groß genug ist, wirst Du nicht handeln. Helfen kann Dir dabei eigentlich kaum jemand. Was ist genau Deine Frage?
 
  • #7
Es sind viele "eigentlichs" in Deiner Frage.
eigentlich fühlst Du Dich wohl
eigentlich könntest Du wunderbar glücklich mit ihm sein
eigentlich wünscht Du Dir diese Familie, mit diesem Mann in diesen Umständen ( ? das verstehe ich nun gar nicht...)

Und vieles passt nicht richtig zusammen. Du willst bleiben, doch noch warten um zum RA zu gehen.???
Und meine Frage bei allem: wo bist Du? Wo bleibst Du mit Deinen Bedürfnissen?
Es liest sich nicht als ob ihr ein gutes Team seid. Im Gegenteil.
Deine Vorstellung von Beziehung deckt sich nicht mit seiner. Er weicht aus, ja er geht noch weiter und ignoriert Dich, wenn er beginnt mit seinem Handy zu spielen.
Ist es Deinem Mann wirklich bewußt, wie es um Dich steht? Seid Ihr beide in Therapie oder nur Du? Es hört sich so an.
Für Deinen Mann ist ja alles ok...und Du machst es mit.

Nein, man muß kein Fremdgehen souverän aussitzen. Das schreibe ich, die mal eine Beziehung mit einem verheirateten Mann hatte.
Und mit der Ehrlichkeit ist es in diesem Zusammenhang oft so eine Sache. Viele wünschen sie sich und vertragen dann die Wahrheit nicht.
Ich weiß, es ist nicht einfach sich aus Strukturen zu befreien, doch Dein Mann wirkt wenig empathisch.
Ich würde an Deiner Stelle schauen, dass Du so schnell wie möglich beruflich wieder fester im Sattel sitzt, Dir ein Hobby suchst, dass Du nur für Dich hast, damit Du nicht so auf ihn angewiesen bist. Auch ein eigener Freundeskreis, Freundinnen täten Dir gut, falls nicht vorhanden und ja, ich würde mich unverbindlich beim RA beraten lassen, dann weißt Du was Dich im Falle einer Trennung erwartet.
Dein Mann spielt kein gutes Spiel, spiel Du es nicht mit. Viel Glück!
 
  • #8
Er nimmt dich kein bisschen Ernst! Was genau meinst du mit aussitzen? So lange warten, bis es von alleine aufhört? Glaubst du daran wirklich?
Dein Mann hat keinen Respekt vor dir. Anders lässt es sich nicht erklären, dass er auf deine Gefühle keine Rücksicht nimmt, deine Ängste runterspielt und in Gesprächen mit dir am Handy spielt. Auch wenn er in anderen Situationen ein toller Mann sein sollte, in einer sehr sehr wichtigen und für dich essentiellen versagt er. Du solltest schleunigst etwas an deinem Verhalten ändern und ihm deine Grenzen aufzeigen. Die überschreitet er momentan wohl ohne, dass es ihm noch groß auffällt. Mach dich nicht kaputt für ihn!!
 
  • #9
Hallo, liebe Catherine, Dein Schicksal berührt mich.
Ich habe ähnliche Kränkungen wiederholt erlebt und ausgesessen. Aber nie souverän . Mag sein dass das Konzept einer offenen Beziehung funktionieren kann aber dann sollte es von beiden kommuniziert und getragen werden. Wird das nur einseitig gelebt kann der andere Partner sich vielleicht damit arrangieren. Ich habe noch keine Frau erlebt die an solchen fortwährenden Demütigungen gewachsen ist.
Die meisten nehmen irgendwann Schaden.
 
  • #10
Ich sehe keinen Ratschlag, den man Dir geben könnte.

Du bist glücklich und zufrieden mit dem Status quo und wenn er Dich betrügen sollte, kannst und willst Du Dich nicht trennen. Stattdessen möchtest Du den vermeintlichen Ehebruch lieber "aussitzen".

Aus Erfahrung kann ich Dir versichern, einmal Fremdgeher, immer Fremdgeher. In meinem Umfeld hat sich noch niemand kraft der wahren Liebe zur Treue bekehren lassen. Sie sind mit der Zeit höchstens geschickter im Vertuschen geworden.
 
  • #11
(Vorweg, ich würde sowas nicht aussitzen können, also mein Beitrag kommt nicht aus Erfahrung.)
Frage ist für mich, was Dich stört.
- Fremdgehen, Lügen und respektlose Behandlung
- Lügen und respektlose Behandlung, aber nicht das Fremdgehen

Das einzige, was ich mir tolerabel vorstellen kann ist, wenn der Mann noch Sex woanders hat, zu seinem Bedürfnis steht und Dich als PARTNERIN behandelt, dh. Dir erklärt, warum es so ist und Dich schützt, indem er Kondome benutzt. Aber nicht Lügen und kein respektloses Verhalten, wobei die Lügen ja Teil davon sind.

Ich fühle mich eigentlich wohl mit meinem Mann. Wir sind insgesamt ein gutes Team. Aber es ist schwer, mit ihm zu reden. Er schweigt zumeist, bagatellisiert meine Eindrücke, oder fängt an, im Gespräch mit seinem Handy zu spielen.
Wieso kann man sich wohlfühlen bei solchem Verhalten? Ein gutes Team sieht alle Spieler auf Augenhöhe und man hat Respekt voreinander, weil man anerkennt, dass jeder seine Aufgabe erfüllt.
Ich könnte eigentlich wunderbar glücklich sein mit ihm. Aber ich quäle mich. Und eigentlich wünsche ich mir diese Familie mit diesem Mann in diesen Umständen.
Das ist klar. Und Du nimmst alles mögliche hin, nur weil Du an diesem Wunsch festhältst und weil Du ihn wolltest und nun scheinbar hast, aber er ist nicht so, wie das, was Du wolltest. "Ich könnte glücklich sein", sagte auch meine Freundin, die über zehn Jahre Geliebte war. "Er müsste sich nur anders verhalten". Machte er aber nie. Sie war nie glücklich, aber hatte immer im Kopf, wie es sein könnte, wenn er nur anders wäre.
Definitiv nicht. Dein gespaltenes Bild hier ist der Grund, dass Du nicht bei dem ersten Verdacht und als Du seine Ausflüchte entdeckt hast, gegangen bist.
Was er sagt, interpretiere ich mal nicht, weil Liebe für mich Ehrlichkeit beinhaltet. Er tut viel für Dich und Du willst mit ihm zusammenbleiben. Das geht nur so, wie er ist. Dh. erwarte keine Ehrlichkeit, sondern hör auf zu grübeln und geh davon aus, dass er nebenher Frauen hat. Nimm es als Tatsache hin und sieh, dass er immer noch bei Dir ist. Er will nicht mit einer anderen Frau zusammenleben, er braucht nur Sex oder Verliebtheit und Romantik jenseits eurer Beziehung. Betrachte seine Lügen als Feigheit, zu seinen Bedürfnissen zu stehen. Er macht sich und Dir vor, ein guter Ehemann zu sein. Nimm das hin, weil er es braucht.
 
  • #12
Ich möchte auch noch etwas warten, bis ich wieder beruflich im Sattel bin.
Schau, dass Du das bald wieder bist.

Du bist ganz offensichtlich nicht gemacht für die Rolle der Alles erduldenden, schweigenden Ehefrau.

Ich würde nicht mehr mit dem Kerl reden. Statt dessen wäre ich eine liebreizende, freundliche Gattin, würde auf meinen Schutz vor ansteckenden Krankheiten achten und die Trennung vorbereiten.
 
  • #13
hmm schwierige Situation, da du emotional nicht bereit bist dich von ihm zu lösen. Aber für eine Partnerschaft gehört nun mal Ehrlichkeit und Treue.. wenn du deinem Partner nicht vertrauen kannst und deine Zweifel berechtigt sind, dann ist das keine gute Sache. Schade, dass du dich von ihm so abhängig machst. Ich finde du solltest eine Basis schaffen, die Situation zu lösen, da du ja darunter leidest. Entweder steht er zu seinen Fehltritten und du entscheidest ob du ihm verzeihen möchtest oder er möchte seine "Affäre" weiterführen und erwartet von dir entweder dass du da mitmachst oder dich von ihm trennst. Da musst du den Mut haben dich zu entscheiden und deinen Weg zu gehen. Niemand ist unersetzlich und sollte auch dementsprechend behandelt werden.. Meine Meinung :)
 
  • #14
Liebe catherie...

Anbei eine Empfehlung einer sehr guten Hompage von:
Univ. Prof. Dr. Ulrich CLEMENT (Sexualtherapeut, Paartherapeut, Wissenschafter...)
Mit vielen Verbindungen zu seinen Interviews, entweder Audios oder Videos zum Thema 'Liebe, Sexualität, Seitensprung, Mann und Frau'
Ebenso viele Texte zum Lesen, sehr niveauvoll verfasst.
Auf youtube findest du ebenso gute Diskussionen mit IHM.

Ich schätze diesen Menschen sehr, er prangert nicht an, bleibt stets niveauvoll!

Alles Gute,
olivin
 
  • #15
Liebe FS,

"souverän aussitzen"? Einen offensichtlichen Betrug? Nein, das kannst Du nicht und das merkst Du selbst.
Dein Mann nimmt Dich nicht für voll. Du findest Kondome und er leugnet, dass das Kondome sind bzw. er würde sie nicht verwenden, wenn es welche wären? Was soll das denn?
Du hast doch genug Indizien. Fremde Haare, Damenparfüm, Kondome, sexuelle Veränderung. Erwartest Du, dass er sein Belügen und betrügen zugibt? Er ist respektlos. Du teilst ihm Deine Befürchtungen und Gedanken mit und er spielt uninteressiert mit seinem Handy. Ich weiß wirklich nicht, wo Du da "viel Schönes" und "wir sind ein Team" siehst. Mach die Augen auf! Du quälst Dich, wie Du schreibst. Er wimmelt Dich mit Sprüchen ab. Du schreibst, der Zustand frisst Deine Energie. Verständlich. Wie lange, denkst Du, geht das bei Dir psychisch und körperlich noch gut? Gehe achtsam mit Dir und Deinen Kindern um und ziehe die Konsequenzen. Besser wird Deine Situation nicht. Eher im Gegenteil. Wer einmal fremdgeht und nicht auffliegt, wird das immer wieder tun. Alles Gute!
 
  • #16
Liebe FS, natürlich gibt es Frauen, die das aussitzen können. Vor nicht allzu langer Zeit blieb den Frauen nichts anderes übrig, als dies zu tun, da der Mann der Versorger war und sie finanziell auf ihn angewiesen waren. Sie hatten gar keine andere Wahl, und ich denke, sie haben Wege gefunden, sich damit zu arrangieren.

Noch heute gibt es Frauen, die ihren Mann aus anderen Aspekten als Liebe geheiratet haben. Geld, Status, Eingang in die Gesellschaft, Luxus, Beförderung, whatever. Die können das mehrheitlich wahrscheinlich. Weil der Mann ihnen im Grunde genommen egal ist, solange er liefert, was sie begehren.

Du schreibst selbst, du wünschst dir eine Familie im klassischen Sinne, mit Treue und gegenseitigem Vertrauen. Daher: Du wirst das nicht können, auch nicht lernen. Weil du andere Wünsche hast als die o.g. Frauen. Du schreibst, es quält dich furchtbar. Dann wäge für dich ab, was für dich erträglicher wäre: dich die nächsten Jahre zu quälen, ohne Aussicht auf Änderung (woher sollte die auch kommen, er kommt doch prima damit durch's Leben ?) oder dich kurz und heftig zu quälen, indem du dich trennst. Der eine Schmerz wird vergehen, der andere nicht. Außerdem musst du dich entscheiden, ob du weiter in einer Traumwelt von einer wunderbaren Partnerschaft leben möchtest, die nichts als eine Illusion ist, oder ob du das wahrhaftig erleben möchtest.

Ja, es tut höllisch weh, sich von seinem Traum zu verabschieden. Von seinem Lebensplan. Wenn das Herz bricht. Das gewohnte Leben ein Ende findet. Die Seifenblase zerplatzt, in der man es sich so wohlig eingerichtet hatte. Ja, es macht höllische Angst, wenn man nicht weiß, wie es finanziell weiter gehen wird. Hab ich auch alles hinter mir und verstehe dich gut. Meine Freundin sagte mir damals, dass ich stärker daraus hervor gehen würde. Damals fühlte ich mich so elend, dass ich es nicht für möglich hielt. Sie hat trotzdem Recht behalten. Konzentrier dich auf dich selbst, finde ein berufliches Standbein. Du wirst sehen, dass dir das Kraft geben wird.
 
  • #17
Hallo Catherine.

Ich weiss ganz genau wie du dich jetzt fühlst. Ich habe das gleiche erlebt. Fast identische Situation. Bei mir waren das nicht einfach Ängste. Die waren begründet.. Das ist aber eine Weile her. Vor 6 Jahre hat es angefangen. Vielleicht sogar früher was mir aber nicht bewusst war. Wir hatten eine harmonische Ehe. Warum plötzlich diese Verlustliste kommen kann man darüber spekulieren.

Die Ängste sind das schlimmste. Der Schmerz nach der so gewünschter "Ehrlichkeit" von meinem Partner damals war schlimm, aber halb so schlimm wie die ewige Ängste den Menschen zu verlieren der mir mal so nah stand. Ich hatte niemanden sonst... Aber jetzt weiss ich nicht mehr genau was mir mehr Angst gemacht hat. Den geliebten Menschen zu verlieren oder mein ganzes leben von 0 anzufangen. Ich befürchte, dass es eben mehr das zweite war.

Am Schluss haben wir uns getrennt. Aber das wichtigste - die Freundschaft ist geblieben. Ebenso wie du stand ich damals finanziell nicht auf beide beine. Und mein Ex hat mich damals unterstütz. Die Zeit habe ich gehabt mich auch langsam von ihm zu lösen. Das ist ein harter weg. Und das ist jetzt meine Erfahrung.

Es könnte aber anders ablaufen. Z.B wenn mein ex Mann damals mir die Wahrheit nicht gesagt hätte. Seine damalige Freundin keinen Druck gemacht hätte und er mich nicht wegen der verlassen würde. Wäre die fremdgeh-Geschichte nach paar Monate vorbei gewesen und wir uns nie getrennt hätten. Unsere "harmonische" Ehe weiter geführt. Aber ich glaube nicht dass es ein weg zum Glück wäre..


Auf jeden Fall, Catherine. Ich denke wenn du die Wahrheit willst und die Partnerschaft doch nicht verlieren möchtest, wirst du wahrscheinlich die offene Ehe/Partnerschaft in Betracht ziehen müssen. Ob überhaupt möglich ist und funktionieren wird bezweifle ich aber vielleicht.. Wenn du nicht ganz den harten Schnitt wagst baue die Freundschaft als Basis auf.. Du wirst es selber erfahren ob du es kannst oder nicht.

Viel Glück und alles Gute!
 
  • #18
Ne, ich glaube du willst keine Ehrlichkeit. Du würdest sie nicht vertragen und das weiss er auch.
 
  • #19
Es wurden ja schon so viele gute Ratschläge geschrieben, dass mir nur noch eins einfällt: Vielleicht wäre es für deine körperliche und seelische Gesundheit ganz gut, wenn du ab sofort nicht mehr mit ihm schlafen würdest.
 
  • #20
Du hast einen begründeten Verdacht. Ich hatte einen solchen Verdacht bei meinem Exmann, der mir viele, viele Jahre später seine Untreue gestand, aber nur, weil ich ihm selbst gestanden hatte, dass ich fremdverliebt war (ungleich untreu). Er war dauernd und immer untreu, mit verschiedenen Frauen, trotzdem ein braver Gatte. Er hatte nicht das gerinste Unrechtsbewusstsein. Doch Lügen sind eine schlechte Basis für eine Beziehung!

Nehmen wir mal an, Du hast Recht. Dann musst Du Dich trennen. Man kann keine vertrauensvolle Beziehung mit einem Fremdgeher führen. Aber: Du bist innerlich noch nicht so weit. Du hoffst noch, dass Du Dich irrst, dass alles doch noch gutgeht, aber glaub mir, der Riss in Eurem Vertrauensverhältnis ist nur schwer zu kitten. Du musst nur noch in der Realität ankommen. Fremdgeher gehen übrigens immer fremd. Wenn die eine Affäre vorbei ist, gibts die nächste. Es tut weh, das wahrzuhaben, aber eine Bekehrung ist nicht möglich. Verarbeite das alles, lass Dich weiter beraten, aber dann mache den großen und übrigens auch sehr befreienden Schrltt!
 
  • #21
Was genau möchtest Du denn aussitzen?
Bisher hast Du das Thema ja noch nicht auf den Punkt gebracht.
Das wäre Fakten schaffen und wissen, daß er fremdgeht.
Ich hatte nach 15 Jahren Beziehung weniger Indizien als Du, nur einen stark veränderten Ehemann.
Natürlich habe ich auch gehört ich würde spinnen und ehrlicher Weise, hatte ich gehofft ich tue dieses und er hätte nur die erste Midlife Crisis.
Aber wenn die Kinder im Bett waren, hatte ich erst Kopfkino und dann Logik.
Ich bin ihm hinterher gefahren, ich wollte es wissen.
Treffer. Traurig aber Klarheit...
Aussitzen wäre es für mich gewesen, wenn ich ab dann wortlos abgewartet hätte, bis er mit der Geliebten fertig gewesen wäre.
Du sitzt nicht aus, Du willst nicht wirklich wissen.
Persönlich habe ich nichts ausgesessen und ich bewundere auch keine Frau die dieses tut.
Denn dort wo ich es weiß, erlaubt sich der Mann das regelmäßig, weil er es ja kann.
Wobei ich damals wirklich von Frauen der älteren Generation das geraten bekommen habe. Männer sind halt so...Brr,das ist nicht souverän, dass ist devot.
Ich kenne zwei Paare die es geschafft haben. Aber da wurde nichts ausgesessen, sondern erst klare Grenzen geschaffen und dann viel Arbeit geleistet von beiden Seiten.
Nur da gab es auch eine jahrelange Verbundenheit im Vorhinein.
Wo bitte hast du das?
Wer Rückgrat hat muss nicht sitzen.
 
  • #22
Vielen Dank für Eure Antworten, hätte ich bloß schon eher geschrieben.
Den Abriß der Kondompackung habe ich letzten November in seinem Auto gefunden. Dazu war der Beifahrersitz mal wieder grundlos ganz weit hinten. Und er spät gekommen, völlig verpeilt. Bis dahin hatte ich immer gehofft, daß alles nicht so ist, wie ich es befürchte. Und daß es aufhört. Aber seitdem reicht es eigentlich mit Hinweisen. Es kommt ja leider immer mehr hinzu. Die Paartherapeutin hat unsere Therapie beendet, als sie das mit dem Kondom hörte und mein Mann dazu nichts zu sagen hatte.

Ich habe auch in Büchern gesucht, wie "liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest". Letzlich denke ich, mit einem Partner, der weder bereit ist, seine Gefühle wahrzunehmen und zu benennen, ist eine Situation wie meine auch ein harter Brocken. Daß er selber Verlustängste hat, wie Du, Shiva, vermutest, glaube auch ich, auch über "Inszenierungen", habe ich nachgedacht. Ich glaube, er hat Spielereien laufen und rein körperliche Begegnungen. Ich glaube außerdem, daß er eine Form von Sexsucht hat.
Ich selber habe Hobbies und gute Freundinnen. Nur ich mache Therapie, lese Beziehungsbücher, mache mir Gedanken. Die Probleme haben vor 4 Jahren angefangen. Da er für mich der erste Mann war, für den ich mich getraut habe(mit Ende 30!!), habe ich wohl auch Hemmungen, meine Vision aufzugeben.
Und: Ich denke ohne Haus, Kinder, gemeinsame Patchworkgeschichte hätte ich ihn vermutlich verlassen. Meine Hoffnung war, daß er mit seiner Geschichte rausrückt und wir das bearbeiten oder zur Not integrieren können. Aber da kommt nix. Und ich muß der Wahrheit wohl langsam ins Auge sehen, Abschied nehmen von meiner Wunschvorstellung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
1. Schritt: Sieh der Realität ins Auge: Er betrügt dich schon sehr lange. Du brauchst keine Erklärungen mehr.

2. Wenn er fremdgeht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass er dich verlässt. Fremdgeher stabilisieren damit ihre bröckelige Beziehung, wie hier schon jemand gesagt hat.

3. Das Problem ist sehr einfach zu lösen. Fange bei dir an. Werde unabhängig, löse dich emotional von ihm, lerne schnell neue Männer kennen, gehe selber wieder aus, und später trenne dich. Du musst raus aus deinem kleinen Dunstkreis, wo nichts anderes existiert, als dein Ehemann. Du hast wirklich das schlimmste an manipulierendem Partner abgekriegt, das man abkriegen kann.

Ich sehe das Hauptproblem darin, dass Ehefrauen diese Fremdgeher schützen. Selbst ein Wink von außen wollen diese Frauen nicht wahrhaben.
Was gibt dir dieser Mann, außer Vater für die Kinder zu sein und Geld? Es gibt wirklich mehr im Leben.

Deine größte Sorge ist, zu überlegen, wo er jetzt wieder sein könnte. Ja, das wird dich alle Energie kosten und ist noch lange nicht zu Ende.
 
  • #24
Catherine,

Souverän aussitzen kann man das nicht so leicht.
Dazu würde dann auch Erbe habe Persönlichkeit gehören.
Du möchtest Tipps, damit die für Dich unerträgliche Situation erträglich wird wie soll das gehen?

@Moona hat es schon sehr treffend und umfassend formuliert, da schließe ich mich an.
Und auch mein Tipp, suche Dir professionelle Unterstützung, mach eine Therapie, finde heraus, was Dir gut tut, was Du möchtest, befreie Dich von der Opferrolle - und dann wirst Du sehen, wie es künftig weiter gehen kann.
 
  • #25
"liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest".
Der Titel suggeriert, dass Du "Schuld" alleine bei Dir suchen müsstest und dass Du Dich so anpassen musst, dass er tun kann, was er möchte. Das ist nur für ihn angenehm und zielführend, Du merkst es ja selbst.

Da er für mich der erste Mann war, für den ich mich getraut habe(mit Ende 30!!), habe ich wohl auch Hemmungen, meine Vision aufzugeben.
Und: Ich denke ohne Haus, Kinder, gemeinsame Patchworkgeschichte hätte ich ihn vermutlich verlassen.
"Erster Mann" mit Ende 30? Dir fehlen dann manche Erfahrungen, die man normalerweise vorher macht. Sicher die, dass es ein Leben nach dem "ersten Mann" gibt und dass Du Dir neue "Visionen" aufbauen kannst. Vielleicht auch manche sexuelle Errfahrung. Ja, es ist schwierig und unangenehm, Träume aufzugeben. Wenn sie aber nicht mehr realisierbar sind, was gibst Du dann wirklich auf?
In Kombination mit "Patchwork" wird es dann ja auch um seine Kinder gehen. Du hältst ihm den Rücken frei und er vergnügt sich anderweitig? Häuser kann man verkaufen.

Ich denke, Du solltest Dir diese Option als "Vision" schaffen. Dir zutrauen, das zu schaffen. Bis Ende 30 hast Du ja auch auf eigenen Beinen gestanden. Und dann mit ihm ein klares Wort reden. Solange Du Dir nicht zutraust, alleine klarzukommen und solange Du nicht die Option siehst, dass es auch noch andere Männer gibt, bist Du in einer sehr schwachen Position. Im Grunde hast Du so gar nicht die Wahl, nicht "auszusitzen". Schaffe Dir gedanklich Alternativen, dann kannst Du entscheiden, ob Du aussitzen möchtest oder nicht.
Rein persönlich ist für mich "Aussitzen" keine Lösung. Das Leben ist dafür zu kurz. Du wartest 15 Jahre, bis die Kinder groß genug sind oder das Haus abbezahlt ist und währenddessen entgleitet Dir Dein Leben. Wenn Du mit Ende 30 Kinder bekommen hast, bist Du dann 60. Wozu?
 
  • #26
Die Kondome, vielleicht hat die da wer anderes reingelegt, so was kann ein Kollege gewesen sein. Das Frauenparfüm, das kann er überall aufgeschnappt haben.
Es gibt die kuriosesten Verdachtsmomente. Ich hatte mal Kundenbesuch im Home Office, der Kunde hatte seine Tusse im Schlepptau, die macht sich, während wir Männer das Projekt besprechen, im Bad frisch, läßt natürlich was liegen – Ihr könnt Euch vorstellen, was dann abends los war: ich hatte auch erst einmal „nichts zu sagen”, sie glaubte mir ja eh nicht („das Märchen kannst du deiner Oma auftischen”).

Im vorliegenden Fall denke ich aber, daß ein lapidares „du mußt mir vertrauen” nicht die Art und Weise ist, wie ein treuer Mann mit so einem Kondomfund umgeht: wenn es wirklich um seine Integrität geht, treibt ihn das so lange um, bis er eine Erklärung gefunden hat. Und dann noch einmal, bis ihm auch seine Frau glaubt.
 
  • #27
Ich habe diverse Affairen gehabt, dann mit Ende 20 eine schwierige Beziehung (Sucht), danach dann eine sehr schlimme Beziehung (seine Eifersucht, seine anderen stofflichen Süchte), aus der meine größeren Kinder hervorgingen. Mein jetziger Mann war der erste, wo ich mich ernsthaft wohlgefühlt habe. Bei den anderen waren es eher Versuche, bzw. Angst, den anderen zu verlassen.

Kondome fehlten übrigens auch schon. Aus einer Innentasche einer Tasche, wo sie sonst wirklich nicht herausfallen können. Er hatte nie eine Erklärung dafür. Nun sagt er, er habe sie damals entsorgen wollen. Dann hätte er aber nicht eines und eine leere Packung dringelassen.

Die ersten 5 Jahre gab es bei gleichen Arbeitsbedingungen nie Parfümgerüche an seinem Körper oder an seiner Privatkleidung. Nun mehrmals in der Woche. In Kombi mit anderen Auffälligkeiten, die auf Sex hinweisen.

Also alles zusammengenommen....dazu Heimlichkeiten. Sich heimlich kleine Dinge in die Tasche stecken. Vom Schrank oben heruntergeholt. ??? Ungereimtheiten.

Ich selbst bin sexuell offen. Neugierig. Aber der Sex hat eigenartige, tw erniedriegende Züge angenommen. Das wäre ok, bloß kann ich mich nicht mehr richtig fallenlassen wie die ersten Jahre. Auch das Gefühl danach ist oft nicht nachhaltig, so wie früher. Er verbucht das darunter, daß er "schlecht im Bett" sei. Nein. Die Seele ist nicht dabei. Oder das Vertrauen nicht mehr da.
 
  • #28
Ich habe auch in Büchern gesucht, wie "liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest".
Das versuchen viele. Alles zu akzeptieren, damit man den schmerzhaften Schritt nicht machen muss. Man sollte jedoch seine Ansprüche nicht zurückstellen. Es ist wichtig, dass man zu dem steht, was man will. Und ehrlich: Willst Du Dich wirklich verarschen lassen? Sogar sehenden Auges? Das kann nicht sein.

Es dauert einfach Zeit, sich zu trennen, insbesondere wenn man lange zusammen war. Sammle Deinen Mut und lass Dir vom Therapeuten helfen. Wenn Du Angst vor dem Alleinsein hast, kann Ich Dir einen Trost mitgeben: Es gibt andere und bessere Männer. Und übrigens kann man sich auch neu verlieben. Es gibt auch ein neues privates schönes Umfeld. Es gibt Freunde, Urlaub mit Freunden, Urlaub mit einem neuen Lover und Freiheit. Freiheit ist ein unglaublich wichtiges Gut.
 
  • #29
Ich konnte es aussitzen, weil ich selbst eine schwere Phase hatte in der ich untreu war - einige exzessive Jahre, mit sehr vielen Frauen, Affären ONS und auch Paysex. Meine Frau hatte nichts davon bemerkt - begünstigt auch durch meine berufliche Flexibilität und häufige Reisetätigkeiten - und weiß es bis heute nicht.

Das spätere "aussitzen" ihrer Untreue, vor allem der Kinder wegen, empfand ich als Sühne...
übrigens bin ich ohne Druck und äußetr Notwendigkeit seit einigen Jahren (vorerst) "geheilt" vom Fremdgehen. Gerade als ich es mir moralisch wegen ihrer Untreue zurechtbiegen konnte, hat es für mich jeden Reiz verloren. Heute sehe ich die zwanghafte Triebbefriedigung mit anderen Augen: als egoistisch motivierte, primitive Maßlosigkeit.
Ob ich nie wieder fremdgehen werde, auch nicht in einer treuen, neuen Beziehung? Ich weiß es nicht... Vielleicht ist ein ehemaliger Fremdgänger so etwas wie ein trockener Alkoholiker... auch nach Jahren der Abstinenz wird er nie wieder ein ungetrübtes Verhältnis zu seinem alten Laster haben, und gerade in Krisenzeiten wird Rückfallgefahr bestehen.

Es einzusehen und ändern zu wollen, gerade auch bei möglichen Rückfällen - das ist der entscheidende Unterschied zu denen, die bis zuletzt keinerlei Schuldgefühl zulassen.
 
  • #30
Es einzusehen und ändern zu wollen, gerade auch bei möglichen Rückfällen - das ist der entscheidende Unterschied zu denen, die bis zuletzt keinerlei Schuldgefühl zulassen.
Das sehe ich genau so. Treu sein bedeutet für mich heute keine zurückhaltung mehr. Ich bin selbst davon so sehr überzeugt. Denn ich habe ähnliches erlebt. Nicht in dem Maße, aber der Schmerz betrogen zu werden hat mich wie einen Hammer getroffen und zum umdenken bewegt.Ich behaupte das ich nie wieder Untreu werde. Wenn ich unzufrieden bin versuche ich es zu ändern. Ansonsten trenne ich mich vorher.
m45